JP Morgan, Google, China und Beige Book

Neben heute mal wieder anstehenden Konjunkturdaten wie die Verbraucherpreise und die Industrieproduktion für den Euroraum gegen 11 Uhr stehen auch die Kfz- Neuzulassungen, Baubeginne in den USA, Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und die Veröffentlichung des Philadelphia Fed Index stehen heute die Quartalsberichte von Google, JP Morgan Chase, Nokia, Harley Davidson und bwin auf der Tagesordnung. Besonders die Zahlen von JP Morgan Chase dürfte heute die Finanzwelt interessieren. Bis jetzt ist das US Investmenthaus eigentlich relativ gut durch die Krise gekommen und man ist gespannt ob dies so bleibt. Ebenso dürften die Google Zahlen sehr interessant sein. Als Gradmesser für die gesamte Online Branche sollte nach den jüngsten Veröffentlichung der Werbezahlen hier aber keine böse Überraschung lauern. Ich rechne eher mit einem verlangsamten, aber immer noch ganz ordentlichen Wachstum.

Chinas Konjunktur hat den in den vergangenen Tagen den Fachleuten ein wenig sorgen bereitet. Der stotternde Motor der Weltkonjunktur wie dieses große Land auch gerne bezeichnet wird hat vor wenigen Minuten die Wirtschaftsdaten für das erste Quartal bekannt gegeben. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die chinesische Wirtschaft trotz Weltrezession um 6,1 Prozent. 15 Analysten, die von Dow Jones Newswire befragt wurden, haben durchschnittlich ein Wachstum von 6,0 Prozent erwartet. Er stottert also nicht wirklich der Motor, und die Konjunkturprogramme scheinen hier deutlich besser zu funktionieren als in den westlichen Nationen. Dennoch gibt es genügend „Verwöhnte“ die auch in einem Krisenjahr wie diesem lieber 8 Prozent gesehen hätten. Man sollte aber wirklich auf dem Teppich bleiben, gestern wurde noch über die Weltwirtschaftskrise geredet…

Licht und Schatten dagegen zeigt sich nach wie vor in der US Konjunktur. Die gestern veröffentlichten Verbraucherpreise dürften die Chefökonomen dieser Welt aufhorchen lassen. Erstmals seit 54 Jahren sind die US Verbraucherpreise gefallen. Insbesondere Lebensmittel und Energie sind deutlich günstiger geworden. Die Anzeichen für eine drohende Deflation sind da, aber ehrlich gesagt noch nicht so deutlich das jetzt schon wieder ein paar sogenannte Fachleute aus dem Busch springen und „Weltuntergang“ schreien müssen. Ich bin mir sicher das der Preisverfall bei Energie nur von kurzer Dauer sein wird, und damit einhergehend auch der Preisverfall bei fast allem anderen!

Erwähnen möchte ich im heutigen Morningcall aber auch noch das die gestrige Veröffentlichung des Beige Book durch die Fed zwar darauf hingewiesen hat das sich die Lage der US Wirtschaft weiter verschlechtert habe, aber man deutliche Lichtblicke in Teilen des Landes und manchen Branchen sehe. Von einer deutlichen Verlangsamung des Abschwungs, bzw, einer Stabilisierung und Bodenbildung war hier die Rede. Die Distrikte Chicago, Kansas City, Cleveland, New York und Dallas haben eine Verlangsamung beim Rückgang der Produktion gemeldet. In den Distrikten Boston, New York, Philadelphia, Atlanta und Kansas City sei sogar von einer leichten Aufhellung bei den Prognosen für die Produktion und die Umsätze im Verarbeitenden Gewerbe berichtet worden.

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