Author Archives: Lars

Was ist los bei Klöckner & Co.?

Seit Tagen befindet sich die Aktie der Klöckner & Co. AG in einer, sagen wir mal „angespannten“ Lage. Nach den leichten Kursverlusten der letzten Handelstage scheint die Klöckner Aktie nun ihren Boden gefunden zu haben. Die Unterstützung bei 16,80 Euro hat mustergültig gehalten. Dennoch will die Aktie nicht wieder so richtig anspringen und das trotz diverser sehr positiver Analystenkommentare und zahlreicher Heraufstufungen. Etwa 75 Prozent der Experten gaben im vergangenen Monat eine Kaufempfehlung für die Klöckner-Aktie ab.

Das Orderbuch sieht etwas ungewöhnlich aus und so liegt der Verdacht nahe das sich hier eine größere Adresse gerade positioniert. Der Kurs soll offensichtlich zwischen 16,90 und 17,50 Euro gehalten werden. Wie lange dieser Zustand noch anhalten wird hängt wohl zum einen davon ab wie groß die Position ist die der Käufer haben will und zum anderen vom weiteren Börsenumfeld. Ich bin mir aber relativ sicher das nach Beendigung dieser Einkaufsaktion hier wieder deutlich höhere Kurse möglich sind. Erstes Kurssiel ist für mich 19,50 und danach 23,- Euro.

Die Investmenthäuser rechnen mit einem starken vierten Quartal der Branche von dem Klöckner auf Grund seiner inzwischen schlanken Struktur und den enormen Einsparungen sowie dem positiven Cash Flow überproportional profitieren dürfte. Allein durch den Abbau von rund 1 500 Stellen hat Klöckner schon die Hälfte der bis zum Jahresende angestrebten 100 Mio. Euro eingespart. Die Schulden wurden durch die Steuerung des Umlaufvermögens um etwa 80 Prozent auf 118 Mio. Euro reduziert und der Cash-flow von drei Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf 468 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009 erhöht.

Ein weiterer Schritt war die Kapitalerhöhung im September dieses Jahres. Klöckner gab neue Aktien im Wert von 200 Mio. Euro aus. Die Kapitalerhöhung und eine Wandelanleihe-Emission im Juni füllten die „Kriegskasse“ auf etwa 600 Mio. Euro. Klöckner ist damit nicht nur gerüstet für das allmählich anziehende Geschäft, sondern kann auch Chancen für Zukäufe nutzen. Das Unternehmen könnte im Gegensatz zu den Konkurrenten gerade jetzt vom starken Fundament und den möglichen Zukäufen profitieren. In der Stahlbranche setzt eine langsame Erholung am Markt ein. Als Stahlhändler spürt Klöckner den Aufschwung schneller als die Hersteller von Stahlprodukten

Shortsqueeze bei Radian, NCI kurz davor?

Der gestrige Kursverlauf an den US Börsen dürfte wohl die meisten Anleger mal wieder etwas überrascht haben. Egal ob es diejenigen sind die generell auf fallende Kurse setzen, diejenigen die Ihre Gewinne mitgenommen haben und dies vielleicht zu früh war oder diejenigen die sich gedacht haben jetzt geht es ordentlich runter und ich kann auch bald einsteigen… Im frühen Handel hat die Wallstreet erst einmal deutlich fallende Kurse vermuten lassen, nachdem wichtige Unterstützungen unterschritten wurden. Dies alles geschah obwohl die gestern veröffentlichten Unternehmensdaten zum abgelaufenen dritten Quartal überwiegend sehr positiv ausgefallen sind. In einigen Medien war bereits wieder zu lesen das gute Nachrichten abverkauft werden und das dies ja wohl ein sehr schlechtes Zeichen sei. Soviel zur Theorie…

Wie so oft tut die Börsen dann genau das Gegenteil von dem was die breite Masse erwartet. So auch gestern, die US Indizes haben nicht nur die wichtigen Marken wieder zurückerobert sondern relativ deutlich darüber geschlossen. Auch ich habe meine Investitionsquote gestern wieder etwas reduziert und gerade aus dem Tradingdepot sind in den vergangenen Tagen ein paar Werte verschwunden. Erstaunlich ist nämlich auch die schwäche einiger Sektoren trotz steigender Börsen. Hier ist es wohl besser erst einmal abzuwarten und nicht auszuprobieren was mit diesen Aktien dann erst bei fallenden Indizes passieren mag.

Dennoch gibt es auch immer wieder ein paar Highlights zwischendurch. So konnte bspw. die Radian Aktie gestern zu einer ordentlichen Erholung ansetzen, ebenso wie MGIC Investment. Die zuletzt deutlich gestiegenen Shortpositionen wurden wohl teilweise wieder aufgelöst. Der Flop der Woche war wohl NCI Homebuilding Systems, die ich, nachdem ich vor drei Tagen ausgestoppt wurde, aber gestern nochmal ordentlich aufgestockt habe. Der Grund für den Kursverlauf dürfte ebenfalls die extrem hohe Shortquote sein. Am 19.10.09 lag diese bei satten 54%. Das Jahrestief lag bei 1,76 Dollar und ich persönlich finde die aktuelle Bewertung des Unternehmens nahezu lächerlich. NCS hat sich finanziell gerade komplett neu ausgerichtet und einen starken Partner mit ins Boot geholt. Weitere Entschuldungen sind in Planung. Kurse um die zwei  Dollar dürften für spekulative Naturen interessant sein…

Obelix ist jetzt Vegetarier

Das Fundstück des Tages: Obelix ist jetzt Vegetarier geworden! Ohne tiefer in die Recherche eingestiegen zu sein, haben wir uns hier mit einer sensationellen Nachricht auseinanderzusetzen: Obelix ist unter die Vegetarier gegangen. Im Jubiläumsband – 50 Jahre sind der Dicke und sein zu klein geratener Kumpel jetzt alt – isst er Kichererbsenbrei statt Wildschwein, jedenfalls am Anfang der Geschichte. Und das große Festessen am Schluss fällt aus – womit sollte das auch bestritten werden, vielleicht mit Trennkost?

Das zeigt den unaufhaltsamen Niedergang der europäischen Kultur: Rauchen ist out, beim Saufen ziehen manche auch schon ein Gesicht, unanständige Witze darf man schon lange nicht mehr erzählen, weil man nie weiß, ob ein Feminist in der Nähe ist, und jetzt auch noch das. Zusätzlich erzählen sie uns, der Käse auf der Pizza sei gar kein Käse – so ein Käse.
Man kann nur hoffen, dass das bei Obelix ein einmaliger Ausrutscher bleibt. Wir brauchen ihn in alter Frische. Nicht zuletzt für den deutschen Wald: Da laufen seit Jahren viel zu viele Wildschweine herum. Handelsblatt

Geballte Zahlenflut aus den USA

Heute Nachmittag präsentieren mit McDonalds, Merck & Co, Schering Plough, Dow Chemical, Delta Airlines, 3M, AT&T, UPS und Xerox neun Schwergewichte ihre Zahlen für das dritte Quartal. Zu Beginn sorgte Dow Chemical für eine positive Überraschung. Der US-Chemiekonzern Dow Chemical hat die Wende geschafft. Eine wieder steigende Nachfrage, Einsparungen und Anteilsverkäufe ließen den BASF-Konkurrenten wieder in die Gewinnzone kommen. ´Das Geschäft scheint sich zu stabilisieren´, sagte Konzernchef Andrew Liveris am Donnerstag in Midland. Er gab sich deshalb vorsichtig optimistisch für das restliche Jahr. Unterm Strich verdiente das Unternehmen von Juli bis September 711 Millionen US-Dollar. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaftskrise noch zu einem Verlust von 486 Millionen Dollar geführt. Dank des Verkaufs von Anteilen unter anderem an den niederländischen Raffinerien des Ölkonzerns Total überstieg der Gewinn dieses Mal sogar den des Vorjahreszeitraums.

Bereits gestern hatte der Biotechkonzern Amgen erfreuliche Zahlen geliefert sowie die Credit Suisse sich in den Club der Milliardengewinner eingereiht. Der US-amerikanische Pharmakonzern Merck & Co hat nach einem Gewinnplus im dritten Quartal seine Ergebnisprognose für 2009 nach oben geschraubt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern nun ein Ergebnis vor Sonderposten von 3,20 bis 3,30 US-Dollar je Aktie. Beim Nahrungsmittelhersteller Nestle ging der Umsatz etwas zurück was jedoch auf Währungseffekte zurückzuführen war. Die Ebay Zahlen waren wie schon fast gewohnt eine Enttäuschung. Des Online Auktionshaus dürfte seine besten Zeiten gesehen haben. Darüber hatte eich ja bereits mehrfach berichtet. Sowohl die starke Konkurrenz durch Amazon als auch die diversen Nischenplayer die sich inzwischen sehr erfolgreich positioniert haben dürften Ebay auch weiterhin das Leben schwer machen. Dazu kommen immer weiter steigende Gebühren sowie ein wirklich schlechter Service.

Die US-Fluglinie Delta Air Lines Inc. meldete heute, dass sie ihren Verlust im dritten Quartal deutlich ausgeweitet hat, was auf hohe Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Auf bereinigter Basis konnte jedoch ein Gewinn ausgewiesen werden, womit die Erwartungen geschlagen wurden. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 161 Mio. Dollar bzw. 19 Cents pro Aktie, gegenüber einem Verlust von 50 Mio. Dollar bzw. 13 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn von 6 Cents pro Aktie erzielt. Der operative Umsatz kletterte aufgrund der Northwest-Übernahme um 32 Prozent auf 7,57 Mrd. Dollar.

Die soeben rein gekommenen Zahlen von Xerox sind hingegen gar nicht erfreulich. Im dritten Quartal ist der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 Prozent auf 129 Mill. Dollar gefallen. Je Aktie waren das 14 (Vorjahr: 29) Cent. Kostensenkungen hatten einen noch stärkeren Rückgang verhindert. Der Umsatz sank um 16 Prozent auf 3,68 Mrd. Dollar. Bei beiden Werten hatten Analysten mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Seitens Xerox hat man im Gegensatz zu manchem Mitbewerber eine Trendwende noch nicht erreicht. Das mag wohl aber auch an der allgemein gebremsten Investitionsbereitschaft liegen. Xerox sehe ich ähnlich wie Heidelberger Druck. Investitionen in der Größenordnung werden in diesen Zeiten so lange wie möglich zurückgestellt.

Das böse Beige Book

Gestern kurz vor Handelsschluss in den USA ging der Markt dann doch nochmal etwas in die Knie. Grund hierfür war die Veröffentlichung des sogenannten Beige Book mit der die US Notenbank signalisierte das der erhoffte Aufschwung in den USA zwar nach wie vor zu erkennen sei, aber deutlich flacher verlaufe als bisher angenommen. Positiv war das sich diese zarte Erholung durch nahezu alle Branchen zu ziehen scheint, ausser vielleicht dem Immobilienmarkt, der nach wie vor als das große Sorgenkind angesehen werde. Ebenso bedenklich äußerte man sich zu den Arbeitslosenquoten in den USA. Auch hier ist nach wie vor nichts von einer echten Verbesserung der Situation zu sehen. Auch der Nikkei quittierte diese Nachricht dann heute Nacht mit einem Minus von 0,6 Prozent. Die Lage bleibt also angespannt. Gestern konnte man mal wieder sehr schön sehen welche Dynamic sich hier nach schlechten Nachrichten in ganz kurzer Zeit entwickeln kann.

Dennoch ist das sicherlich noch kein Grund die Flinte jetzt schon ins Korn zu schmeißen. Wir befinden uns in einer aus charttechnischen Gesichtspunkten extrem interessanten Situation und es hätte mich auch etwas verwundert wenn die kürzlich erreichten Höchstmarken so ohne jede Gegenwehr der Bären durchlaufen worden wären. So gesehen dürfte es heute mal wieder ein extrem spannender Tag an den Börsen werden. Der Dax hält sich nahe der Marke von 5750 Punkten, der S&P Future hält sich ganz ordentlich bei 1080 Punkten und der Dow Jones Index knapp unter der 10.000er Marke. Sollten also diese Punktestände halten oder gar heute wieder leicht verbessert werden können ist alles noch im Lot. Wenn nicht, sollte man den Markt ganz genau beobachten und die Stopps entsprechend eng nachziehen..

Mortgage-Insurance Companies

Die Märkte sind immer noch intakt auch wenn es gelegentlich zu kleineren oder auch heftigeren Korrekturen in einzelnen Sektoren kommt. Der US Immobilienmarkt sendete zuletzt mal wieder ein paar Signale die den Anlegern gar nicht schmeckten, und man kann wohl davon ausgehen das sich die Erholung im Häusermarkt noch eine Weile hinziehen wird. Neben der allgemeinen Verunsicherung darüber wurden in diesem Zuge die Hypothekenfinanzierer und -Versicherer wieder deutlich nach unten geschickt und befinden sich nun ca 50% unterhalb der kürzlich erreichten Hochs. MGIC Investment, Radian, MBIA uns die PMI Group sind neben den beiden verstaatlichten Unternehmen Fannie Mae und Freddie Mac die Big Player im Markt.

Sorge bereitet den Investierten, das die Rate der Kreditausfälle in den vergangenen Wochen deutlich nach oben gegangen ist. Das hatte man so aber eigentlich erwartet. Und so wundert es ein wenig das gerade die beiden Marktführer FNM und FRE sich trotz der kürzlich veröffentlichten Analyse so schnell wieder erholen konnten. Viel versprechende Mitbewerber aber nicht. Laut einem kürzlich erschienene Bericht sind die Aktien von Fanny Mae und Freddy Mac nahezu wertlos. Bei den anderen Mitspielern in diesem Markt sieht es da wahrscheinlich anders aus und auch charttechnisch halte ich die aktuellen Kursniveaus nun für erste Käufe wieder für interessant. In jeden Falle sollte man sich MBI, RDN, PMI sowie MTG mal auf die Watchliste setzten. Eine technische Gegenreaktion ist hier jederzeit möglich!

Das Risiko eines weiteren Kursrücksetzers ist weiterhin aber dennoch hoch und man muss hier schon sehr vorsichtig agieren. Sollte der Gesamtmarkt nachgeben kann es durchaus nochmal ordentlich nach unten gehen. Der gestrige Tag hat auch hier bei uns gezeigt wie schnell dann die Kurse fallen können. Ich rechne immer noch mit einer Korrektur – Irgendwann! Momentan befinden sich alle namhaften Indizes an den oberen Begrenzungen des längerfristigen Abwärtstrends. Sollten dies nach oben durchbrochen werden ist dies aber als deutlich bullishes Signal zu werten. Als letzter der drei großen US Indizes hat es nun der Nasdaq auch geschafft nach oben auszubrechen….

Die Abwertungsrallye an den Aktienmärkten

Eine interessante Theorie über die Geschehnisse an den Börsen habe ich gestern gelesen und möchte ich Euch hier nicht vorenthalten…Meines Erachtens macht die Börse zurzeit etwas anderes. Sie nimmt keineswegs ein massives Wirtschaftswachstum vorweg, sondern sie spekuliert auf eine Inflation, beziehungsweise auf eine massive Abwertung des Dollar. Welche Alternative hat ein US-Investor, um sich vor einer Abwertung des Dollars zu schützen?

2002-2007 fungierte der US-Immobilienmarkt als Fluchtinvestition, um sich gegen eine Dollarabwertung zu schützen. Diese Rückzugsmöglichkeit ist durch den Immobilien-Crash verbaut. Ansonsten wird Gold auch immer wieder gerne genutzt, um sein Vermögen vor Währungsturbulenzen zu schützen. Allerdings ist der Goldmarkt sehr klein, der Goldpreis schon nach dem letzten Crash deutlich gestiegen. Was also bleibt, sind Aktien.

Eine Abwertungsrallye an den Aktienmärkten. Insofern ist die Rallye an den US-Märkten alles andere als irrational, auch wenn die Anleger in den USA nicht von einem dynamischen Wirtschaftswachstum ausgehen. Aktien werden als der letzte verbliebene Schutz gegen eine massive Abwertung des Dollars gekauft. Damit spekuliert der Aktienmarkt indirekt auf eine Inflation. Und das ist angesichts mangelnder Alternativen auch vernünftig.

Wenn Sie sich nun fragen, warum der europäische Markt mitsteigt, obwohl der Euro zum Dollar gerade zu einem Höhenflug ansetzt, so ist auch das nur logisch. Es sind weniger europäische Anleger, als US-Anleger, die sich durch eine Investition in Europa nicht nur vor einer Dollarabwertung schützen wollen, sondern eben genau auf diese spekulieren.

Das Ende dieser Rallye. Das Problem ist dabei folgendes: Sollte die Fed nun zu erkennen geben, dass sie durchaus immer noch bereit ist, der Abwertung des Dollars oder den Inflationsgefahren entgegen zu treten, indem sie die Leitzinsen anhebt, wird es für die Rallye höchst gefährlich. Sobald die Angst vor einer weiteren Dollarabwertung nachlässt, kann es sein, dass das Geld aus dem Aktienmarkt abgezogen wird. Für Europa wäre das sogar noch gefährlicher, weil zu diesem Zeitpunkt die Spekulation auf einen schwächeren Dollar wieder aufgegeben wird, sprich es käme hier zu massiven Verkäufen!

Unter anderem diese Verkäufe von europäischen Aktien und anderer Wertpapiere durch US-Investoren könnten zumindest kurzfristig dazu führen, dass der Dollar eine unerwartete Stärke zeigt und damit noch mehr US-Anleger zwingt, ihre Positionen hier aufzulösen. Aus dem Steffens Daily von gestern…

Caterpillar glänzt…und was ist mit Bauer?

Caterpillar, der unangefochtene Branachenprimus bei der Herstellung von Baumaschinen aus den USA konnte ebenfalls mit seinem neuesten zahlenwerk überzeugen. Der US-Baggerhersteller hat sich im abgelaufenen Quartal viel besser geschlagen als am Markt erwartet. Der Konzern erzielte einen Nettogewinn von 404 Millionen Dollar oder 0,64 Dollar je Aktie. Analysten hatten Caterpillar im Schnitt nur einen Überschuss von gerade einmal 0,05 Dollar pro Anteilsschein zugetraut. Der unerwartet hohe Gewinn ist indes vornehmlich auf herbe Kostenreduzierungen zurückzuführen, so wurden unter anderem 18.000 Vollzeitjobs gestrichen. Der Umsatz brach im vergangenen Quartal um 44 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar ein. Caterpillar ist momentan mit der schwersten Krise der Firmengeschichte seit den 1930er Jahren konfrontiert.Für das kommende Geschäftsjahr zeigte man sich bei Caterpillar deutlich optimistischer und rechnet mit einem Umsatzanstieg zwischen 10 und 25 Prozent.

Der Maschinenbaukonzern Bauer hingegen rechnet erst ab dem übernächsten Jahr wieder mit einem Umsatzanstieg. „Wir erwarten ab 2011 wieder Wachstum“, sagte Unternehmenschef Thomas Bauer zur „WirtschaftsWoche“. Die Talsohle werde Ende 2010 erreicht. „In anderen Branchen mag es schneller gehen, aber bei unseren Baumaschinen ging es erst im zweiten Jahresviertel richtig runter mit den Auslieferungen, deswegen wird auch die Erholung noch auf sich warten lassen.“ Im Maschinenbau werde das Niveau von 2007 wahrscheinlich erst 2012 wieder erreicht, aber die Auftragsbestände zögen bereits jetzt wieder an. Das Auftragsniveau der Bausparte sei „seit Jahresbeginn stabil“. Der geneigte Leser fragt sich welcher der beiden Firmenchefs am Ende Recht behalten soll. Bei Bauer wird gerne mal tief gestapelt um dann positiv überraschen zu können. Ich denke es könnte auch dieses mal wieder so sein…

Scheint bei uns bald die Sonne wieder?

Der gestrige Tag dürfte nun aber wirklich auch die letzten Bären überzeugt haben das es momentan keine gute Idee ist auf fallende Kurse zu setzten. Die US Börsen präsentierten sich erneut sehr stark. Besonders Technologiewerte konnten ordentlich zulegen. Stark gebeutelt hat es dagegen wiedermal alles was mit Immobilien, deren Finanzierung oder Kreditversicherungen zu tun hat. Die Aktien von Fannie Mae und Freddy Mac wurden von einem US Staranalysten für praktisch wertlos erklärt und traten somit Ihren wohl noch etwas längeren Weg nach Süden an. Andere Titel wie Ambac die ebenfalls in die gleiche Schublade passen wurden auch hat abgestraft. Zu meinem Leidwesen traf es auch den US Marktführer für Blechdächer NCS Building Systems gestern deutlich. Die Nachricht der anstehenden Kapitalerhöhung wurde vom Markt offensichtlich doch nicht so positiv aufgenommen. Dennoch werde ich zunächst an der Aktie festhalten.

Die Liste der gestrigen Verlierer ist lang. So wurden die Aktien von MGIC Investment nach schwachen Zahlen von zahlreichen Analystenhäusern herabgestuft. Besonders die hohen Kreditausfälle beunruhigten die Anleger. Mitbewerber Radian Group wurde daraufhin in Sippenhaft genommen. Beide Aktien haben in den letzten beiden Sitzungen ca 30% eingebüßt. Ich behaupte mal das wir in den genannten und einigen anderen Aktien in den letzten Tagen ebenfalls vermehrt Gewinnmitnahmen gesehen haben. Aber es gab auch durchaus erfreuliches zu berichten. So konnten Apple (wie gewohnt) und Texas Instruments gestern nachbörslich Zahlen vorlegen die dem Markt gefielen. Dies dürfte auch heute wieder für positive Stimmung besonders im Technologiesektor sorgen.

Vorbörslich gab es in Deutschland heute ordentlich Bewegung bei den Solartiteln. Natürlich halfen hier auch ein wenig die Vorgaben aus den USA. Die chinesischen Solartitel wie Trina Solar und auch der amerikanische Branchenprimus FirstSolar hatten gestern bereits für gute Stimmung gesorgt. Die Experten von Sal. Oppenheim haben heute den Solarsektor von „Neutral“ auf „Overweight“ angehoben und die Bewertung für Solon und Q-Cells jeweils von „Neutral“ auf „Buy“ angehoben. Conergy stuften die Experten von „Reduce“ auf „Neutral“ hoch und Centrolosar gar von „Reduce“ auf „Buy“. Die Experten der Deutschen Bank nahmen indes die Bewertung für Centrotherm mit „Buy“ auf und starteten Manz mit „Sell“ ( das wurde aber auch höchste Zeit! ). Interessant fand ich hierbei das Roth und Rau in der Bewertung gar nicht mehr auftaucht…

Nordex – Der Wind bläst wieder kräftiger

Die Nordex Aktie konnte gestern 10,66% zulegen und befindet sich nun an der Widerstandslinie bei 12,20 Euro die es zu überwinden gilt. Sollte es der Aktie heute gelingen darüber zu schließen dürfte dies weitere Aufschläge zur Folge haben. In Frankfurt schloss die Nordex Aktie bereits leicht über der Marke und auch vorbörslich sieht es weiterhin gut aus. Den Ritterschlag bekam die Aktie dann gestern von Analyst Jason Channell von Goldman Sachs. Die Aktie wird von dem Investmenthaus von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 14,90 auf 17,00 Euro angehoben.  Seitens GS gehe man in einer Branchenstudie vom Montag davon aus, dass die Windkraftbranche bis zum Jahr 2020 um jährlich 16 Prozent wachsen wird.

Der Norderstedter Windkraftanlagenbauer Nordex erwartet für das zweite Halbjahr eine bessere Geschäftsentwicklung als in der ersten Jahreshälfte. «Unser Jahresziel für 2009, ein Umsatzplus auf 1,2 Milliarden Euro, ist über das Auftragsbuch gesichert und bleibt bestehen», sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Richterich dem Magazin «Euro» laut Vorabbericht. Er fügte hinzu: «Zudem wird das zweite Halbjahr, bezogen auf den operativen Gewinn, über dem des ersten liegen. Bei konstanten Kosten planen wir hier eine deutliche Umsatzsteigerung.» In den ersten sechs Monaten hatte Nordex den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf rund 513 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern war um über 40 Prozent auf 9,5 Millionen Euro gefallen.

Serverprobleme und Sakandale an der Wallstreet

Zunächst einmal in eigener Sache! Irgend etwas stimmt mit der Seite seit zwei Tagen nicht. Die Ladezeiten sind sehr lang und ich bin fieberhaft auf der Fehlersuche. Ich möchte Euch also um etwas Geduld bitten. Ich bin dran und die Seite funktioniert, halt nur etwas langsamer…Zum Markt: Die Aussichten für einen positiven Handelsverlauf sind heute gar nicht mal so schlecht. Vielleicht war also der kleine Rücksetzer vom Freitag nichts wirklich ernsthaftes, obwohl die Zahlen von General Electric und Bank of America wirklich sehr enttäuschend waren. Eigentlich hatte die Berichtssaison ja wirklich gut angefangen.. Der Nikkei schließt heute mal wieder im Minus. Besonders Exportwerte traf es heute wieder etwas härter. Der breiter gefasste Topix-Index legte dagegen 0,5 Prozent auf 905 Punkte zu. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan und China tendierten im Plus, während an der Börse in Singapur die Kurse fielen.

Ein neuer Skandal an der WallsStreet sorgt heute für etwas Unruhe. Im bislang größten Fall von Insiderhandel bei Hedge-Fonds sind in den USA Fonds-Manager und mehrere Mitarbeiter von Großkonzernen angeklagt worden. Im Zentrum des Skandals stehen der Milliardär Raj Rajaratnam und sein Hedge-Fonds Galleon sowie zwei Manager des Hedge-Fonds New Castle – einer früheren Sparte der im vergangenen Jahr kollabierten Investmentbank Bear Stearns. Angeklagt sind zudem drei ranghohe Manager des IT-Konzerns IBM, der Unternehmensberatung McKinsey und der Investmentsparte des Chipgiganten Intel. Die Staatsanwaltschaft von Manhattan beschuldigt sie, über mehrere Jahre hinweg illegal Gewinne über mehr als 20 Mio. Dollar verschafft zu haben. Bei den Ermittlungen waren erstmals in einem Fall von Insiderhandel an der Wall Street mit richterlicher Erlaubnis Telefone angezapft worden.

Goldman Sucks…?

Auch die heute veröffentlichten Zahlen von Goldman Sachs verlangen nach einem Kommentar meinerseits. Die US Futures sind nach der Veröffentlichung abgetaucht weil die Zahlen nicht gut genug waren. Größter Kritikpunkt der Anleger ist das die US Investmenbank nur einen Anteil von läppischen 899 Millionen Dollar in Ihrem Kerngeschäft Investmentbanking erwirtschaftet hat. Und genau hier muss man hellhörig werden. Goldman Sachs hat es geschafft einen Gewinn von 5,25 Dollar je Aktie zu erwirtschaften obwohl der Markt nur 4,24 Dollar erwartet hatte. Der Gewinn summiert sich auf 3,2 Milliarden Dollar, fast anderthalb Mal so viel wie Analysten im Schnitt vorhergesehen hatten. Auch bei den Einnahmen liegt die Bank mit 12,37 Milliarden Dollar besser als die von den Experten prognostizierten 11,02 Milliarden Dollar.

Mir drängt sich jetzt die Frage auf, ob es in den heutigen Zeiten in denen eine Großbank offensichtlich die Lehren aus einer extremen Krise gezogen hat indem man das Risiko minimiert und sich wieder auf die wahren Bausteine einer Bank besinnt wirklich schlecht gewirtschaftet hat. Eher das Gegenteil sollte man annehmen. Ich halte den vorbörslichen Kursrutsch für eine komplette fehlinterpretation und die Bären nutzen Ihre Chance den Markt wieder nach unten zu drücken. Ich glaube aber nicht das Ihnen das wirklich gelingen wird. Es wäre sogar ein weiteres starkes Zeichen wenn der S&P Future die 1080 Punkte nochmal testet um dann wieder nach oben abzudrehen.

Goldman Sachs war zusammen mit JP Morgen eines der wenigen Unternehmen die in der Krise klaren Kopf bewahrt haben und offensichtlich vor der Krise auch schon. Natürlich ist das ganze Thema auch an dieser Bank nicht spurlos vorüber gegangen, das war bei den weltweiten Verknüpfungen von Banken auch gar nicht möglich. Dennoch gehört diese Bank für mich zu den ganz großen Gewinnern der Krise und die Aktienkurse in ein paar Jahren werden mir da wohl auch recht geben. Spannend dürfte die Frage sein wie viel Boni sich die Goldman Manager gezahlt haben. Überhöhte Zahlungen könnten nochmal kurzzeitig Druck auf die Aktie ausüben. Ansonsten halte ich den kleinen Rücksetzer heute für keine ernsthafte Bedrohung für den Trend.

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