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Freddie Mac macht wieder Gewinn!

Dei Aktie von Freddie Mac ist gestern nachbörslich um 52,38% gestiegen. Der staatlich kontrollierte US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac hat den ersten Quartalsgewinn seit zwei Jahren verbucht. Unter anderem hätten höhere Zinseinnahmen die anhaltend hohen Kreditausfälle wettgemacht, teilte der Branchenzweite mit. Im zweiten Quartal sei ein Nettogewinn von 768 Millionen Dollar erwirtschaftet worden nach einem Verlust von 9,9 Milliarden Dollar im ersten Vierteljahr und einem Defizit von 821 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Anders als der größere Schwesterkonzern Fannie Mae will Freddie Mac auch keine weitere Kapitalspritze der Regierung. Fannie Mae erlitt im zweiten Quartal einen Verlust von knapp 15 Milliarden Dollar und musste den Staat erneut um Finanzhilfen bitten. Beide durch die Finanzkrise angeschlagenen Konzerne waren im September 2008 mit staatlichen Hilfen vor dem Kollaps bewahrt worden. Die US-Regierung wollte so den ins Rutschen geratenen Immobilienmarkt stützen und weitere Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten verhindern.

Auch die Aktie von Fannie Mae kann davon profitieren und wir mitgezogen. Nachdem der Titel den gesamten Handelstag mit 13-14 Prozent im Minus notierte lag der zuletzt ermittelte Kurs dann schon 7,56% im Plus. Die beiden großen Konzerne die immer gerne miteinander verglichen werden müssen also doch ein sehr unterschiedlich mit Ihren Einnahmen umgehen denn sonst wären diese doch deutlich abweichenden Zahlen nicht möglich. Oder Freddy Mac hat einfach die solventeren Kunde. In jedem Falle zeichnet sich weiterhin ab das die Immobilienkrise bald ihr Ende gefunden haben könnte…

AIG schreibt wieder schwarz

Mit ausreichend Geld vom Staat geht alles: AIG kommt dank milliardenschwerer Staatshilfen allmählich wieder auf die Beine. Der krisengeschüttelte US-Versicherungsriese schaffte es zum ersten Mal seit rund zwei Jahren, Gewinne zu schreiben. Der Überschuss belief sich in den drei Monaten bis Ende Juni auf 1,8 Mrd. Dollar (rund 1,3 Mrd. Euro), wie die American International Group am Freitag mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Allianz-Rivale noch einen Verlust von 5,4 Mrd. Dollar erlitten.
„Unser Ergebnis spiegelt die Stabilisierung in einigen Sparten wieder“, sagte AIG-Chef Ed Liddy. Das Versicherungsgeschäft stehe jedoch weiter unter Druck. Schuld daran seien die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und „die nachklingenden Effekte der negativen Geschehnisse bei AIG vom Jahresanfang.“

Das auf die Aktionäre ohne die vom Staat gehaltenen Vorzugsaktien anrechenbare Nettoergebnis belief sich auf 311 Mio. Dollar. Bereinigt lag der Gewinn bei 2,57 Dollar je Aktie und damit fast doppelt so hoch wie die am Markt erwarteten 1,33 Dollar. An der Börse in New York wurden die Zahlen freudig aufgenommen: Die AIG-Aktie legte vorbörslich neun Prozent zu. Noch im vierten Quartal 2008 hatte das Unternehmen mit einem Minus von 61,7 Mrd. Dollar den höchsten Verlust in der Wirtschaftsgeschichte ausgewiesen. Handelsblatt.com

AIG an Fannie Mae, „make my day“

Die AIG muss heute vor US Börsenbeginn die Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlichen. und hier hatten sich wohl einige Fachleute und andere Marktteilnehmer eine deutliche Verbesserung erwartet. Anders ist der Kursverlauf der letzten beiden Handelstage wohl auch nicht zu erklären. Neu ist auch das der ehemalige American Express Chef, Harvey Golub nun am Ruder des ehemalig größten Versicherungskonzerns dieser Welt sitzt, und alleine diese Tatsache wurde von den Anlegern belohnt. Die Hoffnung das nach dem der Ex CEO Edward Liddy, von Bord geht und nun alles besser wird ist zwar berechtigt, aber anhand des Schuldenberges von AIG wohl auch sehr optimistisch.

Unterdessen zieht AIG-Chef Hank Greenberg einen Schlussstrich unter die Betrugsermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC von seiner Schuld durch den lächerlichen Betrag von 15 Millionen Euro und kauft sich frei. Die Behörde hatte dem 84-Jährigen Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung und Fehlinformation der Aktionäre vorgeworfen. Der Mann der also mutmaßlich an der ganzen Misere Schuld ist wird nur mit einem für seine Verhältnisse, Taschengeld in die Pflicht genommen. Das ist und bleibt das Problem und wird uns alle auch in Zukunft begleiten. Solange die Politik nicht endlich mal klare Linien zieht und die Verantwortlichen auch in die Pflicht nimmt werden solche Eskapaden auch weiterhin möglich sein und der nächste Absturz der Finanzmärkte ist wohl vorprogrammiert.

Ähnlich verhält es sich auch mit den banken die mit den Geldern der Steuerzahler wieder prächtige Gewinne einfahren indem sie nach wie vor damit zocken. Aber das ist ein anderes Thema und wurde ja auch schon des öfteren hier besprochen. Fakt ist das AIG derzeit mit ca. 180 Milliarden US Dollar beim Staat in der Kreide steht und dafür 80 Prozent der Firma auch an selbigen abtreten musste.  Relativ sicher ist wohl auch das die USA den Konzern nicht pleite gehen lassen denn ein Verlust in dieser Höhe ist dem Steuerzahler wohl eher schwer zu vermitteln. Wahrscheinlich ist das die AIG die Analystenschätzungen von 1,67 Dollar Gewinn je Aktie heute sogar treffen oder toppen kann. Wie der Markt allerdings auf die Zahlen, egal wie diese ausfallen werden, reagieren wird weiß wohl derzeit keiner so genau…

Sicher bin ich mir dagegen das wenn die Zahlen ähnlich schlecht ausfallen wie die von Fannie Mae heute, das die Märte sich dann (endlich) auf Talfahrt begeben werden. In den europäischen Indizes kann man schon wieder deutliche Schwäche in den vergangenen Tagen sehen. Ich habe für einzelne Aktien schon Kursziele ausgemacht und mich entsprechend positioniert. Die Restbestände an amerikanischen Aktien werde ich wohl dann heute auch veräußern und warten bis es mir ein paar Qualitätstitel wieder ins Depot spült.

Totgeglaubte leben länger..

Das war so ziemlich der wildeste Tag den ich in den vergangenen Monaten erlebt habe. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, bzw welche Headline ich diesem Artikel gebe. Von „Schrottwerte treiben die Börsen an“ über „Die größte Bärenfalle des Jahres“ oder „AIG ist zurück“ Egal, hier eine kurze Zusammenfassung des Tages: Nachdem ich Georgia Gulf gestern mit ca 230% Plus verkauft habe sind heute fast alle Schrottwerte der derzeitigen Finanzkrise in ungeahnte. Höhen aufgestiegen. Allen voran AIG mit einem satten Plus von 60%. Streng gefolgt von Ambac, plus 30%, CIT Group, plus 47 %, Radian, plus 67% sowie die guten alten Bekannten Fannie Mae und Ferddie Mac mit jeweils 32%.

Ich weiß nicht genau was hier abgeht, aber ich freue mich in allen genannten Werten investiert zu sein und bin gespannt ob diese Entwicklung in den kommenden Tagen anhalten wird.  Wie immer werden wir wohl dann in der kommenden Zeit die Auflösung des Rätsels erhalten. Sicherheitshalber habe ich mir heute ebenfalls MBIA noch ins Depot gelegt nachdem Anleihenfinanzierer gerade zu laufen scheinen. Gestern abend bin ich vor den zahlen noch bei CBLund CPF rein die ebenfalls mit ca. 23% im Plus sind. Neben Huron halte ich aktuell noch Aktien der PMI Group und MGM Mirage sowie Las vegas Sands sowie Dryships und McClatchy.

Ich bin nicht mehr ganz so überzeugt das bald eine Korrektur folgen wird. Die heutigen Kursbewegungen sind irgendwie sehr auffällig und alles andere als normal. Morgen schaue ich mich dann doch wiedermal im europäischen Markt um. So, das wars für heute erst einmal. Rückblickend auf eine sehr erfolgreiche Börsenwoche mach ich mir jetzt mal eine gute Flasche Rotwein auf und wünsche allen einen schönen Abend.

Swiss Re enttäuscht mit erneutem Verlust

Das waren wohl nicht die Zahlen die sich die Anleger erhofft hatten, und nach dem jüngsten „Lauf“ der Aktie dürfte es hier erst einmal zu kräftigen Gewinnmitnahmen kommen. Langfristig bin ich aber nach wie vor überzeugt das sich ein Investment in die Schweizer Rück auszahlen wird. Der Gesamtmarkt dürfte heute ebenfalls weiter unter den noch verhältnismäßig humanen Gewinnmitnahmen leiden. Kurse unter 40 CHF sind bei der Swiss Re jetzt wohl erst einmal wiede ran der Tagesordnung.

Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re hat das zweite Quartal entgegen den Analystenerwartungen mit einem Verlust von 381 Mio. Franken (250 Mio. Euro) abgeschlossen. Soliden operativen Erträgen im Kerngeschäft standen Bewertungsverluste auf Absicherungsgeschäfte und Wertberichtigungen gegenüber, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte Swiss Re noch einen Gewinn von 564 Mio. Franken erzielt. Swiss Re verbuchte im Zeitraum April bis Juni erneut gut 2,1 Mrd. Franken Bewertungsverluste auf Unternehmensanleihen und Wertberichtigungen.

Die Nummer zwei der Branche war 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht, weil sie sich mit neuartigen Finanzprodukten verspekuliert hatte, und musste sich vom US-Investor Warren Buffett frisches Kapital besorgen. Die Unternehmensführung wurde ausgewechselt und der neue Konzernchef Stefan Lippe rief die Rückbesinnung auf das angestammte Rückversicherungsgeschäft aus. Branchenprimus Münchener Rück hatte am Dienstag nach einem unerwartet starken Gewinnplus im zweiten Quartal für das gesamte Jahr einen deutlichen Gewinnanstieg auf rund 2,5 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

Der Flug des Phönix, oder des Ikarus?

Der Phönix ist ein Vogel, der verbrennt, um aus seiner Asche wieder neu zu erstehen. Noch heute findet die Redewendung „Wie ein Phönix aus der Asche“ für etwas, das schon verloren geglaubt war, aber in neuem Glanz wieder erscheint häufig Anwendung. Ob dies aber auch zur jetzigen Zeit auf den deutschen und internationalen Aktienmarkt angewendet werden sollte sei dahingestellt. Viel mehr erinnert mich die derzeitige Situation an eine andere Mythologie. „Der Flug des Ikarus“. Dieser endete verhältnismäßig schlecht für den Piloten. Ikarus, der Sohn des Dädalus, wurde zusammen mit seinem Vater von König Minos im Labyrinth des Minotaurus auf gefangen gehalten. Da der Seeweg versperrt war erfand Dädalus Flügel aus Wachs und Federn für eine Flucht. Der Plan gelang, bis Ikarus übermütig wurde und immer höher flog. Schließlich lösten sich also die Flügel durch die Hitze der Sonne auf und Ikarus stürzte ins Meer. Der Ikarus-Mythos wird im Allgemeinen so gedeutet, dass der Absturz und Tod des Übermütigen die Strafe der Götter für seinen unverschämten Griff nach der Sonne ist.

Warum erzähle ich das hier alles? Weil ich finde das es gewisse Parallelen zwischen der griechischen Mythologie und der jetzigen Situation an den Börsen gibt. Worüber ich mir noch nicht so genau im Klaren bin ist die Frage „sind wir schon abgestürzt und ins Meer gefallen oder kommt das erst noch?“ Grundsätzlich habe ich eigentlich geglaubt wir haben das Schlimmste der Krise hinter uns gelassen. Nachdem aber die Politik auch heute komplett versagt um solche leichtsinnigen und übermütigen Höhenflüge der Banker in Zukunft zu verhindern, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Der Kapitalmarkt wurde mit Geld geflutet um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und die Finanzierung der Unternehmen zu gewährleisten. Stattdessen haben die Banken mit den Geldern der Steuerzahler fröhlich weiter gezockt und Milliardengewinne eingefahren. Die Regierungen haben bislang nichts dagegen unternommen und so konnten auch die Märkte – getrieben durch diese neue, wundersame Liquidität – wieder in ungeahnte Höhen steigen.

Je nachdem wie viel Geld nun in das System gepumpt wird kann die aktuelle Hausse erst einmal immer weiter laufen. Schon heute muss ich mir teilweise verwundert die Augen reiben wenn ich die Entwicklung der Märkte sehe, aber Börse ist eben manchmal irrational. Irgendwann werden die Banker dann wieder satt sein und ihre Schulden abgetragen haben, natürlich mit dem Geld der Bürger. Die Kurse werden fallen und wieder zahlen die Kleinanleger die Zeche für die Großen. Fliegt also der Ikarus noch, oder klatscht er gerade aufs Wasser und wird dann langsam auf den Meeresgrund sinken? Ich denke unser aller Ikarus hat nachdem er sich die Flügelspitzen verbrannt hat knapp über der Wasseroberfläche nochmal die Kurve gekriegt und ist gerade dabei wieder zu übermütig zu werden. Ob er im zweiten Anlauf vernünftiger sein wird und in sicher Sizilien ankommt wie sein Vater Dädalus darf bezweifelt werden. In jedem Falle aber hat er dann wohl noch einen längeren Flug vor sich. Am Ende bleibt noch die Frage „Wer ist eigentlich unser aller Ikarus?“

Gildemeister, Fresenius, UBS und Demag Cranes

Der Werkzeugmaschinen-Hersteller Gildemeister blickt pessimistischer auf das restliche Jahr. Ein weiterer Rückgang des Geschäfts sei unvermeidbar, teilte das Unternehmen in Bielefeld mit. Erwartet wird, dass der Auftragseingang bis zum Jahresende statt auf gut 1,3 auf 1,2 Mrd. Euro fällt und der Umsatz statt auf 1,4 auf rund 1,3 Mrd. Euro. Im Rekordjahr 2008 hatten beide Werte noch bei um die 1,9 Mrd. Euro gelegen.

Der Medizinkonzern Fresenius hat in den ersten sechs Monaten von den jüngsten Zukäufen profitiert und mehr verdient als im Vorjahr. Der Jahresüberschuss sei bereinigt um Sondereffekte um 13 Prozent auf 240 Mio. Euro gestiegen, teilte die im Dax notierte Fresenius SE am Dienstag in Bad Homburg mit. Das operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich in den Monaten Januar bis Juni um 26 Prozent auf 985 Mio. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 983,5 Mio. Euro gerechnet.

Die Schweizer Großbank UBS bleibt nach roten Zahlen im zweiten Quartal vorsichtig. Die Marktverhältnisse hätten sich zwar im zweiten Jahresviertel laufend verbessert, eine nachhaltige Erholung sei aber noch nicht in Sicht, hieß es heute anlässlich der Quartalszahlen. In den meisten Regionen, in denen die Bank tätig sei, sei die wirtschaftliche Schwäche nach wie vor zu spüren. Im zweiten Quartal blieb die UBS – wie angekündigt – im Minus und schrieb einen Verlust von 1,4 Mrd. Schweizer Franken (rund 918 Mio Euro). Der Verlust war von den Experten in dieser Größenordnung erwartet worden.

Demag Cranes tief im Minus! Die Kosten für den groß angelegten Stellenabbau haben den Kranbauer Demag Cranes im dritten Geschäftsquartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich verloren die Düsseldorfer nach Angaben vom Dienstag 31,3 Mio. Euro, nachdem sie vor einem Jahr noch 26,0 Mio. Euro verdient hatten. „Der krisenbedingte Geschäftsrückgang in den letzten Monaten war dramatisch“, sagte der neue Vorstandschef Aloysius Rauen. Angesichts immer weiter zurückgegangener Bestellungen streicht der Vorstand 750 der ehemals 6 200 Stellen. Eine Bodenbildung ist bei Demag Cranes noch nicht in Sicht: Von April bis Juni schmolz der Auftragseingang weiter zusammen auf nur halb so viel wie vor einem Jahr. Die Erlöse gingen um mehr als ein Viertel zurück.

Zahlenreigen

Nach einem deutlichen Wochenstart geht der Zahlenreigen weiter. Das Hauptaugenmerk gilt heute wohl der Flut weiterer Quartalsberichte. Unter anderem kommen neue Bilanzen und Prognosen von BMW, Fresenius, Deutscher Börse, Münchener Rück, Demag Cranes, Gildemeister und Beiersdorf. Am Nachmittag folgen Daten zu Persönlichen Einkommen und Ausgaben in den USA sowie vom Immobilienmarkt.

In den Mittelpunkt rücken in dieser Woche die beiden Dax-Mitglieder Münchener Rück und Hannover Rück. Beide legen Zahlen vor. Den Anfang macht heute der Konzern aus Süddeutschland. Der weltgrößte Rückversicherer wird nach Einschätzung von Analysten für das zweite Quartal einen Gewinnanstieg berichten, angetrieben von höheren Einnahmen aus Investments und dem Verkauf einer Beteiligung an einem britischen Versicherer.

Auch bei Hannover Rück, der deutschen Nummer zwei, erwartet der Markt ein besseres Ergebnis im Quartal. Konzernchef Ulrich Wallin peilt für das Gesamtjahr 600 Mio. Euro Gewinn an. Einen Schritt dahin machte das Unternehmen bereits im Januar mit der Übernahme eines Versicherungs-Portfolios von Scottish Re.

In der Bankenbranche geht die Berichtssaison ebenfalls weiter. So wird beispielsweise für heute die Bilanz des Schweizer Branchenführers UBS erwartet. Elf von Bloomberg befragte Analysten rechnen im Median mit einem Verlust von 1,5 Mrd. Franken. Allerdings gehen die einzelnen Prognosen für den Fehlbetrag sehr weit auseinander. Die BNP Paribas konnte heute bereits durch starke Zahlen überzeugen. Weitere Branchen-Schwergewichte, die in dieser Woche ihre Zahlen vorlegen, sind Société Générale am Mittwoch und die Commerzbank am Donnerstag.

Huron Consulting Group (HURN)

Ich bin zwar nicht mehr breit im Markt investiert, aber zwischendurch möchte ich dann doch mal ein paar Zahlen der letzten Handelstage hier präsentieren. Meine Depotwerte Gannet und McClatchy sind aktuell mit 72% und 314% im Plus. Die Käufe der letzten Woche, allen voran Georgia Gulf Corp. mit einem satten Plus von 77% sowie Las Vegas Sands erneut dabei mit ca 10% Plus. Heute habe ich einen hochspekulativen Wert dazu genommen. Hier ist mal wieder neben hochen Gewinnen auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals möglich!!!

Die Huron Consulting Group hat heute an einem einzelnen Handelstag dreiviertel ihrer Marktkapitalsisierung eingebüßt. Zugegebener Maßen ist die Nachrichtenlage hier mehr als bescheiden. Der CEO und der Finanzvorstand wurden rausgeschmissen und die Kendall Law Group ermittelt gegen das Unternhemen wegen möglicher Veruntreuung. Ausserdem ist es höchstwahrscheinlich das die Bilanzen der Jahre 2006 bis 2008 korrigiert werden müssen. Kurzum eine Katstrophe für das ansonsten immer sehr solide erscheinende Unternehmen. Aber in jedem Falle einen Zock wert!

Wie immer stellt auch dieser Bericht keine Aufforderung zu irgendeiner börsentechnischen Handlung dar! Ein Redakteur von Seeking Alpha namens Tiler Durden 🙂 hat das ganze Geschehen mal aus seiner Sicht zusammengefasst…

Höhenrausch!

Mit der Eröffnung hätte ich heute nun wirklich nicht gerechnet. Aber immer noch denke ich mir – wenn das mal gut geht! Die Indizes sind weiter auf dem Vormarsch in Richtung der nächsten charttechnischen Widerstände, und die sind nun nicht mehr weit weg. Beim Dax heißt das konkret 5500 Punkte und im S&P 500 die Runde Marke von 1000. Genau diese Marken wurden im vergangenen November, bevor es dann nochmal richtig runter ging, getestet. Beim Dax war es eher die 5400er Marke wobei ich ja auch schon auf den Kursverlauf im Jahre 2002 verwiesen habe, wo es die 5500er Marke war, an der der Markt dann wieder nach unten gedreht ist.

Wie auch immer – die Geschichten an der Börse wiederholen sich, manchmal jedoch auch nicht. Wie bereits am Sonntag geschrieben dürfte diese Handelswoche so oder so eine ganz entscheidende für den weiteren Verlauf der Börsen werden und der heutige Tag stimmt die Börsianer schon mal auf große Bewegungen ein. Die Frage die bleibt ist das nun der Ausbruch nach oben oder das Finale einer Rally. Am Freitag dürften wir wohl schon etwas mehr wissen.

Mich beschleicht mal wieder das seltsame Gefühl das es wieder genau die Leute sind die den Anstieg bisher verpasst haben und nun massiv einsteigen um nicht noch mehr zu verpassen. Allen voran wohl die Fondsmanager mit einer bislang grottenschlechten Performance die Angst haben das ihre Anleger sonst im kommenden Jahr massiv die Gelder abziehen könnten. Wie weit also diese Kaufpanik noch gehen kann weiß ich nicht genau. Sicher bin ich mir dagegen das diese Entwicklung keinesfalls fundamental getragen ist.

Irgendwann kommt dann aber wieder der Punkt an dem der Markt solche Überschussreaktionen korrigiert. Und dann sind es genau die Leute die wieder die Zeche bezahlen und der Börse wohl in Zukunft wieder fern bleiben werden. Natürlich nur bis zur nächsten Hausse in der sie wieder und wieder zu annähernd den Höchstkursen kaufen werden….

Linde, Metro, Conti und Porsche

Es geht los in 45 Minuten startet eine neue spannende Handelswoche. Die Banken sehen den Dax etwas stärker starten und ich behaupte mal das er heute schwächer schließen wird. Die Vorgaben sind so lala. Asien tendiert nahezu unverändert mit leicht negativer Tendenz und die US Märkte haben am Freitag ebenfalls etwas schwächer geschlossen. Spannend dürften unter anderem die Konjunkturdaten heute und in der gesamten Woche sein. Um 9:55 Uhr kommt der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe auf uns zu sowie um ca 16:00 Uhr der ISM Einkaufsmangerindex für das verarbeitende Gewerbe aus den USA.

Die Unternehmenszahlen sind wiedermal eher schwach bis jetzt. Sowohl Metro als auch Linde dürften enttäuscht haben. Spannend sind wohl besonders heute die Zahlen der englischen Banken HSBC und Barclays die die Finanztitel in die ein oder andere Richtung treiben könnten. Aufregung herrscht immer noch bei Continental und Schaeffler wo sich die Lage allmählich zuspitzen dürfte. Die Schaefflers haben den Bogen wohl in letzter Zeit etwas überspannt, obwohl sie nicht in der bestern Verhandlungsposition  sind. Das könnte sich, wie bereits gestern geschrieben, sehr bald rächen.

Ähnlich unruhig bleibt es bei Porsche und VW. Die Eigentümerfamilien haben es wohl geschafft sich selber durch Uneinigkeit zu Entmachten. Nach den jüngsten Berichten werden die Eigentümer-Familien Porsche und Piëch nicht wie erwartet rund die Hälfte am neuen Autokonzern halten sondern wohl nur 40 Prozent. Ich habs ja gesagt..Porsche wird nie wieder das sein was es einmal war! Gratulation an die Herren die hier aktiv am Untergang des erfolgreichsten Autobauers dieser Welt mitgewirkt haben!

Persönliche Befindlichkeiten, Machtstreben und Größenwahn

Einer der größten Verlierer der vergangenen Woche war die Continental Aktie. Der Putschversuch der Schaeffler Gruppe und die permanenten Nachrichten über den vorgezogenen Abgang der Continental Führung haben nicht unbedingt dazu beigetragen das Vertrauen der Anleger in die Aktie zu fördern. Seit Schaeffler bei Continental einstieg, mussten Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg, Vorstandschef Manfred Wennemer und Finanzvorstand Alan Hippe ihre Posten räumen – in Kürze muss auch Wennemer-Nachfolger Karl-Thomas Neumann gehen. „Diesen Aderlass kann das Unternehmen kaum verkraften“, sagte der VW-Manager, Auch Vertreter von BMW und Daimler fordern nun das die finanzierenden Banken eingreifen müssen.

Das ist insofern eigentlich schade als das der Aktienkurs nach den Zugewinnen der letzten Wochen endlich mal wieder ein vernünftiges Niveau erreicht hatte und sich über der 200 Tage Linie befindet (noch!) Die ganze Geschichte erinnert mich doch sehr stark an die Porsche-VW-Story wo ebenfalls durch persönliche Befindlichkeiten, Machtstreben und einer gehörigen Portion Größenwahn ein solides und gutes deutsches Unternehmen kaputt gemacht wurde. Ähnliches könnte nun bei Conti drohen…Aber noch ist ja nicht aller Tage abend…Conti-Chef Karl-Thomas Neumann hält sich weiter im Amt. Die Gläubigerbanken weiß er hinter sich – und seine Fürsprecher werden mehr. Selbst als Schaeffler anbot, seine Abfindung aus eigener Tasche zu bezahlen, blieb Neumann stoisch.

Es ist ein gefährliches Spiel was Maria-Elisabeth Schaeffler da betreibt. Die deutsche Autoindustrie sei zunehmend sauer auf die Schaeffler-Familie, berichtete das Magazin Der Spiegel. Diese habe als Mehrheitseigentümerin des Autozulieferers Continental ein Chaos angerichtet, zitierte das Magazin einen hochrangigen VW-Manager, ohne ihn namentlich zu nennen. Dies sei für die Branche gefährlich, weil Conti eine zentrale Rolle bei der Entwicklung alternativer Antriebe spiele. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) drohte nun wegen des Dauerstreits damit, der Schaeffler-Gruppe Staatshilfen zu verweigern. Nachdem kürzlich sogar die eigene Belegschaft angepumpt werden musste um das Schlimmste zu verhindern wäre es wohl auch langsam an der Zeit mal ein paar flachere Bälle zu schlagen – Frau Schaeffler!

Sollten also die Banken bald wegen des Drucks aus der Automobilindustrie ihren Einfluss geltend machen könnte die Luft für die Schaefflers, besonders nach der geplanten Kapitalerhöhung, vielleicht bald schon sehr dünn werden. Ich würde es begrüßen wenn letztendlich Conti doch ein paar Schaeffler Filetstücke bekäme und der Einfluss der Familie Schaeffler beschnitten würde. Es bleibt dabei, die Familie hat sich verzockt wie auch andere zuvor, und die Politik hat die Pflicht einen größeren Schaden für das Land zu verhindern. Über staatliche Finanzspritzen sollte man also, wenn überhaupt, erst reden wenn das geklärt ist. Es wird Zeit das sich da mal einer richtig drum kümmert…ach ja wir haben ja Wahljahr, ich vergaß…

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