Arcandor, ein Stück Deutsche Geschichte

Was zu erwarten war ist heute eingetreten, der Kaufhauskonzern Arcandor hat heute Insolvenz angemeldet. Für die Aktionär bedeutet dies nicht viel Gutes. Im Normalfall kommt man in der Abfindungskette als Anleger ganz weit hinten. Ich hatte selbst sowohl gestern als auch heute früh eine kleine Tradingposition im Markt und konnte zweimal mit Gewinn wieder aussteigen. Nachdem die Aktie im Mittagshandel vorübergehend vom Handel ausgesetzt worden ist dürfte es nun schwer werden für die Zocker die nicht rechtzeitig den Absprung geschafft haben. Derzeit notiert die Aktie um die 70 Cent und ich persönlich rechne eigentlich noch einmal ausgehend von diesem Niveau mit mindestens einer Halbierung des Kurses.

Es dürfte also gesünder sein sich von den momentanen „Kurssteigerungen“ nicht allzu sehr beeinfluussen zu lassen. Die großen Gewinne werden hier wohl in den nächsten zwei bis drei Handelstagen nicht mehr gemnacht, und das Risko Geld zu verlieren oder sogar den gesamten Einsatz ist extrem hoch. Wie geht es nun weiter bei Arcandor. Der Geschäftsbetrieb wird erst einmal weiter aufrecht erhalten und die Gehälter der Mitarbeiter sind bis einschließlich August gesichert. Die Börse wird die Aktie spätestens am 19.Juni aus dem MDax schmeißen und somit das Interesse der Anleger weiter sinken.

Selbst eine Wiederbelebung des Konzerns durch Konkurrenten wie Metro ist derzeit noch fraglich. Die Schuldenlast ist enorm das operative Ergebnis eine Katastrophe und die drohenden Abschreibungen auf immaterielle Güter können hier ganz schnell die Lichter endgültig ausknipsen. Die kleinste Meldung diesbezüglich kann den Kurs also noch weiter deutlich abstürzen lassen. Wer mitspielen will, bitte auch nur mit Spielgeld! Hier haben sich einige Kleinanleger und auch die ganz großen wie Frau Schickedanz mächtig die Finger verbrannt. Aber das kennt man ja schon seit den Geschichten um Frau Schaeffler und Herrn Adolf Merckle…

Zu hoffen bleibt am Ende nur das die Machenschaften des Herrn Middelhoff lückenlos aufgedeckt werden. Fast 50.000 Arbeitsplätze stehen nun zur Disposition, und das alles mal wieder wegen einer gehörigen Portion Mißwirtschaft bei hervorragendem Gehalt und dicken Boni. Die zusätzliche persönliche Bereicherung in Form von Immobilienfonds die überhöhte Mieten verlangt haben, und somit den gesamten Prozeß eventuell noch beschleunigten kann und darf nicht unbestraft bleiben. Denn wenn solche Machenschaften mit anschließender Straffreiheit in Deutschland Schule machen, dann..“Gute Nacht liebes Deutschland“ Wie auch immer das ganze nun für Arcandor ausgeht, letztendlich wird es ein weiteres Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte dann nicht mehr geben.

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