Author Archives: Lars

Wirecard – von der Krise unberührt

Wachstum in der Krise! Als eines der wenigen Unternehmen schafft es die Wirecard AG immer wieder seine Aktionäre durch solides zweistelliges Wachstum zu erfreuen. Die Konzern-Umsatzerlöse der Wirecard AG stiegen in den ersten neun Monaten 2009 von 141,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 163,7 Mio. Euro. Das EBITDA erhöhte sich um 16 Prozent auf 43,6 Mio. Euro (9M/2008: 37,6 Mio. Euro). Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte um 15,6 Prozent auf 40,7 Mio. Euro gesteigert werden (9M/2008: 35,2 Mio. Euro).

Im dritten Quartal 2009 sind die konsolidierten Umsatzerlöse im Konzern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,8 Prozent auf 60,1 Mio. Euro gestiegen (Q3/2008: 52,8 Mio. Euro). Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich im Berichtsquartal von 13,8 Mio. Euro im Vorjahr um 17,4 Prozent auf 16,2 Mio. Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 15,1 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q3/2008 13,0 Mio. Euro).

Der um Transaktionsvolumina mit durchlaufendem Charakter bereinigte Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2009 von 25,0 Mio. Euro im Vorjahr um 35,6 Prozent auf 33,9 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten 2009 stieg das Ergebnis pro Aktie von 0,29 Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,33 Euro und somit um 13,8 Prozent. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet der Vorstand der Wirecard AG nun einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern zwischen 55 und 60 Mio. Euro, gegenüber 49 Mio. Euro im Jahr 2008.

Klare Worte von JP Morgan Chef Dimon

Der Chef der US-Großbank J.P. Morgan , Jamie Dimon, setzt sich für einen weit reichenden Umbau des internationalen Finanzsystems ein: ´Niemand kann ein Interesse daran haben, dass das Finanzsystem die Weltwirtschaft noch einmal beinahe in die Knie zwingt. Also müssen wir es reparieren´, sagte Dimon dem ´manager magazin´. Als wichtigsten Schritt, um die von der Bankenbranche ausgehenden Gefahren zu mindern, bezeichnete Dimon die Errichtung einer ´starken Aufsicht, die verhindert, dass aus einzelnen Bankpleiten Risiken für das Gesamtsystem entstehen. Wir müssen dafür sorgen, dass auch eine große Bank wieder bankrott gehen kann.´ Dann müsse man das Institut abwickeln können, ohne dass die gesamte Wirtschaft und der Steuerzahler Schaden nähmen.

Die von den verschiedenen Regierungen geplanten Maßnahmen zur Eindämmung exzessiver Gehälter im Bankgewerbe hält Dimon für nachvollziehbar: ´Die meisten Vorschläge, die ich von Politikern und Regulatoren zu diesem Thema gehört habe, sind ganz vernünftig.´ Die geplanten strengeren Anforderungen an das Eigenkapital der Banken sieht Dimon hingegen kritisch: ´Prinzipiell halte ich es für richtig, auf diese Weise allzu riskante Geschäfte zu erschweren oder sogar zu eliminieren.

Gerade an Tagen wie diesen wo eine staatlich gestützte Citigroup trotz eines Milliardenverlustes auch im vergangenen Quartal wieder Millionengehälter und Boni an die Mitarbeiter ausschüttet geben die Aussagen von Dimon zwar Hoffnung das sich etwas ändern könnte, so richtig daran glauben kann man aber wohl nicht. Die Bankenbrache ist immer noch zu sehr mit sich selber beschäftigt und wird sich auch weiterhin schwer tun den nötigen Beitrag für einen Neuanfang der Weltwirtschaft zu leisten….

Air Berlin kanns besser als Lufthansa

Gestern Abend präsentierte Air Berlin die Zahlen zum abgelaufenen Quartal, und die konnten sich sehen lassen. Das operative Ergebnis stieg im dritten Quartal um rund ein Drittel auf 118 Millionen Euro. Der Nettogewinn stieg unter anderem durch Sondererträge auf 95,2 (Vorjahresquartal: 45,1) Millionen Euro. Der Konzernumsatz ist im dritten Quartal 2009 durch geplante Kapazitätskürzungen im Rahmen des Effizienzprogramms um 8,2 Prozent auf 974,0 Millionen Euro (Vorjahr: 1,061 Milliarden Euro) gesunken. Air Berlin hatte sich im vergangenen Jahr von unrentablen Strecken zurückgezogen. Wie die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Abend mitteilte gehe man immer noch davon aus ein besseres operatives Ergebnis als sie im Vorjahr erwirtschafteten 14,2 Millionen zu erreichen.

Was die Lufthansa nun also versucht scheint Air Berlin bereits gelungen zu sein. Den Billiganbietern wie Ryanair und Easyjet im Kampf um die Auslastung der Flieger die Stirn zu bieten. Die Billigfliegerkonkurrenz wie Easyjet leidet inzwischen unter herben Gewinneinbrüchen. Jeder Cent den der Ölpreis steigt hat große Auswirkungen auf die Portabilität solcher Unternehmen. Um so mehr ist das Ergebnis von Air Berlin auch im direkten Vergleich mit den Lufthansa Zahlen mehr als respektabel. Der Branchenprimus Lufthansa enttäuschte ihr Anleger kürzlich mit der Ankündigung, möglicherweise auch im kommenden Jahr noch Verluste einzufliegen. Vielleicht ist es an der Zeit mal den Favoriten der Branche zu wechseln?

Warren Buffet bei K+S engagiert?

Warren Buffet kauft Konsumtitel wie Nestle, American Depository, Wal-Mart und Exxon Mobile. Dies ist erst einmal ein Zeichen dafür das der Börsenguru ein langsam nahendes Ende der derzeitigen Aktienhausse sehen könnte. Durch die Umschichtung in konservative Werte setzt Buffet zumindest ein Zeichen dafür das er die gesamte Ausrichtung für seine Holding Berkshire Hathaway sich auf absehbare Zeit deutlich ändern könnte. Trotz der jüngsten Umschichtungen in Buffetts Depot bleibt die rund 10,7 Milliarden Dollar schwere Beteiligung an Coca-Cola ein Basisinvestment der Holding. Ebenfalls unverändert beließ Buffet den Anteil an Wells Fargo. Der Amerikaner hatte aber erst vor kurzem seinen bisher größten Deal getätigt und den außerbörslichen Kauf der Eisenbahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe für 44 Milliarden Dollar bekannt gegeben.

Verkauft wurden dagegen kürzlich Anteile von Eaton Corporation, Wabco, Moody’s Corporation und ConocoPhilips. Heute kursierten Gerüchte am Markt Buffett sei bei dem Kasseler Düngemittelhersteller K+S eingestiegen. Dies würde wohl auch den Kursverlauf der K+S Aktie in den vergangenen Wochen erklären. Trotz laufender Herabstufungen diverser Analysten konnte sich die Aktie nun über Wochen „erstaunlich“ gut halten. Ob die aktuellen Kurse der Kali und Salz Aktie gerechtfertigt sind dürfte für die Investoren-Legende Buffet erst einmal eine untergeordnete Rolle spielen, da der Anlagehorizont von Buffet immer auf mehrere Jahre ausgelegt ist. Im Falle Burlington war Buffet ebenfalls bereit einen ordentlichen Zuschlag zu zahlen.

Woher diese Gerüchte kamen, oder ob überhaupt etwas dran ist werden die Anleger wohl erst viel später erfahren. Grundsätzlich ist die Kali und Salz Aktie ein interessantes Investment, aber unsere Meinung nach nicht unbedingt zu den Kursen von heute. Wenn an den Gerüchten etwas dran ist dürfte der Großmeister bereits engagiert sein. Die Zahlen, die K+S für das dritte Quartal vorgelegt hat, sind enttäuschend ausgefallen. Erst langfristig dürften sich die Aussichten für K+S bessern, während es 2010 lediglich zu einer leichten Erholung kommen soll. Und wie wir ja alle wissen kann in einem Börsenjahr eine Menge passieren…

Aurelius AG – Gewinner in der Krise

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius ist bereits im ersten Halbjahr 2009 kräftig gewachsen. Der Konzernumsatz stieg bis zum Juli um 72 Prozent von 257 Millionen Euro auf 442,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag damals mit 54,8 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 16,3 Millionen Euro. Heute präsentierte das Münchner Unternehmen die zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres. Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal um 27 Prozent auf 205,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen vervierfachte sich, es kletterte von 25 auf 106,4 Millionen. Das Konzernergebnis schnellte ebenfalls von 17,6 auf 78,6 Millionen.

Zu den Unternehmensbeteiligungen der Aurelius AG gehören Unternehmen wie die Berentzen-Gruppe, GHotel, connectis, BCA, Consinto (ehemals Thales Information Systems), Blaupunkt, LD Didactic und sit-up TV. Gewinnbringer waren in erster Linie die Beteiligungen an dem Spirituosen Hersteller Berentzen, der Hotelkette GHotel sowie der britischen Fernseh-Firma Sit-up TV, während der defizitäre Autoradio-Hersteller Blaupunkt auf Grund weiterer Restrukturierungs-Aufwendungen mit Anlaufverlusten von insgesamt 22,9 Millionen Euro das Ergebnis negativ belastete. Aurelius Chef Markus gab zwar keinen konkreten Ausblick betonte aber das sein Unternehmen sowohl durch die finanziellen Mittel als auch die Beteiligungsmöglichkeiten gut gerüstet für weiteres Wachstum sei.

Auch wenn die gelieferten Zahlen durchaus überzeugen können bleibt der Wert extrem markteng. Die Umsätze an den Börsen sind nur minimal, und somit ist ein Investment in die Aurelius Aktie eher als spekulativ einzustufen.

Revolution bei der UBS?

Die neue UBS Führung will mittelfristig wieder das hohe Gewinnniveau wie vor der Krise erreichen. Über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren peilt die Schweizer Großbank einen Vorsteuergewinn von rund 15 Milliarden Franken und eine Eigenkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent an. Im Jahr 2006 hatte UBS einen Vorsteuergewinn von gut 14 Milliarden Franken erreicht. Markige Wort benutzt CEO Oswald Grübel heute Dienstag vor den Investoren in Zürich: „Eine neue Bank werde gebaut, die nachhaltige Gewinne schreiben werde und finanziell stabil sein werde. Und die UBS werde sich an die Werte Aufrichtigkeit, Klarheit und Leistung halten.“

Die Aktionäre hingegen zeigten sich erst einmal skeptisch gegenüber diesen vollmundigen Ankündigungen. Der Schock sitz wohl noch zu tief als das man dem neuen Chef der Bank diese Worte wirklich abkaufen könnte. Der immense Schaden der der UBS durch die Offenlegung der Kundendaten und dem „Verrat am Schweizer Bankgeheimnis“ entstanden ist dürfte auch noch einige Zeit lang nach hallen. Seit Beginn der Krise hat, oder besser wurde, mehrfach das Management der UBS gewechselt, was auch nicht unbedingt zur Vertrauensbildung beigetragen hat. Der Bank wurde ein strenger Sparkurs verordnet und dieser zeigt erste Erfolge, aber noch  immer wandern Kundengelder in Milliardenhöhe ab und dies gilt es in erster Linie für die Zukunft zu verhindern.

Neues Vertrauen muss gewonnen werden um die neu gesteckten Ziele, im Wealth Management mittelfristig ein Neugeldwachstum von rund 5 Prozent zu erreichen. Der Bereich Wealth Management & Swiss Banking soll auf einen Vorsteuergewinn von 6,5 Milliarden Franken kommen. Die Bruttomarge soll dabei bei 100 Basispunkten liegen. Mit diesen Zielen will die UBS einen endgültigen Schlussstrich unter die Finanzkrise ziehen. Diese hatte der Bank seit Anfang 2008 einen Verlust von fast 25 Milliarden Franken eingebracht und viele Arbeitsplätze gekostet. Der Konzern, der Ende 2007 noch 83’500 Angestellte zählte, will nächstes Jahr noch rund 65’000 Mitarbeiter beschäftigen.

Ob dieser Plan so gelingen wird ist momentan noch nicht wirklich abschätzbar. Sollte es der Schweizer Bank gelingen operativ wieder deutlich in die Gewinnzone zurück zu kehren, dürfte sich auch das gewünschte Vertrauen wieder einstellen. Ob die eingeleiteten Maßnahmen dann rückwirkend als „Revolution in der Art, wie wir unser Geschäft betreiben“, laut Grübel, bezeichnet werden können bleibt abzuwarten. Das schweizer Traditionshaus war ja bislang eher nicht für Revolutionen bekannt…Dennoch sind wir der Meinung das die UBS auf einem guten Wege ist sich das Vertrauen der Anleger wieder zu verdienen. Im internationalen Branchenvergleich scheint die Aktie auf den ersten Blick für Lanfristinvestoren attraktiv zu sein.

Sektorenwechsel?

Die internationalen Indizes haben gestern wieder in den Aufwärtstrend zurückgefunden, bzw. den mittelfristigen Abwärtstrend überwunden. Dies könnte, wie bereits mehrfach berichtet,  trotz der heute gemischten Vorgaben aus Asien der Beginn einer neuen Hausse sein. Natürlich kann man dies erst mit Gewissheit in ein paar Monaten sagen, ob diese Börsenwoche einen neuen Wendepunkt markiert hat. Heute dürften die Indizes in Europa und Amerika erst einmal leichte Gewinnmitnahme verzeichnen sollten aber im Trend bleiben. Das heißt der Dax sollte die 5.750 Punkte und der S&P 500 die 1.100 Punkte nicht signifikant unterschreiten.

Auch wenn nur die wenigsten Marktteilnehmer im Moment an eine Fortführung der Rallye glauben wollen so gibt es doch genügend Anzeichen dafür das genau diese Marktteilnehmer es sein werden die die Rallye dann gegen Ende der Bewegung wieder ordentlich anheizen werden. Die spannende Frage ist nur, vorausgesetzt man glaubt an eine Fortführung dieser „Erholungshausse“, welche Aktien werden es sein die die zweite große Welle dieser Bewegung anführen. Die Banken waren offensichtlich die großen Gewinner der ersten Welle die sich gerade dem Ende zuneigt. Hier dürfte nun allmählich die Luft raus sein und sich die Anlegerschar neuen Sektoren zuwenden die noch nicht so gut oder gar nicht gelaufen sind.

Welche Sektoren könnten dies sein? Da wären zum einen die Versicherer, deren Aktienkurse sich in der Krise verhältnismäßig stabil gehalten haben, aber auch nicht ausreichend von der Erholung der Finanztitel profitieren konnten. Ebenso sehe ich größeres Nachholpotenzial bei den Energieversorgern, deren Aktienkurse vor Beginn der Krise sicherlich etwas „vorausgelaufen“ waren, die aber inzwischen etwas hinter dem Markt zurückgefallen sind. Hierzu gehören im weitesten Sinne übrigens auch die Solarzellenhersteller und Windenergie-Anlagenbauer dieser Nation. Ich rechne spätestens in der ersten Jahreshälfte 2010 mit einer deutlichen Belebung in dem gesamten Sektor – auch weltweit!

Gute Chancen für Kursgewinne sehe ich auch kurzfristig bei den Zyklikern wie z.B. Stahlwerte oder auch der gesamten Infrastruktur- und Baubranche sowie dem Transportwesen sich von den Tiefpunkten der Krise wieder deutlich zu erholen, und vielleicht sogar ein ungeahnt starkes Geschäftsjahr 2010 zu präsentieren. Ohne zu sehr auf meine Jahresprognose für das kommende Jahr vorgreifen zu wollen, wir Börsianer werden auch im Jahr 2010 nicht an Langeweile sterben, da bin ich mir sicher!

Wunschanalyse Solarworld

Unterschiedlicher könnten Analysteneinstufungen wohl nicht sein. Während die Citogroup das Kursziel für die Solarworld Aktie gerade auf satte 35,- Euro hochgesetzt hat halten sich andere Analystenhäuser da durchaus etwas bedeckter. Die Societe Generale senkte das Kursziel von vorher 24,- nun auf 21,- Euro. der Aktionär prognostizierte einen möglichen Kursrutsch bis 10,83 Euro und die Fachleute von Banc of America Securities-Merrill Lynch Research senkten das Kursziel gar auf 9,- Euro. Dennoch sind auch einige Analysten auf Grund des zu erwartenden stärkeren vierten Quartals zuversichtlich recht zuversichtlich für die weitere Entwicklung der Solarworld Aktie. Denn obwohl der die Halbierung des Gewinns im dritten Quartal natürlich negativ zu bewerten ist, blickt auch das Management des Unternehmens wegen erfolgreicher Kosteneinsparungen und der hohen Auslastung optimistisch in die Zukunft.

Gerade an Tagen wie heute kann man dann auch die nachhaltige charttechnische Unterstützung der Aktie im Bereich 13,80 Euro bis 14,20 Euro wiedermal gut erkennen. Bereits zum wiederholten Male gelang es der Solarworld Aktie an diesem Punkt nach oben zu drehen. Leider sind diese Zugewinne dann aber meistens nur von kurzer Dauer und knapp unterhalb der 15,- Euro Marke spätestens wieder beendet. Sollte es dennoch gelingen in den kommenden Wochen den starken Widerstand bei 15,40 Euro zu überwinden dürften weiter Kurssteigerungen bis ca. 16,80 Euro und 17,60 Euro die Folge sein. Ein starkes viertes Quartal des Solarunternehmens würde dann aller Wahrscheinlichkeit nach eine komplette Neubewertung der Aktie erfordern.

Momentan ist die Richtung der Aktie noch etwas unklar. Solarworld dürfte aber auf lange Sicht zu den Gewinnern der Solarunternehmen in Europa gehören. Für die Aktie spricht, die starke Marke des Unternehmens und die Assoziation mit höchsten Qualitätsstandards der Produkte sowie die vollintegrierte Fertigung, die langfristig auch Margenvorteile gegenüber den asiatischen Anbietern schaffen könnten. Nachdem Projektierer wie Payom und Phoenix Solar meldeten, dass in Deutschland zum Jahresende die Solarmodule bereits wieder knapp werden, stehen die Chancen auf ein entsprechend gutes Jahresendgeschäft sehr gut. Wer also eine Wette auf die Erholung der Branche eingehen will ist mit dem deutschen Marktführer nicht schlecht aufgestellt. Vorsichtige Naturen warten aber besser noch die Zahlen zum vierten Quartal ab.

Evergreen Solar vor der Erholung?

Das US Unternehmen Evergreen Solar hat zuletzt seinen Umsatz weiter steigern können. Insgesamt konnte der Umsatz im jüngsten Quartal auf 77,7 Mio. US-Dollar, nach  63,8 Mio. US-Dollar im Jahr vorher gesteigert werden. Dennoch musste das Unternehmen zunächst einen Verlust von 82,4 Mio. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie hinnehmen, nachdem im Jahr vorher noch ein Nettoverlust von 24,6 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie angefallen war. Zaer konnte das Unternehmen die Erwartungen des Marktes damit schlagen, dennoch summierte sich der Nettoverlust auf 6 Cent je Aktie. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Minus von acht US-Cent je Anteil gerechnet.

Evergreen Solar arbeitet weiter an einer optimierten Kostenstruktur und Effizienz bei der Herstellung Ihrer „String Robbon“-Solarzellen. Die Produktionskosten pro Watt konnten so von 2,70 US-Dollar um 17 % auf 2,24 US-Dollar pro Watt gesenkt werden. Der weitere Preisverfall bei den Modulpreisen um bis zu 30% zwingt das Unternehmen nun aber zu weiteren Maßnahmen. Auch eine Verlagereung der Produktion von Modulen im Jahr 2010 von Denver nach China ist hierbei geplant. In Denver will Evergreen weiterhin Wafer und Solarzellen herstellen.

Evergreen Solar habe außerdem seine Verträge mit Jiawei Solar in Wuhan und der Hubei Science & Technology Investment Co., Ltd., der chinesischen Regierung, unter Dach und Fach bringen können. Laut diesen Vereinbarungen sollen die String Ribbon-Wafer in einem derzeit von Jiawei im chinesischen Wuhan errichteten Werk produziert werden. Jiawei soll die Wafer zu Solarmodulen mit dem Markennamen Evergeen Solar weiterverarbeiten. HSTIC soll das Unternehmen mit einer Kreditfinanzierung in Höhe von 33 Millionen US-Dollar mittelfristig bis zum Jahr 2014 unterstützen. Weiter hat Evergreen nun einen chinesischen Vorstand einberufen, in dem unter anderem der ehemalige Geschäftsführer der Produktion von Suntech Power in Wuxi, Henry Ng, tätig sein wird.

Grundsätzlich sind wir von der Strategie des Unternehmens angetan. Doch sollten zunächst weitere Erfolgsmeldungen der Evergreen Solar AG abgewartet werden. Die Quartalszahlen von Trina Solar könnten für die Anlageentscheidung eine wichtige Rolle spielen. Auch charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie an der unteren Begrenzung eines abwärts gerichteten Keils. Ausgehend vom Unterstützungsbereich bei 1,48 – 1,51 $ sollte die Evergreen Solar Aktie jetzt eine zumindest kurzfristige Kurserholung starten. Bis 1,70 $ könnte sie in den kommenden Tagen ansteigen. Erst bei Kursen ab 1,80 $ wäre dann wieder Luft nach oben..

Export und Konsum tragen Japan

Japans Wirtschaft wächst wieder kräftig! Bereits zum zweiten mal in folge kann die Exportnation Japan ein positives BIP ausweisen, was insofern bemerkenswert ist als das die Steigerung gegenüber dem letzten Quartal deutlich höher ausgefallen ist als angenommen. Das japanische Bruttoinlandsprodukts erreichte in den drei Monaten von Juli bis September 1,2 Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal. Aufs Jahr hoch gerechnet bedeutet das Quartalsplus ein Wachstum um 4,8 Prozent. Hier hatten von Reuters befragte Analysten im Mittel mit einem Anstieg von 2,9 Prozent gerechnet. Besonders interessant aus deutscher Sicht ist hierbei das die zweitgrößte Volkswirtschaft dieser Welt im vergangenen Quartal ganz besonders durch den Export und den privaten Konsum getragen wurde. Die Konjunkturprogramme zeigen nun endlich ihre Wirkung.

Sowohl die Konsumnation USA als auch der Exportkönig Deutschland können also zuversichtlich sein das die Konjunkturprogramme bald Ihre volle Wirkung entfalten werden, wenn auch nur kurz. Den Beweis dafür muss der amerikanische Staat bereits am heutigen Nachmittag antreten. Heute stehen die US-Einzelhandelsumsätze für den Oktober auf der Agenda, am Mittwoch erfahren wir, wie viele Häuser in den USA neu genehmigt oder gebaut werden. In beiden Sektoren herrscht Optimismus, dass die Werte gut aussehen werden. In der vergangenen Woche wurde die Rezession in Deutschland mal wieder offiziell für beendet erklärt. Nun kommt es darauf an ob die USA diesen Optimismus mit guten Konjunkturdaten untermauern können.

Was ist los bei Trina Solar?

Bereits seit einer geraumen Weile fällt auf das die Aktie von Trina Solar seit dem Tiefpunkt der chinesischen Solaraktien eine extreme Ostperformance gegenüber den anderen Titeln wie Suntech, Yingli und LDK Solar hingelegt hat. Grund hierfür dürfte mehr die gute PR Abteilung und die ständige Befeuerung des Marktes mit guten Nachrichten sein als die fundamentalen Daten des Unternehmens. Wenn man den Chart anschaut fühlt man sich an alte, gute Zeiten der Solarindustrie erinnert. Wie zur Gründerzeit der Branche konnte die Trina Solar Aktie innerhalb weniger Monate bereits um mehr als 300 Prozent zulegen. Seit dem Tiefpunkt hat sich die Aktie gar versechsfacht!

Im Gegensatz zu Ihren deutschen Branchenkollegen, Solarworld, Q-Cells, Phönix und Co. haben die chinesischen Anbieter deutlich weniger Probleme bei der Finanzierung und Umsetzung Ihrer Projekte und somit auch einen deutlichen Marktvorteil! Der chinesische Staat hat großes Interessen an der Förderung dieser Branche, zum einen wegen der Arbeitsplätze als auch der ökologischen Probleme im eigenen Land sowie der möglichen Stellung des Landes in einer der zukunftsträchtigsten Branchen dieses Jahrhunderts. Aus Sicht der Chinesen ist dies auch durchaus verständlich und die Förderprogramme helfen den chinesischen Unternehmen auch in Europa und Amerika kräftig Fuß zu fassen.

Im einheimischen chinesischen Markt sind für die kommenden Jahre regierungsfinanzierte Megaprojekte im Solarbereich geplant. Damit soll ein Großteil der riesigen Produktionskapazitäten, die aktuell im Reich der Mitte aufgebaut werden, quasi im eigenen Land „verbaut“ werden. Das beeinflusst natürlich auch ganz gewaltig die Unternehmenszahlen der genannten Player, wirft aber ein etwas verzerrtes Bild auf die Realität der freien Marktwirtschaft. Die Beschwerden der deutschen Solarzellenproduzenten über eine Marktverzerrung durch die Chinesen kann man so gesehen durchaus verstehen.

Dennoch kann sich ein chinesischen Anbieter wie Trina Solar dem allgemeinen Preisdruck der Branche nicht entziehen. Die zuletzt gelieferten Quartalszahlen verzerren die tatsächliche Gewinnentwicklung durch hohe Währungsgewinne, . Ohne diese Effekte würden vom ausgewiesenem Gewinn von 18,9 Millionen US-Dollar nur noch 5,2 Millionen US-Dollar verbleiben. Die Umsätze gingen in dem Zeitraum sogar um satteum 27 Prozent auf 150 Millionen Euro zurück. Fallenden Modulpreise führten zu einer reduzierten Gewinnmarge von 12,4 Prozent
nach 14,3 Prozent im Vorquartal.

Trina Solar notiert aktuell mit einem KGV von 21 und ist sicherlich nicht der günstigste Titel am Markt. Auf Grund des  starken Anstiegs der vergangenen Wochen ist das Rückschlagpotenzial bei schwächer als erwarteten Zahlen entsprechend hoch. Am kommenden Donnerstag den 19. November ist es soweit. Dann werden die Zahlen fürs dritte Quartal zeigen ob die Vorschußlorbeeren gerechtfertigt waren. Das dritte Quartal war allgemein eher schwach in der weltweiten Solarbranche, dies sollte sich im vierten Quartal des Jahres wieder deutlich ändern. Dennoch ist es vielleicht vorher noch einmal sinnvoll Gewinne auch mal mit zu nehmen…

Völlig aussichtsloses Gezocke bei Escada..

Um die Escada Story abzuschließen bevor der Kurs irgendwann wohl dahin geht wo er hingehört hier der aktuelle Kommentar von Engelbert Hörmannsdorfer, Chefredakteur und Mitherausgeber Herausgeber des Börsenbriefs BetaFaktor zu dem Thema: Was Fehlinterpretationen, journalistisch falsch kommentierte Meldungen kombiniert mit einem Herr von Shortsellern auslösen können, konnten Sie Anfang der Woche am Kursverlauf der Escada-Aktien beobachten: Nach dem Einstieg des indischen Milliardärs Mittal mittels eines Asset-Deals – er kaufte die meisten wesentlichen Aktiva aus der Insolvenz heraus! – schoss die Aktie im Hoch bis auf 2 EUR! Das entsprach einem Börsenwert von 42 Mio. EUR – wohlgemerkt: für einen völlig wertlosen und überschuldeten Börsenmantel. Shortseller die die Situation korrekt analysierten, mussten trotzdem reihenweise auf erhöhtem Niveau eindecken.

Nicht ganz unschuldig waren die Finanzmedien, die nicht konsequent genug herausstellten, dass die Aktionäre in dieser Konstellation verloren sind. Hinzu kam eine unglücklich interpretierte Aussage des Insolvenzverwalters. Dieser sagte, dass für die Anleihegläubiger noch eine separate Lösung gefunden werden müsse. Gemeint waren einige Vertriebsgesellschaften von Escada, die Mittal gerne haben wollte aber noch nicht kaufen konnte. Denn sie sind Garantiegeber der 200-Mio.-EUR-Anleihe. Zuvor muss also ein Deal mit den Bondholdern her.

Völlig unabhängig davon geht aber kein Cent der wohl rund 80 Mio. EUR, die Mittal für Escada hinblätterte, an die Aktionäre. Neben den Anleihegläubigern gibt es noch zahlreiche andere, darunter Banken und die Arbeitsagentur (Insolvenzgeld!). Die Quote für die Anleihe sieht inzwischen eher nach unter 20% aus, wobei man abwarten muss, was Mittal für die Vertriebsgesellschaften als Angebot unterbreitet.

Die Aktie könnte nur mittels Insolvenzplan noch mal etwas werthaltig werden. Das ist aber extrem unwahrscheinlich. Mittal selber hat bestimmt kein Interesse daran, sich mit vergrätzten deutschen Aktionären auf Hauptversammlungen herumzuschlagen, zumal er den Fokus deutlich auf Internationalisierung legen wird. Ob eine »neue« Escada überhaupt jemals wieder an die Börse gehen wird ist fraglich. Selbst die jetzige Marktkapitalisierung von rund 27 Mio. EUR ist noch hoffnungslos zu viel für den überschuldeten Börsenmantel. Der Höllenritt der Escada-Aktie vergangene Woche dürfte jedenfalls für Deutschlands Short-Seller als Mini-Volkswagen-2.0-Desaster in die hiesige Börsengeschichte eingehen.

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