Author Archives: Lars

Colonia Real Estate, Vivacon, Patrizia, Gagfah & Co.

Ist es jetzt wieder Zeit in Immobilienaktien zu investieren und steht der Sektor wirklich vor einer Renaissence? Die Börse setzt aber offenbar auf eine bevorstehende Erholung der Immobilienmärkte. Seit Jahresbeginn haben zahlreiche Immobilien-Titel den Dax outperformt. Der Kurs von Patrizia Immobilien, Gagfah, TAG Immobilien, Colonia Real Estate, DIC Asset und Alstria Office haben sich kräftig erholt. Dies lang wohl aber auch daran das nach unten nicht mehr allzu viel Luft war…viele Aktien aus dem Deutschen Immobiliensektor sind zwischenzeitlich zum Pennystock verkommen oder sind es noch heute.

Colonia Real Estate weist heuteeinen kleinen Gewinn aus, dennoch ist die bilanzielle Verbesserung durchaus respektabel. In Erster Linie wurde dieses Ergebnis durch die Kostensenkungsmaßnahmen und die Optimierung bei der Verwaltung erzielt. Wie der im SDAX notierte Immobilienkonzern am Montag erklärte, belief sich der Nettogewinn auf 8,3 Mio. Euro, gegenüber einem Verlust von 49,8 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das EBIT erhöhte sich im gleichen Zeitraum und im Vergleich zum Vorjahr von -34,8 Mio. auf 27,2 Mio. Euro, das EBITDA von 9,4 Mio. auf 25,9 Mio. Euro. Besonders erfreulich dabei war, das die Bewirtschaftung der Immobilienbestände stabile Erträge brachte, das Ergebnis aus der Vermietung konnte im Periodenvergleich mit 2008 sogar deutlich gesteigert werden. Die Aktie kann heute weitere fünf Prozent zulegen. Wer also mutig gegen Ende 2008 ein paar Colonia Real Estate Stücke gekauft hat freut sich heute über  ca. 300% Kursgewinn – bis jetzt!

Was ist also mit den anderen Immobilienaktien die einst so erfolgreich waren, und deren goldene Zukunft man mit der Einführung von REIT Investments prognostiziert hatte. Die meisten sind nach wie vor nur ein Schatten Ihrer selbst. Besonders die Vivacon AG dürfte Ihre Anleger mit dem eigentlich so krisensicheren Geschäftsmodell des erbbaurechtlichen Immobilienmanagements schwer enttäuscht haben. Im Nachhinein haben  sich auch diese dauerhaften Einnahmen als alles andere als Krisensicher entpuppt. Wie es nun bei der Vivacon AG weiter gehen wird weiß niemand so genau. Der Aktienkurs, der noch zu den guten Zeiten der AG bei ca 50,- Euro notierte ist im sechzig Cent Bereich angekommen und scheint hier auch verweilen zu wollen bis der neue Vivacon Vorstand sich in der Lage sieht wieder bessere Zahlen zu präsentieren. Die Vivacon AG wird derzeit mit 12,9 Millionen an der Börse bewertet.

Mehrere Analysten halten daher die Immobilientitel schon wieder für überbewertet und rechnen nicht mit einer Fortsetzung der Rally. „Die Party könnte bald unglücklich enden“, meint JP-Morgan-Experte Harm Meijer. Auch Fondsmanager Körfgen stellt sich auf ruhigeres Fahrwasser ein. Seiner Ansicht nach wird sich künftig die Spreu vom Weizentrennen. Die Immobiliengesellschaften, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und über eine solide Finanzstruktur verfügen, dürften die Gewinner der Krise sein. Umgekehrt dürfte es für diejenigen Firmen, die ihre Finanzierungsprobleme nicht in den Griff bekommen, immer schwerer werden. Nur wer gehört zu welcher Gruppe? Für Anleger hat dies alles vielleicht auf lange Sicht auch Gutes. Die überzogenen Gehälter und Aufwendungen für die „Verwaltung“ die in diese Branche so üblich sind werden erst einmal deutlich zurückgehen müssen.

Nach Fannie Mae nun auch Freddie Mac…

Es war fast abzusehen, das auch der zweitgrößte US Immobilienfinanzierer Freddie Mac nach den katastrophalen Zahlen vom Marktführer Fannie Mae nicht mit guten Zahlen den Markt überraschen wird. Anders als Marktführer Fannie Mae braucht Freddie Mac allerdings nicht unmittelbar Geldspritzen, weil das Eigenkapital gestärkt werden konnte. Insgesamt musste Freddie Mac aber auch einen satten Quartalsverlust von 5 Milliarden Dollar ausweisen.

Die hohe Arbeitslosigkeit sowie die Zahl der Zwangsvollstreckungen und sinkende Immobilienpreise führen immer mehr dazu das Kredite nicht mehr bedient werden können, oder aber eine Neufinanzierung auf Basis der neuen Rahmendaten nicht mehr gewährt wird. Fannie Mae musste nun den Staat um weitere 15 Mrd. Dollar Hilfen bitten. Die Bilanzen der beiden Hypothekenfinanzierer gelten als Barometer für den Zustand des US-Immobilienmarktes, weil sie zusammen fast die Hälfte der Immobilienkredite in den USA vergeben.

Ob sich die beiden großen der Branche letztendlich wieder von diesem schweren Schock erholen werde oder gar überleben bleibt fraglich. Inzwischen sind die Unternehmen nahezu verstaatlicht, und auch der Rest der noch verbliebenen Aktionäre muss wohl schon sehr viel Glück haben das eingesetzte Kapital irgendwann wieder zu bekommen. Ein US Staranalyste bezeichnete die Aktien von Fannie Mae und Freddy Mac kürzlich als faktisch wertlos…Auch ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen wäre am Ende durchaus denkbar. Momentan würde ich davon ausgehen das dies dann unter Namen und Führung von Freddy Mac passieren könnte.

Weitere fünf US Banken sind pleite!

United Security Bank of Sparta, Home Federal Savings Bank, Gateway Bank, Prosperan Bank in Minnesota sowie die United Commercial Bank aus San Francisco sind die jüngsten Opfer der Bankenkrise. Alle fünf Banken mussten am Wochenende Insolvenz anmelden und verschwinden damit wohl auf Nimmer-Wiedersehen vom Kurszettel der US Börsen. Die staatliche Einlagensicherung FDIC schloss alle Banken. Damit stieg die Zahl der Bankenpleiten seit Jahresbeginn auf 120. 2008 mussten 25 Institute und 2007 lediglich drei Geldhäuser geschlossen werden.

Von den fünf insolventen Instituten ist die United Commercial Bank die größte. Sie besaß Vermögenswerte über 11,2 Mrd. $ und Einlagen von 7,5 Mrd. $. Die anderen betroffenen Geldinstitute waren wesentlich kleiner. Die East West Bank wird nach FDIC-Angaben die Geschäfte ohne Unterbrechung fortführen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie einiger Analystenhäuser besagt das man noch mit weitaus mehr Bankenpleiten in den kommenden Monaten rechnen muss. Insgesamt wird geschätzt das nahezu 2000 kleinere und mittlere US Banken die Finanzkrise nicht überleben werden.

Anbei eine Liste der näher unter Beobachtung stehenden Bankenhäuser:

BB and T (BBT); Colonial (CNB); First Niagara (FNFG); PNC (PNC); National City (NCC-PA); Harleysville National (HNBC); Citizens First Bancorp (CTZN); Regions Financial (RF); Bank of America (BAC); SunTrust Banks (STI); Pinnacle Financial (PNFP); Northwest Bancorp Inc. (NWSB); Beneficial (BNCL); Investor Savings Bancorp (ISBC); Territorial Bancorp (TBNK); FNB Bancorp (FNBG.OB); National Penn (NPBC); Trustco Bank (TRST); KeyBank (KEY); M and T Bank (MTB); New York Community Bancorp (NYB); Bank of New York Mellon (BK); Wells Fargo and Company (WFC); JPMorgan Chase and Co. (JPM); Wachovia (WB); Harleysville Savings Bank (HARL); SVB Financial (SIVB); Signature Bank (SBNY); Provident Bank (PBKS); Valley National Bank (VLY); Community Bank System (CBU); NBT Bankcorp (NBTB); Fulton (FULT); Citibank ©; Allied Irish (AIB); Bank of Hawaii (BOH); First Horizon Bank (FHN); Comerica (CMA); Synovus (SNV); Zions (ZION); South Financial Group (TSFG); Bancorp (TBBK); Legg Mason (LM); IBERIABANK Corp. (IBKC); Wilmington Trust (WL); S and T Bancorp (STBA); PHH (PHH); Goldman Sachs (GS); Citigroup ©; U.S. Bancorp (USB); Fifth Third Bancorp (FITB); KeyCorp (KEY); Lehman Brothers; Colonial; Washington Mutual; TD Banknorth (TD), Lakeland (LBAI), Westfield Financial, Inc. (WFD), United Financial Bancorp, Inc. (UBNK), Chicopee Bancorp, Inc. (CBNK)

USA Arbeitslosenquote bei 10,2 Prozent – na und?

Nun ist es amtlich! das woran noch vor einem Jahr niemand geglaubt hat ist eingetreten. Die USA hat seit heute eine Arbeitslosenquote jenseits der 10 Prozent Marke und damit ist die Zahl der Beschäftigten so niedrig wie seit 1983 nicht mehr. Der Börse schmecken diese Zahlen gar nicht, innerhalb weniger Minuten gab es einen heftigen Rücksetzer. Ob der Markt in der Lage ist auch diese Nachricht nun zu verdauen und sich wieder stabilisiert wird wohl die spannende Frage des Tages sein. Ich denke ja!

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen war nicht so gravierend als das es wirklich schockieren könnte. Außerhalb der Landwirtschaft sei die Beschäftigtenzahl auf Monatssicht um 190 000 zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag im Washington mit. Volkswirte hatten mit 175 000 Stellenstreichungen gerechnet.

Beunruhigen könnten hingegen die revidierten zahlen für die Vormonate. Der Stellenabbau in den beiden Vormonaten wurde mit insgesamt 91 000 Stellen deutlich geringer als bislang ausgewiesen. Für September ergibt sich demnach ein Abbau von 219 000 statt bislang 263 000 Stellen. Im August lag das Minus bei revidiert 154 000 (201 000) Arbeitsplätzen. Der Tiefpunkt sollte nun also hoffentlich langsam erreicht sein und das könnte somit bald für wieder gute Nachrichten vom US Arbeitsmarkt sorgen. Wie man sieht fängt auch dieses Mal die überschüssige Liquidität die Aktienkurse gerade wieder auf….

Der deutsche Maschinenbau erhält wieder deutlich mehr Aufträge

Bereits zum siebten mal in Folge konnten die deutschen Industrieaufträge nun zulegen und auch dieses Mal war es die immer stärker werdende Nachfrage deutscher Produkte aus dem Ausland die dazu geführt hat. Der Exportweltmeister Deutschland scheint langsam aber sicher wieder an die alten erfolgen anknüpfen zu können. Binnen Monatsfrist legten die Bestellungen um 0,9 Prozent zu. Natürlich befinden wir uns aktuell noch lange nicht auf dem Niveau der wirklich guten Tage deutscher Industriegeschichte, aber man kann diese Fakten durchaus als hoffnungsvolles Signal für die hiesige Gesamtwirtschaft deuten. Die Industrie hat damit etwa ein Drittel ihres Nachfrageeinbruchs wieder aufgeholt. Im gesamten Sommerquartal erhielt die Industrie 8,9 Prozent mehr Bestellungen. Zwar habe der Aufschwung zuletzt etwas an Fahrt verloren für das vierte Quartal sei dennoch mit einer weiteren Erholung der Industrieproduktion zu rechnen, hieß es.

Gefragt waren vor allem Konsumgüter mit einem Auftragsplus von 7,5 Prozent. Trotz des Rückschlags für die Autohersteller erhielten die Investitionsgüterproduzenten 1,3 Prozent mehr Bestellungen. Deutlich nach oben ging es dabei für die Maschinenbauer, die 8,3 Prozent mehr Orders erhielten. Dies dürfte nun wohl auch dazu führen das man den Aktien aus diesem Bereich in den kommenden Monaten wieder etwas mehr Aufmerksamkeit schenken wird. Die Auslandsnachfrage dürfte die Industrie auch am Jahresende stützen. Der Volkswirt erwartet deshalb eine recht dynamische Entwicklung. Dennoch werde es auch wegen des starken Euro weiterhin schwierig sein, die Aufwärtsdynamik aufrecht zu erhalten.

Stahl Tycoon Mittal kauft Escada, Finger weg!

Die Escada Aktie macht heute nochmal wilde Kurssprünge. Stahl Tycoon Mittal kauft den insolventen Modekonzern Escada, also genau gesagt seine Schwiegertochter…und die dürfte die dafür notwendigen Mittel vom schwer reichen Schwiegervater haben….Man könnte es auch als das Aufbäumen vor dem Tode bezeichnen, denn nach den jüngsten Nachrichten dürfte hier für alle Aktionäre nicht mehr viel zu holen sein. Wie immer in solchen Fällen, wenn die Reste einer Firma zu 100 Prozent an einen Aufkäufer gehen werden die Altaktionäre sich damit abfinden müssen das sie sich verspekuliert haben. Dennoch steigt der Aktienkurs heute sprunghaft an…

Marktbeobachter rechnen noch in dieser Woche mit einem Abschluss der Transaktion. Um so unverständlicher ist der heutige Anstieg des Aktienkurses auf 0,60 Euro. Gesamt wurden bislang 300.000,- Euro in der Aktie umgesetzt und man fragt sich als geneigter Beobachter wirklich was das soll???

Die Escada Aktie ist faktisch nichts mehr wert, und wer darauf hofft das Familie Mittal auf Grund ihres dicken Bankkontos doch ein paar Euro locker machen könne um die Anteile im Depot zu kaufen der dürfte sich mächtig getäuscht haben. Was erhoffen sich die Käufer also von diesem Engagement? Selbst die vorrangig abzufindenden Anleihegläubiger werden nur einen Bruchteil ihrer Anlage erstattet bekommen. Reine Spekulation auf die Gier anderer Leute!

Die Aktie steigt, und unerfahrene Anleger, die sich zumal meist gar nicht erst die Mühe machen Börsen- oder Unternehmensnachrichten zu verfolgen, springen noch schnell auf den vermeintlich fahrenden Zug auf. Einige sitzen vielleicht sogar auf dicken Buchverlusten in der Aktie und wollen noch „verbilligen“ bevor es wieder rauf geht. Genau dieses dilettantische Verhalten nutzen manche Trader gezielt aus und laden noch ganz schnell vor dem Zusammenbruch einer Aktie Ihre oder geliehene Stücke ab. Der letzte macht dann wie immer das Licht aus!!

Kein Ende der Geldvernichtung bei Fannie Mae

Fannie Mae schockt schon wieder mit einem satten Verlust von 19 Milliarden US-Dollar. Es scheint kein Ende nehmen zu wollen das Drama um die US Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Genau wie bei der deutschen HypoReal Estate müssen immer wieder neue Milliardenbeträge zur Stützung dieser maroden Unternehmen aufgewendet werden um sie künstlich am Leben zu halten. „To big to fail“ ist die Devise sowohl hier zu Lande als auch in den USA. Ein Zusammenbruch der Hypothekenfinanzierer hätte fatale Folgen für dei Gesamtwirtschaft wird befürchtet. Langsam aber muss man sich die Frage stellen was denn das kleinere Übel wäre. Der Niedergang eines gescheiterten Geschäftsmodells oder ein bereinigendes Gewitter und die „frei werdenden“ Milliarden für einen Neuanfang nutzen…

Der angeschlagene Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat im dritten Quartal erneut hohe Verluste geschrieben. Unter dem Strich habe ein Fehlbetrag von 18,9 Mrd. $ gestanden, teilte das staatlich kontrollierte US-Institut am Donnerstag mit.Das erneute Quartalsminus verdeutlicht die Schwierigkeiten von Fannie Mae, gegen steigende Kreditausfälle anzukämpfen und zugleich den Häusermarkt zu stabilisieren. Wegen der zunehmenden Arbeitslosigkeit können immer mehr Bauherren ihre Kredite nicht mehr bedienen. Zudem erhöhte das Unternehmen seine Rückstellungen für Problemkredite. Fannie Mae will nun den amerikanischen Staat wieder um finanzielle Unterstützung in Höhe von 15 Mrd. $ bitten. Damit würden die Hilfen der Regierung auf insgesamt 60,9 Mrd. $ anwachsen.

Für den Ausbruch der Finanzkrise in den USA machen Experten unter anderem die jahrelange sorglose Vergabe von Immobilienkrediten an finanzschwache Haushalten verantwortlich. Dass sich seit Ausbruch der Krise in den USA hieran nicht viel verändert hat, zeigt dieser Artikel

Vorsicht bei Georgia Gulf Corp!

Vorsicht bei Georgia Gulf Corp.! Die US Firma hat heute die Zahlen zum dritten Quartal geliefert, und diese sehen auf den ersten Blick sehr gut aus. vorbörslich steigt der Titel bereits um satte 25 Prozent. ABER: Die 230,2 Millionen US Dollar Gewinn beinhalten einen „unwesentlichen“ Posten von 400, 8 Millionen ausserordentlichen Erträgen aus Steuerrückschriften. Bereinigt um diese Zahl kommt man also, wenn man das rein operative Ergebnis betrachtet auf eine ganz andere Zahl. operativ verdiente Georgia Gulf im dritten Quartal lediglich 38,6 Millionen Dollar und das bei Finanzierungskosten von 30, 7 Millionen Dollar.

Das EBIT im dritten Quartal lag also nur bei 7,9 Millionen Dollar. Zumal das dritte Quartal traditionell das stärkste des Jahres bei Georgia ist dürfte also im letzten Quartal des Jahres nicht mehr allzu viel zu erwarten sein. Bei einem Kurs von 16,- Dollar notiert das Unternehmen derzeit mit einem KGV von ca. 27, bei 18 Dollar entsprechend höher. Ich warte immer noch auf gute Einstiegskurse, die aber entsprechend dieser Berechnung deutlich weiter unten liegen. Wer also hier zocken will soll dies tun, ich rate allerdings davon ab! Der Wert ist extrem markteng und große Kursbewegungen nicht aussergewöhnlich

Die EZB und die britische Notenbank erfüllen die Erwartungen des Marktes

Die EZB lässt den Leitzins unverändert! Die Europäische Zentralbank hat den Mindestbietungssatz für die Refinanzierungsgeschäfte mit Geschäftsbanken auf dem Rekordtief von 1,00% belassen. Weitere Maßnahmen im Rahmen der „erhöhten Kreditversorgung“ der Geschäftsbanken sind die Zuteilung von Refinanzierungsgeschäften mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr, eine stark erweiterte Liste von Wertpapieren, die in den Repo-Operationen als Sicherheiten zugelassen sind, sowie der Ankauf gedeckter Bankschuldverschreibungen (Covered Bonds) für bis zu 60 Mrd EUR.

Beobachter erwarten angesichts fehlender Anzeichen für einen zunehmenden Inflationsdruck und auch wegen Zweifeln an der Nachhaltigkeit der gegenwärtigen Konjunkturerholung, dass die EZB an dieser Politik bis auf weiteres festhalten wird. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte rechnen außerdem damit, dass die Notenbank ihren Hauptrefinanzierungssatz wenigstens bis Mitte 2010 stabil halten wird. Trichet dürfte also auch in den nun folgenden Pressekonferenz das derzeitige Zinsniveau erneut als „angemessen“ bezeichnen und zugleich eine Fortführung der unkonventionellen Maßnahmen signalisieren.

Commerzbank und ProSiebenSAT 1 sind die Verlierer des Tages

Genau so sieht wohl eine durch Liquidität getriebene Rallye aus! Nach den herben Kursverlusten am Morgen hat es der Dax inzwischen fast wieder ins Plus geschafft. Die US Futures deuten ebenfalls auf eine Erholung hin. Aber kaum sind diese Daten sowie die diversen Unternehmensberichte des heutigen Tages einigermaßen verdaut geht es am Nachmittag schon wieder in die nächste Runde. Die Notenbank in Großbritannien gibt ihre Entscheidung zur weiteren Zinspolitik bekannt, ebenso wie die EZB. Bei den Briten rechnet der Markt damit das die Bank of England ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen nochmal um 25 bis 50 Milliarden britische Pfund erweitern wird. Von der EZB hingegen wird erwartet das die Zinspolitik zwar noch sehr locker bleiben wird, weitere stabilisierende Maßnahmen aber nun langsam zurückgefahren werden könnten.

Von Unternehmensseite gab es mal wieder sehr unterschiedliche Daten. Während die Software AG schon fast wie gewohnt glänzen konnte waren die Zahlen der Münchener Rück und vor allem der Commerzbank mal wieder sehr ernüchternd. Vor allem die erhöhte Risikovorsorge der Bank und die Aussage das die möglichen Kreditausfälle sich in diesem Jahr auf 4 Milliarden Euro erhöhen werden verunsicherten die Anleger. Wie auch in den vergangenen Monaten werden Banken wohl weiterhin nur häppchenweise die Karten auf den Tisch legen um Schlimmeres zu verhindern. Die Anleger quittierten diese Nachricht allerdings mit weiteren Kursverlusten.

Genau so düster sieht es bei der ProSiebenSAT1 AG aus. Noch am Vortag zu den Zahlen hatte der Medienwert in freudiger Erwartung deutlich zugelegt. Heute dann die zumindest von meiner Seite erwartete Bestätigung für den Allgemeinzustand der Branche. Die Umsätze der Pro Sieben Gruppe sind weiter eingebrochen und es musste ein Verlust von 12,5 Millionen Euro ausgewiesen werden. Zwar kommt der von Vorstandschef Thomas Ebeling verordnete Sparkurs der Sendergruppe gut voran aber offensichtlich reicht dies noch nicht um die Nettoverschuldung von 3,53 Milliarden Euro, und die damit verbundenen Kosten abzufedern. Der fehlende Ausblick des Unternehmens dürfte auch weiter für große Verunsicherung sorgen

Internationale Energieagentur: „Die Gaspreise werden deutlich sinken“

Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit einer fundamentalen Wende auf dem Gasmarkt. Angesichts des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Atomkraft sowie einer Erhöhung der Gaskapazitäten werde es weltweit ein wachsendes Überangebot an Erdgas und damit zurückgehende Preise geben, schreibt die ´Financial Times´ unter Berufung auf eine noch nicht autorisierte Studie, die die IEA am kommenden Dienstag vorstellen wolle. Zugleich werde die Abhängigkeit Europas von Gaslieferungen aus Russland sinken. Der Gasmarkt ist von einem Verkäufermarkt mit knappem Angebot und hoher Nachfrage in einen Käufermarkt mit wachsender Förderung und sinkender Nachfrage gedreht, zitiert die Zeitung aus dem Papier. Bis 2015 würden die Überkapazitäten von Pipelines und Flüssiggasterminals auf mindestens 250 Milliarden Kubikmeter anschwellen, viermal soviel wie 2007. Der geplante Ausbau regenerativer Energien und der Kernkraft sowie die Erhöhung von Energieeffizienz werde 2015 die Gasnachfrage um 5 Prozent senken, bis 2030 sogar um 17 Prozent.

In jedem Fall wird es sich für den Verbraucher lohnen nun nach der Liberalisierung jährlich einmal den Lieferanten für Gas zu überprüfen. Es ist ein Käufermarkt und ich rechne ebenfalls mit weiter fallenden Gaspreisen, aber davon wird man nur profitieren wenn man als Verbraucher auch entsprechend handelt. Ansonsten ist es ähnlich wie bei Versicherungen, man hängt unwissend in Altverträgen und weiß gar nicht das man die gleiche Leistung um zig Prozent günstiger haben könnte. Die unabhängigen Gaspreisvergleiche bieten nun  Strom- oder Gas Liefervertrag ohne lästige Grundgebühr an, somit entfällt schon einmal der sonst „übliche“ Grundtarif und man bezahlt wirklich nur noch das was man verbraucht.  500,- Euro jährlich oder mehr sind alleine beim Wechsel des Gasanbieters drin! Bei mir waren es nach neuestem Stand sogar unglaubliche 50%!!!

Fed Zinssitzung: Niedrigzins sorgt für weitere Liquidität

Die FED hat entscheiden, die Zinsen bleiben unverändert niedrig. Gestern Abend gab die US Notenbank bekannt das man bis auf Weiteres an der Nullzins-Politik festhalten werde. Wörtlich hieß es in dem Fed Statement: “ die wirtschaftlichen Bedingungen wahrscheinlich ein außergewöhnlich niedriges Niveau der Federal-Funds-Rate für einen ausgedehnten Zeitraum erfordern.“ Die wohlwollende, stark expansive Geldpolitik und die staatlichen Konjunkturpakete haben die Volkswirtschaften in den westlichen Industrieländern in diesem Jahr angekurbelt und diesen Prozess wolle man weiter unterstützen. Ob man will oder viel eher muss ist wohl eher die Frage.

Letztendlich war das für den Markt keine große Überraschung und wurde so auch erwartet. Dennoch quittierten die US Märkte diese neuesten Aussagen von Ben Bernanke mit mehr oder minder heftigen Kursbewegungen. Die weiteren konjunkturellen Aussichten beurteilte man bei der Fed inzwischen etwas optimistischer als noch beim letzten Treffen.. Der Abbau von Arbeitsplätzen und die mangelnde Investitionsneigung von Unternehmen habe sich verlangsamt,  und das Konsumverhalten der US Bürger scheine sich langsam wieder zu bessern. . Dennoch bleibe die Lage am US-Arbeitsmarkt weiterhin schwierig und die harten Kreditbedingungen belasteten den Konsum deutlich. Die Lage an den Finanzmärkten beurteilt die Fed relativ neutral. Seit dem letzten Treffen habe sich die Lage an den Märkten kaum verändert, also weder zum Besseren noch zum Schlechteren.

Die US Wirtschaft dürfte noch eine geraume Weile unter den Folgen der Krise leiden, und die Federal Reserve Bank versucht lediglich den Spagat zwischen einem deutlich abwertenden Dollar und einer weiteren Konjunkturunterstützung hin zu bekommen. Sollte der Dollar  weiter schwächeln und wieder die Marke von 1,60 je Euro oder gar darüber erreichen muss die FED entsprechend handeln und mit Zinserhöhungen gegensteuern. Es bleibt ihr praktisch gar nichts anderes übrig. Der Handlungsspielraum der Fed ist inzwischen, sagen wir mal, „extrem begrenzt“ vielleicht hat man das Pulver zu früh und zu schnell verschossen…eventuell war dies aber auch der einzig richtige Weg. Wer weiß das schon?

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