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Valeant, Vertex, Cellgene, Alexion, Intercept – Alarm im Biotech Sektor

Der heutige Kursanstieg der US Indizes dürfte zum großen Teil auf das Konto der Biotechnologie- und Pharma-Branche gehen. Ein regelrechter Squeeze führte zu deutlichen Kursanstiegen nahezu aller Aktien aus diesen Sektoren, womit sich die gestrigen Beobachtungen zu einem möglichen Ausbruch bewahrheitet haben. Kurzfristig ist dieser Sektor nun „hot“ mittel- bis langfristig bleibt Biotechnologie aber, auch nach dem jüngsten Kursanstieg ein sehr schwieriges Pflaster. Je nachdem wer die nächste US Präsidentschafts-Wahl gewinnen wird stehen hier mehr oder minder große Umwälzungen an, die sich künftig sehr deutlich auf die Ertragslage der Unternehmen auswirken können…

Biotech ETFs langfristig

Dennoch haben die oben genannten Sektoren nun das Zeug dazu die US Indizes kurzfristig oben zu halten. Diese Entwicklung ist zwar bei genauer Betrachtung nur ein kleiner Hoffnungsschimmer auf eine Trendwende in einem intakten Abwärtstrend, muss aber aufgrund der Dynamik respektiert werden. Mittelfristig gehe ich eher davon aus, dass wir hier noch einmal eine kräftige Abwärtswelle sehen werden, bevor dann ein endgültiger Boden gefunden ist. Dies wäre dann die mustergültige dritte Welle abwärts, wie bereits kürzlich hier anhand eines anderen Biotech-ETFs gezeigt. Von welchem Niveau aus eine solche Bewegung allerdings starten kann bleibt offen. Kurzfristig kann man das Momentum hier aber durchaus spielen.

Solange also bei Biotech-Aktien Druck im Kessel ist, macht es keinen Sinn damit in irgend einer Form zu hadern und schon gar nicht sich gegen diese Entwicklung zu stellen. Der heutige Kursanstieg ist dennoch mit etwas Vorsicht zu genießen und sollte nicht blind gekauft werden. Denn meist kommt nach einem dynamischen Ausbruch noch einmal ein Re-Test des Ausbruchsniveaus. Erst dann zeigt sich der wahre Charakter eines Ausbruchs! Aktuell spielt der Markt zudem irgendwelche positiven Überraschungen aus dem FOMC Sitzungsprotokoll, das um 20:00 Uhr veröffentlicht wird. Ich persönlich erwarte hier keine nennenswerten Neuerungen, aber wie immer deutliche Kursschwankungen im Vorfeld und danach.. Die „überraschend“ gesunkenen US Lagerbestände für Erdöl sorgen heute für insgesamt freundliche Stimmung. Ist schon erstaunlich wie stark diese Bestände innerhalb einer Woche sinken können 😉

Behalten Sie den Biotech-Sektor jetzt genau im Auge, falls Sie noch nicht investiert sind!

Daimler Aktien gibt es morgen unter 60,- Euro…

Die Daimler Aktie sieht im Moment – wie alle anderen Autobauer – nicht besonders gut aus. Der zuletzt wieder gestiegene Euro belastet hier ebenso wie der gefallene Ölpreis und die drohende Top-Bildung bei den US-Indizes. Dazu kommt noch eine Klage des DUH (Deutsche Umwelthilfe) gegen Daimler wegen angeblicher Abgasmanipulation und Verbrauchertäuschung. Auf der Gegenseite spricht Daimler Chef Zetsche heute auf den Hauptversammlung über „mehr Schub im zweiten Halbjahr“, was grundsätzlich ja ganz erfreulich klingt…

Zetsche erwartet, dass das zweite Halbjahr dank günstiger Währungseffekte und der neuen E-Klasse deutlich besser laufen sollte als die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres. Im ersten Quartal haben die Anlaufkosten für die neuen Modelle anscheinend etwas auf das Ergebnis gedrückt. Dennoch konnte der Absatz in diesem Zeitraum um satte 12,6 Prozent gesteigert werden, was diesen Negativeffekt wieder einigermaßen kompensieren dürfte. Bei Daimler läuft es also unter dem Strich weiterhin rund. Das kann man von so machen Mitbewerber nicht unbedingt behaupten!

Die Daimler Aktie dürfte morgen, wenn der Aktienkurs heute ungefähr auf diesem Niveau bleibt, unter 60,- Euro notieren, was aber nicht daran liegt dass ich heute noch einen Kurssturz erwarten würde. Denn dann wird die Rekord-Dividende in Höhe von 3,25 Euro an die Aktionäre ausgeschüttet. Die schlägt sich dann für gewöhnlich mit einem entsprechenden Abschlag im Aktienkurs nieder. Die Ausschüttung wird damit gegenüber um 0,80 Euro oder 33% höher ausfallen und entspricht einer Dividendenrendite von ca. 5,10 Prozent.

Man muss also nicht in Panik verfallen, wenn die Daimler Aktie morgen mal wieder schön billig ist, sondern sollte ggf. darüber nachdenken ob heute oder morgen der richtige Zeitpunkt zum Kauf der Aktie ist, um dann von dem starken zweiten Halbjahr zu profitieren.

Nordex – jetzt wird es wirklich kritisch!

Ich hatte es ja bereits in meinem letzten Artikel zur Nordex Aktie angedeutet und vieles spricht weiterhin für das negative Szenario… Heute erreicht die Aktie erneut die Nackenlinie, womit nun wohl unmittelbar eine Entscheidung ansteht. Ob das Kursziel von 18,25 Euro noch erreicht wird kann heute noch nicht gesagt werden, aber ich habe den Chart jetzt mal aktualisiert um darzustellen wohin die Aktie höchstwahrscheinlich in den kommenden Tagen fallen wird:

Norde Aktie Trendwende

Die untere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrend wurde jetzt etwas nach oben angepasst, um dieses kurzfristige Ziel etwas näher definiert zu können Aktuell kämpft die Aktie mit dem 50er Fibonacci Retracement, scheint diesen Kampf aber letztlich zu verlieren, womit die nächste Station dann die Unterstützungslinie bei ca. 20,70 Euro wäre. Trotz aller positiver Marktkommentare zu der Aktie bleibe ich somit skeptisch, ob die Trendwende nach oben demnächst gelingen kann. Viel mehr gehe ich inzwischen fest davon aus, dass die hier eingezeichnete rote Trendlinie als Mindestziel der laufenden Korrekturbewegung noch getestet wird. Wohlmöglich sehen wir sogar ein leichtes Unterschreiten in Richtung des 61,80er Retracements.

Sollte die Aktie also nicht demnächst wieder nach oben drehen und auf Tagesschluss-Basis über der Nackenlinie notieren, ist hier weiterhin Abwarten die bessere Strategie als frühzeitig auf einen Boden zu spekulieren! Fehlsignale sind selbstverständlich ebenso möglich. Erst ein Anstieg über 24,40 Euro würde das obern dargestellte Szenario aber hinfällig machen.

Allergan-Pfizer-Deal geplatzt?

Die Allergan Aktie schmierte gestern nachbörslich um bis zu 22 Prozent ab. Der Botox-Hersteller sollte ja demnächst mit dem Pharma-Riesen Pfizer, der unter anderem die Potenzpille Viagra produziert, fusionieren. US Aufsichtsbehörden haben diesen geplanten Zusammenschluss nun noch einmal ins Visier genommen. Nicht etwas weil dadurch der weltgrößte Arzneimittel-Hersteller entstehen würde, sondern viel mehr um der möglichen Steuerflucht Einhalt zu gebieten. Denn Allergan hat seinen Sitz im eher steuergünstigen Irland während Pfizer die Milliardengewinne bislang in den USA versteuert. Befürchtet wird nun dass auch Pfizer durch den Zusammenschluss seine Steuern künftig eher in Irland als den USA abführen will. Die Fusion steht somit auf dem Prüfstand. Die Pfizer Aktie konnte daraufhin leicht zulegen, während die Allergan Aktie deutlich nach unten durchgereicht wurde. Möglicherweise eine interessante Trading-Chance und Spekulation..!?

Niemand weiß wohl genau wie sich das US Finanzministerium hier entscheiden wird, bzw. wie die beiden betroffenen Unternehmen nun auf die Neuigkeiten reagieren werden. Ich persönlich halte Biotechnologie Aktien grundsätzlich für gefährlich, zumindest wenn es um Unternehmen geht die noch keine echten Produkte am Markt haben oder nennenswerte Umsätze generieren. Pfizer ist sicherlich eines der solidesten Unternehmen in diesem Bereich, weswegen die Spekulation auf einen geplatzten Deal auch durchaus interessant ist. Die Aktie ist mit der gestrigen Kursbewegung nun ausgebrochen, was allerdings noch bestätigt werden muss. Die Allergan Aktie ist eine entsprechende Spekulation in die genau entgegengesetzte Richtung. Sollte der Deal trotzdem noch zustande kommen wären die 22 Prozent Kursverlust von gestern schnell wieder vergessen. Beide Aktien kommen auf die Watchlist!

Tesla – Selbstüberschätzung und Überheblichkeit…

Das neu vorgestellte Model 3 ist die eine Sache die die Menschen offenbar begeistert und bereits nach einem Wochenende mit massiven Vorbestellungen von inzwischen fast 280.000 Exemplaren zum neuen iPhone für die Strasse mutiert ist. Während auch ich mich also durchaus von diesem schicken neuen Flitzer angesprochen fühle, bin ich weiterhin skeptisch für die Aktie, wie bereits im letzten Artikel erwähnt. Tesla Chef Elon Musk verkauft Visionen und das macht er ganz hervorragend – mit der Umsetzung hapert es aber regelmäßig. Und darauf kommt es am Ende bei einer Aktie an!

Die aktuellen Zahlen sorgen einmal mehr für eine Enttäuschung bei den Anlegern. Elon Musk hatte noch im Februar verkündet mindestens 16.000 Fahrzeuge im ersten Quartal auszuliefern. Tatsächlich waren es dann aber nur 14.820, wie gestern bekannt wurde. Noch immer scheint das Model X mit seinen Flügeltüren dabei das Hauptproblem zu sein. Dieses mal wären die Zulieferer schuld, die laut Unternehmensangaben sechs Bauteile für den SUV mit Flügeltüren nicht in ausreichendem Umfang oder Qualität liefern konnten. Man darf dreimal raten welche Teile dies gewesen sein könnten… So waren dann auch die Worte: „unentschuldbare Selbstüberschätzung“ und „Überheblichkeit“ von Elon Musk zu hören.

Die ausgegebene Jahresprognose beläuft sich auf 80.000 bis 90.000 ausgelieferte Autos ihn 2016, womit Tesla nun noch neun Monate Zeit hat etwas mehr als 65.000 Autos zu bauen und auszuliefern. Damit hängt die Messlatte nun bereits sehr hoch, denn die kommenden drei Quartale müsste jeweils das Rekordquartal mit 17.400 Wagen deutlich übertreffen. Es ist also nicht davon auszugehen dass Tesla dieses Ziel tatsächlich schaffen kann. Weitere Enttäuschungen scheinen hier trotz aller Freude über das neue Model 3 vorprogrammiert zu sein.

Apropos schaffen kann…. Ich persönlich gehe davon aus, das Tesla nun bei der Produktion des Model 3 mächtig aufs Gas treten wird, da der Andrang entsprechend hoch war und sich das Unternehmen dadurch in völlig neue Dimensionen katapultieren könnte. Hierzu dürfte aber eine ganze Menge Kapital erforderlich sein und die Produktion früher starten zu können und natürlich deutlich größer zu bauen. Die ca. 280 zinsfreien Millionen an Anzahlungen für die Vorbestellungen dürften da bei Weitem nicht ausreichen. Somit steht nun auch zu befürchten, dass hier nun eine Kapitalmaßnahme in größerem Umfang kommen könnte, die den Aktienkurs dann zusätzlich noch einmal verwässert. Neben der eigentlichen Produktion der Autos bleiben die Finanzen auch weiterhin Teslas größtes Problem!

Die Tesla Aktie geht nach einem anfänglichen Anstieg nachbörslich in die Knie. Der Schlusskurs lag bei 236,60 Dollar und damit im Bereich der beiden zuletzt gerissenen Gaps, die nun wieder geschlossen werden. Dazu muss die Aktie jetzt aber noch bis auf 229,80 fallen (!) was ca 201,- Euro entsprechen würde. Grundsätzlich ist dies also eine „gesunde“ Entwicklung. Auch ein weiteres Abrutschen bis in den Bereich um die 225,- Dollar wäre noch immer bullish zu werten, erst danach ändert sich das Bild wieder. Die Tesla Story bleibt spannend…!

Tesla Model 3 – Das iPhone für die Strasse

Heute Nacht hat Elon Musk nun endlich das langersehnte Model 3 vorgestellt und – so wie es auf den ersten Blick aussieht – wieder einmal die Erwartungen des Marktes geschlagen. Er sieht ganz schick aus der kleine Elektro-Flitzer aus dem Hause Tesla, auch wenn das Design grundsätzlich nicht unbedingt neu wirkt, da man offensichtlich einfach ein paar Stilelemente der drei Vorgängermodelle hier übernommen hat. Etwas hoch und über das durchgehende Glasdach streiten sich die Geister. Innen scheint der „Kleine“ deutlich abgespeckt im Vergleich zum bis zu dreimal so teuren Model S zu sein. Es gibt nur noch einen Screen, der dieses Mal quer eingebaut ist und auf dem man dann wohl auch die Fahrdaten wie Geschwindigkeit etc. ablesen muss.

So sieht der Tesla Model 3 aus

Genaues lässt sich hier wohl erst sagen wenn die ersten Modelle vom Band laufen, den noch scheint der gestern vorgestellte Wagen eher eine Art Studie zu sein. Einige Details werden sich wohl noch ändern. Die Euphorie ist dennoch groß! Auf den gestrigen Event hörte man des Öfteren ähnliche Jubelschreie des Publikums, wie wir sie sonst eigentlich nur von Apple-Präsentationen kennen. Auch die langen Warteschlangen vor den Tesla Shops verraten, dass hier etwas ganz Großes im Gange sein könnte. Ein Hype der zumindest schon für ca 150.000 Vorbestellungen innerhalb der ersten Stunden gesorgt hat. Ein Rekord von dem so mancher deutsche Premium-Hersteller wohl nur träumen kann!

Dennoch, sind diese Vorbestellungen, ganz nüchtern betrachtet, mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Das Model 3 soll erst ab 2017 überhaupt erhältlich sein und Elon Musk hat gestern bereits leicht ironisch darauf hingewiesen, dass man bemüht sei diesen Termin auch zu halten, obwohl das mit dem Model X ja nicht ganz so gut geklappt hat. Hier waren allerdings wohl hauptsächlich die zwar schicken aber äusserst unpraktischen Falcon Türen verantwortlich, die es bei dem Model 3 ja nicht geben wird.

Bei der Summe der Vorbestellungen ist ohnehin davon auszugehen, dass man den Wagen nicht vor 2018 oder vielleicht erst im Jahr 2019 erhalten wird. Ich gehe auch davon aus, dass hier ein Großteil der Vorbesteller drauf spekuliert den bestellten Tesla gewinnbringend verkaufen zu können, bevor er tatsächlich ausgeliefert wird. Für nur 1.000,- Dollar Einsatz, die man bei der Vorbestellung hinterlegen muss, sicherlich eine Spekulation wert, und möglicherweise gewinnträchtiger als die Tesla Aktie. 😉

Wie immer sind die reinen Zahlen also relativ zu sehen. Viel mehr stellte sich im Vorfeld der Präsentation bereits die Frage, ob es gelingen wird diesem neue Auto einen Kultstatus zu verschaffen und hier stehen die Chancen nicht schlecht, dass dies tatsächlich gelungen ist. Im direkten Vergleich zu den Konkurrenten Chevrolet Bolt EV, Opel Ampera oder auch dem BMW i3 und anderen Vertretern der neuen Stromer-Generation ist das Model 3 ein optisch sehr ansprechendes Auto, was der natürlich nur meine persönliche Meinung ist. Der Preis ist zudem äussert attraktiv, auch wenn sich noch nicht genau sagen lässt, was der Wagen am Ende mit Extras kosten wird. Die Reichweite ist mit 345 km noch optimierungswürdig. Bleibt zu hoffen dass sich bis zur Auslieferung des Model 3 hier noch etwas tut.

Elon Musk muss es nun „nur“ noch gelingen die gesamte Infrastruktur für die Produktion und ein flächendeckendes Ladenetz zu installieren. Hier lauern noch einige Hürden die genommen werden müssen. Wenn aber auch das gelingt ist es dem großen Visionär wohl endgültig gelungen Elektroautos salonfähig zu machen. Die deutschen Hersteller hinken dieser Entwicklung dann wohl auch in Zukunft kräftig hinterher. Die Reaktion der Aktie auf das neu Modell darf somit gespannt abgewartet werden. Nach dieser Resonanz dürfte Tesla nun zwar ein großes Stück mehr in die horrende Bewertung des Unternehmens hineinwachsen, bleibt dann aber immer noch teuer. Das Model 3 ist für mich ein Kauf, die Aktie bleibt „schwierig“, auch wenn sich die Euphorie hier heute ebenfalls zeigen dürfte.

Volkswagen – Wenn es ganz knüppeldick kommt…!?

Die Volkswagen Aktien ..und dazu zähle ich auch Porsche, halten sich angesichts der doch recht unübersichtlichen Nachrichtenlage seit Wochen erstaunlich stabil. Ich bin weiterhin skeptisch, dass die Aktie bereits jetzt und hier einen nachhaltigen Boden gefunden hat. Zumindest sieht die aktuelle charttechnische Konstellation nicht besonders einladend aus. Zu viele ungeklärte Fragen und ein paar ausserordentlich wichtige Ereignisse erwarten die VW Aktionäre im April…

Ende des Monats will VW Chef Matthias Müller die Jahresbilanz präsentieren, von der im Moment wohl niemand so genau weiß, wie diese ausfallen wird. Welche weiteren Rückstellungen müssen wegen des Abgasskandals gebildet werden, wie hoch wird die Dividende noch ausfallen, oder gibt es überhaupt noch eine? Zudem muss VW nun im kommenden Monate endlich seinen Plan zur Aufarbeitung des Skandals bei den US Behörden vorlegen. Dann müssen offenbar auch konkrete Vorschläge vorgelegt werden, wie man die betroffenen Fahrzeuge umrüsten oder die betroffenen Käufer entschädigen will.

Wohin läuft die Volkswagen Aktie

VW Bodenbildung oder Topformation?

Die Aktie hat inzwischen eine Formation ausgebildet, die mich zumindest mal skeptisch dahingehend werden lässt, ob es das schon gewesen ist. Sollte der DAX in den kommenden Monaten eher zur „Sommergrippe“ neigen und die grundsätzlich Unterstützung eines positiven Börsenumfeldes damit wegfallen, möchte ich in dieser Zeit lieber kein VW Aktionär sein. Der April könnte hier nun die Entscheidung bringen, auch wenn man diese rein charttechnische Sichtweise sicherlich durchaus als übertrieben empfinden kann. An der Börse ist aber grundsätzlich gar nichts unmöglich…!

Ob es nun tatsächlich dazu kommen wird, bleibt auch aus meiner Sicht fraglich, da ein solcher Kursverlauf schon eher extrem wäre. Ich möchte an dieser Stelle eigentlich eher darauf hinweisen, dass ein weiterer Rückgang der Aktie ab hier sehr kritisch betrachtet werden sollte. Ein erstes Warnsignal würde sich ergeben, wenn die Aktie wieder unter die Unterstützung bei 107,- Euro fallen würde. Ein Unterschreiten der hier eingezeichneten grünen Abwärtstrend-Linie würde dann schon in den Bereich unter 100,- Euro führen und „Alarmstufe Rot“ wäre schließlich beim Unterschreiten der roten Nackenlinke dieser möglichen SKS-Formation gegeben. Denn, das rein rechnerische Kursziel dieser Formation wäre dann, nach einem entsprechenden Kursrutsch, tatsächlich im Bereich zwischen 50 und 60,- Euro zu finden.

In Anbetracht der Tatsache das niemand momentan abschließend beurteilen kann wie teuer der Skandal den deutschen Autobauer tatsächlich kommt, stellt somit auch zwingend die Frage ob man unbedingt bei den im April anstehenden Ereignissen dabei sein muss, oder lieber später nochmal vorbeischaut, wenn sich der Rauch wieder etwas gelegt hat. Deutlich bullisher wird es erst wieder wenn die VW Vz Aktie über 122,42 Euro ansteigt.

Wirecard verbreitet gute Stimmung … Vorsicht!

Die Geschäftsleitung beim Zahlungsabwickler Wirecard versucht aktuell offensichtlich mit jeder noch so kleinen positiven Meldung gegen die Short-Attacke anzugehen. Die mysteriösen Anschuldigungen der Zatara-Studie hallen immer noch nach. Obwohl der Markt eigentlich davon ausgeht, dass es sich hierbei um eine „Fake“ handelt, der den Leerverkäufern in die Hände spielen soll, ist es dem Unternehmen bis heute nicht gelungen neues Vertrauen zu schaffen. Auch die teilweise kräftigen Insiderkäufe haben nichts daran geändert, dass die Anleger immer noch massiv verunsichert sind.

Heute macht die Aktie wieder einmal einen kleinen Satz nach oben. Der Grund hierfür ist in zwei Meldungen zu finden. Zum einen erweitert das Unternehmen mittels einer Kooperation mit der Firma AEVI International seinen mobile Point of Sale wie es auf Neudeutsch so schön heißt. AEVI ist ein Tochterunternehmen von Wincor Nixdorf und liefert weltweit IT-Lösungen für Handelsunternehmen und Retailbanken. Die zweite Meldung betrifft den inzwischen etwas optimistischere Ausblick der Geschäftsleitung auf das laufende Geschäftsjahr. Demnach will man den Gewinn vor Steuern und Abschreibungen nach einem „erfreulichen Jahresstart“ nun leicht von zuvor 280 bis 300 Millionen Euro auf nunmehr 290 bis 310 Millionen Euro steigern. Erreicht werden soll dieser marginale Anstieg mittels des neuen Indien-Geschäfts sowie der Tochterunternehmen in Brasilien und Rumänien.

Wirecard mit neuem Versuch einer Bodenbildung

Was sich zunächst einmal positiv liest, ist sicherlich nicht der große Wurf um damit die Stimmung der Anleger nachhaltig zu verbessern. Denn die tatsächliche (netto) Steigerung dürfte wohl eher Bescheiden ausfallen und ändert an den Unsicherheiten um die Geschäftspraktiken des Unternehmens wenig, die in der Zatara Studie angeprangert werden. Auch die neue Kooperation mit AEVI zeigt zwar dass Wirecard grundsätzlich ein sehr umtriebiges Unternehmen ist, lässt aber ebenfalls nicht zwingend darauf schließen, dass sich dies demnächst im Aktienkurs widerspiegeln wird.

Somit bleibt alles wie es ist. Der heutige Anstieg gibt erneut Hoffnung auf eine Bodenbildung, hinterlässt aber auch ein weiteres Gap, dass möglicherweise noch geschlossen werden muss. Hier nun einen Boden auszurufen wäre meiner Meinung nach zu früh und weiterhin riskant. Bis auf Odey Asset Management LLP haben zuletzt nahezu alle Leerverkäufer Ihre Positionen weiter erhöht oder neue aufgebaut. Somit bleibe ich weiterhin skeptisch und lieber an der Seitenlinie bis sich hier ein höheres Hoch im Chart zeigt. Massive Widerstände für die Aktie liegen bei 33,63, 34,65 und 35,66 Euro. Erst wenn diese aus dem Weg geräumt sind, wird es wieder bullisher. Bis dahin gelten für mich weiterhin die genannten Ziele auf der Unterseite.

BB Biotech – Woher kommt bloß die ganze Euphorie..?

Die Medien sind bereist seit einiger Zeit nur voll des Lobes für die Aktie der Schweizer Biotech-Beteiligungsgesellschaft BB Biotech. Reihenweise Kaufempfehlungen und das trotz eines Charts der nicht wirklich gut aussieht. Gestern  hat das Unternehmen einen Aktiensplit im Verhältnis 5 zu 1 durchgeführt und die Aktie damit optisch deutlich günstiger gemacht. Ob das dem Aktienkurs nun allerdings auf die Sprünge hilft und die Aktie dadurch tatsächlich attraktiver für Anleger werden wird, bleibt noch abzuwarten…

So manchem Aktionäre könnte der gestrige Handelstag zunächst einmal einen gehörigen Schrecken eingejagt haben, denn die BB Biotech Aktie eröffnete den Handel mit einem satten Minus von 80 Prozent. Allerdings gilt dies wohl nur für Anleger die nicht wirklich aufgepasst haben, denn die Kapitalmaßnahme war im Vorfeld schon länger bekannt. Jeder Anteilseigner erhielt somit gestern für eine alte Aktie nun fünf neue – zunächst also ein Nullsummenspiel. Es sind somit aktuell fünf mal so viele Aktien im Umlauf, was für die künftige Kursentwicklung eine gewichtige Rolle spielen könnte.

Mit dem Aktiensplitt möchte man den Aktienkurs attraktiver gestalten und somit auch mehr Investoren anlocken. Erfahrungsgemäß passiert aber zunächst erst einmal das Gegenteil. Denn meistens fällt ein Aktienkurs nach einer solchen Maßnahe erst einmal, bevor dann irgendwann der gewünschte Effekt eintritt. Die spannende Frage ist nun also bis wohin die BB Biotech Aktie noch „schwächeln“ könnte, bevor sie dann wieder ein Kauf ist. Ich beobachte hier bereits seit längerem den Kurs und möchte meine Sichtweise der Dinge kurz mit Ihnen teilen…

BB Biotech jetzt kaufen?

Die Aktie neigt eindeutig zur Schwäche. Seit dem Hochpunkt bei 71,72 CHF hat der Titel nun inzwischen mehr an Wert verloren als die meisten großen Biotech Unternehmen. Mit einem Aktienkurs von aktuell 44,70 CHF nähert sich die Aktie inzwischen wieder sowohl der langfristigen Aufwärtstrend-Linie (rot) als auch dem offenen Gap bei 42,23 CHF, dessen Schließung ich in jedem Fall noch erwarte. Ein weiterer Rücksetzer in die Nähe der 40,- CHF Marke sollte also einkalkuliert werden! Hier muss sich dann entscheiden ob der Titel neue Stärke zeigen kann und der langfristige Trend bestehen bleibt. Angesichts der etwas angeschlagenen Situation des gesamten US Biotech-Sektors sollte man aber auch mit einem kurzzeitig Unterschreiten rechnen. Das maximale Risiko, bzw. eine hervorragende Kaufgelegenheit würde ich somit im Bereich um die 36,- CHF sehen, die zweitbeste Chance knapp über 40,- CHF – aber eben noch nicht jetzt!

Vergessen werden sollte bei aller medialer Euphorie auch nicht, dass der gesamten Biotech Branche demnächst eventuell heftiger Gegenwind ins Gesicht blasen wird, falls Hillary Clinton die nächste US Präsidentschaft-Wahl gewinnen sollte. Zudem sind Kursentwicklungen und Skandale wie wir sie zuletzt bei Valeant Pharma gesehen haben ein weiterer Risikofaktor für eine Beteiligungsgesellschaft wie BB Biotech, der nicht komplett ausgeblendet werden sollte. Auch der deutliche Gewinnrückgang im vergangenen Jahr kann nicht ignoriert werden. Mir fallen da noch einige weitere Argumente ein, die ein Investment in die Aktie, auch zum nun deutlich reduzierten Aktienkurs, kurzfristig eher risikoreich erscheinen lassen…

Fazit: BB Biotech bleibt eine interessante Aktie für Anleger die nach einem Basisinvestment im Bereich Biotechnologie suchen und den entsprechenden Zeithorizont mitbringen! Der gestern durchgeführte Aktiensplit wird ab einem gewissen Punkt seine Wirkung entfalten. Dieser Punkt dürfte aber noch nicht gekommen sein. Viel mehr muss man unbedingt damit rechnen, dass der gesamte Biotechnologie Sektor in den USA spätestens gegen Ende des Jahres eine weitere Abwärtswelle vollzogen haben könnte, was dann natürlich auch deutliche Auswirkungen auf den BB Biotech Aktienkurs hat.  Denn, inzwischen deutet nahezu jeder Chart der großen US Biotech Unternehmen eher darauf hin, dass hier eine, nach der Eliott-Wellen-Theorie mustergültige Korrekturbewegung, zu erwarten ist. Exemplarisch für die gesamte Branche habe ich Ihnen hier mal den iShares Nasdaq Biotechnologie ETF (IBB) eingestellt, den ich ebenfalls für ein gutes Basisinvestment in den Bereich halte – aber eben noch nicht jetzt!

Sowohl der IBB also auch BB Biotech gehören aber unbedingt auf die Watchlist!

Deutsche Bank – Wehe wenn die 16,- nicht hält…!

Die Deutsche Bank Aktie ist nach ihrem spontanen Höhenflug inzwischen wieder deutlich zurück gekommen und notiert inzwischen nahe der aus meiner Sicht alles entscheidenden Marke bei 16,- Euro. Ich habe Ihnen hier zwei mögliche Szenarien skizziert und favorisiere erneut eher das Negativszenario, alleine  aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage, des zu erwartenden Milliarden-Verlustes im Geschäftsjahr 2016 und  und der jüngsten Androhung auf Abstufung der Kreditwürdigkeit durch Moody´s. Es ist also an der Zeit sich mal wieder etwas näher mit der Aktie des Deutschen Branchenprimus auseinander zu setzen..

Chartanalyse Deutsche Bank Aktie

Die Aktie notiert nun an der 16,- Euro Marke, die bei dem Letzten Anstieg bereits eine Schlüsselrolle gespielt hatte. Dieses mal wieder diese Marken nun von oben getestet, was grundsätzlich nicht negativ zu werten ist, denn der Anstieg der Erholung ging für meinen Geschmack ohnehin deutlich zu schnell. Ich bitte schon vorab die vielen Linien in diesem Chart zu entschuldigen, die aber alle noch ihre Daseinsberechtigung haben. Ich hoffe dennoch, dass die aktuelle Situation klar ersichtlich ist.  Dargestellt werden die zwei möglichen Entwicklungen ab hier:

1. Szenario (grün) Abschluss der Bodenbildung
Das Setup der Tassenformation ist aus charttechnischer Sicht im ersten Anlauf inzwischen deutlich gescheitert. Der Henkel der Tasse war ohnehin nicht ideal und der aktuelle Abverkauf lässt nicht viel Gutes erwarten. Noch ist es zwar grundsätzlich möglich, dass sich hier nun doch noch ein größerer Henkel formiert, dazu müsste die Aktie nun aber schnell und deutlich wieder ansteigen und keinesfalls unter die 16,- Euro Marke rutschen! Achten Sie also unbedingt darauf ob die Deutsche Bank Aktie auf Tagesbasis unter dieser Marke schließt. Ein schneller Anstieg über ca. 17,50 Euro würde hingegen die Möglichkeit einer bald abgeschlossenen Bodenbildung offen halten!

2. Szenario (rot) SKS Formation mit anschließendem Gap Close und  möglichem Doppelboden

Aufgrund der bereits oben genannten Faktoren würde ich weiterhin das eher negative Szenario bevorzugen. Hier hat sich nun eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebildet, deren Nackenlinke mit dem unterschreiten der 16,- Euro Marke in greifbare Nähe rückt. Auch hier besteht nun eine Restwahrscheinlichkeit darauf, dass die Aktie dort wieder nach oben dreht und eine Bärenfalle generiert. Dennoch ist das rechnerische Kursziel aus dieser Formation im Bereich des letzten noch offenen Gaps zu finden und somit aus meiner Sicht eine hohe Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario gegeben. Im Anschluss wäre dann sogar ein Test der alten Tiefstände und damit ein möglicher Doppelboden wahrscheinlich.

Wie auch immer sich die Aktie nun „entscheiden“ wird, ich denke dass die Risiken bei der Aktie nach wie vor die Chancen überwiegen. Nach der eher düsteren Prognose für das Gesamtjahr muss man sich als Anleger ohnehin die Frage stellen ob das Geld nicht an anderer Stelle besser aufgehoben ist. Für Trader hingegen bietet die DB Aktie wahrscheinlich in den kommenden Monaten – wenn nicht Jahren – immer wieder interessante Einstiegsgelegenheiten sowohl auf der Long- als auch auf der Shortseite.

Nordex – nun ihn Richtung 18,25 Euro?

Investors Inside Leser dürften über den heftigen Abverkauf bei der Nordex Aktie nicht sonderlich verwundert reagieren. In meinem letzten Artikel „Nordex vor deutlichem Kursrutsch“ hatte ich ja genau davor gewarnt dass ein solches Szenario nun sehr wahrscheinlich wird. Die Aktie zeigte bereits seit einigen Tagen, wenn nicht Wochen, deutliche Schwäche. Der verhaltene Ausblick des Unternehmen war also nur eine Bestätigung dessen was der Markt offenbar schon wusste und der Chart deutlich gezeigt hatte. Die spannende Frage ist nun, wie geht es mit der Aktie kurzfristig weiter…?

Nordex verkündete zum Beginn dieser Handelswoche eigentlich auf den ersten Blick gesehen ordentliche Zahlen. Die bereits bekannten Daten zum abgelaufenen Geschäftsjahr wurden noch einmal bestätigt, der Ausblick auf die laufenden Geschäfte viel aber ziemlich enttäuschen aus. Demnach erwartet man für das Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz in Höhe von 3,4 Milliarden Euro wovon allerdings ein großer Teil auf den Zukauf  der Acconia Windpower zurückzuführen sein dürfte. Die geplante Umsatzsteigerung bei Nordex von 2,43 Milliarden Euro auf nunmehr 3,4 Milliarden Euro deutet somit darauf hin, dass Nordex im Kerngeschäft offenbar nicht mehr mit großen Sprüngen rechnet, da Acconia bereits im letzten Jahr einen Umsatz in Höhe von 0,9 Milliarden Euro erzielt hat.

Nordex Aktie unter Druck

Die Nordex Aktie ist also spätestens seit heute deutlich angeschlagen. Die heutige Enttäuschung der verbliebenen Anleger dürfte in den nächsten Tagen noch nachhallen und ich erwarte nun maximal einen nochmaligen Test des hier eingezeichneten Trends (grüne Linie) von unten, bevor es dann höchstwahrscheinlich weiter abwärts geht. Deutlich im Chart zu erkennen ist die Übertreibungsphase der Aktie, auf die ich ja in dem letzten Artikel bereits eingegangen bin. Dies gelöst sich nun in Form einer SKS Formation nach unten auf. Diese ist allerdings erst mit dem Unterschreiten der Nackenlinie bei ca. 23,25 Euro vollendet. Dann droht allerdings aus rein technischer Sicht sogar heftiger Absturz in Richtung 13,68 Euro – was ich aber irgendwie für übertrieben halte.

Somit bleibt für mich letztlich einen Test der unteren Begrenzung des Aufwärtstrends nach wie vor das wahrscheinlichste Szenario. Bei 17,10 Euro liegt eine wesentliche Unterstützung die möglicherweise noch erreicht werden kann. Alles darunter wäre dann wohl als Übertreibung in die andere Richtung zu werten. Grundsätzlich bleibt Nordex ein aussichtsreicher, wenn auch nicht unbedingt günstiger Wachstumstitel. Eine weiterführende Korrektur wäre aber grundsätzlich nach dem starken Anstieg der letzten Jahre als gesund zu bezeichnen.

Fazit: Nach wie vor gehe ich davon aus, dass die Aktie nun noch einmal deutlich zurückkommen sollte. Erste Ziele dieser Bewegung liegen zunächst im Bereich 20,70 Euro, danach beim 50er Fibonacci Retracement um die 18,25 Euro. Hier sollte sich dann eigentlich wieder eine Stabilisierung der Aktie ergeben um den langfristigen Aufwärtstrend nicht zu gefährden. Übertreibungen bis in den Bereich um die 17,- Euro sind kurzfristig nicht auszuschließen, wenn auch nicht zwingen wahrscheinlich. Die Nordex Aktie dürfte ihre besten Tage vorerst gesehen haben. Ein Einstige unter längerfristigen Gesichtspunkten dürfte sich an den genannten Marken dann aber wieder lohnen.

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