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Tesla mit dem Mut zur Lücke – Wie weit fällt die Aktie?

Die heute schon erwähnte Tesla Aktie möchte ich kurz noch einmal aus charttechnischer Sicht beleuchten. Wie schon erwähnt hielt ich den letzten Kursanstieg bis auf 265,- für zu schnell und vor allem zu steil und fundamental wenig begründet. Wie man in folgendem Chart sehen kann laufen Trends dann zwar immer länger als man denkt, aber irgendwann kehrt die Realität wieder zurück und Übertreibungen werden korrigiert. Für mich war also nicht die Frage das die Tesla Aktie nachgeben würde, sondern viel mehr ab welchem Niveau und wann. Nun fällt der bisherige Rücksetzer bislang eher noch verhalten aus, was mich zu der Frage bringt wo diese Bewegung enden könnte. Wie so oft bei meiner persönlichen Trading-Strategie, spielen Kurslücken dabei eine gewisse Rolle:

Tesla Aktie offene Gaps

Wie man deutlich sehen kann befinden sich gerade im Tesla Chart noch einige offene Gaps (rote Kreise), die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann noch geschlossen werden dürften. Die letzte Kurslücke wurde bei 218,- Dollar gerissen und stellt aus meiner Sicht auch das heutige Minimalziel der aktuellen Korrekturbewegung dar. Auch das Schließen des zweiten großen Gaps unterhalb der 200,- Dollar Marke halte ich kurzfristig für sehr wahrscheinlich, um ein wenig der zuvor in den Chart gepumpten heißen Luft wieder abzulassen.

Bitte verstehen Sie mich hier nicht falsch – nicht alle Gaps werden immer geschlossen, zudem ist ein Up-Gap grundsätzlich ein sehr bullishes Zeichen und gerade bei einer Momentum-Aktie wie Tesla ist ein spontaner Richtungswechsel jederzeit wieder möglich. Dennoch treten solche Kurslücken gerade in Endphasen von Übertreibungen verstärkt auf und werden dann auch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von weit über 80 Prozent zeitnah wieder geschlossen. Entscheidend dabei ist auch die Größe der gerissenen Kurslücke. Kleinere Gaps in linearen Aufwärtsbewegungen kann man nach meiner Erfahrung durchaus vernachlässigen – größere eher nicht!

Ein weiteres nennenswertes Gap liegt im Übrigen bei 124,- Dollar, aber ich fürchte auf die Schließung werden wir noch etwas warten müssen…!

MIFA – Tief genug gefallen?

Einen brutalen Abverkauf haben wir in den letzten Handelstagen bei der Aktie der Mitteldeutschen Fahrradwerke AG, MIFA gesehen. Nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen an dem Carsten Maschmeyer maßgeblich beteiligt ist, im letzten Geschäftsjahr 15 Millionen Euro Verlust eingefahren haben könnte, verlor die Aktie innerhalb weniger Stunden 37 Prozent an Wert. Inzwischen hat sich der Verlust sogar noch einmal deutlich ausgeweitet. Nicht die bloße Tatsche, dass ein Verlust erwirtschaftet wurde dürfte dabei auf den Unmut der Anleger gestossen sein, sondern viel mehr der Umstand dass man dies offenbar bislang „nicht bemerkt“ hat. In der Presse war von Ungereimtheiten und einem Bilanz-Skandal die Rede. Ich persönlich würde eher sagen, dass man hier auch von kompletten Managementversagen sprechen könnte, wenn dem wirklich so ist.

Im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Buchungssystems sei laut verschiedenen Presseberichten der Materialaufwand für das zweite und dritte Quartal zu niedrig ausgewiesen worden, weil das Warenwirtschaftssystem und die Finanzsoftware falsch verknüpft wurden. Apropos Management, die MIFA AG wurde bislang von einer einzelnen Person geführt, einen Finanzvorstand gab es nicht. Besagter Alleinvorstand ist offenbar schwer erkrankt und wurde schon länger nicht mehr in der Firma gesehen, weswegen nun Wirtschaftsprüfer Hans-Peter Barth die Geschäfte übergangsweise übernommen hat. Insgesamt also nicht unbedingt eine Konstellation die Vertrauen bei den Anlegern schafft!

Bei einer Marktkapitalisierung von knapp 35 Millionen Euro wiegt ein Verlust in Höhe von 15 Millionen Euro schwer. Sollte die Eigenkapitalquote des Unternehmens nun unter 25 Prozent fallen, hätten die Gläubiger der Mittelstandsanleihe zudem ein Sonderkündigungsrecht, was das Unternehmen noch einmal in Bedrängnis bringen könnte. Doch , die „Rettung“ für MIFA könnte nah sein. Denn, der weltgrößten Fahrradbauer Hero Cycles aus Indien will laut Unternehmensangaben nun mit einer Investition in Höhe von 15 Millionen Euro bei dem Unternehmen aus Sangerhausen einsteigen und da dürfte der aktuelle Aktienkurs die Entscheidung möglicherweise etwas beschleunigen…! Noch scheint es also durchaus eine realistische Chance zu geben, dass sich MIFA von diesem Schock wieder erholen kann. Allerdings müsste in Zukunft dann wohl auch die ein oder andere Schraube im Management neu gestellt werden.

Ob die Aktie nun also schon weit genug gefallen ist um auf ein gutes Ende dieser doch etwas merkwürdig anmutenden Börsenstory zu setzen, kann nicht ich auch nicht beurteilen. Dennoch scheinen die Chancen hier nun allmählich die weiteren Risiken zu übersteigen, nachdem der Aktienkurs innerhalb weniger Tage von 6,50 auf unter 3,- Euro gefallen ist. Carsten Maschmeyer dürfte somit von Wertentwicklung seiner MIFA-Beteiligung ebenso wenig begeistert sein, wie andere Anleger. Man kann also zumindest davon ausgehen dass hier kurzfristig ein paar Krisensitzungen einberufen werden, die das Unternehmen letztlich wieder auf die Spur bringen. Für extrem risikobereite Anleger könnte die MIFA Aktie somit auf dem aktuellen Niveau bereits einen näheren Blick wert sein.

Netflix, Tesla, Solarcity und 3D Systems unter Druck – Microsoft, Intel und Apple profitieren…

Die letzte Woche hatte es in sich, dabei war die Stimmung bis zum Verfallstag eigentlich noch ganz gut. Die jüngsten Ereignisse in der Krim-Krise ebenso wie die erste Notenbanksitzung unter der neuen FED Chefin sorgte nur für kurze Irritationen am Markt. Am Freitag allerdings drehte dann der Wind plötzlich. Anleger verkauften reihenweise die Momentum-Aktien der letzten Monate. Nicht nur Aktien wie Netflix oder Tesla gerieten dabei kräftig unter Druck, sondern auch andere High-Beta Werte wie Amazon, Google oder Twitter und natürlich die gesamte Palette der Solarwerte, Solarcity, Canadian Solar, JinkoSolar, usw.

Die Idee hier erst einmal eine Trading-Pause zu machen war also nicht so verkehrt. Die einzig löbliche Ausnahme bildete am Freitag die FirstSolar-Aktie. Der gesamte 3D Drucker Bereich litt ebenfalls unter deutlichen Abgaben. Allen voran 3D Systems, ExOne und Stratasys, die sich nun, ebenso wie die Solarwerte teilweise bedenklichen charttechnischen Niveaus genähert haben. Hier ist also unbedingt erhöhte Vorsicht geboten!

Auffällig war auch, dass das freiwerdende Kapital nun offensichtlich zurück in die Basiswerte zu fließen scheint. So konnten bspw. die Aktie von Microsoft und Intel weiter deutlich zulegen. So wie es momentan aussieht, könnte sich auch Apple bald zu dieser Gruppe hinzu gesellen…! Ein mögliches Szenario für den Ausbruch der Apple Aktie nach oben habe ich Ihnen ja bereits vor einigen Wochen HIER vorgestellt. Ob dieser Ausbruch tatsächlich gelingen kann, hängt allerdings auch davon ab, wie der Markt die jüngsten Nachrichten um einen möglichen Einstieg der Kalifornier in das TV Geschäft deuten wird. In jedem Falle dürfte es für Apple Aktionäre ein spannender Tag werden. Unbedingt beobachten!

Vorerst gilt aber insgesamt, dass die deutlichen Veränderungen Markt, die wir am Freitag gesehen haben, keinesfalls ignoriert werden sollten. Denn nicht selten sind dies Vorboten einer größeren Bewegung in die ein oder andere Richtung. Die Schwäche in den Momentum-Aktien könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass der Markt nun ernsthafte Ermüdungserscheinungen zeigt. Eine Gegenbewegung kann bei diesen Aktien somit entsprechend dynamisch ausfallen. Die Zuwächse bei den US BlueChips signalisieren zudem, dass die Anleger nun wieder verstärkt in den „Risk Off“-Modus schalten.

Selbstverständlich macht auch hier ein negativer Tag noch keinen neuen Trend, aber  diese Woche könnte zeigen, ob die besten Zeiten für DAX und Co. nun erst einmal vorbei sind. Deutsche BlueChips treten auf der Stelle und das wohl vorrangig deswegen weil man noch nicht genau weiß, wie tief die Krise in der Ukraine und die Sanktionen von und gegen Russland gehen werden. Insbesondere die deutschen Autobauer ( ohne BMW 😉 ) sind in eine Art Schockstarre verfallen. Am Ende gilt also vielleicht auch hier der alte Börsenspruch : Was nicht rauf will, muss runter!“ Letztlich wird es mal wieder der amerikanische Markt richten müssen, da aus Europa wenig positive Impulse zu erwarten sind. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern erst einmal einen gelungenen Start in die Woche und die richtigen Entscheidungen.

Air Berlin – Durchstarten oder Abstürzen?

Eine der Aktien die verstärkt im Fokus der Anleger standen, war wohl die von Air Berlin. Was wurde in den Medien nicht alles wieder als mögliche Option für die angeschlagene Fluggesellschaft gehandelt. Von einer möglichen Teil- oder Komplettübernahme war die Rede und der Aktienkurs fing kurzzeitig wieder an zu fliegen. Ich habe das ganze Treiben natürlich beobachtet, aber schön die Füsse still gehalten. Für mich persönlich ist eine wage Aussage darüber, warum eine Bilanzpressekonferenz spontan verschoben wird sicherlich kein Grund mein Geld auf ein damit verbundenes Ereignis zu setzen. Meist ist so etwas eher ein sehr schlechtes Zeichen…!

Wörtlich hieß es in der dazugehörigen Pressekonferenz: «Wir führen derzeit fortschgeschrittene Gespärche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden» Heute, bzw. gestern Abend wurde nun in mehreren Presseberichten bekannt, dass Air Berlin offenbar plant sich von der Börse zurück zu ziehen um einen kompletten Neustart zu wagen. Offensichtlich ist der Hauptaktionär inzwischen etwas ungeduldig geworden, nachdem auch nach Jahren der Beteiligung noch keine Gewinne absehbar sind. Grossaktionär Ethiad Airways aus Abu Dhabi macht nun Druck und will sich über ein Delisting mehr Stimmrechte sichern.

Verständlich wäre dieser Schritt aus Sicht des Investors allemal. Auch eine Zerschlagung bzw. Aufspaltung der zweitgrößten deutschen Airline ist offenbar im Gespräch, berichtete das ManagerMagazin. Auch das macht Sinn, denn Ethiad braucht Verstärkung bei den Zubringerdiensten nach Abu Dhabi. Das Tourismus-Geschäft und der europäische Flugverkehr dürften dann die verbliebene neue Fluggesellschaft bilden. Die spannende Frage ist also was mit diesem Bereich passieren könnten wenn sich Ethiad das für sich interessante Filetstück gesichert hat?

Es ist anzunehmen dass dieser Teil des Unternehmens dann keinen Ankerinvestor im klassischen Sinn mehr haben könnte und sich die Unterstützungs-Bemühungen von Ethiad künftig nur noch auf den abgespalteten Zubringer-Teil konzentrieren. Gelingt es keinen Investor für die andere Sparte zu finden wird es wohl eng für Air Berlin. So oder so, die Aussichten für Aktionäre in diesem Spiel zu gewinnen sind erfahrungsgemäß äusserst schlecht. Wer als investierter Anleger die neue Bilanzpressekonferenz am 27.03.2014 abwarten möchte um Klarheit zu bekommen der sollte sich des Risikos um diese Entscheidung bewusst sein. Als Nichtinvestierter abwarten und ggf. tätig werden sobald die Fakten auf dem Tisch liegen scheint mir da doch die bessere Option zu sein.

Trendwende beim Euro? – Gold-Anleger zeigen Nerven

Gestern war mal wieder ein äusserst interessanter Börsentag. Nicht nur die Rally bei BMW war beindruckend, sondern die Reaktion des Marktes auf ein Ereignis das längst eingepreist sein sollte. Janet Yellen hat wie erwartet das Tapering-Program Ihres Vorgängers, mit einer Reduktion um weitere 10 Milliarden Dollar fortgeführt, womit die monatlichen Wertpapierkäufe der FED nun inzwischen auf 55 Milliarden Dollar geschrumpft sind. Das war so erwartet worden und dennoch gab es kräftige Kursbewegungen im Anschluss an Ihre Rede. Die US Indizes gaben nach und konnten diese Bewegung auch (ausnahmsweise) nicht bis zum Handelsende wieder ausbügeln, auch wenn hart daran „gearbeitet“ wurde! Gold erhielt einen kräftigen Dämpfer und fiel deutlich, was aus meiner persönlichen Sicht genauso viel Sinn macht wie ein immer noch unnatürlich starker Euro.

Apropos Euro… eigentlich weiß niemand so genau warum der Euro in der letzten Zeit eine so deutliche Stärke gegenüber dem Dollar zeigt. Viele Fachleute zermartern sich den Kopf darüber aber niemand scheint eine wirklich passende Antwort auf dieses Phänomen zu haben, und spätestens seit dem Ausbruch der Krim Krise fehlen den meisten Analysten jegliche Worte über die dennoch weiter steigende europäische Währung. Da ist der Erklärungsversuch von Wirtschafsweisen Peter Bofinger noch der plausibelste. Bofinger verglich Anleger schlicht mit einer Schafherde die in eine Richtung läuft bis die gesamte Herde dann irgendwann wieder die Richtung ändert. Nicht unbedingt die Weisheit schlechthin, aber es ist wohl so – im Übrigen ein Phänomen dass man auch bei vielen Aktien beobachten kann. Fundamentale Bewertungen spielen eine eher untergeordnete Rolle…!

Chart EUR-USD langfristig

Letztlich hat sich der Euro nun endgültig als eine der drei oder vier wichtigsten Weltwährung etabliert, die aus meiner persönlichen Sicht momentan einfach so stark ist, weil fast alle anderen Währungen immer schwächer werden. Der Euro scheint also momentan noch die beste Option von allen möglichen zu sein, was sich seit gestern aber wieder etwas zu Gunsten des Dollar verlagert hat. Es ist langfristig betrachtet also eher die Wahl zwischen Pest und Cholera und man darf durchaus gespannt sein wann und ob die Schafherde die Richtung wieder wechseln wird. Nach der Notenbank Sitzung gestern gab es den ersten nennenswerten Rücksetzer beim Euro, der angesichts der charttechnischen Lage unbedingt intensiv beobachtet werden sollte.

Dieser Gedanke bringt mich letztlich wieder zurück zum Gold, der Weltwährung die im Gegensatz zu allen Papierwährungen dieser Welt langfristig immer einen gewissen Wert behält. Gold verlor gestern erneut deutlich, was ebenso irrational sein dürfte wie die Stärke des Euro. Anleger „befürchten“ ein Ende der bisherigen Zinspolitik, nachdem Janet Yellen angedeutet hat, dass man die Zinsen eventuell in der ersten Jahreshälfte 2015 anheben könnte, wenn der Arbeitsmarkt und die Inflationsraten mitspielen!

Für meinen Geschmack enthalten solche Sätze doch etwas viele Variable auf die man keinesfalls eine Anlagestrategie aufbauen sollte. Jedem aufmerksamen Beobachter dürfte auch klar sein, das Zinserhöhungen dann nur in sehr homöopathischen Dosen erfolgen können und somit auch die möglichen Auswirkungen auf  die Goldpreisentwicklung eher bescheiden ausfallen werden. Mal ganz abgesehen davon dass es keine dauerhaft belastbare Korrelation zwischen Zinsen und Gold gibt ebenso wie es keine solche Korrelation zwischen Gold und dem Aktienmarkt gibt. Historische Daten beweisen dies eindrucksvoll…!

Insgesamt war es eine äusserst ungesunde Mischung von Nachrichten die zu diesem deutlichen Rücksetzer beim Goldpreis geführt hat. Zusammen mit dem kürzlich erfolgten Statement der Analysten von Morgan Stanley, die einen erneut tieferen Goldpreis prognostizieren, kam es aber zu einer entsprechend heftigen Reaktion, die das gelbe Edelmetall nun in den Bereich um die 1.330,- Dollar geführt hat. Eine weitere Meldung die bereits vor der FED Sitzung im Tagesverlauf veröffentlicht wurde sorgten ebenfalls für Verunsicherung unter Goldanlegern. So wird aktuell befürchtet, dass das seit 15 Jahren bestehende Goldabkommen der (damals noch) 15 europäischen Zentralbanken eventuell nicht mehr verlängert werden könnte. In diesem Abkommen wurde damals beschlossen, dass innerhalb von fünf Jahren von allen europäischen Notenbanken zusammen nicht mehr als die maximale Menge von 400 Tonnen Gold verkauft werden darf. Die Verhandlungen über eine Verlängerung dieses Abkommens laufen aktuell.

Wie man dem Goldchart entnehmen kann ist aus rein charttechnischer Sicht nicht allzu viel passiert. Der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt und selbst ein Rücksetzer bis in den Bereich um die 1.300 er Marke wäre noch nicht allzu dramatisch. Kurzfristig gehe ich davon aus dass der Goldpreis nicht nachhaltig unter 1.320,- Dollar fallen sollte. Eine Gegenreaktion nach den starken Verkäufen gestern scheint überfällig zu sein.

Es kann also durchaus sinnvoll sein sich auch bei den Goldminen-Betreibern nun wieder etwas umzusehen, wenn man den ersten Anstieg verpasst hat. Der heutige Handelstag, ebenso wie der Hexensabbat morgen, werden nun Aufschluss darüber geben ob es sich hierbei um eine nachhaltige Trendwende handelt oder eben nur eine kurze Konsolidierung der starken Gewinne seit Dezember. Ich persönlich gehe weiterhin davon aus dass Gold  und Goldaktien die besten Tage in diesem Jahr noch vor sich haben. Wer es also schafft, trotz des medialen Drucks einfach seiner Strategie zu folgen sollte am Ende dafür belohnt werden..!

JA Solar, Yingli, Trina, Canadian Solar und Jinko Solar – Erst einmal Pause machen!

Gestern konnte das chinesische Solarunternehmen JA Solar überraschend gute Zahlen vorlegen und beflügelte damit einmal mehr den gesamten Sektor. Dabei waren die gelieferten Daten alles andere als berauschend, bedenkt man das es JA Solar nun erstmalig seit 10 Quartalen gelungen ist überhaupt wieder einen kleinen Gewinn auszuweisen. Der Umsatz wurde im Berichtszeitraum auf 357 Millionen Dollar gesteigert, Analysten hatten hier einen Wert von 292 Millionen Dollar erwartet. Der Gewinn legte auf 0,16 Dollar je Aktie zu, was auch dank einer deutlich verbesserten Bruttomarge von numehr 15 Prozent möglich war. Aus meiner Sicht noch ein Grund in Euphorie zu verfallen, solange sich dieses Ereignis möglicherweise als Eintagsfliege entpuppen könnte. Eine Bestätigung dieser positiven Tendenz steht also noch aus, bzw. muss mit den nächsten Quartalszahlen geliefert werden. Erst dann kann man wohl von einem „echten“ Turnarround ausgehen..!

Der Markt ließ sich im späteren Handel das Zahlenwerk offensichtlich auch noch einmal durch den Kopf rauschen, die Tagesgewinne wurden fast vollständig wieder abgegeben, und die Aktie schloss letztlich mit einem kleinen Plus von nur noch zwei Prozent. Zuvor konnte der Titel um über 10 Prozent in die Höhe schießen und zog somit auch den gesamten US-Solarsektor mit nach oben. Trotz aller Skepsis muss man hier wohl anerkennen, dass die Aktie nun aus dem abwärts gerichteten Trendkanal nach oben ausgebrochen ist, wenn auch bislang nur sehr knapp und wenig überzeugend. Ein Rückfall unter die 11,- Dollar Marke macht das Szenario umgehend wieder hinfällig. Der heutige Handelstag dürfte somit deutlich mehr Aussagekraft haben als die Erstreaktion gestern!

Aus meiner Sicht bleibt hier nun festzuhalten, dass die Dynamik in dem gesamten Sektor zuletzt deutlich nachgelassen hat, was eine weitere Korrektur sehr wahrscheinlich werden lässt. Die ehemaligen Highflyer Jinko Solar und Canadian Solar haben beide Doppeltops ausgebildet und befinden sich seitdem auf dem Rückzug, ebenso wie die Yingli Green Energie Aktie, die den abwärts gerichteten Keil kürzlich nach unten verlassen hat. Yingli ist wahrscheinlich auch die erste Aktie aus dem Sektor die über die Klippe stürzt… Die Trina Solar Aktie ist kurz davor ebenfalls nach unten abzutauchen. Nach mehreren hundert Prozent Kurszuwachs benötigt der chinesische Solarsektor nun einfach mal wieder eine kleine Verschnaufpause, die man durchaus als gesund bezeichnen kann.

Es ist also nicht unbedingt an der Zeit sich in diesem Sektor nun noch allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, da die Wahrscheinlichkeiten für eine weiterführende Korrektur aus meiner Sicht momentan deutlich höher sind als ein starker Anstieg. Intraday-Trades machen aber, insbesondere bei der JinkoSolar Aktie, immer wieder Sinn und können auch weiterhin eingegangen werden. Nach einer nun möglichen Korrektur dürfte auch der gesamte Sektor dann wieder interessante sein.

Gold – Es ist fast (!) geschafft…

Der Goldpreis steigt weiter wie angenommen, jedoch ist der endgültige Ausbruch noch nicht vollzogen worden. Erfreulicher Weise wurde mit der Hürde bei 1.350,- Dollar ein wichtiger Widerstand rausgenommen, ebenso wie der Widerstand bei ca. 1.363,- Dollar. Das kleine Zwischenhoch aus dem September 2013 stellt aber noch ein Hindernis auf dem Weg nach oben dar, dass es nun zügig zu überwinden gilt. Wie man in dem Chart deutlich sehen kann ist der erste Versuch, diese Marke zu brechen, zunächst gescheitert:

Dennoch stehen auch weiterhin alle Zeichen auf grün für die Gold-Bullen. Selbst ein Rücksetzer auf die Marke von 1.300,- Dollar je Feinunze Gold würde das bullishe Bild nicht gefährden. Ein Anstieg über die Hürde bei 1.375,70 Dollar setzt nun sehr wahrscheinlich weiteres Potenzial bis auf 1.416,- und 1.433,- Dollar frei. Spätestens hier fällt dann die eigentliche Entscheidung darüber, ob Gold die Bodenbildung abgeschlossen hat und zum Jahresende wieder deutlich über der 1.500er Marke notieren wird, oder nicht. Mein persönliches Minimalziel liegt weiterhin im Bereich zwischen 1.540,- und 1.585,- Dollar je Feinunze.

Der Chart des Tages: Apple vor dem Ausbruch?

Heute möchte ich aus Zeitmangel nur kurz auf den, aus meiner Sicht vielversprechenden, Apple Chart verweisen. Selten habe ich in den letzten Tagen ein so interessantes Chartbild gefunden, dass sich meiner Meinung nach fast schon von selbst erklärt. Ein Ausbruch über die hier eingezeichnete Abwärtstrend-Linie würde nicht nur kurzfristig deutliches Potenzial bei der Aktie freisetzen. Auch mittelfristig rückt dann das von mir HIER gezeichnete Bild einer großen Tassen-Formation, mit Kursziel 765,- Dollar, in greifbare Nähe…

Der Gesamtmarkt konsolidiert weiterhin, sodass der Ausbruch nach oben durchaus noch etwas Zeit in Anspruch nehmen könnte. Es besteht also wahrscheinlich kein Grund für übereilte Handlungen. Der erste richtig bullishe Tag sollte aber die Entscheidung bringen. Wer sich also für die Aktie interessiert, muss sich jetzt die ultimative Frage stellen ob der richtige Zeitpunkt für ein Investment gekommen ist? Ich habe wie gesagt schon deutlich schlechtere Setups gesehen. Unbedingt beobachten!

Deutsche Post, MAN, E.ON und K+S – gemischte Gefühle

Wenig Hoffnung

Heute wurden beim Energieriesen E.ON die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert und diese zeigen das die Energiewende weiterhin schwer auf dem Konzern lastet. Das Konzernergebnis brach um weitere 46 Prozent ein und auch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2014 verheißt nicht viel Gutes. Die Dividende wird somit erneut auf nur noch 60 Cent je Aktie gekürzt, nachdem zuvor noch 1,10 Euro an die Aktionäre ausgeschüttet wurde. Damit dürfte E.ON so langsam seinen Ruf als echte Dividendenperle verloren haben. Die Aktie kann heute vorbörslich leicht zulegen, was ich aber nicht unbedingt überbewerten würde. Der Weg scheint hier weiterhin vorgezeichnet zu sein… maximal seitwärts!

Verlustangst

Als geradezu katastrophal könnte man das heute veröffentlichte Ergebnis der MAN AG bezeichnen. Zwar soll es laut  Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen im laufenden Geschäftsjahr nun wieder aufwärts gehen, jedoch bleibt die Frage offen wie man angesichts solcher Zahlen „aufwärts“ definiert. Die VW Tochter kämpft weiterhin mit dem schwachen Nutzfahrzeug-Geschäft. Der Umsatz konnte leicht auf 15,7 Milliarden Euro gesteigert werden, jedoch bleib nur ein deutlich geschrumpfter Gewinn von 457 Millionen Euro übrig, der durch verschiedenste Sondereffekte komplett verdunstete. Unterm Strich verblieb sogar ein kräftiger Verlust in Höhe von 513 Millionen Euro!

Glücksbote

Die Deutsche Post hingegen konnte die hohen Erwartungen erfüllen. Der Überschuss konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 27,5 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesteigert werden. Die Dividende soll nun um 14 Prozent auf 80 Cent je Anteilsschein erhöht werden. Post-Chef Frank Appel will auch im laufenden Jahr weiter wachsen, was Ihm angesichts des deutlich gesteigerten Paket- und Frachtaufkommens wohl auch gelingen sollte. Die angehobenen Porto-Preise sorgen für einen zusätzlichen Schub. Die Aktie bleibt weiterhin sehr interessant, auch  wenn hier kurzfristig mit Gewinnmitnahmen zu rechnen ist.

Prüfungsstress

In Kürze ist endlich der große Moment für K+S Aktionäre, die mit Spannung auf das Zahlenwerk des Düngemittel-Herstellers warten. Angesichts des sehr milden Winters in Europa und des  dafür extremen Winters in den USA ist eine Prognose für das Salzgeschäft schwer abzugeben. Viel interessanter dürfte aber wohl nach wie vor auch die Entwicklung im Kali-Markt sein. Ich gehe davon aus, dass während der Kali-Krise hier bereits viel Unsicherheit eingepreist wurde und die Chancen nun weiterhin klar auf der Oberseite liegen. Die relative Stärke der Aktie in den letzten Tagen deutet ebenfalls darauf hin, dass die Bodenbildung hier bald abgeschlossen sein dürfte.

Plug Power, FuelCell Energy, Ballard Power – Das jähe Ende einer sinnlosen Rally

Was passieren kann wenn man sich allzu sehr von einem nicht fundamental hinterlegten Hype locken lässt, verdeutlichen heute die Aktien der drei Brennstoffzellen-Hersteller Plug Power, FuelCell und Ballard Power. In einer atemberaubenden Rallye sind alle drei Aktien exorbitant in die Höhe geschossen und haben täglich zweistellig hinzugewonnen, seitdem Tesla Chef Elon Musk für seine Giga-Factory bekannt gegeben hat. Heute holte die Anleger die Realität schmerzhaft wieder ein. Grund für den heftigen Kursverklauf war ein Interview mit Andrew Left von Citron Research, der unter anderem darauf hinwies, dass die Firma Plug Power über keine einzigartiges Technologie verfüge und er den fairen Kurs der Aktie bei 50 US-Cent sehen würde.

Man darf gespannt sein wie dieses Spiel nun weiter gehen wird. Sicherlich haben sich hier ein paar clevere Investoren nun kräftig die Taschen gefüllt, während andere – von Gier getrieben – zu spät auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind. Es steht zu befürchten, dass der Abverkauf bei den Aktien morgen weiter gehen wird. Vorerst bleibt wohl festzuhalten, dass dieser massive Kursanstieg auch nicht gerechtfertigt gewesen sein dürfte. Die Fundamentaldaten geben einen solchen Anstieg einfach nicht her. Spekulation auf ein in weiter Ferne liegendes Ereignis mit ungewissem Ausgang sind also keinesfalls empfehlenswert, auch wenn es noch so in den Fingern juckt.Ich hoffe Sie waren nicht betroffen, bzw. konnten rechtzeitig ein- und auch wieder aussteigen.

Für mich sind die drei Aktien ein weiteres Sinnbild für die teilweise vorherrschende Gier und Maßlosigkeit bei einigen Aktien, wie wir sie schon einmal gesehen haben…! Was aber nicht heißen soll, dass man von solchen Entwicklungen nicht profitieren kann, wenn man immer einen Finger am Abzug behält. Hartgesottene Zocker können sich die drei Aktien auf die Watchlist nehmen und zu gegebener Zeit auf einen erneuten Trendwechsel, bzw. den sogenannten „Dead Cat Bounce“ spekulieren. Alle anderen lassen lieber die Finger davon! Weitere interessante Aktien aus dem Bereich sind Arotech, ARTX, Highpower International, HPJ, oder Hydrogenics, HYGS, sowie China BAK Battery, CBAK, die gestern als einzigste Aktie stabil geblieben ist!

Kupfer taucht ab – Deutliches Warnsignal, nicht nur für Aurubis, Salzgitter & Co.

Nachfolgend zu meinem kürzlich hier verfassten Artikel über den Kupfer-Preis und die beiden Aktien von Aurubis und Salzgitter, wird das Bild nun allmählich etwas klarer. Leider nicht im positiven Sinne! Heute hat der Kupfer Preis noch einmal kräftig nachgegeben und vieles deutet somit darauf hin, dass die seit Jahren bestehende Abwärtsbewegung demnächst nach unten aufgelöst werden könnte. Der zum Jahreswechsel erfolgte Ausbruchsversuch könnte sich somit als Fehlausbruch entpuppen, der nun zur Folge hat, das diese Chartformation für Anleger in Kupfer-Aktien sehr bedrohlich wird.

Die Aurubis Aktie ist, ebenso wie so manch anderer Branchen-Kollege heute kräftig unter Druck, was auch kein Wunder ist. Deutschlands größte Kupferhütte schafft es einfach nicht wieder an die alten Erfolge anzuknüpfen. Sollte der Kupfer Preis nun noch weiter nach unten abtauchen würden die Chancen auf positive Überraschungen hier noch weiter sinken. Ein Nachhaltiger Rutsch unter die 300er Marke wäre also ein deutliches Warnsignal.

Achten Sie also in den nächsten Tagen verstärkt auf die Entwicklung des Kupfer-Preises, der – ganz nebenbei bemerkt – ein gewichtiger Indikator für den Allgemeinzustand der Weltwirtschaft ist. Ein nachhaltiger Rutsch unter die Unterstützungslinie lässt also, auch für andere Branchen und die immer noch laufende Hausse an den Aktienmärkten, nicht unbedingt Gutes erwarten…!

Südzucker – Der Zuckerpreis dreht nach oben…

Eine der zuletzt hier schon mehrfach besprochenen Aktien ist die des deutschen Zuckerproduzenten Südzucker. Nachdem der letzte Ausbruch nach oben eher kläglich gescheitert ist und die Aktie entsprechen wieder deutlich Federn lassen musste, stehen die Vorzeichen für einen erneuten Anstieg inzwischen gar nicht mal so schlecht. Maßgebend für diesen möglichen Anstieg ist und bleibt die Entwicklung beim Zucker selber, dessen Chart ich ihnen heute noch einmal kurz zeigen möchte…

Chart Zucker langfristig

Wie man sehr gut sehen kann konnte der Zucker-Preis den letzten Kursrutsch wieder vollständig wett machen und notiert aktuell bereits über der letzten Abwärtstrend-Linie. Damit könnte die Bodenbildungs-Phase beim Zucker sehr bald beendet werden, was sich natürlich auch positiv auf die Aktien der Zucker-Produzenten auswirken sollte. Die Südzucker Aktie hat in den letzten Tagen bereits wieder kräftig zugelegt. Gelingt nun ein weiterer Anstieg bis in den Bereich zwischen 22,- Euro und 22,40 Euro, könnte somit auch hier die Bodenbildung abgeschlossen werden.

Auch eine Long-Spekulation auf den Zucker Preis erscheint nun wieder sehr aussichtsreich, allerdings ist bis zur endgültigen Bestätigung des neuen Trends noch ein wenig Zurückhaltung angesagt.

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