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Alibaba und Yahoo – zurück auf Los… und nun?

Wie bereits mehrfach hier im Blog berichtet befinden sich insbesondere die Highflyer des letzten Jahres momentan schwer unter Druck. Allen voran wäre hier wohl der „größte Börsengang aller Zeiten“ von Alibaba zu erwähnen. Die Aktie konnte nach dem IPO einen fulminanten Start hinlegen und stieg auf 120,- Dollar je Anteilsschein an. Danach kehrte nun die Ernüchterung ein, die zuletzt durch den schwächeren Ausblick und die nicht ganz erreichten Wachstumserwartungen, befeuert wurde. Die Alibaba Aktie ist somit fast auf dem Tiefstand vom Oktober 2014 angekommen und es stellt sich die dringende Frage wie es hier nun weitergehen könnte…

Alibaba.com Aktie im Chartcheck seit dem Börsengang

Aus rein charttechnischer Betrachtung gibt es zur Zeit wenig Anlass zur Freude für die Bullen, auch wenn man nun darauf setzen kann, dass eine der letzten Unterstützungen den Sturz der Aktie abfangen sollten. Trotz der hervorragenden Zukunftsaussichten des Konzerns bleibt für den Anleger somit Vorsicht das oberste Gebot der Stunde. Ich persönlich rechne hier nun zwar damit, dass sich die Aktie spätestens im Bereich der alten Tiefstände stabilisieren sollte und ein tragfähiges Doppeltief ausbildet, dennoch ist es dringend angeraten hier lediglich mit ersten Positionen und sehr behutsam in die Aktie einzusteigen. Eine Aufstockung der Position kann dann erfolgen, wenn der Aktienkurs nachweislich wieder nach oben gedreht hat.

Fazit: Die Alibaba Aktie bleibt auf mittler Sicht eine der spannendsten Beteiligungsmöglichkeiten im Bereich Internet. Das liegt nicht zuletzt an dem Umstand, dass in China nicht nur einer der größten Märkte für E-Commerce ist, sondern dort auch eine völlig andere „Internetkultur“ vorherrscht. Nur die wenigsten Unternehmen in China betreiben einen eigenen Online-Shop. Die Verkäufe werden somit zum Großteil über die Alibaba Plattformen abgewickelt – der Internet-Konzern verdient somit an nahezu jeder Online-Transaktion mit – Tendenz weiter steigend! Dieses Potenzial sollte nebst anderer Geschäftsfelder wie AliPay auch künftig für satte Gewinne sorgen. Ein erster Kauf der Aktie auf dem aktuellen Niveau bietet sich somit an.

Die Yahoo Aktie wird somit ebenfalls bei Kursen zwischen 41,- und 40,- Dollar wieder interessant, wobei ich hier ganz klar ein Direktinvestment vorziehen würde um an der Alibaba-Story teilzuhaben!

GoPro Aktie am Ziel – Nach dem Gap Close kaufen?

Die Charttechnik ließ es bereits erahnen…. Auch wenn das Zahlenwerk des Action-Kamera-Herstellers GoPro positiv überraschen konnte, stand zu befürchten, dass die Aktie noch einmal deutlich zurückkommen würde. Denn der vorangegangene Anstieg ging viel zu schnell, das Unternehmen muss also erst einmal in die ambitionierte Bewertung hineinwachsen. Nun liegen erstmals seit dem Börsengang aussagekräftige Zahlen auf dem Tisch mit denen man arbeiten kann – und die waren sehr gut! Der Ausblick auf Kommendes allerdings, sowie der überraschende Weggang von COO Nina Richardson, der gestern angekündigt wurde, drückte deutlich auf die Stimmung der Anleger. Die Aktie verlor nachbörslich 11,22 Prozent an Wert..

GoPro Aktie Chart Analyse mit Trends

Mit knapp sieben Milliarden US Dollar ist GoPro an der Börse bewertet. Im Geschäftsjahr 2014 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz in Höhe von 1,39 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie in Höhe von 1,32 Dollar, was weit über den Schätzungen der Analysten lag. Fachleute haben im Vorfeld der Zahlenvorlage mit einem Umsatz von 1,32 Milliarden Dollar gerechnet und einen Gewinn von lediglich 1,02 Dollar je Aktie erwartet. Von dieser Seite stimmen die Quartalszahlen also durchaus hoffnungsvoll, wobei man davon ausgehen kann dass der Hype um die Produkte des Konzerns allmählich etwas abebben könnte.

Fakt ist, nur das extrem starke Weihnachtsquartal von GoPro hat die Jahresbilanz gerettet. Firmenchef Nicholas Woodman verwies bei der gestrigen Präsentation ebenfalls noch einmal darauf, dass GoPro das bestverkaufte Produkt im Weihnachtsgeschäft gewesen sei. Dementsprechend schwächer sollten die kommenden Quartale verlaufen und dementsprechend werden andere Konzerne schnell versuchen diesen Markt mit eigenen Produkten zu besetzten!

Unabhängig davon finde ich die Story weiterhin spannend und denke dass man hier nun demnächst einen ersten Schritt wagen kann, sobald das offene Gap geschlossen worden ist und man weiß wie der Markt die Zahlen heute zur Börseneröffnung tatsächlich verarbeitet.  Mit den gestrigen Tiefstkursen an den US Börsen wurde mein persönliches Trading-Ziel nun also FAST erreicht….

Twitter – Das Vögelchen ist immer noch flügellahm

Twitter konnte dann irgendwie doch noch positiv überraschen. Der Kurznachrichtendienst hat gestern Abend seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert und damit offenbar die Skeptiker überzeugt. Nachbörslich konnte die Aktie um 11,4 Prozent zulegen und keiner weiß eigentlich so wirklich warum? Denn die Zahlen waren eigentlich schlecht – grottenschlecht. Erwartet wurde ein Gewinn je Aktie in Höhe von 0.06 Dollar sowie ein Umsatz von ca 453 Millionen Dollar, was einer Steigerung von stolzen 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.  Tatsächlich erreicht wurde ein Umsatz von 479 Millionen Dollar, allerdings auch ein Verlust in Höhe von 125 Millionen Dollar!

Auf den ersten Blick hat Twitter damit im Gesamtjahr einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,14 Dollar erzielt. Betrachtet man das Zahlenwerk aber nach der US-Bilanzierungsregel GAAP dann sieht es schon deutlich düsterer aus. Demnach hätte der Zwitscherdienst in 2014 fast einen Dollar (0,96) je Aktie Verlust gemacht. Offensichtlich haben sich die Anleger hier nachbörslich also lieber nach dem Prinzip Hoffnung auf die Non-Gaap Ergebnisse konzentriert. Denn auch die Wachstumsraten der Nutzer waren aus meiner Sicht nicht berauschend…

Fazit: Twitter hink bereits seit dem Börsengang den Erwartungen der Analysten und Anleger hinterher und das hat sich bis heute nicht entscheidend geändert. Die hohen Erwartungen die in Twitter-Chef Dick Costolo gesteckt wurden, haben sich bislang nicht erfüllt. Der Aktienkurs ist seit den Hochständen um die 75,- Dollar inzwischen auf 40,- Dollar zurück gekommen. Die Bewertung des Konzerns ist mit ca 26 Milliarden US Dollar auch auf diesem Niveau immer noch recht ambitioniert und ich wüsste beim besten Willen nicht warum ich diese Aktie im Depot haben sollte, auch wenn die Charttechnik vielversprechend aussieht… Möglicherweise wird die Aufwärstbewegung nach den Zahlen demnächst aber bereits wieder korrigiert, wenn die Marktteilnehmer ein paar Nächte darüber geschlafen haben!?

Niedriges Zinsniveau – will der Staat sich auf Kosten der Sparer gesundstoßen?

Der Blick auf das eigene Sparbuch, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto treibt heute mehr als nur einem Anleger die Sorgenfalten auf die Stirn. Mini-Zinsen werden von der Inflation aufgefressen und unter dem Strich steht eine negative Rendite. Einer Bundesbank-Statistik zufolge sind nach wie vor 40% des deutschen Privatvermögens auf Sparbüchern, Tagesgeld oder Festgeldkonten deponiert. Damit stellt der negative Realzins ein sehr dringliches Problem in Deutschland dar. Doch welche Zusammenhänge wirken dabei und welche Rolle spielt der Staat dabei? Genau diese Fragen werden nun etwas genauer beantwortet.

Aktuelle Umfrage zur deutschen Haltung beim Thema Sparkurs der EU Staaten

Bild: Die Mehrheit der Bevölkerung hält die Sparbemühungen der EU-Mitgliedstaaten für notwendig. Griechenlands Premieminister Tsipras hat weitreichende Änderungen am Spardiktat vorgenommen und möchte die Schulden des Landes neu strukturieren. Bildquelle: Investorsinside

Warum befindet sich das Zinsniveau auf einem so niedrigen Stand?

Der unmittelbare Grund für die maue Rendite auf Spareinlagen ist in der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu suchen. Diese kann über den Refinanzierungssatz festlegen, zu welchen Konditionen sich die Geschäftsbanken Geld leihen können. Dieser als Leitzins bezeichnete Zinssatz liegt bereits seit 04.09.2014 bei 0,05%. Somit erreicht die EZB, dass die Banken sich eigentlich kein frisches Kapital über den Kapitalmarkt beschaffen müssen. Der Zusammenhang sieht dabei folgendermaßen aus:

Eine Geschäftsbank benötigt Geld, um Kredite zu vergeben. Sie hat zur Kapitalbeschaffung vereinfacht betrachtet 2 Möglichkeiten:

  1. Sie leiht sich Geld bei EZB zum Refinanzierungssatz
  2. Sie passt die Sparzinsen auf Tagesgeldkonten und Festgeldkonten so an, dass mehr Leute ihr Kapital dort anlegen

Die 2. Option wird aber von den Banken aktuell kaum benötigt und genau deshalb liegen die Sparzinsen auf einem so niedrigen Niveau.

Was hat es mit den negativen Zinsen einiger Banken auf sich?

In den letzten Monaten des Jahres 2014 kam bei einigen Banken wie der Skatbank in Thüringen nach Informationen auf handelsblatt.de die Meldung auf, dass diese erstmals für Einlagen über 500.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto einen Strafzins von -0,25% erhebt. Überschüssiges Kapital wird demnach mit einer Gebühr belegt. Doch warum verschmähen die Banken das Geld der Anleger…?

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Apple gibt Vollgas – Apple Pay, Apple TV, Applify und Apple Search?

Apple, Apple und immer wieder Apple… Die Gerüchteküche brodelt. Nicht nur der aktuelle Verlauf des Aktienkurses ist mal wieder eine Erwähnung wert, sondern eine ganze Reihe von sehr interessanten Nachrichten, die das künftige Ertragspotenzial des Konzerns nur erahnen lassen. Langjährige Leser dieses Blogs wissen ja bereits, dass ich das Kursziel für die Aktie deutlich höher sehe als dies aktuell der Fall ist. Seit heute kommen neben dem bereits mehrfach erwähnten Bezahldienst Apple Pay noch ein paar gewichtige Spekulationen für weiter steigende Kurse hinzu. Apple wird die erste One-Trillion-Dollar-Company dieses Planeten…da bin ich mir immer noch ziemlich sicher!

Erst einmal sei vorab erwähnt, dass Apple heute Nacht eine Dividende von 0,41 US Dollar je Aktie an seine Aktionäre ausgeschüttet hat. Somit sollte man nicht verwundert sein, wenn der Aktienkurs zur US Börseneröffnung um dien entsprechenden Betrag tiefer eröffnen wird. Allerdings gehe ich auch davon aus, dass die Aktie unabhängig davon weiterhin an dem Ausbruch über die wichtige 120,- Dollar Hürde „basteln“ wird, der gestern bereits fast gelungen wäre, hätten die US Börsen nicht in den letzten Minuten stark nachgegeben!

Nun zu den wirklich interessanten Nachrichten… Apple bläst offenbar zum Großangriff auf andere Geschäftsfelder. Neben dem Bezahldienst Paypal könnten auch Google, Microsoft, Yahoo und Co. bald einen neuen Konkurrenten in dem hart umkämpften Markt der Suchmaschinen haben, konnte man in den jüngsten Nachrichten lesen. Denn Apple denkt offenbar intensiv darüber nach eine eigene Suchmaschine an den Markt zu bringen. Zumindest wurde dies in die gestrige Stellenausschreibung für einen Projektleiter mit entsprechenden Fähigkeiten hineininterpretiert. Ich denke zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass es sich dabei um eine Suchmaschine im klassischen Sinne handelt, aber die Spekulationen darüber sollten den Aktienkurs weiterhin unterstützen.

Die zweite Nachricht war da schon deutlich interessanter. Apple bastelt offenbar an einem eigenen Streaming Dienst, der günstiger als Spotify sein soll, was ich mir im Zusammenhang mit der beats Übernahme sehr wohl vorstellen kann! Empfangen soll man den neuen Dienst über Musik-App der iOS-Geräte, Apple TV sowie iTunes. Der Dienst soll angeblich 8,- Dollar pro Monat kosten, was 2,- Dollar günstiger als die beiden Konkurrenzprodukte von Spotify und Google Music wäre. Dieser dann kostenpflichtige Abodienst könnte also ein weiterer Umsatztreiber für den Konzern werden.

Damit einher gehen offenbar auch die nicht ganz neuen Gerüchte, dass der Konzern eine eigene internetbasierende TV Streaming Plattform an den Markt bringt. Damit könnte nun auch der langer erwartete TV Service des Konzerns bald Realität werden. Apple befindet sich offenbar nun doch im ernsthaften Wandel von einem Hardware-Produzenten hin zu einem echten Multi-Media Konzern. Man darf also durchaus gespannt sein, was hier alles noch in den kommenden Monaten verkündet wird. Die Apple Aktie dürfte diese neuen Kursphantasien wohl demnächst einpreisen und endlich über die 120,- Dollar Marke ausbrechen…!

 

Stratasys mit fettem Minus – Vorsicht bei 3 D Systems, ExOne, Voxeljet

Die Stratasys Aktie kommt gestern nachbörslich kräftig unter Druck und verliert schlagartig fast 27 Prozent an Wert. Grund für diesen Kursverfall waren zum einen die enttäuschten Erwartungen bezüglich der Quartalsbilanz zum anderen aber wohl der schwächere Ausblick auf das kommenden Geschäftsjahr und die nun bereits zum zweiten Mal reduzierten Erwartungen für das Segment MakerBot. Stratasys die zunächst nur hochpreisige 3D Drucker für Industrie herstellte, hat die Firma im Jahr 2013 übernommen und wollte damit den Markt für erschwingliche 3D Drucker für den Hausgebrauch erobern. Diese Hoffnungen haben sich bislang aber keinesfalls bestätigt…

Stratasys erwartete für das nun laufende Geschäftsjahr Einnahmen im Bereich zwischen 940 und 960 Millionen Dollar und einen Gewinn von 2,07 bis 2,24 pro Aktie. Analysten hatten bislang eher mit Einnahmen in Höhe  von 1,01 Milliarden Dollar und damit einen Gewinn pro Aktie von ca 2,91 Dollar erwartet. Für das Geschäftsjahr 2014 geht das Unternehmen nun von einen Verlust in Höhe von 116 bis 129 Millionen Dollar oder 2,32 bis 2,58 Dollar je Aktie, bei Einnahmen von ca. 750 Millionen Dollar aus. Auch hier hatten sich dieFachleute deutlich mehr erhofft!

Die Nachrichten um einen der Marktführer im Segment 3D Drucker dürfte somit heute auch ihre Spuren in den Aktienkursen einiger Mitbewerber hinterlassen. Somit habe ich meine Kaufaufträge für die Aktien von ExOne und 3D Systems zunächst nach unten angepasst und warte erst einmal ab was der Tag so bringen wird. Grundsätzlich gehe ich nun aber auch davon aus, dass wir nach diesem finalen Shakeout möglicherweise einen vernünftigen Boden für künftige Gewinne mit 3D Druck Aktien ausbilden könnten. Auch wenn sich die hohen Erwartungen an die Branche in der gedachten Form nicht zu erfüllen scheinen!

Commerzbank – Absturzgefahr!?

In der letzten Woche hatte ich ja bereits darauf hingewiesen, dass man mit einem Kauf der Commerzbank Aktie lieber noch etwas warten sollte, bevor man über einen Einstieg nachdenkt. Hauptsächlich ist wohl die momentan unsichere Nachrichtenlage um das Thema Griechenland für die Schwäche der Aktie verantwortlich, ebenso wie bei der Deutschen Bank Aktie. Niemand dürfte zu diesem Zeitpunkt wohl genau wissen was in den kommenden Wochen passieren wird, auch wenn ich persönlich glaube dass hier die ganz große Katastrophe ausbleiben wird. Letztlich heißt die Devise aber… solange man nicht absehen kann welchen Einfluss der mögliche Grexit oder Schuldenschnitt tatsächlich auf die Bilanzen europäischer Banken haben kann…lieber Füsse still halten und abwarten.

Aus rein charttechnischer Betrachtung nähert sich die Commerzbank Aktie nun wieder einmal einem neuralgischen Punkt. Der Ausbruchsversuch aus dem Abwärtstrend kann vorerst als gescheitert angesehen werden und es stellt sich nun die Frage, ob das aktuelle Kursniveau gehalten werden kann. Dabei spielt möglicherweise die Symmetrie der Kurse einmal mehr eine entscheidende Rolle…

Commerzbank Aktie vor der Entscheidung

Noch befindet sich die Aktie in der bereits beschriebenen Ausgangslage für eine inverse SKS-Formation oder auch SSKSS-Formation. Demzufolge müssten wir aber demnächst wieder anziehende Kurse sehen, um diese Chartformation nicht zu gefährden. Denn ein Unterschreiten der Unterstützung um die 10,50 Euro wäre ein ernsthaft negatives Zeichen, ein Rutsch unter 10,19 Euro dann ein erstes Verkaufssignal, wobei die runde Marke von 10,- Euro momentan noch eine sehr solide Unterstützung darstellt.  Spätestens ab dem letzten Verlaufstief bei 9,92 Euro sollte man hier wohl  aber die Reißleine ziehen. Kurse um die 8,50 Euro sind dann sehr wahrscheinlich.

Das muss selbstverständlich nicht heißen dass ein Kursrutsch bei der Aktie zwingend bevorsteht. Dennoch empfiehlt es sich die hier genannten Marken strikt zu beachten, um nicht komplett auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. Ein Anstieg der Aktie über die hier eingezeichnete Aufwärtstrend-Linie wäre hingegen ein erstes positives Zeichen. Sehr viel mehr dürfte in diesem Umfeld, und vor der Veröffentlichung der Bilanz für 2014 am 13.02.2015, wohl erst einmal nicht drin sein….

Nordex – Der Ausbruch ist geglückt…

Heute scheint nun endlich der große Befreiungsschlag bei der Nordex Aktie gelungen zu sein, nachdem es zunächst eher danach ausgesehen hat, dass die Aktie nun doch wieder in den alten Seitwärtstrend zurückfällt. Die genannten Kursziele dürften nun also mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst abgearbeitet werden, wobei es sicherlich noch die Frag sein dürfte ob der Gesamtmarkt an diesem Punkt noch die Kraft hat um auch das obere Kursziel über der 20,- Euro  Marke zu erreichen. Denn die Price Action deutet zunehmend eher darauf hin, dass hier bald ein gewisser Erschöpfungszustand eintreten könnte. Wie bereits in unserem Börsenbrief geschrieben wird die Luft nach dieser Handelswoche wahrscheinlich etwas dünner…

Dennoch bleibe ich zunächst bei meinem Fazit aus dem letzten Artikel zu der Aktie: „Letztlich bleibt somit folgendes festzuhalten: Ein Ausbruch über die gestrigen Hochs ( bei ca 16,70 Euro) eröffnet aus charttechnischer Sicht deutliches Potenzial bis in den Bereich um die 22,- Euro bei einem Risiko bzw. einer Absicherung von ca. 10 Prozent erscheint mir der Trade nach wie vor äusserst attraktiv zu sein.“

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieses Trades ist und bleibt aber die potenzielle Erholung des Ölpreises in den kommenden Tagen. Seit ca. einer Woche lassen sich hier ernsthafte Stabilisierungstendenzen feststellen, der gestrige Shake-Out mit anschließend wieder anziehenden Kursen könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass wir hier zumindest nun eine Bodenbildung sehen werden. Sicher ist hier aber noch gar nichts…fest steht aber, auch wenn Nordex nicht direkt mit dem Ölpreis korreliert wäre die psychologische Wirkung einer solchen Bewegung nicht zu unterschätzen!,

Die heutige Meldung, dass im vergangenen Jahr mit einer Leistung von 4750 Megawatt so viele Windkraftwerke wie nie zuvor ans Netz gegangen sind, dürfte aber heute den Ausschlag für die kleine Rally gegeben haben. Auch für das Jahr 2015 wird der Sektor mit einem Neubau von 3.500 bis 4.000 Megawatt deutlich über Plan bleiben. Die Marschrichung ist also weiterhin klar, der Stop kann nun etwas nachgezogen werden. Die nächsten Zielmarken auf der Oberseite liegen jetzt bei 17,50, 18,70 und 19,80 Euro.

Alibaba und Yahoo – Absturz mit Ansage

Alibaba wächst weiterhin kräftig, hat aber ein Gewinnproblem! Die heutige Veröffentlichung der Zahlen zum abgelaufenen Quartal schlug doch eher ein wie eine Bombe. Vorbörslich notiert die Aktie des chinesischen Internet-Riesen deutlich im Minus und man darf durchaus gespannt sein wie dieser Handelstag für die Alibaba und natürlich auch Yahoo Aktionäre ausgehen wird… Ein Blick auf den Chart verriet schon in den letzten Tagen, dass hier irgend etwas „im Busch“ sein muss. Die Performance der Yahoo Aktie am gestrigen Tag war ebenfalls wenig vertrauenserweckend…

Nun liegen die Zahlen auf dem Tisch. Alibaba hat im dritten Quartal einen Gewinneinbruch zu verkraften, der mit ca. 28 Prozent nicht gerade klein ausfällt. Immerhin wurden in dem Berichtszeitraum noch 0,37 Dollar je Aktie verdient, was sogar einem Rückgang um ca 35 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Der Umsatz konnte in diesem Zeitraum hingegen um stolze 40 Prozent auf 4,33 Milliarden Dollar gesteigert werden. Leider auch etwas zu wenig, denn Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 4,45 Milliarden Dollar und einem Gewinn von ca 0,75 Dollar je Aktie gerechnet.

Alibaba Aktie Chart Analyse mit Trendlinien

Dementsprechend stark verliert die Alibaba Aktie heute bereits vorbörslich um fast 8 Prozent, auch die Aktie des Hauptaktionärs Yahoo ist kräftig unter Druck und steuert nun – wie angenommen – zielgerichtet auf die runde 40,- Dollar Marke zu (40,29 um genau zu sein). Klar wird den meisten Anlegern spätestens heute wie abhängig die Kursentwicklung der Yahoo Aktie von den Entwicklungen bei Alibaba sein wird. Klar wird auch, dass die zuvor sehr hohen Wachstumsraten der Chinesen wahrscheinlich nicht auf Dauer zu halten sein werden, bzw. eben nur zu Lasten des Gewinns…

Die starke Expansion des Konzerns – nicht nur im heimischen Markt – fordert eben seinen Tribut. Ähnlich wie beim US Konkurrenten Amazon heut noch nicht absehbar ist wie sich dies dauerhaft auf die Gewinne des Konzerns auswirken wird. Dennoch gibt es zwei wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Konzernen. Alibaba schreibt Gewinne und hat auf dem heimischen Markt eine gewisse „Monopolstellung“ Sprich… in China betreiben nur die wenigsten Einzel- und Großhändler eigene Online-Shops, sondern wickeln Ihre Geschäfte überwiegend über die Plattformen von u.a. Alibaba ab. Und genau damit wird Alibaba auch künftig kräftig an den meisten Online-Transaktionen in China mitverdienen!

Die Aktie dürfte nach dem aktuellen Rücksetzer ein Kauf sein! Unterstützungslinien befinden sich nun im Bereich 91,58 Dollar nach dem zu erwartenden Gap Close, bei 88,39 Dollar sowie 85,78 und 82,82 Dollar. Eine dieser Marken sollte den aktuellen Kurssturz abfangen können…!

Facebook mit Rekordeinnahmen und -Ausgaben!

Die Facebook Zahlen am Mittwochabend konnten sich erneut sehen lassen! Im vierten Quartal konnte das soziale Netzwerk seinen Umsatz um rund 40 Prozent auf 3,85 Milliarden Dollar steigern und erzielte dabei einen Gewinn je Aktie von 0,54 Euro. Erwartet wurden hier von den Analysten lediglich 0,31 Dollar je Aktie Gewinn. Für das gesamte Geschäftsjahr 2014 bedeutet dies nun, dass Facebook dem Umsatz im vergleich zum Vorjahreszeitraum um stolze 60 Prozent auf 12,47 Milliarden Dollar steigern konnte.

Trotz dieser überzeugenden Vorstellung gab die Aktie nachbörslich sogar etwas nach. Zum einen dürfte dies dem extrem schwachen Börsenumfeld geschuldet sein, dass wir gestern vorgefunden haben. Gewinnmitnahmen nach den Quartalszahlen dominieren momentan das Geschehen, wie ich es auch gestern bei der Yahoo Aktie bereits erwartet hatte. Zum Anderen könnten sich einige Anleger hier von der tatsächlichen Steigerung der monatlichen Facebook Nutzer um „nur“ 13 Prozent enttäuscht gezeigt haben. ..

Das eigentliche Problem ist aber wohl ein ganz anderes… Die großen Pläne von Mark Zuckerberg „Facebook für Jedermann..“ kosten weiterhin Geld, was sich ebenfalls seit zwei Quartalen in der Bilanz des Konzerns finden lässt. Auch künftig soll kräftig u.a. in neue Manpower investiert werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Alleine im abgelaufenen Quartal lag das Budget für den weiteren Ausbau des Konzerns bei stolzen 2,7 Milliarden Dollar und damit um 87 Prozent höher als im Vorjahr.

Fazit: An der gestrigen Zahlenvorlage gab es grundsätzlich nicht viel auszusetzen. Insbesondere die Wachstumsraten im Mobile-Bereich haben einmal mehr überzeugt. Die Investitionen dürften aber auch die kommenden Quartale noch deutlich belasten, womit man als Anleger vielleicht auch mal über einen Rücksetzer bei der Aktie nachdenken sollte. Der jüngste Kursrutsch bringt den Titel ohnehin in eine – charttechnisch betrachtet – etwas schwierige Situation. Die hohe Bewertung und aktuelle Nachrichtenlage, ebenso wie die Charttechnik würden einen Rücksetzer in den Bereich um die 60,- Dollar durchaus rechtfertigen. Für heute gilt aber, erst einmal abzuwarten wie der Markt diese Daten tatsächlich verarbeitet…

Yahoo – Was bleibt nach dem Spin Off?

Ganz anders als bei Apple lief es bei dem Internetkonzern Yahoo in den vergangenen drei Monaten. Operativ betrachtet befindet sich der US Konzern immer noch in  -sagen wir einmal „einer schwierigen Phase“. Dennoch feierten die Anleger die Aktie gestern nachbörslich mit einem Kursaufschlag von 3,5 Prozent. Der Grund: Man will nun den verbliebenen Alibaba-Anteil mittels eines Spin Off in eine neue Gesellschaft überführen und stellt den Gewinn aus dieser Beteiligung somit steuerfrei für die bisherigen Aktionäre. Die neue Firma mit dem Namen SpinCo werde Yahoo´s 384 Millionen Alibaba-Aktien übernehmen, und bis spätestens zum Jahresende eine eigene Börsennotierung erhalten, teilte der Suchmaschinenbetreiber gestern mit.

Das kam natürlich erst einmal gut an! Vor allem dürfte das Wörtchen steuerfrei hier Auslöser für die spontane Begeisterung gewesen sein. Dennoch, mal ganz abgesehen von der geplanten Finanzakrobatik, lief es bei Yahoo aus operativer Sich nach wie vor eher durchschnittlich. Die ohnehin schon nicht allzu großen Erwartungen wurden mit einem Gewinn je Aktie von 0,30 Dollar lediglich um einen Cent übertroffen. Das Nettoergebnis brach auf 166 Millionen Dollar von 348 Millionen Dollar im gleichen Vorjahreszeitraum ein.

Welchen Sinn ein sogenannte SpinnOff dauerhaft für die Aktionäre haben sollte, bleibt für mich abgesehen von dem einmaligen Steuereffekt im Verborgenen. Yahoo verliert damit langfristig die Möglichkeit sich über diesen Anteil stärker zu präsentieren wenn es im eigenen Geschäft mal nicht so läuft. Die eigene Aktie wird dadurch wohl deutlich unattraktiver, oder anfälliger für schlechte Nachrichten. Alibaba Aktien im direkten Erwerb unter dem Kürzel BABA dürften somit  ebenfalls ein besseres Investment sein, um sich am Erfolg des chinesischen Internet-Giganten zu beteiligen, als sich an einer Holding für Firmenanteile Dritter zu beteiligen.

Mein Fazit: Mit einem Yahoo Börsenwert von derzeit 45,46 Milliarden Dollar und einem geplanten SpinOff des Haupt-Asset im Wert von knapp 40 Milliarden Dollar an Alibaba Aktien darf und muss man sich wohl die Frage stellen, was danach langfristig  von Yahoo noch übrig bleiben wird. Zwar ist das Unternehmen dann immer noch im Besitz dieses Anteils, die Aussenwahrnehmung des Yahoo Konzerns könnte sich durch diesen Schritt aber deutlich verändern. Es bleibt somit noch abzuwarten wie sich die Yahoo Aktie nach der ersten Euphorie in den kommenden Wochen entwickeln wird…

Apple setzt neue Maßstäbe – Vor dem nächsten Kursschub…

Was ist naheliegender als heute hier ein paar Worte zu den unglaublichen Absatzzahlen von Apple zu verlieren… Der US Konzern hat alleine 74,5 Millionen iPhones in einem Quartal abgesetzt Die neue Generation des iPhone 6 verkaufte sich dabei insbesondere in China und den anderen asiatischen Märkten hervorragend. Ich hatte ja bereits im Vorfeld hier über die Absatzzahlen in Korea und Japan berichtet. Nicht nur die chinesischen Käufer lieben offenbar Handys mit übergroßen Displays und hievten damit die Nachfrage nach Apple Produkten auf eine neues Allzeit-Hoch.

Auch der Umsatz des Konzerns erreichte ein neues Allzeithoch. Und damit nicht nur den größten Gewinn für das Unternehmen aus Cupertino, sondern mit den den größten Gewinn den je ein US Unternehmens in einem Quartal erzielen konnte. 74,6 Milliarden US Dollar wurden umgesetzt, woraus ein Gewinn von 18 Milliarden Dollar generiert werden konnte. Die Umsatzsteigerung lag damit bei satten 30 Prozent und der Gewinn konnte um noch sattere 38 Prozent gesteigert werden.

Die ohnehin schon sehr hoch gesteckten Ziele der Analysten wurden mit diesem Quartalsbericht geradezu atomisiert. Schade ist nur dass die Aktie nach diesen Ergebnissen nur 5 Prozent nachbörslich zulegen konnte. Wie Sie wissen hatte ich mir hier im Falle solcher Zahlen noch einiges mehr erwartet. Letztlich ist aber nicht unbedingt der nachbörsliche Handel nun maßgebend dafür was heute an den Börsen noch passieren könnte…!

Das Fazit für die Apple Aktie als eines der solidesten Investments das man überhaupt im Depot haben kann, bleibt somit unverändert. Die Aktie ist für das was „unten raus“ kommt immer noch viel zu billig. Der Ausblick auf das kommende Quartal war solide und sollte auch dann wieder deutlich übertroffen werden, wenn die asiatischen Käufer mitspielen, wovon ich ausgehe, denn offensichtlich hat Apple mit dem Markteintritt in China einen echten Coup gelandet. Die Marktanteile von Apple in den Schlüsselmärkten sind in nahezu allen asiatischen Märkten regelrecht explodiert und ebenen so den künftigen Ansatz aller Apple Produkte, wie auch der Apple Watch die im April auf den Markt kommen soll. Mein Kursziel für die Apple Aktie bleibt unverändert bestehen!

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