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Börsenhausse und Negativwachstum

Was für ein Tag mal wieder. Hurra – Die US Wirtschaft geht den Bach runter! Die schlechten Nachrichten aus den USA wurden gestern kräftig gefeiert und das verstehe wer will…Ein Negativwachstum von 6,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA – gab es das eigentlich schon mal? Wie auch immer die Börsen spielen derzeit verrückt und es scheint das einzutreten was ich schon vor Wochen vermutet habe. Investitionszwang heißt das Zauberwort, denn mit normalen Maßstäben ist dies alles nicht mehr zu erklären.

Viele Anleger die den Anstieg bislang verpasst haben und auch einige Fondmanager müssen dringend investieren um nicht am Jahresende als Looser dazustehen, wenn alle dickes Geld verdient haben. Dies treibt die Kurse zusätzlich an. Doch wie wir täglich lesen können, schrupft trotz der aufmunternden Worte von Ben Bernanke gestern, die US Wirtschaft kräftig. Der Konsum ist immer noch am Boden und die Arbeitslosigkeit steigt, Immobilienpreise fallen stetig und die Unternehmensnachrichten sind auch nicht berauschend. Dies ist eindeutlich eine liquiditätsgetriebene Rally, und die sind manchmal gefährlich wenn der Geldstrom plötzlich abreißt!

Zwar sieht man seitens der FED nun ein Nachlassen der Inflation, aber mal ganz ehrlich die ganzen Milliarden sind ja noch nicht einmal im „normalen“ Kreislauf des Geldes angekommen sondern in diversen schwarzen Löchern verdampft. Was wird passieren wenn die Märkte dann doch mit dem ganzen Geld aus den Stützungs- und Rettungsaktionen geflutet werden wird. Die Inflation wird wohl nie gekannte Ausmaße annehmen und auch an den Börsen wird es eine Art „Aktieninfaltion“ geben. Nur um es nochmal kurz richtig zu stellen. „Ben Bernanke sieht einige Anzeichen dafür das die Rezession etwas an Schärfe verliert“ war der genaue Wortlaut, und das heißt noch lange nicht das jetzt alles wieder gut ist…

Wie auch immer, heute wird wohl getrieben von guten Vorgaben aus Japan, wobei die Japaner auf Grund eines Feiertages, einfach nur das nachgeholt haben was in Europa gestren schon passiert ist, wiedermal ein guter Tag an der Börse. Auch wenn die Zahlen der Unternehmen die heute im Dax präsentieren müssen allesamt schlecht sein sollten – who the f..k cares! Besonders die Solarwerte dürften heute im Fokus der Anleger stehen nachdem First Solar gestern hervorragende Zahlen geliefert hatte und nachbörslich ordentlich gestiegen ist. Es geht also erst einmal so weiter!

US Wirtschaft bricht um satte 6,1 Prozent ein!

…und das Beste ist es interessiert niemanden. So langsam kann einem Angst und Bange werden bei der ganzen Euphorie die derzeit die Märkte beherrscht. Den vorläufigen Zahlen zufolge war es vor allem der drastische Einbruch auf dem Automarkt, der für den ungewöhnlich heftigen Absturz des BIP verantwortlich ist. Die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten im ersten Quartal um gewaltige 6,1 Prozent zurückgegangen. Analysten hatten mit einem Rückgang um fünf Prozent gerechnet. Im vierten Quartal 2008 schrumpfte die Wirtschaft sogar um 6,3 Prozent. Ohne den Autoabsatz sank das BIP den Berechnungen zufolge um 4,9 Prozent.

Die Börsen in den USA starten darauf hin erst einmal eine weitere Intraday Rally und liegen allesamt ordentlich im Plus. Nachdem der Handel also in Europa heute bislang etwas müde gewesen ist kommt nun doch noch Bewegung in die Aktien. Ich bin heute wirklich gespannt ob diese Kursgewinne gehalten werden können. Die Unternehmenszahlen waren bislang eigentlich eher schlechter als erwartet, die jüngst veröffentlichten Konjunkturzahlen dagegen etwas besser. Besonders stützend dürften sich die letzten Zahlen zum US Verbrauchervertrauen sowie die Konsumentenausgaben ausgewirkt haben.

Ich bin nach wie vor nicht mehr allzu sehr investiert ( Lediglich die Casinoaktien machen noch jeden Tag Spaß) und warte immer noch auf den Rücksetzer der eigentlich auch kommen muss. In einzelnen Aktien kann man schon eine gewisse „Steigmüdigkeit“ erkennen und trotz guter Nachrichten passiert hier nicht mehr viel. Zeit für eine Korrektur also um wieder neuen Schwung für die nächste Welle zu nehmen. Wir werden sehen ob ich Recht behalte. Heute geht es erst einmal wieder rauf und das ist natürlich nicht besonders gut in meinem Sinne, aber hoffentlich für Euch 😉

SAP, Bayer und Siemens enttäuschen ebenfalls

Nachdem am gestern die Deutsche Bank und Daimler mit ihren Quartalszahlen bei den Anlegern durchgefallen sind, folgen heute die nächsten Enttäuschungen für die Anleger von SAP, Bayer und Siemens. Wie befürchtet fällt die Qartalsberichts-Saison im Dax durch die Bank schlechter aus als erwartet. Somit dürften auch die Vorschusslorbeeren der vergangenen Woche weiter abgebaut werden. Auf der Agenda stehen heute ebenfalls noch die Zahlen von Fresenius Medical Care und Volkswagen…

SAP, Europas größter Softwarekonzern verzeichnete im ersten Quartal einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Das Neulizenz-Geschäft bekam einen deutlichen Dämpfer und sank um ein Drittel. Einschließlich der vor einem Jahr übernommen Tochter Business Objects schrumpfte der Umsatz insgesamt von 2,46 auf 2,065 Mrd. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 2,54 Mrd. Euro gerechnet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sackte von 359 auf 332 Mio. Euro. Unterm Strich sank derImmerhin bekräftigte SAP die Jahresprognose einer EBIT-Marge vor Sonderposten zwischen 24,5 bis 25,5 Prozent.

Bei Bayer sah es nicht viel besser aus. Im ersten Quartal gingen Umsatz und operatives Ergebnis kräftig zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen sowie vor Sondereinflüssen sank auf 1,7 Mrd. Euro. Das Gesundheits- und Pflanzenschutzgeschäft dämpfte die Folgen des Einbruchs im Chemiegeschäft etwas. Der Umsatz ging insgesamt um 7,5 Prozent auf 7,895 Mrd. Euro zurück. Unter dem Strich verzeichneten die Leverkusener einen Gewinnrückgang auf 425 Mio. Euro. Bayer kappte zudem die Prognose für das Gesamtjahr!

Siemens steigerte zwar den Umsatz um fünf Prozent auf 18,955 Mrd. Euro und den GEwinn gar von 412 Mio. Euro auf 1,013 Mrd. Euro. Doch meldete Siemens gleichzeitig einen starken Auftragsrückgang. Konzernweit fielen die Bestellungen binnen eines Jahres um 11 Prozent auf 20,864 Mrd. Als Konsequenz kappte Siemens wie erwartet seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen rechnet nun in seinen drei Kernfeldern Industrie, Energie und Medizintechnik mit einem Ergebnis über dem Vorjahresniveau von 6,6 Milliarden Euro. Bislang hatte der Konzern 8,0 bis 8,5 Milliarden Euro verdienen wollen.

Escada Chef redet Tacheles

Er nimmt kein Blatt vor den Mund, der neue Chef bei Escada. Bruno Sälzer, der bereits Hugo Boss wieder auf Vordermann gebracht hat hat dennoch seine wohl größte Herausforderung noch vor sich. Schonungslos berichtete er heute über die Schieflage der Escada AG an der seit kurzem auch die Tchibo Brüder Herz mit 20 Prozent maßgeblich beteiligt sind. Und genau diesem Umstand ist es wohl zu verdanken das es die Firma überhaupt noch gibt.Escada hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 70 Millionen Euro eingefahren und damit das schlechteste Ergebnis abgeliefert seit dem es das Unternehmen gibt.

Die Sanierung „muss gelingen, damit unsere Gesellschaft überlebt.“ Ohne eine umfassende finanzielle Restrukturierung drohe die Insolvenz. Aber dazu seien alle gefordert, ihren Beitrag zu leisten: Aktionäre, Anleihegläubiger und Banken. „Wenn eine Gruppe nicht mitmacht, überlebt Escada nicht“, warnte Bruno Sälzer heute und schickte damit erst einemal den Aktienkurs einen ganzen Stock tiefer. Um genau zu sein so um die 20 Prozent!

Doch zuerst müssen die Finanzen saniert werden. Vergangene Woche hatte Escada dazu einen umfangreichen Rettungsplan vorgelegt. Der sieht zum einen eine Kapitalerhöhung vor, durch die Sälzer 30 Millionen Euro frisches Geld bei den Aktionären einsammeln will. Die Tchibo-Miteigner und Escada-Großaktionäre Wolfgang und Michael Herz wollen 20 Millionen davon stemmen. Doch nur unter der Bedingung, dass sie den übrigen Aktionären kein Übernahmeangebot machen müssen, sobald sie eine Beteiligungshöhe von 30 Prozent erreichen.

Bei der Sanierung des Konzerns sei dringende Eile geboten hieß es weiter, und das dürfte wohl auch einige die immer noch fest an das Überleben der Marke Escada geglaubt, sie vielleicht sogar für unsterblich gehalten haben sehr nervös werden lassen. In diesen Zeiten ist eben nichts unsterblich, ob Investmentbank, Modelabel, Autobauer oder auch ganze Länder…Nach wie vor bin ich der Meinung das man hier sein Geld lieber nicht investieren sollte!

Nach Daimler nun auch Porsche?

Das Emirat Katar ist offenbar an Porsche interessiert. Eine Beteiligung an dem Sportwagen-Hersteller werde „ernsthaft“ geprüft, zitierte die Zeitung „Al-Arab“ am Dienstag den Ministerpräsidenten von Katar, Scheich Hamad bin Jassem al-Thani. Dieser hatte der staatlichen Nachrichtenagentur des Landes bereits am Montag gesagt, Investitionen in deutsche Autobauer zu prüfen: „Wir schauen uns das an, müssen aber noch eine endgültige Entscheidung treffen“, sagte er: „Es gibt bereits Treffen.“ Ein Porsche-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.

Nach dem Einstieg des staatlich kontrollierten Fonds Aabar aus dem Emirat Abu Dhabi bei Daimler kamen Vermutungen auf, arabische Investoren seien an weiteren deutschen Autobauern interessiert. In diesem Zusammenhang wurden immer wieder Opel und Porsche genannt. Derzeit gibt es zahlreiche Spekulationen über Verschiebungen im Machtgefüge beim Sportwagenbauer, weil die Finanzlage bei Porsche angespannt ist. Dreieinhalb Jahre nach dem spektakulären Einstieg des Stuttgarter Konzerns bei Volkswagen könnte Europas größter Autobauer in der Allianz künftig mehr Gewicht haben.

Trotz der Absatzkrise ist VW derzeit deutlich kapitalkräftiger. Daher wird bei Analysten und an der Börse die Möglichkeit durchgespielt, dass VW der Porsche-Holding das Sportwagen-Geschäft abgekauft, um Geld in die Porsche-Kasse zu spülen. Alternativen Gedankenspielen zufolge könnten die Porsche-Eigner, die Familien Porsche und Piech, Teile ihrer Aktien an einen neuen Investor abgeben. Die stimmberechtigten Porsche-Aktien sind in Familienhand. An der Börse gehandelt werden nur Porsche-Vorzugsaktien, die am Dienstag zeitweise fast 7 Prozent im Minus lagen.

Deutsche Bank, Daimler und SGL Carbon

Die Vorgaben heute sind wiedermal etwas leichter. IN den USA und Asien machten hauptsächlich die Ausbreitung der Schweinegrippe sorgen und schickten alle Airline Aktien sowie Touristikanbieter erst einmal in den Keller. Bis halbwegs klar ist wie schnell sich die Seuche ausbreiten kann und welche Methoden zur Bekämpfung es gibt dürfte diese Unsicherheit auch weiter für fallende Kurse sorgen. Die Verluste hielten sich nach unentschlossenem Handel in den USA noch in Grenzen, in Japan hingegen sackte der Nikkei heute um weitere 2,7 Prozent ab.

Profitieren konnten gestern von dieser Entwicklung mal wieder die üblichen Verdächtigen aus der Biotechnologie Branche die bereits zur Zeit der Vogelgrippe extreme Kurszuwächse verzeichnen konnten. Jedoch sollte man sich bewusst sein das es sich hierbei meistens nur um ein Stohfeuer handelt und die Kurse von Novavax, BioCrist, Sinovac, Pure und Co. spätestens nach der Eindämmung der Verbreitung der Schweinepest (wie das Virus jetzt auch schon genannte wird) in sich zusammensacken.

Der Dax sollte heute also ebenfalls etwas leichter eröffnen und im Tagesverlauf, oder zumindest bis zur US Börseneröffnung dürfte sich die Schwankungsbreite in Grenzen halten. Auf der Verkaufsliste dürfte weiter die Deutsche Lufthansa zu finden sein, und ich fürchte die neuesten Zahlen der Deutschen Bank sowie die Verlängerung des Arbeitsvertrages von Josef Ackermann werden wieder massenweise Anleger dazu veranlassen den Titel zu kaufen.

Schlechte Nachrichten gab es heute von Daimler, und SGL Carbon. Daimler trennt sich von ChryslerDaimler verzichtet durch die Übertragung des Anteils an den Chrysler-Eigner Cerberus auf die Rückzahlung von Darlehen, außerdem zahlt Daimler in den kommenden zwei Jahren jeweils 200 Millionen Dollar in die Chrysler-Pensionskasse. Das Ebit werde durch die Transaktion im zweiten Quartal um etwa 530 Millionen Euro belastet. Die Trennung ist sicherlich gut, aber erst einmal extrem teuer!

Der Kohlenstoffspezialist SGL hat das erste Quartal wegen der Wirtschaftskrise mit einem rapide geschrumpften Gewinn abgeschlossen. Das Ebit sei um 58 Prozent auf 29,2 Millionen Euro gefallen, teilte das MDax-Unternehmen mit. Der Nettogewinn ging sogar von 44,6 Millionen auf 8,7 Millionen Euro zurück. Für 2009 erwartet SGL weiterhin einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Damit hätte Frau Klatten wohl auch nicht unbedingt gerechnet. Der Einbruch ist deutlich und wohl auch die Bewertung der SGL Carbon Aktie sollte noch einmal „überarbeitet“werden..

„Notverstaatlichung“ bei General Motors…

Das war eines der mögliche Szenarien die eintreten können. Der stark angeschlagene US Autobauer General Motors möchte nun wegen Aussichtslosigkeit eines unabhängigen Überlebens verstaatlicht werde. GM legte einen neuen Sanierungsplan vor, nach dem der amerikanische Staat die Hälfte der Konzernaktien erhalten und dafür dem Unternehmen die Hälfte seiner Schulden bei der öffentlichen Hand von 15,4 Milliarden Dollar erlassen soll. GM will weitere 14,6 Milliarden.

Privaten Geldgebern bot der Opel-Mutterkonzern ebenfalls einen Tausch von Unternehmensanteilen gegen Schuldenerlass vor. So könnten die Gläubiger für jeweils 1 000 Dollar, die das Unternehmen ihnen schulde, 225 GM-Aktien bekommen. Privaten Gläubigern würden danach zehn Prozent des Konzerns gehören. Sollten die Vorschläge akzeptiert werden, könne der Konzern 24 Milliarden US-Dollar von seiner Gesamtschuldenlast von 27 Milliarden Dollar loswerden, sagte Konzernchef Fritz Henderson.

Sollten nicht ausreichend Gläubiger die Offerte annehmen, müsse der Konzern ins Insolvenzverfahren. Außerdem greift der ums Überleben kämpfende US-Autobauer in seiner Not zu noch drastischeren Kürzungen als bislang geplant. Die Opel-Mutter kündigte in einem neuen Sanierungsplan für die USA einen verschärften Stellenabbau, zusätzliche Werksschließungen und eine schnellere Verkleinerung des Händlernetzes an.

Die über 80 Jahre alte Sportwagenmarke Pontiac wird eingestellt – und das bis Ende 2010. Die Trennung von der schwedischen Tochter Saab soll bis spätestens Ende dieses Jahres erfolgen. Zudem will der Konzern seinen Schuldenberg über mehrere Maßnahmen um insgesamt von 44 Milliarden Dollar (33 Mrd Euro) abbauen. Die Anleger scheint diese Entscheidung zunächst einmal zu freuen, den die GM Aktie gehört heute zu den Tagesgewinnern. Ob der Staat dieses Angebot in dieser Form annehmen wird ist noch offen.

Unterm Strich bleiben immer noch diverse Unsicherheitsfaktoren und trotz eines enormen Schuldenabbaus die Strategie des Unternehmens für die Zukunft ein Rätsel. Allerdings könnte zunächst wohl dadurch der totale Zusammenbruch der Autobobil- und Zulieferindustrie erst einemal verhindert werden. Viel dürfte zum Schluss von dem einst so stolzen Konzern nicht mehr übrig bleiben, und in wie weit die Arbeitsplätze erhalten werden können ist ebenso fraglich.

Schweinegrippe an der Börse?

Es sieht heute so aus als ob die Börse einen Schnupfen bekommt. Auch in der Vergangenheit waren aufkeimende Befürchtungen über einen pandemiefähigen Virus schon immer ein Bremsklotz für die weltweiten Finanzmärkte. Und so scheint es auch dieses mal zu sein. Nachdem wir nun die Vogelgrippe anscheinend erfolgreich eingedämmt und hinter uns gelassen haben taucht das Virus der Schweinegrippe auf. Den Ursprung hat das Virus in Mexico wurde aber bereits bei mehreren Schülern in New York diagnostiziert und stellt somit eine echte Bedrohung für das Amerikanische Volk dar. Aber nicht nur das sollte in der neuen Börsenwoche für Unsicherheit sorgen….

Die US Futures haben bereits im späten Handel am Freitag den Rückzug angetreten, und betrachtet man heute die Futures dürfte diese Bewegung noch etwas anhalten. Die letzte Woche war insgesamt deutlich volatiler als die vorangegangenen, und deutet darauf hin das der große Kursanstieg der laufenden Erholung nun langsam wieder ein Ende finden könnte. Die Analystengilde wird ebenfalls skeptischer was weiter steigende Kurse anbelangt. Nicht das diese Tatsache wirklich eine Aussagekraft hätte, aber es passt in das Gesamtbild. Die Konjunkturdaten waren zwar teilweise besser als erwartet, konnten aber ebenfalls nicht wirklich nachhaltig überzeugen, und gerade in dieser Woche stehen noch einige sehr interessante Unternehmens- und Konjunkturdaten auf dem Terminplan.

Fast die Hälfte der Dax-Unternehmen und eine unübersehbare Anzahl von Firmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe legen von Montag bis Donnerstag Zahlen vor. Am Montag berichtet Merck, am Dienstag Deutsche Bank und Daimler, am Mittwoch folgen Bayer, SAP, Volkswagen und Siemens. Am Donnerstag schließlich legen noch Lufthansa, FMC, Fresenius, BASF und MAN ihre Quartalsberichte vor. Dabei dürften die Ergebnisse des abgelaufenen Quartals eher eine untergeordnete Rolle spielen. Viel interessanter sind die für die kommenden Quartale gelieferten oder auch verweigerten Ausblicke.

Am Mittwoch dürfte es dann aber richtig spannend werden. Das Bruttoinlandsprodukt der USA für das erste Quartal hat die Volkswirte zu den verwirrendsten Schätzungen getrieben. Einige gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft um 2,6 Prozent geschrumpft ist, die Pessimisten glauben, dass das BIP um acht Prozent zurück gegangen ist. Die gemittelte Schätzung liegt bei fünf Prozent. Sollten es also mehr als fünf Prozent sein oder gar die acht dann könnte dies einen Kursrutsch auslösen. Ebenfalls Markt bestimmend dürften zumindest für diese Branchen die Zahlen von Exxon Mobil, Chevron, Procter & Gamble, Verizon und Pfizer in dieser Handelswoche sein.  Am Freitag ist die Börse geschlossen.

Aufregung um die Stresstest Listen

Der Optimismus wächst. Deutsch manager sind wieder etwas zuversichtlicher das das gröbste überstanden ist und nun die wirtschaftliche Erholung beginnen kann. Dies bestätigte in der vergangenen Woche auch der ifo-Index, der Geschäftsklimaindex, der mit 83,7 Punkten unerwartet deutlich stieg. Ähnliche Zuversicht lösten die US-Daten des Tages aus. Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter im März deutet mit einem Minus von 0,8 Prozent zwar nicht auf ein Ende des Abschwungs hin, lag aber oberhalb der erwarteten minus 1,5 Prozent. Mit 356.000 lag zudem die Zahl der Verkäufe neuer Häuser im März deutlich höher als erwartet.

Die Börsen konnten gegen Ende der Woche die gesamten Verluste vom Wochenanfang wieder ausgleichen und gingen verhältnismäßig stark ins Wochenende, auch wenn die Kurse in den USA in der letzten Handelsstunde wieder einmal nachgaben. Angesichts der Nachrichtenlage ist die Euphorie gerade allerdings nur bedingt nachvollziehbar. Ford und Amex meldeten zwar stattliche Verluste, aber immer noch weniger als dies befürchtet worden war. Das die Aktien dareuf aber 20% und mehr zulegen können halte ich persönlich für etwas übertrieben.

Aus der Autobranche kamen auch krisenhafte Neuigkeiten. So lieferte der schwedische Lkw-Bauer Volvo äußerst ganz üble Quartalszahlen. Von Chrysler berichteten US-Medien, dass der Autoriese nächste Woche in die Insolvenz gehen wird. Zwar hält Daimler noch knapp 20 Prozent an dem einstigen Konzernpartner, hat die Beteiligung aber bereits gänzlich abgeschrieben. Na toll das Geld ist trotzdem futsch und diese Summme dürfte auch Daimler derzeit sehr weh tun. Daimler würde ich jetzt also nicht kaufen. Ebenso beunruhigende Nachrichten gibt es weiter von GM. Zunächste sind nun 13 Werke für bis zu 2 Monate komplett still. Man probt wohl schon mal der Ernstfall…

Die plötzlich und überraschend aufgetauchten Listen für Stresstest von Großbanken in den USA und auch in Deutschland liefern ebenso widersprüchliche Aussagen. Wollen uns die Regierungen weis machen das nun alles wieder gut ist, steht in den Listen der US Regierung und der BaFin was anderes. Faktisch ist wohl die Mehrzahl der Banken dieser Erde pleite, und die benöten Summen um einen Kollaps zu verhindern noch immer viel größer als bisher angenommen. Nun, auch wenn dieser Sachverhalt natürlich sowohl von den Banken als auch von Seiten der BaFin verharmlost wird, dürfen einen diese Meldungen zumindest beunruhigen…

Dazu kommt noch die Tatsache das laut meinem persönlichen Börsenkalender nun die eher schwache Zeit für Aktien beginnen sollte. Ob dieser Kalender allerdings in diesem Ausnahmejahr auch noch Gültigkeit hat werden wir sehen. In jedem Falle erwartet uns mal wieder eine sehr spannende Börsenwoche die eventuell die Richtung neu bestimmen wird. Mir persönlich wäre das natürlich sehr recht, und ich könnte mal wieder etwas Urlaub machen bis sich die Lage dann wieder beruhigt hat.

Jochen Steffens zur Börsenumsatzsteuer

Eine Steuer ohne Sinn! (und Verstand!  Anmerkung von mir) Es ist schon traurig, was sich die Politiker ausdenken und, ohne genauer zu recherchieren, auch noch äußern. Kaum ist die Abgeltungssteuer eingeführt, kommt die SPD auf die Idee, die Steuerausfälle, die durch ihre Wahlkampfidee „Lohnsteuerbonus von 300 Euro“ entstehen könnten, mit einer Börsenumsatzsteuer finanzieren zu wollen. Es geht um satte 3 Mrd. Euro, die finanziert werden müssen. Eigentlich dachte ich bisher, man müsse sich dem Thema „Börsenumsatzsteuer“, das in den letzten Monaten immer mal wieder aufgetaucht ist, nicht widmen, da eine solche Steuer zu unrealistisch, weil absurd ist.

Die Aktienanlage in Deutschland wird sowieso schon durch die im internationalen Vergleich relativ hohe Abgeltungssteuer und jetzt auch noch durch den Crash zunehmend unattraktiv. In so einer Situation auch noch eine Börsenumsatzsteuer beschließen zu wollen, kann keiner ernst meinen. Der Aktienmarkt ist schließlich eines der wenigen Medien,  mit dem man die drohende Rentenproblematik in Deutschland zumindest teilweise in den Griff kriegen könnte. Da eine Börsenumsatzsteuer auch Einfluss auf Aktienfonds hätte, wären damit in letzter Konsequenz die bekannten Rentenmodelle betroffen. Das kann auch die SPD nicht wollen.

Deutliche Auswirkungen wird eine solche Steuer auf Trader und Day-Trader haben. Wenn ich bei jedem Trade 1-2 Promille des Kurswertes abführen muss, wird meine Gebührenlast noch größer. Und je kurzfristiger ein Trader orientiert ist, desto wichtiger sind die Gebühren je Trade.

Doch gerade diesen Tradern will man ans Leder, so scheint es. Denn eine der Begründungen lautet: Dieses heftige Spekulieren sei schließlich verantwortlich für die Krise und das könne man mit so einer Steuer unterbinden. Das ist natürlich, wie soll man es halbwegs nett ausdrücken, grober Unfug. Dieser Crash wurde durch eine Reihe von anderen Faktoren, die hauptsächlich in den USA anzusiedeln sind, ausgelöst. Aber sicher nicht durch Trader, die von einer Börsenumsatzsteuer in Deutschland betroffen wären. Aber gut, man kann solche Äußerungen nutzen, um Stimmung zu machen – und darum geht es:  Wahlkampfgetöse.

Day-Trader und kurzfristige Trader bringen einfach nur mehr Umsatz in den Markt. Und dieser Umsatz ist wichtig, denn er gleicht die Kurse aus. Zudem sind es oft genug Trader, die bei Kurseinbrüchen einsteigen, um auf eine Gegenbewegung zu setzen. Sprich es sind Trader, die in solchen Fällen den längerfristigen Investoren den finanziellen Kollaps ersparen. Mittlerweile kann man empirisch belegen, dass höhere Transaktionskosten die Effizienz der Börsen senken. Ebenfalls belegt ist, dass Transaktionssteuern einen negativen Effekt (aus oben genannten Gründen) auf die Volatilität und Liquidität von Börsen haben.

Ein weiterer Grund gegen eine solche Steuer ist, dass die Informationseffizienz beeinträchtigt wird. Darunter ist die Fähigkeit des Markes zu verstehen, Nachrichten zu verarbeiten und somit die jeweilige Informationslage in Form eines „fairen“ Kurswertes gerecht darzustellen. Je mehr man kurzfristige Trader vertreibt, desto weniger wird der Kurs den tatsächlichen Nachrichten und Informationsstand der Aktie darstellen. Das wiederum kann Folgen für Anleger, aber auch die Unternehmen selbst haben.

Doch letzten Endes wissen gerade wir Trader, was wir machen, wenn eine solche Börsenumsatzsteuer kommen sollte. Schließlich sorgen wir uns doch jetzt schon um jeden Cent Gebühren, den wir sparen können. Also, wozu würde eine solche Steuer führen? Die Trader verlegen ihre Tradingkonten einfach ins Ausland und handeln ausländische Aktien. Im Zeitalter des Internets ist das eine Sache von wenigen Minuten. Damit wird aber eine Börsenumsatzsteuer ad absurdum geführt, weil das ganze Geld brav ins Ausland abwandert und den dortigen Brokern schöne Gewinne beschert. Die Gewinne dieser ausländischen Broker werden dann  in den jeweiligen Ländern und nicht in Deutschland versteuert. Dort werden dann auch neue Arbeitsplätze geschaffen, die hier in Deutschland währenddessen wegfallen.

Aus diesem und anderen Gründen wird eine solche Steuer auch vielleicht sogar erheblichen Einfluss auf die Börsenumsätze in Deutschland haben und damit auf das Einkommen der davon abhängigen Unternehmen z.B. Deutsche Börse, Fonds, Vermögensverwalter, Vermögensberater, Bankberater, Banken, etc. Und auch hier sind weitere Arbeitsplätze und Steuereinnahmen gefährdet.

In England führte die Börsenumsatzsteuer, die dort noch Stempelsteuer heißt, übrigens zu der Erfindung des „Contract for Difference“ den CFDs. Damit wurde zwar der Staat um die Steuer gebracht aber der Handel wurde wieder für Trader interessanter. Es bringt also alles nichts.

Und selbst wenn sie daraufhin eine Ersatzsteuer für die entgangene Börsenumsatzsteuer bei der Rückführung des Geldes nach Deutschland verlangen, gibt es noch eine Möglichkeit: Als Trader ist es eigentlich sowieso unsinnig, hier in diesem verregneten Deutschland zu bleiben. Warum nicht auch unter Palmen am Meer traden. Sprich, wir werden uns spätestens dann vom Acker machen und Deutschland mit seiner Börsenumsatzsteuer alleine untergehen lassen. So brauchen wir auch in Deutschland keine Steuern mehr zu zahlen – perfekt.

Es mag sein, dass ich mit diesem letzten Absatz etwas über das Ziel hinausschieße, keine Frage. Aber vielleicht sollten die Politiker, die eine solche Steuer fordern, noch einmal vorsichtig nachlesen, aus welchen Gründen eigentlich damals im Jahr 1990 das „Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Finanzmärkte“ eingeführt wurde. In diesem wurde die Börsenumsatzsteuer abgeschafft.

Ein beeindruckendes Beispiel dazu:  In Schweden wurde Mitte der 80er eine Börsenumsatzsteuer eingeführt. Der Staat rechnete damit, bis zu 1,5 Mrd. schwedische Kronen einzunehmen. Schlussendlich wurden es  50 bis 80 Mio. Kronen. Die Steuer wurde schnell wieder abgeschafft. Ein beachtlicher Teil des Börsenhandels verlagerte sich damals ins Ausland. Und damals gab es noch nicht die Möglichkeit für Kleinanleger in wenigen Minuten den Broker zu wechseln.  Das wird heute, im Zeitalter des Internets, wesentlich schneller und umfangreicher passieren.

Ob das vielleicht auch der Grund dafür ist, warum diese Steuer direkt in so vielen Ländern abgeschafft wurde? Wer weiß, wer weiß…  Doch auch ohne zynisch zu werden, ich halte die Wette: Für den Fall, dass eine Börsenumsatzsteuer eingeführt werden sollte, gebe ich dieser höchstens eine Legislaturperiode. Dann hat sie sich als großer Flop herausgestellt und wird wieder abgeschafft werden. Das Geld wird man in diesem Fall allerdings nur noch schwer von den ausländischen Brokern zurück nach Deutschland holen können. Jochen Steffens, Steffens Daily

General Motors erhält weiteren Milliardenkredit

Der angeschlagene US-Autobauer General Motors erhält von der US-Regierung einen zusätzlichen Kredit: Dem Opel-Mutterkonzern werden weitere zwei Milliarden Dollar gewährt. Das Geld wurde dem Unternehmen bereits am Mittwoch überwiesen und soll den Autobauer flüssig halten. Das teilte das Finanzministerium am Freitag in Washington mit. Damit soll verhindert werden das GM eventuell in einen unkontrollierbaren Konkurs gehen müsse.

Ein Bericht der US-Regierung hatte Anfang der Woche ergeben, dass das Finanzministerium Vorbereitungen getroffen hat, GM notfalls noch bis zu fünf Milliarden Dollar Kredite zur Verfügung zu stellen. Bereits am Donnerstag kündigte der Autokonzern Zwangsferien für mehr als 26 000 Beschäftigte an. Um die vorhandenen Halden unverkaufter Autos abzubauen, werden 13 Betriebe in den USA und Mexiko im Zeitraum zwischen Mai und Juli stillgelegt, zwischen drei bis elf Wochen.

Gemischte Signale…und Gefühle!

Tja, momentan sieht es immer noch so aus als hätte ich wohl etwas zu früh verkauft, aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen das die Märkte nun zu einem weiteren Höhenflug ansetzten werden. Die Nachrichtenlage ist extrem gemischt und neben einem stärkeren ifo-Index heute kann man auch wieder lesen das das Bruttoinlandsprodukt in Großbritannien um 41, Prozent zurückgegangen ist. Volvo hat katastrophale Zahlen geliefert, Die Nachrichten um Comdirect, Escada und Amex sind ebenfalls sehr negativ zu werten. Auch der Softwaregigant Microsoft bekommt die Krise deutlich zu spüren.

Der Immobiliensektor und das Bauhauptgewerbe in Deutschland fangen nun an die schon seit längerem tobende Krise in den USA nach zu spielen. Die Immobilienpreise für Einfamilienhäuser sind auch hierzulande seit Jahresanfang noch einmal deutlich gefallen und dürften dies auch weiterhin tun. Gerade die Randlagen sind betroffen wohin gegen sich die Wertminderung in den Ballungsräumen noch in Grenzen hält. Und gerade hier liegt auch nach wie vor das eigentliche Problem. Eine nachhaltige Erholung des Konsums und damit der gesamten Wirtschaft kann es erst dann geben wenn sich dieser Sektor endlich gefangen hat.

Deswegen ist es wohl noch zu früh zu sagen das es ab jetzt nur noch aufwärts gehen kann. Die momentanen Kurssteigerungen beruhen meistens wohl eher darauf, das einige die den Zug verpasst hatten, nun noch schnell aufspringen. Ich müsste mich schon sehr täuschen wenn es dieses Mal anders laufen sollte als sonst. Die Dynamik wird abnehmen und die Späteinsteiger werden erst einmal wieder in die Verluste laufen, wenn auch nicht übermäßig. Ich rate weiter zur Vorsicht und Absicherung des Depots, denn die Lage ist zu unklar um ohne Netz unterwegs zu sein, und die Stimmung kann schnell wieder kippen.

Ich fühle mich ohne feste Positionen derzeit immer noch sehr wohl und ärgere mich eigentlich nur bei Porsche und Continental ein wenig das ich zu früh raus bin. Die nächste Woche dürfte dann eventuell auch die weitere Richtung bringen und wenn ich mich geirrt haben sollte, werde ich diese beiden wohl teurer wieder zurückkaufen müssen.  Noch gehe ich davon aus das ich alle Positionen vor dem dann folgenden und wirklich großen Anstieg eventuell noch einemal billiger wieder kaufen werde…

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