US Star-Ökonom sieht Österreich kurz vor der Staatspleite

Paul Krugman. Der scharfzüngige und streitlustige US-Starökonom hat Österreich mit einer möglichen Staatspleite in Verbindung gebracht – und damit eine ganze Alpenrepublik gegen sich aufgebracht. „Island und Irland geht es ziemlich schlecht, Österreich könnte sich dieser Liga als drittes Land anschließen“, orakelte der Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2008 am Montag bei einem Auftritt vor der versammelten Auslandspresse in New York.

Schließlich hätten die österreichischen Banken jahrelang üppige Kredite in Osteuropa vergeben. Und dort könnten eben viele Staaten wegen der Krise ihre Auslandsschulden nicht mehr bedienen. Offensichtlich fühlen sich die Österreicher in ihrer ökonomischen Nationalehre gekränkt. Wobei das Problem bekannt und real ist: Über 200 Mrd. Euro haben die Banken des Landes nach Osteuropa verliehen. So warnte auch der Internationale Währungsfonds vor „verheerenden Folgen“ wegen des Risikos österreichischer Institute in der Region.

Die Reaktion aus Wien ließ nicht lange auf sich warten. „Glatt falsch und völlig unangebracht“ seien die Äußerungen des Princeton-Ökonomen, empörte sich Österreichs Finanzminister Josef Pröll. „Ich empfehle selbst Nobelpreisträgern, dass sie sich, bevor sie solche Aussagen tätigen, mit der realen Situation auseinandersetzen.“ Das Risiko einer Staatspleite sei „gleich null“. Und auch Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, hieb auf den Wirtschaftswissenschaftler ein. „Krugman liegt massiv daneben“, so der Notenbanker. „Die Bonität des Staates und der österreichischen Banken steht außer Zweifel.“

Naja, ob die monetäre Potenz Österreichs wirklich über jeden Zweifel erhaben ist bleibt strittig. Die Schuldenlast durch Fehlspekulationen in Europas Osten ist immens, und gerade hier sehen Ökonomen schon seit längerem das größte Risiko nicht nur für Österreich sondern für den ganzen Euro Raum. Ein Zusammenbruch der Republiken im Osten hätte katastrophale Folgen zuerst für die Alpenrepublik und dann auch für alle anderen EU-Länder. Ich sehe es ähnlich wie Herr Krugmann. Die Gefahr sollte in keinem Fall unterschätz werden und man muss schon genau beobachten was bei unseren österreichischen Nachbarn so passiert um nicht irgendwann auf dem falschen Fuss erwischt zu werden.

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