Madoff – wo sind die Milliarden?

Als der Richter den Milliardenbetrüger und ehemaligen Star Investor der Wallstreet, Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilte, brach kurzzeitig Applaus im Gerichtssaal aus. Seine Opfer sind zahlreich. 4800 Anleger soll der als „Monster von der Wall Street“ bezeichnete Mann um insgesamt 65 Milliarden Dollar betrogen haben. Andere Namen wie der“Adolf Hitler der Finanzwelt“ wurden heute auch schon an Herrn Madoff vergeben. Das Urteil kann die geprellten Anleger nicht entschädigen dennoch fühle ich mich bei Vergleichen dieser Art etwas unbehaglich.

Es ist der größte Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte gewesen und hoffentlich auch in der Form nach einer Neuregelung der Finanzmärkte der letzte. Zwar entschuldigte sich der Angeklagte bei seinen Opfern, dies dürfte aber für die die Ihre gesamten Ersparnisse verloren haben wenig tröstlich sein. Einige haben alles verloren und sehen nun statt eine angemessene Rente zu beziehen in eine sehr ungewisse Zukunft. Andere haben nur einen Teil eines großen Gesamtvermögens verloren und können diesen Verlust eher noch verschmerzen.

Besonders verwerflich empfand es die jüdische Gemeinde das gerade die jüdischen Landsleute und hier speziell aus der Region Palm Beach und Umgebung von einem ebenfalls aus jüdischer Abstammung kommenden Landsmann abgezockt wurden. Der Drahtzieher des größten Finanzbetrugs aller Zeiten, der ein Gesamtvolumen von 65 Milliarden Dollar haben könnte, hatte stets behauptet, allein gehandelt zu haben. Weder seine Söhne, die eng mit ihm zusammen gearbeitet hatten, noch seine Frau sollen etwas von der „Masche“ Madoffs geahnt haben. Der Betrüger hatte das Geld seiner Anleger nicht wie behauptet investiert, sondern bei einem Konto der Chase Manhattan Bank geparkt. Forderte ein Investor sein Geld zurück, wurde er aus dem Pool der anderen Einlagen ausbezahlt.

Auch was den Verbleib der vielen Milliarden an Mitteln anbelangt, die Madoff veruntreute, herrscht indes weiter Rätselraten. Nachgewiesen wurden bislang Verluste in Höhe von 13 Milliarden Dollar, sicher gestellt wurde lediglich eine Milliarde Dollar. Rund zehn Personen, so berichten es US-Medien unter Berufung auf informierte Kreise, seien ins Visier der US-Justiz geraten. Offenbar halten es die Behörden weiterhin für unwahrscheinlich, dass der ehemalige Broker Madoff sein Schneeball-System über mehrere Jahrzehnte erfolgreich betreiben konnte, ohne dabei Mitwisser oder Komplizen zu haben. Die geprellten Anleger dürfen also noch hoffen, aber meistens taucht nur noch ein verschwindend geringer Teil solcher veruntreuten Summen wieder auf…

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