Colonia Real Estate, Vivacon, Patrizia, Gagfah & Co.

Ist es jetzt wieder Zeit in Immobilienaktien zu investieren und steht der Sektor wirklich vor einer Renaissence? Die Börse setzt aber offenbar auf eine bevorstehende Erholung der Immobilienmärkte. Seit Jahresbeginn haben zahlreiche Immobilien-Titel den Dax outperformt. Der Kurs von Patrizia Immobilien, Gagfah, TAG Immobilien, Colonia Real Estate, DIC Asset und Alstria Office haben sich kräftig erholt. Dies lang wohl aber auch daran das nach unten nicht mehr allzu viel Luft war…viele Aktien aus dem Deutschen Immobiliensektor sind zwischenzeitlich zum Pennystock verkommen oder sind es noch heute.

Colonia Real Estate weist heuteeinen kleinen Gewinn aus, dennoch ist die bilanzielle Verbesserung durchaus respektabel. In Erster Linie wurde dieses Ergebnis durch die Kostensenkungsmaßnahmen und die Optimierung bei der Verwaltung erzielt. Wie der im SDAX notierte Immobilienkonzern am Montag erklärte, belief sich der Nettogewinn auf 8,3 Mio. Euro, gegenüber einem Verlust von 49,8 Mio. Euro in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das EBIT erhöhte sich im gleichen Zeitraum und im Vergleich zum Vorjahr von -34,8 Mio. auf 27,2 Mio. Euro, das EBITDA von 9,4 Mio. auf 25,9 Mio. Euro. Besonders erfreulich dabei war, das die Bewirtschaftung der Immobilienbestände stabile Erträge brachte, das Ergebnis aus der Vermietung konnte im Periodenvergleich mit 2008 sogar deutlich gesteigert werden. Die Aktie kann heute weitere fünf Prozent zulegen. Wer also mutig gegen Ende 2008 ein paar Colonia Real Estate Stücke gekauft hat freut sich heute über  ca. 300% Kursgewinn – bis jetzt!

Was ist also mit den anderen Immobilienaktien die einst so erfolgreich waren, und deren goldene Zukunft man mit der Einführung von REIT Investments prognostiziert hatte. Die meisten sind nach wie vor nur ein Schatten Ihrer selbst. Besonders die Vivacon AG dürfte Ihre Anleger mit dem eigentlich so krisensicheren Geschäftsmodell des erbbaurechtlichen Immobilienmanagements schwer enttäuscht haben. Im Nachhinein haben  sich auch diese dauerhaften Einnahmen als alles andere als Krisensicher entpuppt. Wie es nun bei der Vivacon AG weiter gehen wird weiß niemand so genau. Der Aktienkurs, der noch zu den guten Zeiten der AG bei ca 50,- Euro notierte ist im sechzig Cent Bereich angekommen und scheint hier auch verweilen zu wollen bis der neue Vivacon Vorstand sich in der Lage sieht wieder bessere Zahlen zu präsentieren. Die Vivacon AG wird derzeit mit 12,9 Millionen an der Börse bewertet.

Mehrere Analysten halten daher die Immobilientitel schon wieder für überbewertet und rechnen nicht mit einer Fortsetzung der Rally. „Die Party könnte bald unglücklich enden“, meint JP-Morgan-Experte Harm Meijer. Auch Fondsmanager Körfgen stellt sich auf ruhigeres Fahrwasser ein. Seiner Ansicht nach wird sich künftig die Spreu vom Weizentrennen. Die Immobiliengesellschaften, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und über eine solide Finanzstruktur verfügen, dürften die Gewinner der Krise sein. Umgekehrt dürfte es für diejenigen Firmen, die ihre Finanzierungsprobleme nicht in den Griff bekommen, immer schwerer werden. Nur wer gehört zu welcher Gruppe? Für Anleger hat dies alles vielleicht auf lange Sicht auch Gutes. Die überzogenen Gehälter und Aufwendungen für die „Verwaltung“ die in diese Branche so üblich sind werden erst einmal deutlich zurückgehen müssen.

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