Die Jahresendrally im deutschen Solarmarkt ist im vollem Gange

Die erwartete Jahresend-Rally auf dem deutschen Solarmarkt ist nach Einschätzung des Photovoltaik-Unternehmens Phönix Solar in vollem Gange. „Module sind in Deutschland ausverkauft“, sagte Unternehmenschef Andreas Hänel am Dienstag auf dem „Deutschen Eigenkapitalforum“ der KfW Bankengruppe und der Deutschen Börse in Frankfurt. „Wir haben immer gehofft, dass wir das Geschäft besser auf das ganze Jahr verteilen können. Dieses Jahr wird aber wahrscheinlich das saisonalste überhaupt.“

Phoenix Solar hatte im ersten Halbjahr wegen der Zurückhaltung der Investoren einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen und war in die roten Zahlen gerutscht. Die Ergebnisse für das dritte Quartal stellen die Bayern, die einerseits als Projektgesellschaft große Kraftwerke planen, bauen und betreiben sowie anderseits im Großhandel für Komponenten tätig sind, an diesem Donnerstag vor. Das Unternehmen erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von 520 Millionen Euro, rund 120 Millionen mehr als 2008. Hänel machte in seinem Vortrag keinerlei Andeutungen, dass die Prognose wackeln könnte. Um das Ziel zu erreichen, muss die zweite Jahreshälfte sehr stark verlaufen.

Die Preise für Module waren in diesem Jahr aufgrund von Überkapazitäten lange im freien Fall. Vor diesem Hintergrund hätten viele potenzielle Käufer lange gewartet, ehe sie zuschlugen, sagte Hänel. Um sich noch in diesem Jahr die höhere Förderung zu sichern, muss eine Anlage bis zum 31. Dezember am Netz sein. Doch das könnte nach Einschätzung von Hänel vielerorts in Gefahr sein. Engpässe gibt es laut Hänel derzeit etwa bei der Installation. Dies könnte sich noch verschärfen, sollte das Wetter die Montagearbeiten vor dem Jahresende erschweren. Zudem hätten erstmals überhaupt Stromnetzbetreiber Probleme, alle neuen Anlagen wie vorgeschrieben ans Netz zu bringen.

Das Ausland hängt der Entwicklung in Deutschland nach Hänels Einschätzung weiter hinterher. In Italien erwartet er in diesem Jahr Installationen von 250 Megawatt und in Frankreich von 150. Dort hat Phoenix im September eine neue Tochtergesellschaft gegründet. In Spanien – im vergangenen Jahr das Land mit dem höchsten Zubau ? rechnet Hänel diesmal lediglich mit neuen Anlagen mit einer Leistung von 130 Megawatt. Das wäre noch weit entfernt von der Fördergrenze von 500 Megawatt, die die spanische Regierung im vergangenen Jahr eingeführt hatte, als die Kosten für die Förderung aus dem Ruder zu laufen schienen. In Deutschland waren laut Bundesnetzagentur bereits in den ersten neun Monaten fast 1.500 Megawatt neue Leistung am Netz

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