Alles raus aus ProSieben?

Zugegeben die Überschrift ist wirklich etwas plakativ, aber ich möchte trotzdem im Artikel auf ein paar Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Chart  und der aktuellen Lage des Unternehmens eingehen. Wir hatten den Titel bereits sehr früh nach dem Absturz im Depot und haben leider schon nach 250% Performance wieder verkauft. Nicht nur die fundamentale Situation sondern viel mehr die Schuldensituation des Unternehmens haben uns damals zum vorzeitigen Verkauf veranlasst. Es stand damals nach unserer Auffassung zu befürchten, dass der ProSieben Konzern nach dem Abzug von Permira als hoch verschuldete Hülle zurückbleiben könnte.. (Anmerkung von Investors Inside)

Die Aktie des MDAX- Konzerns konnte seit den Tiefstständen im März eine hervorragende Performance aufs Parkett legen. Von 88 Cent auf über 12 Euro ist wohl der Traum eines jeden Traders. Allerdings sollte man die aktuellen charttechnischen Gesichtspunkte nicht aus den Augen verlieren. Fakt ist der aktuelle Aufwärtstrend ist vorerst gebrochen. Der gleitende Durchschnitt 14 steht kurz vor dem Schneiden des gleitenden Durchschnitts 50 und das von oben nach unten. In der Charttechnik wird das als mögliches Verkaufssignal gedeutet. Auch der „Moving Average Convergence/Divergence“ Indikator löst so schnell kein Kaufsignal aus. Aktuell laufen die MACD-Linie und die Trigger-Linie parallel abwärts. Der Relative Strength Index bewegt sich in Richtung „Überkauft-Zone“. Angesichts dieser Faktoren würde ich als möglicher Anleger vorerst nicht in die ProSiebenSat1 Media AG einsteigen.

Anders sieht der Chart eventuell langfristig aus. Wenn man sich die Höchststände 2007 anschaut, dann merkt man schnell, wo die Reise hingehen soll. Verdopplungspotential, Kursziel 28 Euro!?  Ob das realistisch ist kann wohl derzeit niemand so genau sagen. Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling rechnet mit einem Wachstum im Werbebereich um die 2 Prozent jährlich, schwer vorstellbar, das diese Wachstumsraten deutliche höhere Kurse rechtfertigen werden. Die aktuellen Marktanteile habe ich euch einmal in der Grafik hochgeladen.

Man erkennt sehr schnell, dass die RTL-Gruppe und der ProSieben Konzern Marktführer sind. Eine solche Position verleitet natürlich immer zu fragwürdigen Machenschaften. Ich möchte das niemanden unterstellen, allerdings sieht das das Bundeskartellamt anders. Am 19.05.2010 wurden die Büroräume von RTL und ProSieben durchsucht. Verdacht: Preisabsprachen.  Nach Angaben der Behörden hätten sich beide Unternehmen darauf geeinigt, dass das digitale Free TV Programm nur  verschlüsselt und gegen Entgelt empfangen werden kann. Spekulativ orientierte Anleger können jetzt auf ein glückliches oder auch unglückliches Ende der Ermittlungen bei ProSiebenSAT1 wetten. Ich persönlich würde den Titel erst einmal nur auf die Watchlist setzen. Ein weiterer Rücksetzer bis in den Bereich um 10,- Euro erscheint möglich…(von Martin Brosy, boersenpoint.de)

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