Author Archives: Lars

Hosen runter!

Die nächste Woche dürfte es zeigen…Korrektur oder Konsolidierung. Nach zwei Wochen mit Verlusten in Folge könnte eine Aufholjagd an den US-Börsen auch in der kommenden Woche durch neue Hindernisse gebremst werden. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei der Auftakt der Bilanzsaison für das dritte Quartal. Die Anleger erhoffen sich von Bilanz-Frühstartern wie dem Aluminiumkonzern Alcoa nun eine Verbesserung der Konzernumsätze, was als wichtiger Indikator für die Ausgaben von Verbrauchern und der Wirtschaft gilt. „Wir haben längst noch nicht alle Probleme gelöst“, sagte William Rutherford, Präsident von Rutherford Investment Management. „Wir haben noch einige Hindernisse vor uns.“ Die Konzerngewinne müssten sich nun als gut genug erweisen, um die seit März erzielten Börsengewinne zu rechtfertigen.

Das Dow-Unternehmen Alcoa gibt am Mittwoch nach Börsenschluss wie üblich den Startschuss. Auch von PepsiCo, Monsanto, Yum Brands und der Costco Wholesale Group werden in der kommenden Woche Zahlen erwartet. Jetzt muss es sich zeigen ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt gewesen sind. Es heißt also „Hosen runter“

Der Konjunkturkalender ist in der kommenden Woche übersichtlich, doch gleich am Montag dürften Zahlen von Amerikas riesigem Dienstleistungssektor auf das Interesse der Anleger stoßen. Von Reuters befragte Volkswirte rechnen mit einem Anstieg des ISM-Indexes auf 50,0 Punkte – der Schwelle zum Wachstum. Am Donnerstag dürfte der monatliche Bericht über den Umsatz im Einzelhandel Hinweise auf das Verhalten der Verbraucher geben, die unter dem Druck des gespannten Arbeitsmarktes stehen. Ebenfalls am Donnerstag werden die Investoren mit Spannung den Äußerungen von Fed-Chef Ben Bernanke folgen, der sich zur Bilanz der US-Notenbank äußern soll.

Unterstützung bekommt die Wirtschaft und damit natürlich auch die liquiditätsgetriebene Börse weiterhin von der Politik…Die Gruppe der sieben führenden Industrieländer (G7) will zunächst einmal an den teuren Programmen zur Krisenbekämpfung festhalten und noch nicht umsteuern. Wir werden die konjunkturstützenden Maßnahmen so lange in Kraft lassen, bis der Aufschwung abgesichert ist“, hieß es im Abschlusskommunique der G7-Finanzminister nach einem Treffen bei der IWF-Herbsttagung am Samstag in Istanbul. Die G7 sprach von vermehrten Zeichen in jüngster Zeit, dass die wirtschaftliche Erholung auf dem Wege sei und sich die Bedingungen an den Finanzmärkten verbesserten. Grund für ein Zurücklehnen gebe es aber nicht: die Wachstumsaussichten blieben fragil und an den Arbeitsmärkten gebe es bislang keine Anzeichen für eine Verbesserung.

Bald wieder goldene Zeiten für grüne Energie?

Nach Einschätzung des Sustainability Research der Bank Sarasin birgt das Klimaabkommen von Kopenhagen großes Potenzial für nachhaltige Anlagen. Da die rechtlich verbindlichen Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls 2012 auslaufen, könnte die für diesen Dezember anberaumte Konferenz nicht nur für das Klima, sondern auch für die Anleger einen wichtigen Wendepunkt darstellen.

Andreas Knörzer, Leiter Sustainable Investment bei der Bank Sarasin, betonte anlässlich seiner Präsentation an einem Mediengespräch in Hongkong, dass nachhaltige Anleger gut positioniert sind, um von den globalen Infrastrukturausgaben der Regierungen zur Belebung der Wirtschaft zu profitieren. Diese Mittel dürften hauptsächlich den Energie-, Wasser- und Transportsektoren zugute kommen. Im Vorfeld des im Dezember stattfindenden Kopenhagener Umweltgipfels wurden bereits rund 16 Prozent (USD 512 Mia.) der Regierungsausgaben im Volumen von insgesamt USD 3.1 Bio. in Technologien investiert, die sich mit dem Klimawandel befassen. Chinesische Think Tanks haben nach dem UNO-Gipfel von vergangener Woche die Einführung einer nationalen Kohlenstoffsteuer bis 2013 gefordert, und das Klimaabkommen von Kopenhagen strebt die Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft an. In diesem Umfeld dürften umweltfreundliche Technologien weiter von einer starken politischen Unterstützung und von hohen Erwartungen profitieren….weiterlesen

Die Angst geht um!

Jetzt ist es wohl soweit! Viele von Euch werden das jetzt nicht gerne lesen und sind eventuell auch wirklich schlecht drauf weil sie heute Geld verloren haben, aber es war einfach fällig. Überfällig! und genau genommen weiß das auch jeder der sich etwas kritischer mit dem Thema Börse auseinandersetzt. Die Korrektur ist da – daran gibt es wohl nicht mehr viel zu rütteln. Die Börsen in den USA verzeichnen heftige Verluste und besonders die Sektoren die zuletzt extrem gut gelaufen sind geben ihre Gewinne wieder ab. Allen voran der Finanzsektor und hier im Speziellen alle Unternehmen die im weitesten Sinne mit der Finanzierung von Immobilien zu tun haben. Ich denke mal das hier heute eine sehr große Angst vor einer möglichen Pleite der CIT Group gespielt wird und das wohl auch zu recht.

Es bedarf schon eines großen Wunders um diesen Pleitekandidaten noch am Sterben zu hindern. Ähnlich verhielt es sich ja hierzu Lande mit der HypoReal Estate, Nur leider hat man sich seitens unserer Bundesregierung und zum Leidwesen aller Steuerzahler entschieden diese Unternehmen retten zu wollen. Weil es systemrelevant ist war die Begründung, und das wohl auch zu Recht. Ob die Amerikaner nun ebenso verfahren werden dürfte sich in den nächsten Stunden zeigen. Derzeit deutet nicht viel auf einen positiven Ausgang dieses Börsenkrimis hin aber man hat ja schon die berühmten Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. Wenn also doch noch ein weißer Ritter irgendwo auftauchen sollte (vielleicht ist es ja auch ein schwarzer 🙂 ) dann dürften sich die Kurse wohl genauso schnell wieder erholen wie sie gefallen sind.

Wenn nicht, dann ist in jedem Falle die Rally der letzten Monate damit offiziell beendet und viele Kleinanleger, die gerade zuletzt wieder durch die Berichterstattung in den Medien neuen Mut gefasst hatten werden sich dann wünschen sie hätten das alles nur geträumt. Aber noch ist es ja nicht soweit. Dennoch wird wohl auch morgen im Dax erst einmal Rambazamba gespielt. So oder so, auch wenn die CIT Group heute Nacht nicht Insolvenz anmeldet….In jedem Falle bin ich froh gerade nicht investiert zu sein…ausser ein paar Short s;-)

Cash for Clunkers

So langsam scheint sich doch zu bewahrheiten was ich bereits seit Wochen erwarte. Nach dem gestern bereits deutlich schlechter als erwartet ausgefallenem US Einkaufsmanager Index kommt allmählich die Vernunft uns vor allem die Realität an die Börse zurück. Heute dürften die stärker als erwartet angestiegenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe an der Wallstreet zum Handelsauftackt für fallende Kurse sorgen. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung ist in der Woche zum 26. September auf saisonbereinigter Basis um 17.000 auf 551.000 gestiegen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten eine Zunahme um nur 5.000 vorhergesagt. Die Daten vom US Arbeitsmarkt sind nach wie vor eine Katastrophe und dementsprechend sollte sich auch das Konsumentenverhalten in den kommenden Monaten entwickeln.

Um 16 Uhr werden wichtige Konjunkturindikatoren und neue Daten zum US-Immobilienmarkt veröffentlicht. Man darf also gespannt sein ob diese den Markt eher positiv überraschen können. ich rechne auch bei der bald beginnenden Berichtssaison eher mit negativen Überraschungen, da die Einmaleffekte nun langsam verpufft sein  müssten. Die heute ebenfalls veröffentlichten Zahlen der US Konsumausgaben fielen mit einem Plus von 1,3 Prozent im August weit besser aus als gedacht. Allerdings war dies vornehmlich der US-Verschrottungsprämie für Schrottlauben zu verdanken. Auch dieser Effekt dürfte also ebenfalls – wie bei uns auch – bald wieder verschwinden.der Automobilbranche stehen die ganz harten Zeiten erst noch bevor, was ich ja bereits in meinem gestrigen Bericht schon angedeutet habe.

Und da wäre dann noch die CIT Group bei der sich heute entscheiden soll ob das Unternehmen in die Insolvenz gehen wird. Die Tragweite könnte ähnlich sein wie bei der Pleite des Investmenthauses Lehman Brothers. Die Versrtickungen in den gesamten amerikanischen Mittelstand sind enorm. Es geht um die lächerliche Summe von 30 Milliarden Dollar die die CIT Group umschulden muss. Der Staat will nicht einspringen obwohl er nun durch die Rückzahlungen anderer Finanzinstitute wieder etwas flüssiger sein müsste. man riskiert also erneut seitens der US Regierung einen Dominoeffekt der sich durch alle Branchen ziehen könnte. das dürfte dann auch den gut gemeinten Plan von Obama wieder um Monate oder gar Jahre zurückwerfen, und uns Börsianer und Trader wohl auch…Im richtigen Leben gibt es eben selten wirklich Cash for Clunkers!

Was sind Day Turbos?

Und? Heute Nacht gut geschlafen? Oder eher nicht, weil im Depot noch eine offene Position schlummerte, die mit hohen Risiken behaftet ist? Dieses Gefühl kennen gerade die mit gehebelten Produkten agierenden Anleger zu Genüge. Denn über Nacht haben zwar die Börsen bei uns in Deutschland geschlossen, so dass man seine Papiere nicht handeln kann. In anderen Regionen dieser Welt geht es aber weiter und die Kursbewegungen an den asiatischen Börsen oder auch bei den amerikanischen Futures bestimmen ganz entscheidend die Eröffnung unseres Marktes am nächsten Morgen. Und wenn es da zu größeren Ausschlägen kommt, kann das bei den abends noch solide im Plus liegenden Papieren auch schnell mal zu einem bösen Erwachen führen.

Bei den seit gestern erstmalig am Markt notierten Day Turbos von HSBC Trinkaus auf den Dax-Future wird dieses Risiko konsequent ausgeschlossen. Denn diese Papiere haben lediglich eine Lebenserwartung von einem Tag beziehungsweise ganz genau maximal 14 Stunden. Zu Handelsbeginn des an der Terminbörse Eurex notierten Dax-Futures werden gegen acht Uhr die Turbos emittiert und zum Handelsschluss um 22 Uhr automatisch fällig gestellt. Wenn Anleger bis dahin nicht verkauft haben (was zumindest aus Liquiditätsgründen besser wäre, weil die Überweisung des Restbetrages bei einem „Auslaufen lassen“ länger dauert!), erfolgt automatisch die Abrechnung.

Rein psychologisch ist das schon mal ein großer Vorteil, denn viele Investoren gehen, wenn es schlecht läuft, dann doch immer mal wieder das Risiko ein und halten die Position über Nacht, weil sie sich nicht zu einer Verlustrealisierung durchringen können. Das gerade im Trading so wichtige Risikomanagement ist damit dann meist über den Haufen geworfen, weil etwaige Stopp-Kurse über Nacht nun mal wirkungslos sind. Als weitere Vorteile bezeichnet der Emittent den vergleichsweise niedrigen Preis und damit eine höhere Hebelkraft der Papiere, weil diese im Unterschied zu anderen Turbos komplett ohne oder nur mit einem geringen Aufgeld ausgestattet sind.

Dass der Handel mit diesen Ein-Tages-Turbos auf den Dax-Future aber nur etwas für in diesem Segment sehr erfahrene Profis ist, zeigte sich schon am ersten Handelstag der neuen Papiere. Von den sechs am Dienstag neu emittierten Turbos (drei Calls und drei Puts) wurde der erste schon zum Start des Marktes ausgeknockt.

Kursmanipulation durch Porsche und die Maple Bank?

Der Chef der Maple Bank, Wolfgang Schuck, einer der bestbezahlten Finanzmanager des Landes, und weitere Beschäftigte der Bank sollen im Auftrag des Sportwagen-Herstellers den Kurs der VW-Aktie illegal beeinflusst haben, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ Einem Medienbericht zufolge ist bei den Ermittlungen wegens des Verdachts auf Marktmanipulation im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von VW durch Porsche nun auch der Chef der Frankfurter Maple Bank im Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Mittwoch berichtete, ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen Schuck und Mitarbeiter der Maple Bank, weil diese angeblich im Auftrag von Porsche den Kurs der VW-Aktie illegal beeinflusst haben sollen. Der Manager soll verdeckt dafür gesorgt haben, dass während des Übernahmeversuchs von VW der Kurs dieser Aktie weitgehend stabil blieb, um Schaden von Porsche abzuwenden.

Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten starke Kursausschläge der VW-Aktie für Porsche aufgrund risikoreicher Optionsgeschäfte teuer werden können.Die Staatsanwaltschaft wollte den Bericht nicht kommentieren. Der Verdacht ist sicherlich nahe liegend, da das Kursniveau der VW Aktie damals fern ab von jeder normalen Bewertunglag und durch „geheime Kräfte“ auch dort gehalten wurde. Ebenso wirft der ruckartige Anstieg auf 1.000,- Euro je VW Aktie, was damals Volkswagen kurzzeitig zum teuersten Konzern dieser Welt aufsteigen ließ. nach wie vor Fragen auf. Nicht nur den Milliardär Adolf Merckle hat dieser Vorgang einen Großteil seines Vermögens und damit auch sein Leben gekostet. Viele Kleinanleger fühlen sich ebenfalls über den Tisch gezogen. Ich bin gespannt ob bei den Ermittlungen etwas herauskommt. Zu viel darf man sich wohl aber nicht davon erhoffen…

CIT Group – hopp oder top?

Noch gestern gehörte die Aktie der schwer angeschlagenen CIT Group zu den größten Gewinnern an der Wallstreet. Spekulationen über eine mögliche Fusion von CIT mit dem Immobilienfinanzierer IndyMac, der ebenfalls bereits pleite ist haben die Aktie gestern stark steigen lassen. Heute dann ein erneute Schock für die Anleger. Vorbörslich ist die Aktie mit rund 40 Prozent im Minus. CIT plant, über einen Tausch von kurzfristigen in längerfristige Anleihen seine Verbindlichkeiten von derzeit rund 30 Mrd. Dollar (20,6 Mrd. Euro) um 30 bis 40 Prozent zu verringern, berichtet das „Wall Street Journal“ am Mittwoch in seiner Onlineausgabe.

Sollten allerdings nicht genügend Gläubiger dem Plan zustimmen, bliebe nur noch der Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts, schreibt das Blatt unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Das Kreditinstitut wollte die Informationen auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren. Um einen drohenden Bankrott des schwer angeschlagenen Kreditgebers CIT abzuwenden haben die Citigroup und Barclays Capital Finanzhilfen angeboten. Es bleibt also abzuwarten ob der Mittestandsfinanzierer gerettet werden kann. In jedem Falle dürften die nächsten 24 Stunden nichts für schwache Nerven sein…

VW und Porsche Anleger drehen komplett durch

Weiterhin wird in der deutschen Automobilszene Heile Welt gespielt…Wenn ich sehe das die VW Aktie heute die 80,- Euro Marke erreicht hat, und das obwohl gerade erst 4,2% Lohnerhöhung für die dort ansässigen Mitarbeiter vereinbart wurde, dann kann einem schon etwas schwindelig werden. Nicht nur das die Abwrackprämie als Einmaleffekt in den kommenden Bilanzen verpuffen dürften, sondern auch das der Produktionsstandort Deutschland durch die hohen Lohnkosten und Steuern immer mehr dazu führen werden das die automobilen Produkte aus Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Ebenfalls zum Höhenflug angesetzt hat vor ca 3 Tagen wieder unser aller Lieblings Autobauer Porsche und markiert gerade ein neues Jahreshoch. Investoren scheinen komplett vergessen zu haben das Porsche eigentlich pleite ist/war, und das durch die neue Führung des VW Konzerns Porsche nie wieder das sein wird was Porsche einmal war. Sicherlich hat der neue Panamera gute Marktchancen, die er allerdings erst einmal unter Beweis stellen muss. Wie auch immer die Porsche Aktie war bereits dreimal auf diesem Niveau und ist nach unten abgeprallt. Ich denke es wird auch dieses Mal nicht anders laufen.

Gestern beflügelten wiedermal die Nachricht das Katar den Anteil an VW ausbauen will die Kurse. Für die deutsche Automobilbranche ist dies allerdings wohl alles andere als eine gute Nachricht. Kurzfristig vielleicht tragfähig und sinnvoll, langfristig eher eine Katastrophe für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Der Markt ist extrem überkauft und die Indikatoren zeigen immer mehr an das es eventuell doch noch zu einer Korrektur kommen könnte, auch wenn ich nicht mehr so recht daran glauben mag. In Dax stellt die Marke von 5750 Punkten offensichtlich das erste echte Hindernis dar das bis jetzt nicht überwunden werden konnte. Die in den Markt drängende Liquidität saugt dennoch alles auf was der Markt hergibt. Es ist in  einzelnen Aktien und Sektoren bereits deutliche Schwäche zu entdecken. Nicht so bei den deutschen Autobauern und das ist fast schon etwas pervers, denn diese Branche dürfte sich als aller Letztes von dem Schock der letzten Krise wieder erholen. Ich halte die Entwicklung bei VW Porsche und Co. für alles andere als gesund! Bin seit heute in beiden Titeln short…

Gute und schlechte Nachrichten…

Zuerst die Gute Nachricht. Der US Immobiliensektor scheint sich immer weiter zu stabilisieren, wenn auch nur sehr zaghaft. das zeigen die heute veröffentlichten Zahlen der Hauspreise in den USA. Der derzeit viel beachtete Case Shiller Index, der die Hauspreise in den 20 wichtigsten Ballungsgebieten der USA misst,  ist nun zum dritten Mal in Folge gestiegen. Insgesamt konnte der Index um 1,6 Prozent im Juli zulegen und deutet damit ebenfalls auf eine Stabilisierung der Wirtschaft in den USA. Nur in den Ballungsräumen Las Vegas und Seattle gaben die Hauspreise von Juni auf Juli noch nach. In den anderen 18 untersuchten Gebieten stiegen sie dagegen, vor allem in Minneapolis (+ 4,6%) und San Francisco (+ 3,3%). Im November läuft ein Subventionspaket der amerikanischen Bundesregierung für Hauskäufer aus, dann muss sich zeigen ob dieser Sektor wieder alleine überlebensfähig ist.

Das Konsumklima in den USA hat sich entgegen den Erwartungen im September wieder leicht verschlechtert. Vor allem die Lage am Arbeitsmarkt macht den Amerikanern Sorgen was angesichts der immer noch mindestens 500.000 Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe monatlich verständlich ist. Im August hatte sich der Konsumklima-Index des Instituts Conference Board noch leicht verbessert, doch im September sank er von 54,5 auf 53,1 Punkte. Erwartet worden war ein Plus auf 57 Zähler. Das ist also sicherlich erst einmal kein wirklicher Grund zur Beunruhigung, dennoch müssen die Daten vom Arbeitsmarkt nach wie vor genau beobachtet werde. Die Realität werden wir alle eh erst dann kennen lernen wenn auch das letzte Konjunkturprogramm wieder eingestellt worden ist.

Alles in allem war aber heute mal wieder ein ganz ordentlicher Tag an den Börsen. Nach dem ordentlichen Kursanstieg gestern konnten sich die Indizes trotz Gewinnmitnahmen weiter ganz wacker schlagen. Einzelne Sektoren neigen derzeit zur Schwäche, dennoch sieht es momentan doch nur nach einer leichten Konsolidierung aus und weniger nach einer richtigen Korrektur.

Deutschland hat gewählt – es kam so wie es kommen musste

Die Wahl ist gelaufen! Für die einen zufriedenstellend für die anderen katastrophal. Die FDP triumphiert und macht nun den Weg frei für eine neue Regierung unter schwarz gelber Führung. Diese Wahl war aber auch sehr vielsagend was die Einstellung der Bürger, bzw. die Politikverdrossenheit in diesem Land anbelangt. Es war eine Wahl der Superlative. Die SPD schnitt so schlecht ab wie noch nie seit bestehen der Bundesrepublik Deutschland. Die FDP dadurch so gut wie in den letzten 30 Jahren nicht. Die CDU hat auch in der Gunst der Wähler verloren, profitiert aber von dem neuen starken Partner.

Die Wahlbeteiligung war so niedrig wie nie zuvor, und begünstigte damit den katastrophalen Einbruch der SPD Anhänger. Offensichtlich waren es viele Nichtwähler aus dem einfachen Volke (wie es so schön heißt) die lieber im Biergarten saßen als die Wahllokale zu stürmen. Ebenso haben sich angeblich wegen chronischer Unentschlossenheit viele der ehemaligen SPD Wähler nicht die Mühe gemacht nach alternativen zu Suchen sondernsind einfach nichtwählen gegengen. Eine traurige Bilanz für eine Demokratie und ein mündiges Volk, aber auch ein Zeichen das es höchste Zeit war für einen Wandel.

Ich bin gespannt ob gerade die FDP nun diese Erwartungen erfüllen kann. Die Voraussetzungen für kreatives handeln sind denkbar schlecht. Die Staatsverschuldung so hoch wie niemals zuvor und die zur Verfügung stehenden Mittel extrem knapp. Steuersenkungen sind faktisch eigentlich nicht finanzierbar, und ich bin gespannt welches Kaninchen unser Guido nun aus dem Zylinder zaubern will. In jedem Falle bin ich mit dem Wahlergebnis zufrieden, was alleine durch die Hoffnung begründet ist das nun einfach mal ein paar andere Politiker ernsthaft mitreden können.

Ganz nebenbei ist dies aber wohl ein entscheidender Tag für Solarwerte und ein besonders guter für Betreiber von Kernkraftwerken wie Eon und RWE. Hier ist die Richtung von der CDU klar vorgegeben worden. Ausbau der Atomeneregie ist somit wohl der traurige und wahrscheinlich falsche Preis den jeder der sich dieses Wahlergebnis gewünscht hat wohl dafür bezahlen muss….

Nikkei bricht um 2,5 Prozent ein

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 2,5 Prozent im Minus bei 10 009 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,2 Prozent auf 902 Punkte. Mehr als ein Prozent im Minus lagen die Aktienmärkte in Hongkong, Singapur und Shanghai , während die Verluste der Börsen in Taiwan und Korea etwas geringer ausfielen.Der teure Yen übe starken Druck auf die Exportwerte aus, sagten Händler. Je stärker die einheimische Währung sei, desto niedriger fielen die zu Hause verbuchten Erlöse aus dem US-Geschäft aus. Für einen US-Dollar waren am Montag 89,32 Yen zu erhalten. Zuvor war die US-Währung auf ein Acht-Monatstief von 88,23 Yen gerutscht.

Viele Exporteure seien in ihren Prognosen von einem Kurs von 90 bis 95 Yen ausgegangen, sagte Yutaka Miura von Mizuho Securities. Sollte der Dollar bei weniger als 90 Yen verharren, hätte dies besorgniserregende Auswirkungen auf die Gewinne. Gleichzeitig wachse die Skepsis, ob die wirtschaftliche Erholung auch wirklich nachhaltig sei, sagte ein Händler.

Einige Indikatoren hätten zugelegt, viele von ihnen verharrten aber immer noch im negativen Bereich. An der Wall Street hatte der breit angelegte S&P-Index am Freitag 0,6 Prozent abgegeben, nachdem die Aufträge für langlebige Güter so stark wie seit sieben Monaten nicht mehr zurückgegangen und der Verkauf von neuen Eigenheimen im August unerwartet schwach war. Besonders hart traf es die Autobauer, Konsumtitel und das Transportwesen….

Bringen die Wahlen nun die Wende?

Die kommende Woche dürfte wiedermal sehr entscheidend werden. Der US Markt schwächelt derzeit und auch die letzte Fed Sitzung hat eigentlich wenig Klarheit bezüglich eines weiteren Verlaufes an den Börsen geliefert. Die Zinsen werden erst einmal nicht erhöht, und wahrscheinlich auch frühestens im April 2010. das ist doch gut für die Börsen werden die meisten denken..Man kann das Statement der Fed vom Mittwoch auch noch aus einem anderen Blickwinkel interpretieren: Wäre die Fed davon überzeugt, dass die aktuelle Erholung an den Börsen eine entsprechend dynamische Erholung der US-Wirtschaft vorweg nimmt, hätte sie Zinserhöhungen angekündigt oder wenigstens nicht so kategorisch ausgeschlossen. Dass sie genau das nicht gemacht hat, ist somit ein Indiz dafür, dass sie der bisherigen Erholung nicht traut.

Bei uns ist heute Bundestagswahl und damit statistisch gesehen eine große Wahrscheinlichkeit für ab morgen fallende Kurse im Markt. Egal wie das Rennen ausgehen wird ob schwarz/gelb, jamaikanisch oder völlig anders, der Börse ist dies normalerweise Wurscht. Wenn also ab morgen die Kurse weiter fallen sollten, könnte diese Bewegung dann zumindest für die kommenden zwei Wochen bestand haben. Das war in den überwiegenden Jahren einer Bundestagswahl zumindest überwiegend so. Wie auch immer ich bin gespannt wie die Wahlen ausgehen werden und hoffe in jedem Falle das es vielleicht einer dritten Partei gelingen wird in die Oberliga aufzusteigen um mal etwas frischen Wind in die deutsche Politik zu bringen. Die große Koalition war es nicht, und das hin und her geschachere der Macht zwischen den beiden großen bringt uns offensichtlich auch nicht viel weiter.

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