VW bleibt VW, aber was wird aus Porsche?

Die heutige Euphorie über die Meldung das die Aufsichtsräte von Porsche und VW einer Grundlagenvereinbarung zur Bildung eines integrierten Automobilkonzerns geschaffen haben kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Der Porsche Kurs schießt zu Handelsbeginn 15 Prozent in die Höhe. Die Aktie von VW gehört hingegen heute im Dax zu den großen Verlierern. Das wiederum kann ich gut verstehen! Schon lange ist die Überbewertung der VW Stammaktien astronomisch und dürfte nach diesem Schritt und nach endgültiger Klärung bezüglich des Optionspaketes wohl sehr schnell abgebaut werden. Schon heute spekulieren Fachleute über einen reelen Kurs von 100,- Euro oder darunter. Der Rausschmiss der VW Aktie aus dem Dax ist nun wohl auch nur noch eine Frage der Zeit.

In diesem Fall würden die VW-Vorzugsaktien in den Leitindex aufrücken und damit deutlich aufgewertet. „Dann wäre die geplante Kapitalerhöhung fast ein Selbstläufer.“ Ohne den zusätzlichen Dax-Anreiz sehen Analysten kaum einen Grund für Aktionäre, die neuen Vorzüge zu zeichnen. „Das macht nur Sinn, wenn man sie deutlich unter Buchwert angeboten bekommt und sie einem damit fast nachgeworfen werden. Das wird ein teures Vergnügen für VW.“ Volkswagen plant im ersten Halbjahr des nächsten Jahres eine Kapitalerhöhung in Höhe von 4 Milliarden Euro und braucht dazu die Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung.

Volkswagen teilte am Stammsitz in Wolfsburg heute mit, dass „die finanzielle Solidität von Volkswagen und die Eigenständigkeit von Porsche gewahrt bleiben“. Volkswagen werde sich gemäß dem vereinbarten Konzept zunächst mit 42,0 Prozent bis Ende 2009 an der Porsche AG beteiligen. Daneben sei auch vorgesehen, dass die Familiengesellschafter das Vertriebsgeschäft der Porsche Holding Salzburg an Volkswagen veräußern. Abschließend ist eine Verschmelzung der Porsche SE mit Volkswagen geplant. Über den Kaufpreis wurde ebenfalls viel spekuliert. Nachdem man bis gestern noch Zahlen um die 8 Milliarden Euro lesen konnte war heute dann von nur noch 12,4 Milliarden Euro zu lesen. Geschenkt! Aber man muss ja auch nicht alles glauben was man liest…“Volkswagen bleibt Volkswagen“ hieß es heute in der Pressemeldung, aber Porsche wird nie wieder Porsche sein stand da nicht drin…

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