Was ist los bei Trina Solar?

Bereits seit einer geraumen Weile fällt auf das die Aktie von Trina Solar seit dem Tiefpunkt der chinesischen Solaraktien eine extreme Ostperformance gegenüber den anderen Titeln wie Suntech, Yingli und LDK Solar hingelegt hat. Grund hierfür dürfte mehr die gute PR Abteilung und die ständige Befeuerung des Marktes mit guten Nachrichten sein als die fundamentalen Daten des Unternehmens. Wenn man den Chart anschaut fühlt man sich an alte, gute Zeiten der Solarindustrie erinnert. Wie zur Gründerzeit der Branche konnte die Trina Solar Aktie innerhalb weniger Monate bereits um mehr als 300 Prozent zulegen. Seit dem Tiefpunkt hat sich die Aktie gar versechsfacht!

Im Gegensatz zu Ihren deutschen Branchenkollegen, Solarworld, Q-Cells, Phönix und Co. haben die chinesischen Anbieter deutlich weniger Probleme bei der Finanzierung und Umsetzung Ihrer Projekte und somit auch einen deutlichen Marktvorteil! Der chinesische Staat hat großes Interessen an der Förderung dieser Branche, zum einen wegen der Arbeitsplätze als auch der ökologischen Probleme im eigenen Land sowie der möglichen Stellung des Landes in einer der zukunftsträchtigsten Branchen dieses Jahrhunderts. Aus Sicht der Chinesen ist dies auch durchaus verständlich und die Förderprogramme helfen den chinesischen Unternehmen auch in Europa und Amerika kräftig Fuß zu fassen.

Im einheimischen chinesischen Markt sind für die kommenden Jahre regierungsfinanzierte Megaprojekte im Solarbereich geplant. Damit soll ein Großteil der riesigen Produktionskapazitäten, die aktuell im Reich der Mitte aufgebaut werden, quasi im eigenen Land „verbaut“ werden. Das beeinflusst natürlich auch ganz gewaltig die Unternehmenszahlen der genannten Player, wirft aber ein etwas verzerrtes Bild auf die Realität der freien Marktwirtschaft. Die Beschwerden der deutschen Solarzellenproduzenten über eine Marktverzerrung durch die Chinesen kann man so gesehen durchaus verstehen.

Dennoch kann sich ein chinesischen Anbieter wie Trina Solar dem allgemeinen Preisdruck der Branche nicht entziehen. Die zuletzt gelieferten Quartalszahlen verzerren die tatsächliche Gewinnentwicklung durch hohe Währungsgewinne, . Ohne diese Effekte würden vom ausgewiesenem Gewinn von 18,9 Millionen US-Dollar nur noch 5,2 Millionen US-Dollar verbleiben. Die Umsätze gingen in dem Zeitraum sogar um satteum 27 Prozent auf 150 Millionen Euro zurück. Fallenden Modulpreise führten zu einer reduzierten Gewinnmarge von 12,4 Prozent
nach 14,3 Prozent im Vorquartal.

Trina Solar notiert aktuell mit einem KGV von 21 und ist sicherlich nicht der günstigste Titel am Markt. Auf Grund des  starken Anstiegs der vergangenen Wochen ist das Rückschlagpotenzial bei schwächer als erwarteten Zahlen entsprechend hoch. Am kommenden Donnerstag den 19. November ist es soweit. Dann werden die Zahlen fürs dritte Quartal zeigen ob die Vorschußlorbeeren gerechtfertigt waren. Das dritte Quartal war allgemein eher schwach in der weltweiten Solarbranche, dies sollte sich im vierten Quartal des Jahres wieder deutlich ändern. Dennoch ist es vielleicht vorher noch einmal sinnvoll Gewinne auch mal mit zu nehmen…

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