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Q-Cells kann noch schlechter

Die Q-Cells AG hat auch im dritten Quartal 2009 tiefrote Zahlen geschrieben und damit die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt. Unter dem Strich fiel ein Verlust in Höhe von 248,2 Millionen Euro an, teilte das Unternehmen heute morgen mit. Im Vorjahresquartal konnte noch ein Gewinn von 72,5 Millionen Euro erzielt werden. Der operative Verlust belief sich auf 163,8 Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 53,8 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. Damit fiel das operative Ergebnis nochmals deutlich schwächer aus als im zweiten Quartal (-62,3 Millionen Euro). Der Umsatz hat sich im dritten Quartal auf 184,1 Millionen Euro (Vorjahr: 352,4 Millionen Euro) fast halbiert. Durch den gestiegenen Zellabsatz haben sich die Erlöse aber immerhin gegenüber dem Vorquartal um 30 Prozent erhöht.

Trotz der aktuellen saisonalen Erholung des Marktvolumens werde das Maßnahmenpaket Q-Cells Reloaded in den nächsten Monaten konsequent umgesetzt, um die Voraussetzungen für ein mittelfristig profitables Wachstum zu schaffen, sagte der Vorstand. Insbesondere durch die laufende Überprüfung und Fokussierung des Technologieportfolios bestehe aber das Risiko von weiteren Belastungen des Ergebnisses im vierten Quartal 2009. Q-Cells musste auch den Wert seiner Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Sovello, das mit alternativen Produktionsverfahren Wafer, Zellen und Module herstellt, um 76,1 Millionen Euro nach unten korrigieren. Im ersten Halbjahr hatte Q-Cells bereits rund 600 Millionen Euro auf seine inzwischen abgestoßene Beteiligung am norwegischen Siliziumhersteller Renewable Energy Corporation in den Wind schreiben müssen. Nach neun Monaten summiert sich damit der Nettoverlust auf 945,1 Millionen Euro.

Aus der Misere führen soll ein Konzernumbau samt Stellenabbau. Die Umsetzung verlaufe wie geplant, hieß es. Ab Dezember sollen bis zu 500 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung gehen. Ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres erwartet der Vorstand dann eine Entlastung der Kasse. Ende September beschäftigte Q-Cells nach einer kräftigen Aufstockung der Mannschaft in der Boomzeit gut 2.750 Menschen. Auch eine Prognose für das Gesamtjahr bleib der Q-Cells Vorstand seinen Anlegern weiterhin schuldig, was anhand der Tatsache das das Jahr fast zu Ende ist doch etwas verwundert. Offensichtlich kann man bei Q-Cells nicht mal mehr 6 Wochen voraus planen…

Kali und Salz noch immer mit Verlust

Erwartungsgemäß waren die heute veröffentlichten Zahlen von Kali und Salz eine Enttäuschung für die Anleger. Der Gewinn schrumpfte im dritten Quartal auf nur noch 9,4 Millionen Euro von 502,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich schrieb  K+S mit einem bereinigten Verlust von 2,1 Millionen Euro das zweite Quartal in Folge rote Zahlen. Der Umsatz fiel um 52 Prozent auf 698 Millionen Euro. Damit schnitt  K+S schlechter ab als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit einem Umsatz von 712 Millionen Euro und einem Ebit von 18 Millionen Euro gerechnet hatten. Bereits gestern kam die Kali & Salz Aktie unter Druck, und dieser Trend dürfte sich nach diesen Zahlen weiter fortsetzen. Zahlreiche Herabstufungen durch Analysten konnten dem Aktienkurs in den vergangenen Wochen nicht viel anhaben, dies könnte sich nun ändern…

Für 2009 rechnet K+S weiterhin mit einem deutlich Ergebnisrückgang. 2008 hatte  K+S bei einem Umsatz von 4,8 Milliarden Euro einen operativen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro erzielt. Für 2010 rechnet der Salz- und Düngerproduzent mit einem deutlichen Anstieg des Weltkaliabsatzes. Dieser dürfte im Gesamtjahr 2010 wieder auf rund 45 Millionen Tonnen steigen. 2009 dürfte der Absatz auf rund 30 Millionen Tonnen sinken. Die Düngemittelnachfrage sollte wieder deutlich anziehen wegen der inzwischen geringen Bestände in der Handelsstufe, der nach zwei sehr guten Ernten und der Minderdüngung seit Herbst 2008 gesunkenen Kali-Bodenvorräte und unter der Annahme eines Vertragsabschlusses mit China. Vor diesem Hintergrund sei insbesondere bei Kalidüngemitteln eine deutlich höhere Absatzmenge zu erwarten.

Klöckner & Co. kauft die Becker Stahl-Service Gruppe

Die Klöckner & Co SE hat einen Vorvertrag über den Erwerb der Becker Stahl-Service Gruppe mit Sitz in Bönen, Deutschland,  unterzeichnet. Die Transaktion wird unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Kartellbehörden stehen. Die Becker Stahl-Service Gruppe betreibt eines der weltweit größten und modernsten Stahl Service Center. Die Unternehmensgruppe beschäftigt ca. 460 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2008/2009, das zum 30. September 2009 endete, einen Umsatz von rund 600 Mio. Euro. Der geplante Erwerb steht unter dem Vorbehalt einer noch durchzuführenden Due Diligence. Mit dem Abschluss des endgültigen Kaufvertrags wird Anfang 2010 gerechnet.

Becker Stahl-Service zählt zu den größten Stahl Service Center-Unternehmen in Europa. Mit dem Erwerb der Becker Stahl-Service Gruppe stärkt Klöckner & Co seine führende Marktposition in Deutschland und Westeuropa, ergänzt das Produkt- und Serviceangebot und verbessert den Branchen-Mix der belieferten Kundengruppen.

Was ist los bei Klöckner & Co.?

Seit Tagen befand sich die Aktie der Klöckner & Co. AG in einer, sagen wir mal „angespannten“ Lage. Nach den Kursverlusten der letzten Wochen scheint die Klöckner Aktie nun ihren Boden gefunden zu haben. Die Unterstützung bei 14,- Euro hat mustergültig gehalten. Dennoch wollte die Aktie nicht wieder so richtig anspringen. und das trotz diverser sehr positiver Analystenkommentare und zahlreicher Heraufstufungen. Etwa 75 Prozent der Experten gaben im vergangenen Monat eine Kaufempfehlung für die Klöckner-Aktie ab. Heute dann kam eine erneute Kaufempfehlung für die Klöckner Aktie mit Kursziel 24,- Euro von JP Morgan. Prompt hat der Kurs sich endlich aus seiner Lethargie befreit und die Aktie marschierte schnurstracks wieder zur 16,- Euro Marke. Hier stößt die Aktie wieder auf den ersten nennenswerten Widerstand den es zu überwinden gilt.

Die jüngsten Nachrichten über eine noch in diesem Jahr anstehende Übernahme eines Konkurrenten die sich direkt wertsteigernd auswirken sollte sorgen zudem für verstärktes Interesse der Anleger. Der Gesamtmarkt dürfte bei weiter positiver Tendenz der Aktie dann in dieser Woche noch zum Sprung über 16,60 Euro verhelfen und damit den weiteren Weg nach oben wieder frei machen. Der Abgabedruck der vergangenen Tage sollte deutlich nachlassen auch wenn das Orderbuch zuletzt etwas ungewöhnlich ausgesehen hat. Erste Kursziele dürfte dann 18,20, 19,50 Euro und danach 23,- Euro sein.

Die Investmenthäuser rechnen mit einem starken vierten Quartal der Branche von dem Klöckner auf Grund seiner inzwischen schlanken Struktur und den enormen Einsparungen sowie dem positiven Cash Flow überproportional profitieren dürfte. Allein durch den Abbau von rund 1 500 Stellen hat Klöckner schon die Hälfte der bis zum Jahresende angestrebten 100 Mio. Euro eingespart. Die Schulden wurden durch die Steuerung des Umlaufvermögens um etwa 80 Prozent auf 118 Mio. Euro reduziert und der Cash-flow von drei Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf 468 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009 erhöht.

Ein weiterer Schritt war die Kapitalerhöhung im September dieses Jahres. Klöckner gab neue Aktien im Wert von 200 Mio. Euro aus. Die Kapitalerhöhung und eine Wandelanleihe-Emission im Juni füllten die „Kriegskasse“ auf etwa 600 Mio. Euro. Klöckner ist damit nicht nur gerüstet für das allmählich anziehende Geschäft, sondern kann auch Chancen für Zukäufe nutzen. Das Unternehmen könnte im Gegensatz zu den Konkurrenten gerade jetzt vom starken Fundament und den möglichen Zukäufen profitieren. In der Stahlbranche setzt eine langsame Erholung am Markt ein. Als Stahlhändler spürt Klöckner den Aufschwung schneller als die Hersteller von Stahlprodukten.

Escada – es kam wie es kommen musste!

Inzwischen notiert die Escada Aktie wieder deutlich unter einem Euro bei ca 0,82 Cent. Tendenz weiter fallend! Trotz aller Warnungen von diversen Aktienprofis scheinen immer noch einige Anleger zu glauben das sie hier mit Profit raus gehen werden. Es ist schon teilweise wirklich traurig mit anzusehen wie Menschen hier leichtsinnig ihr sauer verdientes Geld aufs Spiel setzten und sich weiterhin in den einschlägigen Aktienboards Mut zusprechen. Die hartgesottenen Zocker sind wahrscheinlich längst schon wieder raus und den Rest machen nun ahnungslose Kleinanleger unter sich aus. Eigentlich haben wir hier auch bereits alles geschrieben was zu der Escada Aktie zur Zeit zu sagen gibt. Dennoch in der Hoffnung nochmal den ein oder anderen „Anleger“ wach zu rütteln hier nochmal die harten Fakten:

Einen wirklichen Grund für den Kurssprung gab es nicht. Am vergangenen Donnerstag war bekannt geworden, das die indische Milliardärsfamilie Mittal beim Modekonzern einsteigt. Doch der vermögende Inder kauft nur die Vermögenswerte und strebt nicht wie in einigen Meldungen behauptet eine Übernahme an. Die börsennotierte Aktiengesellschaft bleibt davon also unberührt und würde als leere Hülle zurückbleiben. Spekulationen gibt es über den Kaufpreis, der bei rund 30 Millionen Euro liegen soll. Beim hochverschuldeten Unternehmen werden dann zunächst die vorrangigen Ansprüche der Gläubiger befriedigt werden. Wenn dann noch Geld übrig bleiben sollte, könnten sich die Aktionäre Hoffnung machen. Angesichts einer im Jahre 2012 auslaufenden Anleihe in Höhe von 200 Millionen Euro dürfte dies aber mehr als unwahrscheinlich sein.

SKW Stahl Metallurgie will 2010 deutlich zulegen

Die Zahlen der SKW Stahl Metallurgie AG können sich sehen lassen. „Im Verlauf des dritten Quartals kam es zu einer deutlichen Belebung der Nachfrage nach unseren Produkten. Auch für 2010 sind die Branchenexperten optimistisch.“ sagte Vorstandsvorsitzende Ines Kolmsee. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, werden aber nicht in Euphorie verfallen. Die sich abzeichnende steigende Nachfrage, die Integration unserer hochprofitablen brasilianischen Neuerwerbung Tecnosulfur und der Wegfall von Einmalbelastungen stimmen uns jedoch für das kommende Jahr zuversichtlich, bei Umsatz und operativem EBITDA deutlich zulegen zu können“, so die Vorstandsvorsitzende Ines Kolmsee. Für 2010 erwartet das Unternehmen, dass es keine außergewöhnlichen Negativeffekte aus Lagerwertveränderungen bei Rohstoffen geben wird, die allein in den ersten drei Quartalen 2009 für eine EBITDA-Belastung von 4,3 Millionen Euro gesorgt hatten. Konkretere Prognosen will das Unternehmen mit den Zahlen für das erste Quartal 2010 veröffentlichen.

Wie der Spezialchemiekonzern heute mitteilte, sank der Konzernumsatz um rund 50 Prozent auf 147,6 Mio. Euro, was vor allem mit dem Einbruch der Stahlproduktion um mehr als 40 Prozent in den Hauptabsatzregionen Europa und Nordamerika zusammenhängt. Beim Ergebnis konnte man im dritten Quartal 2009 einen deutlichen Aufwärtstrend gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 ausweisen. So ist es dank der hohen Kostenvariabilität sowie eines aktiven Kostenmanagements trotz des konjunkturbedingten Umsatzrückgangs gelungen, ein vergleichbares EBITDA von 6,8 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2009 zu erzielen; hierbei wurden Einmalbelastungen von 4,3 Mio. Euro aus Lagerwertveränderungen für Rohstoffvorräte sowie die Erhöhung der Rückstellungen im Zusammenhang mit dem europäischen Kartellverfahren im Kalziumkarbidsektor von 0,8 Mio. Euro bereinigt. Das tatsächlich ausgewiesene EBITDA lag mit 1,7 Mio. Euro trotz des sehr schwachen Umfelds und der genannten Einmalbelastungen aber ebenfalls deutlich über der Gewinnschwelle.

AIG Chef Benmosche stellt die US Regierung auf die Probe

Immer neue Blüten treibt der Hochmut der Firmenchefs in den USA. Nachdem wir nun alle gelernt haben das staatlich gestützte Banken und Investmenthäuser in den Vereinigten Staaten von Amerika und nur Gottes Werk verrichten, droht heute der AIG Chef, Robert Benmosche wegen der staatlichen Eingriffe auf die Bonuszahlungen solcher Unternehmen laut über seinen Rücktritt nach. Eigentlich sollten die Angestellten einer Firma die nur durch massive Staatshilfen überleben konnte froh sein überhaupt noch einen Arbeitsplatz zu haben. Nicht so in den Führungsetagen mancher Großkonzerne..

Der amtierende Vorstandschef Robert Benmosche denkt nach Informationen des „Wall Street Journal“ darüber nach, nach nur drei Monaten seinen Posten aufzugeben. Der 65-jährige frühere Metlife-Chef sei frustriert über die Eingriffe Washingtons, insbesondere bei der Managementvergütung. Benmosche ist bereits der fünfte AIG-Chef seit 2005. Auf Grund der massiven Stützungsmassnahmen des Konzerns in Höhe von insgesamt 180 Milliarden USD hatte sich der von Barck Obama abgesandte Kenneth Feinberg dafür ausgesprochen das sowohl die Bezahlung der Mitarbeiter eingeschränkt werden müsse, als auch insbesondere die Managerboni bis auf weiteres drastisch gekürzt werden müssen.

Das rigide Vorgehen sorgt dafür, dass zahlreiche Manager den Konzern verlassen. Seit September 2008 beläuft sich die Zahl der Abgänge auf mehr als 40. Einer der Profiteure ist Ex-AIG-Chef Maurice „Hank“ Greenberg, der 13 Manager für sein eigenes Versicherungsunternehmen rekrutierte. Die Abwanderung von Führungskräften bringe den Konzern in eine unmögliche Lage protestierte nun Benmosche. Ihm selbst dürfte es nicht um sein eigenes Geld gehen. Er selbst verdient immer noch die stolze Summe von  10,5 Mio Dollar jährlich. Rund 3 Mio. $ davon werden bar bezahlt, 4 Mio. $ in Aktien, und 3,5 Mio. $ entfallen auf einen langfristigen Bonus. Sein Vorgänger Liddy arbeitete noch für magere 1 Mio. $ im Jahr.

Nun kann man ja durchaus mitfühlen mit den armen Bankern und Vorständen dieser gescholtenen Unternehmen, aber auch wenn Benmosche seine Drohung wahr machen sollte ist der Kurs der Regierung sicherlich im Sinne der Steuerzahler mehr als angebracht und sollte auch genau so konsequent wie angekündigt umgesetzt werden. Schwäche zu zeigen wäre sicherlich in diesem Falle fatal und würde den Grundstein für neue Exzesse an den Kapitalmärkten legen. Da der Amerikaner ja eher immer etwas forscher vorgeht wird es also durchaus spannend sein zu beobachten ob er dies auch im eigenen Lande bereit ist zu tun…

JP Morgan Analyse zu Klöckner, Thyssen, Salzgitter und Voestalpine

J.P. Morgan (JPM) passt seine Bewertung europäischer Stahlwerte mit Blick auf die jüngste Stahlpreiskorrektur an. Die Spotpreise seien zuletzt um etwa 10% zurückgegangen, da die Produktionskapazität schneller steige als sich die Nachfrage erhole. Darüber hinaus hätten die schwachen Stahlpreise in China die europäischen Produzenten zu Rabatten gezwungen.

Für Klöckner & Co haben die Analysten daher ihre EBITDA-Prognosen für das zweite Halbjahr 2009 auf 25 Mio EUR (zuvor 89 Mio EUR) gesenkt. Allerdings stünden gewinnsteigernde Akquisitionen in der Pipeline. Auch für Salzgitter haben die Experten ihre Prognosen zurückgenommen, da sich die Erholung der Stahlsparte verzögere und auch der Röhrensparte schwierige Zeiten bevorstünden. Das Abwärtsrisiko für die Aktie sei jedoch begrenzt, zumal das Management davon ausgehe, dass die Ostseepipeline „Nordstream II“ – wenn auch mit geringeren Gewinnmargen – realisiert werde.

ThyssenKrupp biete eine attraktive Restrukturierungsstory, die jedoch größtenteils eingepreist sei. Die Analysten heben sowohl ihre Vorsteuerergebnis-Prognose für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres als auch für das kommende Jahr an. Kosteneinsparungen und eine verbesserte Auslastung machten sich positiv bemerkbar. Auch voestalpine befinde sich auf dem Weg der Erholung mit einer Auslastungsquote der Stahlsparte von 100%. Dadurch sei auch die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung geringer geworden.

Klöckner & Co
Einstufung: Bestätigt Overweight
Kursziel:   Bestätigt 24 EUR 

Salzgitter
Einstufung: Bestätigt Overweight
Kursziel:   Gesenkt auf 76 (86) EUR 

ThyssenKrupp
Einstufung: Bestätigt Neutral
Kursziel:   Erhöht auf 29 (27) EUR 

voestalpine
Einstufung: Bestätigt Neutral
Kursziel:   Erhöht auf 26 (23) EUR

Anleihenversicherer Ambac warnt vor möglicher Insolvenz

Ambac einer der ehemals größten Anleihenversicherer der USA warnte gestern vor einer möglichen Insolvenz des Unternehmens.Noch am 4.11.2009 hatte Ambac Financial einen ordentlichen Gewinn von 2,19 Miilirden Dollar für das abgelaufene dritte Quartal verkündet worauf der Aktienkurs in die Höhe schoss. Der Umsatz konnte zum Ende dieses Berichtszeitraumes von 2,32 Milliarden Dollar auf 2,69 Milliarden Dollar gesteigert werden. Der Gewinn reflektierte aber in erster Linie aus einem deutlichen Gewinn aus Neubewertungsansätzen im Bereich des Kredit-Derivaten-Portfolios sowie die Auflösung von Rückversicherungen während der abgelaufenen Periode. Gestern dann die überraschende Meldung der drohenden Insolvenz. Die Börse quittierte dies mit einem satten Minus von 33% und inzwischen ist die Aktie wieder weniger als die Hälfte wert.

Wie das Unternehmen bereits am Montagabend in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht erklärte, verfüge es derzeit nicht über ausreichend Liquidität, um seine Geschäfte mittelfristig finanzieren zu können. Sollte die gegenwärtige Strategie des Unternehmens fehlschlagen, gehe im Frühjahr 2011 oder sogar schon früher das Geld aus. Möglicherweise wird das Unternehmen nach eigenen Angaben eine im Voraus geplante Insolvenz durchlaufen. Auch die Papiere des größeren Ambac-Rivalen MBIA büßten 27 Prozent ihres Wertes ein. Beide Unternehmen können kaum noch Neugeschäft verbuchen, seit sie im vergangenen Jahr ihre Top-Bonitätseinstufungen verloren haben. Ebenso in Mitleidenschaft gezogen wurden gestern die Aktien von MGIC Investment, Radian und PMI Group, obwohl es bei diesen Unternehmen noch ein wenige besser aussehen sollte.

Der S&P Future am Jahreshoch!

Die US Börsen haben sich gestern deutlich besser gehalten als die meisten Marktteilnehmer dies wohl erwartet hätten. Nach den eher schwachen Vorgaben aus Asien und Europa konnte der DowJones noch leicht im Plus schließen. Heute notieren die US-Futures zum europäischen Handelsbeginn sehr freundlich. Besonders der Anstieg des S&P Future auf das bisherige Jahreshoch lässt hoffen das die Rallye doch noch weiter geht. Sollte es dem S&P Future heute gelingen die Marke von 1.099 Punkten nachhaltig zu überwinden dürften sich also die Kursgewinn erst einmal fortsetzen. Ebenso wäre heute ein Kursniveau höher als 5650 Punkte im Dax eine Rückkehr des deutschen Leitindex in den seit März diesen Jahres bestehenden Aufwärts-Trendkanal. Dies würde bedeuten das die Bären die sich in der vorletzten Woche bereits auf der Siegerstrasse gesehen haben ihre Shortpositionen bald wieder eindecken müssten was den Börsen wiederum zusätzlichen Auftrieb geben sollte.

Aber vorsicht! Unsere Beobachtungen in den vergangenen zwei Wochen haben ergeben das die Indexbewegungen schon lange nicht mehr von der breiten Masse der Aktien getragen und nachvollzogen werden. Ganz im Gegenteil gibt es diverse Aktien, speziell im US Markt, die trotz der guten Performance des S&P 500 in den vergangenen Tagen in keinster Weise mehr zulegen konnten. Viele dieser Aktien mussten inzwischen sogar mindestens fünfzig Prozent des gesamten Jahresgewinns wieder abgeben. In einigen Sektoren haben die Aktien sogar neue 10-Jahres-Tiefsstände erreicht. Es ist also durchaus entscheidend wo man sich hier engagiert. Einige dieser Aktien auf historischen Tiefsständen halten wir dennoch für langfristig extrem interessant und werden zu gegebener Zeit darüber berichten, oder diese in die Musterdepots aufnehmen.

Centrotherm mit sattem Umsatzplus

Mit einer satten Umsatzsteigerung von 58 Prozent meldet sich heute die Centrotherm AG in die Riege der deutschen Wachstumsunternehmen zurück. Der Photovoltaik-Zulieferer hat in den  ersten neun Monaten des Jahres seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Umsatz stieg auf 374,7 Millionen Euro. Wegen eines schwächeren dritten Quartals verfehlte die im TecDax notierte Gesellschaft aber die Erwartungen der Analysten leicht. Der operative Gewinn stieg im Rahmen der Erwartungen um 16,8 Prozent auf 35,5 Millionen Euro.

Der Vorstand bekräftigte trotz der leichten Rückgänge seine Prognose für das Gesamtjahr. Das Unternehmen will in diesem Jahr einen Umsatz zwischen 500 und 550 Millionen Euro erzielen und dabei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Vergleich zum Vorjahr steigern. 2008 lag dieser Wert bei 57,5 Millionen Euro, die Erlöse bei 374,7 Millionen Euro. Unter dem Strich stand 2008 ein Gewinn von 34,6 Millionen Euro. Die Mitbewerber Roth&Rau und Manz Automation hatten in den vergangenen Tagen nach einem schwachen dritten Quartal ihre Jahresprognosen gesenkt.

Ähnlich wie die anderen Solarfirmen Q-Cells, Solarworld und Co. braucht wohl auch die Centrotherm AG ein starkes viertes Quartal um die gesteckten Ziele zu erreichen. Den gelieferten Zahlen nach zu urteilen scheint man aber bei der Centrotherm AG am realistischsten dieses Ziel erreichen zu können.

Die Jahresendrally im deutschen Solarmarkt ist im vollem Gange

Die erwartete Jahresend-Rally auf dem deutschen Solarmarkt ist nach Einschätzung des Photovoltaik-Unternehmens Phönix Solar in vollem Gange. „Module sind in Deutschland ausverkauft“, sagte Unternehmenschef Andreas Hänel am Dienstag auf dem „Deutschen Eigenkapitalforum“ der KfW Bankengruppe und der Deutschen Börse in Frankfurt. „Wir haben immer gehofft, dass wir das Geschäft besser auf das ganze Jahr verteilen können. Dieses Jahr wird aber wahrscheinlich das saisonalste überhaupt.“

Phoenix Solar hatte im ersten Halbjahr wegen der Zurückhaltung der Investoren einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen und war in die roten Zahlen gerutscht. Die Ergebnisse für das dritte Quartal stellen die Bayern, die einerseits als Projektgesellschaft große Kraftwerke planen, bauen und betreiben sowie anderseits im Großhandel für Komponenten tätig sind, an diesem Donnerstag vor. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von 520 Millionen Euro, rund 120 Millionen mehr als 2008. Hänel machte in seinem Vortrag keinerlei Andeutungen, dass die Prognose wackeln könnte. Um das Ziel zu erreichen, muss die zweite Jahreshälfte sehr stark verlaufen.

Die Preise für Module waren in diesem Jahr aufgrund von Überkapazitäten lange im freien Fall. Vor diesem Hintergrund hätten viele potenzielle Käufer lange gewartet, ehe sie zuschlugen, sagte Hänel. Um sich noch in diesem Jahr die höhere Förderung zu sichern, muss eine Anlage bis zum 31. Dezember am Netz sein. Doch das könnte nach Einschätzung von Hänel vielerorts in Gefahr sein. Engpässe gibt es laut Hänel derzeit etwa bei der Installation. Dies könnte sich noch verschärfen, sollte das Wetter die Montagearbeiten vor dem Jahresende erschweren. Zudem hätten erstmals überhaupt Stromnetzbetreiber Probleme, alle neuen Anlagen wie vorgeschrieben ans Netz zu bringen.

Das Ausland hängt der Entwicklung in Deutschland nach Hänels Einschätzung weiter hinterher. In Italien erwartet er in diesem Jahr Installationen von 250 Megawatt und in Frankreich von 150. Dort hat Phoenix im September eine neue Tochtergesellschaft gegründet. In Spanien – im vergangenen Jahr das Land mit dem höchsten Zubau ? rechnet Hänel diesmal lediglich mit neuen Anlagen mit einer Leistung von 130 Megawatt. Das wäre noch weit entfernt von der Fördergrenze von 500 Megawatt, die die spanische Regierung im vergangenen Jahr eingeführt hatte, als die Kosten für die Förderung aus dem Ruder zu laufen schienen. In Deutschland waren laut Bundesnetzagentur bereits in den ersten neun Monaten fast 1.500 Megawatt neue Leistung am Netz

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