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G20 Viel Lob für die Amerikaner, wenig für Angela Merkel

Der G-20-Gipfel ist ein Erfolg – aber das Lob gebührt den Amerikanern, nicht den Deutschen. Diese legen den Fokus auf die falschen Themen. Mark Schieritz kommentiert:

Es tut sich etwas in Pittsburgh. Der Weltfinanzgipfel ist zwar noch nicht zu Ende, doch erste Ergebnisse zeichnen sich ab. Die Eigenkapitalregeln für die Finanzhäuser werden verschärft, der Handel mit Finanzderivaten wird überwacht. Großbanken werden besonders streng kontrolliert. Angela Merkel und Peer Steinbrück können sogar einen kleinen symbolischen Sieg in der Frage der Banker-Boni davontragen, denn auch für die soll es künftig Regeln geben – wenn auch nur auf nationaler Ebene. Doch das ist verschmerzbar, denn der Streit um die Boni war schon immer populistisches Wahlkampfgetöse. Mit der Krise selbst hatten sie wenig zu tun.

Die Aufräumarbeit ist damit noch nicht getan. Im Vertrauen auf die segensreiche Wirkung der Marktkräfte hat sich der Staat in den vergangenen 30 Jahren Stück für Stück zurückgenommen. Er hat die Wechselkurse flexibilisiert, den Kapitalverkehr liberalisiert und es den Banken erlaubt, ihre Geschäfte mit immer weniger Eigenkapital zu tätigen. Das waren die zentralen Fehler, die diese Krise verursacht haben und die jetzt korrigiert werden müssen.

An die Wechselkurse und den Kapitalverkehr traut sich die Weltgemeinschaft noch nicht heran, aber immerhin werden jetzt die Eigenkapitalvorschriften reformiert. Künftig müssen die Geldhäuser mehr Kapital auf die Seite legen. Das erschwert das Zocken und schafft Puffer für schlechte Zeiten. Die Boni sinken da ganz von alleine. Auch wollen die G 20 auch die globalen Kapitalströme strenger überwachen. Es kann nicht gut gehen, wenn eine Hälfte der Welt immer nur spart und ihr Kapital in die andere überweist, die sich immer stärker verschuldet. Genau das aber passiert derzeit, und so sind die Kreditexzesse der USA und die hohen Sparquoten in Deutschland, Japan oder China zwei Seiten einer Medaille.

Der Internationale Währungsfonds soll künftig darauf achten, dass sich solche Ungleichgewichte nicht aufbauen. Sanktionen und bindende Vorschriften gibt es nicht, aber immerhin ist das Thema jetzt auf der Agenda der großen Politik. Man sollte das angesichts der divergierenden Interessen der beteiligten Staaten nicht gering schätzen.  Es waren übrigens die Amerikaner, die dafür gesorgt haben, dass in Pittsburgh über die globalen Ungleichgewichte überhaupt gesprochen wird. Das verdient Lob, denn es handelt sich hier um eine zentrale Krisenursache. Wenn die Kanzlerin  das Thema als Nebenaspekt bezeichnet, dann offenbart sie, dass sie diese Krise immer noch nicht verstanden hat. Die von deutscher Seite als Gegenmodell zu den Vorschlägen der Amerikaner entworfenen Charta für nachhaltiges Wirtschaftswachstum jedenfalls wird international zu Recht kritisiert. Sie konzentriert sich einseitig auf die hohe Staatsverschuldung und berücksichtigt nicht die enorme Verschuldung der Bürger.

Es ist ein von der deutschen Regierung gerne verbreiteter Mythos, dass Amerikaner und Briten in den internationalen Verhandlungen nur bremsen, während die Deutschen die Sache vorantreiben. Tatsächlich kommen viele sinnvolle Vorschläge aus der angelsächsischen Welt, während sich die wahlkämpfenden Großkoalitonäre auf populistische Ansätze wie die Kontrolle der Banker-Boni stürzten.

Im Übrigen hält niemand die Bundesregierung davon ab, ihr eigenes Haus endlich in Ordnung zu bringen. Wann werden die überflüssigen, Steuergelder verschlingenden Landesbanken endlich geschlossen? Wann werden Banker und sonstige Profiteure der Exzesse der vergangenen Jahre über eine Sondersteuer an den Kosten der Krisenbeseitigung beteiligt? All dies sind Dinge, die die Politik auch im nationalen Alleingang regeln kann. Wenn die Zockerei der Banken den Wohlstand schmälert, dann sollte man sich darüber freuen, dass der Finanzplatz Frankfurt an Bedeutung verliert, statt den Verlust der nationalen Wettbewerbsfähigkeit als Argument gegen eine Regulierung ins Feld zu führen. Der Verweis auf das vermeintlich regulierungsfeindliche globale Umfeld jedenfalls ist keine Entschuldigung dafür, zu Hause nichts zu tun.

Zeit Online

Chinas Banken wackeln

Vor zehn Jahren rettete Peking die Institute des Landes vor einer Flut notleidender Darlehen. Gelöst ist das Problem allerdings noch lange nicht: Die Regierung muss wieder eingreifen – angesichts der erneuten Kreditschwemme in diesem Jahr ein böses Omen. China verschiebt eine endgültige Lösung seiner letzten Bankenkrise: Die Regierung verlängerte die Laufzeit von Anleihen, die im Zuge einer Rettungsaktion für die Branche vor einem Jahrzehnt ausgegeben worden waren, und die nun in den Büchern der China Construction Bank stehen. Zehnjährige Bonds über 247 Mrd. Yuan (25 Mrd. Euro), die ursprünglich am Montag fällig geworden wären, würden nun auf Anordnung des Finanzministeriums weitere zehn Jahre laufen teilte das mittlerweile nach Börsenkapitalisierung zweitgrößte Institut der Welt am Dienstag mit.

Damit wird deutlich, auf welch wackeligen Füßen der Erfolg von Chinas Banken steht – und welche Gefahren in der Liquiditätsflut der ersten Hälfte dieses Jahres stecken. Auf Geheiß der gegen die Krise ankämpfende Staatsführung in Peking weiteten die Geldhäuser des Landes ihre Kreditvergabe in den ersten sechs Monaten des Jahres drastisch aus: auf 7370 Mrd. Yuan, drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Geldschwemme hat Sorgen um neue Spekulationsblasen ausgelöst – und um einen enormen Anstieg fauler Kredite.

Die Staatsführung hat die Kreditvergabe daher zwar mittlerweile deutlich eingedämmt. Die Parallelen zur letzten Bankenkrise sind aber gegeben: Es wird angenommen, dass die Ursachen auch damals in einer politisch gewollten Kreditvergabe an unprofitable Staatsunternehmen in der Mitte der 90er-Jahre liegen. Ende des Jahrzehnts griff die Staatsführung dann ein – Schätzungen zufolge wurden damals mindestens ein Drittel der Darlehen nicht zurückgezahlt.

Vier staatliche Bad Banks wurden gegründet. In den Jahren 1999 und 2000 lagerten die Institute des Landes Kredite von insgesamt 1400 Mrd. Yuan zum Nominalwert aus und bekamen im Gegenzug zehnjährige Anleihen, auf die Zinsen von 2,25 Prozent pro Jahr fällig werden. Dazu zählen auch die Papiere, die Chinas Construction Bank nun hält, und deren Laufzeit nun verlängert wurde. Mit dem Schritt vermeidet die Regierung faktisch eine weitere Rettung des Instituts. Ironischerweise hatten verschiedene Staatsvertreter in den vergangenen Monaten die Pläne der USA zur Bankenrettung kritisiert – und dabei die klassische Bad Bank als beste Variante gepriesen.

Dass die grundlegenden Probleme in China nicht gelöst sind, zeigt auch das offene Eingeständnis der vier Bad Banks, dass sie zwar in den meisten Fällen die Zinszahlungen auf die Bonds leisten können – aber nie in der Lage sein werden, den Nominalwert zurückzuzahlen. Die Ratingagentur Fitch stuft die Papiere als staatliche Verbindlichkeiten ein – und argumentiert, dass die Staatsverschuldung daher nicht bei den offiziell genannten 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt, sondern bei fast 22 Prozent.

Research in Motion und Nomura drücken die Kurse

Die ersten richtig schlechten Unternehmensdaten bringen die Börsen weiter zur Besinnung. Heute erwischte es den Börsenliebling Research in Motion der noch bis vor kurzem als heißer Outperformer gehandelt wurde. Anders als beim Konkurrenten Apple laufen aber die Geschäfte hier alles andere als gut. Für das im September begonnene Vierteljahr rechnet Research in Motion (RIM) lediglich mit einem Umsatz in Höhe von 3,6 bis 3,85 Milliarden US-Dollar. Das teilte das kanadische Unternehmen am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss in Waterloo mit. Die Aktie sackte bereits zu Börsenbeginn um über 15 Prozent auf 70 Dollar ab.

Ein weiteres Unwetter kam heute aus Japan. Nachdem Kapitalerhöhungen zur Zeit „en vogue“ zu sein scheinen schiket das japanische Brokerhaus Nomura heute die gesamte Finanzwelt auf Talfahrt. Der Grund war das der japanische Broker Nomura eine massive Kapitalerhöhung plant. Das weckt bei einigen Investoren Ängste, andere Branchenvertreter könnten dem Beispiel folgen. Nomura teilte mit, bis zu 5,6 Milliarden Dollar durch den Verkauf von Aktien einnehmen zu wollen. Das Geld will Nomura in seine Geschäfte in Übersee stecken. Zudem soll es dabei helfen, die strengeren Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Es ist bereits die zweite Kapitalerhöhung von Nomura in diesem Jahr seit dem Kauf von Lehman-Geschäftsbereichen in Europa und Asien.

Katastrophen-Broker Comdirect

Ich berichte in der Kategorie „geldwerter Vorteil“ immer mal wieder über Neues und Gewinnbringendes aus der Finanzwelt. Unter Anderem werden von mir auch regelmäßig neue Online Broker auf Tauglichkeit getestet. Heute möchte ich zur Abwechslung mal nichts empfehlen sondern eher dringend abraten. Abraten würde ich inzwischen von einem Depot bei Comdirect bei dem ich persönlich kürzlich einen Supergau erlebt habe der mich über 5.000,- Euro gekostet hat. US-Orders werden hier extrem langsam ausgeführt (es dauert bis zu 20 Minuten bis man eine Rückmeldung bekommt., Orderänderungen sind nicht möglich, nur Streichung und Neuanlage.

Alleine für die Streichung braucht Comdirect ca. 10 Minuten in denen man nichts machen kann, da dann das Depot „nicht über einen ausreichenden Bestand verfügt“. dazu kam noch das die Orders dann letztendlich in 3 bis 7 Teilverkäufen ausgeführt wurden was zur Folge hatte das mich jeder Roundturn ca 200,- Euro pro Aktie gekostet hat. Auch meine Frage bei der Kundenbetreuung bezüglich einer zumindest teilweise Rückerstattung dieser überhöhten Gebühren blieb bisher ohne Antwort. Alles in allem würde ich Comdirect also das Gesamturteil mangelhaft bis ungenügend verpassen. Ich habe mein Depot gestern konsequenter Weise komplett aufgelöst und werde den verbleibenden Betrag heute auf einen anderen Broker übertragen.

Korrektur oder Konsolidierung?

So wie es aussieht dürfte in den kommenden Tagen beantwortet werden ob dies nun eine Korrektur wird oder nur eine Konsolidierung ist. Die Presse schiebt die Kursentwicklung gestern und heute auf die schwächeren Daten vom US Häusermarkt. So wurden im August nur 5,1 Millionen Eigenheime verkauft. Analysten hatten mit 5,35 Millionen gerechnet. „Das ist schon eine deutliche Abweichung und drückt den Markt“, meinte ein Händler. Das halte ich nicht unbedingt für die plausibelste Erklärung. Zwar waren die Daten nicht so wie erwartet, dennoch haben dies Art von Nachrichten in den vergangenen Wochen auch niemanden so richtig interessiert. Viel mehr war und ist die Börse aus charttechnischen Gesichtspunkten schon lange reif für eine Gegenbewegung. Wie weit diese gehen kann ist noch unklar. Nun muss sich wohl zeigen ob die überschüssige Liquidität weiterhin genug Kraft hat um die Kurse zu treiben.

Besonders in einzelnen Werten die in der Vergangenheit gut gelaufen sind fielen die Abschläge extrem hoch aus, obwohl in den Indizes bis dato gar nicht mal so viel passiert ist. Bis zu 20 Prozent Verlust in zwei Tagen war hier bei amerikanischen Werten keine Seltenheit. Natürlich sorgen diese Gewinnmitnahmen dann ab einer gewissen „Schmerzgrenze“ auch nochmal für zusätzlichen Verkaufsdruck. Heute traf es unter anderem die zuletzt so hervorragend gelaufenen Casino Aktien wie Las Vegas Sands, MGM Mirage und Boyd Gaming. Dennoch sind auch schon wieder erste massive Käufe zu beobachten. Wenn das mal nicht zu früh ist…

Auch wenn dieses mal ebenfalls die Korrektur ausbleiben sollte und es sich lediglich um eine kleine Konsolidierung handelt wäre zumindest wünschenswert wenn das letzte „Überschießen“ des Marktes abgebaut werden würde. Dazu müssten Dax und Co mindestens noch 5 bis 7 weiter Prozentchen fallen und wir wären damit wieder im stabilen Aufwärtstrend. Das die Korrektur kommen wird steht für mich einmal mehr fest, die Frage ist nur wann, ob jetzt schon, oder vielleicht erst im Jahr 2010.Erste Aktien werden schon wieder im Fernsehen besprochen, und damit meine ich nicht auf irgendwelchen Börsensendern! Die Boulevardpresse hat das Thema Börse ebenfalls schon wieder für sich entdeckt und in England ist die Investitionsquote der Privatanleger so hoch wie zur Zeit der DotCom Blase. Alles nicht unbedingt beruhigende Zeichen…

Kommt nun der Credit Card Crunch?

Die Permabären dürften heute alle mal wieder mit einem Grinsen im Gesicht aufgewacht sein, zum einen auf Grund der gestrigen Kursentwicklung und der Nachrichtenlage und zum anderen weil die Charttechnik dieses Mal nicht versagt hat. Es sieht also zunächst mal gut aus für wieder fallende Kurse (auch wenn das hier die wenigsten lesen wollen) Zunächst reagierten Anleger erst einmal sehr freundlich auf die Ankündigungen Ben Bernankes die Zinsen bis auf Weiteres unverändert zu lassen. Weiter sagte er dass die Fed den Leitzins unverändert im Zielkorridor von 0 bis 0,25 Prozent beließ, dass die Wirtschaft nach „schwerem Abschwung“ noch eine Weile „schwach bleiben“ werde. Nun wird vom Markt also frühestens im April 2010 mit einer Zinsanhebung gerechnet. Das die Rally sich noch so lange fortsetzen wird ist eher unwahrscheinlich. Viel mehr dürften folgende Faktoren jetzt erst einmal zu einer Zwischenkorrektur führen.

Bei dem Anleihenkauf zieht die Fed jetzt die Zügel an. Bis Ende Oktober soll das Ankaufprogramm für Staatsanleihen über 300 Milliarden Dollar abgeschlossen werden. Auch werde man, so die Notenbank, das Tempo senken für die Ankaufprogramme für immobilienbesicherte und andere Wertpapiere. Derzeit besteht allerdings auch keine große Not, die Inflation in den USA durch eine restriktivere Geldpolitik im Zaum zu halten. Die Kerninflation liegt mit 1,4 Prozent sogar noch unter der Schwelle von zwei Prozent, die die Notenbank als „Wohlfühlzone“ bezeichnet.  Aber…

Eine weiter Nachricht die heute Nacht über die Ticker kam sollte die Anleger aber viel mehr beunruhigen. Laut den Experten von Moody’s sind die Kreditkartenausfälle in den USA im August auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Ratingagentur machte zudem Hoffnungen auf eine rasche Besserung an der Kreditkartenfront zunichte. Die Moody’s-Experten gehen davon aus, dass die Kreditkartenausfälle weiter zunehmen werden: Erst im Sommer 2010 würden sie ihren Höhepunkt erreichen. Dann werde die Kreditausfallrate bei 12 bis 13 Prozent liegen. Die Moody’s-Daten werfen ein Schlaglicht auf die katastrophale Situation am US-Arbeitsmarkt: Derzeit liegt die Arbeitslosenrate in den Vereinigten Staaten bei 9,7 Prozent – und damit auf einem 26-Jahres-Hoch. Eine Besserung ist derzeit nicht zu erwarten und damit wohl auch nicht bei den Kreditausfällen.

Ein wirkliches Ende der Bankenkrise ist wohl  noch lange nicht absehbar und auch der am Boden liegende Kreditmarkt wird sich offensichtlich nicht so schnell erholen wie uns das manche Politiker glauben machen wollen. Der Grundstein für die nächste große Krise wird sowieso gerade gelegt. Der Versuch Ben Bernankes durch niedrige Zinsen den Konsum wieder anzukurbeln ging schon bei seinem Vorgänger Alan Greenspan in die Hose. Jetzt aber sind die Zinsen noch günstiger als damals und der Amerikaner neigt nicht gerade zu Weitsichtigkeit und macht sich Gedanken darüber wie er sein Haus, Auto, Boot oder Sonstwas weiter bezahlt wenn die Zinsen erst einem wieder steigen.

Satte Zahlen vom US Häusermarkt

Da haben wohl einige wiedermal mehr gewusst als andere! Gestern war auffällig das nahezu alle Werte die mit dem US Häusermarkt zu tun haben gestiegen sind. Heute dann die Zahlen dazu. Der Verband der US-Hypothekenbanken hat für die Woche zum 18. September angesichts gesunkener Zinsen einen saisonbereinigten Anstieg bei der Zahl der Hypothekenanträge ausgewiesen. Wie die Mortgage Bankers Association of America (MBA) am Mittwoch berichtet, erhöhte sich der entsprechende Index gegenüber der Vorwoche um 12,8% auf 668,5 Zähler. Anfang 2009 hatte er bei 1.324,8 Punkten gelegen.

Der Teilindex für die Neuanträge zum Kauf von Häusern stieg um 5,6% auf 288,3 Zähler, während der Subindex zur Refinanzierung bestehender Kredite um 17,4% auf 2.881,5 Punkte zulegte. Den weiteren Angaben der MBA zufolge belief sich der effektive Zinssatz für 30-jährige Hypotheken auf 5,19%, was einem Rückgang um 11 Basispunkte gegenüber der Vorwoche entspricht. Ich möchte nicht behaupten das dies eine echte Trendwende ist, aber diese Steigerungen sind schon ganz ordentlich und verdienen auf jeden Fall einen genaueren Blick in den vielleicht doch nicht mehr ganz so angeschlagenen Immobiliensektor der USA…

Die nächste grüne Welle…

Bereits seit einigen Tagen kann man in den einschlägigen Medien Berichte verfolgen wonach die Regierung unter Obama nun doch die Pläne umsetzten will von denen Investoren in alternative Energien bereits zu seinem Amtsantritt geträumt hatten. Dem entsprechend sind auch die US Solartitel in den vergangenen Tagen gelaufen, insbesondere aber die chinesischen Titel wie Yingli, Trina Solar und Suntech Power konnten aber von der Berichterstattung in den vergangenen Wochen profitieren. Allgemein vollzieht sich wohl gerade wieder ein Sektorenwechsel hin zu alternativen Energien sowie den Branchen die der Entwicklung in diesem Jahr etwas hinterherhinken. Dazu dürften momentan in den USA wohl auch der Immobiliensektor sowie Shipping und Luftfahrt gehören.

Alternative Energie sollte auch in den kommenden Monaten auch bei eventuell nochmal stark fallenden Kursen zu den Gewinnern gehören. Anders als noch vor einem Jahr würde ich hier aber nun der Windenergie den Vorzug vor allen anderen Energiegewinnungs-Techniken geben. Im mittleren Westen der USA entstehen zur Zeit gigantische Windparks, neue und viel versprechende Firmen lassenen sich dort nieder um an der grünen Revolution teil zu haben. Auch die ersten deutschen Firmen intensivieren ihre Expansionspläne in die USA. Hierzu werde ich zu gegebener Zeit noch etwas ausführlicher berichten.

Deutsche Solarwerte wie Solarworld, Q-Cells, und zuletzt auch Roth & Rau sowie Centrotherm sind über die Maßen abgestraft worden und haben die Rally seit März teilweise nicht nur verpasst sondern sind die Top-Loser im deutschen Technologiesektor. Dies sollte sich nun ändern. Gerade im Hinblick auf eine mögliche Korrektur. Natürlich werden auch diese Werte dann zunächst nachgeben. Dennoch bin ich der Meinung das alternative Energien sowie Rohstoffe dann wieder zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen könnten. Seit ein paar Tagen kann man eine gewisse stärke bei den deutschen Solartiteln erkennen die sich in den kommenden Tagen bestätigen.

Andere Aktien wie beispielsweise Manz Automation AG machen fast täglich irrwitzige Kurssprünge und sind auf Grund des geringen Volumens extrem volatil könnte. Und das alles trotz einer heute vom Finanzchef Martin Hipp wiederholten Gewinnwarnung. Es sei „sehr sehr schwer“, das ausgegebene Ziel eines operativ ausgeglichenen Ergebnisses zu erreichen, hatte Hipp gesagt. Die Auftragslage im laufenden Quartal charakterisierte er als „sehr schwach“. Nachdem also in der vergangenen Woche bis auf stolze 62,50 Euro hochgezockt wurde sehe ich hier eher in absehbarer Zeit den erneuten Test der 40,- Euro oder gar Kurse darunter.

Kleinanleger treiben die Börsen

Eine Meldung die jeden Trader aufhochen lassen sollte war die gestrige auf BörseARD das in Großbritanien die Kleinanleger nicht nur aufs Parkett zurückgekommen sind sondern sich mit ähnlich hohen Volumen an den jüngsten Kursanstiegen beteiligen wie zur Zeit der Dotcom Blase. Die immer weiter steigenden Kurse locken die Anleger in Scharen an die Börsen. Dies dürfte zum einen an dem Mangel an Alternativen liegen, da die Zinsen auf historischen Tiefstständen verweilen, Anleihen ebenfalls damit als unattraktiv gelten und Immobilien erst einmal den Status der sicheren Anlage verloren haben. Zum anderen ist es mal wieder die Gier die die Menschen in Aktien treibt. Viele dürften die bisherige Rally verpasst haben und wollen auch noch ein Stück vom großen Kuchen abhaben.

Auf der anderen Seite sollte man, anlässlich der drohenden Inflation, auch nicht zu kritisch mit diesen Anlegern umgehen. Eine Investition Aktien ist eine Investition in Sachwerte und damit neben dem viel gepriesenem Gold eine der besten Anlageformen gegen eine drohende Inflation. Eine direkte Beteiligung an einem Unternehmen dürfte, vorausgesetzt man hat auf die richtigen Pferde gesetzt, sogar im Falle einer Hyperinflation noch ordentliche Renditen abwerfen. In einem liquiditäts-getriebenen Markt um so mehr! Ganz anders sieht aber immer noch das Verhalten deutscher Anleger aus. In Deutschland war die Aktienkultur wohl auf Grund unserer Mentalität schon immer etwas schwächer ausgeprägt. Sicherheit geht vor und da ist das eigene Häuschen oder die Lebensversicherung ohne nennenswerte Rendite immer noch die erste Wahl. Hauptsache sicher! Wie sicher eine LV ist werden wohl einige erst nach Ablauf Ihres Vertrages merken…

Wie auch immer…“Wir Deutschen lassen erst die Meute laufen, dann laufen wir mit“, erklärt Robert Halver von der Baader Bank. „Der deutsche Kleinanleger ist der Sicherheitstyp. Das ist fast ein wenig schade.“ Zwar zeige sich nach dem ersten Schock durch die Finanzkrise nun eine leichte Stabilisierung. Aber im Vergleich zu früheren Zyklen sei der Kleinanleger hierzulande immer noch schwach vertreten.

Natürlich haben auch diese Aktien in der Krise stark verloren. Daher ist das Vertrauen des Durchschnittsanlegers in diese Form der Geldanlage empfindlich gestört. Selbst bei den Marktexperten schwingt permanent die Sorge mit. Sie warnen: Wir erleben einen künstlichen Aufschwung, das Wachstum ist schwach. Dennoch spricht auch der zaudernde Kleinanleger dafür, dass sich die Börse noch eine Weile gut hält. Erst wenn die breite Masse wieder Mut fasst und Aktien kauft, wenn die Börse an der Bushaltestelle und in der Bild wieder Einzug hält, dann ist Vorsicht geboten…war gestern zu lesen. Ja, aber genau das ist doch gerade in Großbritannien passiert…wen interessiert da schon Deutschland?

Der Markt schwächelt…

Der Wochenbeginn sieht für Anlager erst einmal nicht so prickelnd aus. Die Vorgaben aus Asien waren gemischt. In China starteten die Börsen erst einmal freundlich um dann später getrieben durch Gewinnmitnahmen schwächer zu schließen. Durch den eingeschränkten Handel bedingt durch einen Feiertag in Japan und Singapur ist dies aber wohl nicht sehr aussagekräftig. Die US Futures tendieren ebenfalls schwächer haben sich aber schon wieder von den Tagestiefs erholt. Wie immer in den vergangenen tagen wird sofort jede Korrekturbewegung wieder gekauft was man auch bei Dax und Co. wieder beobachten kann. ich rechne dennoch mit einer schwächeren Woche in der dieses Verhalstensmuster der Anleger erst einmal so bleibt. Ob und wann daraus dann eine wirkliche Korrektur werden kann wird man sehen. Schon längst überfällig wäre sie ja!

Auffällige Bewegungen gibt es auch wiedermal bei dem Währungspaar EUR/USD Der Dollar wird wieder etwas stärker und damit haben wohl die Wenigsten mal wieder gerechnet. Dem entsprechend verhält es sich dann auch mit Gold. Die erwartete Hausse beleibt zunächst aus. Ausser den Meldungen das angeblich die Chinesen derzeit massiv Gold kaufen dürfte also wenig Kurstreibendes für das Edelmetall anstehen. Zu meinem Artikel „Jetzt wieder Gold kaufen“ bleibt daher zu sagen das dieses oder auch andere Edelmetalle sicherlich in jedem Depot zu finden sein sollten. Gerade wenn man von einer Währungsreform oder ähnlichem ausgeht, was ich erst einmal nicht tue. Andererseits erscheinen mir Platin und Silber mindestens genau so interessant zu sein. Momentan klebt Gold nach wie vor und immer wieder an der 1000,- Dollar Marke was eher ein Zeichen ist das diese Hürde noch lange Bestand haben könnte…

Die HSH Nordbank verschwendet weiter unser Geld

Obwohl sie es nicht musste, hat die angeschlagene HSH Nordbank im vergangenen Jahr auf einen Schlag 45 Millionen US-Dollar an die US-Investmentbank Goldman Sachs gezahlt. Das geht aus einem Bericht von NDR Info hervor. Hintergrund ist ein Geschäft mit Kreditausfallversicherungen, in Fachkreisen „Credit Default Swaps“ (CDS) genannt. Goldman Sachs hatte sich bei der HSH gegen Kreditausfälle von Lehman Brothers versichert. Nach der Pleite des Hauses im September 2008 hätte die Landesbank eigentlich zahlen müssen. Goldman Sachs verpasste jedoch die Frist, um den Anspruch geltend zu machen um mehr als drei Wochen. Dass die HSH Mitte November 2008 dann doch zahlte, bezeichneten Topmanager als „außergewöhnlich“ und „unüblich“.

Nach den Informationen des NDR hatten sowohl die Rechtsabteilung der HSH Nordbank als auch eine renommierte internationale Anwaltskanzlei festgestellt, dass Ansprüche von Goldman Sachs an die Landesbank verfallen waren. Nach ihren Einschätzungen hätte die HSH Nordbank nicht zahlen müssen. In Bankkreisen wurde die Zahlung als „Geschenk“ bezeichnet. Banksprecher Rune Hoffmann bestätigte den Vorgang. Er stellte jedoch das Votum der Hausjuristen in Frage und verteidigte die Zahlung. „Ob der Anspruch tatsächlich verwirkt war“, so Hoffmann, „hätte juristisch geklärt werden müssen. Bis dahin hätten Marktgerüchte, die Bank würde CDS-Ansprüche nicht bedienen, schweren Schaden für die Reputation und für die Refinanzierung der Bank haben können. Dieses Risiko sollte vermieden werden.“

Welche Vorstände an der Entscheidung beteiligt waren, will die HSH Nordbank nicht offenlegen. Besondere Brisanz erhalte der Vorgang zudem durch die Tatsache, dass der Aufsichtsrat der Bank nicht davon informiert worden war. Dies hätte aber geschehen müssen, hieß es aus Aufsichtsratskreisen dazu. Die Landesbank fuhr 2008 wegen massiver Abschreibungen in Folge der Finanzkrise einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro ein und stand damit kurz vor der Pleite. Nur durch ein milliardenschweres Rettungspaket der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein konnte die Bank gerettet werden. Doch auch im ersten Halbjahr 2009 wies die Landesbank unterm Strich einen Verlust von 530 Millionen Euro aus. Zeit online

Wochenausblick

Erwartet werden unter anderem Daten aus dem Einzelhandelssektor, etwa von Hennes & Mauritz zum dritten Quartal am Donnerstag. Die Deutsche Bank bewertet die Aktie derzeit mit „halten“ und verweist dabei auf die ungünstigen Wetterbedingungen und die aggressiven Preisnachlässe in der Branche. Dennoch: „Langfristig überzeugt die Strategie“, sagte Analyst Stefan Lycke. Ebenfalls am Donnerstag wollen Escada und Gerry Weber einen Einblick in ihre Bücher gewähren. Bereits vergangene Woche hatte die spanische Inditex, die kürzlich den US-Konkurrenten Gap überholte und damit zum weltgrößten Bekleidungshändler wurde, ihre Zahlen zum ersten Geschäftshalbjahr veröffentlicht. Deren Gewinn ging zwar zurück, lag jedoch über den Erwartungen. Die Mutter der Modekette Zara profitierte von Neueröffnungen.

In Nordamerika hingegen rückt der Technologiesektor stärker in den Blick von Investoren und Händlern. Research in Motion (RIM) wird am Donnerstag die Zahlen zu den abgelaufenen drei Monaten ausweisen. Analyst Matthew Sheerin vom Thomas Weisel Partners rät, die Titel des Blackberry-Herstellers überzugewichten. Sheerin erwartet, dass das kanadische Unternehmen ein solides Ergebnis vorlegen wird – auch wenn sich die Konkurrenz verschärfe. Einer der vermeintlichen Wettbewerber ist Palm mit seinem Modell Pre. Am vergangenen Freitag war der US-Konzern an Wall Street jedoch deutlich unter Druck geraten. Er hatte bereits den neunten Quartalsverlust in Folge berichtet. Darüber hinaus blieb Palm auch mit der Prognose zur Umsatzentwicklung hinter den Erwartungen des Marktes zurück.

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