DAX und Euro – Quo vadis?

Das positive Handelsende in den USA hat die Talfahrt an den Börsen zunächst gestoppt. Zwar befinden sich die Indizes immer noch in einer charttechnisch angespannten Situation, dennoch stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Börsen nun wieder nach oben drehen werden. Weder die starken Konsumdaten aus den USA noch die immer besser werdenden Fakten vom US Immobiliensektor haben bisher so richtig Beachtung gefunden, da das Thema der Euro Krise momentan alles andere überlagert. Der Auslöser der „anderen“ Krise hingegen, der US Immobiliensektor, stabilisiert sich zusehends, und genau dieser Faktor sollte auch letztendlich die Wende an den Finanzmärkten einleiten. Zwar sind die Amerikaner noch lange nicht über den Berg und haben inzwischen große Probleme im Gewerbe-Immobilien-Sektor und vor allem am Arbeitsmarkt, aber die Zeichen einer ursächlichen Erholung mehren sich…

Ich persönlich halte die ganze Panik um die Ausweitung der Krise nach Spanien erst einmal für völlig überzogen, extrem mediengetrieben, und sowieso verfrüht. Man muss sich mal vor Augen führen, dass die in die Pleite gegangene Sparkasse der Spanier zum einen operativ schlecht und weltfremd durch kirchliche Manager geführt wurde, was wohl ein wesentlicher Punkt bei der Insolvenz war, und zum anderen gerade einmal 0,6% des spanischen Bankenwesens ausmachte. In der Relation für das spanische Bankenwesen heißt das das gestern durch diese Meldung verursachte Abschläge bei den großen spanischen Bankentiteln wahrscheinlich mehr Kapital vernichtet hat als diese kleine Sparkasse jemals hatte. Da passt dann auch der Spruch man soll mal die Kirche im Dorf lassen sehr schön…ich würde mal behaupten, das Deutschland beispielsweise mit der HypoReal Estate deutlich größere Probleme hat! Das hingegen scheint aber irgendwie niemanden mehr so richtig zu stören…

Aus charttechnischer Sicht befinden wir uns in allen Indizes in einer sehr interessanten und höchst brisanten Situation die ich hier einmal kurz zusammenfassen möchte. Der Dow Jones fiel gestern zunächst unter die wichtige Marke von 10.000 Punkten konnte diese aber im Tagesverlauf wieder erfolgreich zurückerobern, was durchaus positiv zu werten ist. Ebenso hat der S&P 500 gestern die eigentlich letztmögliche Pivotzone bei 1.041 Zählern mustergültig mehrfach getestet bevor er dann nach oben abgedreht ist, was ebenfalls als bullish zu werten ist! Im Dax wurde mit dem Unterschreiten der 5.700 er Marke eigentlich ein deutliches Verkaufssignal generiert und der langfristige Aufwärtstrend endgültig verlassen. Das auch diese Marke aber bereits im Tagesverlauf zurückerobert werden konnte deutet auf ein klassisches Fehlsignal hin und ist ebenfalls bullish zu werten. Eine weitere Erholung bis in den Bereich 5.800 – 5,850 Punkte scheint nun möglich, erst über 5.880 Punkten dürfte sich aber die charttechnische Situation wieder entspannen. kann diese Marke nicht überwunden werden, ist ein dann folgender, weiterer Rücksetzer sehr wahrscheinlich.

Nicht minder spannend ist die Situation beim Euro! Die europäische Leitwährung hat sich nun erst einmal stabilisiert. Die 1,22 scheinen eine passable Unterstützung zu bieten inzwischen hat der Euro sich über 1,23 etabliert und steuert in Richtung 1,25. Ich halte es durchaus für möglich, dass auf Grund der hohen Shortpositionen die in der Währung aufgebaut wurden beim Überschreiten der Marke von sagen wir mal 1,25 ein ordentlicher Shortsqueeze folgen könnte der kurzzeitig sogar wieder bis in den Bereich von 1,35 USD/EUR führen könnte. Grundsätzlich ist der Euro wohl überbewertet und der Markt dürfte diese Überbewertung auch zu gegebener Zeit abbauen, kurzfristig rechne ich aber eher mit dem oben beschriebenen Szenario. Sollte dies eintreffen wird es wohl sehr schnell gehen. Und was dies dann für den europäischen Aktienmarkt bedeutet können Sie sich denken..

Es gibt also so einige Faktoren die dafür sprechen, dass wir nun den nächsten Swing nach Norden sehen werden. Wie weit dieser gehen kann, und ob nicht andere Faktoren diese Bewegung in Kürze wieder stören werden kann niemand so genau sagen. Die Spannungen in Korea könnten die gesamte asiatische Region noch einmal belasten, und dies würde auch in Europa und Asien nicht ohne Folgen bleiben. Auch wenn man in Asien nicht ernsthaft mit einer Eskalation rechnet reichen oftmals irgendwelche Nachrichten um den beginnenden Upswing wieder zu gefährden. Deshalb ist es wichtiger denn sich gegen wieder fallende Notierungen entsprechend abzusichern…Noch ist das Parkett auf dem sich die Bullen bewegen sehr dünn, dafür die Gewinnchance aber auch sehr interessant…

Related posts

Kommentar verfassen

Top