Q-Cells kann noch schlechter

Die Q-Cells AG hat auch im dritten Quartal 2009 tiefrote Zahlen geschrieben und damit die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt. Unter dem Strich fiel ein Verlust in Höhe von 248,2 Millionen Euro an, teilte das Unternehmen heute morgen mit. Im Vorjahresquartal konnte noch ein Gewinn von 72,5 Millionen Euro erzielt werden. Der operative Verlust belief sich auf 163,8 Millionen Euro nach einem operativen Gewinn von 53,8 Millionen Euro in der Vorjahresperiode. Damit fiel das operative Ergebnis nochmals deutlich schwächer aus als im zweiten Quartal (-62,3 Millionen Euro). Der Umsatz hat sich im dritten Quartal auf 184,1 Millionen Euro (Vorjahr: 352,4 Millionen Euro) fast halbiert. Durch den gestiegenen Zellabsatz haben sich die Erlöse aber immerhin gegenüber dem Vorquartal um 30 Prozent erhöht.

Trotz der aktuellen saisonalen Erholung des Marktvolumens werde das Maßnahmenpaket Q-Cells Reloaded in den nächsten Monaten konsequent umgesetzt, um die Voraussetzungen für ein mittelfristig profitables Wachstum zu schaffen, sagte der Vorstand. Insbesondere durch die laufende Überprüfung und Fokussierung des Technologieportfolios bestehe aber das Risiko von weiteren Belastungen des Ergebnisses im vierten Quartal 2009. Q-Cells musste auch den Wert seiner Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Sovello, das mit alternativen Produktionsverfahren Wafer, Zellen und Module herstellt, um 76,1 Millionen Euro nach unten korrigieren. Im ersten Halbjahr hatte Q-Cells bereits rund 600 Millionen Euro auf seine inzwischen abgestoßene Beteiligung am norwegischen Siliziumhersteller Renewable Energy Corporation in den Wind schreiben müssen. Nach neun Monaten summiert sich damit der Nettoverlust auf 945,1 Millionen Euro.

Aus der Misere führen soll ein Konzernumbau samt Stellenabbau. Die Umsetzung verlaufe wie geplant, hieß es. Ab Dezember sollen bis zu 500 Mitarbeiter in Produktion und Verwaltung gehen. Ab dem ersten Quartal des kommenden Jahres erwartet der Vorstand dann eine Entlastung der Kasse. Ende September beschäftigte Q-Cells nach einer kräftigen Aufstockung der Mannschaft in der Boomzeit gut 2.750 Menschen. Auch eine Prognose für das Gesamtjahr bleib der Q-Cells Vorstand seinen Anlegern weiterhin schuldig, was anhand der Tatsache das das Jahr fast zu Ende ist doch etwas verwundert. Offensichtlich kann man bei Q-Cells nicht mal mehr 6 Wochen voraus planen…

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