Washington Mutual – macht JP Morgan einen Rückzieher?

Die Gerüchteküche um die insolvent gegangene US Sparkasse Washington Mutual brodelt weiter. Zuletzt sind die Umsätze in der Aktie wieder sprunghaft angestiegen und der Aktienkurs konnte auch im gestrigen Handelsverlauf noch einmal 11,5% auf 0,193 US-Dollar zulegen. Mit lediglich etwas mehr als 12 Millionen umgesetzten Stücken dürfte diese Umsatzzunahme aber nicht unbedingt als Kaufrausch bezeichnet werden. Dennoch, es gibt mal wieder Neuigkeiten.. laut dem Wall Street Journal spielt man bei JP Morgan nun laut mit dem Gedanken, das Geld, dass man für die Übernahme der ehemals größten Sparkasse der USA bezahlt hatte, zurückzufordern, ebenso wie weitere 6 Milliarden US Dollar, die als Folgekosten der Übernahme entstanden sein sollen. Angeblich hat das Investmenthaus eine entsprechende Eingabe beim Einlagensicherungsfond FDIC gemacht.

JP Morgan hat diese Gerüchte bislang noch nicht betätigt, dennoch stellt man sich die Frage was dran sein kann, an einem möglichen Rückzieher, und vor allem welche Auswirkungen dies dann für die Aktionäre haben dürfte. Die grundsätzliche Frage ist wohl eher, ob JPM überhaupt noch zurückziehen könnte, wenn man wollte. Ich halte dies für nahezu unmöglich, und wenn, dann sicherlich nicht mit einem Freifahrtschein a la „Gehe über Los und ziehe 6 Milliarden Dollar ein“ Der Verdacht liegt nahe, dass man nun, nachdem die Gegenwehr der Aktionäre stärker als erwartet ausgefallen ist, und der gesamte Sachverhalt erneut geprüft wird, offenbar seitens JP Morgan befürchtet, dass die daraus resultierenden Forderungen, extrem hoch sein könnten. Beträge von immerhin 30 Milliarden Dollar oder mehr stehen immer noch im Raum..

Auch könnte man, wenn sich diese Gerüchte bewahrheiten würden, annehmen, dass JP Morgan sehr wohl bewusst sein dürfte, dass die Übernahme damals in der ganzen Weltuntergangs-Hektik nicht unbedingt zu Gunsten der Altaktionäre abgelaufen ist, und man sich hier ein Filetstückchen US Finanzgeschichte zu einem Grabbeltisch-Kurs einverleibt hat. Dem entsprechend könnte JPM tatsächlich versuchen einen Rückzieher zu machen, weil die damit verbundenen Abfindungsrisiken derzeit nicht überschaubar sind. Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um reinste Spekulation über die tatsächlichen Vorgänge handelt. In jedem Falle aber ist nun wieder neue Spannung in den Übernahmepoker hinein gekommen, und solche Geschichten versüßen den Aktionären die lange Wartezeit bis zur endgültigen Entscheidung..

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2 Comments

  1. Pingback: Kleine Presseschau vom 29. September 2010 | Die Börsenblogger

  2. TOM said:

    „um die insolvent gegangene US Sparkasse Washington Mutual“

    Blödsinn, es war eine Enteignung

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