„Notverstaatlichung“ bei General Motors…

Das war eines der mögliche Szenarien die eintreten können. Der stark angeschlagene US Autobauer General Motors möchte nun wegen Aussichtslosigkeit eines unabhängigen Überlebens verstaatlicht werde. GM legte einen neuen Sanierungsplan vor, nach dem der amerikanische Staat die Hälfte der Konzernaktien erhalten und dafür dem Unternehmen die Hälfte seiner Schulden bei der öffentlichen Hand von 15,4 Milliarden Dollar erlassen soll. GM will weitere 14,6 Milliarden.

Privaten Geldgebern bot der Opel-Mutterkonzern ebenfalls einen Tausch von Unternehmensanteilen gegen Schuldenerlass vor. So könnten die Gläubiger für jeweils 1 000 Dollar, die das Unternehmen ihnen schulde, 225 GM-Aktien bekommen. Privaten Gläubigern würden danach zehn Prozent des Konzerns gehören. Sollten die Vorschläge akzeptiert werden, könne der Konzern 24 Milliarden US-Dollar von seiner Gesamtschuldenlast von 27 Milliarden Dollar loswerden, sagte Konzernchef Fritz Henderson.

Sollten nicht ausreichend Gläubiger die Offerte annehmen, müsse der Konzern ins Insolvenzverfahren. Außerdem greift der ums Überleben kämpfende US-Autobauer in seiner Not zu noch drastischeren Kürzungen als bislang geplant. Die Opel-Mutter kündigte in einem neuen Sanierungsplan für die USA einen verschärften Stellenabbau, zusätzliche Werksschließungen und eine schnellere Verkleinerung des Händlernetzes an.

Die über 80 Jahre alte Sportwagenmarke Pontiac wird eingestellt – und das bis Ende 2010. Die Trennung von der schwedischen Tochter Saab soll bis spätestens Ende dieses Jahres erfolgen. Zudem will der Konzern seinen Schuldenberg über mehrere Maßnahmen um insgesamt von 44 Milliarden Dollar (33 Mrd Euro) abbauen. Die Anleger scheint diese Entscheidung zunächst einmal zu freuen, den die GM Aktie gehört heute zu den Tagesgewinnern. Ob der Staat dieses Angebot in dieser Form annehmen wird ist noch offen.

Unterm Strich bleiben immer noch diverse Unsicherheitsfaktoren und trotz eines enormen Schuldenabbaus die Strategie des Unternehmens für die Zukunft ein Rätsel. Allerdings könnte zunächst wohl dadurch der totale Zusammenbruch der Autobobil- und Zulieferindustrie erst einemal verhindert werden. Viel dürfte zum Schluss von dem einst so stolzen Konzern nicht mehr übrig bleiben, und in wie weit die Arbeitsplätze erhalten werden können ist ebenso fraglich.

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