Author Archives: Lars

Regierungen sind machtlos!

Mit American International in den USA verhält es sich ähnlich wie mit unserer HypoReal Estate. Die Skandale reißen einfach nicht ab. Dennoch muss man objektiv betrachtet sagen das die Amerikaner noch etwas dreister bei der Erleichterung ihrer Bürger um Steuergelder vorgehen. Erst gestern brachte ein Bericht eines Citigroup Analysten den Aktienkurs des ehemals größten Versicherungskonzerns dieser Welt mal wieder schwer ins wanken. Er bezweifelte öffentlich das sich in dem Konzern überhaupt noch werthaltige Assets befinden die eine Rückzahlung der Milliardenkredite dauerhaft sichern könnten. AIG hat bislang 180 Mrd. Dollar Steuergelder zur Sanierung des Unternehmens erhalten!

Böse Zungen vermuten das die Citigroup, die ja selber in extremen Schwierigkeiten steckt, vielleicht derzeit eine größere Short-Position an der AIG hält und sich somit schnell auf Kosten anderer wieder gesundstoßen will…Die nächsten Quartalsberichte werden es wohl zeigen! Nachdem die AIG erst vor ein paar Tagen einen Reverse-Split im Verhältnis 20 zu 1 durchgeführt hatte um einem drohenden Delisting zu entgehen und die Aktie wieder etwas „werthaltiger“ erscheinen zu lassen, hat der Aktienkurs seitdem nochmal ca 60% an Wert verloren. Genau gesagt betrug der Wert einer Aktie nach dem Reverse-Split ca 23,80 Dollar und gestern Abend ging die Aktie zum Kurs von 9,48 Dollar aus dem Handel. Verglichen mit dem Höchststand aus dem Jahre 2000 von ca. 2000,- Dollar je Aktie irgendwie bitter!!!

Heute dann der nächste Hammer…Ungeachtet der angeschlagenen und politisch etwas heiklen Situation will die American International Group Ihren Managern wiedermal Boni in Millionenhöhe auszahlen. Der Konzern habe über die am 15. Juli fälligen Sonderzahlungen bereits mit dem sogenannten „Gehälter-Zar“ Kenneth Feinberg gesprochen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. AIG wollte sich dazu nicht äußern. In den USA hatten Bonuszahlungen von AIG im März einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Damals zahlte der ehemals weltgrößte Versicherungskonzern Boni in Höhe von 165 Millionen Dollar an Manager einer Sparte aus, die für einen Großteil des Minus von 99 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr verantwortlich ist.

Viel besser ist es hier zu Lande aber leider auch nicht. Unser Fass ohne Boden – die HypoReal Estate dürfte und alle letztendlich Verhältnis unserer Wirtschaftsleistung vielleicht sogar pro Bundesbürger mehr gekostet haben. Besorgnis erregend finde ich auch das die Regierungen immer noch viel zu lasch mit der Mittelverwendungs-Kontrolle der Milliardenkredite umgehen. Einer der jüngsten Berichte zu dem Thema besagt das die Banken nicht nur immer noch auf diesem geliehenen Geld sitzen und es nicht an die in Form von Krediten weitergeben für die es eigentlich bestimmt war, sondern wieder mit „unserem Geld“ im großen Stil zocken.  Was soll man dazu noch sagen? Offensichtlich ist es nicht die Politik die dieses Land regiert sondern die großen Konzern, allen voran die Banken!

Wer braucht neue Koffer?…und fundierte Wirtschaftsinfos…

Mal wieder ein Top Angebot für ein Miniabo der Wirtschaftswoche! (die ich im Übrigen regelmäßig lese und für eine der solidesten Lektüren im Bereich Börsenjournalismus halte). 4 Ausgaben zum Probelesen für schlanke 10, 20 Euro und ein komplettes Kofferset gibt es kostenlos noch obendrauf! Wer da nicht zuschlägt ist selber schuld! Ganz nebenbei erhält man als Abonnent noch den uneingeschränkten Zugriff auf das www.wirtschaftspresse.biz Premium Archiv von Handelsblatt und Wirtschaftswoche.

Wer also noch keine vernünftige Börsenzeitung hat oder bislang nur unvernünftige gelesen hat sollte sich die WiWo auf jeden Fall mal anschauen. Wie gesagt für 10,20 Euro wohl allemal einen Versuch wert und das Kofferproblem für die nächste Urlaubsreise ist dann auch schon erledigt. Die Koffer sehen übrigens in Natura wirklich schick aus und lassen sich bequem in jedem Kofferaum unterbringen. Viel Spaß damit!

Analystenerwartungen zur US Berichtssaison Teil2

Die Rezession in den USA macht auch den Logistikern zu schaffen. Analysten rechnen mit einem Gewinn von 44 Cent pro Fedex-Aktie – ein Verlust von 79 Cent vor Jahresfrist. Dem Paketdienst ist der Umsatz im vierten Quartal um ein Fünftel weggebrochen. Das Fedex-Geschäftsjahr endet zum 31. August. Zahlen vorlegen dürfte der Konzern rund zwei Wochen später

Konkurrent UPS bringt es den Schätzungen zufolge auf 50 Cent Gewinn je Aktie im zweiten Quartal. Das ist ein Rückgang von 6 Cent gegenüber dem ersten und 35 Cent im Vergleich zum Vorjahresquartal. UPS informiert am 4. August.

Paketdienste gelten als Stimmungsbarometer für die US-Gesamtwirtschaft: In guten Zeiten werden viele Pakete verschickt, in schlechten Zeiten verzichten Kunden auf ihre Dienste – vor allem auf gewinnträchtige Sonderleistungen wie Express-Service.

Den Gewinn je Aktie des S&P-500-Schwergewichts General Electric schätzen Analysten auf 24 Cent und damit 30 Cent unter Vorjahreswert. Immerhin entspräche das einer Steigerung um 3 Cent gegenüber dem Vorquartal. Zahlen gibt es am 17. Juli.

Ein Hoffnungsträger im Index ist Boeing: Der US-Flugzeugbauer könnte im abgelaufenen Vierteljahr 1,21 $ pro Aktie verdient haben und damit fast eben so viel wie vor Jahresfrist. Boeings Auftragsbücher für den 787-Dreamliner sind prall gefüllt – noch. Der Konzern hat Probleme mit Stornierungen. Zahlen legt Boeing Ende Juli vor.

AT&T könnte im zweiten Quartal um 4 Cent zulegen auf 52 Cent je Aktie. Im Vergleich zum ersten Quartal wäre das allerdings ein Minus von 24 Cent. Der Telekomkonzern legt am 23. Juli Zahlen vor

Beim Konkurrenten Sprint Nextel laufen die Geschäfte weniger gut: Analysten erwarten einen Verlust von 2 Cent pro Schein – nach 5 Cent im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen kommen im August.

Der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft könnte für den Zeitraum April bis Juni den zweiten Verkaufsrückgang in Folge bekannt geben. Experten erwarten einen Gewinn pro Papier von 37 Cent nach 39 Cent vor Jahresfrist. Microsoft stellt die Zahlen am 23. Juli vor.

IBM bestätigte seine Prognose für 2010. Analysten trauen dem S&P-500-Schwergewicht einen Gewinn von 2,02 $ je Anteilsschein zu – 36 Cent mehr als im Vorjahresquartal. IBM berichtet am 16. Juli.

Alcoa – Anzeichen einer Stabilisierung…

Die viel gefürchteten Zahlen zum zweiten Quartal des weltgrößten Aluminiumherstellers Alcoa dürften heute den Märkten erst einmal tief durchatmen lassen.„Wir sehen Anzeichen einer Stabilisierung“, sagte der deutsche Alcoa-Konzernchef Klaus Kleinfeld nach US-Börsenschluss am Mittwochabend. Die Aktie legte nachbörslich kräftig zu. Anleger werteten dies als weiteres Signal einer Erholung der Weltwirtschaft. Sie hoffen nun auf ebenfalls positive Überraschungen bei der Flut der US-Unternehmenszahlen in den nächsten Wochen.

Im zweiten Quartal erlitt Alcoa wegen der eingebrochenen Nachfrage nochmals ein Minus von 454 Mio. Dollar (326 Mio. Euro). Ein Jahr zuvor hatte der Konzern 546 Mio. Dollar Gewinn erzielt. Der Umsatz stürzte um 41 Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar ab, fiel damit aber ebenfalls immer noch besser als erwartet aus. Im Vergleich zum ersten Quartal legte er wieder leicht zu. Erwartet wurde von den Analysten ein Minus von 38 Cent je Alcoa Aktie. Tatsächlich waren es dann aber nur 26 Cent je Aktieunter Ausklammerung der Restrukturierungskosten.

Nachdem die US Indizes gestern zunächst auf Absturzmodus geschaltet hatten, und die vielbesagte Schulter-Kopf-Schulter Formation zunächst vollendet wurde konnte einem kurzzeitig schon etwas mulmig werden. Dann in den letzten Handelsstunden kam die Wende und es ist wahrscheinlich das hier vor Veröffentlichung der Alcoa Zahlen schon etwas durchgesickert sein muss. Wie auch immer, es sieht wie angenommen in einigen Branchen wohl doch besser aus als befürchtet, und die Korrektur der letzten Tage hat einem angenommenen schlechten Wirtschaftsumfeld schon sehr viel vorweggenommen. Einzelne Aktien mussten sogar die gesamten Gewinne seit März inzwischen wieder abgeben…Auch das sollte wieder korrigiert werden wenn die US Berichtssaison ansatzweise so weiter läuft!

Bei den US-Konzernen im branchenübergreifenden Aktienindex S&P 500 erwarten Analysten für das zweite Quartal im Schnitt einen Rückgang der Gewinne um 34 Prozent zum Vorjahr. Das Minus dürfte sich dabei erneut durch alle Wirtschaftsbereiche gezogen haben. Auch im dritten Quartal sollen die Ergebnisse nochmals 21 Prozent schlechter ausfallen als 2008, so der Finanzdatendienst Bloomberg. Zum Jahresschluss könnten die Gewinne aber erstmals wieder zulegen.

Analystenerwartungen zur US Berichtssaison Teil1

Analysten erwarten für das zweite Quartal einen Verlust von 38 Cent pro Alcoa-Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte das Papier des US-Aluminiumherstellers noch 64 Cent gewonnen. Alcoa eröffnet traditionell die US-Berichtssaison.

Dow Chemical droht ein Verlust von 5 Cent je Anteilsschein. Dem größten US-Chemiekonzern macht die schwache Nachfrage nach Farben und Plastik zu schaffen. Experten schätzen, dass Dow Chemical im abgelaufenen Vierteljahr 94 Prozent weniger verdient haben könnte. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn je Aktie 86 Cent betragen. Der Konzern legt am 30. Juli Zahlen vor.

Beim weltgrößten Ölkonzern Exxon Mobil laufen die Geschäfte etwas besser –
dennoch sind Analysten skeptisch. Sie rechnen mit einem Umsatzminus im zweiten Quartal von rund 64 Prozent. Das könnte Exxon das schwächste Quartalsergebnis seit 2003 bescheren.

Der Ölkonzern könnte 1,04 $ pro Papier verdienen, schätzen Experten. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum wäre zwar beträchtlich, denn Exxon hatte damals 2,52 erwirtschaftet. Verglichen mit dem Auftaktquartal wäre es jedoch eine leichte Steigerung. Exxon präsentiert die Zahlen am 30. Juli.

Ebenfalls steigern könnte sich das S&P-500-Schwergewicht Chevron. Experten gehen hier von 1,21 $ Gewinn aus – ein Plus von 41 Cent gegenüber dem ersten Quartal. Allerdings liegt auch dieses Ergebnis deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums. Chevron legt am 9. Juni Zahlen vor.

„Der erste harte Indikator dreht“

Nach einem überraschend starken Auftragsplus für die deutsche Industrie steigen die Hoffnungen auf ein Ende der Konjunkturtalfahrt. Im Mai stiegen die Ordereingänge gegenüber dem Vormonat um 4 4 Prozent und damit weit stärker, als Ökonomen erwartet hatten. Nach vorläufigen Zahlen nahmen die Inlands- sowie die Auslandsbestellungen um 3,9 beziehungsweise 5,2 Prozent zu, teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mit. Der Dax legte nach Bekanntgabe der Zahlen zu und stieg bis zum frühen Nachmittag um gut 1 Prozent auf rund 4700 Punkte.

Die Ordereingänge erhöhten sich damit das dritte Mal in Folge. Im April hatten sie um 0,1 Prozent zugenommen. „Die Aussichten auf eine breiter angelegte Stabilisierung der Industrieproduktion haben sich damit gefestigt“, heißt es weiter. Von der Finanznachrichtenagentur dpa-afx befragte Volkswirte hatten für Mai mit einem Orderplus von lediglich 0,8 Prozent gerechnet. Die Auftragseingänge gelten neben der Industrieproduktion – die Zahlen folgen am Mittwoch – als ein wichtiger Frühindikator für den weiteren Konjunkturverlauf. Im Vergleich zum Vorjahresniveau fallen die Auftragseingänge aber noch deutlich niedriger aus. Sie lagen um 33,5 Prozent unter dem Stand von April/Mai 2008.

Das Ministerium verwies darauf, dass der Anteil an Großaufträgen für einen Mai „leicht überdurchschnittlich“ gewesen sei. Bei den Auslandsorders zogen den Angaben zufolge vor allem Bestellungen außerhalb der Euro-Zone an (plus 8,2 Prozent). Mehr Aufträge verbuchten insbesondere Hersteller von Investitionsgütern, und zwar ein Plus von 5,9 Prozent. Hierzu zählt auch die Produktion von Kraftwagen und Kfz-Teilen, wo 9,8 Prozent mehr bestellt wurde. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (April/Mai gegenüber Februar/März) erhöhte sich die Nachfrage nach Industrieprodukten um 4,2 Prozent. Die Inlandsnachfrage stieg um 3,9 Prozent, die aus dem Ausland um 4,5 Prozent.

Analysten zeigten sich überrascht von den guten Zahlen. Stefan Mütze von der Helaba sagte: „Die Daten zum Auftragseingang sind viel stärker als erwartet ausgefallen. Besonders das Plus bei den Investitionsgütern ist ausgesprochen erfreulich. Ich gehe davon aus, dass wir eine Trendwende in der Industriekonjunktur haben. Allerdings wird es in den kommenden Monaten nicht in demselben Tempo nach oben gehen.“

Ralph Solveen von der Commerzbank sagte, mit dem Auftragsplus habe „aus unserer Sicht der erste harte Indikator gedreht. Wir dürften um die Jahresmitte den Tiefpunkt bei der Wirtschaftsleistung gesehen haben, die Wirtschaft könnte sich im zweiten Halbjahr erholen. Wir sehen aber keinen V-förmigen Aufschwung, sondern eine langsame Erholung.“ Laut Lothar Hessler von HSBC Trinkaus unterstreichen die Daten „die Erwartungen, dass wir das Schlimmste hinter uns haben. Trotzdem darf man nicht allzu sehr jubeln:

Wenn wir auf dem jetzigen Niveau blieben, hätten wir bis zum Jahresende immer noch negative Raten. Allerdings dürften wir das erste Quartalsplus seit sechs Quartalen bekommen“. Auch Heinrich Bayer von der Postbank sprach von einer „positive Überraschung“, wollte aber noch nicht von einem Aufwärtstrend sprechen Hier kann es auch wegen der Osterferien eine saisonale Verzerrung gegeben

Angst und Lustlosigkeit

Die Vorgaben sind gemischt. Während die Börsen in Hongkong und Singapur heute halbwegs gut in die neue Woche gestartet sind ist der Aktienhandel in Japan weiterhin schwach. Unterschiedlicher könnten wohl die Meinungen zu der kommenden Börsenwoche nicht sein. Einig sind sich die Fachleute hingegen darüber das die verschiedenen Konjunkturnachrichten und der Start der US Berichtssaison den entscheidenden Impuls für die kommenden Wochen geben könnte. Generell herrscht eher eine pessimistische Einstellung zu den kommenden Quartalszahlen der US Unternehmen und dies wohl auch zu Recht. Dennoch eröffnen gerade solche negativen Erwartungen großes Potenzial für positive Überraschungen..

Den Anfang macht am Mittwoch mal wieder traditionell Alcoa. Hier wird für das abgelaufene Quartal nicht viel Positives erwartet, dennoch könnte der Ausblick vielleicht positiv überraschen. Die marktbewegenden Impulse dürften Börsianern zufolge allerdings von US-Konjunkturdaten ausgehen. Am Montag steht der ISM-Einkaufsmanger-Index für den Dienstleistungsbereich an. „Wir rechnen mit einer Fortsetzung der Erholung“, prognostizieren die Volkswirte. Am Freitag veröffentlicht die Universität Michigan ihren Index zum Verbrauchervertrauen, sowie die US Handelsbilanz.

Neben den extrem schwachen Umsätzen die sowieso schon für extremere Kursbewegungen sorgen regiert also wohl eher die Angst derzeit an der Börse. Die derzeitigen Börsenkurse dürften als nur eine bedingte Aussagekraft haben. Nachdem wie immer die USA den Ton angeben wird uns also wohl nichts anderes übrig bleiben als abzuwarten ob sich die Erholungstendenzen in der weltgrößten Wirtschaftsnation weiter fortsetzen können. In einzelnen Aktien zeigen sich schon wieder deutlich überverkaufte Muster, allerdings nur unter der Voraussetzung einer weitern Erholung…

Asien trotzt der US Krise

Extrem schlechte US Auto Absatzzahlen, General Motors verkündet das die Aktie bald wertlos sein wird. Obama startet eine Offensive gegen die Taliban, und Kalifornien ist faktisch pleite…keine gute Mischung für einen erfolgreichen Handelstag! Die Geschichte mit General Motors Aktien sollte allerdings niemanden so richtig verwundern, oder? Die faktische Pleite Kaliforniens ist auch nicht weiter überraschend und schon seit Monaten bekannt. Wie immer ist es dann aber wenn die Summe der negativen Dinge überwiegt nicht unbedingt gut für die Aktienkurse. Ein etwas genauerer Blick lohnt sich da auf die Absatzstatistik der Autobauer….

Die schlechten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt beeinflussen auch die Börsen in Fernost. Die japanischen Märkte verzeichnen leichte Verluste. Es hätte schlimmer kommen können, aber die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung ist den Anleger nicht verloren gegangen. Die asiatischen Märkte verkraften die Vorgaben aus den USA überraschend gut. Die Börsen in Fernost haben nach enttäuschend schwachen US-Arbeitsmarktdaten zum Börsenschluss überwiegend schwächer notiert. Die Hoffnung der Anleger auf eine wirtschaftliche Erholung sei jedoch nicht verloren gegangen, sagten Händler. Daher blieben die Kursverluste begrenzt. Einige Analysten nannten die Jobdaten aus den USA vom Donnerstag eine Art „Reality-Check“ für jene Börsianer, die sich zuletzt übertrieben optimistisch gezeigt hatten.

In Japan schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,6 Prozent im Minus bei 9816 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 0,4 Prozent auf 920 Zähler. Auch die Börsen in Singapur, Taiwan und Hongkong notierten leicht schwächer. Dagegen legten die Märkte in Shanghai und Seoul zu. Alles in allem also gar keine so schlechten Vorgaben für eine Erholung an den europäischen Aktienmärkten. Da in den USA heute der Independence Day gefeiert wird bleiben die Börsen dort geschlossen. Auch dies war wohl mit ein Grund für den schwachen Handel in den USA gestern. Der Ami geht halt nicht gerne mit Aktien in eine verlängertes Wochenende…

Tag der Entscheidung für Wiedeking und Porsche?

Heute soll der große Tag sein, der Tag der Entscheidung im Fall Porsche/Volkswagen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking werde seinen Rücktritt erklären oder auf das Angebot von VW eingehen. So verlautet aus dem Norden. Heute? Rücktritt? Bei Porsche gibt man sich ahnungslos. So geht das jeden Tag. Bruchstücke an Informationen werden dem Publikum vor die Füße geworfen. Zusammenpassen wollen sie irgendwie nicht. Oft widersprechen sie sich. „Einer lügt“, lautet nicht nur die Schlussfolgerung von Journalisten, sondern auch die Aussage manches Protagonisten über seinen Gegenspieler in diesem Ringen.

Und nun? Die Vorstellung über die nächste Folge des Fortsetzungsromans VW/Porsche fällt unterschiedlich aus; je nachdem, wo man sich umhört. In Niedersachsen, also im Umfeld des VW-Konzerns und der Landesregierung, wird folgende Sicht verbreitet: Die Araber werden nicht bei der Porsche Holding einsteigen. Der Staatsfonds wolle nicht als Minderheitsaktionär in die Dauerfehde zwischen den Familienclans hineingezogen werden. Qatar wolle sich allenfalls an einem integrierten VW/Porsche-Konzern beteiligen, wobei das Kriegsbeil zwischen Wolfsburg und Stuttgart begraben werden und alle Beteiligten an einem Strang ziehen müssten. „Am Einstieg bei der Porsche SE ist Qatar überhaupt nicht interessiert“, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Das hätten die Scheichs ganz klar gesagt.

In Stuttgart wird die Lage ganz anders beschrieben: „Das Emirat Katar ist an einem Großteil der von der Porsche Automobil Holding SE gehaltenen Optionen auf Volkswagen-Aktien interessiert.“ Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte am Mittwoch der Agentur Dow Jones Newswires, im Gegenzug könnte sich das Scheichtum mit einem geringerem als bisher geplanten Anteil an dem Sportwagenhersteller zufrieden geben. Bei erfolgreichem Abschluss der Verhandlungen könne sich Katar mit einer Kapitalerhöhung von fünf Milliarden Euro an Porsche beteiligen und zusätzliche Finanzhilfen über einen Kredit oder eine Bürgschaft bereitstellen.

Ein Sprecher von Porsche wollte sich unter Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht zu den Informationen äußern. Von Katar war kurzfristig keine Stellungnahme zu erhalten. Am Montag hatte Porsche bestätigt, ein Angebot von der staatlichen Qatar Investment Authority über eine Kapitalspritze erhalten zu haben. Kurz zuvor hatte Porsche ein Angebot der Wolfsburger Volkswagen AG über einen Verkauf von 49,9 Prozent der eigenen Anteile an VW zurückgewiesen. Die Stuttgarter begründeten die Absage mit einer dann nötigen Neuverhandlung über einen Porsche-Kredit in Höhe von 10,75 Milliarden Euro.

Der Poker um die gescheiterte, oder dann doch noch gelungene Übernahme wird die Anleger wohl noch eine Weile begleiten. Gespannt sein darf man wohl wer am Schluss die Nase vorne haben wird und ob Wendelin Wiedeking dann noch am Ruder sitzt. Vor allem aber wird sich dann wohl endlich herausstellen welche Seite Märchen erzählt hat und welcher Geschäftsführung man in Zukunft mehr vertrauen sollte.

Depots aktualisiert

So, ich habe gerade die Musterdepots mal wieder auf den neuesten Stand gebracht, nachdem ich mich in den vergangenen Tagen dann doch wieder etwas mehr in den Markt gewagt habe. Das Langfrist-Depot ist nun nach den leichten Verlusten der letzten Wochen ungefähr wieder da wo ich im Mai aufgehört habe und das Trading-Depot kann nochmal etwas zulegen. Bisher ist die Auswahl meiner Aktien eher etwas defensiver als man dies vielleicht gewohnt ist. Die Trading Pause in den vergangenen Wochen hat mir mal wieder sehr gut getan und den Blick für das Wesentlich etwas geschärft.

Sollte sich in den nächsten Tagen der erneute Ausbruch bei den Aktien den wir in den vergangenen zwei Tagen gesehen haben bestätigen werde ich aufstocken, bzw. noch ein paar andere Werte dazu nehmen. Trotz der eher schwachen Umsätze scheint derzeit das Gröbste der Zwischenkorrektur wohl überstanden zu sein. Bei den Investitionentscheidungen habe ich mich in erster Linie an den 10-Tages-Charts orientiert. Insgesamt befinde ich mich wohl verglichen mit anderen, auch professionellen Marktteilnehmern, immer noch in einer sehr komfortablem Situation 🙂

Madoff – wo sind die Milliarden?

Als der Richter den Milliardenbetrüger und ehemaligen Star Investor der Wallstreet, Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilte, brach kurzzeitig Applaus im Gerichtssaal aus. Seine Opfer sind zahlreich. 4800 Anleger soll der als „Monster von der Wall Street“ bezeichnete Mann um insgesamt 65 Milliarden Dollar betrogen haben. Andere Namen wie der“Adolf Hitler der Finanzwelt“ wurden heute auch schon an Herrn Madoff vergeben. Das Urteil kann die geprellten Anleger nicht entschädigen dennoch fühle ich mich bei Vergleichen dieser Art etwas unbehaglich.

Es ist der größte Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte gewesen und hoffentlich auch in der Form nach einer Neuregelung der Finanzmärkte der letzte. Zwar entschuldigte sich der Angeklagte bei seinen Opfern, dies dürfte aber für die die Ihre gesamten Ersparnisse verloren haben wenig tröstlich sein. Einige haben alles verloren und sehen nun statt eine angemessene Rente zu beziehen in eine sehr ungewisse Zukunft. Andere haben nur einen Teil eines großen Gesamtvermögens verloren und können diesen Verlust eher noch verschmerzen.

Besonders verwerflich empfand es die jüdische Gemeinde das gerade die jüdischen Landsleute und hier speziell aus der Region Palm Beach und Umgebung von einem ebenfalls aus jüdischer Abstammung kommenden Landsmann abgezockt wurden. Der Drahtzieher des größten Finanzbetrugs aller Zeiten, der ein Gesamtvolumen von 65 Milliarden Dollar haben könnte, hatte stets behauptet, allein gehandelt zu haben. Weder seine Söhne, die eng mit ihm zusammen gearbeitet hatten, noch seine Frau sollen etwas von der „Masche“ Madoffs geahnt haben. Der Betrüger hatte das Geld seiner Anleger nicht wie behauptet investiert, sondern bei einem Konto der Chase Manhattan Bank geparkt. Forderte ein Investor sein Geld zurück, wurde er aus dem Pool der anderen Einlagen ausbezahlt.

Auch was den Verbleib der vielen Milliarden an Mitteln anbelangt, die Madoff veruntreute, herrscht indes weiter Rätselraten. Nachgewiesen wurden bislang Verluste in Höhe von 13 Milliarden Dollar, sicher gestellt wurde lediglich eine Milliarde Dollar. Rund zehn Personen, so berichten es US-Medien unter Berufung auf informierte Kreise, seien ins Visier der US-Justiz geraten. Offenbar halten es die Behörden weiterhin für unwahrscheinlich, dass der ehemalige Broker Madoff sein Schneeball-System über mehrere Jahrzehnte erfolgreich betreiben konnte, ohne dabei Mitwisser oder Komplizen zu haben. Die geprellten Anleger dürfen also noch hoffen, aber meistens taucht nur noch ein verschwindend geringer Teil solcher veruntreuten Summen wieder auf…

Nun muß Katar ran…

Und immer wieder Porsche…heute steigt die Aktie stark an und kann sogar einen kleinen Ausbruch aus dem Trend generieren. Sollte dieses Kursnieveau bis zur letzten Handelsstunde gehalten werden können sieht es wohl auch für die kommenden Tage sehr gut aus. Grund für den heutigen Anstieg dürfte folgende Meldung gewesen sein…Der finanziell klamme Sportwagenbauer gibt seine Bitten um Geld von der staatlichen Förderbank KfW endgültig auf. Von der Bank habe Porsche einen ablehnenden Bescheid für das beantragte Darlehen über 1,75 Mrd. Euro erhalten, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit. „Nach dieser Entscheidung wird Porsche Gespräche über alternative Finanzierungsmöglichkeiten aufnehmen.“

Der Sportwagwenbauer werde keinen neuen Kreditantrag bei der KfW stellen. Porsche wolle mit dem Verzicht seine „Glaubwürdigkeit sicherstellen“. Das Darlehen hätten die Stuttgarter zur Deckung einer Finanzlücke im laufenden Geschäft gebraucht. Zuvor hatte es heftige politische Diskussionen darüber gegeben, ob der Autobauer den Kredit erhalten soll. Vor allem in der SPD war der Widerstand groß. Porsche hatte sich bei der Übernahme von 51 Prozent an Volkswagen verhoben und einen Schuldenberg von 9 Mrd. Euro angehäuft. Unterdessen sind die Verhandlungen mit dem Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) weit gediehen.

Das Emirat hat schriftlich einen Einstieg bei den Stuttgartern angeboten. „Uns liegt ein Angebot der QIA vor, das den Einstieg bei der Porsche Holding SE beschreibt und den Kauf der Optionen auf VW-Aktien“, hatte ein Porsche-Sprecher am Montag gesagt. Jetzt werde über den Preis verhandelt. Zwischen dem möglichen Einstieg und dem Verzicht auf KfW-Kredit besteht nach Angaben des Sprechers kein kausaler Zusammenhang. Bei dem Antrag an die KfW habe es sich um die Finanzierung des laufenden Betriebs gehandelt, bei den Gesprächen mit Katar gehe es um den Abbau von Schulden. Nach FTD-Informationen hat der Wüstenstaat jedoch in seinem Schreiben nur den Kauf von Porsches Optionen auf Volkswagen-Aktien angeboten. Für einen Einstieg bei der Porsche Holding SE seien Bedingungen gestellt worden, die nicht den Preis betreffen, hieß es. Könnte Porsche seine Optionen auf rund 20 Prozent an VW abstoßen, wäre der Stuttgarter Autobauer ein Finanzproblem los.

Die Kosten für die Optionen drücken auf das Ergebnis. Porsches einstiger Plan, die Aktien zu erwerben, wäre nicht mehr finanzierbar. Allerdings habe Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gehofft, Katar auch zum Einstieg bei der Porsche Holding zu bewegen, hieß es. Ein Geldsegen etwa durch Katar könnte verhindern, dass die Porsche-Eigner doch noch einen Anteil am Sportwagenbauer an VW verkaufen müssen. Das hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch vorgeschlagen.

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