Author Archives: Lars

Jetzt ist sie doch da – die Obamania!

Die gestrige Rede von Barack Obama hat das Volk mal wieder beeindruckt und die politischen Lager gespalten. Bereits im Vorfeld konnten die Kurse von General Motors, Citigroup und Bank of America wieder deutlich zulegen, nachbörslich ging es noch weiter. Die US Indizes haben sich von dem Montagschock kräftig erholt und sind aus charttechnischer Sicht wieder in einer deutlich besseren Position. Sicherlich hat auch die Zusicherung von ben Bernanke dabei deutlich geholfen das keinerlei Verstaatlichungen von Banken geplant sind. Die asiatischen Märkte notieren zum ersten mal nach Tagen wieder im Plus, und das obwohl die Konjunkturdaten aus Japan und Hongkong schlichtweg katastrophal sind. Es sieht also für heute ganz gut aus! Anbei noch Auszüge aus der Obama Rede:

Auch wenn „die Wirtschaft geschwächt und das Vertrauen erschüttert“ sei, habe Amerika mit seinem Einfallsreichtum und Fleiß Grund zum Optimismus, betonte Obama. „Das Gewicht der Krise wird nicht das Schicksal dieser Nation bestimmen.“ Die USA müssten heute für die gravierenden politischen Fehler der Vergangenheit zahlen. „Der Tag der Abrechnung ist da und nun ist die Zeit gekommen, die Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.“ Amerika habe zu lange auf den kurzfristigen Erfolg gestarrt und dabei die die langfristigen Perspektiven aus den Augen verloren, sagte Obama.

„Wir lebten in einer Ära, in der zu oft kurzfristige Gewinne höher geschätzt wurden als langfristiges Wachstum. Wir schafften es nicht, weiter als an die nächste Gehaltszahlung, das nächste Quartal, die nächste Wahl zu denken“, sagte Obama. Überschüsse seien dazu genutzt worden, die Reichen reicher zu machen anstatt darin eine Chance für Investitionen in die Zukunft zu sehen. Regulierungen seien zugunsten rascher Profite und auf Kosten eines gesunden Marktes eingeschränkt worden. Obama kündigte eine Gesetzesinitiative zu einer strengeren Regulierung der Finanzmärkte an.

Die staatlichen Investitionen und Hilfen für die Banken seien die Voraussetzungen für die Schaffung und Sicherung von Millionen von Arbeitsplätzen, sagte Obama. Insbesondere die Konsolidierung des Bankensektors und damit die Wiederbelebung der Kreditvergabe hätten eine entscheidende Bedeutung. Möglicherweise werde der Finanzsektor mehr als die bisher bewilligten 700 Mrd. $ Staatshilfe brauchen. „Wir helfen nicht den Banken wir helfen den Menschen“, sagte Obama. Er setzte sich erneut auch für die Rettung der US-Autohersteller ein. Eine neu aufgestellte, umstrukturierte Autoindustrie sei wichtig, um Millionen von Arbeitsplätzen zu retten. „Die Nation, die das Auto erfunden hat, kann sich nicht einfach von ihm verabschieden

Deutliche Erholung!

Es ist schon etwas verwunderlich – Die AIG verbrennt mal schnell 100 Milliarden Dollar in 2008 und benötigt zusätzliches kapital in ähnlicher Höhe. Ben Bernanke äussert sich extrem skeptisch darüber ob es der Wirtschaft gelingen kann sich bis Ende 2010 wieder zu erholen und die Börsen steigen trotzdem wieder. Die Immobilienpreise und das Verbrauchervertrauen brechen weiterhin dramatisch ein. Die Sehnsucht der Anlager einen Totalabsturz zu vermeiden scheint extrem groß zu sein. Oder ist hier doch eine „höhere Macht“ am Werk?

Erstmal ist es mir egal wie das zustande gekommen ist. Ob es sich lediglich um eine technische Reaktion handelt und der Abverkauf in den kommenden Tagen weiter geht werden wir bald wissen. Erst einmal haben alle US Indizes die wichtigsten Marken zurückerobert und das ist gut so. Wie weit die aktuelle Bewegung gehen kann weiß ich nicht, aber ich habe mich heute dann doch noch einmal entschieden ein paar Positionen aufzubauen. Wenn ich denn die Zeit morgen finde werde ich auch die Depots mal wieder auf den aktuellen Stand bringen.

Swiss Life – stabil in der Krise

Gegen den seit Tagen vorherrschenden Trend konnte sich die Swiss Life Aktie in den vergangenen Handelstagen hervorragend entwickeln. Das Tief am 18.02.09 lag bei ca 42,70 CHF. Seitdem hat die Aktie auf heute 53 CHF zugelegt und zeigt einen stabilen Aufwärtstrend auf. Seit Tagen habe ich schon darauf hingewiesen das man hier zu diesen Kursen zumindest mit einer kleinen Position dabei sein sollte. In den letzten beiden Handelstagen wurde das extrem schwache Börsenumfeld von der Swiss Life Aktie nicht nur komplett ignoriert, sondern der Kurs konnte täglich um fast 10 Prozent zulegen. Ich denke das diese Entwicklung noch wieter gehen wird und die heute ausgegebenen Kursziele z.B. von Morgan Stanley von 94,- CHF durchaus schnell erreicht werden können.

..Eine Gruppen-Solvabilitätsquote von 160% führe zu mehr Sicherheit als man bislang angenommen habe. Abgesehen davon scheine der Verkauf von alternativen Assets beschleunigt worden zu sein. Auch gebe es Anzeichen für eine Reduzierung des MLP-Anteils und eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Management. Insgesamt sei das Chance/Risiko-Profil attraktiver geworden. Am Kursziel von 94 Schweizer Franken werde festgehalten….schreiben heute Analysten von Morgan Stanley. Natürlich muss der Gesamtmarkt im Auge behalten werden…ich führ meinen Teil fühle mich mit einer Aktie die diese relative Stärke aufweist derzeit sehr komfortabel!

Bei Schaefflers brennt die Hütte

Schaeffler steht das Wasser bis zum Hals. Die Eigentümerfamilie des angeschlagenen deutschen Wälzlagerhersteller Schaeffler will zur Rettung des Konzerns bis zu drei Viertel ihrer Anteile verkaufen. „Die Familie Schaeffler ist bereit, einen wesentlichen Anteil abzugeben, will aber ein stabiler Ankerinvestor bleiben“, sagte ein Firmensprecher am Dienstag.

„Das bedeutet, sie will mehr als 25 Prozent an der Schaeffler-Gruppe halten.“ Gelingt es Schaeffler nicht, sich in den Verhandlungen mit den Banken auf einen solchen Anteil zu einigen, wäre sogar ein noch niedrigerer Anteil möglich. „Es gibt keine Mindest- oder Höchstgrenze“, sagte der Sprecher mit Blick für die künftige Beteiligungshöhe.

Dass das Debakel um den 10 Mrd. Euro teueren Einstieg beim deutlich größeren Autozulieferer Continental Geschäftsführer Jürgen Geißinger den Job kosten könnte, dementierte Schaeffler. „Es gibt keinen Anlass, sich solchen Gerüchten hinzugeben“, sagte der Sprecher. Er bekräftigte, Schaeffler werde das von der Politik für die Gewährung von Staatshilfen verlangte Rettungskonzept in Kürze vorlegen. Einen festen Zeitplan dafür gebe es aber nicht.

Der Aktienkurs von Continental gab darauf hin noch einemal um über 20 Prozent nach. Für mich ein gutes Niveau um wiedermal mit einer kleinen Position einzusteigen…

Die Stimmung dreht auf Verzweiflung

Jetzt ist es wohl soweit. Die Stimmung der Börsianer dürfte auf dem mentalen Tiefpunkt angekommen sein. Vielleicht geht es noch weiter runter, sehr wahrscheinlich sogar…Heute sind die Autobauer in Deutschland die großen Verlierer. Neben Porsche werden nun auch BMW und Daimler ordentlich verprügelt. Mein Porsche Kauf gestern war wohl etwas zu früh und hat sich inzwischen schon wieder in Rauch aufgelöst. Man muss die ganze Irrationalität hier auch nicht mehr verstehen und sollte es auch gar nicht mehr versuchen. Ich werde erstmal weiter beobachten und dann im hoffentlich richtigen Moment wieder einsteigen.

Die Analysten sind auch alle komplett ratlos und Sprüche wie „Heu ist sehr trocken und man weiß nicht woher der Funke kommt“ oder „Wenn die Ebbe kommt sieht man wer nackt geschwommen ist“ erheitern meinen Alltag ein wenig. Es werden immer wieder Parallelen zum Jahr 2003 gezogen und darauf hingewiesen das die Börsen irgendwann wieder aufwärts gehen. Was ist aber wenn wir uns erst im Jahr 2002 befinden? Der heute veröffentlichte ifo-Index deutet zumindest darauf hin. Wie auch immer die Dramatik nimmt derzeit deutlich zu und wir haben einen Ausverkauf. Die Panik regiert und das ist eigentlich ein gutes Zeichen dafür das wir das Schlimmste bald überstanden haben könnten.

Bankentitel gehören auch auf diesem Niveau noch nicht zu den Favoriten und hier dürfte die negative Nachrichtenlage noch eine Weile anhalten. Bei den zyklischen Autobauern und Maschinenbauern bin ich sehr positiv gestimmt das diese letztendlich als Gewinner aus der Krise hervorgehen könnten. Aber noch scheint es nicht soweit zu sein. Eventuell geht der Dax nochmal 10 bis 20 Prozent runter bevor es dann wieder aufwärts gehen kann. Wenn man also in den nächsten Tagen auf der Titelseite der Bild Zeitung wieder Worte wie „Weltuntergang, Crash, Supergau oder Das Ende der Börse…etc.“ Lesen kann dürfte es langsam an der Zeit sein sich um zu sehen. Ich habe da schon ein paar Kandidaten ausgemacht.

Q-Cells und Solon

Die Q-Cells AG hat heute die Prognose für das Gesamtjahr erneut gesenkt. Dieses Mal hielt sich die Enttäuschung der Anleger in Grenzen, was allerdings bei einem schon wieder halbiertem Aktienkurs nicht wirklich verwundert. Der Solarzellenhersteller übertraf 2008 seine reduzierten Jahresziele leicht. Der Umsatz stieg um 46 Prozent auf 1,251 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich auf 205,1 Millionen Euro nach 197 Millionen Euro im Jahr zuvor. Netto verdiente die Firma aus Bitterfeld im abgelaufenen Geschäftsjahr 190,5 Millionen Euro, ein Plus von 28 Prozent. Die Sachsen-Anhalter erwarten nun für 2009 nur noch Erlöse zwischen 1,7 und 2,1 Milliarden Euro. Bereits im Dezember hatte der Konzern seine Umsatzerwartung auf 1,75 bis 2,25 Milliarden Euro gesenkt.

Der Berliner Solarmodul-Herstellers Solon hat für das laufende Jahr seine Prognose gekippt. Vor dem Hintergrund der schwierigen konjunkturellen Lage und der noch nicht verlässlich abschätzbaren Entwicklung wichtiger Märkte wie den USA und Südeuropa sei die ´Visibilität´ für das laufende Jahr weiter eingeschränkt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Vorstand halte es daher für angemessen, erst im Jahresverlauf eine aktuelle Prognose für das Geschäftsjahr 2009 abzugeben. Im November hatte Solon als Marken für 2009 einen Umsatz von mehr als einer Milliarden Euro sowie eine EBIT-Marge von mehr als sechs Prozent angegeben. Das Unternehmen betonte aber, dass sich für das Jahr 2009 und die folgenden Geschäftsjahre ´das Potenzial für weiteres Wachstum´

AIG macht nochmal 60 Milliarden Verlust

Das war heftig gestern! Ohne ein Anzeichen einer nennenswerten Gegenbewegung fielen die US Indizes auf neue Rekordtiefststände. Der Ausverkauf war breit und über alle Branchen angelegt! Kein gutes Zeichen und dann noch diese aktuelle Nachrichtenlage…Der staatlich gestützte US-Versicherer AIG verbucht Medienberichten zufolge ein gigantisches Minus: Der Verlust des einst weltweiten Branchenführers liege durch enorme Abschreibungen voraussichtlich nahe 60 Mrd. $ (47 Mrd Euro). Das meldete der amerikanische Wirtschafts-Fernsehsender CNBC

AIG verhandle nun angesichts einer erneut drohenden Pleite mit der US-Regierung über weitere Nothilfen. Möglich seien weitere Mittel für den Versicherer oder das Begleichen von Schulden durch Aktien, sagte eine mit der Situation vertraute Person am Montag. Die Verhandlungen seien jedoch noch im Gange und auch andere Optionen würden diskutiert, fügte die Person hinzu. AIG äußerte sich nicht zu dem Bericht. Auch das Finanzministerium wollte keine Stellung dazu nehmen. Das Unternehmen dürfte damit genau so fertig sein wie die HypoReal Estate.

Alles nur heiße Luft?

Man fragt sich schon langsam wo der Kursverfall bei den Solarwerten noch hinführen soll. Q-Cells und Solarworld markieren neue Tiefsstände. LDK Solar, Suntech, Yingli und Trina Solar haben schon fast unterirdische Kurse erreicht, und sogar der US Branchenprimus FirstSolar wird permanent verprügelt. Es sieht nach Ausverkauf aus und das leider nicht nur im Solarsektor. Selbst Werte wie Manz und Centrotherm werden mit runtergerissen, obwohl die letzten Zahlenwerke durchaus überzeugen konnten. Was soll man nun davon halten?

Die kurze Hype bei der Bank of America und Citigroup können die Märkte nicht beruhigen. Die Angst vor den diese Woche noch anstehenden Konjunkturdaten scheint extrem groß zu sein und inzwischen haben die Bären wohl das Ruder fest in der Hand. Nur ein paar Werte können sich überhaupt noch gegen den vorherrschenden Trend behaupten. Dazu gehört auch heute mal wieder die Swiss Life Aktie. Aber zurück zu den Solarwerten. Die breite Anlegerschar hat wohl speziell in diesem Sektor aus einen Obamah Effekt gesetzt und dürfte nun extrem enttäuscht worden sein.

Ich gehöre auch zu denjenigen die sich hier deutlich mehr erwartet hatten. Da die Probleme im Banken- und Autosektor aber so immens sind konzentriert sich die US-Regierung zunächst einmal auf diese Themen. In wie weit dann im zweiten Schritt – wann auch immer der kommen wird – die alternativen Energien von den Förderprogrammen profitieren kann ist momentan noch völlig offen. Trotz der derzeitigen Schnäppchenkurse im Solarsektor traue ich mich noch nicht wieder zurück in die einzelnen Werte, und das ist wahrscheinlich auch gut so. Auch wenn man sich langsam fragt ob denn in allen Branchen in den letzten Jahren nur heiße Luft produziert wurde… Der negative Trend ist im vollen Gange!

Porsche wieder im Depot

Die Börse ist irrational! Das beste Beispiel dafür schein zur Zeit unter anderem der Porsche Kurs zu sein. Jeden Tag geht es noch ein Stückchen weiter runter ohne das es, bis auf ein paar irrsinnige Analystenkommentare, irgend welche Neuigkeiten gibt. Ich bleibe dabei, wenn ein Autobauer in Deutschland nicht nur überleben wird sondern wahrscheinlich auch noch deutlich gestärkt aus der Krise hervorgehen dürfte dann ist das wohl die Porsche AG. Nicht nur das man über eine komfortable Finanzsituation verfügt sondern auch die Ausrichtung und vor allem die Führung des Unternehmens dürften in Europa einzigartig sein.

Wenn man sich die Umsätze in der Porsche Aktie in den letzten Tagen ansieht fällt einem sicherlich auf das es hier mal wieder eher die nervösen, oder inzwischen total frustrierten Kleinanleger sind die Ihre Stücke schmeißen. Sicherlich hat das zuletzt ausgegebene Kursziel von Morgan Stanley nicht gerade vertrauensbildenden Charakter gehabt, und auch die heutige (etwas verwirrende) Meldung der Citigroup mit dem Rating „sell“ mit einem Kursziel von 50,- Euro!!! dürfte den ein oder anderen etwas verwundern. Dazu kommen sicherlich noch etliche ausgelöste Stopp-Loss Orders. Vielleicht hat auch der ein oder andere im Faschingstaumel heute die Orientierung verloren 🙂

Autobauer sind derzeit auf der Abschussliste, da beißt die Maus keinen Faden ab, aber das ist jetzt schon langsam lächerlich. Die Nachricht das VW ab heute auf Kurzarbeit umstellt und der Volkswagen Kurs heute ebenfalls gen Süden geht dürfte noch einmal zusätzlich für Verunsicherung gesorgt haben. ich bin mir relativ sicher das all diejenigen die in den letzten Tagen Ihre Stücke verkauft haben sehr bald schon der Zeit nachtrauern werden in der sie noch Porsche Aktionär gewesen sind. Konsequenter Weise habe ich natürlich heute somit die erste Position bei 31,15 Euro in Porsche wieder aufgebaut und werde bei tieferen Kursen weiter aufstocken…Hellau und Alaaaaf

Citigroup Teilverstaatlichung lässt Börsen aufatmen

In Russland ist heute „Tag der Verteidiger des Vaterlandes“ und deswegen bleiben die Börsen dort geschlossen. Die asiatischen Börsen hingegen tendieren heute sehr freundlich, und das hatten wohl die wenigsten sogenannten Marktbeobachter heute auf der Uhr. Wenn man am Wochenende die Presse verfolgt hat konnte einem fast schon schlecht werden bei der Vielzahl an pessimistischen Nachrichten. Singapur und Hongkong können kräftig um 2,3 Prozent zulegen.

Der Hauptgrund den man dafür ausmachte waren die neuesten Gerüchte um die Citigroup die offensichtlich in Großteilen dieser Welt für Erleichterung gesorgt haben. Demnach gehe man davon aus das die US Bundesregierung Ihren Anteil an der Citigroup erhöhen könnte und somit weitere finanzielle Mittel für die US Großbank bereitstünden. Auf bis zu 40 Prozent soll der Staat dann an der Citigroup besitzen und die Vorzugsaktien sollen in Stammaktien umgewandelt werden.

Nun ja das entspricht nicht unbedingt dem was von der US Regierung zuletzt am Freitag durch einen Pressesprecher bekannt gegeben worden ist. De facto ist dies nun die teilverstaatlichung der Bank. Ob die neue Notlage der Citigroup auch Begehrlichkeiten bei anderen US-Banken auslöst, wird an den Kapitalmärkten nun mit Spannung beobachtet. Die ebenfalls angeschlagene Bank of America hatte noch am Sonntag erklärt, sie sei nicht in Gesprächen um eine Erhöhung der Staatsbeteiligung.

Die Royal Bank of Scotland wird aufgespalten

Die Royal Bank of Scotland Group soll nach Zeitungsberichten im Zuge ihrer Sanierung in eine „good bank“ sowie eine „bad bank“ aufgespalten werden. Für mehrere 100 Mio GBP stehen zudem Aktivitäten der Finanzgruppe zu Verkauf, berichten „Sunday Times“ und „Sunday Telegraph“ ohne Nennung von Quellen.

CEO Stephen Hester werde diese Pläne im Laufe der Woche vorstellen. Am Donnerstag will das Institut die Bilanz für 2008 vorlegen. Beobachter rechneten mit einem Fehlbetrag von 28 Mrd USD, schreiben die Zeitungen. Das wäre der größte Verlust, den je ein britisches Unternehmen vermeldet hätte.

Hester werde eine Senkung der Kosten um 1 Mrd GBP ankündigen. Dafür sollten 20.000 Stellen eingespart werden, mehr als die Hälfte davon in Großbritannien, wie die Zeitungen berichten. Große Teile des Investment-Banking stünden zum Verkauf oder sollten geschlossen werden. Die RBS werde sich ferner von ihrem Asiengeschäft und dem Retail-Banking in Mittel- und Osteuropa trennen.

Nach Angaben des „Sunday Telegraph“ ist Hester allerdings nicht zu Notverkäufen gezwungen. Für die Umsetzung des strategischen Plans habe er fünf Jahre Zeit. Die britische Regierung, die mit 70% an der Finanzgruppe beteiligt ist, habe dem Vorhaben bereits zugestimmt. Ein Sprecher der Royal Bank of Scotland wollte sich zu den Zeitungsberichten nicht äußern.

„New Deal“ in der globalen Wirtschaftsordnung

Die europäischen Mitglieder der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) haben sich bei ihrem Gipfeltreffen am Sonntag in Berlin für eine bessere Kontrolle der internationalen Finanzmärkte stark gemacht. Die Teilnehmer des Treffens unterstützten laut Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Beaufsichtigung aller Finanzmärkte und -produkte einschließlich Hedgefonds.

Wir bekennen uns dazu, dass alle Finanzmärkte, -produkte und Marktteilnehmer – auch Hedgefonds, auch Ratingagenturen und andere private Anbieter – natürlich einer Aufsicht und Regulierung unterstellt werden müssen“, sagte Merkel bei einer Pressekonferenz nach dem Treffen, das der Vorbereitung des zweiten Weltfinanzgipfels am 2. April in London diente. „Vertrauen kann nur wiederhergestellt werden, wenn die Menschen in unseren Ländern spüren, dass wir eine gemeinsame Kraftanstrengung unternehmen“, sagte Frau Merkel weiter.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy betonte, Europa wolle „die Neugründung des gesamten Systems“ erreichen. „Wir sind uns jetzt alle darüber einig“, hob er hervor. Werde der Gipfel in London kein Erfolg, „dann gibt es keinen Weg zurück mehr“, warnte er. Der britische Premierminister Gordon Brown erklärte, nötig sei so etwas wie ein „New Deal“ der globalen Wirtschaftsordnung.

Konsens war laut Erklärung auch, dass „die Banken in guten Zeiten zusätzliche Eigenkapitalpuffer aufbauen sollen, um für schlechte Zeiten künftig besser gerüstet zu sein“, und dass Sanktionsmechanismen entwickelt werden sollten, um besser gegen die Gefahren geschützt zu sein, die von unkooperativen Jurisdiktionen, einschließlich Steueroasen, ausgehen….

Top