Author Archives: Lars

Was ist los bei Solarworld?

Die Solarworld Aktie befindet sich immer noch in der Bodenbildungs-Phase. Auch heute konnte die Aktie nach einem verheißungsvollen Intraday Rebound im gestrigen Handel und einem ordentlichen Start heute den Kurs nicht halten und fiel wieder zurück auf 14,- Euro. Hier sehen wir auch aktuell die Unterstützung für die Solarworld Aktie. Trotz negativer Analystenkommentare heute die eine Kursziel von 9,- Euro für die Aktie prognostizieren sollte das aktuelle Niveau nicht weiter unterschritten werden. Spätestens im Bereich um 13,50 Euro sehen wir gute Einkaufskurse. Die zuletzt von Solarworld präsentierten Zahlen waren schwach und Marktbeobachter sind sich einig das die Solarworld AG nur mit einem starken vierten Quartal die gesteckten Ziele noch erreichen kann.

Und genau davon gehen die Fachleute aus! Auf der Homepage von pvXChange, einem Photovolatik Zwischenhändler haben wir folgenden Bericht gefunden: Nachdem sich die Modulpreise im September schon nahezu stabilisiert hatten, sind sie für Lieferungen ab dem Monat Oktober zum ersten Mal in diesem Jahr wieder angestiegen. Aber auch Wechselrichterpreise werden aufgrund eines akuten Engpasses zum ersten Mal von vielen Anbietern nach oben korrigiert.

Die Nachfrage nach sämtlichen Komponenten einer PV-Anlage hat seit Anfang September stärker und schneller angezogen, als viele Hersteller und Großhändler erwartet hatten. Dadurch konnten viele von ihnen bald sehr schnell keine Neuanfragen mehr bedienen. Zahlreiche Produkte sind für dieses Jahr bereits restlos ausverkauft. Vor allem fehlen leistungsstarke Module bekannter Marken sowie im Dünnschichtbereich Produkte auf Basis mikrokristallinen Siliziums und Cadmiumtellurid. Hier war auch der heftigste Preisanstieg in kürzester Zeit zu erkennen.

Ebenso ernüchternd ist mittlerweile die Suche nach geeigneten Wechselrichtern. Viele Projekte werden vor Jahresende wohl nicht mehr abgeschlossen werden, da zwar Module bereitstehen, nicht jedoch Inverter oder Montagesysteme. Man versucht sich daher mit Importen aus dem benachbarten Ausland zu behelfen. Waren manche spanischen Lager Anfang September noch voll mit Ware, die aus dem vorherigen Jahr übrig geblieben ist, so sind diese nur wenige Wochen später bereits ausgeräumt. In Spanien selbst wurden 2009 bis dato nur rund 8,6 Megawatt ans Netz angeschlossen, obwohl es mehr als 250 Megawatt Leistung innerhalb genehmigter Projekte gibt.

Da die Vergütungssätze nicht nur in Deutschland, sondern auch in Tschechien oder in Belgien ab Januar 2010 gesenkt werden, wächst der Druck auf Installateure und Projektentwickler allerorts. Demzufolge erwarten wir, dass die Preise für die begehrten Restkontingente bei Modulen und Wechselrichtern bis Mitte November stetig steigen werden. Dagegen hilft wohl auch die Taktik mancher Hersteller nicht, bereits jetzt Preisreduzierungen von zehn Prozent auf aktuelle Listenpreise anzukündigen, wenn für Lieferungen im neuen Jahr sofort eine Bestellung ausgelöst wird.

Eigenen Berechnungen, aber auch fremden Quellen zufolge dürften 2009 bis zu vier Gigawatt Photovoltaikleistung neu installiert werden. Insgesamt erleben wir in Deutschland gerade wieder einen nie da gewesenen Photovoltaikboom, der nicht zuletzt auf den Ausgang der Bundestagswahl zurückzuführen ist. Die Befürchtung, dass die Koalition aus CDU/CSU und FDP eine drastische Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom erwirken wird, führt in diesem Jahr wieder einmal zu der bereits wohl bekannten, aber bestgehassten Jahresend-Rallye.

Hört sich erstmal gut an und man kann nur hoffen das die Kollegen von pvExchange Recht behalten werden. Wir bei Investors Inside sehen die Entwicklung ähnlich. Der Tiefpunkt der deutschen Solarindustrie sollte bald durchschritten sein. Bei wieder steigenden Kursen sollte die Solarworld Aktie bald wieder die 15-Euro-Marke überwinden können und zunächst in den Bereich um 15,30/15,40 Euro vorstoßen.

Kali und Salz vor den Zahlen

Die Kali und Salz AG präsentiert am Donnerstag die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2009. Viel Freude wird aber wohl nicht aufkommen bei den Aktionären. Die Prognosen der befragten Analysten sind nicht gerade vielversprechend. Nach neun Monaten erwarten sie Umsätze in Höhe von durchschnittlich 2,54 Milliarden Euro, was einem Rückgang um 33 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 entspricht. Deutlich schlechter könnte es noch bei dem bereinigten Ergebnis nach Steuern aussehen. Hier erwarten die Experten einen Einbruch um satte 90 Prozent auf 77 Millionen Euro. Genauso deutlich fällt dann das Ergebnis je Aktie auf 0,48 Euro. Das dritte Quartal in der Alleinbetrachtung sieht sogar noch düsterer aus.

Die Beobachtungen der Analysten können einem als Aktionär also durchaus Angst machen. Operativ wird man wohl nur noch ein Zehntel der letztjährigen Zahlen verdienen: 45,6 Millionen Euro statt 465,6 Millionen Euro lautet die Expertenschätzung. Noch schlimmer sieht es beim Nettogewinn aus, hier drohen rote Zahlen. Die Analysten erwarten ein Minus von 5,1 Millionen Euro statt eines Gewinns von 358,1 Millionen Euro wie 2008. Sollten sich diese zahlen bewahrheiten dürfte die Kali und Salz AG vor einer Neubewertung stehen. Im Falle deutlich besserer Zahlen könnte dies aber auch zu einer entsprechenden Kursreaktion nach oben führen.

Auffällig ist das sich die K+S Aktie bereits seit Wochen hartnäckig über der Marke von 36,50 Euro halten kann. Trotz diverser Herabstufungen ist ein Ausverkauf der Aktie auch im schweren Börsenwetter bislang ausgeblieben. Vor wenigen Tagen wurde sogar mal wieder an der 40,- Euro Marke „gekratzt“ Die Aktie befindet sich kurzfristig immer noch in einem leicht ansteigenden Aufwärtstrendkanal, der zwischen besagten 36,50 Euro und ca. 40,20 Euro verläuft. Kann die obere Begrenzung überwunden werden dürften die Kursgewinne dennoch überschaubar ausfallen. Unter der Marke von 36,50 Euro hingegen drohen weitere Rücksetzer bis 35,-, 32,70 oder gar 30,- Euro. Für langfristig orientierte Anleger könnten dies dann aber wieder interessante Kurse sein…

Neue Indizes der Deutschen Börse auf Kohle, Gold, Shipping und Stahl kommen

Die Deutsche Börse führt vier neue DAXglobal-Indizes ein Mit den Indizes DAXglobal Coal, DAXglobal Gold Miners, DAXglobal Shipping und DAXglobal Steel können Investoren am Wachstum der globalen Rohstoffmärkte und des internationalen Handels partizipieren, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heißt.

Der DAXglobal Coal-Index bilde die zehn größten Unternehmen des Kohlesektors ab. Der Index ermögliche den einfachen Zugang zur weltweiten Kohleindustrie. Der DAXglobal Gold Miners-Index enthalte die Top 10-Unternehmen der Branche, die mindestens 50% ihres Umsatzes mit Goldminen erzielten. Der DAXglobal Shipping-Index setze sich aus zehn globalen Unternehmen zusammen, die aus den Bereichen Güterverkehr und Schiffbau stammen. Der DAXglobal Steel-Index bilde die zehn größten Unternehmen des Stahlsektors ab, die mindestens 50% ihres Geschäfts mit Erzminen oder mit der Produktion von Stahl machen.

Wie bei allen Indizes aus der DAXglobal Familie werde auch bei diesen neuen Indizes ein besonderes Augenmerk auf die Handelbarkeit der Indizes und der im Index enthaltenen Unternehmen gelegt. In allen vier neuen DAXglobal-Indizes seien die Werte deshalb mit einem maximalen Gewicht von jeweils 15% im Index enthalten.

Auswahlkriterien für den DAXglobal Coal, DAXglobal Gold Miners, DAXglobal Shipping und DAXglobal Steel seien jeweils die Marktkapitalisierung und der durchschnittliche tägliche Börsenumsatz der letzten drei Monate. Die Marktkapitalisierung der Indexmitglieder müsse bei mindestens 500 Mio USD liegen, der durchschnittliche tägliche Börsenumsatz bei 2 Mio USD. Die Berechnung erfolge jeweils als Kurs- und Performance-Index in Euro. Die Indexzugehörigkeit soll zweimal jährlich überprüft werden.

Gagfah lockt mit dicker Dividende trotz Verlust

Deutschlands größte Immobiliengesellschaft, die Gagfah Immobilien AG, hat momentan rund 170.000 Wohneinheiten im Bestand. Überwiegend befinden sich die Immobilien im Raum Berlin und Dresden. Im Dritten Quartal konnte die Gagfah AG zwar nicht wieder in die Gewinnzone zurückkehren, dennoch lag das Ergebnis leicht über den Erwartungen des Marktes. So stieg das operative Ergebnis im dritten Quartal in absoluten Zahlen deutlich von 38,2 auf 46,2 Millionen Euro. Analysten waren lediglich von 41 Millionen Euro ausgegangen. Beim Nettoergebnis sehen die Zahlen aber leider immer noch alles andere als rosig aus. Vor Steuern lag der Fehlbetrag im Quartal bei 37,9 Millionen Euro, netto lag das Minus bei 24,7 Millionen Euro, nach minus 16,3 Millionen Euro im Vorjahr.

Verantwortlich für den Quartalsverlust waren wie im zweiten Quartal gestiegene Zinskosten. Außerdem trugen Abschreibungen auf den Immobilienbestand zum Ergebniseinbruch bei. Der Net Asset Value hat sich innerhalb von drei Monaten von 13,17 Euro je Aktie auf 12,81 Euro je Aktie per Ende September 2009 verringert. Statt der AG weiter einen Sparkurs zu verordnen hat die Gagfah Führung nun beschlossen eine Dividende von 20 Cent je Anteilsschein auszuschütten um die Aktionäre bei Laune zu halten. Die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen darf durchaus bezweifelt werden. Bei einem derzeitigen Aktienkurs von 6,75 ergibt dies eine aufs Jahr hochgerechnete Dividendenrendite von rund zwölf Prozent. Ob dies der tatsächlichen Entwicklung des Immobiliengeschäfts der Gagfah AG Rechnung trägt bleibt abzuwarten. Dennoch hat die Deutsche Bank hat die Einstufung für Gagfah auf „Buy“ mit einem Kursziel von 7,80 Euro belassen.

Volkswagen Aktien kräftig unter Druck

Die VW Aktien sind heute kräftig unter Druck. Die Vorzugsaktien geben aktuell 11,5 Prozent ab und auch die Stammaktien sind bereits mit über zwei Prozent im Minus. Grund hierfür war die Ankündigung des Emirates Katar 25 Millionen seiner kürzlich erworbenen VW Vorzugsaktien heute am Markt zu platzieren. Damit gibt der Staatsfonds des Emirates, die Qatar Investment Authority etwa die Hälfte seiner Vorzüge an dem Autokonzern wieder ab. Sichtlich geschockt reagieren die Anleger auf diese überraschende Meldung, war doch noch vor kurzem die Rede von einer langfristigen Partnerschaft. Marktbeobachter sehen den Grund für den verfrühten Ausstieg der Araber in der geplanten Kapitalerhöhung des VW Konzerns.

Offensichtlich erachtet man es seitens des Staatsfonds als sinnvoll noch vor der geplanten Kapitalmaßnahme Kasse zu machen um dann den Anteil an den Stammaktien der Gesellschaft zu erhöhen.  Katar will nach eigenen Angaben bei Volkswagen weiterhin als strategischer Investor an Bord bleiben. Der Plan, den Anteil an VW auf 17 Prozent auszubauen, wurde nicht in Frage gestellt. Katar hat bereits knapp sieben Prozent der Stammaktien an VW und eine Option auf insgesamt 17 Prozent. Das Emirat hat sich nach eigenen Angaben verpflichtet, die andere Hälfte seiner VW Vorzugsaktien bis zum Jahresende zu halten. Das Gesamtvolumen der Platzierung beläuft sich auf 1,8 Mrd. Euro.

Börsianer werteten den starken Abschlag als ein Zeichen dafür, dass wohl ein recht niedriger Platzierungspreis erzielt wurde. Die Platzierung sei „eine große Überraschung“, sagten Händler. Der Zeitpunkt und die Art und weise sind nicht unbedingt glücklich gewählt und man stellt sich als geneigter Leser zwangsläufig die Frage was könnte wirklich dahinter stecken? Ob also erklärende Meldungen folgen werden wird man in Kürze erleben. Zunächst einmal sind die Aktien auf Talfahrt und die spannende Frage ist wo die Reise hingeht. Die Vorzüge haben aus charttechnischer Sicht mindestens Platz nach unten bis ca 55,- Euro. Dem entsprechend könnte der Kursverlauf bei den Stämmen die ja immer noch als überbewertet gelten auch noch eine Weile Richtung Süden zeigen..Kurse über 100,- Euro könnten bald der Vergangenheit angehören.

Der Escada Zock geht weiter

Die Escada Aktie konnte gestern satte 92 Prozent zulegen. In der Spitze notierte die nun eigentlich wertlose Aktie des Modekonzerns sogar bei 2,06 Euro in Frankfurt. Natürlich kann man dies durchaus als lohnendes Kurzfrist-Investment bezeichnen wenn man zur richtigen zeit ein- und ausgestiegen ist. Und genau hier liegt das Problem. Marktbeobachter reiben sich beim Blick auf die Escada Aktie in den letzten beiden Tagen verwundert die Augen. Hat doch die Nachricht das Megha Mittal,  die Schwiegertochter von Stahl Milliardär Mittal einige Assets des Modekonzerns Escada kaufen möchte und gestern sogar schon dort shoppen war dazu geführt das der Aktienkurs explodiert ist. Inzwischen hat die Escada AG, zumindest auf dem Papier, wieder eine Bewertung erreicht die höher liegt als vor der Ankündigung der Pleite des Unternehmens!

Woher diese Euphorie kommt ist mir etwas schleierhaft, wahrscheinlich ist es die selbe Mischung wie immer nur etwas exzessiver. Die Zocker wittern Ihre Chance und treiben die Sau durchs Dorf (entschuldigte bitte meine Ausdrucksweise, aber das ist in der Börsenwelt durchaus ein gängiger Begriff) Die Gierigen und die Ahnungslosen springen dann noch schnell auf den fahrenden Zug auf in der Hoffnung schnell viel Geld zu machen. Wenn letztere sich dann kurz an Ihrem Erfolg laben können und damit beschäftigt sind sich selber für diesen gelungenen Deal auf die Schulter zu klopfen fangen die Zocker bereits an die nun teuren Stücke kräftig abzuladen. Meistens lassen sie die Aktie dann aber nicht sofort wieder fallen sondern versuchen das Spiel zwei bis dreimal durch zu spielen. Soll heißen zwischendurch wird der Kurs immer wieder hochgekauft um in der Euphorie der anderen dann wieder Pakete abzuladen.

Also nochmal zusammengefasst in Kurzform. Megha Mittal kauft nur die Vermögenswerte der Escada AG, ein so genannter Asset Deal und wird nicht die AG so wie sie ist übernehmen! Das heißt es werden keine Aktienpakete im großen Umfang durch die Familie Mittal erworben, und wenn würde dies wahrscheinlich nicht über die Börse passieren. Die Escada AG ist hoch verschuldet, allein die bis 2012 laufende Escada-Anleihe ist 200 Millionen Euro schwer, und Marktschätzungen besagen das die Mittals nur ca. 30 Millionen Euro für die Vermögenswerte zahlt. Diese werden dann zur Befriedigung der Gläubiger verwendet – erstrangig wohlgemerkt! Selbst wenn es 50 Millionen Euro wären die als Kaufpreis bezahlt werden ist also die Chance das hier für die Aktionäre etwas übrig bleibt gleich null! Für Megha Mittal ist der Kauf dieses Unternehmens leicht aus der Portokasse zu bezahlen, für den Anleger der einen Totalverlust erleiden kann eher nur eine schmerzliche Erfahrung.

Rational AG, Tognum und Bilfinger Berger mit ordentlichen Zahlen

Rational, der Hersteller von Großküchengeräten konnte seinen Umsatz nahezu halten aber den Gewinn kräftig steigern. Das eingeleitete Sparprogramm sowie die deutlich günstigere Rohstoffpreise verhalfen der Rational AG im Dritten Quartal zu einem Ergebnis-Plus von 28 Prozent. Wie die Landsberger heute morgen, stieg der Gewinn vor Zinsen und Steuern auf 25,4 Mill. Euro. Der Umsatz blieb mit einem Minus von drei Prozent auf 78,7 Mill. Euro weitgehend stabil. Damit übertraf Rational die Schätzungen der Experten vor allem beim Ebit deutlich. Der Chef der Rational AG, Günther Blaschke , ist zuversichtlich das Rational AG auch das Gesamtjahr nun sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis erfolgreich abschließen werde.

Die Tognum AG hat heute erneut die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Der Antriebssystem- und Energieanlagen -Hersteller musste zwar im abgelaufenen dritten Quartal einen Ergebnisrückgang verbuchen, dieser fiel aber deutlich geringer aus als dies vom Markt erwartet wurde. Das erwirtschaftete Konzernergebnis betrug 15,8 Mio. Euro, nach 39 Mio. im Vorjahr. Auf bereinigter Basis betrug der Überschuss 16,5 Mio. Euro. Hier hatten die Analysten im Schnitt nur mit zehn Mio. Euro gerechnet. Stärkere Einbußen musste Tognum auch beim Umsatz verbuchen. Mit nur 526 Millionen Euro nach 787 Millionen Euro im Vorjahr fiel dieser Wert deutlich zurück. Die Gewinnmarge soll aber weiterhin stabil bei sechs bis neun Prozent liegen.

Ebenfalls die Prognose für das Gesamtjahr erneut bekräftigt hat der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger. Der Gewinn sei wegen einer Millionen-Risikovorsorge aus einem Straßenprojekt in Katar im dritten Quartal auf sieben (Vorjahreszeitraum 54) Mill. Euro eingebrochen, teilte die im MDax gelistete Gesellschaft heute mit. Die Bauleistung ging nur leicht auf 2,740 (2,897) Mrd. Euro zurück. Gestützt auf ein starkes Servicegeschäft und ein durch Sonderlasten geprägtes Baugeschäft sackte das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 21 (93) Mill. Euro ab. Der Konzern übertraf damit die Erwartungen. Mittelfristig will sich Bilfinger Berger nun aus den Bauaktivitäten etwas mehr zurückziehen und den Dienstleistungssektor stärken hieß es. In Australien ist ein Börsengang der Bauaktivitäten geplant um mit dem Erlös daraus zur Stärkung der Provitabilität und Verbesserung des Risikoprofils des Konzerns beizutragen.

Heidelberger Druckmaschinen AG, Angst vor den Zahlen…

Morgen muss die Heidelberger Druck AG die Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal bekannt geben und die Erwartungen sind eher bescheiden. Die Hersteller von Druckmaschinen stecken in ihrer bislang schwersten Krise. Infolge des Einbruchs im Print-Werbemarkt sind Neuaufträge und Umsätze der Unternehmen drastisch eingebrochen. Aber nicht nur die Flaute ist die Ursache für die schlechte Lage, in der sich Heidelberger Druckmaschinen, Manroland und König & Bauer befinden. Die Industrie ist angesichts einer dauerhaften Verlagerung von Kommunikation in Richtung Internet von nachhaltigen Überkapazitäten geprägt. Ob sich dies bald ändern wird darf angesichts dieser Verlagerung bezweifelt werden. Der Online Werbemarkt floriert, und das zu Recht und nicht zuletzt wegen einer erheblich besseren Transparenz und Meßbarkeit der werblichen Maßnahmen.

Was sich bereits seit Jahren abzeichnet ist nun traurige Gewissheit geworden. Die deutsche Druckindustrie steckt in der vielleicht schwersten Krise die es je gab. Wie verheerend die Entwicklung ist, zeigt der Druckmaschinenhersteller Wifag. Die Schweizer sind zwar die Nummer vier der Branche, können aber im Wettbewerb mit den drei deutschen Unternehmen nicht mehr mithalten. Die Hoffnung der Wifag auf ein eigenständiges Fortbestehen der wurde durch den „nie da gewesenen Auftragseinbruch“ und Preiskampf zunichte gemacht.

Im laufenden Geschäftsjahr werden die Umsätze von Heidelberger wohl um rund ein Drittel auf etwa zwei Mrd. Euro einbrechen und unter dem Strich tiefrote Zahlen stehen. Vorstandschef Bernhard Schreier rechnet mit einem Ebit-Verlust von 110 bis 150 Mio. Euro. Heute will Schreier die Bilanz für das erste Halbjahr 2009/10 vorlegen. Die Investoren werden dabei auch Antworten auf die Frage haben wollen, wie es weitergeht. Zuletzt betonte das Unternehmen, dass es eigenständig durch die Krise manövrieren will. Ob das realistisch ist? Der Preisverfall bei Druckerzeugnissen schreitet seit Jahren stetig voran. Dementsprechend sind die Margen und Gewinn der Druckereien oft überschaubar und man arbeitet hier mehr für den Umsatz und Marktanteile als für alles andere. Neuinvestitionen werden weitestgehend zurückgestellt. Wovon sollten diese auch bezahlt werden?

Ein weiteres Problem dürfte sicherlich die Finanzierung solcher neuen Druckmaschinen sein. Schon eine „normale“ Offsetdruck. Maschine mit fünf oder sechs Druckwerken kostet 1,3 Millionen Euro. Mit etwas Zubehör oftmals mehr. Früher wurden solche Investitionen, je nach Auftragslage innerhalb von 2-3 Jahren locker eingespielt. Heute sieht diese Rechnung leider ganz anders aus. Die Nachhaltigkeit des jetzigen Aufschwungs der Weltwirtschaft ist ungewiss. Sollte sich der Trend bestätigen werden zunächst wohl erst einmal andere Werbeformen wie die Onlinewerbung und eventuell auch TV-Werbung wieder in Gang kommen. Wann und in welcher Form und Umfang sich dann die Druckindustrie wieder erholen kann ist noch offen. Nahezu sicher ist wohl aber das es noch eine ganze Weile dauern wird. man sollte sich also von den Quartalszahlen von Heidelberger Druck morgen und vielleicht auch in den nächsten Quartalen nicht allzu viel erhoffen..

Goldman Sachs – Gottes Werk und Teufels Beitrag!

Bis jetzt hatte ich eigentlich die Goldman Sachs Aktie für ein gutes Investment gehalten. Zusammen mit JP Morgan ist das US Investmenthaus mit am besten durch sie Krise gekommen, und dann heute das: Der Chef der US-Großbank Goldman Sachs hat hohe Profite und Bonuszahlungen als Zeichen für eine Erholung der Weltkonjunktur bewertet. In einem Interview der Londoner „Sunday Times“ sagte Lloyd Blankfein: „Wir helfen den Unternehmen zu wachsen, indem wir ihnen helfen, Kapital zu bekommen. Unternehmen, die wachsen, schaffen Wohlstand. Und das wiederum ermöglicht es den Menschen, Jobs zu haben, die noch mehr Wachstum und noch mehr Wohlstand schaffen.“ Banken, so seine Schlussfolgerung, haben einen gesellschaftlichen Zweck und verrichten „Gottes Werk“.

Das schlägt dem Fass doch wirklich nun den Boden aus. Über soviel Arroganz und eine so falsche Sichtweise und Selbstüberschätzung kann man sich nur wundern. Ich betrachte diese Aussage persönlich als eine Ohrfeige an alle Steuerzahler! Die Banken verrichten Gottes Werk – das sollten wir uns unbedingt alle merken wenn wir in die nächste Krise schliddern! Vielleicht ist es dann auch viel leichter dies alles zu ertragen, seinen Job zu Verlieren , kein Dach mehr über dem Kopf zu haben und nicht zu wissen wie man seine Familie im kommenden Monat ernähren soll. Die Wege des Herrn sind eben unergründlich!!! Goldman Sachs hatte im dritten Quartal einen Gewinn von drei Mrd. Dollar verbucht und will mehr als 20 Mrd. Dollar als Boni zum Jahresende zahlen.

Kritiker werfen den Banken vor, aus der Finanzkrise nichts gelernt zu haben und weiterhin hochriskante Geschäfte abzuwickeln. Ihre jüngsten Gewinne verdankten sie vor allem den Unterstützungsmaßnahmen von Staat und Zentralbank. Blankfein sagte, er könne verstehen, dass es auch Menschen gebe, die über die Handlungsweise der Banken verärgert seien. Dazu dürfte der Goldman Chef durch seine  jüngsten Aussagen nun erheblich beigetragen haben!

Was ist los bei Vivacon?

Die Vivacon AG steckt schwer in der Krise. Gut klingende Projekte wie Geistinger Park, Dalberger Hof, Haus Westend oder MyStudios können da nicht viel Abhilfe schaffen. Nach mehreren Veräusserungen von Tochterunternehmen an die Peach Property Group,  sowie auch einigen Insolvenzen von Objektgesellschaften des Konzerns sind die Anleger mehr als verunsichert. Dies liegt sicherlich auch an der Entwicklung des Aktienkurses der sich in den vergangenen beiden Jahren vom Hoch bei 17,50 Euro inzwischen bei ca. 70 Eurocent wiederfindet. Die Lage scheint ernst zu sein und was alles noch viel undurchsichtiger macht ist das der Vivacon Vorstand seit nunmehr fast einem Jahr nicht für nötig hält Quartalszahlen zu veröffentlichen oder eine Hauptversammlung abzuhalten.

Bäumchen Wechsel dich…Auch das muntere Stühle rücken im Vorstand der Vivacon AG schafft nicht gerade vertrauen..Herr Eckhard Rodemer scheidet wie es heißt, vereinbarungsgemäß zum 31.12.2009 als Vorstand der Vivacon AG aus. Der Aufsichtsrat, dem Herr Rodemer bis Ende 2008 angehörte, hatte ihn zu Anfang des Jahres 2009 befristet für ein Jahr zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Er verantwortet die Bereiche Finanzen, Strategie und die mit der Gestaltung des Sanierungskonzepts verbundene Umstrukturierung der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat dankt Herrn Rodemer für seine Arbeit.

Der Aufsichtsrat hat inzwischen Herrn Marco Meyer zum Vorstand berufen. Herr Meyer ist seit Gründung der Vivacon AG deren Prokurist. Er hat maßgeblich die Erbaurechtsstrategie der Vivacon AG konzipiert und betreut. Mit seinen Erfahrungen wird er den künftigen Kernbereich des Unternehmens, das erbbaurechtliche Immobilienmanagement verantworten. Bis zum Jahresende werden Herr Meyer und Herr Rodemer gemeinsam die Führung der Vivacon AG übernehmen.

Michael Ries und Thomas Becker, beide noch bis Oktober diesen Jahres bei Vivacon tätig, gründen die Pantera AG und schaffen somit weitere Konkurrenz für das Unternehmen. Das bundesweite Angebot der Pantera AG für Kapitalanleger und Selbstnutzer reicht von revitalisierten Häusern unter Denkmalschutz über neu gebaute Luxus-Wohnungen bis hin zu voll eingerichteten Apartments für Studenten, Manager oder Senioren. Ries und Becker leiteten noch bis Oktober 2009 Development und Vertrieb der Vivacon AG.

Eine charttechnische Analyse der Vivacon Aktie macht leider auch nicht wirklich Sinn da die Umsätze in der Aktie inzwischen so stark eingebrochen sind das bereits mit mehreren tausend Stücken extreme Kursbewegungen produziert werden können. Eine Bewertung des Unternehmens ist nicht mehr möglich, ein Totalverlust nicht auszuschließen. Das Unternehmen ist inzwischen nur noch mit knapp 13 Millionen an der Börse bewertet. Hoffnung für die Aktionäre waren die heute veröffentlichten Zahlen der Colonia Real Estate der es gelungen ist wieder in die Gewinnzone zurück zu kehren. Ob dies auch einer Vivacon AG gelingen kann ist derzeit leider auf Grund der mangelden Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens schwer zu beurteilen.

In den einschlägigen Aktienboards finden bereits Aufrufe statt um den Vorstand zur Abhaltung einer ordentlichen Hauptversammlung mittels Anwaltsschreiben zu zwingen. Aktionäre können im Rahmen einer Hauptversammlung und zur Beurteilung eines Tagesordnungsgegenstandes der Versammlung Auskunft vom Vorstand der Aktiengesellschaft verlangen. Hierzu bedarf es einem Stimmrechteanteil von insgesamt 5% der Aktien. Nur wenn Betriebsgeheimnisse betroffen sind, darf der Vorstand die Auskunft verweigern. Man darf also gespannt sein ob dies dann eine Reaktion des Vorstandes hervorrufen wird und wie diese dann aussieht. In jedem Falle ist es nicht gerade vertrauensbildend wenn eine schwierige Situation in einem Unternehmen einfach tot geschwiegen wird und dürfte dem Aktienkurs auch weiterhin nicht gut tun.

Deutsche Stahlproduktion erholt sich langsam

Nach den fetten Jahren kam die Ernüchterung! Die Rohstahlproduktion ist auf dem niedrigsten Stand seit 1963 angelangt. Dies gab heute die Wirtschaftsvereinigung Stahl bekannt. Man rechne auch weiterhin mit schwierigen Zeiten. Positiv sei das der Lagerabbau der deutschen Stahlindustrie konsequent umgesetzt wurde. Auch die zahl der Kursarbeiter der insgesamt 95.000 Beschäftigten in der Stahlindustrie ist auf nur noch 25 Prozent zurückgegangen nachdem man in diesem Jahr fast die Hälfte der Arbeiter in Kursarbeit schicken musste. Insgesamt sei die Rohstahlproduktion im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten wieder um 30 Prozent gestiegen. Dennoch liege die Kapazitätsauslastung erst wieder bei 80 Prozent.

Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einer Rohstahlproduktion von ca. 32 Millionan Tonnen und auch im kommenden Jahr werde die deutsche Produktion wohl die Marke von 40 Millionen Tonnen nicht überschreiten. Eine nachhaltige Erholung des Stahlmarktes sehe man aber für das Jahr 2011. Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl sieht die Talsohle der Stahlbranche als durchschritten an und verwies auf die aktuellen Auftragseingänge die eindeutig wieder einen Aufwärtstrend zeigen. Die Unsicherheiten durch die Absatzkrise der Automobilindustrie sowie der ungewissen Zukunft der Baubranche werden aber bleiben….

Manz Automation patzt kräftig

Einigermaßen fasziniert bin ich nach wie vor von der Kursentwicklung der Manz Automationen Aktie. Bereits seit Wochen erholt sich der Aktienkurs immer wieder ganz ordentlich mögen die Nachrichten auch noch so schlecht sein. Die Aktie ist sicherlich nichts für schwache Nerven, da die Schwankungsbreite extrem hoch ist. Heute nun kam die Meldung das der Konzern in diesem Jahr mit einem negativen Ergebnis rechnet.“Aufgrund des ausgebliebenen Aufschwungs in der zweiten Jahreshälfte 2009 ist ein ausgeglichenes Ergebnis im Gesamtjahr für die Manz Automation nicht mehr realistisch“, kündigt Manz bei Vorstellung seiner Quartalszahlen an. Im vierten Quartal könnte die Rückkehr zu einem positiven Ergebnis vor Zinsen und Steuern gelingen – doch das dürfte nicht reichen, um die Verluste der Vorquartale auszugleichen.

Insgesamt hat der vor allem für die Solarindustrie und für Hersteller von LCD-Fernsehgeräten tätige Konzern in den ersten neun 46,7 Millionen Euro umgesetzt. Das sind gut 70 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zudem schloss Manz die Neunmonatsbilanz mit einem negativen Ebit von 16 Millionen und einem Fehlbetrag von 11,5 Millionen Euro ab. Manz erwartet für das Gesamtjahr 2009 einen Umsatz von 80 bis 85 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hat der Konzern fast dreimal so viel eingenommen, 237 Millionen. Per Ende September verfügte das Unternehmen über einen Auftragsbestand von rund 78 Millionen. Das sind wirklich keine guten Zahlen…so gesehen bin ich wie gesagt verwundert das die Aktie heute nur um 7 – 8 Prozent eingebrochen ist – vorerst! Ich erwarte bei Manz immer noch Kurse unter 40,- Euro…

Ähnlich schlecht waren in der vergangenen Woche die Zahlen vom Branchenkollegen Roth und Rau deren Kurs auch entsprechend zurück ging. Für die bald anstehenden Centrotherm Zahlen dürfte also auch nicht allzu viel Gutes zu erwarten sein…Kurse unter 30,- Euro könnten also auch hier bald Realität werden. In allen drei genannten Aktien sind die Umsätze extrem dünn. Unter gewissen Umständen können also die Kursbewegungen durchaus heftig ausfallen..

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