Author Archives: Lars

Chinesen sind eben doch nur Zocker

Die Ereignisse an Chinas Börsen in den vergangenen Tagen sollten einen aufhorchen lassen. Da China zum wirtschaftlichen Weltenretter auserkoren ist, könnten Konjunkturoptimisten angesichts des Kursrutsches des Shanghai Composite weiche Knie bekommen – 17 Prozent in zehn Tagen. Doch ist es alles letztendlich mal wieder nur eine Frage der Realtionen. Seit November letzten Jahres hat sich der chinesische Börsenindex glatt verdoppelt. Was macht da schon eine leichte Korrektur um 17 Prozent? Allen voran mit deutlichem Abstand war es hier der Immobiliensektor der die Kurse befeuerte. Mit einer doppelt so guten Performance wir die anderen Sektorenliegen Immobilieninvestments im Land der aufgehenden Sonne  ganz vorne.

Es hat schon etwas leicht perverses, während der Rest der Welt unter der Immobilienkrise in Amerika, England und anderen europäischen Staaten leidet sind es genau diese Immobilien die in Shanghai den Börsen zu einem nie dagewesenen Höhenflug verhelfen. Es erinnert ein wenig an den Neuen Markt als das breite Volk der Anleger die lukrative Anlage in Aktien entdeckt hat und jeder nur dabei sein wollt – ja musste! Diese Entwicklung hat als eine Art selbst erfüllende Prophezeiung dann die Aktienkurse in immer neue Höhen getrieben. Was am Ende passiert ist wissen wir ja alle…

So darf die aktuelle Situation dem kritischen Beobachter durchaus Angst machen. Wie immer wenn ein Land ein Sektor oder eine einzelne Aktie aus der Reihe tanzt ist es so sicher wie das Amen im Gebet das dieser Zustand früher oder später korrigiert wird. Jüngste Beispiele wie Dubai haben dies mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Andre Kostolani sagte bereits das die Börse wie ein Hund ist der mal voraus läuft, und mal hinterher trottet, aber letztendlich kommt er immer wieder zu seinem Herrchen zurück. Wie recht er damit hatte kann man fast täglich irgendwo auf dieser Welt beobachten.

Der wirklich besorgniserregende Faktor bei der Chinarally ist aber das die Chinesen schon seit jeher als Volk der Zocker bekannt waren. Nicht umsonst eröffnen alle Spielkasinogrößen gerade Dependancen in Macao. Ebenso wie der Umstand, dass in den vier Wochen bis Anfang August mit 2,4 Millionen so viele private Wertpapierkonten eröffnet wurden wie seit Ende 2007 nicht mehr. Das schlägt sich auch im Handelsvolumen nieder. Im Juli wurden rund ein Drittel mehr Aktien gehandelt als in den bisherigen Rekordmonaten Mitte 2007. Und neue Aktien aus Börsengängen laufen wie in vergangenen Hype-Tagen, eine Verdopplung am ersten Handelstag gehört sich wieder.

Selbst bei einem Mammut-Börsengang wie dem von China State Construction – 7,3 Mrd. $ schwer – zeichneten Privatanleger 48-mal mehr Aktien, als sie zugeteilt bekamen. Ist also auch die Kurskorrektur irreal? Hängt davon ab, für wie real man Chinas tolles BIP-Wachstum hält, das heuer auf staatlichen Investitionsprogrammen und losem Kredit beruht. Auch hier darf man sicherlich nicht alles glauben was so von Seiten der chinesischen Regierung propagiert wird. Irgendwann wird auch in China die Realität wieder Einzug halten und dann ist der Rest der Welt hoffentlich aus dem Gröbsten raus, denn wenn dies nicht der Fall sein sollte wird der Fall an den Börsen extrem tief werde…aber das kann noch eine ganze Weile dauern.

Ist Solarstrom „Made in Germany“ am Ende? – Teil 2

Das was vor langer Zeit schon zu befürchten war, und weswege ich immer eher die chinesische Konkurrenz bevorzugt habe scheint nun traurige Wirklichkeit zu werden. Die deutsche Solarindustrie hat den Anschluss verpasst. Zu lange hat man sich Zeit gelassen mit entsprechenden Investitionsstätten im Ausland, mit der langfristigen Sicherung von Silizium zu adäquaten Preisen… Die goldenen Zeiten der deutschen Solarindustrie scheinen erst einmal vorbei zu sein und wer heute noch darauf wartet das Solarworld, Q-Cells, Conergy und Co. wieder die alten Höchstpreise erreichen werden, der wird wohl genau wie bei der T-Aktie bitter enttäuscht werden.

Der noch jungen deutschen Solarindustrie steht eine beispiellose Pleitewelle bevor. Nachdem zahlreiche Zellenhersteller im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht sind, fürchten Branchenexperten einen Niedergang vieler Unternehmen. „Ein großer Teil der deutschen Solarzellen- und -modulhersteller wird nicht überleben“, sagt etwa UBS-Analyst Patrick Hummel. Obwohl Deutschland der weltweit größte Wachstumsmarkt für Solaranlagen ist, brechen der Branche Umsätze und Gewinne weg. Die Situation ist paradox: Üppige staatliche Einspeisevergütungen sorgen für einen Nachfrageboom nach Solaranlagen in Deutschland. Profitieren können hiesige Zell- und Modulhersteller davon aber kaum. Dem Branchenmagazin „Photon“ zufolge machen asiatische Konkurrenten das Geschäft, vor allem aus China.

Die deutschen Zell- und Modulhersteller stecken in der Kostenfalle: Ihre asiatischen Rivalen können immer günstiger produzieren – nach Berechnungen der Investmentbank UBS mittlerweile um durchschnittlich ein Drittel. Zudem fördert die chinesische Regierung eine aggressive Preispolitik. Die Preise fallen daher rapide. Und während die asiatischen Hersteller ihre Fertigungskapazitäten wieder fast voll auslasten, herrscht bei Q-Cells und Ersol Kurzarbeit.

Die Module aus Asien kosten derzeit ca 30 bis 50% weniger als die deutschen Produkt. Dabei ist die Qualität der gefertigten Produkte nicht unbedingt miteinander zu vergleichen, dem Verbraucher hingegen ist dies egal wenn er sich ein paar tausend Euro sparen kann. Die Politik hat ihr übriges getan indem die Subventionen für die Branche, die als neue Wachstumsmotor in Deutschland eine gute Chance gehabt hat, viel zu früh gekürzt oder unnötig verkompliziert hat. Nun müssen wir zusehen wie andere Nationen das wirkliche Geschäft machen. Denn der wahre Solarboom steht der Welt erst noch bevor…

Wochenausblick – eher negativ

Heftige Abgaben in Asien. Der HSI in Hongkong verliert zum Ende der ersten Handelshälfte 2,6% bzw 552 Punkte auf 20.341, nachdem er im Tagestief bei 20.218 gelegen hatte. Er folge damit dem Minus an der Börse in Schanghai von 2,8%, so Händler. Der STI in Singapur verliert 1,8% auf 2.584, nachdem er im Tagestief bei 2.570 gelegen hatte. Auch hier wurde der Umsatz eher als dünn bezeichnet, wobei auf einen Gewinner drei Verlierer kommen. Die US Vorgaben sowie der Bruch der 1000er Marke im S&P 500, die zwar zum Handelsende zurückerobert werden konnten, lassen dennoch nicht viel Gutes erahnen. Aktuell liegt der Future bei 994 Punkten.

Nach einem enttäuschenden Verbrauchervertrauen in den USA und immer noch ordentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe dürften auch die amerikanischen Märkte in dieser Woche wohl etwas schwächer notieren. Sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch das Verbrauchervertrauen in den USA waren überraschend eingebrochen. Das hatte den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks einen negativen Wochenausklang beschert. Dazu kommt noch das nun die Berichtssaison langsam zu Ende ist und von der Seite also auch keine neuen Impulse zu erwarten sind.

Am Dienstag werden die Wohnbaubeginne im Juli veröffentlicht. Aber auch regionale Stimmungsindikatoren wie der Empire State Index am Montag und der Philly-Fed-Index am Donnerstag könnten kursbewegend sein. Am Freitag ist mal wieder kleiner Verfallstag für Futures und Optionen. Dies könnte noch einmal etwas mehr Bewegung in die Märkte bringen. Hierzulande stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen sowie die europäischen Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und Dienstleistungen auf der Agenda.

VW bleibt VW, aber was wird aus Porsche?

Die heutige Euphorie über die Meldung das die Aufsichtsräte von Porsche und VW einer Grundlagenvereinbarung zur Bildung eines integrierten Automobilkonzerns geschaffen haben kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Der Porsche Kurs schießt zu Handelsbeginn 15 Prozent in die Höhe. Die Aktie von VW gehört hingegen heute im Dax zu den großen Verlierern. Das wiederum kann ich gut verstehen! Schon lange ist die Überbewertung der VW Stammaktien astronomisch und dürfte nach diesem Schritt und nach endgültiger Klärung bezüglich des Optionspaketes wohl sehr schnell abgebaut werden. Schon heute spekulieren Fachleute über einen reelen Kurs von 100,- Euro oder darunter. Der Rausschmiss der VW Aktie aus dem Dax ist nun wohl auch nur noch eine Frage der Zeit.

In diesem Fall würden die VW-Vorzugsaktien in den Leitindex aufrücken und damit deutlich aufgewertet. „Dann wäre die geplante Kapitalerhöhung fast ein Selbstläufer.“ Ohne den zusätzlichen Dax-Anreiz sehen Analysten kaum einen Grund für Aktionäre, die neuen Vorzüge zu zeichnen. „Das macht nur Sinn, wenn man sie deutlich unter Buchwert angeboten bekommt und sie einem damit fast nachgeworfen werden. Das wird ein teures Vergnügen für VW.“ Volkswagen plant im ersten Halbjahr des nächsten Jahres eine Kapitalerhöhung in Höhe von 4 Milliarden Euro und braucht dazu die Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung.

Volkswagen teilte am Stammsitz in Wolfsburg heute mit, dass „die finanzielle Solidität von Volkswagen und die Eigenständigkeit von Porsche gewahrt bleiben“. Volkswagen werde sich gemäß dem vereinbarten Konzept zunächst mit 42,0 Prozent bis Ende 2009 an der Porsche AG beteiligen. Daneben sei auch vorgesehen, dass die Familiengesellschafter das Vertriebsgeschäft der Porsche Holding Salzburg an Volkswagen veräußern. Abschließend ist eine Verschmelzung der Porsche SE mit Volkswagen geplant. Über den Kaufpreis wurde ebenfalls viel spekuliert. Nachdem man bis gestern noch Zahlen um die 8 Milliarden Euro lesen konnte war heute dann von nur noch 12,4 Milliarden Euro zu lesen. Geschenkt! Aber man muss ja auch nicht alles glauben was man liest…“Volkswagen bleibt Volkswagen“ hieß es heute in der Pressemeldung, aber Porsche wird nie wieder Porsche sein stand da nicht drin…

63 Millionen Euro Strafe für Samsung Manager

Man kann ja über die Asiaten denken was man will, aber zumindest spielt hier Moral und Ehre auch in der Wirtschaft noch eine deutliche Rolle. Und wer sich nicht daran hält wird saftig verknackt. Eine ähnliche Vorgehensweise würde ich mir auch bei Herrn Middelhoff und anderen Größen der deutschen Wirtschaftsführung wünschen die nachweislich einem Unternehmen großen Schaden zugefügt, oder es gar vernichtet haben.“Vertrauensbruch“ ist wohl auch hierzulande ein Wort was man invielerlei hinsicht in diesem Zusammenhang beschönigend gebrauchen könnte. Interessant finde ich das die gegen den Manager verhängte Strafe ca viermal so hoch ist wie der verursachte Schaden. Die tun was die Asiaten…

Der 67-Jährige habe sich des Vertrauensbruchs schuldig gemacht, urteilte der Richter. Lee muss zudem eine Geldstrafe von 110 Mrd. Won (63 Mio. Euro) zahlen. Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre. Lee hat nach Auffassung des Gerichts 1999 eine Firmenanleihe unter Wert ausgegeben und einen Schaden von 22,7 Mrd. Won verursacht.
Lee ist der Sohn des Samsung-Gründers und führte den Konzern 20 Jahre lang. Er gilt als einer der reichsten Männer Südkoreas. In den vergangenen Jahren stand er mehrmals vor Gericht und wurde unter anderem wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Das führte auch zu seinem Rücktritt als Samsung-Chef im April 2008.

Hilfe – Das offizielle Ende der Rezession ist da!

Also ich heute morgen die neuesten Nachrichten aus Politik und Wirtschaft studiert habe musste ich mir erst einmal verwundert die Augen reiben. Durch alle einschlägigen Medien war heute etwas wundersames zu lesen. Die Rezession in Deutschland ist offiziell für beendet erklärt worden! Faszinierend, irgendwie aufregend, und für viel Anleger nun wohl der Startschuss für leichtsinniges Handeln. Alles ist wieder gut! Arcandor, Escada sind pleite. Grottenschlechte Zahlen aus den Unternehmen wie zuletzt heute bei Kali und Salz. Die HypoReal Estate verschlingt jeden Monat Milliarden unserer Steuergelder und die Arbeitslosenzahlen drohen in den kommenden Monaten zu explodieren. Wenn jetzt noch morgen früh in der BILD Zeitung zu lesen ist das man wieder dringend Aktien kaufen muss ist der Boden für einen baldigen Zusammenbruch der Kurse wohl perfekt.

Diese anhaltende Euphorie kann nicht ewig so weiter gehen. Ich möchte nicht als Nörgler oder Pessimist gesehen werden, denn die meisten die meinen Blog schon länger lesen wissen das ich eigentlich eher Perma-Bulle bin. Dennoch hilft es manchmal auch das Hirn einzuschalten und sich auch entgegen weit verbreiteter Meinungen eben seine eigenen Gedanken zu machen. Ich möchte Euch lediglich etwas dafür sensibilisieren, das es vielleicht doch nicht alles so rosig ist wie manche Medien einen dies glauben machen wollen. Natürlich werde ich auch dieses mal das Spiel mitspielen und  versuchen von der aktuellen Situation zu profitieren, aber immer mit dem Finger am Abzug. Denn wenn es dann wirklich mal runter geht kann dies sehr schnell gehen und sehr heftig ausfallen….

Ich will ja nicht unken, aber mich würde es nicht wundern wenn wir im S&P 500 und im DowJones in den kommenden Tagen eine dicke Kerze sehen.  Wer sich mit Charttechnik etwas befasst weiß was ich meine. Für alle Zocker unter Euch jetzt schon herzlichen Glückwunsch zu den Tagesgewinnen…

Kommt nun die Korrektur?

Ein turbulenter Tag ging gestern dann doch noch halbwegs versöhnlich zu Ende. Die US Indizes haben trotz guter Konjunkturdaten deutlich geschwächelt. Die Erwartungen der Börsianer an die heutige Sitzung der Fed und die möglichen Aussagen über eine baldige Zinsanhebung sind groß. Sollte die Fed die Zügel zu früh und zu stak wieder anziehen könnte die zarte Erholung an den Aktienmärkten abgewürgt werden und die Märkte werden schneller wieder abtauchen als man den Verkaufsknopf drücken kann. Dessen dürften sich Ben Bernanke und Co. aber wohl auch bewusst sein. Das die jüngsten Kursgewinne und vor allem aber die Unternehmensgewinne und Konjunkturbarometer zumindest teilweise auf gewissen „Verschiebungen“ beruhen dürfte auch der FED bekannt sein. Eventuell kommt etwas mehr Realität mit den Zahlen zum dritten Quartal zurück an die Börse. Hier rechne ich nach wie vor mit deutlicher Ernüchterung…

Bis es soweit ist kann die aktuelle Bewegung aber durchaus noch weiter gehen. Der S&P 500 sollte nach Möglichkeit nicht unter die Marke von 987 Punkten fallen. Sollten wir also heute wieder eine leichte Erholung an den US Märkten sehen ist der Trend weiter intakt und der gestrige Rücksetzer durchaus als gesund zu bezeichnen. Erst einmal haben wir aber hierzulande ein paar Unternehmensnachrichten zu verdauen. Die zu erwartende Escada Pleite ist wohl eine davon. Das Traditionshaus und ehemals größter Damen Exklusivausstatter dieser Welt meldet Insolvenz an. Der Gewinneinbruch bei Lanxess, schlechte Zahlen von MLP, aber auch die guten Zahlen der ING Groep werden heute die ein oder andere Aktie antreiben. So richtig Bewegung kommt dann aber erst wieder zur US Börseneröffnung in die Märkte…Wie gesagt heute könnte sich entscheiden ob die Börsen weiter nach oben wollen oder die Korrektur gestern bereits begonnen hat.

Schicksalstag für Escada

Der Überlebenskampf dauerte Monate – nun steht die Entscheidung über die Zukunft Escadas unmittelbar bevor. Die Frist für Escada-Anleger läuft nur noch wenige Stunden. Lehnen sie ab, ist eine Insolvenz unaufhaltsam. Deutschlands international bekanntester Damenmodekonzern Escada muss voraussichtlich noch in dieser Woche Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit anmelden. Der Vorstand richtete sich am Montag mit einer Mischung aus letzter Warnung und letztem Appell an die Zeichner einer Unternehmensanleihe.

Wenn nicht 80 Prozent des Volumens über 200 Mio. Euro bis zum Dienstag um 15 Uhr umgetauscht werden, ist die Pleite nicht mehr abzuwenden. Bereits am Mittwoch ist eine Aufsichtsratssitzung angesetzt, bei der Vorstandschef Bruno Sälzer das Kontrollgremium über die weiteren Schritte informiert. Eine erneute Verlängerung der Umtauschfrist für die Anleihegläubiger „ist aufgrund der Liquiditätssituation der Gesellschaft ausgeschlossen, ebenso eine weitere Nachbesserung des Angebotes“, hieß es am Montag.

Nach wie vor sind noch nicht einmal 50 Prozent des Anleihevolumens umgetauscht – notwendig sind 80 Prozent. „Die Profis warten mit dem Umtausch bis zur letzten Minute. Escada braucht ein kleines Wunder, aber nichts ist ausgeschlossen“, sagte ein Unternehmenskenner. Die Bereitwilligkeit der Anleihezeichner ihr Papier unter 60 Prozent Abschlag in eine neue Anleihe zu tauschen, galt von Anfang an als das größte Risiko bei der Sanierung. Der Vorstand und die dominierenden Großaktionäre, die Brüder und Tchibo-Erben Michael und Wolfgang Herz, hatten ein mehrstufiges Rettungskonzept für den angeschlagenen Modekonzern ausgearbeitet.

Es sieht eine Kapitalherabsetzung, eine Kapitalerhöhung – vor allem durch die Herz-Brüder -, einen Umtausch der Anleihe sowie eine Verlängerung der Kredite durch die HVB/Unicredit-Bank vor. Das Besondere an dem Sanierungsplan: Alle Elemente sind voneinander abhängig. Sollte also jetzt der Umtausch der Anleihe scheitern, wären auch die Kapitalerhöhung und die Verlängerung des Bankkredits wieder hinfällig. FTD

Ist Solarstrom „Made in Germany“ am Ende?

Es sieht nicht mehr so gut aus für die deutsche Solarindustrie. Die zuletzt gelieferten Zahlen, insbesondere von Q-Cells und heute auch Manz Automationen lassen aufhochen. Die Ausblicke auf die kommenden Quartale bleiben mau und im Vergleich zum internationalen Wettbewerb ist man, was die Preise anbelangt, schon lange nicht mehr wettbewerbsfähig. Heute war zu lesen das die chinesische Solarfirma Suntech Power den deutschen Primus in fast allen belangen überholt hat. Nebenbei kosten die Produkte aus Deutschland doppelt soviel wie die aus China. Die qualitativen Unterschiede sind zwar da aber die Frage ist wie lange noch.

Die Manz Automation AG musste im ersten Halbjahr einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang ausweisen. Wie der Konzern heute verkündete, lag der Umsatz im Berichtszeitraum bei 28,3 Mio. Euro, nach 101,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verzeichnete der Konzern im Berichtszeitraum einen Rückgang auf -12,6 Mio. Euro, nach 11,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Periodenergebnis war mit 9,8 Mio. Euro negativ, nachdem man im Vorjahreszeitraum einen Überschuss von 8,8 Mio. Euro erzielt hatte.

Solche Nachrichten kann man schon seit längerer Zeit lesen. Zwar ist davon auszugehen das die Lagerbestände der deutschen Hersteller inzwischen etwas abgenommen haben und die Kosten so weit wie möglich reduziert wurden, dennoch ist wohl in nächster Zeit nicht mit exorbitanten Zuwächsen oder Kursgewinnen bei den entsprechenden Aktien zu rechnen. Auch ich habe mir vor ein paar Monaten die solare Zukunft in den schillerndsten Farben gemalt, und als dann Barack Obama aufs Parkett kam hätte dies eigentlich für eine Rally in diesem Sektor sorgen sollen.

Doch die politischen Hürden sind zu groß und die gesamtwirtschaftliche Lage zu instabil um die Welt nachhaltig verändern zu können. Die Solarwirtschaft ist sicherlich nicht am Ende und wird vielleicht sogar noch einmal eine Renaissance erleben können, aber wann das der Fall sein wird weiß wohl derzeit niemand so genau. Ich würde erst einmal auf andere Branchen wie Rohstoffe, Industriewerte sowie Luxus- und Konsumgüter und vielleicht auch Immobilien setzten.Auch wenn Q-Cells heute ohne einen plausiblen Grund um fast 7 Prozent steigt…

Warum ich derzeit amerikanische Aktien kaufe…

Die Welt verändert sich permanent und so ist es auch in diesen Tagen. Der Dollar dem viele Fachleute schon ein endgültiges Ende als Leitwährung prophezeit haben gewinnt wieder deutlich an Stärke. Getragen von den zuletzt deutlich besseren Konjunkturdaten aus den USA ist diese Entwicklung einigermaßen nachvollziehbar. Einigermaßen deswegen weil ich generell den Eindruck habe das wirtschaftliche Zusammenhänge seit einigen Monaten außer Kraft gesetzt wurden. Wie auch immer ich bin der Meinung das der Dollar vor einem Comeback stehen könnte und sich von seinen Tiefsständen bald wieder absetzen wird.

Dass die US-Devise so kräftig an Wert gewinnt, wenn positive Konjunkturmeldungen in Amerika veröffentlicht werden, war in den vergangenen Monaten selten zu beobachten. Gestärkte Hoffnungen auf eine Erholung hatten oft dazu geführt, dass die Anleger risikofreudiger wurden – was wiederum den Greenback unter Druck setzte. Dies kam daher, dass in den turbulenten Wintermonaten viele Investoren ihr Geld in Dollar-Papieren geparkt hatten. Seit dem Frühjahr lösen sie die Positionen wieder auf, um in riskantere Anlagen zu investieren: etwa Anleihen aus Schwellenländern, die mehr Rendite versprechen.

Es ist also durchaus möglich das sich der Greenback ebenso wie zumindest weite Teile der US Wirtschaft schneller erholen als angenommen. Und wie schon vor einigen Monaten prophezeit werden die US Märkte rasanter aus der Krise wieder auftauchen als die europäischen. Wenn dann also noch ein Währungsgewinn zur Kurssteigerung einer Aktie als Bonus oben drauf kommt ist die Investition voll aufgegangen. Des weiteren betrachte ich eine Investition in den Dollar derzeit als gewisse Risikoabsicherung.

Die „Wurzel allen Übels – der US Immobilienmarkt“ zeigt deutliche Anzeichen einer Besserung oder gar Trendwende. Sollte sich dies bestätigen werden gerade die Immobilienwerte wieder sehr schnell aus der Versenkung auftauchen. Siehe Freddy Mac (plus 145%) und Fannie Mae (plus 80%) sowie Doral (Plus 62%) alleine gestern.Ich habe das Trading Depot gestern noch um Doral Financial und Lee Enterprises erweitert sowie erneut eine kleine Position Georgia Gulf und bin damit zu nahezu 100% in US Werten investiert.

Ab Mittwoch bitte anschnallen…

Die anstehende Handelswoche dürfte wieder neue Erkenntnisse bringen. Die Berichtssaison im Dax nähert sich ihrem Ende und damit dürften auch die Impulse etwas schwächer werden. Vor allem ab Mittwoch könnte es an den Aktienmärkten zusehends turbulenter werden, schließlich stehen dann zahlreiche wichtige Events vor der Tür. So gibt es zur Wochenmitte nicht nur die neuen Zahlen zur US-Handelsbilanz (14.30 Uhr MESZ) für den Monat Juni, sondern auch das Statement zur Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed (20.15 Uhr MESZ) steht zur Veröffentlichung an. In diesem Zusammenhang dürften sich die Investoren vor allem für den Verlauf der aktuellen Stützungsaktionen und den Ausblick der Herren des Geldes interessieren. Ebenfalls am Mittwoch muss EON die Zahlen für das abgelaufene zweiter Quartal vorlegen das traditionell das schwächste des Energiekonzerns ist.

Am Donnerstag ist dann RWE an der Reihe und es folgen dann die Einzelhandelsumsätze für Juli (14.30 Uhr MESZ). Beim letzten Update gab es im Vergleich zum Vormonat einen leichten Anstieg um 0,6 Prozent zu vermelden. Das Wohl und Wehe der US-Wirtschaft hängt bekanntlich sehr stark von der Konsumfreude der US-Bürger ab. Deren Aktivitäten werden derzeit allerdings durch den sehr schwachen US-Arbeitsmarkt erheblich gebremst. Zeitgleich mit den Einzelhandelszahlen werden übrigens – wie meistens am Donnerstag – die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe kommuniziert. Hier gab es beim letzten Update angesichts von „lediglich“ 550.000 Anträgen eine positive Überraschung. Ebenfalls muss Kali und Salz die Zahlen vorlegen. Hier dürften Anleger mit Spannung auf die erzielten Kalipreise warten. Die Woche endet dann mit den beiden großen deutschen Stahlwerten. Salzgitter Zahlen kommen ebenfalls am Donnerstag sowie ThyssenKrupp am Freitag.

Am Freitag könnten die Anleger dann noch einmal erhebliche Turbulenzen sehen, schließlich sollen dann neben den Konsumentenpreisen für Juli (14.30 Uhr MESZ) auch die Juli-Zahlen zur Industrieproduktion (15.15 Uhr MESZ) veröffentlicht werden. Vor einem Monat lag die Produktion im Vergleich zum Vormonat mit 0,4 Prozent im Minus und die Kapazitätsauslastung belief sich auf 68,0 Prozent. Damit wurden die Erwartungen des Marktes leicht übertroffen. Sollte dies erneut gelingen, könnte es an den Anleihemärkten zu Rückschlägen und an den Aktienmärkten zu Preisaufschlägen kommen. Außerdem wird die Uni Michigan in ihrem aktuellen 14-tägigen Bericht zur Konsumentenstimmung (15.55 Uhr MESZ) neue Anhaltspunkte über die Zuversicht bzw. Zurückhaltung der US-Verbraucher liefern. Sollten sie sich „zugeknöpft“ zeigen, dürfte dies auch der US-Wirtschaft alles andere als zuträglich sein….

Trading Depot aktualisiert, Plus 271,82%

Ich habe mir heute mal wieder die Mühe gemacht das Trading Depot zu aktualisieren und mit Freude festgestellt das ich komfortabel vorne liege 🙂 Wie immer in so volatilen Zeiten kann das Depot aber in den kommenden Wochen schon wieder ganz anders aussehen. Nach Möglichkeit möchte ich aber die bestehenden Werte so weiter laufen lassen. Im Langfristdepot hat sich hingegen gar nichts getan. ich bin immer noch nicht wieder investiert.

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Ob die Korrektur nun noch kommt oder nicht ist mir derzeit nicht so ganz klar. Eventuell fange ich in der nächsten Woche, sollte der Markt doch weiter steigen wollen wieder an zaghaft zu kaufen. Allerdings so richtig bullisch bin ich momentan eigentlich nicht. Der August ist traditionell eigentlich ein eher schlechter Börsenmonat und demnächst will ich auch mal wieder Urlaub machen. Ich werde mich also mit Sicherheit nicht mehr allzu weit aus dem Fenster lehnen.

Die Märkte werden meiner Ansicht nach nicht ohne Rücksetzer bis zum Jahresende so weiter laufen. Spätestens mit der Berichtssaison zum dritten Quartal sollte nochmal ordentlich Unruhe reinkommen. Die teilweise schon sehr schlechten Zahlen zum zweiten Quartal wurden überwiegend vom Markt ignoriert. Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Besserung überwiegt immer noch, und den Rest besorgt die überschüssige Liquidität im Markt. Skepsis ist hier durchaus angebracht.

Wie auch immer ich freue mich über eine bislang satte Performance in beiden Depots. Die Gewinne lasse ich Laufen und sichere nach unten relativ eng ab. Es liegen immer noch einige Abstauberorders von mir im Markt die bis Ende August auch gültig bleiben, Dann sehen wir weiter. Der September und vor allem der Oktober können nochmal sehr volatil werden…

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