Author Archives: Lars

Ryanair will Lufthansa übernehmen?

Laut den heutigen Presseberichten prüft Ryanair derzeit ob man nicht ein Übernahmeangebot für die Lufthansa abgeben möchte. Europas größter Billigflieger Ryanair sorgte damit auf der Jahrespressekonferenz zunächst für Lacher, dann für angestrengtes Nachdenken: „Wir schauen uns Lufthansa ernsthaft an“, sagte O’Leary. Ryanair könne die größte deutsche Fluggesellschaft aus ihrem Cash-Bestand bezahlen. Über einen Preis wollte er sich nicht äußern. Die Lufthansa kommentiert die Ryanair-Aussagen nicht.

Hierzulande gibt es die Regelung, dass die Mehrheit an einer deutschen Airline auch in deutschen Händen liegen muss. Ryanair könnte also maximal 50 Prozent minus eine Aktie kaufen. Die würden nach aktueller Marktbewertung rund 2,3 Mrd. Euro kosten. Auffällig ist, dass der Aktienkurs der Lufthansa nach Bekanntwerden der Meldung eher absank und wie sonst üblich anzusteigen. So wirklich scheint also niemand daran zu glauben das eine Übernahme ernst gemeint ist.

Das deutet darauf hin, dass auch Anleger nicht daran glauben, dass das Ryanair-Angebot ernst gemeint ist. Vielleicht will O’Leary aber auch nur von der Tatsache ablenken, dass sein Unternehmen erstmals ein Geschäftsjahr mit Verlust abgeschlossen hat. In dem Ende März abgeschlossenen Finanzjahr 2008/2009 wies das irische Unternehmen ein Minus von 169 Mio. Euro aus. Ein Jahr zuvor konnte Ryanair noch einen Gewinn von 391 Mio. Euro erzielen.

Porsche, Piech und Jassem Al-Thani

Nun machen neue Gerüchte über den Einstieg eines großen Investoren aus dem Emirat Katar die Runde. „Diese Angelegenheit wird derzeit geprüft“, sagte Scheich Hamad bin Jassem Al-Thani der Nachrichtenagentur Reuters auf die Frage nach einem Interesse Katars an einem Anteil an Porsche oder anderen deutschen Autobauern. Aus juristischen Gründen könne er jedoch nicht mehr dazu sagen. Jedoch steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios. Im Nebensatz hieß es das man in Katar auch noch an weiteren Autobauern interessiert sei…vielleicht ist das auch der Grund für den heutigen Höhenflug der Aktien.

Was ist dann nahe liegender als dem Porsche Konzern nicht nur etwas unter die Arme zu greifen um den vorübergehenden finanziellen Engpass zu überbrücken, sondern vielleicht auch noch eine Schippe drauf zu legen damit Porsche den VW Anteil dann doch noch auf 75 Prozent aufstocken kann um einen Beherrschungsvertrag bei den Wolfsburgern anzustreben. Das wäre sicherlich die eleganteste Lösung des Problems. Allerdings hieße dasfür die Familien Porsche und Piech auch das sie in Zukunft eine dritte „Familie“ mit im Boot hätten. Die Frage ob das von den Eigentürmerfamilien gewollt ist stellt sich aber nur bedingt, viel eher muss man fragen ob es eine andere Wahl gibt…

Hoffnungsfroh stimmen auch die jüngsten Aussagen zu den Absatzzahlen beim Sportwagenbauer…Porsche stehe besser da als mancher Konkurrent, so der baden-württembergische SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Schmiedel. Porsche werde im laufenden Geschäftsjahr 2008/09, das noch bis Ende Juli geht, etwa 80.000 Autos verkaufen und damit einen operativen Gewinn von 700 bis 800 Millionen Euro erzielen, sagte Schmiedel den „Stuttgarter Nachrichten“. Der Politiker berief sich auf ein Gespräch, das er mit Porsche-Finanzvorstand Holger Härter geführt habe. Zudem habe er Einblick in die Bücher bekommen.

Schmiedel zufolge wird Porsche im kommenden Geschäftsjahr 2009/10 wieder mehr als 100.000 Sportwagen absetzen und dann auch wieder mehr als eine Milliarde Euro Gewinn erzielen. „Im operativen Bereich hat Porsche im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern also kein Problem“, sagte er. Trotz der Absatzkrise in der Autoindustrie werde Porsche eine Umsatzrendite von etwa zwölf Prozent erzielen. Dies schaffe kein anderer Autohersteller. Der Eindruck, Porsche sei an die Wand gefahren worden und bräuchte dringend Hilfe aus Steuergeldern, sei daher „völlig falsch“, sagte Schmiedel.

Die Automobilkrise ist überstanden, GM hat fertig!

Eigentlich wollte ich am heutigen Pfingstmontag die Zeit eher mit meiner Familie verbringen als em Rechner zu sitzen, aber der Tag an dem General Motors offiziell in die Insolvenz schliddert fordert dann doch meine ganze Aufmerksamkeit. Der einst weltgrößte Autohersteller meldet heute vor Börsenbeginn in New York Gläubigerschutz an, berichtet das „Wall Street Journal“. Die Unterlagen würden um 8.00 Uhr Ortszeit/ 14.00 Uhr MESZ bei einem Insolvenzgericht in New York eingereicht. Es sei der GM Führung nicht gelungen ein tragfähiges Konzept einzureichen hieß es.

Somit werde nun der Konzern in gute und schlechte Konzerteile aufgeteilt. Insgesamt werden geschätzte 35.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Die Staatshilfen werden auf insgesamt 50 Milliarden Dollar veranschlagt, 20 Milliarden davon wurden bereits bezahlt. Der Staat soll nach Angaben eines US-Regierungsvertreters 60 Prozent der GM-Anteilte übernehmen. Kanada wird GM demnach einen Kredit von 9,5 Milliarden Dollar gewähren und dafür einen Anteil von zwölf Prozent an dem Unternehmen erhalten. 17,5 Prozent würden an einen Fond der Automobilarbeitergewerkschaft UAW gehen.

Im Einzelnen sieht das dann wie folgt aus… die Marken Chevrolet und Cadillac, die als überlebensfähig gelten, sollen die Insolvenz rasch wieder verlassen, andere wie etwa Hummer, Saturn und die schwedische Tochter Saab dürften abgestoßen werden. Die Marke Pontiac wird aufgegeben. Und während also der weltgrößte Autobauer pleite geht feiern die Konkurrenten eine Party. Nicht nur das die Börsen huete allgemein mit einem Riesensatz nach oben eröffnet haben, sondern speziell die Autobauer und die Zulieferindustrie gehört heute zu den Tagesgewinnern, ebenso wie die Stahlwerte.

Mattias Wissmann, Präsident des VDA hatte am Wochenende für gute Stimmung gesorgt indem er den Tiefpunkt der Absatzkrise bei den Autobauern bereits als hinter uns liegend betrachte. Die deutschen Autobauer haben sogar Marktanteile hinzugewinnen können. Ebenso erfreulich sind weiterhin die Auswirkungen der Abwrackprämie auf den Absatz im Kleinwagensegment. Ob das nun schon das Ende der Krise ist bleibt abzuwarten, allerdings kann man an einem Tag wie heute auch schon bei kleineren Lichtblicken mal euphorisch werden. Immerhin ist noch keiner der großen Deutschen Autobauer pleite…und bei Opel wirds wohl auch noch gut ausgehen, oder?

GM, beschleunigt in die Insolvenz

GM teilte gestern mit, dass ein Gläubigerausschuss ein neues Angebot akzeptiert habe. Demnach erhalten die Geldgeber zehn Prozent der Anteile an einem umstrukturierten GM-Konzern sowie zusätzlich Bezugsrechte für weitere 15 Prozent. Durch die Einigung sollen die Schulden des Autoherstellers den Angaben zufolge auf 17 Milliarden Dollar sinken. Diese neue Entwurf soll nun bis zum Wochenende allen Gläubigern vorgelegt werden, und letztendlich dann den Weg frei machen für eine beschleunigte Insolvenz des US Autobauers.  Laut GM unterstützen der Gläubigerausschuss und Großinvestoren, die 20 Prozent der Schuldanleihen halten, das neue Angebot, da diese Version denn Hasuptgläubigern die Möglichkeit bietet größere Teile Ihrer ursprünglichen Investition doch noch zu retten.

Die Umschuldung könnte dann dazu beitragen, dass GM nur kurze Zeit unter Gläubigerschutz arbeiten müsste. Am künftigen Konzern soll das US-Finanzministerium zunächst 72,5 Prozent halten, erklärte die US-Börsenaufsicht SEC. Die US-Regierung soll den Plänen zufolge dann auch die finanzielle Garantie für die Sanierung übernehmen. Weiterer Großaktionär des künftigen GM-Konzerns soll die die Autogewerkschaft UAW werden. Mit einem Anteil von 17,5 Prozent werden laut den Plänen die Ansprüche des gewerkschaftlichen Gesundheitsfonds für Betriebsrentner weitgehend abgegolten. Es sieht also alles so aus als ob man nun eine tragfähige Lösung gefunden hat und die GM Aktie kurzzeitig vom Kurszettel verschwinden wird…

Toyotas Absatz bricht um 46,5 Prozent ein

Die japanische Toyota Motor Corp. veröffentlichte heute die Produktionszahlen für April 2009. Dabei hat der größte japanische Automobilhersteller im Inland zusammen mit den Tochtergesellschaften Daihatsu Motor Co. Ltd. und Hino Motors Ltd. einen Produktionsrückgang um 49,1 Prozent auf 204.433 Einheiten verzeichnet. Für Toyota wurde dabei ein Minus von 56,1 Prozent auf 145.516 Fahrzeuge gemeldet. Daneben sank die Gesamtproduktion in Übersee um 43,9 Prozent auf 229.546 Fahrzeuge. Weltweit wurden somit 433.979 Modelle gefertigt, was einem Minus von 46,5 Prozent entspricht. Toyota hat in Japan im April ein Absatzminus von 32,3 Prozent auf 77.634 Fahrzeuge verzeichnet. Daihatsu verbuchte hier einen Rückgang um 13,1 Prozent auf 41.683 Einheiten und Hino ein Minus von 44,4 Prozent auf 1.291 Modelle. Insgesamt wurden 76.224 Fahrzeuge exportiert (-70,3 Prozent).

Maschinenbau, noch keine Bodenbildung…

Der Maschinenbau in Deutschland leidet immer noch mit am kräftigsten unter der Krise. Genau wie auf dem Immobiliensektor ist hier immer noch keinerlei Besserung in Sicht sondern ganz im Gegenteil. Die Stimmung hat sich weiter deutlich verschlechtert. Mit dem größten Absatzeinbruch aller Zeiten seit Aufzeichnung der Daten sollte der Sektor der immerhin ja kein ganz unwichtiger für diese Nation ist eigentlich den Markt geschockt haben, aber so richtig übel scheint das dann doch wieder mal niemand zu finden.

Der deutsche Maschinenbau das Rückrad unserer Wirtschaft meldete heute das die Bestellungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um real 58 Prozent zurückgegangen sind . Im Vergleich der drei Monate Februar bis April, der weniger von kurzfristigen Schwankungen beeinflusst wird, lag das Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 47 Prozent. Nun muss man sagen das die aktuellen Zahlen nun mit den aussergewöhnlich guten Werten aus dem Boomjahr 2008 verglichen werde, dennoch ist dieser Einbruch wirklich heftig!

Zwar versuchte der Branchenverband durch gesunden Zweckoptimismus die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft etwas milder darzustellen, jedoch dürften die heutigen Prognosen von minus 10 bis 20 Prozent auf Jahressicht letztendlich weit übertroffen werden. Man rechne nun gegen Mitte des Jahres mit der Wende und einer deutlichen Auftragsbelebung hieß es aus Fachkreisen. Na da sind wir ja alle mal gespannt…

Wieder abgeprallt!

Der Dax dürfte nach den Vorgaben aus den USA heute mal wieder an der 5000 Punkte Marke scheitern und nach unten abprallen. Das ist dann das dritte Mal das die Bullen diese Marke nicht überwinden konnten und sollte eigentlich auch das vorerst letzte Mal gewesen sein. Selten werden solche Widerstände vier oder fünfmal getestet. Aber in diesen Börsenzeiten kann man sich da nicht so sicher sein. Dennoch war gestern mal wieder ein ganz eindeutiger Tag im Sinne meiner Strategie. Der US Markt schafft es ebenfalls nicht mehr die wichtigen nächsten Marken zu erreichen und gibt zum Handelsende die tagesgewinne und mehr wieder kräftig ab. Damit dürften sich auch die Gewinne der Verbrauchervertrauen-Rally wieder in Luft aufgelöst haben.

Nachdem der Markt aber auch nicht so richtig fallen will ist also wohl doch die Variante einer nun länger andauernden Seitwärtsbewegung an den Börsen sie wahrscheinlichste. Für den Dax heißt das zwischen 4650 und 5000 Punkten, für den Dow zwischen 8000 und 8600 Punkten und der S&P 500 sollte sich dann im Bereich 850 bis  930 Punkte bewegen. Auch in solchen Marktphasen kann man gutes Geld verdienen wenn man sich an den Wendepunkten des Trendkanals orientiert. Heute sollte es also erst einmal runter gehen und das könnte am morgigen Freitag ebenfalls noch so sein. Vielleicht ist dann aber schon wieder die Zeit für erste gezielte Käufe gekommen…Aus Asien dürften die Impulse heute nicht allzu stark sein. Die Börsen in Hongkong sind auf Grund des Drachenbootfestes geschlossen.

Sunline AG ist insolvent

Die Solarlandschaft wird aufgeräumt. Mit der ersten offiziellen Pleite in dem Sektor dürfte nun ein neues Zeitalter für Solar-Anbieter beginnen. Wie Franz Asbeck und andere Branchenkollegen schon vor Monaten prognostiziert haben dürfte es zu einer Konsolidierung der Branche kommen die nur noch wenige Player am Markt überleben werden. Natürlich wird sein Unternehmen Solarworld ebenso wie die Firma Q-Cells nicht nur zu den Überlebenden zählen sondern viel mehr als klarere Gewinner dieser Marktbereinigung hervorgehen. Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario ist sehr hoch, und heute wurde dieser Prozess wohl von der Insolvenz des Fürther Solaranlagenherstellers Sunline AG offiziell in Gang gesetzt.

Die Sunline AG hat wie erwartet Insolvenzantrag gestellt. Grund sei drohende Zahlungsunfähigkeit, nachdem Gläubiger ihre Kreditlinien nicht verlängert hätten, teilte das Unternehmen mit. Nun hofft die Gesellschaft auf neue Investoren. Bereits am Dienstag hatte sich die Sunline-Aktie nach einer Warnung das Unternehmens mehr als halbiert. Auch im vergangenen Jahr musste das Unternehmen bereits hohe Belastungen verkraften, unter anderem ausufernde Kosten für die Projekterstellung. Zudem sei das Ergebnis durch hohe Materialaufwendungen belastet worden, da während des Jahres Einkaufskontrakte verloren gegangen seien.

Nun fragt man sich natürlich wer der nächste Kandidat für eine Pleite sein könnte, und ob man in die kleineren Player am Markt überhaupt noch investieren sollte. Die Aktie der Solarfabrik siht seit einiger Zeit auch nicht mehr so gut aus, Conergy ist nach kurzem Höhenflug wieder „back to Reality“ unter 70 Euro Cents und könnte einer der nächsten Kandidaten sein. Ebenso musste ich meine Meinung über die chinesischen Kollegen wie z.B. LDK Solar teilweise revidieren. Es bleibt also ein heißer Ritt in diesem Sektor engagiert zu sein. Die Obama Phantasie ist ausgeblieben weil man gemerkt hat das man erst einmal diverse andere Löcher stopfen muss um das Schlimmste zu verhindern. Dennoch für die Zukunft bleibt es eine vielversprechende Branche, aber die Zeit der enormen Kursgewinne in kurzer Zeit sind wohl erst einmal vorbei!

Hamster- und Trotzkäufe oder Konsumkarneval?

Nach dem gestrigen Kursfeuerwerk in den USA sieht das große Bild nun schon wieder etwas anders aus. Obwohl man wegen eines Handelstages oder besser gesagt wegen eines Konjunkturbarometers der positiv überraschen konnte nun nicht zu euphorisch und schon gar nicht übermütig werden sollte. Das Phänomen kennen wir hierzulande auch und weltweit dürften sich die Menschen nicht anders verhalten haben in den vergangenen Monaten. Kurzum weil alles so schön billig ist werden Dinge gekauft die man vielleicht gar nicht braucht. Und das dürfte schlicht und ergreifend einer der Haupttreiber für das gestern so überraschend gestiegene US Verbrauchervertrauen gewesen sein.

In Deutschland kommen noch Faktoren wie eine niedrige Inflation, die Abwrackprämie und deutlich gesunkene Energiekosten hinzu, deswegen werden hier in Kürze wohl auch deutlich bessere Zahlen zum Konsumklima ins Haus stehen. Auch die anstehende Rentenerhöhung fördere die Kauflust. „Die Krise schlägt nicht so durch, dass es den Deutschen die Anschaffungsneigung vergällt“, sagt GfK-Chef Klaus Wübbenhorst. Die Verbraucher hätten „aufgrund der einen oder anderen Meldung vom anziehenden Aktienmarkt und der Industrie das Gefühl, dass wir die Bodenbildung der konjunkturellen Entwicklung erreicht haben.“

Viele Menschen sehen nun schon das definitive Ende der Krise und angeheizt durch Medienberichte werden sogenannte Hamsterkäufe ausgelöst. Dinge die man vielleicht nie mehr so günstig bekommen kann weil die Krise ja nun bald vorbei ist, werden noch schnell gekauft.Verständlich sind auch die Gedanken das man sich von dem Geld schnell noch größere Sachwerte wie Autos, Boote, Immobilien, Hugo Boss Uhren oder sonstwas kaufen möchte bevor das ganze schöne Geld nichts mehr wert ist. Oder aber man will nochmal richtig die Sau rauslassen bevor man bald den Gürtel sehr viel enge schnallen muss. das ist dann der sogenannte Konsumkarneval!

Wie auch immer es gibt viele rationale und noch viel mehr irrationale Begründungen für ein verbessertes Verbrauchervertrauen in einer Krise die noch lange nicht zu Ende sein dürfte. Deswegen ist es sehr gefährlich den gestrigen Kursanstieg der US Börsen nun als Befreiungsschlag zu sehen und sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Nach jedem Karneval kommt der Kater! Vielleicht kann der Dax heute die 5000 Punkte hinter sich lassen, das weitere Potenzial dürfte aber begrenzt sein. Spätestens bei 5350 Punkten ist dann erst einmal wieder Schluss!

Das Verbrauchervertrauen…

Ja das war wohl nichts mit der weitergehenden Korrektur. Die jüngsten Daten zum US Verbrauchervertrauen haben mir meine Strategie etwas verhagelt. Der Verbrauchervertrauensindex, den das amerikanischen Conference Board am Nachmittag bekannt gab, schlug die Prognosen um Ellen. Statt 42 erwarteten Punkten betrug der Index 54,9 Punkte, was die Anleger in New York und in Frankfurt in Hochstimmung versetzte. Der Trend hält wohl noch etwas an, und man darf gespannt sein was passiert wenn die Indizes dann insgesamt zum dritten mal an die entscheidenden Marken heran laufen. Nach wie vor bin ich der Meinung das es so ohne eine nennenswerte Korrektur der Märkte eigentlich nicht weiter gehen kann.

Denn je weiter die Märkte nun in der allgemeinen Euphorie zulegen können je wackeliger dürften diese Kursniveaus für den Langfristanleger sein. Auch die drohende Insolvenz von General Motors die viele schon in die Kurse eingepreist glauben dürfte weitaus schlimmere Folgen haben als dies bislang angenommen wird. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario steigt mit jedem Tag und es müsste schon ein kleines Wunder geschehen wenn es nicht so kommen sollte. Worauf dad aktuelle Verbrauchervertrauen beruht weiß ich ehrlich gesagt nicht. Vor kurzem war ich selber in Amerika und konnte mir ein Bild von der Lage dort machen. Zusammenfassen kann man sagen es sieht nach wie vor nicht gut aus und ich würde das Kaufverhalten der Amerikaner nicht unbedingt als „konsumfreudig“ bezeichnen.

Die Daten vom Immobiliensektor in Amerika sind nach wie vor erschreckend und die Krise wird sich erst dann auflösen wenn aus diesem Sektor die positiven Nachrichten kommen werden. Was auch immer in den kommenden Tagen an den Börsen passieren wird ich rechne nach wie vor mit der Korrektur die im Dax zumindest bis 4650 Punkte führen sollte um dann mit neuer Kraft den weiteren Anstieg zu untermauern. Die Wahrscheinlichkeit einer Seitwärtsphase zwischen 4600 Punkten und der magischen 5000er Marke erachte ich dann bis weit in den Sommer hinein als das nahe liegendste Szenario. Bis es dann wirklich wieder aufwärts geht werde ich mir die Zeit weiterhin mit Daytrades vertreiben. Die heutigen Käufe werde ich wohl diese Woche noch wieder glatt stellen.

Mal wieder Deutsche-Bank-Tag…

Die Vorgaben aus Asien heute sind sehr gemischt und der Dax dürfte erst einmal etwas leichter in den Handel gehen. Da die Impulse aus Amerika und England Feiertags bedingt ausgeblieben sind gehe ich mal davon aus das es so läuft wie es immer. Europa wartet auf die ersten Kurse aus den USA um dann gegen 15:30 Uhr den Handel erst richtig zu starten. Um so lustiger fand ich die gestrigen Headlines eines großen deutschen Börsenforums „Der Dax braucht die Wallstreet nicht“ Für mich auch wieder einmal ein ganz klares Zeichen für zu viel Euphorie. Nun scheint sich langsam auch die Boulervardpresse wieder für die Geschehnisse an der Börse zu interessieren. Nicht nur Opel, Porsche und Continental beschäftigen die Gemüter sondern auch die Möglichkeit enormere Gewinne in absehbarer Zeit wird immer öfter dargestellt. Somit ist es wohl an der Zeit deutlich mißtrauischer zu werden…

Aber nun zum Markt. Bereits gestern waren die Umsätze und die Performance in Dax und Co sehr schwach und es fehlt an Impulsen. Heute rechnen die Marktbeobachter auch erst einmal wieder mit einer schwächeren Eröffnung um bis zu ein Prozent. Nach wie vor ist mein Wunschszenario für diese Woche wie am Sonntag geschrieben gültig und es sieht so aus als ob mir der Wunsch erfüllt werden wird. Der Dollar leidet ebenfalls weiter unter den schlechten Konjunkturdaten aus den USA, und die Daten zum US Verbraucherbvertrauen die heutenoch veröffentlicht werden dürften mit Spannung erwartet werden.Fachleute gehen hier von einer leichten Verbesserung auf Grund der guten Börsenstimmung der vergangenen Wochen aus…ich bin da noch nicht so überzeugt! Ansonsten könnte der heute anstehende Zahlenreigen ebenfalls für die ein oder andere Überraschung gut sein…

Im Dax dürfte heute die Aktie der Deutschen Bank große Beachtung erfahren. Beobachter rechnen auf der Hauptversammlung in der Frankfurter Festhalle mit einer ähnlich selbstbewussten Auftaktrede Ackermanns wie bei Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal 2009: Damals hatte der Vorstandschef sein viel gescholtenes Renditeziel von 25 Prozent vor Steuern erneut verteidigt und sogar ein Dankeschön für seinen Verzicht auf Staatsgeld gefordert. Gestärkt wurde das Ego Ackermanns durch seine nun bis 2013 verlängerte Amtszeit.  Auch die MDax-Konzerne Köckner & Co., ElringKlinger und MTU, die TecDax-Mitglieder Pfeiffer Vacuum, Nordex und United Internet sowie das SDax-Unternehmen Loewe halten ihre Aktionärstreffen ab. Im SDax stehen Zahlen von Sixt und Constantin Medien auf der Agenda…

Porsche nur knapp an der Insolvenz vorbeigeschliddert?

Die Spekulationen um eine mögliche Schieflage oder sogar drohende Insolvenz des Autobauers Porsche spitzen sich zu. Angaben, wonach Porsche zwischen dem 22. und 24. März sogar vor der Insolvenz stand, wies Sprecher Bamler zurück. „Der Vorwurf einer drohenden Insolvenz trifft nicht zu“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Laut „Spiegel“ und dem Nachrichtenmagazin „Focus“ hatte der Pleitegang nur verhindert werden können, weil der Volkswagen-Konzern einen Überbrückungskredit über 700 Millionen Euro gewährt habe. Der noch zu finanzierende Betrag liege bei rund 1,75 Milliarden Euro, sagte Unternehmenssprecher Albrecht Bamler am Sonntag. Es werde zurzeit mit mehreren Banken über Kredite verhandelt, darunter auch mit der staatlichen Förderbank KfW.

Was Porsche darüber hinaus an Kauf- oder Verkaufsoptionen ge- oder verkauft hatte und hat, ist bis heute nur wenigen Eingeweihten bekannt. Ebenso wie die aktuelle Position an Kaufoptionen mit Barausgleich, da Porsche zwischenzeitlich sein Aktienpaket auf 50,8 Prozent aufgestockt hat und unabhängig davon Baroptionen ver- und wieder zukaufte. Vermutet wird ein Paket, das 18 bis 23 Prozent der Stammaktien abdeckt. Am 19. Juni, einem Freitag, werden 670.000 Verkaufsoptionen auf VW-Aktien fällig, und man darf wirklich gespannt sein was nun letztendlich für Porsche dabei raus springt.

Eine These, die in der nach wie vor ungewöhnlich ahnungslosen Investorengemeinde zunehmend Anhänger findet, verbindet die absurd hohen Volumina offener Verkaufsoptionen mit dem Absicherungsbedarf der Banken. Demnach hat Porsche ebenjenen Banken, von denen es die Kaufoptionen kaufte, selbst Verkaufsoptionen (Puts) in etwa gleichem Volumen verkauft. Die Banken halten die Aktien und könnten Porsche dann VW-Aktien zu einem vorher festgelegten Preis verkaufen. Gäbe es eine solche Call/Put-Kombination, wäre der VW-Kurs nebensächlich, Porsche würde die Aktien auf jeden Fall bei Kursen von geschätzt 110 bis 130 Euro angedient bekommen. Bei einem Paket in Höhe von 20 Prozent würde das 7,1 Mrd. Euro kosten.

Eine andere Möglichkeit ist, dass Porsche die Puts in den breiten Markt verkauft hat, um die Prämie einzustreichen. Die Stuttgarter konnten annehmen, dass der VW-Kurs hoch bleiben würde – schließlich hatten sie mit dem Wegfall des VW-Gesetzes und fortgesetzter Übernahmefantasie gerechnet. In jedem Fall wird am 19. Juni viel Geld fließen. Die Ausübungspreise für die Verkaufsoptionen reichen von unter 100 Euro bis zu 800 Euro. Wenn Porsche tatsächlich der Verkäufer der Verkaufsoptionen ist und sich nicht abgesichert hat, würde es für die Stuttgarter bitter – umso mehr, je niedriger der VW-Kurs ist.

Wie auch immer, man wird als geneigter Leser den Verdacht nicht so richtig los das hier mittels Pressearbeit die VW Übernahme durch Porsche schon eine ganze Weile beeinflusst werden soll und somit ein Reverse Takover vorbereitet werden könnte. So ganz abwegig ist der Gedanke zumindest nicht. Vielleicht würde dies ja dann auch ein für alle Mal die gelegentlichen Unstimmigkeiten der beiden Familien Porsche und Piech bereinigen. Offen bleibt dagegen ob diese Strategie dem Image der Marke Porsche und den Familien letztendlich nicht mehr Schaden als Nutzen bringt. Beunruhigend sind die Nachrichten für Porsche Aktionäre allemal…

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