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Non-Farm Payrolls: Warum ist der US-Arbeitsmarktbericht so wichtig für die Finanzmärkte?

Die New Yorker Wall Street und die übrigen Finanzzentren der Welt erleben eine der turbulentesten Wochen seit langer Zeit. Mit der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag und der Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten stehen gleich zwei Großereignisse bevor. Der am Wochenende veröffentlichte chinesische Einkaufsmanagerindex deutet erneut stark auf ein langsameres Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte hin, und über allem hängt nach wie vor das Damoklesschwert eines möglichen russischen Militärschlags gegen die Ukraine.

Die Veröffentlichung des amerikanischen Arbeitsmarktberichts ist normalerweise das unangefochtene Highlight einer Handelswoche. Jeden ersten Freitag des Monats gibt das US-Arbeitsministerium die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft („non-farm“) für den vergangenen Monat bekannt, sowie die Arbeitslosenquote, die durchschnittlichen Stundenlöhne und die im Durschnitt geleistete Wochenarbeitszeit. Die Daten gelten als zuverlässiger Indikator für die Wirtschaftslage in den USA, sowohl in puncto Industrieproduktion als auch einzelner Wirtschaftszweige sowie persönlicher Einkommen.

Die Reaktion der Märkte hängt vor allem aber davon ab, ob und wie stark die Daten von den Erwartungen abweichen, und ob diese Abweichung nach oben oder nach unten zeigt. Grob vereinfacht bedeutet dies, dass die Kurse umso mehr steigen, je näher die Zahlen am erwarteten Wert liegen, und fallen, je breiter sie daran vorbeischießen. Ganz so einfach ist dies zwar natürlich nicht, aber bei genauerer Betrachtung – und unter Berücksichtung der Tatsache, dass planbare Marktereignisse immer bereits eingepreist sind – sind die Zusammenhänge durchaus logisch.

Die Arbeitslosenquote beispielsweise ist ein zuverlässiger Indikator für die Gesamtwirtschaftslage, und wird von der US Notenbank Federal Reserve sorgfältig überwacht. Sinkt die Quote unterhalb der magischen 5%-Grenze, lässt ein Anstieg der Inflationsrate meist nicht lang auf sich warten, da Unternehmen für eine qualifizierte Belegschaft tiefer in die Tasche greifen müssen und die Mehrkosten dann auf ihre Abnehmer abwälzen. Wenn die Arbeitnehmer im Gegenzug höhere Gehälter fordern (besonders, wenn die Wirtschaft sich der Vollbeschäftigung nähert), verstärkt sich der Effekt, makroökonomisch als „Lohnpreisspirale“ bekannt, noch weiter.

Aufgeschlüsselt nach Sektoren kann die Anzahl neugeschaffener Stellen den Finanzmarktteilnehmern Hinweise geben, welche Industriezweige auf Wachstum ausgerichtet sind. Verzeichnet beispielsweise der Gesundheitssektor einen überdurchschnittlich hohen Zuwachs an Arbeitsstellen, ist davon auszugehen, dass Aktien von Pharmaunternehmen und Versicherern zu den Nutznießern gehören.

Am Freitag wird das US-Arbeitsministerium um 14:30 MEZ die Zahlen für den vergangenen Februar bekanntgeben. Die Analysten der Commerzbank erwarten, rund 150.000 neue Stellen, nach 113.000 im Januar. Hinsichtlich der Arbeitslosenquote rechnet man gegenüber dem Januar mit einer unveränderten Rate von 6,6 Prozent.

Der Handel mit Hebelprodukten beinhaltet ein hohes Risiko und kann u. U. zu Verlusten führen, die Ihre ursprünglichen Einlagen überschreiten. Stellen Sie darum sicher, dass Sie alle mit dem CFD Handel verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.

Deutsche Bank Aktie – Hier droht der Absturz!

Schwach ist sie – die Aktie der Deutschen Bank! Verglichen mit der Performance der kleinen Schwester Commerzbank könnte man auch sagen, das der Kursverlauf in den letzten Wochen geradezu katastrophal war. Nicht enden wollende Skandale und nicht gerade üppige operative Ergebnisse haben dazu geführt, das die Anleger ihre Vertrauen in den deutschen Branchenprimus offensichtlich verloren haben. Und auch wenn die Bank bemüht ist Ihre Altlasten nach und nach abzubauen, tauchen immer wieder neue Verdachtsmomente auf, die den Titel einfach nicht zur Ruhe kommen lassen. Zuletzt dürfte die öffentliche Diskussion um das „merkwürdige“ Goldpreis Fixing der letzten Jahre wohl erneut das Anlegervertrauen auf eine harte Probe gestellt haben. Konkrete Erkenntnisse gibt es hier bislang noch nicht, aber alleine der Verdacht dürfte ausreichen um Anleger erneut deutlich vorsichtiger werden zu lassen. Die kürzlich erfolgte Einigung mit den Kirch-Erben ist da eher nur eine unbedeutende Randnotiz.

DB Chart mit Trends Analyse

Die ganze Misère der Deutschen Bank lässt sich natürlich auch am Aktienkurs ablesen. Der zuletzt gestartete Ausbruchsversuch nach oben sah vielversprechend aus, hat sich aber letztlich als Bullenfalle entpuppt. Spätestens beim Rückfall unter die hier eingezeichneten grünen Linien hätte man also die Reißleine ziehen sollen, um das weitere Geschehen erst einmal in Ruhe zu analysieren. Heut befindet sich die Aktie inzwischen nun in einer, aus charttechnischer Sicht, äusserst gefährlichen Situation. Frei nach dem Motto: „Was nicht steigen will fällt irgendwann“ droht der DB Aktie nun der Abstieg in deutlich tiefere Regionen, wenn das aktuelle Niveau nicht gehalten werden kann.

DB Chart kurzfristig

Deutlich zu erkennen ist die in beiden Charts eingezeichnete rote Abwärtstrend Linie, die nun auf den längerfristigen Aufwärtstrend (ebenfalls rot) trifft. Das legt nahe, dass hier in Kürze eine Entscheidung anstehen sollte, die das charttechnische Bild in den kommenden Monaten bestimmt. Ein Unterschritten des Aufwärtstrends, wie zuletzt gesehen, ist ein erstes deutliches Warnsignal. Gelingt es nun also nicht die Aktie über dieser Linie zu stabilisieren und den kurzfristigen Abwärtstrend zu überwinden, dann droht Ungemach. Die blaue Unterstützungslinie bei 33,60 Euro, an der die Aktie zuletzt immer wieder nach oben drehen konnte, bietet dann die letzte Unterstützung und sollte unbedingt beachtet werden. Eine weitere Unterstützung stellt die hier eingezeichnete schwarze Linie dar, die momentan bei ca. 34,- Euro verläuft.

Die Aktie notiert zudem gerade an der 200-Tage-Linie was sich nun entweder unterstützend auswirken sollte, oder bei einem Unterschreiten ein zusätzliches und deutliches Verkaufssignal liefert. Eine durchaus mögliche Klage gegen die Deutsche Bank wegen des Verdachts auf Manipulation des Goldpreises, dürfte also zur Unzeit kommen und könnte dramatische Auswirkungen auf den Aktienkurs haben. Unbedingt beobachten!

SGL Carbon – Analysten senken den Daumen

Die SGL Carbon Aktie ist weiterhin unter Druck. JP Morgan hat seine Prognose für den Titel noch einmal überarbeitet und gab kürzlich erneut ein dramatisch niedriges Kursziel für die Aktie aus. Ebenso wie viele andere Analysten namhafter Bank- und Analystenhäuser, die sich zuletzt etwas skeptischer zur kurzfristigen Zukunft des Unternehmens geäussert haben, und ihre Kursziele ebenfalls teilweise deutlich unterhalb des aktuellen Niveaus platzieren. Insgesamt geht man wohl davon aus, dass SGL wegen Preis- und Absatzdrucks in den Jahren 2014 und 2015 einen Verlust ausweisen wird.

Ich bin ja grundsätzlich eher selten der selben Meinung  wie so mancher Analyst, aber in diesem Punkt würde ich JP Morgan bedingt beipflichten. Nicht unbedingt beim ausgegebenen Kursziel von 12,50 Euro aber bei der Einschätzung das die Aktie deutlich tiefere Kurse „verdient“ hätte. Einen Abschlag wie ihn der Analyst hier sieht, würde ich aber schon alleine aufgrund der Tatsache ausschließen wollen, dass hier sehr starke Partner und Ankeraktionäre mit im Boot sitzen, die kein Interesse an so tiefen Notierungen haben.

Dennoch, die zuletzt gelieferten Zahlen sollten nachdenklich stimmen und rechtfertigen aus meiner persönlichen Sicht ebenfalls deutlich tiefere Kurse. Wichtig für die kurzfristige Entwicklung der Aktie sind somit zwei Marken die es zu beachten gilt. Bei rund 27,- Euro verläuft die 200-Tage-Linie, die zuletzt immer wieder verteidigt werden konnte. Gelingt dies aber nicht dauerhaft, wäre bei knapp 25,- Euro die letzte Verteidigungslinie zu sehen, bevor es dann doch zu einer weiterführenden Korrektur kommen könnte.

SGL Carbon Aktie Chart langfristig

Aus rein charttechnischer Betrachtung wäre dann zunächst Luft bis an die langfristige Aufwärtstrendlinie (rot) bei ca. 22,- Euro sowie dem Tief vom Juli 2013 bei 20,73 Euro. Im Optimalfall für die Bären würde dann sogar die 20,- Euro Marke erneut leicht unterschritten, bevor der Titel wieder nach oben dreht. Spätestens hier sehe ich auch einen guten Zeitpunkt für einen Long Einstieg unter langfristigen Gesichtspunkten, da der Boden dann über mehrere Jahre bestätigt würde.

Die Analyse von JP Morgan ist aus meiner Warte also etwas weit über das Ziel hinaus geschossen, wenn auch grundsätzlich nicht falsch. Trotz meiner persönlich ähnlich skeptischen Haltung möchte ich den positiven Fall natürlich nicht unerwähnt lassen. Ein erstes bullishes Zeichen wäre das Überschreiten der hier eingezeichneten blauen Linie, bei 30,88 Euro. Hier könnte ein neuer Impuls entstehen, der die Aktie über die langfristige Abwärtstrend-Linie hievt, und somit deutliches Aufwärtspotenzial  generiert. Innerhalb der nächsten 12 Monate wird genau dass irgendwann wohl auch passieren, doch zuvor würde ich mich hier eher auf der Unterseite orientieren.

Börsen-Warnsignale: Anlegeroptimismus auf Rekordniveau…!

Es ist schon erstaunlich mit welcher Selbstsicherheit der US-Markt die Turbulenzen rund um die Ukraine weggesteckt hat. Während der Deutsche Aktienindex gestern seinen größten Verlust seit langer Zeit verbucht hat, gingen die US Märkte nur mit einem moderaten Minus aus dem Handel. Auch heute deuten die vorbörslichen Indikatoren bereits wieder auf höhere Indexnotierungen an den amerikanischen Märkten hin. Wohingegen Gold, nach dem starken Anstieg, nun einen vorübergehenden Schwächeanfall zu haben scheint…!

Offenbar ist der allgemeine Tenor der Märkte der, dass politische Börsen kurze Beine haben und somit setzen Anleger verstärkt auf einen Bounce und haben die teilweise deutlich zurückgekommenen Aktienkurse schon wieder zum Aufbau erster Positionen genutzt. Unter sehr kurzfristigen Gesichtspunkten ist dies auch nachvollziehbar, denn eine technische Gegenbewegung beim Dax war durchaus vorhersehbar. Man musst also kein Hellseher sein um die heutige Bewegung beim Dax spielen zu können. Ob man sich allerdings nun wieder mittelfristig neu positionieren sollte ist durchaus fraglich.

Noch immer gibt es, neben der eigentlichen Krise in der Ukraine, den Währungs- und Börsenturbulenzen in Russland und der angespannten Situation in anderen Emerging Markets (die offenbar schon wieder in Vergessenheit geraten ist!) einige weitere Faktoren die durchaus das Potenzial haben das große Bild im negativen Sinne zu verändern. Einen der wesentlichsten Faktoren für die Gefahr eines deutlichen Rückgangs an den Aktienmärkten würde ich aber in dem unerschütterlichen Optimismus der Marktteilnehmer sehen, der zuletzt neue historische Höchstmarken erreicht hat.

Das Sentiment unter den Investment Managern ebenso wie bei den Privatanlegern und auch den Börsenbrief-Betreibern ist aktuell so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Schlechte Nachrichten, sei es von konjunktureller Seite, seitens der Unternehmensdaten oder aber auch politischer Natur werden konsequent weiterhin ignoriert. Laut Angabe der National Association of Active Investment Managers liegt die Aktien-Investitionsqoute bei dieser Gruppe von Investoren aktuell bei satten 91 Prozent. Investors Intelligence meldete zuletzt einen Bull-Bear-Index, der 61,6 Prozent Bullen und nur noch 15,2 Prozent Bären verzeichnete. Solche Werte sind seit dem Hoch im Oktober 2007 nicht mehr erreicht worden. Insgesamt gab es in den letzten 25 Jahren nur fünf Phasen in denen solche Extremwerte erreicht wurden. Die meisten davon endeten früher oder später in einer deutlichen Korrektur!

Die spannende Frage ist also: Wenn die Mehrzahl der Marktteilnehmer bullish ist und sich bereits so deutlich positioniert hat, wie es aktuell der Fall ist, wer dann noch übrig bleibt um Aktien zu kaufen und die Kurse weiter nach oben zu treiben..? Möglicherweise schlagen wir auch in dieser Rubrik nun ein neues Kapitel auf, nachdem in den letzten Jahren bereits sämtliche Superlative der Börse in irgend einer Form getoppt wurden. Allerdings mahnt dieser unerschütterliche Optimismus der Anleger doch deutlich zur Vorsicht. Denn die Börse ist keine Einbahnstrasse und wird es nie sein, auch wenn Übertreibungsphasen meist länger dauern als man sich das vorstellen kann.

Ein Trendwechsel am Markt, und natürlich dann auch im Sentiment, kommt dann meist sehr überraschend und ist deutlich, wie die gestrige Bewegung im Dax ansatzweise erahnen lässt. Es ist also aus meiner Sicht, gerade in diesem politischen Umfeld, nicht ratsam sich nun sofort wieder allzu weit aus dem Fenster zu lehnen. Die Vorkommnisse in der Ukraine mit dem platten Börsenspruch der „kurzen Beine“ abzuhandeln, halte ich somit für einigermaßen leichtsinnig, eine Krise wie diese an einem Tag abzuhandeln für nahezu ausgeschlossen. Die größte Sorge sollte aber wohl momentan eher dem überschwänglichen Optimismus der Anleger gelten. Wer auch diesen Dip unbedingt kaufen möchte, sollte seine Risiko-Kontrolle noch engmaschiger als normal üblich betreiben. Trades ohne engen Stopp sind für mich ab jetzt tabu!

Aurubis und Salzgitter – Hop oder Top

Auch wenn die Aktie heute EX-Dividende handelt, sollte man den Abschlag bei Aurubis ernst nehmen. Nicht nur die aktuelle Nachrichtenlage sondern auch die charttechnische Situation mahnt hier nun deutlich zu erhöhter Vorsicht. Ich bin vor einigen Wochen eigentlich davon ausgegangen dass der Tiefpunkt der Aktie erreicht wurde. Die neuerliche Schwäche und der Kursverlauf in den letzten Wochen, lassen mich aber inzwischen an dieser etwas zu optimistischen Einschätzung stark zweifeln.

Europas größte Kupferhütte leidet immer noch massiv unter sinkenden Metallpreisen und einigen Schwierigkeiten mit der Anlage in Hamburg, sowie einer allgemein schleppenden konjunkturellen Lage in vielen Regionen dieser Welt. Solange von dieser Seite keine nachhaltige Besserung in Sicht ist, dürfte sich auch am aktuellen Aktienkurs wohl nicht viel nach oben bewegen. Ganz im Gegenteil… hier ist inzwischen eine charttechnische Konstellation entstanden, die durchaus das Zeug hat die Aurubis Aktie zunächst noch einmal ein Stockwerk tiefer zu schicken.

Chart Dr. Copper 4 Jahre

Der Kupferpreis, s.o. – einer der besten Indikatoren für die wahre Entwicklung der Weltwirtschaft (neben all dem was uns die Politiker und Institute so präsentieren..) zeigt bislang keinerlei nennenswerte Erholungstendenz, auch wenn man momentan davon ausgehen kann, dass hier kurzfristig ein Boden gefunden sein könnte. Aber ganz klar ist, dass die momentan am Markt erzielbaren Preise für Kupfer wohl bei weitem nicht ausreichen werden um Aurubis aus dem Tal der Tränen zu holen.

Aurubis Aktie Chart langfristig

Charttechnisch sieht die Situation für Aurubis Aktionäre somit wie folgt aus: Wie man in den langfristigen Chart sehen kann, befindet sich die Aktie aktuell unmittelbar an der unteren Trendlinie. Bereits Ende letzten Jahres wurde diese verletzt, konnte aber kurzzeitig wieder zurückerobert werden. Nun stehen wir erneut vor der spannenden Frage ob diese wichtige Linie dauerhaft halten wird. Eine übergeordnete Schulter-Kopf-Schulter Formation lässt zudem befürchten dass hier im Falle des Unterschreitens dieser Linie deutlicher Abwärtsdruck aufkommen könnte.

Die hier eingezeichnete blaue Linie stellt hingegen den entscheidenden Widerstand nach oben dar, denn es zu überwinden gilt um Schlimmeres zu verhindern. Gelingt dies demnächst kann kurzfristig Entwarnung gegeben werden, gilt es hingegen nicht, steigt die Wahrscheinlichkeit für deutlich tiefere Kurse aus meiner Sicht auf über 80 Prozent. Für die Salzgitter Aktie wäre dieses Szenario dann ebenso ungünstig wie die inzwischen deutlich reduzierte Dividende, da das Unternehmen maßgeblich an Aurubis beteiligt ist.

Letztlich weiß ich also nun nicht, ob es sich um eine gute Kaufgelegenheit bei der oder den beiden Aktie handelt, oder man lieber die Reißleine ziehen sollte, wenn man bereits investiert ist. Die kommenden Tage werden es wohl zeigen…. In diesem Sinne – Hopp oder Top liebe Aurubis Aktie!

Bitcoin Besitzer vor schweren Zeiten…

Ein kurzes Update zu dem gestrigen Artikel über die „verschwundene“ Bitcoin Handelsplattform MtGox, da ich dieses Thema als äusserst wichtig erachte. Wie man inzwischen in verschiedenen unbestätigten Quellen lesen konnte, gibt es offenbar einen Krisenplan bei MtGox um einer drohenden Pleite entgegen zu treten. Aus den Dokumenten geht u.a. hervor, dass Hacker über einen langen Zeitraum hinweg nun insgesamt 740.000 Bitcoins entwendet haben sollen, ohne dass dies vom Betreiber der Handelsplattform bemerkt wurde. Was schon immer von Bitcoin Skeptikern befürchtet wurde könnte nun also tatsächlich eingetreten sein. Der Digitale Bankraub in seiner reinsten Form.

Wie es in einigen Berichten heißt, stehen bei MtGox nun aktuelle Vermögenswerte in Höhe von 32 Mio. US-Dollar und rund 2.000 Bitcoins den Verbindlichkeiten in Höhe von 55 Mio. US-Dollar und weiteren ca. 350 Mio. US-Dollar durch die 740.000 gestohlene Bitcoins gegenüber. Keine guten Vorgaben für die Betreiber der Plattform möchte man meinen, und noch viel schlechter für die Gläubiger bzw. (ehemaligen) Bitcoin Besitzer! Ob das veröffentlichte interne Dokument von MtGox allerdings echt ist kann ich nicht beurteilen und wurde bislang auch nicht bestätigt.

MtGox will nun offenbar erst am 1.April dieses Jahres unter leicht geändertem Namen einen Neustart wagen. Ob das gelingen wird ist aus meiner Sicht äusserst fraglich, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten werden. Interessant wird aber in jedem Fall die Aufarbeitung dieser ersten schweren Krise, der zuvor hochgelobten Internet-Währung sein. Wie konnte es zu diesem vermeintlichen Betrug kommen, und waren dann eventuell auch Insider beteiligt? Somit stellt sich am Ende natürlich auch die spannende Frage, ob es einfach so möglich ist nahezu jede x-beliebige Plattform mit dem nötigen technischen Wissen, auszurauben?

Bitcoin Besitzer die aktuell nicht betroffen sind, dürften ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengegend verspüren und ich gehe davon aus dass der Schaden für den Bitcoin , unabhängig von einer baldigen und umfassenden Aufklärung, groß sein wird. Sollten sich die Berichte bestätigen, würde das Hauptargument Sicherheit wohl wegfallen und die neue Währung könnte ganz schnell zum Spielball der Zocker werden und deutlich an Akzeptanz verlieren. Zur Zeit sind die führenden Anbieter Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China in einer gemeinsamen Erklärung um Schadensbegernzung bemüht und werben für Vertrauen in die Kryptowährung, um genau das zu verhindern…!

Wer Bitcoins handeln, aber nicht dauerhaft besitzen möchte, findet nach wie vor HIER eine interessante Alternative!

Lanxess – Das war übel

Gerade sah es so aus als könne die Lanxess Aktie nach oben ausbrechen, da erreicht schon wieder eine neue Hiobsbotschaft den Markt. Durch Veränderungen im Wettbewerbsumfeld mussten im vierten Quartal Sonderabschreibungen in Höhe von 257 Millionen Euro vornehmen, was ein negatives Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2013 zur Folge hat. Der Spezialchemie-Konzern erwartet nun einen Verlust in Höhe von 159 Millionen Euro für 2013. Die Dividende für das Jahr soll nun auf 0,50 Euro (unter einem Prozent) um die Hälfte gekürzt werden.

Was die ganze Situation so unerfreulich macht ist das der Aktienkurs unmittelbar nach der Veröffentlichung dieser Meldung deutlich in den Keller gerauscht ist und somit wohl die meisten Stopps ausgelöst wurden. (Auch meiner!) Die spannende Frage ist nun ob es sich bei dieser Bewegung nur um einen vorübergehenden Kursrutsch gehandelt hat, der wieder einmal einigen Investoren einen günstigen Einstieg verschafft, oder aber  ob diese Bewegung nun nachhaltig zu deutlich geringeren Aktienkursen führen wird? Für heute war es wohl mal wieder der Weg des maximalen Schmerzes.

Lanxess Aktie Chart Analyse

Eine abschließende Aussage lässt sich hier noch nicht treffen, auch wenn es ganz klare Anhaltspunkte dafür gibt ab welchem Punkt dieser Rücksetzer wieder richtig negativ wird. Das Unterschreiten der hier eingezeichneten roten Linie wäre für mich ein solch deutliches Warnsignal. Fällt dann auch noch die grüne Linie muss man wohl davon ausgehen, dass sich der Aktienkurs noch einmal in die Nähe der zuletzt gesehenen Tiefstände bewegen wird. Einen Test der grünen Abwärtstrend-Linie halte ich in jedem Falle nun für sehr wahrscheinlich.

Grundsätzlich empfinde ich auch die heutige Meldung als einen gewissen Vertrauensbruch den Aktionären gegenüber, nachdem zuletzt immer wieder eher positive Kommentare seitens des Unternehmens zu lesen waren. Aus charttechnischer Sicht haben wir heute ein starkes Verkaufssignal gesehen. Die nun spontan beschlossene Dividendenkürzung könnte zusätzlichen Druck gen Süden mit sich bringen. Ich bleibe somit an der Seitenlinie und werde mir die tatsächlichen Ergebnisse des Chef-Wechsels wohl erst einmal in Ruhe anschauen. Mal sehen ob die Vorschusslorbeeren für die Lanxess Aktie tatsächlich gerechtfertigt waren..!?

Bitcoins – Handelsplattform MtGox und der Chef verschwunden

Für Bitcoins wird die Luft nun immer dünner. Die Zweifler sollten – zumindest aus heutiger Sicht – wohl Recht behalten. Grund für diese Annahme ist, neben den kürzlich Ausfällen der Handelsplattformen MtGox und Bitcoin.de, das der Kurs dieser neuen Währung zuletzt geradezu dramatisch eingebrochen ist. Sie erinnern sich vielleicht, ich hatte im November über den massiven Anstieg der Alternativwährung berichtet, aber auch davor gewarnt sich hier zu sehr zu engagieren, bzw. lieber mittels Optionen die man jederzeit wieder abstoßen kann, auf die Kursentwicklung zu spekulieren. Wie das genau geht können Sie ggf. unter den hier verlinkten Artikeln noch einmal nachlesen.

Seit dem massiven Höhenflug der Internetwährung in den letzten Monaten des Jahres 2013 ist der Bitcoin nun aber inzwischen wieder deutlich unter Druck gekommen. Der massive Anstieg auf über 1.000,- Euro je Bitcoin fand sein Ende kurz vor Weihnachten. Seitdem bröselt der Umrechnungskurs nun weiter vor sich hin. Heute müssen nur noch 440,- Euro für den Internet-Dollar aufgewendet werden, doch die Zeichen für einen weiteren Verfall der neuartigen Währung stehen nicht schlecht.

Denn, vor kurzem erreichte mich die Meldung dass die Bitcoin-Handelsplattform MtGox plötzlich aus dem Internet verschwunden ist. Ob es sich hierbei um einen technischen Fehler, einen Hacker Angriff oder über einen riesigen Betrugsfall handelt, kann noch nicht eindeutig beurteilt werden. Die Tatsache aber dass auch der  Chef Mark Karpeles angeblich zusammen mit der Internetseite verschwunden sein könnte, lässt aber Schlimmstes erahnen. Ein freundlicher Gruß des Chefs auf der ansonsten nun weißen Homepage und mit der Angabe er sei immer noch in Japan und arbeite hart an den Problemen, hilft da auch nicht wirklich weiter!

Um zu verdeutlichen wie volatil Bitcoins tatsächlich sind, habe ich ihnen Hier einmal der längerfristige Chart beigefügt, um die „Schwankungsbreite“ etwas zu verdeutlichen. Man achte auf die langen roten Kerzen! Wohl dem der seit Anfang an dabei war und die Gewinne realisiert hat.

Bitcoin Chart langfristig

In jedem Falle zeigen die Ereignissse um MtGox aber, dass der Bitcoin keinesfalls so sicher ist wie man uns immer glauben machen will. Weder die Währung ansich kann man bei den Kursschwankungen als stabil bezeichnen, noch schafft die Instabilität der führenden Handelsplattformen das nötige Vertrauen für eine solide Währung. Dass nun mit MtGox eine der führenden Plattformen in dem Verdacht steht die Gelder veruntreut zu haben dürfte der Sache ebenfalls nicht dienlich sein. Das Vertrauen in den Bitcoin wurde durch die MtGox-Geschichte bis auf Weiteres nachhaltig beschädigt.

Wer also seine Gewinne mit Bitcoins noch sichern will, der muss nun eventuell schnell handeln oder darauf hoffen dass sich die Lage wieder beruhigen wird. Eventuell braucht man hier nun aber einen sehr langen Atem, bzw. muss sich vorübergehend von dem Gedanken verabschieden, dass der Bitcoin demnächst wieder beim 1.000,- Euro notieren wird. Mein Fazit bleibt somit das selbe wie schon vor einigen Monaten: Sinnvoller als den Bitcoin selber mühsam über die einschlägigen (und teilweise offenbar nicht sicheren!) Plattformen zu handeln, ist die kurzfristige Spekulation auf Kursveränderungen mit Instrumenten die sie jederzeit per Knopfdruck wieder in reales Geld verwandeln können.




Das Thema alternative Währungen bleibt grundsätzlich sehr spannend. Ich halte die Grundidee, eine Währung zu schaffen, die völlig unabhängig von den Notenbanken ist, auch heute noch für grundsätzlich gut und interessant. Lassen Sie sich jedoch nicht dazu verleiten einen zu großen Anteil ihres Vermögens in eine solche Alternativwährung zu stecken, bevor sich diese wirklich am Markt etabliert hat.

Dürr – Erste Kratzer im Lack?

Der Maschinenbauer Dürr hat heute die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 vorgelegt. Die Stuttgarter haben die selbst gesteckten Ziele beim Auftragseingang und Umsatz, dank eines erfolgreichen Abschlussquartals, erreicht, wobei der Auftragseingang in den letzten drei Monaten leicht auf 589,6 Millionen Euro zurück ging. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 8,2 Prozent auf 660,8 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz für das Geschäftsjahr konnte somit noch geringfügig auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert werden, während beim EBIT ein Zuwachs von 14,8 Prozent auf 203 Millionen Euro verbucht werden konnte. Der Gewinn legte um mehr als ein Viertel auf 140,9 Millionen Euro zu.

Insbesondere die stärkere Nachfrage in Nord- und Südamerika trugen dazu bei, dass die zuvor gesteckten Ziele erreicht werden konnten, während der europäische Markt weiterhin schwächelt. Auf die Emerging Markets entfiel sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz ein stattlicher Anteil von über 50 Prozent. Die Eigenkapitalquote nahm von 23,9% auf 25,7% zu. Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet der Konzern nun einen Auftragseingang zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. EUR und einen Umsatz zwischen 2,4 und 2,5 Mrd. EUR. Die EBIT-Marge soll auch weiterhin bei 8,0 bis 8,5% liegen.

Insgesamt also ein Zahlenwerk bei dem man wirklich nicht meckern kann. Der Markt hatte sich allerdings hier wohl etwas mehr erhofft und schickt die Aktie heute auf Talfahrt. Der eher verhaltene Ausblick auf das laufende Jahr, ebenso wie der weitere Ausbau von Produktionskapazitäten in den Emerging Markets und die Modernisierungs-Investitionen in bestehenden Werken verunsichern die Anleger. Der Lackieranlagen-Spezialist setzt insbesondere auf einen anhaltenden Ausbau der Autoproduktion in Schwellenländern, was das Ergebnis auch weiterhin belasten könnte, nachdem bereits im Geschäftsjahr 2013 kräftig investiert wurde.

Die prognostizierten Umsätze und Gewinne für das Geschäftsjahr 2014 lassen auf den ersten Blick somit wenig Spielraum für weitere Kurssteigerungen. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass sich die getätigten Investitionen langfristig deutlich auszahlen dürften. Grundsätzlich ist die Aktie in den letzten Monaten extrem gut gelaufen und auch nicht mehr ganz billig. Ein Rücksetzer bis in den Bereich um die 54,- Euro halte ich auch aus charttechnischer Sicht nun für durchaus möglich. Dieser sollte dann aber, unter langfristigen Gesichtspunkten, einen guten Wiedereinstieg in die Dürr Aktie ermöglichen- wenn der Gesamtmarkt dann noch mitspielt!

VW und Porsche – War es das jetzt?

Die Aktien der VW-Familie sind heute kräftig unter Druck. VW und Porsche Vorzugsaktien verlieren im frühen Handel knapp sieben Prozent. Die Gründe für diesen deutlich negativen Kursverlauf sind vielschichtig und sollten in der allgemeinen Börsen-Euphorie keinesfalls unbeachtet bleiben…

Steuereffekte, verhaltener Ausblick

Der VW Konzern hatte 2013 ein hervorragendes Jahr, in dem das bisher beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet wurde. Möglich wurde dieser neue Rekord nicht zuletzt auch die Porsche Zahlen, die inzwischen in die Bilanz des Mutterkonzerns einfließen. Leider sind mit der Übernahme aber auch immer noch negative Steuereffekte verbunden die das Ergebnis belasten. Ausschlaggebend für den massenhaften Verkauf der Aktien dürfte aber letztlich wohl der eher schwache Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gewesen sein. Der Konzern erwartet für 2014 nur noch einen Umsatz von 191 bis 203 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 10,5 bis 13,2 Milliarden Euro, was deutlich unter den Konsensschätzungen liegt.

Scania Übernahme, Kapitalerhöhung

Volkswagen ist bereits seit dem Jahr 2000 an Scania beteiligt und hält inzwischen insgesamt 89,2 Prozent (direkt und indirekt) der Stimmrechte und 62,6 Prozent des Kapitals an dem Nutzfahrzeugunternehmen. Die Scania Komplettübernahme soll nun massiv vorangetrieben werden. VW will den schwedischen LKW-Hersteller nun ganz übernehmen und ist bereit den Altaktionären einen kräftigen Bonus von 50 Prozent zu bezahlen, um zunächst auf 90 Prozent der Anteile zu kommen. Die ganze Übernahme kosten dann knapp 7 Milliarden Euro. Die VW Aktionäre bezahlen diesen Schritt mit einer Kapitalerhöhung in Höhe von 2 Milliarden Euro.

Dividende wird erhöht

Um die heute vielleicht etwas in Wallung gekommenen Gemüter zu beruhigen (und natürlich um die Aktionäre an dem tollen Erfolg des Unternehmens zu beteiligen!) will man bei VW nun die Dividende anheben. Angesichts einer gleichzeitig geplanten Kapitalerhöhung, obwohl der Konzern finanziell gut dasteht, dürfte dies aber nur ein kleines Trostpflaster für die Anteilseigner sein. Ausserdem steht aus meiner persönlichen Sicht nun wohl zu befürchten, dass auch nach diesem Rekordjahr der Mitarbeiter-Bonus wieder unverhältnismäßig hoch ausfallen wird…!

Analysten senken den Daumen

Fachleute sind sich größtenteils einig darüber, dass der Kaufpreis für die Scania Anteile viel zu hoch ist und der Ausblick zu schwach war. Von „enttäuschenden Zielen für 2014“ bis „schwacher Ausblick“ oder „kostspielige Übernahme“ war heute alles zu lesen und das dürfte nicht ohne Wirkung auf den Aktienkurs in den nächsten Tagen oder Wochen bleiben. Viele Analysten haben ihre Kursziele und Erwartungen schlagartig nach unten revidiert. Insgesamt kann man sagen dass der Konsens der Beobachter nun eher bei „halten“ als „kaufen“ liegt. Die UBS prescht heute mit dem ersten „SELL“ Rating hervor und senkt das Kursziel für die VW Vorzugsaktie auf 180,- Euro. Es steht zu befürchten, dass andere Analystenhäuser diesem Beispiel demnächst folgen werden.

Während also einige Privatanleger nun wieder selbstverständlich davon ausgehen werden, dass sich der Aktienkurs erneut in Richtung der 200,- Euro Marke, oder darüber bewegen wird, dürften viele institutionelle Anleger langsam etwas vorsichtiger werden und ihre Rechenmodelle noch einmal überarbeiten. Auch ich hatte ja auch bereits vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass der Super-Zyklus für einige Autobauer allmählich sein Ende finden könnte. Währungseffekte spielen hier mittelfristig ebenso eine Rolle wie die abnehmenden Wachstumsraten in China oder aber auch die nach wie vor bestehenden Problemen auf dem amerikanischen Markt.

Insgesamt bleibt also erneut festzuhalten, dass VW/Porsche Anleger sich inzwischen auf etwas dünnerem Eis bewegen. Die Aktie dürfte, mit diesen Vorgaben, in den kommenden 12 Monaten nicht mehr zwingend zu den Dauerläufern im DAX gehören, ebenso wie die Porsche Aktie, die schon ordentlich gelaufen ist. Es ist also möglicherweise an der Zeit sich ein anderes Plätzchen für die kurzfristige Vermehrung des eingesetzten Kapitals zu suchen. Denn sowohl die Nachrichtenlage als auch die Charttechnik mahnen hier nun zu etwas mehr Vorsicht.

Dialog Semiconductor – Vor dem Short-Squeeze?

In den letzten beiden Tagen habe ich mich einmal mehr intensiv mit der Aktie von Dialog Semiconductor beschäftigt. Die Price Action war schon etwas „auffällig“ und auch das Ganze Drumherum sprach meiner Ansicht nach eher dafür dass der Kurs noch einmal gedrückt wird, bevor dann ein kräftiger Bounce erfolgt. Einer der Gründe für diese These war, dass die Hedgefonds die sich zuletzt kräftig auf der Short-Seite positioniert haben ihre Positionen nun reduzieren. Und selbstverständlich werden diese Player versuchen dies zu einem möglichst günstigen Preis zu tun.

So z.B. AQR Capital Management, deren Leerverkauf inzwischen von 3 auf nunmehr 1,5 Prozent der Dialog Aktien geschrumpft ist. Die leichte Verunsicherung durch den verhaltenen Ausblick auf das kommende Quartal hat man sozusagen als Steilvorlage genutzt um die Position noch einmal deutlich zu reduzieren. Zudem war das Orderbuch nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen mal wieder äusserst interessant und brachte mich zu dem Verdacht, dass hier einige Adressen, wegen der ansonsten hervorragenden Zahlen, nun kalte Füsse bekommen werden. Mit relativ kleinen Orders wurde der Kurs Cent um Cent nach unten gedrückt in der Hoffnung man könne den Titel unter die wichtige 15,- Euro Marke drücken…

Dialog Aktie Chart mit Trendkanal

Gelungen ist dies aber nicht, da der Markt kräftig dagegen gehalten hat. Wären die Shorties hier erfolgreich gewesen, hätte dies unter Umständen aus charttechnischer Sicht großen Schaden angerichtet. Denn wenn die Aktie den hier eingezeichneten Trend nach unten verlässt, bestünde deutlicher Spielraum für weitere Kursverluste. Bereits vor Kurzem wurde ein solcher Versuch unternommen, wie man unschwer im Chart erkennen kann. Auch dieser ist letztlich gescheitert, war aber zwischenzeitlich doch sehr bedrohlich. Grundsätzlich bleiben, mit diesen beiden gescheiterten Angriffen der Shorties, die Chancen auf der Oberseite also besser.

Gestern hat die Aktie den mittelfristigen Trend mustergültig verteidigt und drehte wieder nach oben. Dieser Trend wird heute mit einem kräftigen Kursplus von über drei Prozent fortgesetzt. Die Hedgefonds Oxford Asset Management, AKO Capital LLP und Marshall Wace LLP halten noch weitere nennenswerte Short-Positionen. Gelingt nun dennoch der Sprung über die Marke von 16,20 Euro dann wird die Luft für diese Shorties wirklich dünn. Ein Short-Squeeze, der die Dialog Aktie bis in den Bereich um die 18,- Euro steigen lässt, wäre wohl die Folge. Wie bereits mehrfach hier erwähnt bleibt die Aktie einer der interessantesten Kandidaten für das Jahr 2014. Kurzfristig kann es im Kampf zwischen Bullen und Bären durchaus noch einmal spannend werden, mittelfristig winken höhere Kurse im Bereich zwischen 20,- und 25,- Euro.

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