Author Archives: Lars

Alles nur Window Dressing?

Trotz durchweg guter Konjunkturdaten wurden die kurzfristigen Gewinn an der Walls Street wieder abverkauft, und genau dieser Umstand mahnt mich zur Vorsicht. Die besser als erwartet ausgefallenen US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe kündigten bereits um 14:30 Uhr unserer Zeit an, dass es ein positiver Handelstag werden könnte. Kurz darauf folgte dann die Veröffentlichung des US-BIP welches ebenfalls mit 1,70% etwas besser ausfiel. Der Chicago Einkaufsmanager Index der dann gegen 16:00 Uhr veröffentlicht wurde konnte ebenfalls von 56,70 auf 60,40 Punkte zulegen, und präsentierte sich damit deutlich stärker als dies von den Marktteilnehmern erwartet worden ist. Soweit so gut könnte man meinen, und sich dementsprechend entspannt zurück lehnen…

Doch wie so oft lehrt die Börse einen, dass es eben selten Phasen gibt in denen man sich entspannt zurück lehnen kann. Die kurz darauf einsetzenden Bewegungen an den US Börsen waren zumindest nicht das was ich dann erwartet hatte. Der S&P konnte kurzzeitig endlich die Marke von 1.150 Punkten nach oben überwinden, und hätte sich nun theoretisch in Richtung 1.182 Punkte aufmachen sollen, ebenso wie der Dow Jones die 11.000 Punkte Marke bald erreichen sollte. Der Dax ist zum wiederholten Male an der 6.335 Punkte Marke gescheitert und exakt dort wieder nach unten abgedreht. Alles nicht unbedingt Zeichen für einen guten Wochenausklang, zumal heute weitere sensible Konjunkturdaten anstehen.

Die Theorie, dass es sich hier lediglich um Window Dressing handeln könnte scheint mir, zumindest teilweise, plausibel zu sein. Immerhin hat sich der Horrormonat September als einer der stärksten der letzten zwanzig Jahre erwiesen, somit wäre es nicht verwunderlich wenn am Quartalsende auch mal kräftig Gewinne mitgenommen werden. Dies würde aber heute dann bereits wieder fast zwangsläufig zu steigende Kursen führen, weil sich eben auch einige große Marktteilnehmer neu für das letzte Quartal des Jahres positionieren müssten. Sollte dies heute in großem Stil und unter steigenden Umsätzen passieren, wäre dies eine Bestätigung dieser Theorie, und würde vielleicht sogar die Chance auf eine Jahresendrally deutlich erhöhen.

Wenn also die heutigen Daten aus Deutschland und den USA keine größeren Enttäuschungen beinhalten, sehe ich nach wie vor eine  gute Chance auf einen nachhaltigen Ausbruch nach oben. Auch mein persönlicher Börsenkalender sagt mir, dass heute grundsätzlich ein guter Tag ist um sich in Aktien bis zum Jahresende zu positionieren. Bis 16:00 Uhr heute werden alle relevanten Konjunkturnachrichten wie Einkaufsmanager Indizes und ISM Index veröffentlicht worden sein. Danach könnte die kommende Richtung bereits klarer werden. Anschließend erwartet uns bereits wieder die Eröffnung der Bilanzsaison in der nächsten Woche. Die kommenden Tage dürften also mal wieder sehr spannend werden. Sollte hingegen heute ein erneuter Abverkauf stattfinden, muss man vorsichtig werden. Dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Rücksetzer an den unteren Rand des Aufwärtstrends deutlich.

YRC Worldwide – Stupid German Money?

Manchmal verstehe ich Börse nicht, bzw. die massenpsychologischen Phänomene die man hier jeden Tag wieder finden kann. Insbesondere bei meinen regelmäßigen besuchen in Aktienboards bin ich immer wieder überrascht wie wenig es dort eigentlich um Aktien, bzw. objektive Betrachtungsweisen geht. Viel mehr scheint dies ein beliebter Tummelplatz für Basher und Pusher zu sein. Ganz besonders fällt dies natürlich bei den sogenannten Pennystocks auf. Ich kann nur immer wieder dazu raten sich seine eigene Meinung zu bilden, und sich nicht zu sehr von den dort getroffenen Aussagen beeinflussen zu lassen. Nicht selten verfolgen die Schreiberlinge Eigeninteressen.

Warum ich das heute schreibe?..Die jüngsten Ereignisse um die Aktie des nordamerikanischen Logistikunternehmens YRCW Worldwide haben mich dazu veranlasst. Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, ob das Unternehmen einen Reverse-Split durchführen wird, oder ob man es aus eigener Kraft schaffen kann die Marke von einem Dollar wieder zu erreichen.Wenn nicht droht dem Unternehmen ein Delisting von der Nasdaq was wohl zur Folge hätte, dass die Aktie in Zukunft nur noch von Hardcore Zockern als Pinksheet hin- und her getrieben werden würde. Dies gilt es somit mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern.

Weiterhin hatte das Unternehmen noch Probleme mit der Gewerkschaft, die aber wohl gestern ebenfalls gelöst werden konnten. Es geht um Lohnkürzungen und Zahlungen an Pensionsfonds, ohne wirklich intensiver auf dieses Thema eingehen zu wollen. Nach neuesten Erkenntnissen wird das Unternehmen nun jährlich ca 350 Millionen Dollar, oder 7,30 Dollar je Aktie (nach Split) einsparen können. Eine Nachricht, also die heute durchaus auf ordentliche Kurszuwächse hoffen ließe, denn die angespannte finanzielle Situation sowie die Wettbewerbsposition des Unternehmens hat sich damit schlagartig signifikant verbessert.

Gestern wurde dann aber auch bekannt gegeben, dass das Unternehmen beabsichtigt einen Reverse-Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 25 durchzuführen, was offensichtlich einige Anleger in Deutschland verschreckt hat. Schlagartig sind auch die Zocker wieder mit von der Partie, dabei ist auch dieses Vorhaben, trotz aller Unsicherheiten über die weitere Entwicklung der Aktie, durchaus positiv zu sehen. Das hohe Umtauschverhältnis von einer neuen für 25 alte Aktien wurde wohl bewusst so gewählt, um in Zukunft die Zocker und Shorter, die eine Kurserholung in den letzten Wochen eher verhindert haben, von der Aktie fern zu halten. Bei einem Aktienkurs von über 5,- Dollar wird die Aktie für die große Schar der Glücksritter uninteressant. Ebenso dürften bei einem Reverse-Split zunächst einige Short-Positionen gedeckt werden, es ist also gut möglich, dass hier nun kräftig gecovert wird.

Alle schlechten Nachrichten dürften nun somit nun raus sein, auch wenn die Aktie sicherlich bis zur Durchführung des Reverse- Splits am Freitag noch turbulente Zeiten vor sich haben könnte, so wundere ich mich doch ernsthaft über die Reaktion deutscher Anleger auf diese Nachrichten. Mit über 20 Prozent Minus eröffnete der Handel heute in Frankfurt, und das obwohl das Unternehmen durch die neue Vereinbarung mit der Gewerkschaft nun Einsparungen in Höhe des gesamten Börsenwertes jährlich haben wird. Die Aktienzahl reduziert sich von 1.2 Milliarden Stück auf nur noch 48. Millionen, was zusätzlich deutlich mehr Ruhe in den Handel bringen dürfte.

Bleibt also am Ende die Frage ob der Spruch vom „Stupid German Money“ nicht doch stimmt. In jedem Falle dürften die nächsten Handelstage wohl die seit langem interessantesten für YRCW Aktionäre werden. Persönlich bin ich eher der Meinung, dass die jüngsten Nachrichten letztlich positiv zu sehen sind, auch wenn man mit Turbulenzen rechnen muss. Im direkten Vergleich mit der Gesamtbranche scheint YRC Worldwide deutlich unterbewertet zu sein, wenn man dem Unternehmen einen erfolgreichen Turnaround zutraut. Die Weichen dafür scheinen nun gestellt zu sein, und die Ergebnisse für das dritte Quartal stehen unmittelbar vor der Tür. Ich wünsche allen Anlegern viel Erfolg und ein glückliches Händchen bei Ihren Entscheidungen.

Trading Update Roth und Rau, Phoenix Solar

Es ist an der Zeit mal wieder einen etwas genaueren Blick auf die deutschen Solarwerte zu werfen. Nachdem heute Nacht einige der chinesischen Branchenkollegen charttechnisch nach oben ausgebrochen sind, gehe ich davon aus, dass sich auch die Stimmung für deutsche Solartitel in den kommenden Tagen wieder etwas aufhellen könnte. Trina Solar, LDK, Suntech und Yingli Green haben es vorgemacht, und können heute allesamt ordentlich um mindestens fünf Prozent zulegen. Ob nun die Nachrichtenlage aus Europa dazu geführt hat, oder ob es sich hierbei einfach um einen Sektorenwechsel handelt werden wir wohl in den nächsten Tagen sehen. Fest steht, dass der Abverkauf einiger Solarwerte auch hierzulande, zumindest unter klassischen Berwertungkriterien, einigermaßen übertrieben erscheint.

Vor kurzem hatte ich über Roth und Rau berichtet, die ich grundsätzlich für sehr interessant halte, ebenso wie die Aktie von Centrotherm. Mit knapp unter 18,- Euro hat die Aktie von Roth und Rau nun wieder ein sehr interessantes Niveau erreicht. Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass es hier noch ein Stückchen tiefer gehen könnte. Die Nachrichtenlage sowie der Chart veranlassten mich aber gestern bereits eine erste Position bei dem Anlagenbauer aufzubauen. Nicht minder interessant finde ich auch die Aktie von Phoenix Solar. Der Projektierer musste in der letzten Zeit schwere Abschläge in der Bewertung hinnehmen. Die kürzlich getätigten Insider Verkäufe haben ebenfalls nicht unbedingt zur Vertrauensbildung beigetragen. Dennoch lässt sich im Chart eine deutliche Unterstützung bei 26,50 Euro erkennen, die ich heute für einen Einstieg in die Aktie genutzt habe.

Ich möchte betonen, dass ein Engagement in Aktien momentan mit erhöhten Risiken, aber auch guten Chancen verbunden ist. Der Markt hat sich immer noch nicht entscheiden, in welche Richtung es nun gehen soll. Persönlich tendiere ich eher zu dem Szenario, dass die enge Seitwärtsbewegung im Dax demnächst nach oben aufgelöst werden könnte, und wir somit neue Jahreshöchststände sehen dürften. Allerdings steht uns Börsianern heute noch ein sehr bewegter Tag bevor. Die Flut an Konjunkturdaten, die uns erwarten müssen vom Markt erst einmal verdaut werden. Nur wenn keine größeren, negativen Aussetzer dabei sind dürfte der Ausbruch gelingen, um dann mit Vollgas in die Berichtssaison zu starten. Ich werde mich also vorerst nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen.

Porsche mit dem besten Ergebnis ever!!!

Der Sportwagenbauer Porsche hat heute seine endgültigen zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 bekannt gegeben. Die Geschäfte laufen wieder bombig, der Umsatz konnte somit deutlich um über 8,8 Prozent gesteigert auf 7,8 Milliarden Euro gesteigert werden. Insgesamt wurden 81.850 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert, im Vorjahr waren es „lediglich“ 75.238 Fahrzeuge. Auch Porsche Chef Macht zeigte sich erfreut über diese neuesten Entwicklungen nach einer eher unerfreulichen Zeit des Unternehmens. Die gescheiterte VW Übernahme und der etwas unrühmliche Abgang von Wendelin Wiedeking haben tiefe Spuren hinterlassen, an denen der Autobauer wohl auch noch eine Weile zu knapsen haben wird. Dennoch, die neuen Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass Porsche operativ schneller wieder zur alten Stärke zurückgekehrt ist, als die meisten Analysten dies wohl für möglich gehalten hätten. Die neue Produktpalette kommt besser den je bei den Kunden an.

Das meistverkaufte Modell war trotz des Modellwechsels im Frühjahr der Cayenne, mit 29.855 Einheiten. Hier bin ich persönlich eher von einem Rückgang der Absatzzahlen ausgegangen. Der Panamera wurde 20.615 mal verkauft, und dürfte auch in den kommenden Quartalen ein echter Kassenschlager sein. Beim guten alten 911er musste hingegen Absatzeinbußen um satte 27,4 Prozent verzeichnet werden. Verkauft wurden im letzten Geschäftsjahr nur 19.663 Fahrzeuge. Porsche setzt nun große Hoffnungen in den 911 Speedster und den 911 Carrera GTS. Beide Modelle feiern auf dem Automobilsalon in Paris Anfang Oktober ihre Weltpremiere. Wachstumsmotor war weiterhin der chinesische Markt, wo Porsche die Verkaufszahlen um fast 48 Prozent auf 11.724 Einheiten steigern konnte. Leichte Zuwächse gab es auch in Nordamerika und Europa. Wir haben unsere Position bei Porsche heute noch einmal aufgestockt!

Washington Mutual – macht JP Morgan einen Rückzieher?

Die Gerüchteküche um die insolvent gegangene US Sparkasse Washington Mutual brodelt weiter. Zuletzt sind die Umsätze in der Aktie wieder sprunghaft angestiegen und der Aktienkurs konnte auch im gestrigen Handelsverlauf noch einmal 11,5% auf 0,193 US-Dollar zulegen. Mit lediglich etwas mehr als 12 Millionen umgesetzten Stücken dürfte diese Umsatzzunahme aber nicht unbedingt als Kaufrausch bezeichnet werden. Dennoch, es gibt mal wieder Neuigkeiten.. laut dem Wall Street Journal spielt man bei JP Morgan nun laut mit dem Gedanken, das Geld, dass man für die Übernahme der ehemals größten Sparkasse der USA bezahlt hatte, zurückzufordern, ebenso wie weitere 6 Milliarden US Dollar, die als Folgekosten der Übernahme entstanden sein sollen. Angeblich hat das Investmenthaus eine entsprechende Eingabe beim Einlagensicherungsfond FDIC gemacht.

JP Morgan hat diese Gerüchte bislang noch nicht betätigt, dennoch stellt man sich die Frage was dran sein kann, an einem möglichen Rückzieher, und vor allem welche Auswirkungen dies dann für die Aktionäre haben dürfte. Die grundsätzliche Frage ist wohl eher, ob JPM überhaupt noch zurückziehen könnte, wenn man wollte. Ich halte dies für nahezu unmöglich, und wenn, dann sicherlich nicht mit einem Freifahrtschein a la „Gehe über Los und ziehe 6 Milliarden Dollar ein“ Der Verdacht liegt nahe, dass man nun, nachdem die Gegenwehr der Aktionäre stärker als erwartet ausgefallen ist, und der gesamte Sachverhalt erneut geprüft wird, offenbar seitens JP Morgan befürchtet, dass die daraus resultierenden Forderungen, extrem hoch sein könnten. Beträge von immerhin 30 Milliarden Dollar oder mehr stehen immer noch im Raum..

Auch könnte man, wenn sich diese Gerüchte bewahrheiten würden, annehmen, dass JP Morgan sehr wohl bewusst sein dürfte, dass die Übernahme damals in der ganzen Weltuntergangs-Hektik nicht unbedingt zu Gunsten der Altaktionäre abgelaufen ist, und man sich hier ein Filetstückchen US Finanzgeschichte zu einem Grabbeltisch-Kurs einverleibt hat. Dem entsprechend könnte JPM tatsächlich versuchen einen Rückzieher zu machen, weil die damit verbundenen Abfindungsrisiken derzeit nicht überschaubar sind. Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um reinste Spekulation über die tatsächlichen Vorgänge handelt. In jedem Falle aber ist nun wieder neue Spannung in den Übernahmepoker hinein gekommen, und solche Geschichten versüßen den Aktionären die lange Wartezeit bis zur endgültigen Entscheidung..

Reboundkandidat – Dryships Inc.

Die Aktie von Dryships ist gestern nach positiven Analystenkommentaren endlich nach oben ausgebrochen. Der seit Anfang des Jahres bestehende leichte Abwärtstrend wurde damit gebrochen. Auch heute kann die Aktie des Betreibers von Container- und Ölbohrschiffen vorbörslich weiter deutlich zulegen. Das Unternehmen verkündete heute, dass das erste der beiden neu gebauten Ölbohr-Riggs der sechsten Generation ab dem ersten oder zweiten Quartal des kommenden Jahres an eine amerikanische Öl-Explorations-Firma vermietet werden soll. Der Auftragsumfang bezieht sich zunächst auf 300 Tage, der Gegenwert wird mit ca. 135 Millionen Euro angegeben. Ocean Rig UDW Inc. ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von Dryships, gab weiter bekannt, dass das Einsatzgebiet dieses neuen Ölbohr-Riggs, nach der Auslieferung durch Samsung im ersten Quartal 2011, Westafrika sein wird. Bereits gestern hatte sich Morgan Stanley positiv zu der griechischen Reederei geäußert, und das Kursziel auf 5,50 Dollar angehoben. das Rating beließ das Investmenthaus zunächst aber nur bei equal weight.

HeidelCement, Porsche, Klöckner& Co sowie der Deutschen Bank unverändert..

Gestern im späten US Börsenhandel kam es mal wieder zu einem etwas deutlicheren Rücksetzer, nachdem der Handel im sonstigen Tagesverlauf eigentlich ganz gesittet abgelaufen ist. Erstaunlich war zunächst die Stärke der Indizes nach einem solchen Handelstag wie am Freitag. Man hätte zunächst einmal stärkere Gewinnmitnahmen erwarten können, zumal wir uns nun wieder eher am oberen Ende der seit Wochen existenten Trading-Range befinden. Einen wirklichen Grund für den negativen Handelsverlauf in den USA konnte man eigentlich nicht finden, außer vielleicht die Angst der Anleger vor weiteren schlechten Konjunkturdaten. In dieser Woche, vor dem Beginn der US Berichtssaison, stehen noch einige spannende Termine auf der Agenda die durchaus kursbewegendes Potenzial haben. Danach dürften dann eher wieder die Nachrichten aus den Unternehmen die Führung bei der Stimmungsmache an den Börsen übernehmen.

Der Dax hat es immer noch nicht geschafft die so wichtige Marke von 6.335 Punkten wieder zu überwinden, somit bleibt der Deutsche Leitindex zunächst in der Seitwärtsbewegung. Die etwas schlechteren Vorgaben aus den USA könnten heute in den frühen Handelsstunden durch den deutlich besser als erwartet ausgefallenen GfK Konsumklimaindex aufgefangen werden. Auch die Vorgaben aus Asien sind nicht so schlecht wie man dies eigentlich hätte erwarten können. Die Entscheidung über die weitere Richtung des Dax steht also noch aus. Sowohl das Überwinden der 6.335 Punkte Marke, mit einem anschließenden Kursziel von ca 6.600 Punkten, als auch ein erneutes Abtauchen in Richtung 5.900 Punkte ist weiterhin möglich….wobei ich nicht glaube, dass es in diesem Falle deutlich unter 5.850 Punkte gehen wird.

Wir lassen unsere Positionen bei HeidelCement, Porsche, Klöckner& Co sowie der Deutschen Bank zunächst unverändert im Depot und warten den heutigen Handelstag ab. Heute Nachmittag werden wir dann ggf. über Nachkäufe bzw. Neuengagements nachdenken, worüber wir Sie natürlich rechtzeitig über den Newsletter informieren werden. An Tage wie diesen lohnt es sich weiterhin gezielt nach günstigen Titeln Ausschau zu halten und ggf. zu kaufen, wenn man wie wir davon ausgeht, dass sich die aktuelle Chartsituation demnächst nach oben auflösen wird.  Wie bereits erwähnt dürfte gegen Ende der Woche neue Volatilität in die Märkte kommen, dies kann aber natürlich in beide Richtungen passieren…

Gordon Gekko ist zurück – Money never sleeps

Mit dem zweiten Teil des legendären Filmklassikers „Wall Street – Money never sleeps“ meldete sich Oliver Stone nun in die Kinos zurück. In den USA führt der Hochfinanz-Streifen erneut, nach zwanzig Jahren, wieder die Kinocharts an und begeistert ein Millionenpublikum. Gordon Gekko ist aus dem Knast zurück, und versucht nun wieder in dem großen Spiel um Millionen Fuß zu fassen. Wieder begleitet Ihn ein junger, und sehr ehrgeiziger Kollege, der schnell feststellen muss, dass Gekko immer noch der große Manipulator ist, der eh bereits vor zwei Jahrzehnten war. Nach „Gier ist gut“ kommt nun endlich der zweite Teil, „Geld schläft niemals“, in die Kinos, auf den nicht nur Börsenbegeisterte gewartet haben dürften.

Heute, unmittelbar nach einer der größten Finanzkrisen der Geschichte, dürften wohl einigen Menschen die Geschichte etwas kritischer betrachten. War es damals nur gut gemachte Unterhaltung, wird einem wohl heute eher bewusst wie wahr diese aufgezeigten Geschichten doch tatsächlich sind. In jedem Falle sehenswert, nicht nur für Börsenjunkies!

Verdacht auf Anlagebetrug beim Fondsanbieter Alternative Capital Invest

Verdacht auf Anlagebetrug beim Fondsanbieter Alternative Capital Invest! Zur Zeit häufen sich mal wieder die Nachrichten über Anlagebetrug oder verbotenen Insiderhandel. Am Freitag war überall zu lesen, dass die Staatsanwaltschaft München einen Ring von Betrügern ausgehoben hat die wertlose Aktien an ahnungslose Anleger verscherbelt haben. Das klassische Prinzip des „Pump and Dump“ scheint also offenbar immer noch zu funktionieren. Wie fast immer wurden die dafür typischen Medien, wie unaufgeforderte Telefonate oder Börsenbriefe gewählt um die Anleger in die Falle zu locken. Deswegen noch einmal mein grundsätzlicher Rat an Sie aus meiner langjährigen Erfahrung. Kaufen Sie NIEMALS Anlageprodukte – egal was es ist (!) – wenn der Erstkontakt unaufgefordert passiert. Erst recht nicht wenn Sie einfach angerufen werden, und man Ihnen unglaubwürdige Renditen verspricht!!!

Ähnlich unseriös geht es leider immer wieder bei Fondsanbietern für geschlossene Immobilienfonds zu. Auch hier werden Traumrenditen unter dem Deckmantel der vermeintlichen Sicherheit und des Inflationsschutzes verkauft, was natürlich gerade in unsicheren Zeiten wie diesen nicht selten Gehör findet. Die immer wieder verwendeten Torschlagargumente sind fast so alt wie die Finanzbranche an sich. Und immer wieder fallen tausende von Anlegern auf diese Renditeversprechen herein. Nicht selten stehen die Anleger am Ende der Laufzeit aber ohne Ihr Kapital da, die Initiatoren hingegen führen ein luxuriöses Leben von den meistens überhöhten Provisionen, und lachen sich noch viele Jahre über die Dummheit Ihrer Anleger kaputt. Wie bereits in unserem Artikel „Das-Anlegerschutz-Funktionsverbesserungsgesetz“ geschrieben, hoffen wir inständig, dass unsere Politik auch hier bald Abhilfe schaffen wird.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Hanns-Uwe und Robin Lohmann wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrugs. Die beiden Herren sind die führenden Köpfe des Fondsanbieters Alternative Capital Invest der schwerpunktmäßig in Dubai investiert hat. Das Handelsblatt berichtete letzte Woche, dass auch hier mit traumhaften Renditen von 12 Prozent geworben wurde, und nun etwa 4.500 Anleger die Gesamtsumme von etwa 100 Millionen Euro in den Sand gesetzt haben. Man möge mir dieses nette Wortspiel verzeihen… Vier der insgesamt sieben Dubai-Fonds seien pleite hieß es weiter. Anleger dieser Fonds müssen nun nicht nur auf Ihre Einlagen verzichten, sondern könnten gar dazu aufgefordert werden Ihre erhaltenen Ausschüttungen wieder zurückzahlen zu müssen.

Auch hier vermuten Anwälte die die geschädigten Anleger vertreten ein illegales Schneeballsystem, wie so oft in solchen Fällen, hinter den Kulissen. Denn Lohmann soll nach seinen Recherchen Baufirmen aus Dubai damit beschwichtigt haben, dass bald wieder frisches Geld aus Deutschland käme – von einem anderen Fonds. Alternative Capital Invest bezeichnet sich auf der Homepage selber als Marktführer für dieses Segment und vermittelte, nicht zuletzt auch durch diese Aussage, über einen langen Zeitraum Kompetenz, Seriosität und Sicherheit. Auch diese Masche ist in der Branche nicht fremd, und uns bestens bekannt. Erst kürzlich haben wir über einen ähnlichen Fall berichtet. Aussagen dieser Art sollten unserer Meinung nach grundsätzlich intensiv vor einer Anlageentscheidung geprüft werden, und einen aufgeschlossener Anleger sollte hier eher aufhorchen, als sich von solchen Aussagen einlullen zu lassen…

Leichte Turbulenzen voraus

Was für eine Intraday-Rally war das am Freitag! Ohne auch nur das geringste Anzeichen von Schwäche drehten die Märkte in den USA wieder deutlich in positives Terrain und straften damit einmal mehr alle Lügen die einen neuerlichen Absturz der Indizes prognostiziert hatten. Es deutet somit vieles darauf hin, dass die vorangegangenen Kursbewegungen nur eine weitere Bärenfalle gewesen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass DAX und Co. nun erneut Ihre Höchststände testen werden sehe ich als relativ hoch an, auch wenn diese Börsenwoche auf Grund der anstehenden Konjunkturdaten alles andere als entspannt werden dürfte. Die grundsätzliche Richtung dürfte vorerst nun klar sein.

Natürlich wird nach dem starken Anstieg vom Freitag erst einmal wieder zu leichten Gewinnmitnahmen kommen bevor sich die Indizes dann aber weiter Richtung Norden bewegen dürften. Auch dieses Mal legen wir somit mit dem rechtzeitigen Verkauf unseres Turbo Bear Zertifikates und dem Einstieg in ausgewählte Aktien goldrichtig. Das richtige Timing ist gerade in Marktphasen wie diesen immer wieder einer der ausschlaggebendsten Faktoren die über Erfolg oder Misserfolg an der Börse entscheiden. Wenn auch Sie von unserer Swing-Trading Strategie in Zukunft profitieren wollen melden auch Sie sich jetzt zu unserem kostenlosen Börsen Newsletter an.

Trading Update Porsche und Klöckner & Co.

.. Auch wir haben die Porsche Aktie weiterhin ganz oben auf unserer Beobachtungsliste, und gehen nicht davon aus, dass der Aktienkurs nun noch weiter deutlich fallen sollte. Für einen Neueinstieg scheint es aber dennoch etwas zu früh zu sein, somit warten wir weiter auf eine günstige Gelegenheit zum Einstieg, über den wir Sie natürlich dann rechtzeitig in unserem kostenlosen Börsen-Newsletter informieren werden….hatten wir gestern erst geschrieben. Die Marke von 35,80 wurde heute unterschritten, und somit ergab sich für uns eine Einstiegsgelegenheit deutlich darunter bei 34,60 Euro für eine Erstposition beim Zuffenhausener Sportwagenbauer. Aus Chart-technischer Betrachtung ergibt sich bei weiter fallenden Märkten nun sogar noch einmal ein theoretischer Einstieg bei ca. 32,- Euro, jedoch glaube ich nicht, dass es noch einmal so weit runter geht. Sollte der DAX heute die Marke von 6.150 Punkten verteidigen können, dürfte morgen ein Retest der 6.200er Marke anstehen. Dementsprechend rechne ich dann auch wieder mit einem höheren Kurs der Porsche Aktie. Für mittelfristig orientierte Anleger könnten sich also bereits Kurse unter 35,- Euro als wahre Schnäppchenkurse erweisen, wenn sich der Gesamtmarkt nun wieder fängt.

Bei der Aktie von Klöckner& Co. bin ich immer wieder einigermaßen fasziniert wie volatil dieser Titel doch ist. Nachdem nun tagelang das Niveau von 17,00 Euro überzeugend gehalten werden konnte, startete bereits gestern eine neue Verkaufswelle. Heute rauschte die Aktie des Stahlhändlers dann noch einmal in der Spitze mit fast 7 Prozent in die Tiefe. Als Grund für diese schwache Performance wurden aus Händlerkreisen angegeben, dass sich die UBS heute skeptisch zu der Entwicklung der Stahlpreise in den kommenden Monaten geäußert habe. Das Schweizer Geldhaus  geht davon aus, dass diese Entwicklung insbesondere bei Arcelor Mittal und Klöckner & Co. negative Spuren hinterlassen könnte, bewerten die Klöckner Aktie aber weiterhin mit einem Kursziel von 20,- Euro je Aktie, und empfehlen diese zum Kauf. Leider wurden diese Aussagen die ich nicht ganz nachvollziehen kann, nicht näher begründet. Ich halten den Abverkauf für völlig übertrieben, und habe heute eine ordentliche Portion Klöckner Aktien zu 15,65 Euro ins Musterdepot genommen..

Was ist los bei Roth & Rau und Centrotherm

Die Aktie des Anlagenbauers Roth & Rau befindet sich schon eine geraume Weile im Abwärtssog. Offenbar kann auch die jüngste Nachricht über den Verkauf der ersten Hetero-Junction-Produktionsanlage an einen amerikanischen Kunden, daran nicht viel ändern. Inzwischen hat die Aktie bereits mehrfach die Unterstützung bei 19,40 Euro deutlich unterschritten und notiert seit gestern sogar unter der nächstfolgenden Marke bei 18,80 Euro. Aus Charttechnischer Sicht sieht es damit nicht gut aus für die Aktie. Die nächste Station auf dem Weg nach Süden dürfte nun die Marke bei 17,40 Euro sein. Weitere Abverkäufe in Richtung 15,- Euro könnten die Folge sein, wenn der Gesamtmarkt noch einmal deutlicher nachgeben würde. Erst ein erneuter Anstieg über die 20,- Euro Marke würde wieder etwas Entspannung in das charttechnische Bild bringen.

Heute wurde ebenfalls bekannt, dass Centrotherm die Ausschreibung für mehrere Kristallisationsöfen zur multikristallinen Ingot-Herstellung bei einem namhaften chinesischen Unternehmen gewonnen hat. Wir haben in der Vergangenheit ja bereits darauf hingewiesen, dass die Roth und Rau Aktie im direkten Vergleich mit der Centrotherm Aktie zu teuer sein dürfte. Diese Diskrepanz hat sich in der Zwischenzeit nun aufgelöst. Aktuell dürften beide Unternehmen bezogen auf die zu erwartende Gewinnsituation ähnlich hoch bewertet sein. Somit könnte sich ein Splitt der geplanten Position bei einem Neuengagement in die beiden Werte als durchaus sinnvoll erweisen. Vorerst heißt es aber sowohl bei Centrotherm als auch Roth und Rau weiterhin abwarten.

Top