Author Archives: Lars

Opel Rettung nimmt Formen an!

Der Autobauer Opel hat im Kampf um seine Zukunft ein wichtiges Etappenziel erreicht. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen hat die deutsche Tochter des taumelnden US-Autokonzerns Forderungen an General Motors in Milliardenhöhe geltend gemacht und sich mit dem Mutterkonzern auf einen Tausch gegen Patentlizenzen geeinigt. Opel spare dadurch künftig jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag, erfuhr das Handelsblatt. GM hatte bereits im Februar angekündigt, insgesamt drei Mrd. Euro an Einlagen in das geplante neue Opel-Unternehmen einzubringen.

Im Konzern stellen sich damit die Tochtergesellschaften von General Motors immer deutlicher auf einen baldigen Gang des krisengeschüttelten Autobauers unter das amerikanische Insolvenzrecht ein. Führungskräfte von GM halten inzwischen den Schritt in die Insolvenz noch vor Ablauf der von der US-Regierung gesetzten Frist von Ende Mai für wahrscheinlich. Dies sei einer der Gründe gewesen, warum Opel nun in Sachen GM-Schulden das Tempo forciert habe, hieß es. Durch die Opel-Aufsichtsratssitzung am Karfreitag seien die entsprechenden Papiere der US-Regierung noch Ostermontag zugeleitet worden, sodass das Finanzministerium voraussichtlich noch im April seine Zustimmung geben könne, sagte eine mit der Situation vertraute Person.

Der taumelnde Opel-Mutterkonzern sieht selbst immer weniger Chancen für eine Sanierung ohne Insolvenzverfahren. Laut US-Medien bereitet sich das Unternehmen auf einen „chirurgischen Bankrott“ vor, bei dem GM in einen „guten“ und einen „schlechten“ Teil aufgespalten werde. Um die Schuldenlast des überlebensfähigen Teils, zu dem die Marken Cadillac und Chevrolet gehören, zu verringern, fasst die US-Regierung eine zeitweise Beteiligung ins Auge, was von GM befürwortet wird. Welche Auswirkungen eine GM Insolvent dann tatsächlich auf die Weltbörsen haben wird bleibt offen. Die momentan stattfindenden Gesprächemit Investorengruppen über Teilverkäufe von Saturn, Saab und Hummersowie die jüngsten Opel-Gespräche geben Anlass zur Hoffnung das es vielleicht dann doch nicht so schlimm wird..

General Electric und Citigroup bestimmen den Tag

Heute könnte es noch einem wirklich spannend werden, wobei die Richtung nach wie vor stimmt! In der Presse ist immer häufiger nun schon zu lesen das die sogenannten Fachleute die vor wenigen Wochen den Weltuntergang prophezeit haben nun deutlich vorsichtiger geworden sind. Gerade der Anstieg gestern dürfte auch die Pessimisten n nochmal ins Grübeln gebracht haben. Der Dow Jones schloss bei 8125 Punkten und befindet sich nun halbwegs komfortabel über der 8000er Marke und der S&P 500 hat bereits mit 870 Punkten die nächste Pivotzone getestet und schloss bei 865 Punkten. Natürlich wird es heute zu Handelsbeginn in Europa und um 15:30 Uhr in Amerika wieder kurzzeitig zu Gewinnmitnahmen kommen wie in den letzten 5 Tagen auch. Der Börsenschluss für diese Woche kann aber dann schon wieder ganz anders aussehen…

Das dürfte aber auch schwerpunktmäßig von den heute mit Spannung erwarteten Zahlen der Citigroup und General Electric abhängen. Wells Fargo, Goldman Sach und JP Morgan haben gut vorgelegt und ich bin sehr gespannt ob auch die Citigroup mit einer positiven Meldung überraschen kann. Die Zahlen von General Electric sind mindestens ebenso wichtig für den weiteren Verlauf der Börsen, da der Zustand des größten amerikanischen Unternehmens nach wie vor als Gradmesser für die gesamte US_Wirtschaft gilt. Erst einmal kommen aber um 16 Uhr noch die Zahlen zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan die wohl nach wie vor keine positive Überraschung bringen dürften.

Eine ungewohnt positive Nachricht kam gestern vom Arbeitsmarkt. Dort zeichnet sich anscheinend eine Entspannung ab. Jedenfalls fielen die – wie jeden Donnerstag gemeldeten – wöchentlichen Arbeitslosenmeldungen auf 610.000 (Vorwoche 663.000 , Konsenserwartung: 660.000). Die Zahl der kontinuierlich gemeldeten Empfänger von Arbeitslosengeld stieg allerdings noch um 172.000 auf 6,022 Millionen. Der Index der Philadelphia Fed, der, der dort die Industrieaktivität misst, sprang im April auf minus 24,4 (März: minus 35,0). Die Volkswirte hatten bloß mit einer Verbesserung auf minus 32,0 gerechnet. Grundsätzlich sind also nach wie vor leicht steigende Tendenzen in der US Konjunktur zu erkennen und dürften auch gestern wieder die Kursgewinne befeuert haben.

Auch JP Morgan Chase toppt die Erwartungen

Nun ist das vorläufige Ende der Bankenkrise wohl fast schon amtlich! Auch das US Investmenthaus JP Morgan Chase legte mit den heute veröffentlichten Zahlen ein deutlich besseres Ergebnis vor als dies von den Analysten erwartet worden ist. Besonders auffällig waren hierbei die deutlich höheren Gewinne aus dem Investmentbanking des Unternehmens, die somit die schwächeren Zahlen im Kreditkartengeschäft mehr als ausgleichen konnten.

Das Privatkundengeschäft lief ebenfalls eher schleppend. Hier sehen Marktbeobachter auch die größten Risiken da die Absicherungsquote im Privatkundengeschäft heute doppelt so hoch sein muss wie noch vor einem Jahr. dennoch ist und bleibt JP Morgen die US Bank die bislang am besten durch die Krise gekommen ist. Das liegt hauptsächlich an den verhältnismäßig geringen Engagements im Hypothekengeschäft.

Der Nettogewinn belief sich auf 1,52 Mrd. Dollar nach 2,29 Mrd. Dollar im Vorjahr. Das entsprach 40 Cent je Aktie. Analysten hatten hier im Schnitt 30 Cent erwartet. Das Netto-Ergebnis vor Dividenden auf Vorzugsaktien erreichte 2,14 Mrd. Dollar nach 2,37 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr. Die Einnahmen stiegen konzernweit um 45 Prozent auf 25 Mrd. Dollar, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Per 31. März lag die Kernkapitalquote (Tier 1) bei 11,3 Prozent. Die Eingliederung der übernommenen Sparkasse Washington Mutual laufe nach Plan, teilte das Institut mit. JP Morgan erwartet durch den Zukauf Brutto-Einsparungen in Höhe von 2,8 Mrd. Dollar, den Großteil davon bis zum Jahresende.

Euphorie mochte dann aber doch bislang nicht aufkommen. Das Geschäft mit den Privatkunden dürfte noch eine ganze Weile schwächeln. dennoch sollte man nicht vergessen das gerade die Gewinne im Investmentbereich in den kommenden Monaten bei weiter steigenden Börsen enorm sein dürften, und sich dieser Geschäftszweig somit bei nahezu allen Großbanken zur selbst erfüllenden Prophezeiung entwickeln kann…Sollte es wider erwarten nun auch noch der Citigroup am Freitag gelingen den Markt positiv zu überraschen gehen wir einer weiteren sehr positiven Börsenwoche entgegen.

US Star-Ökonom sieht Österreich kurz vor der Staatspleite

Paul Krugman. Der scharfzüngige und streitlustige US-Starökonom hat Österreich mit einer möglichen Staatspleite in Verbindung gebracht – und damit eine ganze Alpenrepublik gegen sich aufgebracht. „Island und Irland geht es ziemlich schlecht, Österreich könnte sich dieser Liga als drittes Land anschließen“, orakelte der Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2008 am Montag bei einem Auftritt vor der versammelten Auslandspresse in New York.

Schließlich hätten die österreichischen Banken jahrelang üppige Kredite in Osteuropa vergeben. Und dort könnten eben viele Staaten wegen der Krise ihre Auslandsschulden nicht mehr bedienen. Offensichtlich fühlen sich die Österreicher in ihrer ökonomischen Nationalehre gekränkt. Wobei das Problem bekannt und real ist: Über 200 Mrd. Euro haben die Banken des Landes nach Osteuropa verliehen. So warnte auch der Internationale Währungsfonds vor „verheerenden Folgen“ wegen des Risikos österreichischer Institute in der Region.

Die Reaktion aus Wien ließ nicht lange auf sich warten. „Glatt falsch und völlig unangebracht“ seien die Äußerungen des Princeton-Ökonomen, empörte sich Österreichs Finanzminister Josef Pröll. „Ich empfehle selbst Nobelpreisträgern, dass sie sich, bevor sie solche Aussagen tätigen, mit der realen Situation auseinandersetzen.“ Das Risiko einer Staatspleite sei „gleich null“. Und auch Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, hieb auf den Wirtschaftswissenschaftler ein. „Krugman liegt massiv daneben“, so der Notenbanker. „Die Bonität des Staates und der österreichischen Banken steht außer Zweifel.“

Naja, ob die monetäre Potenz Österreichs wirklich über jeden Zweifel erhaben ist bleibt strittig. Die Schuldenlast durch Fehlspekulationen in Europas Osten ist immens, und gerade hier sehen Ökonomen schon seit längerem das größte Risiko nicht nur für Österreich sondern für den ganzen Euro Raum. Ein Zusammenbruch der Republiken im Osten hätte katastrophale Folgen zuerst für die Alpenrepublik und dann auch für alle anderen EU-Länder. Ich sehe es ähnlich wie Herr Krugmann. Die Gefahr sollte in keinem Fall unterschätz werden und man muss schon genau beobachten was bei unseren österreichischen Nachbarn so passiert um nicht irgendwann auf dem falschen Fuss erwischt zu werden.

Black Oak Partners LLC interssiert an GM Tochter Saturn

NEW YORK (Dow Jones)–Der angeschlagene Automobilhersteller General Motors (GM) hat möglicherweise einen Käufer für seine zur Disposition stehende Marke Saturn gefunden. Eine Investorengruppe, darunter einige an der Marke beteiligte Saturn-Händler und die Private-Equity-Gesellschaft Black Oak Partners LLC, haben den Detroiter Konzern am Mittwoch über ihr Interesse informiert. Die Investoren wollen Saturn übernehmen und das Geschäft weiterführen. Möglicherweise sollen kleine, spritsparende Autos hergestellt werden. Finanzielle Details einer möglichen Transaktion wurden nicht bekannt. GM war für eine Stellungnahme zu dem Sachverhalt nicht zu erreichen.

Der US-Autobauer hatte Ende 2008 angekündigt, sich auf Kernmarken wie Chevrolet und Cadillac konzentrieren zu wollen und Marken wie Saturn und Saab im Zuge der Umstrukturierung unter Umständen verkaufen oder abwickeln zu wollen. Anfang April hatte der neue GM-CEO Fritz Henderson allerdings gesagt, wahrscheinlich würden keine Marken aufgegeben. GM steht faktisch unter der Aufsicht der US-Regierung nachdem diese dem Automobilhersteller im Dezember einen 13,4 Mrd USD schweren Übergangskredit gewährt hatte. Im vergangenen Monat hatte GM die Regierung um weiteres Geld gebeten. Den dafür geforderten Sanierungsplan hatte US-Präsident Barack Obama allerdings als unzureichend zurückgewiesen.

JP Morgan, Google, China und Beige Book

Neben heute mal wieder anstehenden Konjunkturdaten wie die Verbraucherpreise und die Industrieproduktion für den Euroraum gegen 11 Uhr stehen auch die Kfz- Neuzulassungen, Baubeginne in den USA, Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und die Veröffentlichung des Philadelphia Fed Index stehen heute die Quartalsberichte von Google, JP Morgan Chase, Nokia, Harley Davidson und bwin auf der Tagesordnung. Besonders die Zahlen von JP Morgan Chase dürfte heute die Finanzwelt interessieren. Bis jetzt ist das US Investmenthaus eigentlich relativ gut durch die Krise gekommen und man ist gespannt ob dies so bleibt. Ebenso dürften die Google Zahlen sehr interessant sein. Als Gradmesser für die gesamte Online Branche sollte nach den jüngsten Veröffentlichung der Werbezahlen hier aber keine böse Überraschung lauern. Ich rechne eher mit einem verlangsamten, aber immer noch ganz ordentlichen Wachstum.

Chinas Konjunktur hat den in den vergangenen Tagen den Fachleuten ein wenig sorgen bereitet. Der stotternde Motor der Weltkonjunktur wie dieses große Land auch gerne bezeichnet wird hat vor wenigen Minuten die Wirtschaftsdaten für das erste Quartal bekannt gegeben. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die chinesische Wirtschaft trotz Weltrezession um 6,1 Prozent. 15 Analysten, die von Dow Jones Newswire befragt wurden, haben durchschnittlich ein Wachstum von 6,0 Prozent erwartet. Er stottert also nicht wirklich der Motor, und die Konjunkturprogramme scheinen hier deutlich besser zu funktionieren als in den westlichen Nationen. Dennoch gibt es genügend „Verwöhnte“ die auch in einem Krisenjahr wie diesem lieber 8 Prozent gesehen hätten. Man sollte aber wirklich auf dem Teppich bleiben, gestern wurde noch über die Weltwirtschaftskrise geredet…

Licht und Schatten dagegen zeigt sich nach wie vor in der US Konjunktur. Die gestern veröffentlichten Verbraucherpreise dürften die Chefökonomen dieser Welt aufhorchen lassen. Erstmals seit 54 Jahren sind die US Verbraucherpreise gefallen. Insbesondere Lebensmittel und Energie sind deutlich günstiger geworden. Die Anzeichen für eine drohende Deflation sind da, aber ehrlich gesagt noch nicht so deutlich das jetzt schon wieder ein paar sogenannte Fachleute aus dem Busch springen und „Weltuntergang“ schreien müssen. Ich bin mir sicher das der Preisverfall bei Energie nur von kurzer Dauer sein wird, und damit einhergehend auch der Preisverfall bei fast allem anderen!

Erwähnen möchte ich im heutigen Morningcall aber auch noch das die gestrige Veröffentlichung des Beige Book durch die Fed zwar darauf hingewiesen hat das sich die Lage der US Wirtschaft weiter verschlechtert habe, aber man deutliche Lichtblicke in Teilen des Landes und manchen Branchen sehe. Von einer deutlichen Verlangsamung des Abschwungs, bzw, einer Stabilisierung und Bodenbildung war hier die Rede. Die Distrikte Chicago, Kansas City, Cleveland, New York und Dallas haben eine Verlangsamung beim Rückgang der Produktion gemeldet. In den Distrikten Boston, New York, Philadelphia, Atlanta und Kansas City sei sogar von einer leichten Aufhellung bei den Prognosen für die Produktion und die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe berichtet worden.

Porsche Ente und Ihre Folgen…

Noch einmal kurz zu der gestrigen Falschmeldung bezüglich des VW Gesetzes und der damit verbundenen Folgen für den Porsche Kurs..Es ist wirklich ärgerlich wenn eine Börsenzeitung schlecht recherchierte Unwahrheiten verbreitet und damit den Kurs der Porsche Aktie kurzzeitig um 5 Prozent drückt. Nach der Korrektur dieser Meldung sah es gestern im späten Handel ja auch schon wieder ganz anders aus. Ärgerlich ist es nur dann wenn man dadurch ausgestoppt worden ist und nun den Kursen über 50,- Euro (die ich ab heute erwarte!)  hinterher sehen muss. Zur Vervollständigung hier nun noch die heutige Meldung auf der Porsche Homepage..

Die Porsche Automobil Holding SE geht weiter davon aus, dass die Europäische Kommission sich zu gegebener Zeit mit dem Volkswagen-Gesetz befassen und es letztlich ablehnen wird. Die Auffassung von Porsche, dass das VW-Gesetz gegen Wettbewerbsrecht verstoße, sei unverändert, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Sportwagenbauers. Das Gesetz ist eine wichtige Hürde für Porsche um die komplette Kontrolle bei dem Wolfsburger Konzern zu übernehmen.
Unter anderem gibt das VW-Gesetz dem Bundesland Niedersachsen durch den Anteil von etwas über 20% eine Sperrminorität bei wichtigen Unternehmensentscheidungen. Ein Sprecher des Bundeslandes wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern.

Sollte ich also mit der Weitergabe oder Veröffentlichung der Falschmeldung des Berichtes der „Börsen-Zeitung“ gestern dazu beigetragen haben das der ein oder andere von Euch seine Porsche Aktien abgeben musste, tut mir das sehr leid und ich entschuldige mich hiermit offiziell für meine schlechte Recherche. Unabhängig davon möchte ich aber noch einmal darauf hinweisen das das richtige setzen von Stopp-Loss Orders elementares Handwerkszeug eines Traders ist und ein Stopp der 5 Prozent oder geringer unter dem High gesetzt wird wohl eher auf kurzfristige Gewinnabsichten schließen lässt. Ich hingegen rede bei Porsche nach wie vor von einem echten Trend und der hat noch nicht einmal richtig begonnen…

Korrektur: Viel Rauch um Nichts!

EU prüft nach wie vor VW-Gesetz…BRÜSSEL, Die EU-Kommission prüft das novellierte VW-Gesetz weiter. Am Mittwoch hatte die „Börsen-Zeitung“ (BöZ) berichtet, dass die Kommission keine Klage gegen das Gesetz vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) einreichen wolle. Ein Kommissionssprecher wies diese Darstellung zurück. Es sei noch keine Entscheidung in der Angelegenheit getroffen worden. Die deutsche Bundesregierung hatte das VW-Gesetz Ende 2008 nach einer Entscheidung des EuGH modifiziert. Dabei blieb allerdings die Sperrminorität von 20% bestehen, wodurch das Bundesland Niedersachsen mit seinem Anteil am Unternehmen in dieser Höhe Entscheidungen blockieren kann. Das Beibehalten der 20%-Schwelle statt der Einführung der sonst üblichen 25%-Hürde war bei Wettbewerbskommissar Charlie McCreevy auf Kritik gestoßen, weshalb eine erneute Klage vor dem EuGH durch die Kommission erwogen wird. Von Adam Cohen, Dow Jones Newswires

Doch kein Beherrschungsvertrag für Porsche?

Volkswagen kann durchatmen – EU lässt Streit um VW-Gesetz vorerst ruhen! Die EU-Kommission will nach einem Zeitungsbericht wegen des überarbeiteten VW-Gesetzes derzeit keine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) einreichen. Die Binnenmarktaufsicht wolle vor dem Hintergrund der Krise im Automobilsektor keinen zusätzlichen Druck auf Europas größten Autobauer Volkswagen aufbauen, berichtet die „Börsen-Zeitung“ (BöZ/Mittwochausgabe) mit Verweis auf EU-Kreise. Dies bedeutet einen Kurswechsel. Der zuständige Kommissar Charlie McCreevy hatte zuletzt wiederholt mit einer Klage gedroht, da er in der Sperrminorität Niedersachsens bei Volkswagen einen Verstoß gegen den Gemeinschaftsmarkt sieht.

Die Bundesregierung hatte das VW-Gesetz Ende 2008 nach einer Entscheidung des EuGH angepasst. Berlin hatte dabei aber nur das gesetzliche Entsenderecht von Bund und Land Niedersachsen in den VW-Aufsichtsrat gestrichen und ein im Gesetz verankertes Höchststimmrecht aufgehoben. An der Sperrminorität von 20 Prozent hatte die Regierung aber festgehalten und dies damit begründet, der Gerichtshof habe lediglich das Zusammenspiel der VW-Vorschriften kritisiert. EU-Kommissar McCreevy sieht hingegen in jeder einzelnen der strittigen VW-Bestimmungen einen Verstoß gegen EU-Recht. Wie die Zeitung weiter schreibt, hat in der Kommission mittlerweile aber Präsident Jose Manuel Barroso die Verantwortung für das VW-Dossier übernommen. Der Portugiese gelte als weniger dogmatisch als der irische Binnenmarkthüter.

Der Sportwagen-Hersteller Porsche hatte Anfang des Jahres seine Beteiligung an Europas größtem Autobauer auf knapp 51 Prozent erhöht und plant, noch in diesem Jahr die Dreiviertelmehrheit an Volkswagen zu übernehmen. In diesem Zusammenhang strebt Porsche einen Beherrschungsvertrag an, der den Zugriff auf sämtliche VW-Gewinne erlaubt. Das Porsche-Management hält die Sperrminorität von 20 Prozent für europarechtswidrig und hatte sich im Januar auf der Hauptversammlung überzeugt gezeigt, dass sich die EU-Kommission weiter für eine Abschaffung der Klausel einsetzen werde. Am Freitag findet eine Aufsichtsratssitzung bei VW statt, auf der laut Medienberichten unter anderem über die künftige Rolle von Porsche als Hauptaktionär beraten werden soll…

Persönlich halte ich diese Meldung im Sinne eines Porsche Aktionärs für gar nicht so schlecht. Die Liquidität dürfte damit bei Porsche zunächst einmal deutlich geschont werden was in diesen Zeiten wohl auch auf der Prioritätenliste ganz oben stehen dürfte. Ich denke auch das das ganze VW Thema nicht davonlaufen wird und die Übernahme keinswegs als gescheitert angesehen werden sollte. Es dürfte nur etwas länger dauern als ursprünglich geplant, ist aber den Marktgegebenheiten angemessen. Man darf aber dennoch sehr gespannt sein welche Rolle die VW Führung dem Hauptaktionär Porsche beimessen wird. Auch eine anderweitige Übergangslösung ist hier durchaus denkbar…

UBS – immer noch desaströs! 8700 Jobs müssen weg!

Eine negative Ausnahme des allgemein positiven Sentiments für Banken ist und bleibt wohl die Schweizer Großbank UBS! Insgesamt hat die UBS in den ersten drei Monaten des Jahres weiterhin deutliche Geldabflüsse verzeichnet. Nach anfänglich positiven Signalen seien im Bereich Wealth Management & Swiss Bank netto 23 Mrd CHF abgezogen worden, erklärte die UBS. Die Abflüsse seien vor allem seit Bekanntgabe der Einigung mit US-Behörden bezüglich der Untersuchungen bei US-Kunden aufgetreten, teilte die Bank mit. Der Bereich Wealth Management Americas verbuchte dagegen netto Neugeldzuflüsse von rund 16 Mrd CHF.

Die UBS forciert nun die Sparmaßnahmen und will bis Ende 2010 die Kosten verglichen mit 2008 um 3,5 Mrd bis 4 Mrd CHF senken. Dabei sei ein erheblicher Stellenabbau unausweichlich, erklärte die Bank. Bis 2010 soll die Zahl der Mitarbeiter auf rund 67.500 fallen. Ende März beschäftigte die UBS nach eigenen Angaben 76.200 Menschen. Allein in der Schweiz sollen 2.500 Stellen wegfallen.

Die Bank will neben ihrem Kerngeschäft – der Vermögensverwaltung und dem Bankgeschäft in der Schweiz – weiter Investmentbanking und Asset Management betreiben. Die Risiken sollen dabei weiter reduziert, die Bank verkleinert werden. „Der Weg zum Erfolg wird lang sein“, sagte der neue CEO Oswald J. Grübel laut des vor der Hauptversammlung am Mittwoch verbreiteten Redetextes. Nicht jede Bank ist also für ein Investment geeignet. Wie schon vor Monaten berichtet hat sich die Schweizer Bank zudem durch den Vertrauensverlust bei der Herausgabe der Kundendaten auf lange Sicht ins Aus geschossen…

Termine des Tages

Heute gibt es mal wieder einiges von der Konjunkturfront zu berichten. Dementsprechend volatil kann dann auch der Aktienhandel am heutigen Mittwoch verlaufen. Neben den MBA Hypothekenanträgen in den USA werden heute die endgültigen Konsumentenpreise im März sowie die Industrieproduktion für den vergangenen Monat in den USA präsentiert. Rohölinvestoren dürften sehnsüchtig auf die wöchentlichen Lagerdaten für Rohöl, Benzin und Destillate warten die dann gegen 16:30 Uhr veröffentlicht werden.

Der Ölpreis hatte sich ja in den vergangenen Tagen extrem schwankungs-intensiv gezeigt und vielleicht wird heute etwas klarere wohin die Reise in den kommenden Wochen gehen wird. Gegen 19:00 Uhr wird mal wieder der NAHB Hausmarktindex veröffentlicht, der aber eine eher untergeordnete Rolle spielen sollte. Gang im Gegensatz zum sogenannten Beige Book, dem Konjunkturbericht der FED.

Heute gegen 20:00 Uhr teilt uns dann die US-Notenbank Fed mit, wie sie die konjunkturelle Lage der weltgrößten Volkswirtschaft einschätzt. In der jüngsten Vergangenheit gab es von dort überwiegend Molltöne. Man kann sich also schon mal auf einen langen Börsentag einstellen an dem es zu der ein oder anderen, vielleicht auch überraschenden Bewegung kommen wird. Zuletzt waren die Konjunkturzahlen ja leicht besser als erwartet ausgefallen, heute rechne ich aber mit keiner wirklich positiven Überraschung…anders als bei den Unternehmensdaten!

Licht am Ende des Tunnels sieht derzeit auch der Chiphersteller Intel. Intel hat im ersten Quartal zwar einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht – der allerdings weitaus geringer ausfiel als befürchtet: Wie das Unternehmen am Dienstag nach Handelsschluss an der Wall Street mitteilte, ging der Überschuss im ersten Quartal des Jahres auf 647 Mio. $ oder 11 Cent je Aktie zurück. Analysten hatten nur einen Reingewinn von 3 Cent je Aktie erwartet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern unter dem Strich noch ein Plus von 1,44 Mrd. $ erwirtschaftet. Eine konkrete Prognose für das zweite Quartal blieb der Konzern allerdings schuldig.

Gewinne laufen lassen..

Eine der meistverkannten Regeln für Börsianer. Gerade heute zeigt sich wieder wie nervös der Markt ist und die Gefahr das man ausgestoppt wird oder viel zu früh wieder glatt stellt ist extrem groß. Ich kann es verstehen wenn man die Gewinne der letzten Wochen auch mal mitnimmt. Schließlich haben ja alle vorher auch kräftig leiden müssen indem sie monatelang den fallenden Kursen zugesehen haben. Dennoch ist es fatal die Bewegungen täglich optimal traden zu wollen und dürfte in den meisten Fällen zu einem schlechteren Ergebnis führen. Wenn man rechtzeitig die Hausaufgaben gemacht hat und dann auch noch halbwegs gut eingestiegen ist weil die „Hausaufgaben“ gemacht worden sind kann man sich täglich ohne Tradingstress an schönen Gewinnen erfreuen bis der Trend dann wieder bricht.

Davon dürften wir aber noch etwas, oder vielleicht sogar weit entfernt sein. Die heutigen Konjunkturdaten aus den USA waren mal wieder nicht sehr aufmunternd und gerade die weitere Konsumverweigerung der Amwerikaner wiegen schwer. Und das trotz der weiter fallenden Lebenshaltungskosten! Gerade hier liegt auch das hauptrisiko für die US Wirtschaft. Erste Anzeichen der soviel gefürchteten Deflation machen sich breit, und das dürfte auch mittelfristig wieder zu deutlich fallenden Kursen führen wenn dieser Prozess nicht gestoppt werden kann. ich bin aber nach wie vor auch zuversichtlich das das US Wirtschaftsministerium dieses Problem erkannt hat und entsprechned gegensteuern kann und wird.

US-Notenbankchef Ben Bernanke zeigte sich optimistisch. Er sieht erste Anzeichen, dass sich der starke Konjunkturabschwung verlangsamt. Nur wenn sich das Finanzsystem stabilisiere, werde es eine nachhaltige Erholung geben. Dabei soll in dem nächsten Aufschwung die Inflation bekämpft werden und die Liquidität der Fed wieder abgezogen. Es kommt also nach wie vor erstmal darauf an den Finanzsektor zu stabilisieren und dies hat höchste Priorität. Die jüngsten Zahlen von Wells Fargo und Goldman Sachs lassen zumindest die ersten Besserungstendenzen erkennen und weitere Banken werden wohl mit ähnlich guten Zahlen folgen. Also erst einmal heißt es die Gewinne laufen zu lassen und den Anstieg möglichst optimal mitzunehmen damit man dann später genügend Liquidität hat um wieder kräftig einzusteigen!

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