Persönliche Befindlichkeiten, Machtstreben und Größenwahn

Einer der größten Verlierer der vergangenen Woche war die Continental Aktie. Der Putschversuch der Schaeffler Gruppe und die permanenten Nachrichten über den vorgezogenen Abgang der Continental Führung haben nicht unbedingt dazu beigetragen das Vertrauen der Anleger in die Aktie zu fördern. Seit Schaeffler bei Continental einstieg, mussten Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg, Vorstandschef Manfred Wennemer und Finanzvorstand Alan Hippe ihre Posten räumen – in Kürze muss auch Wennemer-Nachfolger Karl-Thomas Neumann gehen. „Diesen Aderlass kann das Unternehmen kaum verkraften“, sagte der VW-Manager, Auch Vertreter von BMW und Daimler fordern nun das die finanzierenden Banken eingreifen müssen.

Das ist insofern eigentlich schade als das der Aktienkurs nach den Zugewinnen der letzten Wochen endlich mal wieder ein vernünftiges Niveau erreicht hatte und sich über der 200 Tage Linie befindet (noch!) Die ganze Geschichte erinnert mich doch sehr stark an die Porsche-VW-Story wo ebenfalls durch persönliche Befindlichkeiten, Machtstreben und einer gehörigen Portion Größenwahn ein solides und gutes deutsches Unternehmen kaputt gemacht wurde. Ähnliches könnte nun bei Conti drohen…Aber noch ist ja nicht aller Tage abend…Conti-Chef Karl-Thomas Neumann hält sich weiter im Amt. Die Gläubigerbanken weiß er hinter sich – und seine Fürsprecher werden mehr. Selbst als Schaeffler anbot, seine Abfindung aus eigener Tasche zu bezahlen, blieb Neumann stoisch.

Es ist ein gefährliches Spiel was Maria-Elisabeth Schaeffler da betreibt. Die deutsche Autoindustrie sei zunehmend sauer auf die Schaeffler-Familie, berichtete das Magazin Der Spiegel. Diese habe als Mehrheitseigentümerin des Autozulieferers Continental ein Chaos angerichtet, zitierte das Magazin einen hochrangigen VW-Manager, ohne ihn namentlich zu nennen. Dies sei für die Branche gefährlich, weil Conti eine zentrale Rolle bei der Entwicklung alternativer Antriebe spiele. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) drohte nun wegen des Dauerstreits damit, der Schaeffler-Gruppe Staatshilfen zu verweigern. Nachdem kürzlich sogar die eigene Belegschaft angepumpt werden musste um das Schlimmste zu verhindern wäre es wohl auch langsam an der Zeit mal ein paar flachere Bälle zu schlagen – Frau Schaeffler!

Sollten also die Banken bald wegen des Drucks aus der Automobilindustrie ihren Einfluss geltend machen könnte die Luft für die Schaefflers, besonders nach der geplanten Kapitalerhöhung, vielleicht bald schon sehr dünn werden. Ich würde es begrüßen wenn letztendlich Conti doch ein paar Schaeffler Filetstücke bekäme und der Einfluss der Familie Schaeffler beschnitten würde. Es bleibt dabei, die Familie hat sich verzockt wie auch andere zuvor, und die Politik hat die Pflicht einen größeren Schaden für das Land zu verhindern. Über staatliche Finanzspritzen sollte man also, wenn überhaupt, erst reden wenn das geklärt ist. Es wird Zeit das sich da mal einer richtig drum kümmert…ach ja wir haben ja Wahljahr, ich vergaß…

Kommentar verfassen

Top