Dialog Semiconductor – Vor dem Short-Squeeze?

In den letzten beiden Tagen habe ich mich einmal mehr intensiv mit der Aktie von Dialog Semiconductor beschäftigt. Die Price Action war schon etwas „auffällig“ und auch das Ganze Drumherum sprach meiner Ansicht nach eher dafür dass der Kurs noch einmal gedrückt wird, bevor dann ein kräftiger Bounce erfolgt. Einer der Gründe für diese These war, dass die Hedgefonds die sich zuletzt kräftig auf der Short-Seite positioniert haben ihre Positionen nun reduzieren. Und selbstverständlich werden diese Player versuchen dies zu einem möglichst günstigen Preis zu tun.

So z.B. AQR Capital Management, deren Leerverkauf inzwischen von 3 auf nunmehr 1,5 Prozent der Dialog Aktien geschrumpft ist. Die leichte Verunsicherung durch den verhaltenen Ausblick auf das kommende Quartal hat man sozusagen als Steilvorlage genutzt um die Position noch einmal deutlich zu reduzieren. Zudem war das Orderbuch nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen mal wieder äusserst interessant und brachte mich zu dem Verdacht, dass hier einige Adressen, wegen der ansonsten hervorragenden Zahlen, nun kalte Füsse bekommen werden. Mit relativ kleinen Orders wurde der Kurs Cent um Cent nach unten gedrückt in der Hoffnung man könne den Titel unter die wichtige 15,- Euro Marke drücken…

Dialog Aktie Chart mit Trendkanal

Gelungen ist dies aber nicht, da der Markt kräftig dagegen gehalten hat. Wären die Shorties hier erfolgreich gewesen, hätte dies unter Umständen aus charttechnischer Sicht großen Schaden angerichtet. Denn wenn die Aktie den hier eingezeichneten Trend nach unten verlässt, bestünde deutlicher Spielraum für weitere Kursverluste. Bereits vor Kurzem wurde ein solcher Versuch unternommen, wie man unschwer im Chart erkennen kann. Auch dieser ist letztlich gescheitert, war aber zwischenzeitlich doch sehr bedrohlich. Grundsätzlich bleiben, mit diesen beiden gescheiterten Angriffen der Shorties, die Chancen auf der Oberseite also besser.

Gestern hat die Aktie den mittelfristigen Trend mustergültig verteidigt und drehte wieder nach oben. Dieser Trend wird heute mit einem kräftigen Kursplus von über drei Prozent fortgesetzt. Die Hedgefonds Oxford Asset Management, AKO Capital LLP und Marshall Wace LLP halten noch weitere nennenswerte Short-Positionen. Gelingt nun dennoch der Sprung über die Marke von 16,20 Euro dann wird die Luft für diese Shorties wirklich dünn. Ein Short-Squeeze, der die Dialog Aktie bis in den Bereich um die 18,- Euro steigen lässt, wäre wohl die Folge. Wie bereits mehrfach hier erwähnt bleibt die Aktie einer der interessantesten Kandidaten für das Jahr 2014. Kurzfristig kann es im Kampf zwischen Bullen und Bären durchaus noch einmal spannend werden, mittelfristig winken höhere Kurse im Bereich zwischen 20,- und 25,- Euro.

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19 Comments

  1. Pingback: Dialog Semiconductor – Wann kommt der Ausbruch? | Investors Inside

  2. Sascha said:

    Hallo Lars,

    wie interpretierst Du die vielen viele Insider-Verkäufe heute und am Freitag?

    Gruße, Sascha

    • Lars said:

      Hallo Sascha,

      ganz kurz weil ich heute anderweitig etwas eingespannt bin…die Verkäufe muss man natürlich erst einmal in diesem Umfang negativ bewerten, allerdings weiß man immer nicht welche persönlichen Motive hier zugrunde liegen. Letztlich zählt hier nun aber auch, dass diese Verkäufe von den restlichen Marktteilnehmern offenbar gut verdaut werden. Man sollte also die Nachrichtenlage um Dialog, Samsung, Apple, etc. nun etwas engmaschiger beobachten, aber keinesfalls umgehend in Panik verfallen. Grundsätzlich traue ich der Aktie noch so einiges zu…

      Gruß, Lars

  3. Sascha said:

    Hallo Lars,

    eine theoretische Frage zum Short Squeeze:

    Muss sich ein Marktteilnehmer, der einen Basiswert leer verkauft bis zu einem bestimmten Termin mit dem Basiswert eindecken? Können entgegen den Erwartungen laufende Short-Positionen einfach „ausgesessen“ werden? Oder anders gefragt: Wo liegen die okönomischen Zwänge für diejenigen Marktteilnehmer, die shorten aber dann mit steigenden Kursen konfrontiert werden?

    • Lars said:

      Hallo Sascha,

      ich hoffe Du verzeihst aber die Beantwortung der Frage könnte Bücher füllen und ist somit nicht so einfach zu geben. Es hängt auch davon ab mit welchem Instrument man Leerverkäufe tätigt… Ich empfehle hier dann doch, dass Du Dir zu diesem äusserst komplexen Thema etwas Fachliteratur besorgst. 😉

      Gruß, Lars

  4. Micha said:

    Abend… wie hieß nochmal das kürzlich empfohlene Buch zur Chartanalyse Lars? Finde den Post nicht mehr. 🙁

    • Lars said:

      Hi Micha,

      vielleicht meinst Du das große Buch der Markttechnik?? Bin mich auch nicht mehr sicher…

      Gruß
      Lars

      • Micha said:

        Jaaa, genau das war es glaube. danke

  5. Micha said:

    Moin Männers,

    danke für die hilfreiche Frage bzw. Rückinfo. Ich bin verfolge das Geschehen hier zwar seit rund einem Jahr, habe es bislang aber noch nicht zur Rubrik „Nützliches“ geschafft und mir war bis heute nicht bewusst, dass dies im Bundesanzeiger einsehbar ist (obwohl ich da mehrfach wöchentlich unterwegs bin). 😀

    Mal eine ganz andere Frage am Rande. Was haltet Ihr aktuell von Südzucker? Bodenbildung scheint ja bei knapp über 18 EUR vollzogen und die Dividende von rund 4% ist doch recht ordentlich. Habe mir eben auch mal den Bericht der letzten drei Quartale (abw. WJ) angeschaut und das kann sich mE durchaus sehen lassen. Der Gewinn liegt zwar unter dem VJ-Niveau, aber die Bilanz wirkt doch überaus solide (EK-Quote > 50 % und rel. geringe langfr. Vbk.). Sollte man sich hier auf die lauer legen?

    Zudem eine weitere Frage. Gibt es ein Programm oder dergleichen mehr indem man recht simple & zeitnah sehen kann bzw. ein Info bekommt, wenn das Handelsvolumen einer Aktie deutlich über dem Durchschnitt liegt? Z.B. wenn eine Aktie mit 300.000 Stk. täglich an Börse XY gehandelt wird und man sagt dem Programm z.B. bitte kurze Info wenn Stk.zahl > 600.000 oder sowas in der Richtung. ^^

    LG

    • Lars said:

      Moin Micha,

      zu Deiner ersten Frage… Ich hatte Südzucker nach dem Absturz, bin dann aber wieder mit Gewinn ausgestoppt worden. Grundsätzlich finde ich die Aktie sehr interessant. Allerdings muss man wohl auch die Entwicklung am Zuckermarkt insgesamt im Auge behalten. Beides, die Aktie und der Zucker, zeigen Tendenzen einer Bodenbildung. Die kürzlich verhängte Strafe gegen das Zucker-Kartell wird aber wohl ihre Spuren im nächsten Quartalsbericht hinterlassen, sodass ich erst einmal nicht davon ausgehe das es hier nun schnell nach oben geht. Eine leichte Erholung ist aber durchaus drin und 18,- Euro werden wohl nicht mehr unterschritten.

      Die Aktie gehört auf die Watchlist.

    • Lars said:

      Zur Frage zwei… da gibt es schon ein paar Tools mit denen man solche „Unregelmäßigkeiten“ ausfiltern kann. Für den US Markt taugt da u.a. der Screener von Finviz.com. Aber auch die Übersicht „Selling on Weakness“ und „Buying on Strengt“ sind durchaus interessant. Findest Du auch in den Links hier unter „US Money Flows“ 😉

    • Lars said:

      Moin Micha,

      noch eine kurze Anmerkung zur aktuellen Entwicklung beim Zucker. Der Preis hat nun definitiv auf der kurzen Ebene nach oben gedreht. Das sieht gar nicht mal so schlecht aus 😉 Aktuell 16,77 Dollar, über 17 wird’s bullish, über 18,15 Dollar dann Ausbruch. Unbedingt beobachten

  6. Sascha said:

    Hallo Lars,

    danke für die zügige Antwort. Der Bundesanzeiger ist eine tolle Quelle, direkt gespeichert. Gibt es für US-Titel, z.B. die lieben Goldminen, auch ein solches Verzeichnis?

    Zu Dialog:
    AKO Capital LLP hat seit Juli 2013 eine Short-Position auf nun ca. 3% des Aktienbestandes aufgebaut. Insgesamt sind ca. 5% der Aktien als Leerverkäufe bei den Hedgefonds. Wie bestimmst Du die 16,20er-Marke für den Short Squeeze?

    Und noch eine vielleicht banale Frage: Morgan Stanley äußert sich sehr negativ, ergo: Die sind auch short investiert?
    HSBC dagegen Kursziel 19€, ergo: Die sind long investiert?

    • Lars said:

      Hallo Sascha,

      „Und noch eine vielleicht banale Frage: Morgan Stanley äußert sich sehr negativ, ergo: Die sind auch short investiert?
      HSBC dagegen Kursziel 19€, ergo: Die sind long investiert?“ So in etwa stelle ich mir das vor. Es gibt da noch einige Analysten die deutlich optimistischer sind und ebenfalls Kursziele bis zu 25,- Euro sehen 😉

      Für den US Markt habe ich eigentlich nur die Seite von GuruFocus für Dich, die allerdings kostenpflichtig ist wenn man das ganze Programm haben will. Hier werden alle Depotveränderungen der großen Fondsmanager aufgezeigt.

      Die 16,20 er Marke ergibt sich aus der Tassen-Formation, die ich im Chart eingezeichnet habe, und die natürlich auch die Kaufprogramme der großen Investoren sehen und handeln. Sprich bei einem Überschreiten ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass hier massiv Geld einfließt.

      Sollte es so kommen, wäre das Kursziel aus dieser Bewegung – rein rechnerisch – sogar bei 19,- Euro. Allerdings gehe ich davon aus dass hier der Trendkanal bereits bei 18,- Euro etwas bremsen könnte…

      Gruß, Lars

  7. Lars said:

    …noch eine kleine Anmerkung zum heutigen Handel der Dialog Aktie. Es dürfte wohl kein Zufall sein, dass Morgan Stanley und JPMorgan sich heute etwas verhalten zur Aktie äussern 😉 währen alle anderen eher deutlich bullish sind.

    Man darf gespannt sein wie sich dieser Analysten-Knoten auflösen wird.

  8. Sascha said:

    Hallo Lars,

    zunächst muss ich Dir für ein großes Lob für Deinen Blog aussprechen. Überragend! Ich lese alles von Dir.
    Auf meinem langen Weg zum Verständnis der Finanzmärkte bin ich regelmäßig auf’s Neue überrascht, woher Du bestimmte Informationen nimmst und wie tiefgehend die Infos sind. Woher weißt Du zum Beispiel, welche Hedgefonds in Dialog investiert sind, in welche Richtung Sie den Kurs lenken wollen, ab welchem Kurs es eng wird usw.?

    • Lars said:

      Hallo Sascha,

      und herzlich willkommen hier im Blog (…auch wenn Du schon länger dabei bist 😉 ) Diese Frage lässt sich relativ einfach beantworten. Ich habe hier auf der Seite einige hilfreiche Links für die Leser integriert, die man eigentlich täglich einmal durchsehen sollte. Unter anderem findest Du in der Sidebar relativ weit unten unter „Nützliches“ den Link Leerverkäufe, der auf den Bundesanzeiger verweist wo solche Transaktionen veröffentlicht werden müssen.

      Da es sich um Leerverkäufe handelt ist die gewünschte Richtung der Investierten grundsätzlich klar. Interessant ist aber die jeweilige Veränderung der Position, die Du einsehen kannst, wenn Du auf die Historie der jeweiligen Aktie klickst. Wenn Du dann noch in dem Suchfeld den Namen der Aktie eingibst, erhältst Du alle relevanten Short-Positionen, bzw. Leerverkäufer und kannst dann auch die Positionsgrößen einsehen.

      Ich hoffe die Erklärung hat Dir geholfen und möchte mich ganz herzlich bei Dir für Dein schönes Feedback bedanken.

      viele Grüße, Lars

  9. Pingback: Kleine Presseschau vom 21. Februar 2014 | Die Börsenblogger

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