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Yahoo – miese Zahlen und ein möglicher Kursrutsch…

Das Online-Urgestein Yahoo hat gestern Abend nachbörslich Zahlen für das abgelaufene Geschäftsquartal vorgelegt und dürfte die Anleger damit kräftig enttäuscht haben. Sowohl der Umsatz enttäuschte als auch der Gewinn schrumpften überraschen deutlich. Im Zeitraum Januar bis März erzielte der Internetkonzern nur noch einen  Gewinn in Höhe von 21 Millionen Dollar. Zum Vergleich – wurde noch im Vorjahresquartal ein Ertrag von 312 Millionen Dollar ausgewiesen. Der Umsatz konnte zwar auf den ersten Blick um 8 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar gesteigert werden, ohne die „Sondererlöse“ durch Weiterleitungen von Nutzern an Partner-Websites waren es jedoch nur 1,04 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Rückgang um knapp 5 Prozent.

Yahoo Aktie Chart mit Trends und Gaps

Die Konzernlenkerin Marissa Mayer versucht bereits seit längerem den Konzern wieder fit zu trimmen, um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren. Google und Facebook dominieren in fast allen Geschäftsbereichen. Die jüngsten Sparbemühungen im Unternehmen scheinen aber ebenso wenig Früchte zu tragen wie die operativen Anstrengungen, weswegen ich bereits vor einigen Wochen eher zur Zurückhaltung bei der Aktie geraten hatte. Mit der geplanten Ausgliederung (Spin Off)  des Alibaba Anteils dürfte der Mutterkonzern zudem weiter an Substanz und Attraktivität für Anleger verlieren. Die Frage ist immer noch wieviel Yahoo dann am Ende noch übrig bleibt…?

Hinzu kommt nun noch die äusserst angespannte charttechnische Lage, die demnächst wohl doch noch erwarten lässt, dass die Aktie tendenziell fallen wird. Nachbörslich verlor die Aktie gestern Abend zwar „nur“ knapp zwei Prozent, die aber den Ausschlag über den Kursverlauf für die kommenden Wochen geben könnten. Mit einem entsprechenden Kursrutsch wäre die Aufwärtstrennlinie gebrochen, auch wenn eine zweite Linie durch den Peak im Oktober hier noch als weiterer Wendepunkt dienen könnte (siehe Chart). Das nächste logische Kursziel wäre dann die Kurslücke bei ca. 40,55 Dollar.  Die hier gestellte Frage: „Rebound oder Kursrutsch“ steht somit wohl unmittelbar vor der Beantwortung. Es besteht zwar durchaus die realistische Möglichkeit, dass in dem allgemein positiven Börsenumfeld sogar solch schwache Zahlen wieder gekauft werden, doch mittelfristig droht hier die Entstehung einer SKS- Umkehrformation, wenn die Aktie jetzt deutlich nachgibt…!?

Twitter – Das Vögelchen ist immer noch flügellahm

Twitter konnte dann irgendwie doch noch positiv überraschen. Der Kurznachrichtendienst hat gestern Abend seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert und damit offenbar die Skeptiker überzeugt. Nachbörslich konnte die Aktie um 11,4 Prozent zulegen und keiner weiß eigentlich so wirklich warum? Denn die Zahlen waren eigentlich schlecht – grottenschlecht. Erwartet wurde ein Gewinn je Aktie in Höhe von 0.06 Dollar sowie ein Umsatz von ca 453 Millionen Dollar, was einer Steigerung von stolzen 87 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.  Tatsächlich erreicht wurde ein Umsatz von 479 Millionen Dollar, allerdings auch ein Verlust in Höhe von 125 Millionen Dollar!

Auf den ersten Blick hat Twitter damit im Gesamtjahr einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,14 Dollar erzielt. Betrachtet man das Zahlenwerk aber nach der US-Bilanzierungsregel GAAP dann sieht es schon deutlich düsterer aus. Demnach hätte der Zwitscherdienst in 2014 fast einen Dollar (0,96) je Aktie Verlust gemacht. Offensichtlich haben sich die Anleger hier nachbörslich also lieber nach dem Prinzip Hoffnung auf die Non-Gaap Ergebnisse konzentriert. Denn auch die Wachstumsraten der Nutzer waren aus meiner Sicht nicht berauschend…

Fazit: Twitter hink bereits seit dem Börsengang den Erwartungen der Analysten und Anleger hinterher und das hat sich bis heute nicht entscheidend geändert. Die hohen Erwartungen die in Twitter-Chef Dick Costolo gesteckt wurden, haben sich bislang nicht erfüllt. Der Aktienkurs ist seit den Hochständen um die 75,- Dollar inzwischen auf 40,- Dollar zurück gekommen. Die Bewertung des Konzerns ist mit ca 26 Milliarden US Dollar auch auf diesem Niveau immer noch recht ambitioniert und ich wüsste beim besten Willen nicht warum ich diese Aktie im Depot haben sollte, auch wenn die Charttechnik vielversprechend aussieht… Möglicherweise wird die Aufwärstbewegung nach den Zahlen demnächst aber bereits wieder korrigiert, wenn die Marktteilnehmer ein paar Nächte darüber geschlafen haben!?

Deutsche Bank – Gewinn runter, Aktie rauf

Der Gewinn der Deutschen Bank ist im ersten Quartal erneut rückläufig gewesen. Zur Freude der Aktionäre aber „nur“ um 30 Prozent und nicht wie im Vorfeld erwartet um 40 Prozent oder mehr. Die Ansprüche der Anteilseigner scheinen offenbar mit jedem Quartalsergebnis weiter zu sinken und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Aktie der Deutschen Bank heute vorbörslich mit zwei Prozent im Plus notiert. Die Gesamterträge waren ebenfalls um 11 Prozent auf 8,39 Milliarden Euro rückläufig. Schlecht, aber viel besser als befürchtet ist also die Kurz-Zusammenfassung des heute gelieferten Zahlenwerkes. Die DB Aktie dürfte somit heute im frühen Handel zu den Gewinnern gehören.

Es ist schon etwas traurig was aus Deutschlands Vorzeige-Bank und deren Aktie geworden ist, aber nach wie vor kämpft das Unternehmen mit sehr hohen regulatorischen Kosten, Prozessen und Skandalen. Zudem machten zuletzt Gerüchte die Runde dass die Deutsche Bank demnächst eine Mega-Kapitalerhöhung um bis zu 10 Milliarden Euro durchführen könnte. Die Kern-Kapitalqoute des deutschen Branchenprimus ist erneut leicht auf 9,5 Prozent gesunken. Ob diese Kapitalerhöhung kommen wird oder nicht kann somit nicht seriös prognostiziert werden, aber Fachleute gehen davon aus, dass diese Maßnahme bereits im Aktienkurs eingepreist wurde.

Ich bin da eher skeptisch ob sich eine Kapitalerhöhung in diesem Umfang einfach so im Vorfeld „einpreisen“ lässt! Wie auch immer,Im Vorfeld des EZB-Stresstests muss das eigene Kernkapital verbessert werden. Vorab hat man heute schon mal beschlossen ein Options-Genussschein in Milliardenhöhe zu emittieren.In mehreren Schritten sollen dann bis zu 5 Milliarden Euro zur Erhöhung des Kernkapitals eingesammelt werden. Damit gehe ich auch davon aus dass das Thema Kapitalerhöhung erst einmal vom Tisch sein sollte, was kurzfristig wiederum gut für den Aktienkurs ist. Sollte die Kapitalerhöhung in diesem Umfang also eingepreist worden sein, dann sehen wir heute eine deutliche Kursreaktion nachdem nun „nur“ 5 Milliarden Euro auf anderem Wege eingesammelt werden sollen.

Bevor Sie jetzt nun aber in Euphorie verfallen, sei noch angemerkt dass der US Finanzsektor im gestrigen Handel deutliche Schwäche gezeigt hat und somit grundsätzlich etwas Vorsicht geboten ist. Zudem war der Ausblick des Führungsduos Jain und Fitschen erneut eher verhalten. Aus der Konzernzentrale war lediglich zu vernehmen: „Man komme bei den 2015er Zielen Schritt für Schritt voran und liege in Schlüsselbereichen über Plan“…Soll heißen, der Weg zu nachhaltigen Steigerungen auf der operativen Seite, scheint noch lang zu sein…!

Facebook und Apple – Ein One Day Wonder?

Die Facebook Aktie konnte gestern, nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, um 16,45 Prozent zulegen und notierte damit nachbörslich über der wichtigen 30,- Euro Marke. Das weltgrößte Soziale Netzwerk (online) konnte im zweiten Quartal mehr Nutzer und Werbekunden gewinnen als ursprünglich angenommen. Das Netzwerk verzeichnet inzwischen 1,15 Milliarden aktive Nutzer pro Monat, was einer Steigerung um 20 Prozent zum Vorjahreswert entspricht. Die Zahl der täglichen Nutzer ist inzwischen auf sagenhafte 700 Millionen angestiegen. Diese Zahlen sind natürlich beeindruckend und heben den Wert des Unternehmens, das unter anderem auch durch den Wert je Nutzer bestimmt wird.

Aber auch operativ konnte Facebook überzeugen. So wurden beispielsweise die Werbeeinnahmen über mobile Endgeräte nun deutlich gesteigert und machen inzwischen 41 Prozent des Jahresumsatzes aus. Zuvor lag dieser Wert noch bei nur 14 Prozent. Der Gesamtumsatz im zweiten Quartal stieg somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 53 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Im letzten Jahr musste der Konzern noch einen Verlust in Höhe von 157 Millionen Dollar verbuchen, heute konnte ein Gewinn von 331 Millionen Dollar verkündet werden. Alles in allem also deutlich bessere Zahlen als erwartet, und damit ist wohl auch der gestrige Kursanstieg grundsätzlich nachvollziehbar.

Ob sich die hohe Bewertung des Unternehmens dauerhaft rechtfertigen lässt, bleibt aber aus meiner Sicht aber immer noch fraglich. Hierzu müssten die Wachstumsraten wohl auch künftig ähnlich hoch bleiben wie zuletzt, was ich zumindest stark anzweifeln möchte. Heute darf man sich als Facebook Aktionär aber erst einmal freuen und gespannt sein, ob zu dem Anstieg nach Börsenschluss gestern noch eine Schippe drauf gelegt werden kann. Der Chart seiht nun wieder etwas freundlicher aus, die Aktie hat den Abwärtstrend verlassen, dennoch würde ich persönlich nicht darauf wetten wollen, dass hier in nächster Zeit noch viel geht. Der gestrige Anstieg der Aktie um 20 Prozent sollte erst einmal verdaut werden.

Und Sie wissen ja, ich bin immer ein großer Freund der Theorie dass offene Kurslücken in absehbarer Zeit wieder geschlossen werden…also gibt es für mich hier keinen Grund vorschnell hinterher zu hechten! Gleiches gilt aus meiner Sicht für die Apple Aktie. Der Anstieg gestern war nicht überzeugend und dürfte in den kommenden Tagen wieder auf das Ausgangsniveau abverkauft werden, um nicht zuletzt auch das Gap zu schließen das hier gerissen wurde. Wäre der Markt wirklich begeistert gewesen dann hätte die Apple Aktie gestern mindestens 10 Prozent zugelegt und sich damit auch deutlich vom Abwärtstrend entfernt…Das war aber nicht der Fall!

Auch Rheinmetall kassiert die Prognose…!

Auch der Automobilzulieferer und Rüstungskonzern Rheinmetall leidet unter der Krise und musste heute seine Prognose kassieren. Mit der Vorlage der Geschäftszahlen zum abgelaufenen Quartal reduzierte der Vorstand nun die Gesamterwartung für das laufende Jahr. Demnach geht man nun davon aus dass ein Gewinn von 300 Millionen Euro realistisch ist, was rund 54 Millionen Euro weniger ist als im vorangegangenen Jahr. Allerdings sollte man hier wohl noch erwähnen das dies der bisherige Rekordwert war…Statt dem geplanten Umsatz von 4,9 Milliarden Euro wird Rheinmetall aller Voraussicht nach „nur“ 4,8 Milliarden Euro umsetzen können. In den drei Monaten konnte Rheinmetall 3,28 Milliarden Euro Umsatz verbuchen, ein Plus von ca. 5 Prozent. Das EBIT lag hingegen nur bei 177 Millionen Euro. Damit sank auch das operative Ergebnis im Vorjahresvergleich um satte 13 Prozent, der Konzerngewinn um 9 Prozent auf 108 Millionen Euro. Alle Werte verfehlten die Erwartungen der Analysten.

Auch aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild in letzter Zeit deutlich eingetrübt. Ich hatte ja bereits mehrfach darauf hingewiesen das es auch noch ein Gap zu schließen gilt – dies wird heute nun wohl passieren! Kurse um die 33,50 Euro würde ich in nächster Zeit somit als durchaus realistisch ansehen. Eine deutliche Unterstützung liegt knapp unter der Marke von 32,- Euro. Rheinmetall leidet wie nahezu alle anderenRüstungsfirmen unter geringeren Verteidigungsausgaben europäischer Staaten und der USA. Zudem hat sich das Geschäft mit Automobilkomponenten weiter eingetrübt, weswegen der geplante Börsengang der Tochter mehrfach verschoben wurde. Beide Situationen werden sich so schnell auch nicht grundlegend ändern lassen.

Zwar tritt das Unternehmen bereits seit längerem auf die Kostenbremse, angesichts der heute gelieferten Zahlen und der Verschärfung der Situation im europäischen Rüstungs- und Automobilsektor bleibt es aus meiner Sicht noch abzuwarten ob die reduzierten Ziele auch tatsächlich erreicht werden können. Dennoch bleibt Rheinmetall ein sehr interessantes Unternehmen auf längere Sicht. Zudem ist die Aktie wirklich günstig bewertet – vorausgesetzt es kommt nicht zu weiteren deutlichen Einbrüchen! Heute könnte also ein guter Kauftag sein…

VW nimmt Kurs auf das Hoch, Porsche spurtet hinterher

Es ist schon immer wieder faszinierend zu sehen wie an Tagen wie heute sofort die Panik wieder um sich greift. Auffällig dabei ist aber auch dass es wohl insbesondere unerfahrene Kleinanleger sein müssen die momentan die Kurse bewegen. So auch heute wiedermal geschehen bei der Porsche Aktie. Mit insgesamt nur 17.400 Aktien bewegte sich der Aktienkurs der SE heute zum Handelsbeginn deutlich nach unten. Sogar die Marke von 47,- Euro wurde noch einmal unterschritten. Der Tiefkurs des Tages lag bei 46,295 Euro. Ich denke aber mal hier waren weniger aktive Verkäufer als gezielte Stopp-Loss-Fisher am Werke. Schade für diejenigen die sich gewollt oder ungewollt zum Verkauf entschieden haben…denn die Aussichten auf kräftige Kurssteigerungen bei der Porsche Aktie sind nach meiner Auffassung immer noch exzellent. Dazu später mehr…

Die Vorgaben aus Übersee waren nicht gerade berauschend – zugegeben! Aber dass Volkswagen heute seine Zahlen präsentieren würde, war wohl hinlänglich bekannt. Und dass diese stark ausfallen werden war wohl auch durchaus zu erwarten. Zwar sind auch hier leichte Bremsspuren in der Bilanz, durch die Absatzkrise in Europa, zu erkennen, jedoch bleiben die langfristigen Aussichten für den Konzern weiterhin blendend. Volkswagen lieferte in den ersten neun Monaten des Jahres knapp 13 Prozent mehr Autos aus als im Rekordjahr 2011. Dabei wurde der Umsatz sogar um mehr als 25 Prozent auf 48,8 Milliarden Euro gesteigert. Wie von den meisten Marktteilnehmern bereits erwartet litt aber die EBIT Marge zuletzt deutlich und ging von 7,5 auf 4,8 Prozent zurück. Das führte am Ende zu einem um knapp 20 Prozent geringerem Ergebnis im dritten Quartal. (2,3 Milliarden Euro)

Nach Steuern verdiente VW 11,3 Milliarden Euro. Ein Großteil davon ist auf aber die Komplettübernahme der Sportwagenschmiede Porsche zurückzuführen. Trotz der hohen Kosten für die Übernahme des Sporwagengeschäftes von Porsche in Höhe von rund 7 Milliarden Euro und der Komplettübernahme von Ducati, hat Volkswagen weitere Reserven in Höhe von 18 Milliarden Euro für schwere Zeiten angehäuft. Martin Winterkorn sieht seinen Konzern  auf einem guten Weg die gesteckten Ziele, mehr Umsatz und einen höheren operativen Gewinn als 2011, bis zum Jahresende zu erreichen. Die VW Vz. Aktie sprang nach der Veröffentlichung der Zahlen von 143,40 auf über 150,- Euro. Einen neuen Anlauf auf das Jahreshoch in den nächsten Tagen halte ich für sehr wahrscheinlich. Die Porsche Aktie sollte dann endlich über die 50,- Euro Marke springen, wenn es VW gelingt auch bei der Aktie neue Höchststände zu produzieren.

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Metro – Skepsis ist angebracht

Die Metro AG hat heute ebenfalls Zahlen für das letzte Quartal vorgelegt, und die sahen auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht aus. Der Handelskonzern übertraf beim Ebit vor Sonderfaktoren die Erwartungen des Marktes, denn der Verlust ist geringer ausgefallen als befürchtet. Analysten hatten mit einem Umsatz von 15,8 Mrd. Euro und einem Ebit vor Sonderfaktoren von 300 Mio. Euro gerechnet. Beim Ergebnis hatten die Fachleute einen Verlust in Höhe von 55,7 Millionen Euro prognostiziert. Tatsächlich setzte Metro 15,8 Milliarden Euro im zweiten Quartal um. Der operative Gewinn wurde vor Sonderfaktoren von 306 auf nun 314 Millionen Euro gesteigert. Unterm Strich musste aber nach Wertberichtigungen ein Verlust von 20 Millionen Euro ausgewiesen werden. Damit wurden die deutlich pessimistischen Erwartungen des Marktes zwar geschlagen, der Handelskonzern bleibt aber im negativen Terrain.

Erreicht wurden diese Werte nur durch eine Preisoffensive die zu Lasten der Gewinne ging, dennoch ist Firmenlenker Olaf Koch weiterhin zuversichtlich und will mit entsprechenden Kostensenkungsmaßnahmen weiter gegensteuern. An seiner  Prognose für das Gesamtjahr hielt Koch fest. Für den Konzern erwartet er weiterhin einen leichten Umsatzanstieg sowie ein Ebit vor Sonderfaktoren in etwa auf der Höhe des Vorjahreswertes von 2,37 Milliarden Euro. Um diese Ziele zu erreichen muss sich der Konzern aber wohl im zweiten Halbjahr noch einmal deutlich strecken. Ich bin mir nicht sicher ob dies angesichts der allgemein mauen Umfeldes auch erreicht werden kann. Zunächst beruhigt die Bestätigung der Prognose aber offensichtlich die Nerven der Anleger. Die Metro Aktie kann heute über drei Prozent zulegen.

Schaeffler will Conti Aktien verkaufen

Presseberichten zufolge will sich Schaeffler noch in diesem Monat von einem nennenswerten Aktienpaket des Automobilzulieferers Continental trennen. Die genaue Größe dieses Aktienpaketes steht offenbar noch nicht fest, letztlich will der Automechanik- und Wälzlager-Hersteller aber mehr als 50 Prozent an Conti behalten, hieß es. Derzeit hält das Familienunternehmen noch 75,1 Prozent an dem Hannoveraner Autozulieferer. Diese Meldung ist natürlich nicht ganz ohne, und könnte kurzfristig Druck auf die Aktie bringen. Bereits heute morgen taucht die Conti Aktie erneut bis auf die runde Marke von 60,- Euro ab, nachdem dieser Bereich sich gestern schon als gute Unterstützung erwiesen hat gehe ich davon aus, dass dieser auch heute wieder das Fundament sein wird.

Schaeffler dürfte die Aktien nicht ohne Plan in den Markt geben. Nach eigenen Angaben hat Schaeffler zumindest einen Großteil der Aktien für etwa 63,- Euro in der Bilanz stehen, und sicherlich wird man versuchen diesen Betrag bei einem Verkauf auch weitestgehend zu erreichen. Nach den heute veröffentlichten, hervorragenden Zahlen von Conti stehen die Chancen nicht schlecht, dass Schaeffler sogar etwas mehr für das Aktienpaket bekommen kann.

Im Geschäftsjahr 2010 setzte der Automobilzulieferer und Reifenhersteller insgesamt 26,047 Milliarden Euro um, was einer Steigerung von 29,6 Prozent entspricht. Nach einem negativen EBIT in 2009 von 1,04 Milliarden Euro kann Conti für das vergangene Jahr nun einen deutlich positives EBIT von 1,94 Milliarden Euro verbuchen. Ebenfalls gelang es der Continental AG die Nettofinanzschulden von 8,9 auf jetzt 7,32 Milliarden Euro deutlich zu verringern. Insbesondere den letzten Faktor halte ich für ganz wesentlich! Continental will trotz steigender Rohstoffkosten seine Schulden im laufenden Jahr weiter deutlich reduzieren. Am Ende des Jahres sollen die Verbindlichkeiten um mehr als eine halbe Mrd EUR auf weniger als 7 Mrd EUR schrumpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart.

Enttäuschung bei Bayer Aktionären!

Enttäuschung bei Bayer Aktionären! Belastungen in Milliardenhöhe wegen Schering drücken beim Chemie- und Pharmakonzern Bayer auf die Zahlen. Zwar konnte die Bayer Führung das Erreichen der selbst gesteckten Ziele verkünden, dennoch bleibt der Chemieriese damit wohl hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Der Gewinn schrumpfte sogar von 1,36 auf glatte 1,3 Milliarden Euro. Grund hierfür waren in erster Linie die hohen Sonderbelastungen durch Rechtsstreitigkeiten und den Verzicht auf die Marke Schering, in Höhe von 1,7 Milliarden Euro.

Der Umsatz konnte hingegen um 12,6 Prozent auf 35,1 Milliarden Euro gesteigert werden. Bayer verwies hier insbesondere auf das erfolgreiche Kunststoffgeschäft des Konzerns. In dem Segmenten  HealthCare lief es dagegen nicht so gut, ebenso wie im Bereich CropScience, was ein wenig überrascht. Für das laufende Jahr prognostiziert Vorstandschef Marijn Dekkers nur noch moderate Zuwächse von 35 bis 36 Milliarden Euro beim Umsatz sowie ca 7,5 Milliarden Euro beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung.

Das Zahlenwerk dürfte gezeigt haben, das der Konzern offenbar momentan an seine Grenzen stößt. Zwar werden die Sonderbelastungen in der nächsten Bilanz nicht mehr anfallen, und somit sollte auch das Nettoergebnis künftig besser aussehen, dennoch dürfte hier in nächster Zeit nicht mehr allzu viel Performance der Aktie zu erwarten sein. Charttechnisch hat der Titel in der letzten Woche ein Verkaufssignal generiert, und konnte sich auch am Freitag trotz des wieder deutlich gefallenen Ölpreises nicht erholen. Fällt die Bayer Aktie unter 54,80 Euro drohen weitere Abschläge in Richtung 53,50 und 52,25 Euro.

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Solar Millennium – mit neuer Kennziffer – „Betriebsleistung“

Nach den Zahlen ist vor den Zahlen – Solar Millennium veröffentlicht heute die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2009/2010 und liegt damit leicht über den angepassten Prognosen vom Oktober 2010. Aktionäre zeigten sich positiv überrascht, die Aktie legt heute wieder deutlich zu. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009/2010 ein Konzern-Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern von etwa 700.000,- Euro nachdem im Vorjahr noch  52,3 Millionen erwirtschaftet wurden. Der bereits angekündigte EBIT-Rückgang gegenüber dem Vorjahr resultiert vor allem aus einem verschobenen Finanzierungsabschluss für zwei geplante US-Kraftwerksprojekte in Blythe, der nun in der laufenden Berichtsperiode erwartet wird.

Solar Millennium wird künftig unter der „Betriebsleistung“ den Verkauf von Genussrechten an Fonds als eigene Position „sonstige betriebliche Erträge“ ausweisen, um eine bessere Transparenz der Zahlen zu gewährleisten. Bisher flossen diese in die Gesamtsumme der Umsatzerlöse mit ein. Die Betriebsleistung setzt sich insgesamt zusammen aus den Positionen Umsatzerlöse, sonstige betriebliche Erträge, Bestandsveränderung, aktivierte Eigenleistungen und übrige betriebliche Erträge. Die Positionen werden jeweils separat ausgewiesen.

Oliver Blamberger, Finanzvorstand der Solar Millennium AG, erläutert die neuen Einordnungen im Jahresabschluss: ‚Mit der Kennzahl Betriebsleistung erhöhen wir die Transparenz unserer Berichterstattung und verbessern die Vergleichbarkeit zwischen den Berichtsperioden. Die Betriebsleistung spiegelt die Geschäftsentwicklung des Unternehmens wesentlich besser wider als der reine Umsatz. So beinhaltet sie zum Beispiel auch die aktivierten Projektentwicklungsarbeiten in Spanien und den USA, die zwar schon geleistet wurden, aber aufgrund der ausstehenden Anteilsverkäufe an große Investoren noch nicht umsatzwirksam abgerechnet werden konnten.‘

Quelle: Solar Millennium AG

Siemens mit guten Zahlen , UBS erhöht Kursziel auf 100,- Euro

Der Siemens Konzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011 die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen und Rekorde bei Umsatz und Gewinn erzielt. Der Auftragseingang wurde somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 22,588 Milliarden Euro gesteigert. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf 19,489 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg um 6 Prozent auf 2,229 Milliarden Euro. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich um 17 Prozent auf 1,787 Milliarden Euro und damit auf einen neuen Rekordwert. Unterm Strich blieb im ersten Geschäftsquartal ein Gewinn von 1,753 Milliarden Euro, nach 1,531 Milliarden Euro vor einem Jahr.

Siemens-Chef Peter Löscher gab sich zufrieden über die Entwicklung aller Regionen insbesondere die der Schwellenländern, und bestätigte den Ausblick auf ein gutes Gesamtjahr 2011. Allein aus China wurden 50% mehr Waren und Dienstleistungen bestellt als im Auftaktquartal des Vorjahres. Die Aufträge aus Indien legten um satte 160 Prozent zu. Die Siemens Aktie dürfte auch weiterhin ein Basisinvestment für Langfristinvestoren sein, und von der Entwicklung in den Schwellenländern überproportional profitieren. Allerdings bleibt abzuwarten, ob in naher Zukunft hier noch überproportionale Kurssteigerungen zu erwarten sind, da die Aktie bereits ordentlich gelaufen ist. Mit einem aktuellen KGV von über 14 gehört die Siemens Aktie wohl nicht mehr zu den ganz günstigen Titeln.

Zudem bleibt ein fader Beigeschmack. Siemens soll von Griechenland auf Zahlung von Schadenersatz wegen der Zahlung von Bestechungssgeldern verklagt werden, und dürfte somit mal wieder deutlich mehr in der Presse stehen, als Peter Löscher dies lieb sein kann. Dies könnte auch kurzzeitig auf dem Aktienkurs des Münchner Elektrokonzerns lasten. Operativ sollten auch die  kommenden Quartale nicht enttäuschen, dennoch könnte die Luft spätestens ab einem Aktienkurs von 100,- Euro deutlich dünner werden…

Alcoa und Beiersdorf können nicht überzeugen

Alcoa kann nicht so richtig überzeugen, dabei waren sich fast alle Experten einig, dass der Aluminiumkonzern spitzenmäßige Zahlen vorlegen würde. Und tatsächlich war das Zahlenwerk auch sehr gut.  Alcoa profitierte im abgelaufenem Quartal weiterhin von einem Anstieg der Aluminium-Preise von fünf Prozent sowie Kostensenkungen die zu einer höheren Produktivität geführt haben. Das Unternehmen, unter der Leitung des ehemalige Siemens-Chefs Klaus Kleinfeld, hat einen Quartalsgewinn von 0,24 Dollar je Aktie eingefahren. Damit liegt man deutlich über der Analysten-Konsensprognose von 0,18 Dollar.

Der Gesamtgewinn des Konzerns lag bei 258 Millionen Dollar, der Umsatz von Alcoa ist im vierten Quartal 2010 um rund 7 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar geklettert. Alle in allem also ein gelungener Auftakt in die US Berichtssaison, dennoch verliert die Alcoa Aktie nachbörslich 1,7 Prozent. Es ist also gut möglich, das auch diese Quartalsberichts-Saison geprägt sein wird von Gewinnmitnahmen nach positiven Nachrichten.

Auch in Deutschland stehen bereits erste Unternehmen mit ihren Bilanzen in den Fokus. So stießen heute die Zahlen der Beiersdorf AG auf geteiltes Echo bei den Händlern. Zwar fielen die Umsätze 2010 etwas besser als von ihm erwartet aus, der Nettogewinn sei indes etwas hinter seinen Schätzungen zurückgeblieben. Die Prognose hat der Nivea-Hersteller aber erneut bestätigt.

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