Author Archives: Lars

Commerzbank, M.M.Warburg und Goldman Sachs sind optimistisch für den Dax

Die Commerzbank-Aktienstrategen trauen dem Dax nach der jüngsten Mini-Konsolidierung noch einen Sprung bis zum Jahresende auf 6 100 Punkte zu. Für 2010 zeigen die Aktienstrategen „vorsichtigen Optimismus“ für deutsche Aktien, sagt Christoph Dolleschal, Leiter Aktienresearch Commerzbank. Die Commerzbank-Strategen halten den gegenwärtigen Kursrückgang an den Aktienmärkten für eine Konsolidierung, nicht für eine Korrektur. Die monetären Indikatoren seien weiterhin positiv zu beurteilen: Starkes Wachstum der Geldmenge M1 in Euroland und die weiterhin steile Zinsstrukturkurve unterstützen die Erholung der Aktienmärkte. Auch ökonomische Frühindikatoren weisen auf eine, wenn auch verhaltene wirtschaftliche Verbesserung hin. Durchgreifende Restrukturierungen konnten den negativen Gewinntrend stoppen und sollten auch im Frühjahr 2010 dafür sorgen, dass sich die Margen deutscher Firmen wieder aus dem Tief erheben. Zu den favorisierten Sektoren zählen die Strategen Zykliker wie Grundstoffe, Industrie und Bau.

Die M.M.Warburg-Strategen sehen den Dax in den kommenden Monaten bis auf 6 200 Punkte zulegen, wie Aktien-Chefin Barbara Effler berichtet. Im Frühjahr zu Beginn der Berichtssaison über das Geschäftsjahr 2009 werde sich zeigen, ob die fundamentalen Daten dieses Niveau stützten, sagt sie. Optimistischer zeigt sich UBS-Deutschland-Chefvolkswirt Martin Lück, der den Dax vorerst bis auf 6 000 Punkte klettern sieht. Bis Ende 2010 erwartet er einen weiteren Anstieg um 15 Prozent auf 6 900 Zähler. Zyklische Sektoren, vor allem exportorientierte Industriewerte, sollen dann von einer anhaltenden Belebung des Welthandels profitieren.

Goldman Sachs empfiehlt Dax-Titel nun „uneingeschränkt zum Kauf, nachdem wir am Jahresanfang eine vorsichtige Haltung eingenommen hatten“, sagt Aktienstratege Gerald Moser. Der Großteil der Indexmitglieder steht auf der Kaufen-Liste der Bank. Die Strategen empfehlen vor allem zyklische Industrieaktien und gewichten Titel aus den Sektoren Chemie, Energie und Auto über. Die aussichtsreichsten fünf Dax-Aktien sind für Moser Eon, Siemens, Allianz, Bayer und die Telekom. Ein Grund für den neuerlichen Dax-Optimismus sind die guten Wachstumsaussichten.

Handelsblatt

ISM Index etwas leichter, warten auf die Fed…

Der viel beachtete ISM Index hat wieder leicht nachgegeben. Die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors haben sich im Oktober 2009 leicht verschlechtert. Dies teilte das Institut for Supply Management eine private Organisation der Industrie, am Mittwoch mit. So sank der ISM-Service-Index von 50,9 Zählern im Vormonat auf nun 50,6 Zähler. Volkswirte hatten einen Wert von 51,5 Punkten prognostiziert. Diese Nachricht muss nicht unbedingt negativ sein, denn der Index befindet sich zwar immer noch über der entscheidenden 50 Punkte Marke und deutet damit auf ein weiteres Wachstum der US Wirtschaft hin, ist aber nicht so weit voraus geeilt das die Fed sich eventuell gezwungen sehen könnte nun doch vorzeitig wieder die Zinsen anzuheben.

Der Markt nimmt diese und andere Konjunkturnachrichten jedenfalls weiter mit Freude auf. Die Indizes können heute allesamt wieder schön zulegen. Das entscheidende daran ist aber das mit den heutigen Kursbewegungen durchaus wieder berechtigte Hoffnung der Bullen auf eine Fortführung des Aufwärtstrends besteht. Damit wäre auch die vorhergehende Kursbewegung und das kurzzeitige Abtauchen des Marktes wieder nur ein weiteres Fehlsignal in diesen holprigen Märkten gewesen. Auf die Bestätigung des Trends müssen wir nicht lange warten. Die Fed wird wohl heute einmal mehr den entscheidenden Impuls liefern und somit der Börsenverlauf morgen darüber entscheiden.

Zweiter Bailout bei RBS und Lloyds erschreckt die Finanzwelt

Wie das britische Finanzministerium mitteilte, wird die Regierung in Großbritannien, für die Royal Bank of Scotland Group Plc (RBS) und die Lloyds Banking Group Plc einen zweiten Bailout in Höhe von 31,2 Mrd. britischen Pfund (GBP) durchführen. Davon erhält die RBS 25,5 Mrd. GBP als Eigenkapitalspritze, der Staat hält damit 84% an der maroden RBS. Die „RBS-Rettung“ ist damit mit bisher insgesamt 45,5 Mrd. GBP (74,74 Mrd. Dollar) die teuerste staatliche Bankenrettung der Welt. Die Steuerzahler im Königreich decken zusätzlich im Rahmen des Asset Protection Scheme (APS) potentielle Verluste der RBS aus 282 Mrd. GBP an toxischen Vermögenswerten ab! Bizarr wirkt die Rettung mit dem massiven finanziellen Aufwand auch vor dem Hintergrund, dass der gesamte Marktwert aller RBS-Aktien aktuell nur noch 20,3 Mrd. GBP beträgt!

Auch die Lloyds Bank bekommt eine dringend benötigte Kapitalerhöhung, insgesamt möchte sie ihr Eigenkapital um 21 Mrd. GBP erhöhen, vom Staat sollen 5,7 Mrd. GBP kommen um den staatlichen Anteil von 43% an der Lloyds zu sichern. Den größeren Teil möchte die Lloyds sich am Kapitalmarkt von privaten Investoren beschaffen. Immerhin Lloyds verzichtet im Gegenzug zur staatlichen Kapitalspritze auf den staatlichen Rettungsschirm für toxische Vermögenswerte.

Ein Bestandteil des Deals mit der Regierung und der EU geschuldet, ist die Trennung von Teilen an Geschäftsbereichen durch die RBS und Lloyds. Ein weiterer, die Boni-Zahlungen werden auf 39’000 GBP pro Mitarbeiter begrenzt und die Auszahlung aus höheren Ansprüchen auf das Jahr 2012 verschoben. Beide Banken verpflichten sich, die bestehenden Verpflichtungen zur Erhöhung der Kreditvergabe an Unternehmen und Hausbesitzer in Höhe von 39 Mrd. GBP zu gewährleisten.

Die öffentlichen Finanzen waren bereits vor dem zweiten Bailout stark unter Druck! Für das laufende Fiskaljahr 2009/10 bis 31. März 2010 war eine Neuverschuldung von 175 Mrd. Pfund veranschlagt. Selbst diese gewaltige Neuverschuldung von 12,4% des Bruttoinlandsprodukts, die höchste Neuverschuldung in der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) gemessen am BIP, könnte nun noch deutlich übertroffen werden!

Bei der RBS gehen trotz massiver Staatshilfen die Arbeitsplatzverluste munter weiter. Die RBS kündigte den weiteren Jobverlust für 3’700 Mitarbeiter an, zusätzlich zu den bereits avisierten 16’000 an Jobverlusten! Großbritannien zeigt deutlich die Fehlentwicklung auf, die fehlende Wertschöpfung in der realen Wirtschaft, steht im Kontrast zum aufgeblähten Finanzsektor. Statt konsequent die Realwirtschaft zu stärken werden Unsummen in den Erhalt des Finanzsystems verblasen. Das Ergebnis ist ein desaströser Arbeitsmarkt, ein schrumpfendes BIP – sechs Quartale in Folge und eine Industrieproduktion mit einem Output auf dem Stand von September 1987!

Die Heidelbergcement AG spart sich reich

Die HeidelbergCement AG hält sich mit Prognosen für 2009 weiterhin  zurück.  Der Baustoffhersteller erwartet aufgrund des anhaltenden Abschwungs aber auch für das vierte Quartal einen rückläufigen Umsatz. Die Belebung in den asiatischen Märkten könne die anhaltende Schwäche in den übrigen Geschäftsregionen nicht ausgleichen, berichtete HeidelbergCement. Die Kostensenkungmaßnahmen dürften das operative Ergebnis dennoch stützen. Dieses werde jedoch ebenfalls unter dem Vorjahresniveau erwartet.

Wichtige Indikatoren wiesen zwar auf eine allmähliche Stabilisierung der Weltwirtschaft und eine langsame Erholung hin. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaftsleistung in den meisten europäischen Ländern und in Nordamerika jedoch noch deutlich unter dem Vorjahr liegen. In den großen asiatischen Schwellenländern gewinne die Wirtschaft dagegen wieder mehr an Schwung. Insgesamt bleibe die Erholung aber zögerlich; die Entwicklung der nächsten Monate sei weiterhin schwer einzuschätzen.

Das Programm „Fitness 2009“ soll nach derzeitigen Schätzungen 500 Mio EUR einsparen helfen. Das bedeute eine Verdopplung im Vergleich zu den ursprünglich avisierten 250 Mio EUR, geht aus der Präsentation zur Telefonkonferenz hervor. HeidelbergCement hatte dieses Ziel im Jahresverlauf sukzessive erhöht und war im ersten Halbjahr noch von 470 Mio EUR ausgegangen.

Das Programm konzentriert sich dabei auf die Senkung der Fixkosten. Der Löwenanteil entfällt dabei mit erwarteten 275 Mio EUR auf die Personalkosten. HeidelbergCement setzt darüber hinaus weiter auf ihre Kosteneinsparungsprogramme, die fortgesetzt werden sollen. Ein weiterer Schwerpunkt bleibe die Cashflow-Ausrichtung sowie die weitere Senkung der Verschuldung. Am Verkauf nicht-strategischer Geschäftseinheiten werde festgehalten – aber nur zu akzeptablen Konditionen. Einen detaillierten Ausblick gab es bei der Vorlage des Neunmonatsberichts am Mittwoch erneut nicht.

Indien treibt Gold auf ein neues Allzeithoch

Wie festgenagelt an der 1.000,- Dollar Marke schien Gold in den vergangenen Monaten zu sein. Bereinigt um Währungseffekte auf Basis eines schwachen Dollars war eine Investition in das Edelmetall nicht wirklich ein gutes Geschäft für Europäer. Das Vorhaben des Internationalen Währungsfonds 400 Tonnen seiner Edelmetallbeständ zu verkaufen hatte den Goldpreis lange schwer belastet. Laut IWF hat die indische Zentralbank 200 der zum Verkauf stehenden 403 Tonnen des IWF-Goldes nun erworben. Der Goldpreis reagierte auf die Nachricht am Dienstag mit einem kräftigen Preisanstieg. Am Abend brach das Edelmetall sogar die alte Rekordmarke von 1070,40 Dollar und setzte ein neues Allzeithoch bei 1087,45 Dollar für die Feinunze.

Stattdessen hatten weite Teile der Branche darauf gewettet, dass die chinesische Zentralbank beim IWF einkaufen würde. Die Bank of China hatte angekündigt, ihre Devisenreserven besser diversifizieren zu wollen und auch vorher schon Gold zugekauft. China ist der sechstgrößte Goldhalter der Welt, Indien hat nun die Europäische Zentralbank überrundet. Diese Nachricht wird den Goldmarkt weiter entlasten, weil es zeigt, dass offenbar mehrere Zentralbanken bereit sind, das IWF-Gold direkt abzunehmen

Die IWF-Verkäufe sind Teil des Ende September in Kraft getretenen dritten Zentralbankgoldabkommens. Damit ist nun schon die Hälfte des möglichen jährlichen Verkaufsvolumens von 400 Tonnen ausgeschöpft. Der Branchenverband World Gold Council erwartet ohnehin, dass die Zentralbanken künftig zu Nettokäufern werden. Im ersten Halbjahr hatten vor allem Privatanleger den Goldpreis nach oben getrieben. Die Finanzkrise hatte sie animiert, in Edelmetalle zu investieren. Laut Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank, könnte der Gold-Kauf der indischen Notenbank die Rally befeuern. „Für den Goldpreis sind das gleich mehrfach gute Nachrichten. So sollen die Verkäufe innerhalb von nur zehn Tagen zu Marktpreisen erfolgt sein. Potenzielle Aufkäufer wie jetzt die indische Zentralbank lassen sich also nicht vom derzeit hohen Preisniveau abschrecken

Warren Buffet kauft sich eine Eisenbahn

Nicht etwa eine von Märklin, H0 oder Minitrix sondern eine richtige! Die US Investmentlegende Warren Buffet, einer der reichsten Männer der Welt kauft sich mit der stolzen Summe von 44 Milliarden Dollar das US Eisenbahnunternehmen Burlington Northern Santa Fe. Diese bislang mit Abstand größte Investition der Buffet Investmentfirma Berkshire Hathaway dürfte einige Fachleute überrascht haben. Zwar weiß man schon seit geraumer Zeit das sich Warren Buffet im Eisenbahnsektor engagiert hat, aber die Größenordnung verwundert dann doch ein wenig.

Auch Warren Buffet hatte sich in den vergangenen Monaten etwas verspekuliert. Der Kurs von Berkshire gab zwischendurch kräftig nach und die Anleger waren zum ersten Mal seit bestehen der Investmentfirma unzufrieden. Mit der Performance und dem Großmeister Buffet. Noch nie war die Kritik an seiner Handlungsweise größer als vor einigen Wochen als der Berkshire Kurs das vorübergehende Tief erreicht hatte. Auch Buffet selber dessen Privatvermögen inzwischen auf „nur noch“ 40 Milliarden Dollar geschätzt wird verlor in dieser Zeit ca 10. Milliarden seines Privatvermögens. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte Berkshire dann wieder einen Nettogewinn von 3,3 Milliarden US-Dollar erzielt und damit das beste Ergebnis seit fast zwei Jahren.

Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway zahle 100 Dollar pro Burlington Aktie und damit einen Aufpreis von 31,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Die Anteilsscheine von Burlington sprangen nach Bekanntgabe der Übernahme vorbörslich um 28 Prozent in die Höhe. Analysten werten Buffetts Engagement als Einstieg in das Kohlegeschäft. Burlington transportiert den Rohstoff innerhalb der USA. Die Übernahme ist eine Wette auf die konjunkturelle Erholung der USA. „Ich liebe solche Wetten“, sagte Buffett. Und ich bin mir sicher der alte Mann weiß was er tut – wie immer. Und am Ende werden wieder alle seinen Mut und sein Näschen für das Besondere bewundern. Vielleicht sollte man sich mal etwas mehr mit der Transportbranche beschäftigen??

Solarworld bestätigt Prognose, Absatzsteigerung um 22 Prozent

Bereits gestern fiel die Solarworld Aktie durch einen starken Intraday Rebound auf.  Einige Marktteilnehmer hatten wohl auf die heute veröffentlichten Zahlen spekuliert. Aufgrund der starken internationalen Qualitätsmarke und etablierter Vertriebsstrukturen konnte die SolarWorld AG die konzernweite Absatzmenge im 3. Quartal um 15 Prozent auf 125 (Vorjahresquartal: 109) MW und kumuliert seit Jahresbeginn um 22 Prozent steigern. Der Umsatz im 3. Quartal lag bei 232,5 (Vorjahreszeitraum: 238,3) Mio. Euro und stieg im Vergleich zum 2. Quartal 2009 um drei Prozent bei gegenläufigen Modulpreisen.

In den ersten neun Monaten belief sich der Umsatz konzernweit auf 634,1 (Vorjahr: 665,4) Mio. Euro. Im Jahresverlauf konnte die SolarWorld ihren Umsatz kontinuierlich über die Quartale steigern. Im 3. Quartal belief sich das EBIT auf 34,7 (Vorjahr: 90,8) Mio. Euro. Die EBIT-Marge für das 3. Quartal belief sich auf 15 Prozent. Für die ersten drei Quartale 2009 erreichte der Konzern ein EBIT von 117,7 (Vorjahreszeitraum: 209,3) Mio. Euro. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 19 Prozent in den ersten neun Monaten 2009. Das Ergebnis nach Steuern aus fortgeführten Aktivitäten betrug im 3. Quartal 16 (Vorjahr: 36,1) Mio. Euro und kumuliert 67,7 (Vorjahreszeitraum: 109,8) Mio. Euro.

Der SolarWorld AG ist es damit gelungen, dem Preisdruck im internationalen Solarmarkt durch Kosteneinsparungen und eine deutliche Erhöhung der konzernweiten Absatzmengen weitgehend entgegenzuwirken. Die Kapazitäten in der Modulproduktion werden auf 500 MW in den USA, 450 MW in Deutschland und 300 MW in Südkorea erhöht, da alle Produktionsstandorte bei Vollauslastung an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten. Die Umsatzprognose 2009 über Vorjahresniveau mit 1 Mrd. Euro als Etappenziel wird bestätigt.

Was ist Pyramidisieren? Und wie funktioniert es?

Was ist Pyramidisieren? Und wie funktioniert es? Als Pyramidisieren bezeichnet man beim Aktienhandel den schrittweisen Auf- oder Abbau von Positionen der nach einem festen Muster erfolgt. Damit soll in erster Linie das Verlustrisiko minimiert und die Gewinnchance eins Trades maximiert werden. Hierzu wird zunächst nur ein gewisser Prozentsatz des Gesamtkapitals das für diese Transaktion zur Verfügung steht investiert. Die Positionsgrößen sind dabei so zu wählen, das zunächst nur eine verhältnismäßig kleine „Testposition“ investiert wird. Meist geschieht dies an relevanten Chartmarken die dem Verlauf einer Aktie als Unterstützung oder als Widerstand dienen.

Im zweiten Schritt wird dann die Positionsgröße für den Nachkauf dieser Aktie erhöht. Sollte der Aktienkurs also die gewünschte Richtung eingeschlagen haben kann die Position zur Gewinnmaximierung nun entsprechend vergrößert werden. Hierzu wird eine Order im Markt platziert die entweder die gleiche Positionsgröße hat wie die erste oder doppelt so groß sein kann. Der Stopp Loss sollte dann in diesem Fall bereits entsprechend auf die Gesamtpositionsgröße angepasst werden.

Im Dritten und vierten Schritt der Pyramidisierung verfährt man dann weiter so wie in Schritt zwei beschrieben. Wie viele Schritte bis zur Vollendung des Trades eingegangen werde ist individuell zu betrachten. Je nach Risikoneigung und Gesamtpositionsgröße. Pyramidisierung kann aber auch genutzt werden um bei weiter fallenden Kursen einen letztendlich adäquaten Durchschnittskurs zu erzielen. Hierzu wird wie oben beschrieben die Positionsgröße an weiteren relevanten Chartmarken immer wieder erhöht. Im Optimalfall sind auch diese Positionsgrößen dann ansteigend. Das System des Pyramidisierens wird auch als sytemabhängiges Positionsmanagement bezeichnet.

Es gibt keine festen Regeln oder Verhaltensweisen für ein „richtiges“ Pyramindisieren. Die gewählten Positionsgrößen können theoretisch auch alle gleich groß sein und es können auch wesentlich mehr Einstiegs-oder Ausstiegspunkte gewählt werden. Der Abbau von Positionen kann ebenfalls durch entsprechende Teilverkäufe und Gewinnmitnahmen „pyramidisierend“ erfolgen. Letztendlich entwickelt jeder Trader auf längere Sicht hier sein eigenes Konzept. Im weiteren Verlauf müssen die Positionsgrößen natürlich immer an das zur Verfügung stehende Kapital und die allgemeine Marktsituation angepasst werden.

Sind das jetzt schon wieder Grabbeltisch-Kurse?

Der Markt fängt sich! Die Frage ist nun ob ein Einstieg in die zuletzt stark zurückgekommenen Aktien bereits wieder lohnt. Viele der Titel auf meiner Watchlist sind bereits jetzt wieder auf einem sehr interessanten Niveau. Charttechnische Unterstützungen haben gehalten, bzw. wurden bestätigt. Eigentlich ein gutes Zeichen, wenn da nicht die Unsicherheit und vor allem die hohe Nervosität der Marktteilnehmer wäre. In der vergangenen Woche hatte ich – zum ersten mal in diesem Jahr – ein eher schlechtes Timing. Der Donnerstag präsentierte sich mit stark steigenden Kursen und lieferte ein Fehlsignal, denn am Freitag ging es kräftig runter wie wir alle wissen. Somit bin ich mit meinen ersten Positionen klassisch zu früh wieder eingestiegen. In Summe ist der Buchverlust aber noch überschaubar und entsprechende Nachkäufe habe das Bild schon wieder deutlich aufgehellt.

Natürlich ist diese Strategie in dem momentanen Börsenumfeld eher riskant aber ich habe meine Positionsgrößen bewusst erst einmal klein gehalten um nun Stück für Stück durch Pyramidisieren aufzustocken. Die Aktien sind nahezu die gleichen geblieben. Neben Klöckner&Co. sind wieder Centrotherm, Roth und Rau, Bauer und Heidelcement im Depot. Q-Cells, GEA Group und Solarworld wurden aufgestockt. Nordex, SKW Stahl und Wienerberger sind unverändert im Depot. Ausserdem kam heute mal wieder eine Tradingposition Continental dazu. Kauf hier war 34,35, Kursziel ist 37,- Euro. Der weitere Verlauf dieses Depots hängt nun natürlich maßgeblich davon ab ob der US Markt heute und in den kommenden Tagen mitspielt. Die Frage ob dies also schon Grabbeltisch-Kurse sind wird wohl bald beantwortet…

Die Amis haben nichts dazu gelernt…

In den USA werden wieder genau so viele Subprime-Kredite vergeben wie vor Ausbruch der Finanzkrise. Kritischen Beobachtern drängt sich immer mehr der Eindruck auf: Die Amerikaner haben nichts dazu gelernt. Die großen Banken zahlen wieder hohe Boni wie eh und je, die Notenbank Fed trägt mit ihrer Nullzinspolitik zur Entstehung neuer Blasen an den Aktienmärkten bei – und nun auch noch das: Kunden mit geringer Kreditwürdigkeit bekommen in den USA weiterhin Immobilienkredite.

Der Marktanteil dieser schlecht besicherten Subprime-Kredite hat sogar mit rund 20 Prozent schon wieder das Niveau vor der Finanzkrise erreicht. Das geht aus einer Studie der Fed hervor. Dabei gilt gerade diese Form von Krediten wegen des hohen Risikos von Zahlungsausfällen als eine der Hauptursachen für die Immobilien- und Finanzkrise in den USA.

Der große Unterschied im Vergleich zu den Zeiten vor Ausbruch der Finanzkrise: Die privaten Institute haben aus den jüngsten Erfahrungen gelernt, ihre Kreditvergabe an weniger zahlungskräftige Kunden ist auf fast Null gesunken. Dagegen üben die quasi-staatlichen Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mittlerweile eine laut Fed „beispiellose Stützungsfunktion für den Immobilienmarkt“ aus. Fast 95 Prozent der neu vergebenen Kredite werden über sie abgewickelt.

Fannie Mae und Freddie Mac gehen somit sehenden Auges und durchaus politisch gewollt unkalkulierbare Risiken ein. Denn sollten diese finanzschwachen Kunden ihre Kredite nicht bedienen können, so müsste der Staat mit neuen Rettungsgeldern einspringen, um einen Zusammenbruch der Institute zu verhindern. Doch die staatlichen Mittel sind zunehmend begrenzt. Sollte der Staat indes den Hilferufen der beiden Institute nicht nachkommen, würde er dadurch einen neuerlichen Verfall der Immobilienpreise mit wiederum weitreichenden Folgen riskieren.

Dax Quo vadis?

Meine gestrige Chartanalyse ist mit dem heutigen Handelsverlauf bereits wieder hinfällig. Der Dax hat die Marke von 5440 Punkten heute in einem Rutsch deutlich unterschritten und wechselt damit vom Aufwärtstrend nun in den Abwärtstrend. Wie weit diese Korrektur nun gehen kann wissen wohl die wenigsten. Deswegen ist es vielleicht ratsam sich die möglichen Korrekturziele nach Fibonacci etwas näher anzuschauen um eine klarere Vorstellung zu bekommen. Legt man also den gesamten Aufwärttrend seit März diesen Jahres zu Grunde verläuft das erste Ziel im Dax bei 5.345 Punkten und somit genau da wo wir uns aktuell auch befinden. (23,6% Retracement)

Damit besteht also zumindest eine gute Chance dafür das sich der deutsche Leitindex hier nun erst einmal fangen sollte. Natürlich wird das nur Funktioneren wenn die US Börsen da auch mitspielen. Im S&P 500 war nach dem heutigen Bruch der Unterstützung bei 1.040 Punkten die 1.023 Punkte Marke das nächste Ziel, allerdings gibt es auch noch eine weiter Unterstützungszone um die 1.030 Punkte. Sollten diese also heute ebenfalls halten könnte das Schlimmste schon vorbei sein.

Wenn der Markt allerdings noch weiter korrigieren will ist das 50% Retracement nach Fibonacci erst wieder bei glatten 5.000 Punkten zu finden und damit noch einen ganzen Stock tiefer. Dazu kommt noch das solche runden Marken meist eine unbändige Anziehungskraft ausüben und gerne wieder getestet werden. Aber auch dann sollte es zwischen diesen beiden Szenarien zunächst einmal wieder zu einer technischen Korrektur der Abverkäufe der letzten Tage kommen. Diese könnte im Optimalfall sogar nochmal bis 5.600 Punkte im Dax führen. Ganz nebenbei bemerkt würde der Kursverlauf des Dax damit seine Parallelen zu dem aus dem Jahr 2003 wieder aufnehmen.

BRIC Börsen unter Druck, Heftige Verluste in Russland und Indien

Der indische Leitindex SENSEX bröckelte in Mumbai um 3,09 Prozent ab auf 15.404,94 Punkte. Der Aluminium- und Kupferkonzern Hindalco hat im abgelaufenen Quartal einen herben Gewinneinbruch hinnehmen müssen und die Erwartungen klar verfehlt. Die Aktie brach an letzter Stelle im SENSEX um gut 10 Prozent ein. Titel des Kupfererzeugers Sterlite kamen daneben um über 6 Prozent zurück. Reliance Communications gaben fast 6 Prozent ab. Der Mobilfunkbetreiber hat im letzten Vierteljahr deutlich weniger verdient. Dabei wurden die Schätzungen deutlich verfehlt.

Aus Moskau werden zur Stunde herbe Abschläge gemeldet. So sackt der RTS-Index aktuell um 3,38 Prozent ab auf 1.311,22 Punkte. Titel der Sberbank liegen mit über 4 Prozent im Minus. LUKoil geben 3,4 Prozent und Gazprom 3,2 Prozent ab. Surgutneftegas büßen 3,4 Prozent ein. In Brasilien fand am Montag feiertagsbedingt kein Handel statt. Der Bovespa-Index schloss am Freitag 3,41 Prozent schwächer bei 61.545,50 Punkten

Aus China wurden heute gemischte Vorzeichen gemeldet. Der Shanghai Composite konnte an die starke Vortagesentwicklung anknüpfen und um 1,22 Prozent vorrücken auf 3.114,23 Punkte. Der Hang Seng fiel dagegen um 1,76 Prozent zurück auf 21.240,06 Zähler. Papiere des Kohleförderers China Shenhua Energy gewannen in Shanghai 1 Prozent. Zhongjin Gold schlossen mit fast 3 Prozent im Plus. Titel der Großbank CCB gaben in Hongkong als Umsatzspitzenreiter 2,4 Prozent ab. Daneben verloren HSBC 0,8 Prozent, China Life 2,7 Prozent, Bank of China ebenfalls 2,7 Prozent und ICBC 1,8 Prozent. Die Aktie des Ölkonzerns PetroChina kam um 1,9 Prozent zurück. CNOOC schlossen mit 2,9 Prozent im Minus.

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