Author Archives: Lars

„Uptick Regel“ für Shortseller kommt wieder.

Leerverkäufer sind seit Ausbruch der Finanzmarktkrise ein beliebter Sündenbock, sie werden für deren Zuspitzung verantwortlich gemacht. Kritiker vermuten etwa hinter den heftigen Kursabschlägen bei Finanztiteln hauptsächlich das Werk von Short-Sellern. Andererseits erfüllen Short-Seller in der Börsenwelt auch eine wichtige Funktion: Sie haben die undankbare Aufgabe, auf Fehlbewertungen von Unternehmen wie in diesem Falle Banken hinzuweisen – und die dankbare, daran verdienen zu können. Damit haben sie für die Kapitalmärkte eine wichtige „reinigende“ Funktion. Gstern nun sorgte auch die SEC für Aufregung und einen Teil der Kursgewinne an den US Börsen.

Die SEC erklärte, möglicherweise werde man sich bei einem Treffen im April mit der Wiedereinführung der so genannten „Uptick Rule“ beschäftigen. Nach der Uptick-Regel sind Leerverkäufe (Short-Selling) bei Titeln mit sinkenden Kursen verboten. Danach darf der Leerverkauf einer Aktie nur dann durchgeführt werden, wenn der Kurs über dem vorherigen Börsenkurs liegt. Damit werden die Möglichkeiten für Investoren, durch Leerverkäufe einer Aktie Gewinne einzufahren, erheblich eingeschränkt und das Short-Selling somit unattraktiver. Diese Maßnahme sollte also letztendlich und dauerhaft dazu führen das die Quote von leerverkauften Aktien sinken sollte und Manipulationen von Kursen schwieriger wird.

Erstmal Gewinnmitnahmen ..und dann?

Der heutige Tag dürfte mal wieder extrem spannend werden. Mit einer überzeugenden Vorstellung meldete sich gestern der US Handel zurück. Eigentlich hatte ich gestern nicht mit dieser Stärke des Marktes gerechnet und während des Champions League Spiels gestern in der Allianz Arena (7:1 was ein Spaß) mehrfach ungläubig den aktuellen Stand des S&P 500 abgefragt. Das gegen Ende sogar noch einmal eine Schippe drauf gelegt wurde darf man durchaus als sehr positiv werten.In Asien sah das Bild heute Nacht sehr unterschiedlich aus. Japan war mit fünft Prozent im Plus und China nach der Meldung das der Export um über 25 Prozent eingebrochen ist, mit einem Prozent im Minus.

In Europa sind gerade die Gewinnmitnahmen an der Reihe und drücken etwas auf die Kurse. Für alle die jetzt schon wieder aussteigen wollen….Die Kurserholungen in den einzelnen Aktien sind teilweise prozentual schon heftig gewesen, bezogen auf die vorangegangenen Verluste aber eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Es fehlen die schlechten Nachrichten, die Gewinnmitnahmen auslösen könnten! Deswegen gehe ich heute auch weiter von steigenden Kursen aus, wenn auch nicht mehr mit der Dynamik die wir gestern gesehen haben.

Charttechnisch sieht das Bild wieder deutlich besser, aber lange noch nicht gut aus. Der Dow Jones konnte sich gestern wieder an die 7000er Marke herantasten und sollte diese heute bei günstigem Umfeld wieder überwinden können. Im S&P 500 dürfte die Marke von 714 Punkten nun als Unterstützung fungieren und die 725 Punkte als Widerstand den es zu überwinden gilt. Schafft der Markt dies heute dürfte auch der Weg Richtung 750 Punkte im S&P wieder frei sein. Sollte allerdings die 714er Marke als Unterstützung nicht halten und wir heute wieder in Richtung 700 oder gar 695 laufen könnte es auch dieses Mal wieder nur ein Strohfeuer gewesen sein….

Wende oder Strohfeuer?

Die Indizes sind heute nach der Citigroup Meldung ausser Rand und Band. Mit Aufschlägen von 4 bis 5 Prozent dürfte das der stärkste Börsentag seit Wochen sein und nun ist die alles entscheidende Frage ob es sich hierbei wieder mal nur um eine Bärenmarkt Rally handelt, oder ob es gelingen wird sich nun nachhaltig von diesen Niveaus wieder nach oben zu bewegen. Ich halte die Theorie der verrückten Dax Prognose die ich hier vor kurzem gepostet habe für gar nicht mal so abwegig. Das heißt, das die Bullen nun versuchen werden den neuen Schwung mitzunehmen um den Dax bis zum Verfallstag am 20. März wenigstens wieder auf die 4200 Punkte zu hieven. Danach wird man sehen müssen wie stabil diese Bewegung ist und vor allem wie die Nachrichtenlage aus den Unternehmen und von konjunktureller Seite sich weiter verhält.

Ich habe in den vergangenen Tagen sozusagen meine letzte Kröten investiert und die Aktienquote auf fast 90 Prozent hochgefahren. Bis jetzt habe ich das nicht bereut 🙂 Natürlich ist mir auch nicht überall ein perfekter Einstieg gelungen, seit heute bin ich aber mit allen Positionen im Plus, mit einigen sogar kräftig. Solltet Ihr also in einer ähnlichen Situation sein empfehle ich nun die knappe Absicherung aller Positionen. Dabei wird jeweils die Hälfte sehr eng abgesichert und die zweite Hälfte etwas großzügiger. Sollte der markt also nochmal fallen kann man danach die selben Aktien noch einmal günstiger zurückkaufen oder die zweite Position verbilligen. Nun bin ich mal gespannt auf den weiteren Handelsverlauf heute und die Eröffnung morgen früh…Erst einmal wünsche ich allen einen schönen Abend mit dem guten Gefühl heute kein Geld verloren zu haben und der Hoffnung das nun alles wieder besser wird..

Citigroup Chef Vikram Pandit beflügelt die Märkte

Laut einem Bericht der New York Times unter Berufung auf eine interne Nachricht von Citigroup Chef Pandit hat die schwer angeschlagene Großbank in den ersten zwei Monaten dieses Jahres profitabel gearbeitet. Die Bank, die Milliarden an Staatshilfen erhalten hat und vor einem massiven Einstieg des US-Staates steht hat in den ersten beiden Monaten Erträge vor Sonderposten in Höhe von 19 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Im Vergleich zu den 21 Milliarden Dollar, die im Durchschnitt in den vergangenen Dreimonatszeiträumen erreicht wurden. Hochgerechnet wäre also ein Quartalsergebnis um die 28 bis 29 Milliarden möglich. Hier muss sich aber nun in den kommenden Monaten erst einmal zeigen ob es sich bei den Zahlen nicht nur um ein kurzes Strohfeuer handelt.

Die Kostensenkungsmaßnahmen scheinen ebenfalls Wirkung zu zeigen. So konnte der Faktor auf 8,1 Milliarden reduziert werden, und liegt damit noch deutlich unter den eigenen Vorgeben der Citigroup Führung. Vikram Pandit hält sein Unternehmen derzeit für stark unterbewertet und die Hoffnung auf eine beendigung der monatelangen Talfahrt sieht er als durchaus berechtigt an. Weltweit können Bankentitel heute stark zulegen und stabilisieren damit die in den letzten Wochen stark verprügelten Indizes. Ob dieses Kusrplus nun auch gehalten werden kann oder in Amerika heute Nachmittag wieder mal der große Abverkauf gestartet wird muss man sehen. Die Bären haben noch lange nicht aufgegeben!

Nach wie vor bin ich der Meinung das man derzeit langfristig in risikoärmere Aktien investieren kann als Bankenaktien. Die im gesamten Sektor noch schlummernden Abschreibungen dürften und im gesamten Börsenjahr 2009 und eventuelle auch in 2010 noch begleiten. Dennoch fällt auf das die Nachrichtenlage auch im Bankensektor langsam wieder etwas besser zu werden scheint und die ganz großen Schreckensmeldungen wohl wieder abnehmen werden.

Rekordergebnis bei VW Tochter Audi + 30,4 Prozent!!

Laut den heute veröffentlichten Audi Zahlen lag das operative Ergebnis der Ingolstädter im Fiskaljahr 2008 bei 2,77 Mrd. Euro, nach 2,71 Mrd. Euro im Vorjahr, was einem Plus von 2,5 Prozent entspricht. Beim Vorsteuerergebnis wurde ein Anstieg von 2,92 Mrd. Euro im Vorjahr auf 3,18 Mrd. Euro verbucht. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 2,21 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vorjahreswert von 1,69 Mrd. Euro einem Plus von 30,4 Prozent entspricht. Beim Umsatz wurde ein Anstieg von 1,7 Prozent auf 34,20 Mrd. Euro verzeichnet, wobei der Fahrzeugabsatz um 4,1 Prozent auf 1.003.469 Modelle verbessert werden konnte.

Mit einer Kapitalrendite von 19,8 (18,6) Prozent konnte der AUDI-Konzern auch bei dieser wichtigen Zielgröße noch einmal zulegen. Das im Verhältnis zur Umsatzentwicklung überproportionale Ergebniswachstum zeigt der erneute Anstieg der Umsatzrendite vor Steuern von 8,7 auf 9,3 Prozent an.

Im laufenden Jahr will sich AUDI mit der Einführung neuer Modelle der allgemeinen Absatzflaute entgegenstemmen. Konkrete Prognosen wurden nicht genannt. Im Zeitraum von Januar bis Februar konnte AUDI seinen Marktanteil in Westeuropa nach vorläufigen Berechnungen auf 4,9 Prozent (4,0 Prozent) ausbauen. Auch im stark rückläufigen US-Markt gelang der Marke mit den vier Ringen eine Steigerung ihrer Marktanteile im Premiumsegment auf 7,1 Prozent (6,3 Prozent). In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres verzeichnete AUDI bislang einen Absatzrückgang von 20,3 Prozent auf 119.600 Modelle.

Dow Jones auf 12 Jahres Tief…aber!

Gestern ging es mal wieder Richtung Süden, aber deutlich langsamer als die Tage zuvor. Warnungen von Warren Buffet und der Weltbank vor einer anhaltenden Wirtschaftsschwäche überschatteten den Wochenbeginn an Wall Street. Der reichste Mann der Welt rechnet mit keiner schnellen Erholung sondern erwartet weitere Verschlechterungen bevor eine Verbesserung eintritt. Bank of America und General Motors waren die Gewinner mit einem Tagesplus von 19% bzw.16%. Das war schon etwas merkwürdig nach den Nachrichten zu diesen beiden Unternehmen in den vergangenen Tagen…wahrscheinlich mal wieder nur ein Strohfeuer.

In Australien ging es heute Nacht noch einmal ordentlich nach unten. Die meisten asiatischen Märkte erholten sich aber am Dienstag. Die Börse in Shanghai ging mit einem Plus von 1,8 Prozent aus dem Handel. Auch Hongkong und Seoul berichteten über steigende Kurse. Die Börse in Tokio sackte jedoch weiter ab auf ein neues 26-Jahrestief. Vor allem Pharmawerte wurden kräftig verkauft. Die Merck-Schering Fusion belastete die Aussichten der Mitbewerber deutlich.

Etwas überrascht dürfte auch der ein oder andere gestern gewesen sein als er um 15:30 Ortszeit die US Börseneröffnung erwartet hatte. In den USA wurden die Uhren am Sonntag auf die Sommerzeit umgestellt, sodass der Zeitunterschied zur Wall Street jetzt bis Ende März nur fünf anstatt der üblichen sechs Stunden beträgt. Europa stellt seine Uhren erst am 29. März um. Also liebe Börsianer, heute einfach schon mal um 14:30 Uhr schaun was die Amis machen. Wir bewegen uns weiter auf den 20 März zu, den Verfallstag bis zu diesem Datum sollten die Bären eindecken und die Bullen den Markt wieder etwas nach oben ziehen….oder auch nicht!

Vergesst die Börsenkurse!

Ein Ausspruch von Warren Buffet der bei den Stimmen zur aktuellen Situation nicht fehlen darf! Sein Portfolio reicht von Versicherungen bis zu Imbissbuden. Auch Berkshire leidet unter der Krise, die teuerste Aktie der Wall Street verlor seit März 2008 rund 45 Prozent ihres Werts. Für Buffetts Verhältnisse ein historischer Verlust, auch wenn es anderen Firmen weitaus schlechter ging und auch der Index S&P 500 noch ein Stück schwächer lief. „Vergesst die täglichen Börsenkurse“, rief Buffett am Montag den Zuschauern des Frühstücksfernsehens zu. Wenn man jeden Tag auf die Kurse starre, könne man leicht den Blick auf das dahinterstehende Geschäft verlieren. Die Berkshire-Beteiligungen sind in der Regel langfristig ausgerichtet. Da kommt es auf eine Delle, auch wenn sie wie derzeit ungewohnt heftig ausfällt, nicht so sehr an.

„Die Inflation kann schlimmer als in den siebziger Jahren werden“, antwortet er. Es gebe schließlich kein kostenloses Mittagessen auf der Welt (there is no free lunch), auch wenn US-Regierung und Notenbanken mit ihrer großzügigen Politik bisweilen den Eindruck erwecken. Staatshilfe für den Markt sei derzeit aber nötig. „Manchmal muss man eben eingreifen, auch wenn man später bezahlen muss“. Buffetts Forderung an die amerikanische Politik: Keine Grabenkämpfe zwischen Demokraten und Republikanern, es müsse vorwärts gehen. Den Grundoptimismus lässt sich der Kapitalist alter Schule nicht nehmen. Sein Schlusswort nach drei Stunden TV-Krisengespräch: „Dieses Land funktioniert prima, selbst wenn wir es vermasseln“.

In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte Buffett, die amerikanische Wirtschaft sei „in einen Abgrund gestürzt“ und in einem Teufelskreis gefangen. Hätte allerdings die Notenbank Fed nicht im September 2008 eingegriffen, wäre die Lage noch weitaus schlimmer. Einen Aufschwung sieht er nur langsam kommen – grundsätzlich ist Buffett aber optimistisch, dass die USA auch diese Krise meistern werden. Er erwartet, dass sich die US-Wirtschaft erst in fünf Jahren erholt haben wird.

Stimmen zur aktuellen Situation

Es ist nicht mehr rational was an den Börsen derzeit abgeht. Aber das ist ja nichts Neues! Ich möchte heute mal ein paar sehr interessante Stimmen und Zitate aus der Wirtschaft zur aktuellen Börsenphase zusammentragen, die durchaus für die ein oder andere Anlageentscheidung von Wert sein könnten. Nachdem die japanischen Exporte nahezu komplett eingebrochen sind ist auch dieser Tag wieder von roten Vorzeichen geprägt und es steht zu befürchten das auch die Exportnation Deutschland noch weiter unter dem starken Nachfragerückgang leiden wird. Zyklische Branchen wie die Stahlindustrie und der Maschinenbau leiden derzeit besonders auch unter der schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie..

Aber, die Stimmen für eine baldige Erholung aus dieser verfahrenen Situation mehren sich und das von Menschen die in der Vergangenheit genügend Weitblick bewiesen haben um von jeder Marktlage zu profitieren. Bemerkenswert ist, dass die Kritik gegen Mega-Pessimismus wächst, der von den Medien und einigen Börsenbriefen geschürt wird. Die Nachrichtenagentur AP sprach heute in einem Markbericht vom „irrationalen Pessimismus“. Der Markt sei durch Furcht, statt durch Gründe getrieben, hieß es dort.

Und ausgerechnet ein Super-Bär fand diese Woche deutliche Worte gegen den Zweck-Pessimismus, berichtete Bloomberg. Die Agentur stützte sich dabei auf ein TV-Interview in Bloomberg-TV mit Steve Leuthold. Das ist der Manager, des sehr bezeichnend benannten „Grizzly Short Fund“. Leuthold gilt als Super-Bär und hat mit seinen pessimistischen Wetten gegen die Wall Street (Leerverkäufen) im vergangenen Jahr 74 Prozent verdient. Laut Leuthold sei jetzt die Zeit gekommen, Aktien zu kaufen. Begründung: Die „Investoren“ zeigen derzeit zu viel Furcht über die Entwicklung der Wirtschaft.

„Die Leute, die die aktuelle Lage mit der Weltwirtschaftskrise (Great Depression) vergleichen, sind „realitätsfremd und sehr dumm“ („out of touch with reality, and pretty stupid“), zitiert Bloomberg wörtlich. Die Lage sei nicht so schlecht wie in 1974 (OPEC verursachte Ölkrise). Leuthold erwartet, dass der S&P 500 in diesem Jahr auf mindestens 1.000 Punkte klettert, das ist ein Plus von mindestens 44 Prozent.

Wendelin Wiedeking befragt zur aktuellen Lage sagte kürzlich: Wir neigen dazu, zu extrem und negativ zu denken und uns selbst schlecht zu reden. Gerade in Deutschland haben wir solide, gut geführte Unternehmen mit hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern und einer attraktiven Produktpalette. Ich bin überzeugt, wir kriegen die Situation in den Griff. Der reale Börsenwert von Porsche hat mit dem inneren Wert des Konzerns meiner Meinung nach derzeit relativ wenig zu tun. Ich glaube, da wird auch eine Menge Unsinn erzählt. Das bezog sich in erster Linie auf das Kursziel von 10,- Euro je Porsche Aktie! Wiedeking ist sich sicher das in den kommenden sechs Monaten mehr Wagen abgesetzt werden als in den vergangenen…

Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff ist überzeugt davon das die Stahl- und Maschinenbaubranche die Krise als erstes meistern werden. „Ich rechne damit, dass auch der Maschinenbau in Kürze mit positiven Nachrichten aufwarten wird. Zwar sind die Auftragseingänge in den ersten beiden Monaten sicherlich enttäuschend, doch auch hier gibt es erste Hoffnungsschimmer“ Der VDMA-Chef-Volkswirt Ralph Wiechers verbreitet jedenfalls Zuversicht: „Ich hoffe, dass wir das Schlimmste gesehen haben“. Mit anderen Worten: Ob nun tatsächlich der Tiefpunkt der beiden genannten Branchen im ersten Quartal des Jahres erreicht wird, bleibt zwar abzuwarten. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Kurse inzwischen ein Niveau erreicht haben, bei welchem ein weiterer Rückgang eher unwahrscheinlich erscheint.

Conti Kurziel bis über 40,- Euro?

Nach Meinung der Experten von „Die Actien-Börse“ hat die Aktie von Continental möglicherweise ein Kurspotenzial bis über 40,- Euro. Continental solle von Schaeffler „entflochten“ werden. Dies bedeute die Auflösung der alten Verträge. Damit wäre Continental wieder als Continental inklusive VDO und 11 Milliarden Euro Schulden zu bewerten. Gleichzeitig gebe es aber ein Entschuldungsprogramm, das ca. 6 Milliarden Euro umfassen könne. Die Experten von „Die Actien-Börse“ sehen in diesem Fall bei der Aktie von Continental ein Kurspotenzial von mehr als 40 Euro.

BMW und Daimler bilden Einkaufs-Allianz

Die beiden Automobilkonzerne Daimler und BMW wollen einem Pressebericht zufolge in Kürze eine weitgehende Zusammenarbeit beim Einkauf bekanntgeben. Bei einem Einkaufsvolumen von zusammen über 50 Mrd EUR wollen die beiden Konzerne auf diese Weise kurzfristig mehrere hundert Millionen Euro, mittelfristig sogar Milliarden jährlich sparen, wie das Magazin „Spiegel“ meldete. Das Blatt zitierte einen BMW-Manager mit den Worten: „Durch diese Zusammenarbeit werden wir uns näherkommen, mal sehen: vielleicht wächst mehr daraus.“

Nach Informationen des „Spiegel“ haben Daimler und BMW sogar eine wechselseitige Kapitalbeteiligung beider Unternehmen vorbereitet. Daimler wolle 7% der BMW-Aktien, die Münchner den gleichen Anteil an Daimler übernehmen. Bei Kanzleramtsminister Thomas de Maizière sei schon sondiert worden, wie die Bundesregierung zu dieser Vereinigung der beiden Unternehmen stünde, ob sie einen möglichen Einspruch des Kartellamts notfalls überstimmen würde.

Johanna Quandt, Sohn Stefan und seine Schwester Susanne Klatten, die über 46% der BMW-Aktien verfügen, lehnten die Kapitalverflechtung dem Bericht zufolge aber ab. Das Projekt würde nur Daimler helfen, glauben sie. Zudem fürchte die Familie, dass Daimler nach einem Einstieg in München seinen Einfluss ausweiten könnte. Schließlich hätten die Stuttgarter einst auch bei der Fusion mit Chrysler schnell die Macht übernommen.

Der brittische Staat übernimmt Lloyds

Schlechte Vorgaben mal aus Asien. In China geht es 3,2 Prozent nach unten und die anderen asiatischen Indizes sehen auch nicht so viel besser aus. Der US Markt hat auch am Freitag mal wieder eine extrem schwache Vorstellung geboten und da überzeugt auch nicht die heftige Erholungsbewegung in der letzten halben Stunde des Handels.

Ein Hauptgrund für den stärkeren Future dürfte folgende Meldung sein: Der britische Staat übernimmt die Mehrheit an der Bankengruppe Lloyds. Die Regierung werde faule Papiere im Wert von 260 Milliarden Pfund absichern, teilte das Finanzministerium in London mit. Im Gegenzug erhöhe sich der Anteil an der Bankengruppe von 43 auf 65 Prozent – zusammen mit nicht stimmberechtigten Aktien steigt der Anteil auf 77 Prozent. Die Bank werde sich dagegen verpflichten, über die kommenden zwei Jahre Kredite im Wert von mindestens 28 Milliarden Pfund bereitzustellen, hieß es in der Mitteilung.

Warum also Marktbeobachter heute von einem stärker stratenden europäischen Handel ausgehen ist mir etwas suspekt. Sicherlich sind die Futures gerade leicht im Plus und das könnte zumindest den Wochenanfang etwas erträglicher machen, aber letztendlich werden wir uns wieder nach den US Indizes richten und ihnen dahin folgen wo sie denn hin wollen. Es sind noch einige Tage bis zum Verfallstag am 20. März und die richtigen Kursbewegungen kommen wohl erst in der kommenden Woche..

Verrückte Dax-Prognose 2009

Einen sehr interessanten Artikel habe ich gestern in der Ausgabe von Steffens Daily gelesen den ich hier einfach eins zu eins weiter geben möchte:

Meine Kollegen Torsten Ewert, Michael Jansen und ich haben ganz besonders im letzten Jahr die Target-Methode, die schon in der Vergangenheit für spektakuläre Erfolge gesorgt hatte, weiter perfektioniert. Das Besondere an dieser Methode ist, dass sie nicht nur Kursziele, sondern auch den Zeitpunkt, wann dieses Kursziel erreicht werden wird, bestimmen kann.

In den letzten Tagen haben wir im Zusammenhang mit dem Verfallstag an der aktuellen DAX-Prognose gesessen. Es ging uns um die Frage: Wo wird sich, wenn die Stillhalter den Markt nicht bei 4.000 Punkten halten können und er „abschmiert“ der Boden bilden? Und wie es so ist, wenn Chartverrückte unter sich sind, fangen sie an zu übertreiben. Hauptprognoseinstrument war dabei die Target-Methode, aber natürlich flossen nutzten wir auch noch einige andere Analysemethoden.

Das Ergebnis, will ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten.

Aber zuvor noch einige Hinweise zu den Voraussetzungen:

1.       Wir sind bei diesem Szenario davon ausgegangen, dass die Stillhalter es nicht schaffen, den Markt zum Verfallstag auf die 4.000/4.200 Punkte-Marke zu ziehen. Das ist jedoch immer noch möglich! Wir haben uns lediglich gefragt, was mit dem DAX passiert, wenn der Markt weiter fällt und es unter hoher Volatilität bis zum 20. März zu fallenden Kursen kommt. Wo wird er dann einen Boden ausbilden, und wie wird es in diesem Fall weiter gehen?

Wenn der Markt am 20.03.09 im Bereich der 4.000-Punkte-Marke steht, ist dieses Szenario natürlich hinfällig, weil eine wichtige Voraussetzung fehlt. Das sollten Sie beachten.

2.      Wir müssen natürlich auch darauf hinweisen, dass es eigentlich Unsinn ist, den Kursverlauf derart genau auf mehrere Monate im Voraus vorhersagen zu wollen. In diesem sehr speziellen Fall gibt es allerdings eine Vielzahl von verschiedenen Hinweisen, die uns zu dieser Prognose bewegt haben. Trotzdem ist es eben nur eine „verrückte Daxprognose“.

3.      Nutzwert: Natürlich hat diese Prognose, so verrückt sie auch scheinen mag, auch einen Nutzwert. Sofern die hier eingezeichneten Targets (blaue Kreise) tatsächlich jeweils abgearbeitet werden, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit (von ca. 60-65 %), dass auch das nächste Target im Chart anvisiert wird. Doch auch hier gilt: Wird eines dieser hier eingezeichneten Targets nicht erreicht, müsste mit anderen Targets weiter gemacht werden, die aufgrund der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet sind.

Die schwarz gestrichelte Linie gibt den prognostizierten Verlauf bis zum Jahresende an. Für uns war interessant, dass wir demnach zwar ab dem Verfallstag eine kleine Rally erleben werden, diese jedoch nur kurz anhält und zwar bis in den Mai.

Die Masse liegt falsch

Wie Sie wissen, gehen sehr, sehr viele Analysten von einer Erholung der Märkte im zweiten Halbjahr aus. Diese Masse würde sich nach der hier vorliegenden Prognose täuschen. Zwar setzt eine Erholung ein, diese bricht jedoch relativ schnell wieder in sich zusammen. Uns störte sowieso, dass so viele Anleger und Analysten von einer Kurserholung im Sommer ausgehen.

Zäher Abverkauf im Sommer

Im Sommer hätten wir es stattdessen mit einem zähen Abverkauf bis auf ein neues Tief im Oktober/ November zu tun, das im Bereich zwischen 2.500 und 2.600 Punkten liegen würde! Dieses Tief ist dann sehr wahrscheinlich das entscheidende und letzte Tief dieses Crashs. Anschließend folgt eine zunächst langsame aber nachhaltige Erholung, die über zwei Jahre andauern kann.

Ebenso würde das eigentliche Tief des DAX nicht bei 2.200 Punkten wie im Jahr 2003 liegen, auch das erwarten zu viel Analysten. Der DAX würde sich um die 2.500er Marke herum endgültig stabilisieren. Bei diesem Tief haben wir allerdings noch das Problem den zeitlichen Rahmen zu bestimmen, da uns in dieser weiten Zukunft die Bezugstargets ausgehen. Eigentlich müsste man das letzte Target sogar eher im Bereich des Jahreswechsels einzeichnen. Das widerspricht jedoch den saisonalen Verläufen. Deswegen haben wir uns für die oben eingezeichnete Variante entschieden.

Auf keinen Fall an der 3.500er Marke

Auch die 3.500er Marke als Kursziel für das nächste Tief, das die meisten anvisieren, würde noch einmal um über 10 % nach unten unterboten werden. Viele, die bei 3.500 einsteigen werden, dürften bei 3.000/3.100 Punkten derart unter Wasser sein, dass sie wahrscheinlich wieder verkaufen.

Jetzt gilt es erst einmal abzuwarten, was der DAX nach den US-Arbeitsmarktdaten heute und am Montag macht.

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