AIG Chef Benmosche stellt die US Regierung auf die Probe

Immer neue Blüten treibt der Hochmut der Firmenchefs in den USA. Nachdem wir nun alle gelernt haben das staatlich gestützte Banken und Investmenthäuser in den Vereinigten Staaten von Amerika und nur Gottes Werk verrichten, droht heute der AIG Chef, Robert Benmosche wegen der staatlichen Eingriffe auf die Bonuszahlungen solcher Unternehmen laut über seinen Rücktritt nach. Eigentlich sollten die Angestellten einer Firma die nur durch massive Staatshilfen überleben konnte froh sein überhaupt noch einen Arbeitsplatz zu haben. Nicht so in den Führungsetagen mancher Großkonzerne..

Der amtierende Vorstandschef Robert Benmosche denkt nach Informationen des „Wall Street Journal“ darüber nach, nach nur drei Monaten seinen Posten aufzugeben. Der 65-jährige frühere Metlife-Chef sei frustriert über die Eingriffe Washingtons, insbesondere bei der Managementvergütung. Benmosche ist bereits der fünfte AIG-Chef seit 2005. Auf Grund der massiven Stützungsmassnahmen des Konzerns in Höhe von insgesamt 180 Milliarden USD hatte sich der von Barck Obama abgesandte Kenneth Feinberg dafür ausgesprochen das sowohl die Bezahlung der Mitarbeiter eingeschränkt werden müsse, als auch insbesondere die Managerboni bis auf weiteres drastisch gekürzt werden müssen.

Das rigide Vorgehen sorgt dafür, dass zahlreiche Manager den Konzern verlassen. Seit September 2008 beläuft sich die Zahl der Abgänge auf mehr als 40. Einer der Profiteure ist Ex-AIG-Chef Maurice „Hank“ Greenberg, der 13 Manager für sein eigenes Versicherungsunternehmen rekrutierte. Die Abwanderung von Führungskräften bringe den Konzern in eine unmögliche Lage protestierte nun Benmosche. Ihm selbst dürfte es nicht um sein eigenes Geld gehen. Er selbst verdient immer noch die stolze Summe von  10,5 Mio Dollar jährlich. Rund 3 Mio. $ davon werden bar bezahlt, 4 Mio. $ in Aktien, und 3,5 Mio. $ entfallen auf einen langfristigen Bonus. Sein Vorgänger Liddy arbeitete noch für magere 1 Mio. $ im Jahr.

Nun kann man ja durchaus mitfühlen mit den armen Bankern und Vorständen dieser gescholtenen Unternehmen, aber auch wenn Benmosche seine Drohung wahr machen sollte ist der Kurs der Regierung sicherlich im Sinne der Steuerzahler mehr als angebracht und sollte auch genau so konsequent wie angekündigt umgesetzt werden. Schwäche zu zeigen wäre sicherlich in diesem Falle fatal und würde den Grundstein für neue Exzesse an den Kapitalmärkten legen. Da der Amerikaner ja eher immer etwas forscher vorgeht wird es also durchaus spannend sein zu beobachten ob er dies auch im eigenen Lande bereit ist zu tun…

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