Regierungen sind machtlos!

Mit American International in den USA verhält es sich ähnlich wie mit unserer HypoReal Estate. Die Skandale reißen einfach nicht ab. Dennoch muss man objektiv betrachtet sagen das die Amerikaner noch etwas dreister bei der Erleichterung ihrer Bürger um Steuergelder vorgehen. Erst gestern brachte ein Bericht eines Citigroup Analysten den Aktienkurs des ehemals größten Versicherungskonzerns dieser Welt mal wieder schwer ins wanken. Er bezweifelte öffentlich das sich in dem Konzern überhaupt noch werthaltige Assets befinden die eine Rückzahlung der Milliardenkredite dauerhaft sichern könnten. AIG hat bislang 180 Mrd. Dollar Steuergelder zur Sanierung des Unternehmens erhalten!

Böse Zungen vermuten das die Citigroup, die ja selber in extremen Schwierigkeiten steckt, vielleicht derzeit eine größere Short-Position an der AIG hält und sich somit schnell auf Kosten anderer wieder gesundstoßen will…Die nächsten Quartalsberichte werden es wohl zeigen! Nachdem die AIG erst vor ein paar Tagen einen Reverse-Split im Verhältnis 20 zu 1 durchgeführt hatte um einem drohenden Delisting zu entgehen und die Aktie wieder etwas „werthaltiger“ erscheinen zu lassen, hat der Aktienkurs seitdem nochmal ca 60% an Wert verloren. Genau gesagt betrug der Wert einer Aktie nach dem Reverse-Split ca 23,80 Dollar und gestern Abend ging die Aktie zum Kurs von 9,48 Dollar aus dem Handel. Verglichen mit dem Höchststand aus dem Jahre 2000 von ca. 2000,- Dollar je Aktie irgendwie bitter!!!

Heute dann der nächste Hammer…Ungeachtet der angeschlagenen und politisch etwas heiklen Situation will die American International Group Ihren Managern wiedermal Boni in Millionenhöhe auszahlen. Der Konzern habe über die am 15. Juli fälligen Sonderzahlungen bereits mit dem sogenannten „Gehälter-Zar“ Kenneth Feinberg gesprochen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. AIG wollte sich dazu nicht äußern. In den USA hatten Bonuszahlungen von AIG im März einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Damals zahlte der ehemals weltgrößte Versicherungskonzern Boni in Höhe von 165 Millionen Dollar an Manager einer Sparte aus, die für einen Großteil des Minus von 99 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr verantwortlich ist.

Viel besser ist es hier zu Lande aber leider auch nicht. Unser Fass ohne Boden – die HypoReal Estate dürfte und alle letztendlich Verhältnis unserer Wirtschaftsleistung vielleicht sogar pro Bundesbürger mehr gekostet haben. Besorgnis erregend finde ich auch das die Regierungen immer noch viel zu lasch mit der Mittelverwendungs-Kontrolle der Milliardenkredite umgehen. Einer der jüngsten Berichte zu dem Thema besagt das die Banken nicht nur immer noch auf diesem geliehenen Geld sitzen und es nicht an die in Form von Krediten weitergeben für die es eigentlich bestimmt war, sondern wieder mit „unserem Geld“ im großen Stil zocken.  Was soll man dazu noch sagen? Offensichtlich ist es nicht die Politik die dieses Land regiert sondern die großen Konzern, allen voran die Banken!

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