Geballte Zahlenflut aus den USA

Heute Nachmittag präsentieren mit McDonalds, Merck & Co, Schering Plough, Dow Chemical, Delta Airlines, 3M, AT&T, UPS und Xerox neun Schwergewichte ihre Zahlen für das dritte Quartal. Zu Beginn sorgte Dow Chemical für eine positive Überraschung. Der US-Chemiekonzern Dow Chemical hat die Wende geschafft. Eine wieder steigende Nachfrage, Einsparungen und Anteilsverkäufe ließen den BASF-Konkurrenten wieder in die Gewinnzone kommen. ´Das Geschäft scheint sich zu stabilisieren´, sagte Konzernchef Andrew Liveris am Donnerstag in Midland. Er gab sich deshalb vorsichtig optimistisch für das restliche Jahr. Unterm Strich verdiente das Unternehmen von Juli bis September 711 Millionen US-Dollar. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaftskrise noch zu einem Verlust von 486 Millionen Dollar geführt. Dank des Verkaufs von Anteilen unter anderem an den niederländischen Raffinerien des Ölkonzerns Total überstieg der Gewinn dieses Mal sogar den des Vorjahreszeitraums.

Bereits gestern hatte der Biotechkonzern Amgen erfreuliche Zahlen geliefert sowie die Credit Suisse sich in den Club der Milliardengewinner eingereiht. Der US-amerikanische Pharmakonzern Merck & Co hat nach einem Gewinnplus im dritten Quartal seine Ergebnisprognose für 2009 nach oben geschraubt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern nun ein Ergebnis vor Sonderposten von 3,20 bis 3,30 US-Dollar je Aktie. Beim Nahrungsmittelhersteller Nestle ging der Umsatz etwas zurück was jedoch auf Währungseffekte zurückzuführen war. Die Ebay Zahlen waren wie schon fast gewohnt eine Enttäuschung. Des Online Auktionshaus dürfte seine besten Zeiten gesehen haben. Darüber hatte eich ja bereits mehrfach berichtet. Sowohl die starke Konkurrenz durch Amazon als auch die diversen Nischenplayer die sich inzwischen sehr erfolgreich positioniert haben dürften Ebay auch weiterhin das Leben schwer machen. Dazu kommen immer weiter steigende Gebühren sowie ein wirklich schlechter Service.

Die US-Fluglinie Delta Air Lines Inc. meldete heute, dass sie ihren Verlust im dritten Quartal deutlich ausgeweitet hat, was auf hohe Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Auf bereinigter Basis konnte jedoch ein Gewinn ausgewiesen werden, womit die Erwartungen geschlagen wurden. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 161 Mio. Dollar bzw. 19 Cents pro Aktie, gegenüber einem Verlust von 50 Mio. Dollar bzw. 13 Cents pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten wurde im Berichtszeitraum ein Gewinn von 6 Cents pro Aktie erzielt. Der operative Umsatz kletterte aufgrund der Northwest-Übernahme um 32 Prozent auf 7,57 Mrd. Dollar.

Die soeben rein gekommenen Zahlen von Xerox sind hingegen gar nicht erfreulich. Im dritten Quartal ist der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 Prozent auf 129 Mill. Dollar gefallen. Je Aktie waren das 14 (Vorjahr: 29) Cent. Kostensenkungen hatten einen noch stärkeren Rückgang verhindert. Der Umsatz sank um 16 Prozent auf 3,68 Mrd. Dollar. Bei beiden Werten hatten Analysten mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Seitens Xerox hat man im Gegensatz zu manchem Mitbewerber eine Trendwende noch nicht erreicht. Das mag wohl aber auch an der allgemein gebremsten Investitionsbereitschaft liegen. Xerox sehe ich ähnlich wie Heidelberger Druck. Investitionen in der Größenordnung werden in diesen Zeiten so lange wie möglich zurückgestellt.

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