Author Archives: Lars

6000 Punkte im Dax, und nun?

Der Dax steuert auf die glatte Marke von 6000 Punkten zu und wohl die wenigsten hätten dies am Anfang dieses Jahres für möglich gehalten. Wir rechnen damit das diese Marke heute oder in den Tagen nach Weihnachten auf jeden Fall getestet, wenn nicht sogar überwunden wird. An den New Yorker Börsen beendeten die Indizes den Handel am Dienstag in der Pluszone. Der Leitindex Dow Jones gewann ein halbes Prozent auf 10.465 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index machte 0,4 Prozent auf 1.118 Punkte gut und markierte damit ein neues Jahreshoch. An der Technologiebörse Nasdaq schob sich der Composite-Index um 0,7 Prozent auf 2.253 Zähler nach oben, ebenfalls auf einen neuen Höchststand.

Die asiatischen Börsen befinden sich allesamt im positiven Terrain und so rechnen wir auch für den europäischen Handel heute mit weiter steigenden Notierungen. Ebenfalls im Plus befinden sich die US Futures und dürften damit ebenfalls die weiteren Kurssteigerungen unterstützen. Ab der Marke von 1.120 Punkten im S&P 500 dürfte es dann auch für die Shorties richtig eng werden. Dennoch bleibt die Frage wie weit diese Kurssteigerungen noch gehen können. Wir hatten im Juni schon das Maximalziel für den S&P 500 bei 1140 Punkten ausgemacht…

Jetzt noch schnell Window Dressing fürs Depot!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und das Thema Window Dressing rückt mal wieder in den Fokus der Fondsmanager. Was ist Window Dressing überhaupt? Kurzum geht es um die Pflege eines Portfolios um es aus marketingtechnischen Gesichtspunkten besser aussehen zu lassen und die steuerliche Komponente zu optimieren. Dabei werden mit Blick auf den bilanziellen Stichtag am 31. Dezember letztmalig für das Jahr Portfolios gepflegt. Typischerweise werden die Gewinner des Jahres nachgekauft, während die letzten Chancen genutzt werden, um sich von den Verlierern aus den eigenen Büchern zu trennen.

Einig sind sich die Beobachter darin, dass „Window-Dressing“ vor allem bei illiquiden Märkten Aussichten auf Erfolg hat. Deshalb sei hiermit auch erst nach dem großen Verfall zu rechnen. Im Anschluss seien die meisten Handelsabteilungen der Banken nur noch minimal besetzt, und viele Investoren hätten die Bücher für das Jahr bereits geschlossen. Aus dem gleichen Grund sei „Window-Dressing“ auch vor allem ein Thema für die zweite und dritte Reihe. Wenig Sinn machten hingegen Versuche, die Performance einzelner DAX-Titel oder auch den Gesamtmarkt in einem letzten Kraftakt noch in die Höhe zu pflegen.

Anlegergruppen, die ein Interesse an „Window-Dressing“ haben, umfassten neben Eigenhändlern und Spezialfonds auch Investoren mit speziellen Partikularinteressen wie etwa Großaktionäre oder Private-Equity-Unternehmen. In letzterem Falle würden auch gezielt einzelne Papiere gepflegt werden. Letztlich gehe es immer darum, die eigene Performance quasi per Kunstgriff und unter Einsatz geringer Mittel aufzupolieren. Zum Jahreswechsel erzeugten diese aber aufgrund der sehr geringen Liquidität im Markt einen größeren Widerhall.

Verstärkt würden diese Bewegungen noch durch die in den vergangenen Jahren zunehmende Bedeutung des Algotrading. Die meisten Computer folgten Momentum-Strategien. Sobald die Programme einen Trend in einer Aktie ausmachten, verstärkten sie diesen häufig noch mit zusätzlichen eigenen Positionierungen. Im Gegensatz zu der weitläufigen Meinung das das Window Dressing keinen nennenswerten Einfluss auf die Kurse ausübt haben unsere Beobachtungen ergeben das gerade die Tage um Weihnachten oftmals die interessantesten des Jahres sind.

Dabei sind gar nicht mal die momentanen Kurse so ausschlaggebend sondern oftmals die kleinen Kursanstiege dann der Auslöser dafür das sobald die breite Anlegerschar wieder aus dem Weihnachtsurlaub zurück ist bislang unüberwindbare Charthürden am Jahresanfang mit Leichtigkeit genommen werden können…

Sinn macht Window Dressing auch für Privatanleger im Zuge der Kapitalertragssteuer. So kann es durchaus sehr sinnvoll sein sich in den letzten Tagen des Jahres noch schnell von Verlustpositionen zu trennen um die Steuerlast duch die Gewinntrades zu senken. Statt sich das Geld irgendwann mühsam über die Einkommensteuererklärung zurück zu holen bildet dann also innerhalb von Tagen eine entsprechende Steuergutschrift neues Kapital im Depot das direkt wieder angelegt werden kann – Vielleicht ja sogar wenige Tage später wieder in die gleichen Werte 😉

Lustloses Rumgeplänkel bei Porsche und VW

Nachdem man annehmen musste dass die Dubai Geschichte die Wahrscheinlichkeit einer Jahresendrally gen null tendieren lässt, passiert gerade wohl wiedermal genau das Gegenteil davon was die breite Masse erwartet. Dennoch dürfte dieses Jahre also zumindest börsentechnisch so gut wie gelaufen sein. Die Umsätze in Deutschland sind schwach und seit Samstag sind bereits 10 Bundesländer in den verdienten Weihnachtsferien. Dem entsprechend sollte man wohl auch das lustlose Rumgeplänkel an den Börsen und speziell einzige Aktienkurse in den kommenden Tagen nicht mehr allzu ernst nehmen. Viel wichtiger scheint es mir zu sein sich bereits jetzt auf das Börsenjahr 2010 zu konzentrieren.

Die Party bei den VW Vorzugsaktien ist erwartungsgemäß auch ausgeblieben, hier dürften die jüngsten Nachrichten im Vorfeld schon eingepreist gewesen sein. Wir rechnen in den kommenden Tagen mit weiter nachgebenden Kursen bei den Stämmen und leichten Verlusten bei den Vorzügen. Unsere Depotposition VW Vorzugsaktien ist heute zu 67,35 aus dem Depot gefallen ebenso wie am Freitag bereits die Porsche Aktie die wir aber heute schon zu 41,82 zurückgekauft haben.

Porsche ist momentan sicherlich keine Aktie für Anleger mit schwachen Nerven. Eine wirklich interessante Komponente bei der Berechnung des wahren Wertes von Porsche ist die Über-Kreuz-Beteiligung mit VW, die aber von den meisten Marktteilnehmern immer wieder vergessen wird. So gesehen spielt die Entwicklung der Vorzugsaktie von Volkswagen, von denen Porsche circa 150 Millionen Stücke besitze eine wesentliche Rolle. Sollte der Kurs dieses Papiers in den kommenden zwölf Monaten auf das 95 Euro steigen, entspräche dies einem Wert von circa 4,35 Milliarden Euro – circa 54 Prozent des momentanen Marktwertes von Porsche.

Sollten also die VW Vorzüge in absehbarer Zeit wieder deutlich steigen so hätte dies auch auf die Porsche Aktie einen direkten positiven Einfluss. Man muss also in den kommenden Wochen, und gerade bis zur Kapitalerhöhung bei VW alle drei Aktiengattungen genauestens beobachten um als Gewinner in diesem Spiel hervor zu gehen…

Gaspreise steigen weiter

Die Gaspreise in Deutschland steigen zum Jahreswechsel auf breiter Front. Wie das unabhängige Verbraucherportal Verivox.de ermittelte, erhöhen zum neuen Jahr bundesweit 51 Gasversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,2 Prozent. Damit müssen die Verbraucher durchschnittlich 60 Euro mehr im Jahr zahlen. Da es sich bei einigen Anbietern um große Gasversorger handelt, seien mehr als zwei Millionen Haushalte von den Erhöhungen betroffen, teilte Verivox am Montag mit.

Allerdings gestaltet sich der Gasmarkt keineswegs einheitlich. Viele Verbraucher können sich auch freuen: 48 Gasversorger senken die Gaspreise um durchschnittlich 5,4 Prozent. Die Unterschiede haben mit der jeweiligen Beschaffungsstrategie zu tun. So profitieren Gasversorger mit kurzfristigeren Aktionen von günstigen Preisen an den Spotmärkten. Die Bedeutung der Ölpreisbindung nehme langsam ab, dadurch würden die Preisunterschiede zwischen den Gasanbietern immer größer, so Verivox. Vergleichen lohnt sich also jetzt besonders!

Anbieter mit langfristigen Lieferverträgen müssten die Preise jetzt erhöhen, diejenigen mit kurzfristigeren Strategien könnten die Preise senken. Im Laufe des vergangenen Jahres waren die Gaspreise laut Verivox im Durchschnitte um rund 25 Prozent gefallen. Im Dezember 2009 liegt der durchschnittliche Preis laut Verivox- Verbraucherpreisindex für eine Kilowattstunde Gas bei 5,93 Cent pro Kilowattstunde. Zum Januar 2010 steigt der Preis auf 5,95 Cent brutto inklusive umgelegter Grundgebühr. Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden kommt somit auf jährliche Kosten von 1190 Euro.

2008 war der Gaspreis auf den höchsten Stand seit der deutschen Einheit gestiegen. Das Statistische Bundesamt errechnete in einer am Montag vorgestellten Statistik einen Netto-Durchschnittspreis von 4,23 Cent pro Kilowattstunde. Das waren 15,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor und mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 1999. Wir raten allen verbrauchen noch vor dem Jahrewechsel dringend dazu Ihren Gasverbrauch des letzten Jahres zu überprüfen und sich hier ein kostenloses Gegenangebot einzuholen. Einige Investors Inside Leser haben uns bereits von Kostensenkungen um satte 50% berichtet!

Porsches Absatz bricht ein, Kapitalerhöhung 2011 geplant

Der Sportwagenbauer Porsche SE meldete am Freitag , dass man im ersten Geschäftsquartal 2009/2010 einen Absatzeinbruch von 40 Prozent verzeichnet hat. Auch der Umsatz schrumpfte gewaltig. Der Porsche-Umsatz belief sich im ersten Geschäftsquartal auf 1,1 Mrd Euro und lag damit 30,5 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der Absatz ging um 39,6 Prozent auf 11.385 Fahrzeuge zurück. Von den einzelnen Baureihen kam der Panamera auf 2.973 Fahrzeuge. Vom Cayenne wurden 4.095 Autos verkauft. Das entsprach einem Rückgang von 57,4 Prozent. Der Absatz der Boxster-Baureihe einschließlich der Cayman-Modelle sank um 13,5 Prozent auf 1.717 Fahrzeuge. Der 911 erreichte mit einem Absatzrückgang von 64,2 Prozent 2.600 Einheiten. In den ersten vier Monaten wurden damit 18.764 Fahrzeuge verkauft. Damit liegt der Absatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr nur noch bei 25 Prozent.

Der Sportwagenbauer will sich auf der nächsten Hauptversammlung den nötigen Spielraum für seine geplante Kapitalerhöhung in zwei Jahren verschaffen. So soll das Grundkapital um 50 Prozent erhöht werden. Bislang waren nur 13 Prozent möglich. Dabei will der Sportwagenbauer 2011 neue Stamm- und Vorzugsaktien im Wert von jeweils rund 2,5 Mrd Euro ausgeben. Die neue Ermächtigung über ein genehmigtes Kapital von 87,5 Mio Euro soll bis 2015 gelten. Das Grundkapital, hälftig aufgeteilt in Stamm- und Vorzugsaktien, liegt derzeit bei 175 Mio Euro. Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung später im Jahr die Kapitalerhöhung absegnen, mittels derer Porsche seine Schulden abbauen und damit den Weg für die Verschmelzung mit dem VW-Konzern freimachen will.

Mal wieder ist die Nachrichtenlage um die Porsche Aktie nicht unbedingt berauschend, dennoch könnte aus charttechnischen Gesichtspunkten der Boden nun allmählich erreicht sein. Die schlechten Nachrichten sollten nun eingepreist sein. Wie bereits geschrieben sehen wir derzeit für die Porsche Aktie einen starken Boden bei spätestens 40,- Euro. Mit dem heutigen Erreichen der 42,50 Euro ist unser persönliches Kursziel erreicht worden. Das Orderbuch weist um diese Marke derzeit einen fünffachen Überhang auf der Käuferseite aus…

Volkswagen Vorzüge lösen Stämme im Dax ab.

Was lange diskutiert wurde und von vielen vermutet ist heute Realität geworden. Die VW Stammaktien müssen den Dax auf Grund des geringen Freefloats an VW Stammaktien von weniger als zehn Prozent verlassen und die Vorzugsaktien rücken somit in den Deutschen Leitindex nach. Am Freitagabend wurde bekannt, dass das Emirat Katar nach Ausübung seiner Optionen etwa 17 Prozent der Anteile hält, was mit den rund 53 Prozent von Porsche und den 20 Prozent des Landes Niedersachsen in der Summe knapp über 90 Prozent ergibt.

Das Handelsblatt hat das ganze Trara um die Volkswagen AG heute so formuliert: Zu den wenigen Konstanten in diesem Jahr am Aktienmarkt zählt, dass an jedem Gerücht um die VW-Aktie irgendetwas dran ist. Das war während der Übernahmekämpfe mit Porsche so. Und das war auch so, als beim Lastwagenbauer MAN und anschließend beim Auto- und Motorradbauer Suzuki in Windeseile die Weichen für eine gemeinsame Zukunft gestellt wurden. Dem Gerücht folgte oft schon innerhalb eines Tages die Bestätigung. Dieses mal hat es zwar etwas länger gedauert dennoch stand das Endergebnis wohl schon länger fest.

Was dürfen Anleger nun von den beiden Aktiengattungen erwarten? Die VW Stammaktien haben seit dem Sommer kontinuierlich an Wert verloren und notieren seit dem Rausschmiss aus dem Dax am Freitag nur noch unter 77,- Euro und damit auch bereits unter der Unterstützung bei 78,- Euro. Das nächste logische Ziel für die Stammaktien dürfte jetzt bei ca 72,- Euro liegen und hier auch unserer Meinung nach langsam der Boden erreicht sein. Bei den Vorzügen dürfte die Meldung hingegen kurzfristig für Auftrieb sorgen wenn auch nur begrenzt. Nach unseren Erfahrungen geht eine Dax Neuaufnahmen immer einher mit erstmal fallenden Kursen nach dem die erste Euphorie verflogen ist.

Unsere Strategie bleibt jetzt also um so mehr die selbe wie zuvor. Die Vorzüge werden zu einem günstigen Zeitpunkt in die Stämme getauscht. Wann dieser Zeitpunkt ist lesen Sie dann rechtzeitig im Investors Inside Newsletter oder etwas später hier im Blog.

Markets climb a wall of worry

Fühlen Sie sich verwirrt und enttäuscht, weil Sie momentan kaum in Aktien investiert sind? Wenn ja, habe ich einen kleinen Trost für Sie: Sie haben jede Menge Gesellschaft auf der Bärenseite – auch unter Börsenbrief-Schreibern.Nachfolgend liefere ich Ihnen erstaunliche Daten, die erklären, warum die Rallye am Aktienmarkt noch nicht vorbei sein dürfte. Mein hochgeschätzter US-Kollege Mark Hulbert beobachtet seit 1980 die Performance und die Markteinschätzungen von rund 160 US-Börsenbriefen. Daraus leitet er neben Performance-Rankings, die die Rendite der betreffenden Briefe klassifizieren auch antizyklische Indikatoren für die Marktstimmung ab. So hat Hulbert bei zahlreichen Tests über viele Jahre hinweg statistisch signifikante Erkenntnisse gewonnen.

Eine davon bestätigt die uralte These „Markets climb a Wall of Worry“. Frei übersetzt: Die Märkte klettern am liebsten an einer Wand der Angst nach oben. Hulbert hat herausgefunden, dass sich der Grad der Angst im Markt relativ gut an der Stimmungslage der Börsenbriefe ermitteln lässt, die versuchen, den Gesamtmarkt zu prognostizieren.Das funktioniert so: Es wird aus allen Markttimern unter den Börsenbriefen ein Durchschnittswert aus der empfohlenen Aktiengewichtung ermittelt. Ein Beispiel: Wenn ein Anleger 100.000 US-Dollar zur Verfügung hat und ein Börsenbriefschreiber empfiehlt eine Aktiengewichtung von 30 Prozent, dann heißt dies, er soll 30.000 Euro in Aktien anlegen und den Rest in Anleihen, Immobilien, Tagesgeld Gold oder sonstigen Anlageklassen. Je höher die empfohlene durchschnittliche Aktiengewichtung ist, umso bullischer sind die US-Börsenbriefe im Durchschnitt.

Der Hulbert Financial Digest, das ist der Börsenbrief-Beurteilungsdienst von Mark Hulbert, hat herausgefunden, dass die Stimmungslage der Briefe kontraindikativ ist. Auf deutsch: Sind extrem viele Briefe extrem bullisch, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir uns nahe eines Markt-Tops befinden. Ist die Stimmung unter den Briefen sehr schlecht, gilt das Gegenteil: Dann befindet der Markt sich tendenziell nahe eines (lokalen) Tiefs.Diese Erkenntnis gilt nicht nur im Extrembereich sondern auch graduell. Normalerweise ist zu beachten, dass im Laufe eines Bullenmarktes der Optimismus der Börsenbriefschreiber mit dessen Fortdauer ebenfalls mit ansteigt und bei kurzfristigen Marktkorrekturen wieder zurückgeht.Die aktuelle Entwicklung des von Hulbert aus den obigen Erkenntnissen entwickelten Indikators ist jedoch äußerst ungewöhnlich:

Am 13. April 2009, also zu einem Zeitpunkt als die absoluten Mehrjahrestiefs des letzten Bärenmarktes erst wenige Wochen zurücklagen, lag die von kurzfristig orientierten Börsenbriefen durchschnittlich empfohlene Gewichtung für Aktien bei 34,6 Prozent. Das ist ein relativ niedriger Wert, aber typisch für eine solche Marktphase. Anleger und Börsenbriefschreiber standen noch unter dem Schock der Finanzkrise.Seither hat der Dow Jones mehr als 2.000 Punkte oder mehr als 20 Prozent zugelegt. Zwischendurch sind die Börsenbriefschreiber wie zu erwarten, optimistischer gewesen. Aber das Erstaunliche ist, dass bei der kleinsten Korrektur die Stimmung sofort in den Keller geht. Aktuell empfehlen die Markttimer also nur noch einen Aktien-Investitionsgrad von 32,3 Prozent. Das sind sogar mehr als 2,3 Prozent weniger als damals.

Sie meinen es ist möglich, dass die Akteure einfach dazugelernt haben? Theoretisch schon, praktisch eher nicht. Und das hat nichts damit zu tun, dass nun Börsenbriefschreiber im Durchschnitt keine Ahnung haben, das sind vielmehr ganz normale massenpsychologische Phänomene.Wenn ich in meinem privaten Bekanntenkreis das Thema „Aktien“ im Frühjahr dieses Jahres angeschnitten habe, erntete ich nur besorgte Nachfragen und Mitleid. Heute fragen mich die Leute schon wieder nach Tipps. Gefährlich wird es dann, wenn ich vom Taxifahrer heiße Empfehlungen geliefert bekomme und auf den Titelblättern der Boulervard-Presse reißereische Schlagzeilen über exorbitante Gewinne an den Aktienmärkten zu finden sind.

Doch, wie gesagt: Davon sind wir noch weit entfernt. Aus marktpsychologischer Sicht gerät der neue Bullenmarkt erst dann in Gefahr, wenn die Marktteilnehmer trotz fallender Kurse sehr bullisch bleiben und einen Aktien-Investitionsgrad von weit über 50 Prozent empfehlen. Aktuell sind sie aber nicht einmal bei steigenden Kursen optimistisch. Der Einfluss, den die Psyche auf Marktteilnehmer hat, ist nicht zu unterschätzen. Von Mark Douglas, einem der erfolgreichsten US-Future-Trader der vergangenen Jahre, stammt der Satz: „Ihr Erfolg an der Börse hängt zu 80 Prozent von psychologischen Faktoren ab und nur zu 20 Prozent von der Methode.“

Ein Fehler, den viele Marktteilnehmer machen ist, dass sie kurz zurückliegende Geschehnisse überbewerten. Einfaches Beispiel: Die jüngste Rallye an den Aktienmärkten führt dazu, dass viele Trader und Spekulanten rein subjektiv den Markt als „überkauft“ und inzwischen zu teuer einschätzen. Schließlich ist der Dow Jones in sechs Monaten um mehr als 2.000 Punkte gestiegen. Außer Acht gelassen wird dabei, dass derselbe Index immer noch mehr als 4.000 Punkte unter seinem Höchstkurs von Ende 2007 liegt.

Eine direkte Folge davon ist, dass die allermeisten Marktteilnehmer im Verlauf der aktuellen Rallye immer noch ihre Wunden lecken. Von 450 von Hulbert untersuchten Börsenbrief-Depots befinden sich gerade einmal 71 oder rund 16 Prozent auf einem höheren Stand als Ende 2007. Das führt dazu, dass die wenigsten dazu Anlass haben, optimistisch zu sein, was sich wiederum in einer sehr hohen Vorsicht gegenüber Aktien äußert.Übrigens: Einer der Leitsprüche von Warren Buffett lautet: „Seien Sie gierig, wenn andere Angst haben, und seien Sie ängstlich, wenn andere gierig sind.“ Auch hier hat der alte Fuchs wieder mal Recht.

Fazit: Trotz der fulminanten Rallye seit Frühjahr ist ein ungewöhnlich hoher Prozentsatz der Börsianer gegenüber Aktien bearish eingestellt. Ein Ende der Rallye-Bewegung kommt aber typischerweise dann, wenn die Marktteilnehmer auch bei fallenden Kursen bullish bleiben. Der Fall ist aktuell genau das Gegenteil. Das könnte dem Markt getreu dem Motto „Markets climb a wall of worry“ weiter Flügel verleihen….in diesem Sinne freue ich mich auf das Börsenjahr 2010 und hoffe Sie sind auch dabei wenn wir wieder schöne Gewinne einfahren. Der sicherste Weg nichts zu verpassen ist sich für den kostenlosen Investors Inside Newsletter hier einzutragen und natürlich täglich mal im Blog vorbei zu schauen oder den RSS Feed oben rechts unter „RSS“ zu abonnieren.

LDK Solar vor dem Aus?

Xinyu City, Der chinesische Hersteller von Solar-Wafern LDK Solar will eine Minderheitsbeteiligung seines Polysiliziumgeschäfts an die Investmentgruppe VMS Investment Group verkaufen. Die VMS Investment Group will zwischen 50 und 80 Millionen US Dollar in die Sparte investiert. Die Investition wird in Form von wandelbaren Vorzugsaktien getätigt. Die Polysiliziumsparte soll über eine Gesellschaft in den Cayman Islands ausgegliedert werden und restrukturiert werden.

Das Polysiliziumgeschäft wird zwischen 1,3 bis 1,65 Milliarden US Dollar bewertet. Zuvor erklärte LDK Solar bereits, dass man diese Sparte ausgliedern und danach in Hongkong an der Börse listen lassen wolle. Die LDK Solar Aktie kam gestern dennoch massiv unter Druck und verlor 14,7% heute ging der Abverkauf mit einem weiteren Minus von knapp 13% weiter. In der amerikanischen Business Journal war zu lesen das der Konzern sich eventuell nicht in der Lage sehe sein operatives Geschäft weiter zu führen.  Lesen Sie hier mehr..

Der wahre Grund für die herben Kursverluste dürfte aber wohl sein das der Konzern seine geplante Kapitalerhöhung nicht zu den gewünschten Konditionen durchbringen konnte und die neuen Aktien nun mit einem Discount von 11 Prozent zum ürsprünglichen Ausgabepreis an den Markt kommen werden. Der Bezugspreis beläuft sich nun also auf 7,- Dollar je neuer Aktie. Ebenfalls musste deie Anzahl der neu ausgegebenen Aktien mangels Nachfrage von 18,9 Millionen auf 16,5 Millionen Stücke reduziert werden.

Roth und Rau erhält Großauftrag aus Indien

Wie heute bekannt wurde erhielt Roth und Rauh einen Großauftrag aus Indien. Das Unternehmen liefert mehrere komplette Produktionsanlagen für die Solarzellen-Fertigung. Die Bestellung hat einen Wert von 68 Millionen Euro und könnte um weitere 80 Millionen Euro aufgestockt werden. Die erste Anlage soll Mitte 2010 in Betrieb gehen, die letzte ein Jahr später. Insgesamt hat Roth&Rau im vierten Quartal bislang 100 Millionen Euro an neuen festen Aufträgen hereinbekommen. Damit läuft das Geschäft wieder deutlich besser als zu Jahresbeginn. In den ersten drei Quartalen hatte Roth&Rau lediglich Bestellungen über rund 84 Millionen Euro einsammeln können.

„Die erfreuliche Auftragsentwicklung der letzten Wochen wird sich zum Teil bereits in den Kennzahlen des vierten Quartals niederschlagen“, sagte Finanzchef Carsten Bovenschen. „Damit liegen wir hinsichtlich unserer Umsatz- und Ertragsziele für dieses Jahr voll im Plan.“ Roth&Rau geht für das laufende Jahr von einem Umsatzrückgang auf etwa 200 Millionen Euro aus und einer operativen Marge von etwa 8 Prozent. Der Aktie jedenfalls bekommt diese Meldung gut. Mit einem Plus von über 8 Prozent ist die Roth und Rau AG heute der Spitzenreiter im TecDax. Der Kurssprung heute ist kurzfristig nachvollziehbar, mittelfristig muss die Aktie aber noch unter Beweis stellen das dieses Niveau gehalten werden kann…

Retten Oracle und Nike den Tag?

Eigentlich waren die Vorgaben aus den USA nicht besonders gut. Die US Indizes zeigten gestern im Vorfeld des heutigen großen Verfallstages deutliche Schwäche. Was uns anhand der vorangegangenen Performance nicht wirklich verwundert hat. Die Bären versuchen hier noch einmal das Ruder rum zu reißen bevor sie wieder teuer eindecken müssen. Ob ihnen dies allerdings gelingen wird ist fraglich. Die US Futures signalisieren vorbörslich wieder deutliche stärke und konnten sogar ins Plus drehen. Dies dürfte auch an den hervorragenden Zahlen von Oracle und Nike gelegen haben die gestern nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht wurden.

Der US-Softwarehersteller Oracle   hat im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn stärker gesteigert als erwartet. Der Nettogewinn wuchs in den drei Monaten bis Ende November um 12 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar, wie der Konkurrent von SAP   späten am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss in Redwood Shores (Kalifornien) mitteilte. Der Umsatz kletterte um 4 Prozent auf 5,9 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie legte sogar um 15 Prozent auf 0,29 US-Dollar zu. Den Aktionären will Oracle eine Quartalsdividende von 0,05 Dollar je Aktie zahlen. Die Börse quittierte die Nachrichten mit Wohlwollen: Die Oracle-Aktie stieg im nachbörslichen New Yorker Handel um 3,85 Prozent auf zuletzt 23,76 Dollar.

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike   hat wegen der branchenweiten Absatzkrise im zweiten Geschäftsquartal einen Umsatz- und Gewinnrückgang erlitten. Der Überschuss sei in der den drei Monaten bis Ende November um 4 Prozent auf 375 Millionen US-Dollar gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Daraus ergibt sich ein von 0,80 auf 0,76 Dollar gefallener Gewinn je Aktie. Die Erlöse schrumpften ebenfalls um vier Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Mit den Kennziffern übertraf Nike jedoch die durchschnittliche Erwartung der Analysten.

FDP fordert mehr Schutz für Anleger

Die Verbraucher müssten von den Banken eindeutig über die Risiken eines Anlageprodukts informiert werden, fordern die Liberalen. Schwarz-Gelb werde das Verbraucherinformationsgesetz daher novellieren, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag, Hans-Michael Goldmann (FDP), dem Handelsblatt. Dabei gehe es nicht nur darum, das Gesetz wie vereinbart zu evaluieren, wie es der Koalitionsvertrag vorsieht. „Wir sehen einen Ausdehnungsbedarf – gerade auf den Finanzbereich“, sagte Goldmann. Die Grünen verlangen zudem eine Auskunftspflicht der Unternehmen.

Morgen treffen sich die Bankenverbände sowie die Verbraucherschutzorganisationen mit Verbraucherschutzministerin Aigner zu einem Runden Tisch. Bereits im Sommer hatte es ein solches Treffen gegeben. Die Ministerin setzte bislang vor allem auf freiwillige Regeln der Banken. Anfang der Woche hatte die Zeitschrift Finanztest der Stiftung Warentest veröffentlicht, dass die Beratung von Banken bei Anlageprodukten bestenfalls ausreichend ist. Auch zu lesen unter Volksstimme.de Nach dem Runden Tisch wollen Aigner und der Finanztest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen gemeinsam vor die Presse treten.

„Als Verbraucherpolitiker sehen wir die Banken als Vertrauenseinrichtungen“, sagte der Ausschussvorsitzende Goldmann. Er kritisierte, dass die von der Großen Koalition noch beschlossene Protokollpflicht von Beratungsgesprächen von den Banken immer noch kritisiert werde. „Banken müssen für zufriedene Kunden sorgen“, sagte Goldmann. „So wie es für jedes Produkt ein Rückgaberecht gibt, wenn es nicht funktioniert, so muss es auch bei Anlageprodukten entsprechende Kriterien geben.“ Zugleich sieht Goldmann eine Bereitschaft der Kunden, für eine gute Beratung auch ein Honorar zu zahlen. „Ich glaube, die Honorarberatung wird kommen“, sagte er. Handelsblatt

Natürlich bleibt hier zu Wünschen das die Politik dem Vertrauen der Bürger Rechnung trägt und schnellstmöglich eine tragfähige Lösung für mehr Transparenz und Sicherheit für die Anleger geschaffen wird. Zu hoffen bleibt dann auch das sich diese neuen Regelungen auch auf andere Branche auswirken wird. Besonders langfristige Anlageprodukte wie Lebensversicherungen und geschlossenen Fonds sollten hier in Zukunft besser überwacht werden. Die Gesetzliche Regelung für die Höhe einer Provision bezogen auf die Höhe der Anlagesumme und vor allem der erbrachten Leistung des Vermittlers wäre dann nur ein weiterer und logischer Schritt. Auf Bild.de gibt es auch den passenden Videobeitrag heirzu.

Sorgen um Hong Kong und die Citigroup

Gestern noch eitel Sonnenschein und heute schon wieder gedrückte Stimmung, das ist Börse von Feinsten. Nicht nur das am Freitag noch der dreifache Hexensabbat auf die Anleger wartet sondern auch erneute Unsicherheiten um die Citigroup sowie die Äusserungen von Donald Tsang, dem Chef der Hong Kong Money Authority belasten heute die Börsen in Asien. Die Vorgaben für den Europäischen Handel sind damit wieder etwas schlechter für den heutigen Tag und die Gewinner von gestern schon wieder die Verlierer von heute – die Bankenwerte. Immobilienwerte standen ebenfalls auf der Verkaufsliste der Anleger. Aber zunächst einmal zu den wichtigen Meldungen des Tages…

Die Fed lässt den Leitzins wie erwartet unverändert und damit bleibt Geld weiterhin billig. Was in diesem Zusammenhang etwas verwunderlich ist ist die aktuelle Stärke des US Dollar. Das passt eigentlich nicht so recht ins Gesamtbild. Genau bei dieser Zinspolitik sieht aber Donald Tsang, dem Chef der Hong Kong Money Authority das große Problem und eine extreme Blasenbildung der Börsen in Hong Kong sowie die  nächste Immobilienblase in der Region. Die Rallye auf dem Aktienmarkt wurde hauptsächlich durch den Zustrom von angeheiztem Kapital mit hoher Risikoneigung durch Anleger getragen, sagte Tsang. Die Immobilienpreise in Hongkong haben in den letzten 10 Monate mit einem Plus von 29 Prozent nur die Richtung nach oben gezeigt und der Hang Seng Index legte in diesem Jahr bereits um 50 Prozent zu. Dennoch ließ die HKMA den Leitzins ebenfalls unverändert bei 0,5 Prozent.

Die US-Regierung hat einen geplanten Verkauf von Citigroup-Anteilen wegen des niedrigen Aktienpreises abgeblasen. Nachdem die Bank bei einer Kapitalerhöhung nur 3,15 Dollar pro Aktie erzielen konnte, beschloss das Finanzministerium, seine Anteile lieber noch zu behalten. Dennoch droht der Bank immer noch eine saftige Schadensersatzklage aus Abu Dhabi. Das Emirat sieht sich von der Citigroup falsch beraten und will den entstandenen Schaden nun ersetzt haben. Der Staatsfonds des Emirats kaufte damals Wandelanleihen für 7,5 Milliarden Dollar. Diese Anleihen sollen zwischen März 2010 und September 2011 in Aktien zu Kursen zwischen 31,83 und 37,24 Dollar umgetauscht werden. Der Akteinkurs der Citigroup notiert zur Zeit allerdings nur noch bei einem Zehntel dieses Betrages..

Diese Nachrichten kommen nicht unbedingt zur besten Zeit. Für die Citi weil man in Kürze eine Kapitalerhöhung durchführen wollte um die Staatskredite in Höhe von 20 Milliarden US Dollar schnellstmöglich zurück zu zahlen. Und für die Anleger im Allgemeinen weil der starke Dollar und die befürchtete Blase in Hong Kong die Anleger wieder deutlich verunsichert haben könnten. Der morgige Verfallstag könnte somit einigermaßen turbulent werden..

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