Trina Solar gab bereits gestern Abend die Zahlen für das erste Quartal bekannt, und die konnten sich eigentlich sehen lassen. So erzielte das in Jiangsu ansässige Solarunternehmen einen Nettogewinn von 44,54 Millionen USD, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch ein Minus von 10,96 Millionen USD ausgewiesen werden musste. Der Umsatz des ersten Quartals stieg im Vergleich zum Vorjahr um satte 155 Prozent auf 336,84 Millionen USD was aber im direkten Vergleich mit dem Vorquartal lediglich eine Steigerung um 7,5 Prozent bedeutete. Nach Angaben des Unternehmens, konnte der Umsatzanstieg besonders durch die starke Nachfrage aus Europa erzielt werden. Dies zeigt zum einen, dass die chinesischen Akteure immer mehr Marktanteile in Europa hinzugewinnen, und zum anderen wohl leider auch, dass deutsche Solarfirmen es trotz des schwachen Euros weiterhin schwer haben werden gegen die günstigen Module aus China zu konkurrieren. Auch wenn sich gestern die Begeisterung über diese Zahlen von Trina Solar in Grenzen hielt dürften zumindest die chinesischen Solarfirmen wie Suntech, Yingli, LDK Solar heute in den geänderten Umfeld davon profitieren können.
Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag aus Brüssel..
Michel Barnier will Europas Banken zur Kasse bitten. „Es ist nicht akzeptabel, dass die Steuerzahler die hohen Rettungskosten im Bankensektor tragen müssen“, wettert der für Finanzmarktregulierung zuständige EU-Kommissar. In allen EU-Staaten müssten nationale Rettungsfonds gegründet werden, die von den Banken mit Zwangsabgaben finanziert werden sollen. Diese Botschaft will der Franzose heute in Brüssel verkünden. „Wir müssen sicherstellen, dass der Finanzsektor künftig für Bankenkrisen zahlt“, heißt es in einem Papier Barniers, das dem Handelsblatt vorliegt.
Damit rennt Michel Barnier in den von der Finanzkrise schwer getroffenen EU-Staaten offene Türen ein. Vor allem in Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien und Deutschland hat die Bankenkrise die öffentlichen Haushalte gewaltig belastet. Allein der deutsche Fiskus musste seit Ausbruch der Finanzkrise knapp 100 Milliarden Euro für die Stützung der Geldinstitute ausgeben. Deutschland und andere Staaten planen deshalb jetzt Bankenabgaben, Schweden hat sie sogar schon eingeführt.
Die EU-Staaten haben ihre Pläne bislang allerdings nicht auf europäischer Ebene koordiniert, und das bereitet dem zuständigen EU-Kommissar Sorgen. Die Brüsseler Behörde will verhindern, dass die Banken je nach EU-Staat unterschiedlich stark belastet werden. „Es besteht das Risiko von Wettbewerbsverzerrungen zwischen den nationalen Bankenmärkten“, heißt es in Barniers Papier. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die Regierungen nicht vernünftig zusammenarbeiten, wenn ein grenzüberschreitendes Institut in Schieflage gerät. Die EU-Kommission will deshalb europäische Mindeststandards für Bankenabgaben und Rettungsfonds setzen.
Wie unterschiedlich die EU-Staaten das Problem der Bankenrettung anpacken, zeigt schon ein Blick auf Deutschland und Frankreich. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte im März vorgeschlagen, dass die Banken jährlich 1,2 Mrd. Euro in einen Risikofonds außerhalb des Haushalts einzahlen. Seine französische Amtskollegin Christine Lagarde plant ebenfalls eine Bankenabgabe. Sie soll in Frankreich allerdings nicht in einen Bankenrettungsfonds, sondern direkt in den Staatshaushalt fließen. Quelle: Die ZEIT
DAX und Euro – Quo vadis?
Das positive Handelsende in den USA hat die Talfahrt an den Börsen zunächst gestoppt. Zwar befinden sich die Indizes immer noch in einer charttechnisch angespannten Situation, dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Börsen nun wieder nach oben drehen werden. Weder die starken Konsumdaten aus den USA noch die immer besser werdenden Fakten vom US Immobiliensektor haben bisher so richtig Beachtung gefunden, da das Thema der Euro Krise momentan alles andere überlagert. Der Auslöser der „anderen“ Krise hingegen, der US Immobiliensektor, stabilisiert sich zusehends, und genau dieser Faktor sollte auch letztendlich die Wende an den Finanzmärkten einleiten. Zwar sind die Amerikaner noch lange nicht über den Berg und haben inzwischen große Probleme im Gewerbe-Immobilien-Sektor und vor allem am Arbeitsmarkt, aber die Zeichen einer ursächlichen Erholung mehren sich…
Ich persönlich halte die ganze Panik um die Ausweitung der Krise nach Spanien erst einmal für völlig überzogen, extrem mediengetrieben, und sowieso verfrüht. Man muss sich mal vor Augen führen, dass die in die Pleite gegangene Sparkasse der Spanier zum einen operativ schlecht und weltfremd durch kirchliche Manager geführt wurde, was wohl ein wesentlicher Punkt bei der Insolvenz war, und zum anderen gerade einmal 0,6% des spanischen Bankenwesens ausmachte. In der Relation für das spanische Bankenwesen heißt das das gestern durch diese Meldung verursachte Abschläge bei den großen spanischen Bankentiteln wahrscheinlich mehr Kapital vernichtet hat als diese kleine Sparkasse jemals hatte. Da passt dann auch der Spruch man soll mal die Kirche im Dorf lassen sehr schön…ich würde mal behaupten, das Deutschland beispielsweise mit der HypoReal Estate deutlich größere Probleme hat! Das hingegen scheint aber irgendwie niemanden mehr so richtig zu stören…
Aus charttechnischer Sicht befinden wir uns in allen Indizes in einer sehr interessanten und höchst brisanten Situation die ich hier einmal kurz zusammenfassen möchte. Der Dow Jones fiel gestern zunächst unter die wichtige Marke von 10.000 Punkten konnte diese aber im Tagesverlauf wieder erfolgreich zurückerobern, was durchaus positiv zu werten ist. Ebenso hat der S&P 500 gestern die eigentlich letztmögliche Pivotzone bei 1.041 Zählern mustergültig mehrfach getestet bevor er dann nach oben abgedreht ist, was ebenfalls als bullish zu werten ist! Im Dax wurde mit dem Unterschreiten der 5.700 er Marke eigentlich ein deutliches Verkaufssignal generiert und der langfristige Aufwärtstrend endgültig verlassen. Das auch diese Marke aber bereits im Tagesverlauf zurückerobert werden konnte deutet auf ein klassisches Fehlsignal hin und ist ebenfalls bullish zu werten. Eine weitere Erholung bis in den Bereich 5.800 – 5,850 Punkte scheint nun möglich, erst über 5.880 Punkten dürfte sich aber die charttechnische Situation wieder entspannen. kann diese Marke nicht überwunden werden, ist ein dann folgender, weiterer Rücksetzer sehr wahrscheinlich.
Nicht minder spannend ist die Situation beim Euro! Die europäische Leitwährung hat sich nun erst einmal stabilisiert. Die 1,22 scheinen eine passable Unterstützung zu bieten inzwischen hat der Euro sich über 1,23 etabliert und steuert in Richtung 1,25. Ich halte es durchaus für möglich, dass auf Grund der hohen Shortpositionen die in der Währung aufgebaut wurden beim Überschreiten der Marke von sagen wir mal 1,25 ein ordentlicher Shortsqueeze folgen könnte der kurzzeitig sogar wieder bis in den Bereich von 1,35 USD/EUR führen könnte. Grundsätzlich ist der Euro wohl überbewertet und der Markt dürfte diese Überbewertung auch zu gegebener Zeit abbauen, kurzfristig rechne ich aber eher mit dem oben beschriebenen Szenario. Sollte dies eintreffen wird es wohl sehr schnell gehen. Und was dies dann für den europäischen Aktienmarkt bedeutet können Sie sich denken..
Es gibt also so einige Faktoren die dafür sprechen, dass wir nun den nächsten Swing nach Norden sehen werden. Wie weit dieser gehen kann, und ob nicht andere Faktoren diese Bewegung in Kürze wieder stören werden kann niemand so genau sagen. Die Spannungen in Korea könnten die gesamte asiatische Region noch einmal belasten, und dies würde auch in Europa und Asien nicht ohne Folgen bleiben. Auch wenn man in Asien nicht ernsthaft mit einer Eskalation rechnet reichen oftmals irgendwelche Nachrichten um den beginnenden Upswing wieder zu gefährden. Deshalb ist es wichtiger denn sich gegen wieder fallende Notierungen entsprechend abzusichern…Noch ist das Parkett auf dem sich die Bullen bewegen sehr dünn, dafür die Gewinnchance aber auch sehr interessant…
Insider kaufen HeidelbergCement, Brentag und SüdChemie Aktien
In unserer Reihe der aktuellen Insiderkäufe von Unternehmenschefs gab es heute drei neue Meldungen. Am 21. Mai kaufte Dr. Näger insgesamt 3.088 Aktien des Heidelberger Baustoffherstellers HeidelCement im Gegenwert von 126.092 Euro. Durchschnittlich wurden dabei von Herrn Näger 40,83 Euro je Aktie bezahlt. Bei der Brentag AG kaufte Steven Holland insgesamt 946 Aktien im Gesamtwert von 46.827,00 Euro zum durchschnittlichen Kurs von 49,50 Euro. Bei der SüdChemie AG kaufte die Dr. Dolf Stockhausen Beteiligungsgesellschaft 2.884 Aktien im Gesamtwert von 268.896,94 Euro zum durchschnittlichen Kurs von 93,34 Euro. Auffällig ist derzeit die hohe Aktivität von Insidern die zu diesen Kursen die Aktien Ihres eigenen Unternehmens offensichtlich für günstig erachten. Bereits im vergangenen Jahr also die Kurse vieler Qualitätstitel danieder lagen haben die Vorstände und führenden Organe bei Ihren Käufen ein extrem gutes Timing bewiesen…
Alles raus aus ProSieben?
Zugegeben die Überschrift ist wirklich etwas plakativ, aber ich möchte trotzdem im Artikel auf ein paar Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Chart und der aktuellen Lage des Unternehmens eingehen. Wir hatten den Titel bereits sehr früh nach dem Absturz im Depot und haben leider schon nach 250% Performance wieder verkauft. Nicht nur die fundamentale Situation sondern viel mehr die Schuldensituation des Unternehmens haben uns damals zum vorzeitigen Verkauf veranlasst. Es stand damals nach unserer Auffassung zu befürchten, dass der ProSieben Konzern nach dem Abzug von Permira als hoch verschuldete Hülle zurückbleiben könnte.. (Anmerkung von Investors Inside)
Die Aktie des MDAX- Konzerns konnte seit den Tiefstständen im März eine hervorragende Performance aufs Parkett legen. Von 88 Cent auf über 12 Euro ist wohl der Traum eines jeden Traders. Allerdings sollte man die aktuellen charttechnischen Gesichtspunkte nicht aus den Augen verlieren. Fakt ist der aktuelle Aufwärtstrend ist vorerst gebrochen. Der gleitende Durchschnitt 14 steht kurz vor dem Schneiden des gleitenden Durchschnitts 50 und das von oben nach unten. In der Charttechnik wird das als mögliches Verkaufssignal gedeutet. Auch der „Moving Average Convergence/Divergence“ Indikator löst so schnell kein Kaufsignal aus. Aktuell laufen die MACD-Linie und die Trigger-Linie parallel abwärts. Der Relative Strength Index bewegt sich in Richtung „Überkauft-Zone“. Angesichts dieser Faktoren würde ich als möglicher Anleger vorerst nicht in die ProSiebenSat1 Media AG einsteigen.

Anders sieht der Chart eventuell langfristig aus. Wenn man sich die Höchststände 2007 anschaut, dann merkt man schnell, wo die Reise hingehen soll. Verdopplungspotential, Kursziel 28 Euro!? Ob das realistisch ist kann wohl derzeit niemand so genau sagen. Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling rechnet mit einem Wachstum im Werbebereich um die 2 Prozent jährlich, schwer vorstellbar, das diese Wachstumsraten deutliche höhere Kurse rechtfertigen werden. Die aktuellen Marktanteile habe ich euch einmal in der Grafik hochgeladen.

Man erkennt sehr schnell, dass die RTL-Gruppe und der ProSieben Konzern Marktführer sind. Eine solche Position verleitet natürlich immer zu fragwürdigen Machenschaften. Ich möchte das niemanden unterstellen, allerdings sieht das das Bundeskartellamt anders. Am 19.05.2010 wurden die Büroräume von RTL und ProSieben durchsucht. Verdacht: Preisabsprachen. Nach Angaben der Behörden hätten sich beide Unternehmen darauf geeinigt, dass das digitale Free TV Programm nur verschlüsselt und gegen Entgelt empfangen werden kann. Spekulativ orientierte Anleger können jetzt auf ein glückliches oder auch unglückliches Ende der Ermittlungen bei ProSiebenSAT1 wetten. Ich persönlich würde den Titel erst einmal nur auf die Watchlist setzen. Ein weiterer Rücksetzer bis in den Bereich um 10,- Euro erscheint möglich…(von Martin Brosy, boersenpoint.de)
Was ist los bei Klöckner & Co., Salzgitter, ThyssenKrupp und Posco?
Kaum eine Aktie wurde in den letzten Tagen so abgestraft wie die der Klöckner & Co. A. Auch heute gehört die Aktie wieder zu den großen Verlierern im deutschen Aktienhandel. Der Kurs von 14,50 Euro dürfte keinesfalls den Wert des Unternehmens widerspiegeln. Das gestrige Interview von Firmenchef Gisbert Rühl hatte nicht unbedingt dazu beigetragen neues Vertrauen in den Duisburger Stahlhändler zu vermitteln. Er prognostizierte schwerere Zeiten für die Stahlbranche und sinkende Preise. Das mag ja vielleicht richtig sein, jedoch ist der Zeitpunkt für ein solches Statement sicherlich alles andere als geschickt gewählt. Herr Rühl den man eigentlich sonst eher als zurückhaltenden Manager kennt hat sich hier wohl etwas vergallopiert und dürfte sich heute selber verwundert die Augen reiben über die Reaktion der Börse.
Kürzlich hatte Herr Rühl sogar mehrere Insiderkäufe in der Klöko Aktie getätigt, und das noch zu deutlich höheren Kursen. Heute wurde bekannt, dass der Norwegische Staatsfond sich inzwischen ordentlich beim Stahlhändler eingekauft hat und somit nun zweitgrößter Klöckner Aktionär neben dem Franklin Templeton Fonds ist der inzwischen knapp 10% des Unternehmens besitzt. Der erneute Einstieg des größten Fonds Norwegens mit über 5% der Aktien ist ein Vertrauensbeweis in die langfristige Qualität des Unternehmens und operativen Fähigkeiten des Managements. Der von der norwegischen Zentralbank verwaltete Norwegische Pensionsfond legt seit 1990 die Einnahmen des Landes aus der Erdölförderung in ausländischen Wertpapieren, überwiegend sehr konservativ an.
Auch wir halten den Kursverfall bei der Klöckner Aktie nach wie vor für hoffnungslos übertrieben und haben uns entsprechend positioniert. Hier wird gerade die gesamte Stahlbranche über einen Kamm geschoren. Als Stahlhändler ist Klöckner in der Lage wesentlich flexibler auf Marktveränderungen reagieren zu können als die reinen Hersteller wie ThyssenKrupp und Salzgitter. Aber auch die starken Abschläge bei den beiden Schwergewichten sollten nun langsam ein Ende finden und sind auf längere Sicht wieder interessant, ebenso wie der Stahlriese Posco…Sollte sich der Gesamtmarkt, und allen voran der Euro, also wieder fangen dürften auch die Stahltitel davon kräftig profitieren.
Centrotherm ist angeschlagen
Mit dem heutigen erreichen der 25,- Euro Marke befindet sich die Centrotherm Aktien nun in einer extrem kritischen Situation. Eigentlich liegt hier eine Unterstützung, jedoch die Abwärtsdynamik der letzten tage lässt nicht viel Gutes vermuten. Sollte es der Aktie nun also nicht gelingen bei 25,- Eur0 bzw. 25,30 Euro einen stabilen Boden auszubilden drohen weiter Abschläge in Richtung 22,- Euro. Ein Unterschreiten auch dieser Marke hätte dann wohl einen Ausverkauf zu folge der sogar wieder in den Bereich der alten Tiefststände führen könnte. Fundamental ist bei dem Unternehmen alles in Ordnung, dennoch darf man sich der Charttechnik nicht völlig entziehen. Grundsätzlich würden wir nun eher wieder zum Kauf der Aktie tendieren. Das schwache Umfeld für Solartitel scheint sich jedoch sobald nicht aufhellen zu wollen. Trotz, oder gerade wegen der heute veröffentlichten starken Zahlen vom chinesischen Mitbewerber Yingly Green Energy bleibt der deutsche Solarsektor angeschlagen. Das hierbei alle deutschen Unternehmen aus dem Bereich über einen Kamm geschoren werden ist sicherlich falsch. Anlagenbauer wie Centrotherm sollten auch von dem Boom der chinesischen Solarhersteller langfristig profitieren können…Wir warten dennoch weiter ab und werden zu gegebener Zeit die Centrotherm Aktie wieder ins Depot nehmen. Momentan besteht jedoch kein Handlungsbedarf, die Gefahr eines weiteren Rücksetzers ist hier relativ groß!
..spanische, und andere Störfeuer
Zunächst einmal möchte ich mich offiziell bei Ihnen zurückmelden. Meine technischen Schwierigkeiten bezüglich eines nicht vorhandenen Internetanschlusses scheinen zumindest vorübergehend gelöst zu sein. Auch wenn ich nicht so ganz davon überzeugt bin, dass dies nun schon das Ende meiner digitalen Odyssee gewesen ist habe ich doch die Hoffnung, dass ich künftig nicht ausgerechnet an den turbulentesten Handelstagen des Jahres ohne Internetanschluss dastehen werde. Man ist auch seitens der Telekom inzwischen, nach diversen Telefonaten mit der Führung in Bonn und der Bundesnetzagentur, wirklich bemüht eine Lösung zu erarbeiten. Mir war einfach nicht klar, dass der Wechsel von einem zum anderen Provider eine der letzten großen Herausforderungen dieser Zeit ist. Und für meine Naivität möchte ich mich insbesondere beim Anbieter M-Net entschuldigen. Da bin ich Depp doch tatsächlich davon ausgegangen, dass eine Kündigung vier Monate vor einem Wechsel ausreichend sein sollte um am 12. Mai einen Schalter umzulegen….aber besonders bei MNet scheint dies einer unlösbaren Aufgabe gleich zu kommen!
Nun ja, ich will Sie nicht langweilen, dies nur zur Erklärung warum ich etwas unregelmäßig geschrieben habe… Der Markt scheint sich stabilisieren zu wollen. Heute Morgen sah eigentlich alles noch ganz prima aus, die Vorgaben vom Freitag aus den USA waren einigermaßen erfreulich und man konnte zum Handelsstart im Dax mit steigenden Notierungen rechnen. Dann gegen 10 Uhr mussten wir leidgeprüften Anleger eine erneute Hiobsbotschaft aus Europa wahrnehmen, die sogleich auch den Euro wieder ein Stockwerk tiefer rauschen ließ. Die spanische Sparkasse CajaSur musste heute nicht ganz überraschend vom Staat gerettet werden um einen Kollaps abzuwenden. Nun auch noch Spanien? Nicht wirklich, denn die Schieflage der CajaSur war schon länger bekannt und lediglich die Ignoranz des eigenen Managements hatte eine schnellere und für die Nerven der Anleger schonendere Lösung bisher verhindert.
Man wollte seitens der alten kirchlichen Chefriege der CajaSur sogar lieber das Unternehmen in die Pleite führen, als einer Fusion mit der größten Sparkasse des Landes, Unicaja, zuzustimmen. Die etwas weltfremden Herren durften dann auch gleich Ihre Stühle räumen, was aber auch nicht verhindern konnte, dass Bankenwerte in Europa insbesondere die drei größten Spaniens, Santander, BBVA und Popular heute herbe Kursverluste einstecken mussten. Die Frage nach der Stabilität des spanischen Bankensektors wurde heute erneut und etwas unsanft aufgeworfen. Persönlich glaube ich nicht, dass nun Spanien den nächste Wackelkandidat ist, die extreme Nervosität der Märkte ist spürbar und immer noch scheinen sich die Indizes weltweit nur am Eurokurs zu orientieren. Viel mehr sollte man wie bereits erwähnt die Schwäche in ausgesuchten Aktien nun für erste Käufe nutzen.
Bereits vergangene Woche habe ich Ihnen meine Kaufkandidaten vorgestellt, leider bin auch ich nahezu komplett erst einmal wieder ausgestoppt worden. Am Freitag habe ich die Positionen nun wieder alle eingebucht. Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass diese Strategie nichts für schwache Nerven ist und auch nur verfolgt werden sollte, wenn man sehr konsequent auch bereit ist kleinere Verluste hinzunehmen bevor es große werden. Sollten also nun erst einmal keine weiteren Störfeuer auf uns zukommen sehe ich gute Chancen für eine Erholung der Märkte in der aktuellen Börsenwoche. Die Unterstützungen haben gehalten, auch wenn es deutlich tiefer ging als zunächst angenommen. Das wichtigste Faktor für die weitere Entwicklung bleibt aber wohl der Eurokurs, der sich nun zu stabilisieren scheint. Auch in dieser Woche sollten Sie also die europäische Leitwährung weiter genau beobachten. Mittelfristig dürfte der Euro wohl noch etwas an Boden verlieren, doch die Abhängigkeit der Indizes davon sollte irgendwann wieder nachlassen..
Insider Kaufen wieder verstärkt eigene Aktien
Deutsche Firmenlenker sind wieder deutlich positiver für die Entwicklung Ihrer Unternehmen gestimmt. Zuletzt kauften die führenden Organe diverser Unternehmen wieder verstärkt eigne Aktien, so zum Beispiel der Metro Chef Eckard Cordes der kürzlich Aktien des Handelskonzerns in Höhe von 300.000,- Euro erwarb. Bereits vor etwas über einem Jahr als die Kurse noch am Boden lagen konnte man dieses Phänomen beobachten. Dabei kauften die Insider deutscher Unternehmen verstärkt eigene Aktien als diese niemand mehr haben wollte. Inzwischen dürfte wohl klar sein, dass sich dieser antizyklische Einstieg deutlich gelohnt haben dürfte. Auch in diesen turbulenten Tagen kann man nun wieder verstärkt beobachten, dass sich die Chefs und aus den Aufsichtsräten und Vorständen wieder eindecken. Teilweise finden diese Käufe vielleicht noch etwas zaghaft statt, dennoch sollte dem aufmerksamen Anleger dieser Umstand durchaus hier und da zu denken geben.
Verstärkt gekauft wurde in den letzten Wochen unter anderem bei Linde, RWE, Deutscher Telekom, Deutsche Euroshop, Jungheinrich, Klöckner & Co., TAG Immobilien, K+S, und Centrotherm. Zusammenfassen kann mal wieder gesagt werden, dass die deutschen Firmenchefs die Lage ihrer Unternehmen wohl deutliche optimistischer einschätzen als der Marktkonsens. Immer dann wenn die Märkte kurzzeitig deutlich nach unten tendiert haben lässt sich dieses antizyklische Verhalten verstärkt beobachten. Die Euroschwäche, hat wie bereits geschrieben nicht nur Nachteile, sondern dürfte vielmehr die Umsätze einzelner Unternehmen in den kommenden Quartalen beflügeln. Die im vergangenen Jahr leer geräumten Lager müssen nun schnellsten wieder aufgefüllt werden um der anziehenden Nachfrage gerecht werden zu können. Dies wiederum sollte der gesamte Absatzkette in einigen Branchen wieder deutlichen Schwung verleihen bis hin zu den dafür notwendigen Rohstoffen. Achten Sie also verstärkt auf die Insiderkäufe in den kommenden Wochen, meistens haben die Herren ein gutes Näschen..
TradingUpdate Conti, VW, HeidelCement, Klöckner, Rio Tinto, Porsche
Wieder einmal bestimmt die Politik die Märkte, und wie wir ja wissen haben politische Börsen kurze Beine..aber erst einmal möchte ich kurz auf die aktuellen Ereignisse eingehen. Der Aktienmarkt ist durch die neuesten Pläne zur Regulierung der Finanzmärkte heute weiter auf Talfahrt. In einer Hauruck-Aktion hat die deutsche Bundesregierung nun den Handel mit ungedeckten Leerverkäufen verboten. Grundsätzlich ist dies ein erster Schritt in die richtige Richtung, dennoch darf man an der Sinnhaftigkeit eines solchen hektischen Alleingangs der Deutschen etwas zweifeln.
Grundsätzlich muss auch differenziert werden zwischen Leerverkäufen und ungedeckten Leerverkäufen. Während normale Leerverkäufe bei denen sich die Akteure die Aktien gegen Bezahlung leihen müssen durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, werden ungedeckte Leerverkäufe oder sogenannte „nacked shorts“ meistens nur von HedgeFonds benutzt um teilweise nicht mehr kontrollierbar große Summen am Markt zu bewegen. Und genau dies möchte man nun seitens der Politik in Zukunft verhindern. Das der überwiegende Teil der Hedgefonds ihren Hauptsitz in irgendwelchen Steuerparadiesen in der Karibik hat, macht eine Kontrolle aber weitestgehend aussichtslos. Hier kann also nur eine globale Lösung verhindern, dass hemmungslos weiter spekuliert werden kann.
Ungedeckte Leerverkäufe können also durchaus dazu führen, dass das Gleichgewicht der Finanzmärkte ins wanken geraten kann und sind auch nach meiner Auffassung in Zukunft weltweit zu verbieten. Denn schließlich geht es nur darum die Stabilität der Märkte wieder herzustellen, und dies wird nur gelingen, wenn man ALLE Faktoren die diese Stabilität gefährden könnten ein für alle Mal abschaltet. Der Maßnahmenkatalog sollte aber noch ein paar weitere Punkte enthalten damit das Konzept am Ende dann auch Sinn macht.
Ich bin aber kein großer Freund von der These, dass die Spekulanten an der aktuellen Situation schuld sind. Dies ist schlicht und ergreifend falsch, auch wenn uns die öffentliche Presse etwas anderes glauben machen will. Spekulanten decken vielmehr Missstände auf, die durch andere Faktoren verursacht worden sind, und versuchen dann ihren Nutzen daraus zu ziehen. Dies verschlimmert dann meistens das Problem noch, das ist richtig, ist aber nicht die Ursache des eigentlichen Problems. Rein moralisch betrachtet kann man also durchaus geteilter Meinung sein was das Handeln der Spekulanten anbelangt. Von den Politikern wurde hier ein dankbarer Sündenbock gefunden und vorgeschoben um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken…
Wie auch immer, mir persönlich bereitet die Hilflosigkeit unserer Landesführung eigentlich deutlich mehr Kopfzerbrechen als die wirtschaftliche Situation. Vorschläge wie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sind absolutes Gift für eine Volkswirtschaft, das weiß schon jeder BWL Student nach dem ersten Semester. Die geplante Kapital-Transaktionssteuer ist ein prima Mittel um die Leistungsträger, oder zumindest deren Geld aus dem Land zu treiben und künftig noch weniger Steuereinnahmen zu haben. Mal ehrlich fällt unseren Politikern wirklich nichts Besseres ein? Armes Deutschland! Was wir am aller nötigsten brauchen ist wohl jetzt eine Regierung die uns zumindest das Gefühl geben kann dieser anspruchsvollen Lage gewachsen zu sein, dann klappt auch der Rest wieder deutlich besser!
Vielleicht sollte man mal damit anfangen die Vorteile einer schwächeren Währung etwas mehr hervor zu heben. Unser Export dürfte bei anhaltender Entwicklung im dritten und vierten Quartal sehr deutlich davon profitieren können und ich rechne bei einzelnen Titeln mit einem deutlichen Umsatzschub. Es ist also durchaus sinnvoll sich an solchen Tagen bereits nach ausgesuchten Titeln umzusehen die Profiteure eines schwachen Euro sein werden und über günstige Bewertungskriterien verfügen. Den Rücksetzer heute morgen haben wir bereits wieder für erste Käufe genutzt. Continental, VW, HeidelbergCement, Klöckner & Co. sowie Rio Tinto, und Porsche sind nun wieder dabei. Natürlich werden diese Positionen aber spätestens heute Abend wieder sehr eng abgesichert!
Ausverkauf bei Q-Cells und Solarworld?
Während viele Analysten und bekannte Börsenmagazine in den vergangenen Wochen immer wieder die Aktien von Q-Cells und Solarworld zum Kauf empfohlen haben, waren wir da eher skeptisch, und dies wohl angesichts der heutigen Kurse, insbesondere bei der Q-Cells Aktie, zu recht. Charttechnisch ist der Wert inzwischen extrem angeschlagen. Auch der heutige Kursverlauf zeigt wieder deutlich, dass der einstige Highflyer wohl so schnell nicht wieder auf die Beine kommen wird. Auch die Analystenhäuser sehen die Entwicklung der Aktie zunehmend skeptischer.
Mit dem heutigen Rutsch unter die wichtige Unterstützung bei 5,70 Euro könnte nun der Leidensweg der Aktionäre noch einmal deutlich beschleunigt werden. Leichte Unterstützung dürfte nun noch die Marken bei 5,20 und 4,80 Euro bieten. Danach ist lange keine vernünftige Unterstützung mehr auszumachen. Die Q-Cells Aktie notiert inzwischen auf dem tiefsten Stand seit dem Börsengang. Ein wenig erinnert uns dieser Kursverlauf inzwischen an die Conergy Aktie, die sich aber zuletzt, dank guter Quartalszahlen, wieder etwas fangen konnte.
Bei Solarworld sieht der Chart nur unwesentlich besser aus. Auch hier wird seit Wochen weiter abverkauft und die Aktie droht nun weiter abzurutschen. Im Bereich von 8,30 Euro oder sogar 7,50 Euro könnte sich der Titel dann wieder fangen. Beide Unternehmen konnten bislang nicht ausreichend von dem gefallenen Euro profitieren um sich gegen die starke chinesische Konkurrenz durchzusetzen. Zwar rechnen wir damit, dass dieser Faktor in den kommenden Quartalen positiv zum Ergebnis beitragen könnte, dennoch dürften die beiden Aktien momentan höchstens für sehr spekulativ orientierte Anleger geeignet sein.
Sollte nun also der Gesamtmarkt noch einmal kräftig nachgeben, womit derzeit täglich gerechnet werden muss, droht nun also eventuell noch einmal ein finaler Ausverkauf bei den deutschen Solarfirmen.
Cash is king!
heute kann ich leider nur sehr kurz zu den aktuellen Vorgängen an den Börsen Stellung nehmen, weil ich leider immer noch nicht wieder über einen Internetzugang verfüge. Ich gehe aber fest davon aus, dass sich dies in den kommenden Tagen ändern sollte.
Der Freitag war mal wieder nichts für schwache Nerven. Die Dynamik des erneuten Ausverkaufe an den Finanzmärkten sollte einem schon zu denken geben. Trotz aller Bemühungen der EZB und der Rettungsmaßnahmen für Griechenland stürzt der Kurs des Euro ins scheinbar Bodenlose und reißt damit natürlich auch die Aktienkurse mit nach unten. Inzwischen sind wir am 18 Monats Tief angekommen. Die Aussagen von Josef Ackermann halte ich für bedenklich, ebenso wie die jüngsten Äußerungen von Jean Claude Trichet, der diese Krise als die schlimmste seit dem ersten Weltkrieg bezeichnete.
Möglicher Weise hat der EZB Chef damit recht, dennoch dürften sich die Rahmenbedingungen zur Bewältigung einer solchen Krise inzwischen doch etwas geändert haben. Nach wie vor ist extreme Vorsicht angebracht und auch einen weiteren Ausverkauf halte ich in der kommenden Handelswoche für möglich. Ungefähr ein Drittel meiner offenen Positionen hat sich am Freitag per Stopp-Loss wieder aus meinem Depot verabschiedet, ein weiteres Drittel habe ich dann vorübergehend erst einmal verkauft und warte nun ab bis die Lage sich etwas beruhigt.
Erst wenn der Verfall des Euro gestoppt werden kann dürften sich auch die Märkte wieder beruhigen und entsprechend stabilisieren. Grundsätzlich bin ich eher der Meinung, dass der Boden nun nicht mehr weit entfernt sein sollte. Auch aus charttechnischer Sicht spricht vieles bei Kursen von 1,22 bis 1,24 für eine Bodenbildung der europäischen Leitwährung. Dennoch darf man die derzeitige Panik nicht unterschätzen. Bricht auch diese Marke und hält die Dynamik dieser Bewegung entsprechend an, sind sogar Umtauschverhältnisse von 1,05 Euro je Dollar noch möglich.
Erwähnenswert sind sicherlich auch noch zwei weitere Nachrichten, die am Wochenende Schlagzeilen gemacht haben, und hier hat mich neben den Unruhen in Bangkok, die für eine Destabilisierung der gesamten Region sorgen könnten, die Ankündigung Arnold Schwarzeneggers beunruhigt nun starke Kürzungen im Solzialsektor vornehmen zu wollen, da diese einfach nicht mehr finanzierbar seien. Schon seit längerem ist bekannt, dass Kalifornien sich in einer Schieflage befindet. Nun scheint hier ähnliches zu passieren wie in Griechenland, mit dem feinen Unterschied, dass die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft um ein vielfaches dramatischer wären.
Bleiben Sie also vorsichtig und halten Sie vorerst möglichst viel Cash, der nächste Anstieg kommt bestimmt, wann kann aber wohl keiner im Moment so genau sagen. Allerdings ist dann auch eine heftige Erholungsrally wieder möglich die wir wieder nutzen werden..