Author Archives: Lars

Nicht mit der Brechstange..

Der Kleinkrieg zwischen den beiden Familien Porsche und Piech hält an. Nachdem in den vergangenen Tagen zu lesen war das Volkswagen dem Sportwagenbauer ein Ultimatum gestellt haben soll sich bis heute für eine Integration der Porsche AG in den VW Konzern auszusprechen kam heute die prompte Antwort, die auch zu erwarten gewesen ist. Porsche hat einen „Rettungsvorschlag“ des VW-Vorstandes an den hoch verschuldeten Sportwagenbauer als nicht umsetzbar zurückgewiesen. „Es ist für uns kein gangbarer Weg 49,9 Prozent der Porsche AG an Volkswagen zu verkaufen“, sagte ein Porsche – Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart.

Porsche könne auf den Vorschlag gar nicht eingehen, weil dann sofort der Kredit über 10,75 Milliarden Euro fällig werde, den das Unternehmen sich bei einem Bankenkonsortium gesichert habe. Dies sei in dem Kreditvertrag vorgesehen. Die Aktie gab nach den Aussagen des Sprechers deutlich nach und rutschte zunächst ins Minus. Der VW-Vorstand habe Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche in der vergangenen Woche per Kurier das Angebot geschickt, sagte der Sprecher. An Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sei es jedoch nicht gegangen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ würde VW Porsche für den Anteil drei bis vier Milliarden Euro bezahlen. In einem nächsten Schritt würde dem Bericht zufolge das Emirat Katar VW-Aktienoptionen übernehmen, die von der Porsche Holding gehalten werden. Zum Schluss müssten die Unternehmen Porsche und VW fusionieren.

„Das Angebot von Katar für einen Einstieg bei der Porsche SE und die Optionen liegt auf dem Tisch. Jetzt wird über den Preis verhandelt. Die Gespräche mit Katar sind auf gutem Wege“, sagte ein Porsche-Sprecher. Darüber hinaus gibt es für das Optionspaket auf VW-Aktien laut Unternehmenskreisen mehr als fünf Interessenten. Und: Bei einem Verkauf der Optionen braucht der Vorstand keine Genehmigung durch den Aufsichtsrat, einer der Trümpfe, die Wiedeking noch in der Hand hält.

Doch angesichts des Machtkampfes mit VW droht dem hochverschuldeten Stuttgarter Sportwagenbauer der Absprung des letzten Investors, der das Unternehmen noch vor einem Verkauf an VW retten könnte: Das Emirat Katar forderte „eine baldige Entscheidung“, die „einvernehmlich ausfallen“ müsse, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Die Araber fassen demnach nur noch eine Beteiligung an einem integrierten Autokonzern aus Volkswagen und Porsche ins Auge. Sie wollen sich nicht an der Porsche SE allein oder nur an Volkswagen beteiligen. Katar wolle sich nicht gegen den Willen von VW und des VW-Großaktionärs Niedersachsen „mit der Brechstange beteiligen“, hieß es in den Verhandlungskreisen.

Anglo American – Der Schlüssel zum Erfolg

Das Treiben der Bergbaugiganten erinnert an die Boomjahre vor 2008, als in der Branche schon einmal das große Fressen herrschte. Damals allerdings waren die Bergbaukonzerne dank stetig steigender Preise reine Gelddruckmaschinen. Und die hohen Aktienkurse luden zu aggressiven Übernahmen ein. Die Strategie des Wachstums durch Zukauf beherrschten vor allem die Schweizer Xastra perfekt: Über 27 Milliarden Dollar gab Xstrata-Chef Mick Davis aus, um sich Kupfervorkommen in Chile, Kohleminen in Kanada, Nickelabbaurechte in Kanada oder Platinvorkommen in Südafrika zu sichern.

Erst im Oktober 2008 scheiterte die feindliche Übernahme des südafrikanischen Platinproduzenten Lonmin. Der Absturz der Weltmarktpreise für Industriemetalle machte Davis wie vielen seiner Kollegen damals einen Strich durch die hoch*fliegenden Pläne. Denn es brachen nicht nur die Einnahmen weg, gleichzeitig lag die lebenswichtige Finanzierung der Konzerne durch die Banken am Boden. Bitter vor allem für Konzerne wie Rio Tinto, die aufgrund teurer Übernahmen in der Boomzeit auf einem hohen Schuldenberg sitzen.

Die Lage hat sich gebessert in den vergangenen Monaten: Die Preise für Kupfer, Nickel und Aluminium sind angezogen, die Finanzierungsmöglichkeiten sind wieder zahlreicher geworden. Die Prioritäten haben sich beim Übernahmepoker dennoch verschoben. Es geht neben Wachstum, Diversifikation des Rohstoffportfolios und Sicherung lukrativer Vorkommen nun in erster Linie um Milliardeneinsparungen, die die Unternehmen allein nicht erreichen können. „Die Konsolidierung im Minensektor wird die beste Möglichkeit für die Firmen sein, um in der gegenwärtigen Marktsituation konkurrenzfähig zu bleiben“, erklärt Chris Halliday, Chef der Rohstoffabteilung bei der auf Übernahmen und Finanzierungsfragen spezialisierten Kanzlei Eversheds. „Bei fallenden Rohstoffpreisen und begrenzten externen Finanzierungsmöglichkeiten ist dies der Schlüssel zum Erfolg.“

So sucht Xstrata durch die angestrebte Fusion mit Anglo American vor allem „signifikante Kosteneinsparungen“, die von Analysten auf knapp 700 Millionen Euro jährlich geschätzt werden. Schließlich wäre der neue Konzern dank gebündelter Kräfte bei der Kohle-, Kupfer- und Zinkproduktion global führend. Anglo-American-Chefin Cynthia Carroll wird dagegen selbst im eigenen Haus nicht zugetraut, die Ausgaben im Alleingang in gleichem Maß zu reduzieren.

Mit hohen Synergien begründete BHP-Billiton-Chef Marius Kloppers vor wenigen Wochen auch die neue Zusammenarbeit mit dem Erzrivalen Rio Tinto. Beide Konzerne bündeln ihre Kräfte im Bereich der Eisenerzminen in Westaustralien. Dies soll Einsparungen in Höhe von zehn Milliarden Dollar bringen. Pikant: Bis Oktober lagen beide Konzerne noch im Clinch, da Kloppers Rio Tinto aufkaufen wollte und erst am Höhepunkt der Finanzkrise sein Angebot zurückzog. Nicht nur die börsennotierten Bergbaugiganten sind auf Einkaufstour. Auch China ist mit dem Scheckheft unterwegs und dabei besonders aktiv. Das Wirtschaftswachstum des Milliardenreichs benötigt Eisenerz, Kohle, Nickel, Öl und Aluminium in Mengen, die das Land nicht selbst zur Verfügung hat. „Die sichere und günstige Versorgung mit Energieträgern und Rohstoffen spielt eine Schlüsselrolle für Peking“

Ob Branchenprimus BHP Billiton, Konkurrent Rio Tinto, der brasilianische Eisenerzgigant Vale oder Chinas staatlicher Aluminiumschmelzer Chinalco – beteiligt ist am Milliardenpoker, was Rang und Namen hat. Wer Jäger und Gejagter ist, ändert sich allerdings beinahe täglich. So soll sich Experten zufolge Vale nicht nur für Anglo American, sondern auch für Xstrata interessieren, nachdem die Brasilianer 2008 dort nicht zum Zuge kamen. Zudem soll Chinalco ein Auge auf Anglo American geworfen haben….Denkt mal darüber nach 😉

K + S und Bauer

Die Anleger sind offensichtlich verunsichert über die letzten Bewegungen der Märkte. Generell sind die Umsätze in den einzelnen Aktien in den vergangenen drei Handelstagen sehr dünn gewesen und es wird versucht mit Ministückzahlen Kurse in die ein oder andere Richtung zu bewegen. Der gestrige US Handel hat mich ehrlich gesagt auch etwas verwundert, denn der deutliche Anstieg der Indizes wurde nicht von entsprechenden Kursgewinnen bei den Aktien begleitet. Das hört sich erst einmal komisch an, war aber so. Erst im späten Handel kamen dann auch einige Aktien in Schwung. Was genau mir das jetzt sagen soll weiß ich auch noch nicht so genau, aber es ist eine ungewöhnliche Situation die meistens dann auch ein ungewöhnliches Ende nimmt.

Während die breite Masse nun auf weiter fallende Kurse wartet reden einige Fachleute schon wieder von deutlich höheren Kurszielen und ich halte es für möglich das sie Recht behalten könnten. Die 5000 Punkte Marke im Dax sollte noch einmal getestet, oder gar nach oben durchbrochen werden. Was passieren kann wenn die Mehrzahl der Anleger der Meinung ist das die Kurse fallen, und dies tritt dann nicht ein, haben wir gestern schon gesehen. Der Short Squeeze war deutlich und könnte sich bei weiter steigenden Kursen nun noch einmal beschleunigen. Der heutige US handel dürfte also mal wieder sehr entscheidend für die Entwicklung in der kommenden Handelswoche werden.

Bei einigen Aktien ist aber dennoch vorsicht geboten. Kali und Salz z.B. versucht derzeit bei ca 40,- Euro den Abwärttrend zu stoppen und die konnte auch in den vergangenen Tagen mehrfach gelingen. letztendlich dürfte die 40,- Euro Marke aber wohl fallen. Neu ausgegebene Kursziele von 30,- Euro oder darunter halte ich allerdings für übertrieben. Die Wahrheit dürfte wie immer irgendwo dazwischen liegen. Ebenso ist es bei Bauer. Abstauber-Limit-Empfehlungen von 22,- Euro halte ich für nicht realistisch. Das Unternehmen steht deutlich besser da als so mancher dies glauben mag. Spätestens bei 25,- Euro, aber auch auf dem derzeitigen Niveau halte ich die Aktie für sehr attraktiv.

Michael Jackson ist tot

Der „King of Pop“ ist tot: Michael Jackson ist unerwartet im Alter von 50 Jahren gestorben. Das bestätige am späten Donnerstagabend mitteleuropäischer Zeit ein Sprecher des gerichtsmedizinischen Instituts in Los Angeles. Nach der Todesnachricht hielten Jackson-Fans spontan Mahnwachen. Der Sänger habe einen Herzstillstand erlitten. Er war von seinem Haus in Los Angeles mit einem Notarztwagen in ein Krankenhaus in Los Angeles gebracht worden. Nach Angaben eines Rettungssanitäters atmete der 50-Jährige beim Eintreffen der Ambulanz nicht mehr. Wiederbelebungsversuche seien vergeblich geblieben. Jackson bereitete sich in Kalifornien auf eine geplante Konzertreihe vor.

Die Leiche des Sängers wurde wenige Stunden später per Hubschrauber vom UCLA Medical Center zum Amt für Gerichtsmedizin des Bezirks Los Angeles geflogen. Dort sollte am Freitag eine Autopsie vorgenommen werden. Ergebnisse seien erst in einigen Tagen zu erwarten, sagte ein Experte dem Sender „FoxNews“. Das letzte Foto des Stars, das im Internet verbreitet wurde, zeigt Jackson mit einer Sauerstoffmaske auf einer Trage auf dem Weg in die Notaufnahme. Damit ist eine Pop Ikone einer ganzen Generation nun nicht mehr unter uns, und das gerade zu einem Zeitpunkt an dem viele mit einem Comeback des Popstars gerechnet hatten. Auch wenn Michael Jackson offensichtlich kein befriedigendes Leben geführt hat betrachte ich seinen Tod aus rein musikalischer Sicht als Verlust für die Menschheit…

Exorbitante Staatsverschuldung – ja und?

Die Aufregung ist mal wieder groß nachdem Finanzminister Peer Steinbrück das neue Haushaltsdefizit in Höhe von 86 Milliarden Euro und ein paar Zerdrückten bekannt gegeben hat. Jetzt frage ich mich natürlich ernsthaft was die Breite Masse denn wohl erwartet haben mag? Wir stecken ich der größten Kriese der Nachkriegsgeschichte und so ist es auch nicht weiter verwunderlich das wir die höchste Verschuldung der Nachkriegsgeschichte noch vor uns haben.Die Regierung pumpt Milliardenbeträge in teilweise extrem marode Unternehmen wie die HypoReal Estate und lässt andere, die eine gute Chance auf eine erstarkte Wiederauferstehung haben, am langen Arm verhungern.

Der geneigte Leser der Kommentare der Tagespresse dazu stellt sich nun die Frage warum gerade die Journalisten so entsetzt reagieren die vorher monatelang den Weltuntergang beschworen haben. Ja sie hatten in gewisser Weise Recht das noch alles viel schlimmer wird bevor es dann irgendwann hoffentlich auch mal wieder besser werden kann. Das wird aber noch etwas dauern. Die Arbeitslosenzahlen werden weiter steigen und das Geld wird immer weniger Wert. Die drohende Inflation wird in den kommenden Jahren wohl noch grausige Ernte auf den Sparbüchern der Deutschen halten.

Und genau das ist wohl auch der Grund warum einem eigentlich nichts anderes übrig bleiben wird als einen Teil des Vermögens in Aktien zu investieren. Den permanenten Wertverfall des Geldes und die Geldentwertung seit dem Mauerfall und der Euroeinführung haben unserer Generation bisher schon hart zugesetzt. Nun steht eine weitere, vielleicht noch größere Entwertung von Sparguthaben ins Haus. Rentner werden es wohl auch besonders schwer haben in den kommenden Jahren…

Mittelfristig kommt also wohl niemand umher sich mit seinem Vermögen in naher Zukunft etwas intensiver zu befassen, wenn man im Alter nicht mit runtergelassenen Hosen dastehen möchte. Die Regierung macht es sich wie immer wieder mal einfach und verschwendet den Großteil der Energie darauf neue Steuereinnahmen zu generieren um die entstandenen Löcher zu stopfen. Das dies genau der falsche Weg ist wissen wir ja eigentlich alle, aber drastische Lösungen sind halt unbequem und politisch nicht opportun. Also macht Euch rechtzeitig Gedanken darüber wie die Zukunft aussehen könnte, und welcher Assetklassen zur Vermögenssicherung sinnvoll sind.

Weiteres Erholungspotenzial

Die Zinsentscheidung der US-Notenbank hat gestern keine unerwarteten Überraschungen gebracht. Den Tagesgeldzielsatz beließ der Offenmarktauschuss wie erwartet in der Spanne zwischen 0% bis 0,25%, wo er seit Dezember 2008 steht. Auch haben sich die Währungshüter erneut verhalten optimistisch über die konjunkturellen Perspektiven geäußert und konstatierten, dass das Tempo des Abschwungs nachgelassen habe. Durchaus also der Situation angemessene und eher positive Nachrichten für die Aktienmärkte, Dennoch fielen die Indizes darauf hin erst einmal wieder ein Stückchen tiefer um sich dann im späten Handel wieder zu stabilisieren.

In Asien hingegen lösten die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten doch eher wieder Freude aus. Die Börsen in Tokio, Singapur und Hongkong sind allesamt deutlich im Plus und nehmen wieder Kurs Richtung der alten Höchststände. Besonders stark konnte sich gestern die Börse in Österreich wieder von den Vortagsverlusten erholen. Der ATX-20 schloss 5,1% bzw 99 Punkte höher bei 2.040. Für den ATX-Prime ging es um 4,5% oder 40 Punkte auf 932 nach oben.Ebenfalls sehr deutlich im Plus sind die osteuropäischen Börsen gestern gewesen.

Laut Marktbeobachtern wird der Dax heute wieder etwas schwächer erwartet. Ich wüsste nicht wieso, sich selbst nach einer schwächeren Eröffnung, der Deutsche Leitindex, heute tief im roten Bereich landen sollte. Erholungspotenzial ist nach den Verlusten vorher durchaus da und die 5000 Punkte Marke dürften nach wie vor eine magische Anzeihungskraft auf die Anleger ausüben. Das Schlimmste sollte also für die laufende Woche an Nachrichten nun überstanden sein und die Erholung langsam weiter gehen. Große Sprünge sollte man sich dennoch nicht mehr erwarten und das Risiko nach unten minimieren…

Kommt die Zinserhöhung?

Die Frage die sich wohl die gesamte Welt (zumindest die westliche) stellt ist ob die FED heute entscheiden könnte das man mit Zinserhöhungen in der nächsten Zeit die drohende Inflation etwas eindämmen müsse. Natürlich ist es aus vielerlei Hinsicht derzeit etwas unverständlich in einer derart fragilen wirtschaftlichen Situation überhaupt darüber nachzudenken dies zu tun und damit die gerade einsetzende Erholung an den Finanzmärkten zu gefährden. Die US Verbraucher sitzen immer noch auf ihrem Geld, Ausgaben werden zurückgestellt und der Konsum lahmt, wenn auch nicht mehr so stark.  Dennoch sind die US Unternehmen immer noch in der Situation die Preise für ihre Produkte senken zu müssen um sie an den Mann zu bringen. Die spricht also eher für eine Deflation…

Da niemand so genau weiß ob wir uns in einem deflationären oder schon inflationären Marktumfeld befinden dürfte die heutige Entscheidung der Fed wohl größere Auswirkungen auf den Gesamtmarkt haben. (oder eben auch nicht). Die Verbraucherpreise und andere Faktoren deuten eher auf eine leichte Deflation hin als auf eine Inflation. Die stark angestiegene Geldmenge hingegen wird früher oder später zu einer Infaltion führen und genau das ist die große Sorge der FED. Verschiedene Wirtschaftsindikatoren weisen darauf hin das die Talsohle erreicht ist und die US Wirtschaft sich nun  langsam auf dem Wege der Besserung befinden sollte. Und genau hier liegt das Problem…

Die Nullzins Politik der US Notenbank müsste nun schnellstmöglich wieder beendet werden um der Inflation entgegen zu wirken, auf der anderen Seite will man den sowieso schon stotternden US Motor nicht frühzeitig abwürgen. Ein Spagat den Ben Bernanke nun hinbekommen muss. Wie auch immer die Entscheidung aussehen sollte, oder was auch immer für die kommenden Sitzungen angedeutet werden wird. Der Markt dürfte das Worst Case Szenario einer Zinserhöhung wohl in den vergangenen Tagen schon überwiegend eingepreist haben. Kommt die Zinserhöhung nicht kann es auch ganz schnell wieder rauf gehen…In einzelnen Bereichen hat sich eine solche Bewegung gestern im späten US Handel schon wieder angedeutet…

Fettes Minus – dank Weltbank

Eine neue Konjunkturprognose der Weltbank verunsicherte die Anleger. Das Institut senkte den Ausblick für den Euro-Raum, die USA und Japan. Demnach soll sowohl die Wirtschaftsleistung im laufenden als auch die Erholung im kommenden Jahr schwächer ausfallen. Zyklische Werte, allen voran mal wieder die Banken und Stahlwerte und Solarindustrie wurden kräftig verprügelt und gaben zwischen 5 und 10 Prozent ab. Über eine Erholung 2010 in China, Russland und Indien äußerte sich die Weltbank hingegen optimistischer. Diese Aussagen führten gestern dazu das fast die gesamten Weltbörsen regelrecht abstürzten. Wie nervös die Märkte immer noch sind ist manchmal schon etwas erschreckend..

Der Dow-Jones-Index hatte am Montag mit einem Minus von 2,4 Prozent bei 8339 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel 3,1 Prozent auf 893 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 3,4 Prozent auf 1766 Stellen. Ein Euro kostete in Fernost 1,3838 Dollar. Viele Marktteilnehmer warteten nun gespannt auf die Aussagen der US-Notenbank im Anschluss an ihre zweitägige Sitzung am Dienstag und Mittwoch. Zudem ist die Nervosität im Vorfeld der Geschäftsbilanzen zum zweiten Quartal ebenso hoch. Marktbeobachter fürchten die FED könne nun damit beginnen die Zinsen allmählich wieder anzuheben, oder Ben Bernanke dies zumindest für die nächste Sitzung andeuten. Dies wäre sicherlich in beiden Fällen zu früh und würde eine weitere Erholung abwürgen.

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte verlor auch wegen der schwachen Vorgaben von den US-Börsen 2,8 Prozent auf 9549 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 2,3 Prozent auf 901 Zähler nach. Rohstoff-Werte gaben wegen des fallenden Ölpreises nach, die Aktien exportabhängiger Unternehmen litten unter dem Anstieg des Yen zu Dollar und Euro. Auch die anderen asiatischen Börsen rutschten deutlich ins Minus. Die Aktienmärkte in Australien, Hongkong und Südkorea verloren jeweils drei Prozent. In Taiwan und Singapur belief sich das Minus auf jeweils rund zwei Prozent. Einzig die Börse in Schanghai konnte ihren Vortagesschluss behaupten.

Heute dürfte das Umfeld also weiterhin schwierig  sein und man sollte aufpassen nicht unter die Räder zu kommen, sollte der Markt weiter fallen wollen. Eventuell können sich die Kurse aber auch auf dem nun deutlich niedrigerem Niveau stabilisieren…

Spannende Woche voraus…

Die Marktteilnehmer sind sich mal wieder gar nicht einig ob der Dax heute etwas stärker oder schwächer eröffnen wird. Einige rechnen mit weiteren Verkäufen und von konjunktureller Seite könnten in den kommenden drei Tagen noch weitere Störfeuer kommen. Die Vorgaben aus Amerika waren nicht besonders „aussgekräftig“ und so sind es wohl in erster Linie die Asiaten die die heutige Eröffnung prägen sollten. Der japanische Nikkei-Index gewann knapp ein Prozent, sein Pendant in Shanghai, der SSE sogar mehr als ein Prozent. Rückenwind gab es durch die Ankündigung des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao, weiter auf Konjunkturhilfen zu setzen. Dies sei notwendig, da sich die Wirtschaft an einem entscheidenden Punkt auf dem Weg zu einer Erholung befinde, sagte der Politiker.

Das sollte also zumindest ein weiteres Abrutschen der Kurse heute erst einmal verhindern. Spannend dürfte es ebenfalls bei einigen Unternehmen werden. Nachdem Kali + Salz sowie die Deutsche Lufthansa uns in der vergangenen Woche gezeigt haben das auch Dax Konzerne nicht vor größeren Tagesverlusten bewahrt werden können dürfte also die nun startende Berichtssaison noch ein paar Überraschungen auf Lager haben. Es ist aber ebenso möglich das hier auch ein paar positive Überraschungen auf die Anleger warten. Einige Unternehmen werden die immer noch niedrigen Kurse nutzen wollen um Übernahmen vorzubereiten, siehe heute Anglo American..Der Bergbaukonzern Xstrata will mit dem Konkurrenten Anglo American über eine Fusion verhandeln. Britische Zeitungen hatten berichtet, dass das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz Anglo ein Übernahmeangebot in Höhe von 41 Milliarden britischen Pfund vorgelegt habe.

Vielleicht lohnt nun auch wieder mal ein Blick in die Solarbranche die in den vergangenen Wochen wieder deutlich mehr Optimismus versprüht…Heute wird also erst einmal wieder der ifo- Geschäftsklimaindex veröffentlicht und mit Spannung erwartet. Volkswirte rechnen im Schnitt mit einer weiteren Verbesserung des Konjunkturbarometers im Juni und manche hoffen insgeheim auf eine positive Überraschung. Am Dienstag dann folgt das GfK-Konsumklima für den Juli und außerdem die Einkaufsmangerindizes für Deutschland und den Euroraum. Neben diversen Konjunkturdaten in den USA wartet die Wall Street mit besonderer Spannung dann am Mittwoch auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Hier wird erwartet das die Zinsen unverändert bleiben. Es dürfte also mal wieder eine sehr spannende Börsenwoche werden…

Der Hexentanz kann beginnen!

Hexensabbat. Ein viel gefürchtetes Ereignis an den Börsen, und der heutige Handelstag könnte ganz besonders aufregend und volatil werden. Egal ob für Porsche oder VW Aktionäre. Starke Kursausschläge waren ja schon bei Schwergewichten wie Rio Tinto, Kali und Salz, Q-Cells zu beobachten, wobei diese meistens eher fundamentale Gründe hatten. Ich bin wieder drin im Geschehen und freu mich auf einen spannenden Tag. Im Depot sind nun Heidelcement, Porsche, Veolia, Continental, Novartis, SKW Stahl, Klöckner, Centrotherm, Gazprom, Tognum, und vielleicht heute abend dann noch eine kleine Position K+S sowei ein paar Solarwerte.

Die Vorgaben aus Asien für einen weiteren Anstieg der Kurse sind gar nicht mal so schlecht. In Hongkong drehen die Indizes nach vier verlustreichen Tagen wieder ins Plus. In Singapur sind es ebenfalls die zyklischen Werte die den Index wieder etwas freundlicher aussehen lassen, und auch in Europa dürften die Zykliker die in den vergangenen Tagen so abgestraft wurden heute wieder etwas besser aussehen. Ich war die letzten beiden Tage ebenfalls wiedermal auf Einkaufstour und habe die Depots kräftig aufgefüllt. Allen voran Heidelbergcement hat mir nach einer längeren Tradingpause wiedermal viel Spaß gemacht. Hier sollte der positive Trend nachdem die Finanzierung bis 2011 nun geregelt ist weiter anhalten.

Es dürfte heute teilweise etwas holprig werden, und die Kursausschläge bei der ein oder anderen Aktie überraschen und wiedermal einige auf dem falschen Fuss erwischen. Reihenweise Stopp-Loss Orders könnten abgefischt werden und heute wird vielleicht die Richtung für die kommenden Wochen definiert. Es ist also durchaus ratsam die Augen offen zu halten, vorsichtig zu agieren, aber auch nach Schnäppchen zu suchen. Starke Ausschläge sind dieses mal wirklich wahrscheinlich, besonders in der „heißen Phase“ zwischen ca. 11 und 13 Uhr denn da laufen die Optionen im Dax und Stoxx aus.  Aber vielleicht ist es nach dem heutige Tag auch alles wiedermal ganz anders und wir bewegen uns weiter in einer Seitwärtsphase. So richtig weiß das wohl niemand, aber es ist dennoch ein richtig spannender Tag!

Novartis erhält US Zulassung

Die Novartis AG hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für „Ilaris“ (Canakinumab) zur Behandlung des periodischen Fiebersyndroms Cryopyrin-Associated Periodic Syndroms (CAPS) bei Kindern und Erwachsenen erhalten. Das Medikament sei die erste zugelassene Therapieform für Patienten ab dem Alter von vier Jahren, die an den zwei CAPS-Formen „Familial Cold Autoinflammatory Syndrome“ (FACS) und „Muckle-Wells-Syndrom“ (MWS) leiden würden, teilte der Pharmakonzern am Donnerstag mit. Zuvor hatte die FDA Novartis für Ilaris den Prioritätsstatus bei CAPS gewährt.

Derzeit werde Ilaris, ein humaner monoklonaler Antikörper, in Studien zur Behandlung von weiteren Entzündungskrankheiten wie „Gout“, idiopathische Arthritis bei Jugendlichen und Diabetes-Typ-2 getestet, heißt es weiter. CAPS werde infolge des Defektes eines Gens durch die Überproduktion von Interleukin-1beta verursacht, das zu lebenslang anhaltenden Entzündungen und Gewebeschäden führe. Die Erkrankung sei erheblich, heißt es laut Nachrichtenagentur awp weiter. Ilaris blockiere nun die Interleukin-1beta-Produktion. Weitere Zulassungsanträge seien in der EU, Schweiz und in Australien eingereicht worden. Prioritätsstatus genieße das Medikament in der Schweiz, in Australien und Kanada heißt es weiter.

US Banken führen Milliardenkredite zurück…

JP Morgan Chase erstatte die von der Regierung erhaltenen 25 Mrd. Dollar auf einen Schlag zurück, wie das Kreditinstitut mitteilte. Morgan Stanley und Goldman Sachs überwiesen jeweils zehn Mrd. Dollar an das Finanzministerium, American Express 3,4 Mrd. Dollar. Insgesamt flossen von den Banken über 68 Mrd. Dollar an das Finanzministerium zurück. Gestern war Zahltag für die US Regierung. Ein dicker Batzen der zuvor vergebenen Notkredite wurde zurückgezahlt, und die braven Zahler erhoffen sich davon Ihre Unabhängigkeit zurück zu erlangen.

Ob man dieser Entwicklung also positiv sehen sollte bleibt erst einmal fraglich. Die dicken Kreditrückführungen werden in den nächsten Bilanzen wieder als negative Einmalaifwendungen auftauchen und somit die Aktienkurse und wohl auch die gesamten Börsen weiter belasten. Eine etwas spätere und vor allem schonendere Rückführung wäre da wohl sinnvoller gewesen. Aber so sind sie halt die Amerikaner. Immer mit Vollgas und viel TamTam, dafür aber wenig Verstand und Gespür für Zusammenhänge. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen wenn die Banken die Kredite jetzt noch nicht hätten zurückzahlen dürfen.

Viele Banken wollen die Gelder aus dem sogenannten TARP-Programm rasch zurückgeben, um den Einfluss der Regierung auf Managergehälter und Dividendenzahlungen zu beenden. Zudem haben einige Institute erklärt, sie benötigten keine Hilfen, und die Einmischung der Regierung sei ein Wettbewerbsnachteil. Dagegen will die Regierung sicherstellen, dass die Banken auch nach Rückzahlung der Gelder stark genug sind, die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.

Und es besteht natürlich die Gefahr das nun der alte Schlendrian schneller wieder Einzug in die Finanzwelt hält als uns das allen lieb ist. Eine Kontrolle der Systeme ist ja ein frommer Wunsch, und sollte auch soweit wie möglich konsequent umgesetzt werden. Denoch sind der Phantasie des Menschen keine Grenzen gesetzt und man wird wieder einen Weg finden neue, innovative und renditestarke Finanzinstrumente zu entwickeln, um damit exorbitante Gewinne zu erzielen und die Manager und Aktionäre zufrieden zu stellen..

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