Sorgen um Hong Kong und die Citigroup

Gestern noch eitel Sonnenschein und heute schon wieder gedrückte Stimmung, das ist Börse von Feinsten. Nicht nur das am Freitag noch der dreifache Hexensabbat auf die Anleger wartet sondern auch erneute Unsicherheiten um die Citigroup sowie die Äusserungen von Donald Tsang, dem Chef der Hong Kong Money Authority belasten heute die Börsen in Asien. Die Vorgaben für den Europäischen Handel sind damit wieder etwas schlechter für den heutigen Tag und die Gewinner von gestern schon wieder die Verlierer von heute – die Bankenwerte. Immobilienwerte standen ebenfalls auf der Verkaufsliste der Anleger. Aber zunächst einmal zu den wichtigen Meldungen des Tages…

Die Fed lässt den Leitzins wie erwartet unverändert und damit bleibt Geld weiterhin billig. Was in diesem Zusammenhang etwas verwunderlich ist ist die aktuelle Stärke des US Dollar. Das passt eigentlich nicht so recht ins Gesamtbild. Genau bei dieser Zinspolitik sieht aber Donald Tsang, dem Chef der Hong Kong Money Authority das große Problem und eine extreme Blasenbildung der Börsen in Hong Kong sowie die  nächste Immobilienblase in der Region. Die Rallye auf dem Aktienmarkt wurde hauptsächlich durch den Zustrom von angeheiztem Kapital mit hoher Risikoneigung durch Anleger getragen, sagte Tsang. Die Immobilienpreise in Hongkong haben in den letzten 10 Monate mit einem Plus von 29 Prozent nur die Richtung nach oben gezeigt und der Hang Seng Index legte in diesem Jahr bereits um 50 Prozent zu. Dennoch ließ die HKMA den Leitzins ebenfalls unverändert bei 0,5 Prozent.

Die US-Regierung hat einen geplanten Verkauf von Citigroup-Anteilen wegen des niedrigen Aktienpreises abgeblasen. Nachdem die Bank bei einer Kapitalerhöhung nur 3,15 Dollar pro Aktie erzielen konnte, beschloss das Finanzministerium, seine Anteile lieber noch zu behalten. Dennoch droht der Bank immer noch eine saftige Schadensersatzklage aus Abu Dhabi. Das Emirat sieht sich von der Citigroup falsch beraten und will den entstandenen Schaden nun ersetzt haben. Der Staatsfonds des Emirats kaufte damals Wandelanleihen für 7,5 Milliarden Dollar. Diese Anleihen sollen zwischen März 2010 und September 2011 in Aktien zu Kursen zwischen 31,83 und 37,24 Dollar umgetauscht werden. Der Akteinkurs der Citigroup notiert zur Zeit allerdings nur noch bei einem Zehntel dieses Betrages..

Diese Nachrichten kommen nicht unbedingt zur besten Zeit. Für die Citi weil man in Kürze eine Kapitalerhöhung durchführen wollte um die Staatskredite in Höhe von 20 Milliarden US Dollar schnellstmöglich zurück zu zahlen. Und für die Anleger im Allgemeinen weil der starke Dollar und die befürchtete Blase in Hong Kong die Anleger wieder deutlich verunsichert haben könnten. Der morgige Verfallstag könnte somit einigermaßen turbulent werden..

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