Author Archives: Lars

Der Neue Markt lebt!

Die Ereignisse am Aktienmarkt überschlagen sich mal wieder. Nach der etwas schärferen Korrektur gestern und einem wirklich schwachen Start heute kann der Markt sich aber wieder aufrappelt. Grund hierfür dürften hauptsächlich zwei Faktoren gewesen sein. Der immer noch steigende ZEW Konjunkturindikator und vor allem aber die neuen Signale vom US Immobilienmarkt. Die Zahl der Baubeginne in den USA ist im Mai im Vergleich zum Vormonat überraschend stark um 17,2% auf annualisiert 532.000 gestiegen. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Anstieg um 7,0% prognostiziert. Wie das US-Handelsministerium am Dienstag weiter mitteilte, wurde der zunächst für den Vormonat gemeldete Rückgang von 12,8% auf minus 12,9% revidiert. Auf Jahressicht liegen die Baubeginne allerdings immer noch um 45,2% unter dem Vorjahresniveau.

Alles in allem ist dies aber ein für die meisten Marktteilnehmer wohl sehr überraschendes Lebenszeichen vom US Immobilienmarkt und dies könnte nun auch eine lange erhoffte Wende einleiten. Schließlich und endlich begann die Krise mit dem Zusammenbruch der Immobilienpreise in den USA und Fachleute sind sich einig das auch nur durch eine Wiederbelebung dieses Sektors die Krise wieder beendet werden kann. Ich bleibe doch lieber weiter auf der vorsichtigen Seite. Zwar haben wir nun eine geringfügig geänderte charttechnische Situation, da die Gaps von Anfang Mai nun wohl geschlossen werden, eine Korrektur des starken Anstieges ist somit immer noch die wahrscheinlichere Variante.

Ganz besonders auffällig ist dies bei den zyklischen Werten. Allen voran mal wieder die Solarindustrie. Die meisten Werte stehen weiterhin auf der Verkaufsliste, und nur wenige Aktien können sich dem entziehen. Solarworld und Q-Cells werden nach den jüngsten Herabstufungen weiter verkauft. Die Maschinenbauer, Manz, Centrotherm und Roth und Rau zeigen ein sehr unterschiedliches Bild, wobei ich denke das Manz ebenfalls nochmal runter kommen wird.Hoffnungslose Übertreibung sieht man dagegen bei Solar Millenium die heute um 25 Prozent zulegen können, und das alleine nur auf einer Meldung die ein Solarzellen-Wüsten-Großprojekt mit eventueller Teilnahme des Unternehmens und ersten Erträgen in frühestens 10 Jahren prognostiziert. Ein bisschen erinnert das an den Neuen Markt…

Kehrt nun wieder Vernunft ein?

Die letzten Meldungen über das Anlegerverhalten haben es bereits angedeutet. Man kauft wieder verstärkt Aktien und Aktienfonds. Die Sorglosigkeit der Anleger nimmt in den letzten Wochen drastisch zu. Meistens sind das die ersten untrügerischen Zeichen dafür das sich eine Aufwärtsbewegung wiedermal ihrem Ende nähert und man sich langsam auf fallende Kurse einstellen sollte. Die weltweiten Indizes scheitern bereits zum wiederholten Male n den charttechnisch wichtigen Marken, und man sollte nicht vergesses das in dieser Woche mal wieder Hexensabbat ansteht. Ich gehe davon aus das spätestens der Freitag die weitere Richtung ganz deutlich zeigen sollte.

Wie es wirklich um unsere Wirtschaft und die Konjunkturaussichten der gesamten Welt bestimmt ist kann man heute mal wieder schön in einigen Pressemeldungen finden wenn man nicht ganz blind durch die Gegend rennt. So klagt zum Beispiel Siemens Chef Peter Löscher darüber das der Absatzeinbruch sich bei Siemens durch alle Sparten zieht under keineswegs ein Anzeichen einer wirklichen Besserung erkennen kann.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet auch nach dem Ende der Krise keinen starken Konjunkturaufschwung in Deutschland. Statistisch seien im vierten Quartal bessere Zahlen zu erwarten, dies dürfe aber nicht zu falschen Prognosen verleiten, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. Es sei derzeit aber nach wie vor noch nicht zu sagen, „wie lange diese Krise dauern wird“, sagte Keitel. Auch eine genaue Prognose der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr sei nach wie vor schwierig. Allgemein lägen die Prognosen um die minus 6% für 2009. „Wir werden keine andere Zahlen nennen, weil wir keine besseren und genaueren nennen können“, sagte Keitel.

BDI-Chef Hans-Peter Keitel erwartet durch die anhaltende Kreditklemme eine Verschlimmerung der Krise in der deutschen Industrie. „Wenn wir den gesamten Restrukturierungsbedarf der Banken sehen, fürchten wir schon, dass es in den nächsten Wochen mit der Kreditversorgung der Wirtschaft eher noch schwieriger wird“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) dem „Handelsblatt“. Sorgen mache er sich vor allem um die internationale Entwicklung. „Ich fürchte, dass auf den globalen Finanzmärkten das Kasino schon wieder eröffnet wird“, sagte Keitel. „Kurzfristiges Denken und Risikobereitschaft nehmen wieder zu.“

Genau so sieht es wohl wiedermal aus. Es kann also durchaus sein das wir auch in dieser Woche und speziell nach dem Freitag nochmal weiter steigende Kurse sehen werden. Diese Bewegung sollte dann aber im Dax bei spätestens 5350 Punkten ein Ende finden. Ein sogenanntes „Überschießen“ der Indizes ist also durchaus möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Sollte dies allerdings eintreten ist spätestens bei der genannten Marke im Dax extreme Vorsicht angesagt. Spätestens an dieser Marke sollte wieder Vernunft einkehren…

Das Dilemma mit Porsche…

Die Beteiligung des Golfstaats Katar am deutschen Autobauer Porsche rückt nach übereinstimmenden Medienberichten in greifbare Nähe. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ will der Emir von Katar mindestens ein Viertel der Stammaktien des Stuttgarter Sportwagenherstellers erwerben. Über die Modalitäten des Einstiegs soll demnach bereits an diesem Wochenende verhandelt worden sein. Nun steht also offensichtlich fest das man sich direkt an dem Sportwagenbauer beteiligen will und nicht etwa die VW-Aktienpakete von Porsche übernimmt. Ob es dann auch letztendlich so kommt werden wir sehen.

Porsche – Ein tolles Unternehmen, Spitzen-Produkte und ein Top-Management, zumindest dachte das die breite Masse bis sich Porsche bei der VW Übernahme verhoben hat. Ich denke auch nach wie vor das Porsche im direkten Vergleich mit allen anderen deutschen Autobauern die interessanteste Aktie sein dürfte, zumal wenn jetzt mit Hilfe Katars dann doch noch die VW Übernahme gestemmt werden kann. Dennoch bleiben da einige Fragen offen, wie z.B. was wird am 19.06 nun endlich bekannt gegeben….

Seit Monaten stellen sich fast sämtliche Marktteilnehmer die gleichen Fragen … Wie sind die Optionsgeschäfte von Holger Härter denn nun tatsächlich gelaufen, Hat man einen dicken Gewinn erzielen können oder sich kräftig verspekuliert? Niemand hat bislang Einblick in die tatsächliche Optionsstrategie bei der Übernahme der Volkswagen Stammaktien bekommen und der Markt erwartet nun die Aufklärung des Rätsels. So wie es derzeit aussieht haben nicht einmal mehr die finanzierenden Banken einen Durchblick in das komplizierte System der Aktienoptionen.Und genau das dürfte auch der Grund sein warum man nun die Kreditlinien teilweise nicht verlängern will.

Neben der Suche nach einem Investor setzt Porsche seine Suche nach neuen Kreditgebern fort. Dabei setzt der Autobauer vor allem auf einen Kredit der staatlichen KfW-Bank. Porsche braucht das Darlehen, um eine Finanzierungslücke zu schließen, die beim Einstieg bei Volkswagen entstanden war. Alles in allem bleibt für mich die Frage: Wenn die Familien Porsche und Piech nun eventuell einen dritten Miteigner ins Boot holen weil sie gar nicht anders können – wie schlecht muss es dann tatsächlich um die Finanzen des Unternehmens bestellt sein? Vielleicht ist es besser noch zwei Tage zu warten…

Schweinegrippe Pandemie – Kauf Novartis

Die heutige Meldung von Novartis hat mich veranlasst mal ein paar Stücke ins Depot zu nehmen. Nachdem der Kurs des Schweizer Pharmakonzerns schon seit einer geraume Weile vor sich hindümpelt deutet sich heute nun der Ausbruch nach oben an. Charttechnisch ist da sicherlich noch viel Luft, Kursziele um die 60,- CHF der Analystenhäuser eröffnen ein theoretisches Potenzial von ca 35%. Goldman Sachs stufte den Titel erst zuletzt auf Kaufen mit Kursziel 59,- CHF! Die gestrigen Pandemiwarnungen sollten den Kurs des Impfstoffherstellers nun weiter in Richtung der genannten Kursziele treiben.

Das Unternehmen teilte heute mit das man bei der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes gegen die Schweinegrippe einen großen Schritt vorwärts  gekommen sei. Novartis gab heute bekannt, dass man zügig in der Lage sein werde, einen Impfstoff den H1N1-Virus herstellen zu können und die Produktion hochzufahren. Die erste Charge habe mehrere Wochen früher als erwartet produziert werden können. „Neben der Schnelligkeit beim Start ist ein weiterer Vorteil, dass die Produktion auch zügig gesteigert werden kann, da die Anlage das Potenzial hat, jede Woche Millionen Impfstoffdosen zu produzieren“, teilte Novartis mit.

Es gebe Nachfrage von mehr als 30 Regierungen. Novartis hatte im Mai einen Auftrag im Wert von 289 Millionen US-Dollar von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA erhalten. Die Impfstoffproduktion solle gestartet werden, sobald ein pandemischer Virusstamm identifiziert sei. Die Weltgesundheitsorganisation hatte die Schweinegrippe am Donnerstag zur ersten Grippe-Pandemie seit über 40 Jahren erklärt….

Die nächte Insolvenz – Kampa

Ganze 70 mögliche Investoren winken ab. Niemand mochte bei Kampa einsteigen. Jetzt bleibt dem Mindener Fertighaushersteller nur der Weg in die Insolvenz. 750 Mitarbeiter verlieren nun ihre Jobs.Für den insolventen Fertighaushersteller Kampa gibt es keine Zukunft mehr. Nach ergebnislosen Gesprächen mit fast 70 möglichen Investoren werde nun unverzüglich die Entlassung der Mitarbeiter eingeleitet, teilte Insolvenzverwalter Werner Schreiber mit.

Zuletzt hatte Kampa rund 750 Beschäftigte. Der Insolvenzverwalter werde versuchen, für die Standorte und Werke der Kampa-Gruppe „auch Einzellösungen zu finden“, hieß es. Wo dies nicht gelingt, sollen Immobilien, Musterhäuser, Maschinenpark und Markenrechte einzeln abgestoßen werden. Die Kampa AG, nach eigenen Angaben Europas führender Fertighausbauer, hatte Mitte März einen Insolvenzantrag gestellt. Danach hatte es Gespräche mit insgesamt 69 Interessenten gegeben. Zuletzt hatte der Verwalter auf einen deutsch-schweizerischen Kandidaten gesetzt.

Dieser hatte sich als Einziger bereit gezeigt, 450 Arbeitsplätze zu erhalten. Jedoch seien die nötigen finanziellen Zusagen zur Auffanggesellschaft, zum Kaufpreis und den Investitionen ausgeblieben. Die Finanzierungszusage einer schweizerischen Großbank habe sich „als nicht belastbar herausgestellt“, wie es hieß. Der Großaktionär der Kampa AG, die Investmentgesellschaft Triton, hatte nach Angaben Schreibers Gespräche zu einer Übernahme in Aussicht gestellt, um ein endgültiges Auseinanderbrechen der Kampa – Gruppe zu verhindern. „In den vergangenen Tagen wurden daher umfangreiche Verhandlungen mit Triton geführt.“

Am Donnerstag habe Triton jedoch mitgeteilt, dass über eine Übernahme noch nicht entschieden werden könne. „Der Insolvenzverwalter ist daher aus insolvenzrechtlichen und arbeitsrechtlichen Gründen gezwungen, unverzüglich die Freistellung der Mitarbeiter der Kampa-Gruppe einzuleiten.“ Kampa hat bundesweit acht Standorte. Im ersten Quartal hatte der Konzern einen deutlichen Rückgang der Zahl fertiggestellter Häuser auf nur noch 99 hinnehmen müssen (erstes Quartal 2008: 132). Zudem hatte das Unternehmen einen drastischen Rückgang der Aufträge verzeichnet. Sie sanken auf 688 Häuser (2008: 971) mit einem Volumen von 136 Millionen Euro (2008: 162 Mio.).

Arcandor, ein Stück Deutsche Geschichte

Was zu erwarten war ist heute eingetreten, der Kaufhauskonzern Arcandor hat heute Insolvenz angemeldet. Für die Aktionär bedeutet dies nicht viel Gutes. Im Normalfall kommt man in der Abfindungskette als Anleger ganz weit hinten. Ich hatte selbst sowohl gestern als auch heute früh eine kleine Tradingposition im Markt und konnte zweimal mit Gewinn wieder aussteigen. Nachdem die Aktie im Mittagshandel vorübergehend vom Handel ausgesetzt worden ist dürfte es nun schwer werden für die Zocker die nicht rechtzeitig den Absprung geschafft haben. Derzeit notiert die Aktie um die 70 Cent und ich persönlich rechne eigentlich noch einmal ausgehend von diesem Niveau mit mindestens einer Halbierung des Kurses.

Es dürfte also gesünder sein sich von den momentanen „Kurssteigerungen“ nicht allzu sehr beeinfluussen zu lassen. Die großen Gewinne werden hier wohl in den nächsten zwei bis drei Handelstagen nicht mehr gemnacht, und das Risko Geld zu verlieren oder sogar den gesamten Einsatz ist extrem hoch. Wie geht es nun weiter bei Arcandor. Der Geschäftsbetrieb wird erst einmal weiter aufrecht erhalten und die Gehälter der Mitarbeiter sind bis einschließlich August gesichert. Die Börse wird die Aktie spätestens am 19.Juni aus dem MDax schmeißen und somit das Interesse der Anleger weiter sinken.

Selbst eine Wiederbelebung des Konzerns durch Konkurrenten wie Metro ist derzeit noch fraglich. Die Schuldenlast ist enorm das operative Ergebnis eine Katastrophe und die drohenden Abschreibungen auf immaterielle Güter können hier ganz schnell die Lichter endgültig ausknipsen. Die kleinste Meldung diesbezüglich kann den Kurs also noch weiter deutlich abstürzen lassen. Wer mitspielen will, bitte auch nur mit Spielgeld! Hier haben sich einige Kleinanleger und auch die ganz großen wie Frau Schickedanz mächtig die Finger verbrannt. Aber das kennt man ja schon seit den Geschichten um Frau Schaeffler und Herrn Adolf Merckle…

Zu hoffen bleibt am Ende nur das die Machenschaften des Herrn Middelhoff lückenlos aufgedeckt werden. Fast 50.000 Arbeitsplätze stehen nun zur Disposition, und das alles mal wieder wegen einer gehörigen Portion Mißwirtschaft bei hervorragendem Gehalt und dicken Boni. Die zusätzliche persönliche Bereicherung in Form von Immobilienfonds die überhöhte Mieten verlangt haben, und somit den gesamten Prozeß eventuell noch beschleunigten kann und darf nicht unbestraft bleiben. Denn wenn solche Machenschaften mit anschließender Straffreiheit in Deutschland Schule machen, dann..“Gute Nacht liebes Deutschland“ Wie auch immer das ganze nun für Arcandor ausgeht, letztendlich wird es ein weiteres Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte dann nicht mehr geben.

Das ist der stärkste Einbruch der Nachkriegszeit…

…und das ist für eine Exportnation wie Deutschland wohl schon mal eine Ansage. Der deutsche Aussenhandel ist weiter eingebrochen und notiert auf dem tiefsten Stand seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 63,8 Milliarden Euro ins Ausland und damit 28,7 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Er sei aber nicht allein mit der weltweiten Wirtschaftskrise zu erklären, sondern auch mit dem starken Vergleichswert: Im April 2008 hatte der Exportumsatz mit 89,5 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht.

Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der Exportverband BGA für 2009 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die Einfuhren sanken im April um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Experten hatten ein Plus von 0,2 Prozent vorhergesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 54,4 Milliarden Euro importiert. Das waren 22,9 Prozent weniger als im April 2008.

Experten zeigten sich enttäuscht von den Zahlen. „Dass es nun zu einem erneuten Einbruch kam, zeigt, dass die globale Wirtschaft noch nicht aus dem Tal der Tränen gekommen ist – das hat sich auch beim Auftragseingang gezeigt“, sagte Marco Bargel von der Postbank. Es werde „eine ganze Weile“ dauern, bis die Exporte in Deutschland wieder boomen und zu einem Wachstumsträger werden können. „Dafür sehe ich erst wieder Chancen am Jahresende.“ Nach Ansicht des Unicredit-Analysten Andreas Rees zeigen die Zahlen, dass man noch keine Entwarnung geben könne. „Die Frühindikatoren zeigen zwar schon nach oben, aber die harten Zahlen brauchen noch ein bisschen“

Emir von Katar signalisiert möglichen Einstieg bei Porsche

Während der Gesamtmarkt heute endlich mal wieder etwas nachgibt brodelt weiterhin die Gerüchteküche um den Sportwagenbauer Porsche. Nach den jüngsten Meldungen könnte sich hierbei bald eine sehr spannende und entscheidende Wende im Übernahmepoker ergeben. Nach Informationen des Magazins „FOCUS“ reiste Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bereits mehrfach nach Katar und verhandelte mit dem Scheich über einen Milliarden-Deal. Dabei stehe eine Einigung jetzt unmittelbar bevor. Noch sei allerdings kein Vertrag unterschrieben, da zwei Varianten verhandelt werden: Eine Beteiligung an Porsche und eine am Automobilkonzern Volkswagen AG

Die Stuttgarter besitzen knapp 51 Prozent der VW-Anteile und halten mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent. Um die Optionen in Aktien umzuwandeln, müsste Porsche den Kreditinstituten die Papiere abkaufen. Dafür fehlt derzeit aber das Geld. Wenn der Emir das Paket der Aktienoptionen erwirbt, wäre Porsche einen Großteil der rund 9 Mrd. Euro Schulden los, schreibt das Magazin.

Volkswagen hätte neben Porsche sowie dem Land Niedersachsen einen weiteren Großaktionär, denn QIA würden dann rund 24 Prozent der VW-Papiere gehören. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch favorisieren dieses Modell ? nur Ferdinand Piëch nicht. Der Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratsvorsitzende will eine Übernahme von Porsche durch VW durchsetzen.

Die Alternative wäre ein Einstieg des Emirs bei der Porsche-Holding, die das Sportwagengeschäft und die VW-Beteiligung kontrolliert. Dieser Schritt wäre weitaus komplizierter, weil dazu eine Kapitalerhöhung sowie eine außerordentliche Hauptversammlung notwendig wären. Außerdem müssten die Familien damit erstmals einen Teil der Macht bei Porsche abgeben. Eine Entscheidung werde bis Mitte Juni erwartet. Es bleibt also weiterhin spannend ein Porsche Aktionär zu sein. Ich rechne in den kommenden Tagen eher mit einem nachgebenden Gesamtmarkt und hoffe dann nochmal wieder günstiger an ein paar Porsche Aktien zu kommen.

Ein weiteres Zeichen…

Die Deutschen investieren wieder in Aktienfonds. Ein weiteres untrügerisches Zeichen dafür das nun die Hausfrauen und Hobbyanleger wieder an das Parkett zurückkommen…Die Mittelabflüsse aus deutschen Investmentfonds sind im April gestoppt. Die Fondsgesellschaften setzten netto 3,6 Mrd. Euro ab, meldete der Branchenverband BVI. Vor allem Publikumsfonds, die in erster Linie für Privatanleger gedacht sind, berappelten sich nach einem schwachen Jahresstart und sammelten 2,3 Mrd. Euro ein. Der Rest ging auf das Konto offener Immobilienfonds sowie für Profianleger aufgelegter Spezialfonds.

Von Januar bis März hatten die Investoren netto Geld aus Publikumsfonds abgezogen, wodurch die Branche ihre Misere vom Vorjahr zunächst fortsetzte. 2008 war die Rekordsumme von 28 Mrd. Euro aus den Privatanlegerfonds abgeflossen. Besonders im Oktober mussten die Gesellschaften Riesensummen auszahlen. Damals sprach die Bundesregierung eine Garantie für sämtliche Sparguthaben aus. Die Folge: Anleger zogen Mittel aus Geldmarkt- sowie Rentenfonds ab und parkten das Geld auf Tages- oder Festgeldkonten.

Trotz der Erholung im April fällt die Bilanz seit Jahresstart für die führenden Fondsgesellschaften schlecht aus: Allianz Global Investors, der Sparkassenfondsdienstleister Deka sowie die genossenschaftliche Union Investment verzeichnen von Januar bis April Mittelabflüsse – bei Deka schlägt sogar ein Absatzminus von 2,6 Mrd. Euro zu Buche. Die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS kommt auf Zuflüsse von 700 Mio. Euro.

Profitiert hat die Branche vom neuen Mut der Anleger: Etwa 2,2 Mrd. Euro flossen während des positiven Börsenmonats April in Aktienfonds. Etwa ebenso viel floss aus Geldmarktfonds ab – Anleger nutzen Geldmarktfonds oft, um ihre Mittel relativ kurzfristig zu parken. Da sie erst im April investiert haben, ging ein Teil der jüngsten Aktienrally aber an den Investoren vorbei. Die Anlagnot der Investmenthäuser wird also größer und das treibt, oder hat vielleicht auch in den vergangenen Wochen die Kurse getrieben…

„Nur“ noch 630.000 Arbeitslose mehr?

Heute stehen mal wieder die Zahlen vom US Arbeitsmarkt an und es steht zu befürchten das eine Erholung hier ebenfalls weiter auf sich warten lassen wird. Selbst wenn von manchen Marktteilnehmern eine leichte Verbesserung der Daten um 20.000 oder 30.000 Stellen erwartet wird, so bedeutet dies letztendlich nur einen Tropfen auf den heißen Stein für die US Konjunktur, nicht mehr und nicht weniger!

Es dürfte zwar dem Markt wieder in die ein oder anderer Richtung bewegen, aber letztendlich hat das eigentlich keine wirklich positiven Auswirkungen auf das ganz große Bild. Ebenso wie der Immobilienmarkt stellt dieser Faktor für die US Wirtschaft und damit auch für den Rest der Welt eine ganz wesentliche Basis dar die nun weggebrochen ist und eine wirkliche Besserung ist lange nicht in Sicht. Sowohl der Immobilienmarkt als auch der Arbeitsmarkt haben sch noch nicht ansatzweise wieder erholt!

Nach der General Motors Insolvenz dürften die Auswirkungen in den folgenden Monaten eher noch deutlich schlechter werden als sich dauerhaft zu verbessern, also nehme ich an das selbst wenn heute bessere Zahlen als erwartet veröffentlicht werden würden es sich hierbei nur um ein Stohfeuer handeln dürfte. Nochmal zur Erinnerung – in den USA gehen derzeit pro Monat mindestens 600.000 Stellen verloren. Zur absolut schlimmsten Zeit in den Jahren 2001 bis 2003 waren es in der Spitze „nur“ ca 300.000 Stellen, eher weniger!

Fazit: Es wird immer noch sehr viel positives an der Börse vorweggenommen und man fragt sich oft als geneigter Leser woher dieser Optimismus stammt. Vielleicht ist es ja auch nur wirklich das was einige Fachleute annehmen, das durch die enormen zusätzlichen Geldmengen die plötzlich im Markt aufgetaucht sind der Aktienmarkt eine zeitlang automatisch angetrieben wird weil das viele neue Geld ja irgendwo hin muss. Wehe wenn das Geld dann wieder weg muss!

Long-Short-Long

Ich weiß ja das ich meiner Meinung bezüglich der weiteren Entwicklung von Dax und Co in dem aktuellen Umfeld nicht gerade zu den populärsten Bloggern gehöre. Alle wollen weiter steigende Kurse sehen und die meisten setzen auch aktiv darauf. Das kann natürlich auch klappen und man sollte sich, wenn man wirklich davon überzeugt ist, auch nicht davon abbringen lassen. Dennoch kann es nicht schaden sich rechtzeitig schon einmal darauf vorzubereiten was wäre wenn die Börsen doch noch einmal fallen werden. Nicht das man es zwingend nutzen muss, aber es ist gut ein Margin Konto, oder ähnliches in petto zu haben mit dem man dann schnell reagieren kann wenn die Stimmung dreht. Ebenso interessant kann es dann sein mal das „Spielfeld“ zu wechseln und beispielsweise mit Währungshandel Geld zu verdienen.

Ein Vergleich der letzten 10 Jahre macht dies etwas deutlicher. Ein Anleger der Anfang 1999 mit 100.000,- Euro in den Markt gegangen wäre und entsprechend die Endphase der Neuen Markt Hausse mitgenommen hätte, dürfte wenn er seine Gewinne daraus dann konsequent im März 2000 in Shortpositionen umgeschichtet hätte, und den Wendepunkt im Sommer 2003 halbwegs getroffen hätte, sowie den Beginn der aktuellen Krise wiederum verkauft hätte ca. 4 Millionen Euro aus dem Startkapital von 100.000 Euro in 10 Jahren gemacht haben. Einen interessanten Bericht hierzu gab es kürzlich von Heiko Thieme.

Hätte, hätte, hätte werden nun einige sagen und das ist wohl auch richtig, denn wohl kaum einem Anleger ist dies so  gelungen. Wenn doch ist man entweder ein riesen Glückspilz, oder hat ein wirkliches Gespür für Markttiming. Nehmen wir mal an man hat nicht alle Punkte 100 prozentig erwischt und auch mal Gewinne wieder abgegeben so war mit einer Long-Short Strategie dennoch deutlich mehr zu holen als sich nur auf der Longsseite zu positionieren. Die Gefahr eines zu frühen Einstieges und somit Geld zu verlieren, sowie durch falsches Timing sogar das Kapital zu vernichten ist zudem extrem groß bei einer reinen Long-Strategie.

Es empfiehlt sich also rechtzeitig ein Forex oder  Eurex Konto oder mittels CFDs und Leerverkäufen die Weichen für einen deutlich höheren Profit an der Börse zu stellen. Das diese Finanzinstumente durch den Hebel nicht ganz ungefährlich sind und es hier noch viel mehr auf ein gutes Timing ankommt möchte ich natürlich auch noch erwähnen. Auf der anderen Seite sind die damit verbundenen Chancen ebenso verlockend, und man muss in Baisse Phasen nicht ganz auf das Trading verzichten….was für Börsensüchtige sicherlich auch ein schlagkräftiges Argument sein dürfte…

Die Zeichen mehren sich das wir uns am Ende der Zwischenerholung in nahezu allen Indizes befinden könnten, und einzelne Aktien können auch seit Wochen trotz starker Tage wie am Montag oder auch zu Handelsstart heute nicht mehr an Ihre alten Höchststände anknüpfen.  Bei der kleinsten Schwäche des Marktes sind die Tagesgewinne wieder weg und der 10 Tages Chart zeigt meistens eine eindeutige Richtung – wenn auch noch verhalten. Es wird bald wieder vermehrt Vermögen in Gold und andere Edelmetalle umgeschichtet. Die Stimmen das wir inzwischen in einer Übertreibungsphase sind, die nicht mehr viel mit der Realwirtschaft zu tun hat, sowie die aktuellen KGVs im Dax die ja de facto immer noch mit den Gewinnen der letzte 10 Jahre verglichen werden runden da das Bild nur noch ab…

„Pump and Dump“ hat wieder Hochkonjunktur!

Manchmal geht es dann doch schneller als man denkt. Gestern schrieb ich noch über Aktienquoten von 20 Prozent und heute habe ich dann schon keine Aktien mehr. Der gestrige Tag hat mich dazu veranlasst mehr denn je an meine Theorie der erst einmal wieder fallenden Kurse zu glauben. Es war eine durchaus schwache Vorstellung die sich durch alle Bereiche gezogen hat. Man könnte auch sagen das es nach den ersten größeren Gewinnmitnahmen ausgesehen hat. Da half auch nicht der kleine Schwung nach oben in der letzten Handelsstunde in den USA mich davon zu überzeugen das es nun wieder aufwärts gehen sollte.

Gestern habe ich zudem wiedermal ein paar marktschreierische Kommentare gelesen die das Dax-Ziel 6000 ausgerufen haben. Und das sollte einen wirklich aufhorchen lassen. Immer wenn die Euphorie zu hohe Wellen schlägt wird es wirklich Zeit den Einsatz vom Tisch zu nehmen. Die Abzocker sind ebenfalls wieder verstärkt unterwegs! Sie verkaufen nun den Hausfrauen, und vor allen denjenigen die sich in der letzten und der vorletzten Krise oder Baisse die Finger verbrannt hatten wieder wertloses Zeug. Zu groß ist die Angst der unerfahrenen Anleger die grosse neue Hausse zu verpassen, zu lange hat man nun schon wieder den steigenden Kursen hinterher gesehen.

Und genau diese Psychofalle nutzen sie aus – die Abzocker.  Zumindest aber kann man davon ausgehen das die Kurse dieser von Ihnen empfohlenen Aktien nach dem Zock wieder in sich zusammensacken werden. Beispiele dafür gibt es weiß Gott genug. Und wie immer macht der letzte dann das Licht aus und schwört sich selber Stein und Bein nie wieder etwas mit Aktien zu tun haben zu wollen, weil das ja alles Teufelszeug ist.das ganze Spiel nennt man „Pump and Dump“ und es wird schon seit Jahrzehnten immer wieder erfolgreich gespielt.

Wenn man also nicht zu den Deppen gehören möchte die mal wieder zu den Höchstkursen gekauft haben bevor der Markt wieder in sich zusammensackt sollte man also etwas mehr mit offenen Augen durch die Anlegerwelt gehen. Da kann es durchaus  extrem produktiv sein sich auch einmal seine eigenen Gedanken zu machen und sich nicht immer alles von den sogenannten Fachleuten vorkauen lassen. Erstens macht das deutlich mehr Spaß wenn man Recht und somit auch Erfolg gehabt hat und zweitens weiß man wenn es nicht gekappt hat wen man dafür verantwortlich machen kann. Auch das hat dann sein Gutes, man lernt dazu und macht es beim nächsten mal besser…

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