Author Archives: Lars

Hochtief sagt Börsengang von Concessions überraschend ab

Im Fokus am deutschen Markt dürfte insbesondere der überraschend und sehr kurzfristig abgesagte Börsengang der Hochtief-Tochter Concessions stehen. Die Aktie von Hochtief gab vorbörslich beim Handelshaus Lang & Schwarz bereits rund vier Prozent nach. Der größte Börsengang in Deutschland seit zwei Jahren wurde am Vorabend kurzfristig von dem Essener Baukonzern abgesagt. Die Pläne sollen zunächst auch nicht weiter verfolgt werden. Ein Händler urteilte: „Hochtief dürfte realisiert haben, dass die Bewertung für die Infrastrukturtochter zu ambitioniert war. Bereits in den vergangenen Tagen machten Meldungen die Runde, dass das Interesse an den Aktien von Hochtief-Concessions eher dürftig ist. Marktteilnehmer vermuteten zunächst, Hochtief könnte die Preisspanne für die Aktien senken. Doch von Seiten des MDAX-Konzerns hieß es sofort, dies komme auf keinen Fall in Frage.

Die Investoren waren nicht gewillt, den geforderten Preis für das Unternehmen Concessions zu zahlen, das nur Minderheitsanteile in Infrastrukturprojekten hält.“ Er geht zudem davon aus, dass auch die Aktien von Bilfinger Berger unter der Nachricht leiden dürften, da dieser Baukonzern Anfang 2010 ein IPO seiner australischen Tochter Bilfinger Berger Australia in Aussicht gestellt habe. Die Unsicherheiten um die Zahlungsnot in Dubai dürften dann aber letztendlich zu dem abgesagten Börsengang geführt haben. Investoren waren unsicher, ob ein Investment in ein Infrastruktur-Unternehmen wie Hochtief Concessions nun wirklich angebracht ist. Außerdem hatten Börsianer moniert, dass der Wert und die Perspektiven der Beteiligungen von Hochtief Concessions schwer einzuschätzen seien.

MAN Kurs leidet unter VW Führung! Wählt Piëch ab!

Kommentar VW-Lenker Ferdinand Piëch hat im Alleingang drei der fünf MAN-Vorstände abgesägt. Das sollten ihm seine Kollegen im Aufsichtsrat des Lastwagenbauers nicht durchgehen lassen. von Angela Maier, Financial Times Deutschland:

Was VW-Patriarch Ferdinand Piëch derzeit bei MAN veranstaltet, ist auch auf den zweiten Blick kaum zu glauben. Da bestellt ein Aufsichtsratschef ein paar seiner Vorstände an seinen privaten Wohnsitz nach Salzburg ein, um ihnen zu eröffnen, dass sie bei ihrem Unternehmen keine Zukunft mehr haben. Die Betroffenen wissen: Gegen einen Piëch an seinem Posten festhalten zu wollen wäre blanke Selbstvernichtung. Jeder, der das täte, müsste auch noch öffentliche Diffamierung fürchten. Und so gehen drei Manager binnen einer einzigen Woche: Vorstandschef Hakan Samuelsson, Finanzvorstand Karlheinz Hornung, Lkw-Vorstand Anton Weinmann.

Das eigentlich Ungeheuerliche dabei ist: Es handelt sich hier nicht um eine Würstelbude, sondern um den Dax-Konzern MAN. Ein Unternehmen mit weltweit 48.000 Mitarbeitern, das im vergangenen Jahr sein 250-jähriges Bestehen feierte – mit viel Prominenz und einer Festrede von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Samuelsson und Karlheinz Hornung haben den Traditionskonzern in den vergangenen Jahren ohne viel Aufhebens umgekrempelt, verschlankt und die zuvor nur in Europa tätige Lkw-Sparte erfolgreich in den wichtigsten Schwellenländern verankert. Kein Wunder, dass der einst so muffige MAN-Konzern zum Liebling der Börse wurde.

Piëch tut mit seinem Vormarsch nicht nur dem MAN-Management unrecht, dessen erfolgreicher Kurs von niemandem bestritten wird. Er führt auch die anderen Aufsichtsräte vor – an denen die Enthauptung von MAN allem Anschein nach völlig vorbeigeht. Ja, die Korruptionsaffäre belastet den Konzern derzeit schwer. Man muss dem Vorstand ankreiden, dass er zwar seit Jahren die Kontrollmechanismen weiter verschärfte, dies aber zu wenig Wirkung zeigte. Auch ging das Management vor allem intern gegen solche Verstöße vor, statt diese an die Staatsanwaltschaft zu geben und damit an die große Glocke zu hängen. Doch ist die Dimension nach allem, was bekannt ist, eher klein: 50 bis 80 Mio. Euro sollen die Bestechungsgelder umfasst haben, über einen Zeitraum von sieben Jahren. Bei Siemens betrugen die fragwürdigen Zahlungen 1,4 Mrd. Euro.

Dass ausgerechnet Piëch MANs Schmiergeldaffäre zum Anlass für eine Tabula rasa im Management nimmt, wirkt wie ein Treppenwitz der Geschichte. Vor vier Jahren erschütterte den VW-Konzern ein viel schlimmerer Skandal um Schmiergeldzahlungen und gesponserte „Lustreisen“ für Betriebsräte – wovon der damalige VW-Chef Piëch nichts mitbekommen haben wollte.
Vor allem aber liegt eine abschließende Beurteilung der Vorgänge bei MAN noch nicht vor: weder der Öffentlichkeit noch dem Aufsichtsrat. Erst am 11. Dezember wird die mit der Aufklärung beauftragte Kanzlei Wilmer Hale dem Aufsichtsrat ihren Bericht präsentieren. Ist den Vorständen wirklich etwas vorzuwerfen, wäre dann der Zeitpunkt für ihren Rauswurf gekommen. Und zwar als Entscheidung des gesamten Aufsichtsrats – statt eines Alleingangs Piëchs, der damit offenbar Partikularinteressen verfolgt.

Als VW-Chefaufseher und -Aktionär treibt Piëch eine Fusion von MAN mit der VW-Tochter Scania unter seiner Führung voran. Doch VW hält nur 29,9 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien von MAN. Die weit überwiegende Mehrheit liegt in der Hand freier Aktionäre. Aus deren Sicht wäre die Lkw-Allianz zwar ebenfalls sinnvoll, aber womöglich unter ganz anderen als den von Piëch gewünschten Bedingungen. Dass nun das erfolgreiche Management mitten in einer schweren Branchenkrise Hals über Kopf geht, ohne dass adäquater Ersatz bereitsteht, ist auf gar keinen Fall im Interesse der MAN-Aktionärsmehrheit. Das belegt die MAN-Aktie, die seit Tagen im Sinkflug ist.

Dass sich Piëch das überhaupt leisten kann, liegt daran, dass er bei MAN längst ein zweites System VW installiert hat. Zum Durchregieren reicht dem Aufsichtsratschef die Arbeitnehmerbank – und das ist faktisch die machtbewusste IG Metall. Traditionell ist die Gewerkschaft bei MAN sehr stark vertreten, stellt sogar den Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden. Normalerweise ist dieser Posten dem Betriebsratschef des Konzerns vorbehalten. Bei MAN hat Piëch den Gewerkschaftern zudem erst kürzlich einen Gefallen getan und erstmals einen Personalvorstand installiert. Die anderen Vorstände von MAN erfuhren davon erst, als es so weit war. MAN ist bereits der zweite Fall der jüngeren Vergangenheit, in der ein Großaktionär mit nur 29 Prozent den Durchmarsch gestartet hat. Geschafft hat das auch das Familienunternehmen Grenzebach beim im SDax notierten Roboterbauer Kuka.

Als absehbar war, dass der zähe Kampf des Vorstands aussichtslos wurde, zogen die Kapitalvertreter in Kukas Aufsichtsrat die richtige Konsequenz: Sie demonstrierten ihren Protest gegen diese Missachtung jeglicher Regeln für ordnungsgemäße Unternehmensführung durch geschlossenen Rücktritt. Dies sollten auch die MAN-Aufsichtsräte am 11. Dezember tun. Oder noch besser: Piëch vom Aufsichtsratsvorsitz abwählen….

VW, Porsche und Audi Top, BMW weiter in der Absatzflaute

Heute dreht sich mal wieder alles um die Auto Absatzzahlen in den USA, die zugegebener Maßen etwas besser ausgefallen sein dürften als dies der Markt erwartet hatte. Allen voran konnten VW und Porsche glänzen. Mit einem Absatzplus von 13,7% bzw. 18% langen die beiden deutschen Autobauer damit ganz vorne. Auf Jahresbasis wurden also im November bei VW 16250 und bei Porsche immer noch 1.626 Autos verkauft. Die genannten Zahlen sind auf den ersten Blick recht ordentlich, allerdings sollte man nicht vergessen das das Niveau der Vergleichsdaten aus dem Vorjahr auch so ziemlich den Tiefpunkt der Automobilbranche widerspiegelt.

Dennoch sind die Signale für eine Trendwende auf dem US-Automarkt klar erkennbar bzw. haben sich im November verstärkt. Zu den Gewinnern zählten auch die asiatischen Hersteller und Daimler. Daimler verbuchte ein Verkaufsplus von gut neun Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahresmonat. Der Erfolg war allein auf die Kernmarke Mercedes-Benz zurückzuführen. Dagegen verloren die US-Hersteller weiter Marktanteile. Auch BMW musste erneut einen Rückschlag einstecken. Dagegen verbuchten die Audi AG ebenfalls einen besseren Absatz als vor einem Jahr. Während sich bei VW die Vorstände begeistert über die Zahlen zeigten dürfte bei BMW der Katzenjammer weiter gehen. Anscheinend vermitteln die Bayern nicht mehr genug „Freude am Fahren“

Besonders das Kleinwagensegment und der Mini brachen bei den Verkaufszahlen von BMW deutlich ein, ebenso wie auch der SMART. Der Trend zum Kleinwagen scheint also noch nicht ganz in den Köpfen der Verbraucher angekommen zu sein. Im Falle Mini mag das aber auch daran liegen das der Wagen soviel Benzin wie eine Mittelklasse Limousine verbraucht. Die Mini-Absätze brachen um fast 44 Prozent auf nur noch 2564 Fahrzeuge ein. Damit liegt der Absatz in den ersten elf Monaten 2009 auf dem für die Münchner wichtigen US-Markt um 22,5 Prozent unter dem Vorjahr. BMW trifft die Krise damit von den Autobauern nach wie vor am härtesten. Wie die Zahlen im kommenden Jahr aussehen werden wenn der Einmaleffekt der Abwrackprämie verpufft ist darf also gespannt abgewartet werden.

Hier noch einmal die zahlen im Einzelnen: VOLKSWAGEN 16.250 14.295 +13,7% AUDI 6.810 6.788 +0,3% DAIMLER -davon Marke Mercedes-Benz 16.797 14.102 +19,1% -davon Marke smart 649 1.889 -65,6% PORSCHE 1.626 n.V. +18% BMW 18.272 19.762 -7,5% davon Marke Mini 2.564 4.545 -44% FORD* 118.536 118.118 -0,2% – Pkw 42.479 37.272 +14% – Nfz 76.057 81.546 -6,7% CHRYSLER 63.560 85.260 -25% – Pkw 14.432 20.475 -30% – Nfz 49.128 64.785 -24% TOYOTA 133.700 130.307 n. v. davon Marke Lexus 18.500 16.223 n. v. GENERAL MOTORS 151.427 154.877 -2,2% – Pkw 58.036 58.786 -1,3% – Nfz 93.391 96.091 -2,8% HONDA 74.003 76.233 n. v. – Pkw 39.765 45.225 n. v. – Nfz 34.238 31.008 n. v.

EON Ruhrgas leidet unter Gazprom-Knebelvertrag

Der Konflikt zwischen E.on Ruhrgas und dem russischen Staatskonzern Gazprom um eine Aufweichung der langfristigen Lieferverträge spitzt sich weiter zu. Während E.on darauf dringt, kein Gas abnehmen zu müssen, das wegen der aktuellen Wirtschaftskrise und einer Überversorgung der Märkte in Europa nur schwer weiterverkauft werden kann, will Gazprom den Deutschen nach Informationen der Tageszeitung DIE WELT grundsätzlich keine neuen Verträge zugestehen. „Gazprom besteht darauf, dass die Verträge erfüllt werden“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Die langfristigen Lieferabkommen mit Gazprom bereiten E.on Ruhrgas derzeit große Sorgen. Auf den europäischen Handelsmärkten sorgt ein Gas-Überangebot für fallende Tarife. An den Spotmärkten hat sich der Gaspreis sogar von den Ölpreisen abgekoppelt. Die Tarife für Schweröl ziehen wieder an, während die Gaspreise niedrig bleiben. Alleine gestern verzeichnete der Henry Hub Natural Gas Index ein Minus von fast sieben Prozent.

Für E.on Ruhrgas ist dieser Umstand verheerend, denn die langfristigen Lieferverträge sind meist an Ölpreise gebunden. Das bedeutet: Trotz niedriger Gaspreise müssen wegen der anziehenden Ölpreise höhere Summen an Gazprom überwiesen werden. Sinken wie nun die Börsenkurse unter die Importpreise aus Russland, kaufen unabhängige Versorger ihr Gas zum Weitervertrieb an Stadtwerke und Industriekunden nicht mehr bei E.on Ruhrgas, sondern über die Spotmärkte. Um im Wettbewerb mithalten zu können, ist E.on Ruhrgas gezwungen, entweder überschüssiges russisches Gas unter den Einkaufspreisen über die Börsen zu verkaufen oder aber Kunden zu verlieren.

Je billiger das Gas über die Börsen gehandelt wird, umso mehr Russen-Gas muss E.on über die Spotmärkte verkaufen, weil es ansonsten unverkäuflich wird. Der Kurs an den Börsen wird gedrückt. Es gibt nur eine Alternative: Wenn E.on Ruhrgas die Gasimporte aus Russland reduziert, kann der Teufelskreis durchbrochen werden. Doch aufgrund einer vertraglich garantierten Mindestabnahmemenge muss E.on selbst in diesem Fall das Gas aus Russland weiter bezahlen, ohne auch nur ein Molekül einzuführen. Mittlerweile ist die Rede von einer Menge von über zwei Mrd. Kubikmeter Gas, die so bezahlt wurde, aber nicht in den Westen floss. Die Mindereinnahmen liegen den Angaben zufolge in einem hohen dreistelligen Millionen-Euro Bereich.

Wie aus dem E.on-Aufsichtsrat zu hören ist, wird damit gerechnet, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern bei E.on Ruhrgas in diesem Jahr vor allem aufgrund der nicht auskömmlichen Gasverträge um über 30 Prozent einbricht. „Wir sehen kaum Besserung. Die Lage ist ernst“, sagte ein Aufsichtsrat der WELT. Aus dem einstigen Wunderkind Ruhrgas wurde ein Sorgenbringer. Das Unternehmen selbst wollte sich nicht zu den Vorgängen äußern.

Es riecht nach Jahresendrally…

Das was in den letzten Tagen wohl die wenigsten Anleger noch im Fokus hatten könnte heute beginnen. Die Jahresendrally! Der gestrige US Handel präsentierte sich erstaunlich stark und ignorierte die Dubai Krise nahezu völlig. Dies wiederum hatte dann zur Folge das auch die asiatischen Indizes und die europäischen Börsen weiter zulegen können. Gestützt von guten Konjunkturdaten vom deutschen Arbeitsmarkt liegt der Dax aktuell mit 1,75% vorne und hat somit auch die wichtige Marke von 5.650 Punkten wieder deutlich übersprungen. Ebenso stark präsentieren sich die US Indizes vorbörslich. Der S&P Future ist wieder locker über die so wichtige Marke von 1.100 Punkten geklettert und liegt mit 0,9% im Plus.

Mehrere Nachrichten haben die Stimmung heute an den Börsen wieder deutlich aufgehellt und es besteht somit unserer Meinung nach doch wieder berechtigte Hoffnung auf eine Jahresendrally. Diese fängt zwar traditionell erst meistens um den 11. Dezember an und geht dann bis ca. 05. Januar aber in diesem Jahr war bislang alles anders als erwartet, da spielen ein paar Tage hin oder her keine große Rolle. Trotz Wirtschaftskrise ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im November erneut leicht zurückgegangen. Im Vergleich zum Vormonat gab es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit saisonbereinigt 7000 weniger Joblose. Unbereinigt waren 3,215 Millionen Menschen arbeitslos registriert. Das waren 13.000 weniger als im Oktober. Allerdings fiel die Herbstbelebung damit schwächer aus als in den Vorjahren.

Bilfinger Berger – Rückzug aus Katar?

Als eines der ersten deutschen Unternehmen will nun Bilfinger Berger die Geschäftsaktivitäten in der Golfregion einstellen. Man prüfe den geordeneten Rückzug und zieht damit erste Konsequenzen aus der Kreditklemme Dubais. Als eigentlichen Grund gab das Unternehmen jedoch den Streit mit der Baubehörde Ashgal über den Bau der Autobahn Doha Expressway an. „Die schlechten Erfahrungen mit dem Projekt Doha veranlassen uns, über unser Engagement in der Golfregion nachzudenken“, sagte Bilfinger-Berger-Chef Herbert Bodner der „Financial Times Deutschland“. Bilfinger streitet mit Katar darüber, wer die Kosten dafür tragen soll, dass der Bau des Straßenstücks doppelt so lange dauern wird als ursprünglich geplant.

Wenn auch dieser Streit seit längerem die Gemüter erregt waren die Aussichten auf ein zahlungskräftiges Klientel aus den arabischen Regionen immer sehr attraktiv. Die jüngsten Verwerfungen am arabischen Kapitalmarkt hingegen dürften aber die bei Bilfinger Berger Überlegungen in Gang gesetzt, sich aus der Golfregion zurück zu ziehen. Was bringt einem ein Kunde wenn man nicht weiß ob er die Rechnung auch bezahlen kann? Dieser Rückzug Bilfingers wäre sicherlich ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens und dürfte sich ebenfalls negativ auf den Umsatz und den Gewinn in den kommenden Monaten auswirken.

Ein solcher Bruch mit dem jetzigen Auftraggeber dürfte aber auch ebenfalls zu Folge haben das es in der Zukunft für Bilfinger deutlich schwerere werden wird wieder Aufträge aus der Golfregion an Land zu ziehen. Die arabische Mentalität lässt solche „Mätzchen“ eigentlich nicht zu. Sollte also der Bauboom in dieser Region nach Beendigung der Krise wieder neu starten dann wohl ohne Bilfinger Berger. Somit dürfte die Führungsebene des Konzerns vor einer definitiven Entscheidung wohl noch sämtliche Optionen prüfen. Unterdessen verhandelt der in Geldnöte geratene Staatsfonds Dubai World mit Banken über die Umschuldung von 26 Milliarden Dollar …

Was ist los bei MAN?

MAN steht nun mitten in der Flaute am Lastwagenmarkt ohne seine wichtigsten Führungskräfte da. MAN Nutzfahrzeug-Chef Anton Weinmann verlässt nun auch überraschend den Konzern Weinmann ist damit der dritte Vorstand der innerhalb einer Woche seinen Posten räumt. Weinmann lege seine Ämter „auf eigenen Wunsch“ und mit sofortiger Wirkung nieder, teilte die MAN SE am Montag in München mit. „Für mich steht das Wohl des Unternehmens im Vordergrund. Daher bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass ich einen personellen Neuanfang der MAN mittragen werde“, erklärte der Manager, der dem Unternehmen mehr als 28 Jahre lang angehörte. Das klingt zwar gut, aber ganz so freiwillig werden diese Entscheidungen wohl doch nicht getroffen worden sein.

Zuvor hatte auch MAN-Chef Hakan Samuelsson seinen Posten geräumt und damit die Verantwortung für die Schmiergeld-Affäre übernommen, die den Konzern seit Mai erschüttert. Zudem kündigte Finanzvorstand Karlheinz Hornung seinen Rücktritt an. Auch Weinmanns Abgang hatte sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet. Medienberichten zufolge wurden ihm und Hornung Versäumnisse bei der Aufarbeitung des Skandals angelastet. Zugleich war aber spekuliert worden, dass der mächtige Volkswagen – und MAN-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die Affäre für einen personellen Neuanfang nutzt. Er will die LKW-Allianz zwischen Volkswagen, MAN und dem schwedischen LKW-Bauer Scania vorantreiben. Volkswagen ist größter MAN-Aktionär und hält mehr als 70 Prozent der Stimmrechte bei Scania.

Für Samuelsson war kommissarisch der Chef der Dieselmotoren-Sparte, Georg Pachta-Reyhofen, eingesprungen. Die Spekulationen um die Konsequenzen aus dem Korruptionsskandal dauern derweil an. Im Extremfall könnte die Affäre das Unternehmen bis zu 300 Mill. Euro kosten, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Das Unternehmen solle einen Bußgeldbescheid erhalten und Steuern nachzahlen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler habe das Unternehmen von 2001 bis 2007 in mehr als 20 Ländern Regierungen und Geschäftspartner bestochen, um Großaufträge vor allem für Busse, aber auch für Lastwagen zu erhalten.

Volkswagen-Patriarch Piëch setzt so seinen Durchmarsch bei dem 250 Jahre alten Münchner Traditionskonzern ungebremst fort und nutzt die Situation gezielt für seine Zwecke. Obwohl die alte Führung MAN über Jahre mit großem Erfolg umgebaut hat, muss sie nun gehen – damit Piëch für seine Lkw-Pläne freie Bahn hat. Der Chefaufseher von MAN (seit Mai 2007) und Volkswagen strebt eine Fusion von MAN mit der VW-Lkw-Tochter Scania an, obwohl diese Pläne kürzlich von VW dementiert worden sind.

Ferdinand Piech schafft es bei MAN als Großaktionär, mit nur 29 Prozent der Aktien die Führung an sich zu reißen. Damit verstößt Piëch gegen jegliche Regeln guter Unternehmensführung. „Das ist hanebüchen. Piëch missbraucht seine Position, um seinen Interessenkonflikt geradezu auszuleben“, sagte Manuel Theisen, Professor an der Münchner LMU, der FTD. Als MAN-Aufsichtsratschef sei Piëch nur dem Wohle von MAN verpflichtet, verfolge aber erkennbar seine Interessen als VW-Aufseher und -Aktionär. „Der richtet mit seinen 72 Jahren große Teile der deutschen Autoindustrie allein auf seine Person aus, als wenn es kein Morgen gäbe“, so Theisen.

UBS Chef Grübel will ins Ausland

UBS-Chef Oswald Grübel wehrt sich gegen die Idee, die Grossbank als Holding mit Ländergesellschaften zu organisieren. Sollte die Schweiz den Grossbanken eine Holdingstruktur vorschreiben, wäre laut UBS-CEO Oswald Grübel eine Sitzverlagerung ins Ausland logisch. Dies berichtet die Zeitung „Sonntag“. Am vergangenen Donnerstag habe Oswald Grübel in einer Rede vor dem Zürcher Business Club damit gedroht, „dass die Grossbanken ihren Sitz aus der Schweiz verlegen würden, wenn sie von den Aufsichtsbehörden gezwungen würden, sich als Holding zu organisieren“, so das Blatt.

Zweck einer solchen Organisation wäre es, die Grossbanken, namentlich die UBS, in Ländergesellschaften aufzuteilen und für die Steuerung eine zentrale Holding zu schaffen. Damit könnte man im Notfall das Schweizer Geschäft allein retten und die ausländischen Tochtergesellschaften Konkurs gehen lassen. Das war letztes Jahr nicht möglich, als der Bund 6,8 Mrd CHF einschiessen und die Nationalbank 60 Mrd CHF garantieren musste.

Laut „Sonntag“ sagte Grübel, dass es in einem solchem Fall in der Logik der Sache liegen würde, die Holding der Grossbanken im Ausland anzusiedeln. Der UBS-Chef erinnerte daran, dass die Grossbanken eine sehr wichtige Funktion für die hiesige Wirtschaft hätten, denn nur sie könnten Grosskredite von mehreren hundert Millionen stemmen. Die UBS wollte Grübels Aussagen nicht weiter kommentieren. Zumindest aber sollte man die vollmundigen Aussagen von Herrn Grübel in den letzten Tagen in Frage stellen. Ob die UBS in der Situation ist Forderungen zu stellen? Für die zweite Schweizer Großbank die Credit Suisse stellt diese Neuregelung offensichtlich kein Problem dar….

VW und Porsche wirklich schon reif für eine Erholung?

Wohin geht die Reise in dieser Handelswoche bei Porsche und VW? In der vergangenen Woche sind alle drei Aktien, sprich die VW Stämme, die Vorzüge und Porsche Vorzüge ordentlich unter die Räder gekommen. Aufkeimende Hoffnungen das sich die Investitionsnot Dubais nur kurz auf die Aktienmärkte auswirken werden haben sofort wieder für einen Erholung der Aktienkurse gesorgt. Gerade bei den deutschen Autobauern werden aber fundamentale Daten von den Anlegern ausgeblendet. Weder ein Milliardenverlust bei Porsche noch eine Kapitalerhöhung bei VW wurden ordentlich in die Kurse eingepreist. Dazu kommen jetzt noch Unsicherheiten über die Liquidität des Großaktionärs Katar. Vieles wird auch für den VW und Porsche Kurs von dem heutigen Handeslverlauf der US Börsen abhängen sowie dem morgigen Verlauf an den Börsen in Dubai und Abu Dhabi.

Inzwischen haben sich auch die guten Vorgaben aus Asien wieder etwas relativiert, wo sich anfangs gerade Bankenwerte und Automobiltitel stark präsentiert haben. Sowohl die US Futures als auch die Indizes in Asien und Europa zeigen inzwischen aber erste Anzeichen dafür das der Realitätsverlust vieler Anleger nun langsam wieder abebben sollte. Die Euphorie seit Freitag in einzelnen Titeln war schon erstaunlich und obwohl niemand die Lage in den arabischen Staaten derzeit so genau einzuschätzen weiß, und schon gar nicht absehbar ist welche Auswirkungen dies auf Firmen mit nennenswerten Beteiligungen aus Dubai oder Abu Dhabi haben wird, wird wieder gekauft was das Zeug hält. Kurzfristig ist dies sicherlich eine lohnenswerte Strategie, da es schon immer sinnvoll war die Panik zu kaufen, mittelfristig kann das Ergebnis solcher Spekulationen aber schon wieder ganz anders aussehen..

Dubais und Abu Dhabis Börsen stürzen ab

Feiertags bedingt können die Anleger in Dubai erst heute auf die neuesten Nachrichten der Kreditklemme Dubais reagieren – und das tun sie! Um über 7 Prozent stürzt die Börse in Dubai heute ab. Die Aktien des Staatskonzerns Dubai World gaben um satte 15% nach. Auch wenn ein paar Fachleute heute in Europa schon wieder steigende Kurse prognostizieren ist also äusserste Vorsicht geboten. Auch in den USA wird erst heute, ebenfalls -feiertags bedingt wieder richtig gehandelt. Für meinen Geschmack ist hier gerade etwas zu viel gute Laune im Markt.

Die Börse in Dubai hat am ersten Handelstag nach der Bitte um Zahlungsaufschub für die beiden Staatskonzerne Dubai World und Nakheel kräftige Verluste erlitten. Der Leitindex am Handelsplatz im benachbarten Abu Dhabi verlor acht Prozent. Die Aktien der National Bank of Abu Dhabi büßten 9,7 Prozent ein. Das Institut hatte zuvor eine Belastung von 345 Millionen Dollar bei Dubai World bekannt gegeben. Die Börsen in beiden Emiraten waren wegen einer Feiertagspause bis Montag geschlossen.

Dubai hatte vorige Woche unter anderem die Gläubiger von Dubai World – dem staatseigenen Firmenkonglomerat, das unter anderem auch die Insel in Palmenform gebaut hat – um Aufschub gebeten. Der Konzern hat fast 60 Milliarden Dollar Schulden, das entspricht drei Viertel der Verbindlichkeiten des Landes.

Die Handelsplätze in Asien legten hingegen kräftig zu. Hier linderte ein Hilfsangebot der Vereinigten Arabischen Emirate an die Banken der Region Sorgen vor weltweiten Auswirkungen der Dubai-Krise. Zudem will Abu Dhabi dem Nachbar-Emirat „selektiv“ unter die Arme greifen. Nach den massiven Abschlägen in der vergangenen Woche starten die asiatischen Börsen stark in die neue Woche. Der japanische Nikkei legt um 3,05% zu, Hongkongs Hang Seng Index steigt 3,3%, H-Shares 4,25%, Chinas CSI 300 2,8%, Taiwan 1,2%, Koreas Kospi 2,5% und Indien 1,7%. Man darf also gespannt sein was heute Nachmittag zur US Börseneröffnung noch passieren wird. Besonders die Aktien von Daimler, VW und Porsche dürften heute wieder im Fokus der Anleger stehen.

Termine der Woche

Es dürfte mal wieder eine spannende Woche an den Börsen werden. Die Dubai Krise ist unserer Meinung nach noch nicht „abgefrühstückt“ um es mal salopp auszudrücken. Bedingt durch den Feiertag am Donnerstag in den USA und den darauf folgenden halben Handelstag fand an den letzten beiden Börsentagen der vergangenen Woche eigentlich kein wirklicher Handel statt. Die wahre Reaktion der Börsen auf die Ereignisse in Dubai sollten wir also erst am Montag Nachmittag zu US Börseneröffnung erleben. Ausserdem stehen in der kommenden Woche wieder ein paar sehr interessante Termine von der Konjunkturfront auf dem Kalender.

So werden zum Beispiel am Dienstag die November-Verkäufe am US-Automarkt veröffentlicht. Beim letzten Update übertrafen diese Zahlen mit 7,9 Mio. Fahrzeugen sowohl das Vormonatsniveau (6,7 Mio.) wie auch die Erwartungen des Marktes. Damit lag man zwar unter den Zahlen von Juli und August, die in hohem Maße von der US-Abwrackprämie „cash for clunker“ profitierten, eine Bodenbildung konnte man dem US-Automarkt dennoch attestieren.

Für die Stimmung unter den Investoren dürfte allerdings ein anderes Event von entscheidender Bedeutung sein: der Einkaufsmanagerindex ISM Auch dieser fiel beim vorherigen Oktober-Update besser als erwartet aus und übertraf mit 55,7 Zählern das Niveau des Vormonats (52,6 Punkte) wie auch die im Rahmen einer Bloomberg-Umfrage ermittelte optimistischste Einzelprognose (54,0 Punkte). Werte über 50 werden bekanntlich als wirtschaftliche Wachstumsphase interpretiert.

Ab Mittwoch dürfte sich das Interesse der Anleger auf ein ganz anderes Thema konzentrieren, die Malaise des US-Arbeitsmarktes. Er bremst die weltberühmte Konsumlust der Amerikaner in diesem Jahr sehr stark. Doch der Zwang zum Sparen macht sich nicht nur bei den Arbeitslosen bemerkbar, sondern auch bei denen, die ihren Job noch nicht verloren haben. So veröffentlicht die Automatic Data Processing am Mittwoch den ADP National Employment Report (14.15 Uhr MEZ), dem Daten von rund 23 Mio. Beschäftigten aus 19 Branchen zugrunde liegen.

Am Donnerstag folgen dann wie gewohnt die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe (14.30 Uhr MEZ). Sie fielen in der abgelaufenen Börsenwoche mit 466.000 Anträgen deutlich besser als erwartet (495.000) aus. Doch am Freitag stehen dann die offiziellen Regierungszahlen für den Arbeitsmarkt im November zur Veröffentlichung an. Die aktuelle Oktober-Arbeitslosenrate in Höhe von 10,2 Prozent entsprach dem höchsten Niveau seit April 1983. Ein Rutsch in den einstelligen Bereich könnte wahrscheinlich nicht nur die Stimmung der US-Konsumenten, sondern auch die der Börsianer spürbar verbessern. Bleibt zu hoffen, dass es sich nicht als unerfüllbarer Weihnachtswunsch herausstellt.

Alles rund ums Auto…jetzt handeln!

Saisonal bedingt gibt es mal wieder etwas Handlungsbedarf rund um das Thema Auto. Zum einen ist es für Bundesbürger Pflicht geworden ab dem 15. Oktober eines Jahres den PKW mit Winterreifen auszustatten. Im Falle eines Unfalles würde man ansonsten, sprich ohne Winterreifen eine Teilschuld riskieren, auch wenn der andere Verkehrsteilnehmer eigentlich schuld gewesen ist. Seit Jahren bestelle ich meine Autoreifen nur noch online. Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Top Markenreifen bekommt man hier oftmals um einiges günstiger als im Fachhandel. Die Montage ist dann eher nur noch der kleinere Teil und kann in fast jeder Fachwerkstatt durchgeführt werden.

Aber auch für den Kauf eines neuen Autos ist jetzt meist eine günstige Zeit. Je nachdem was man sucht, so beginnen die Preise für Cabrios gerade wieder zu fallen oder der Verhandlungswille der Autoverkäufer deutlich zu steigen. Finanzierungen sollte man aber immer durch einen unabhängigen Vermittler wie bspw. Carcredit oder Easycredit nochmal prüfen und ggf. fremd finanzieren. Gute Hausbanken für deutsche Automobile, natürlich bevorzugt die aus dem jeweiligen eigenem Hause, sind unter anderem die Mercedes Benz Bank und die Volkswagenbank.

Ein weiterer und wesentlicher Punkt beim Thema Kfz ist das regelmäßige Überprüfen des jeweiligen Kfz-Versicherungs Tarifes. Trotz eigentlich einheitlicher Standards gibt es immer noch deutliche Unterschiede bei Versicherungsleistung und vor allem den Monats- oder Jahresbeiträgen. Hier können von Fall zu Fall locker einige hundert Euro pro Jahr gespart werden. Ein Wechsel bzw. eine Überprüfung der aktuellen Konditionen lohnt sich also immer und sollte auch regelmäßig mal gemacht werden. Die Firma Directline hat sich hier für eine jährliche kurze Überprüfung für mich bewährt. Alternativ bietet auch Toptarif eine gute Übersicht und Preisvergleich der aktuellen Tarife aller Versicherungsgesellschaften.

Es ist also eine gute Zeit mal wieder richtig Geld zu sparen. Auch das gehört sicherlich zu einem langfristigen Vermögensaufbau, und nachdem ja sowieso alles immer teurer wird muss man sich dieser Eigenverantwortung wohl auch stellen und so seinen Beitrag leisten um den freien Wettbewerb zu fördern. Also probieren Sie es aus! Ich bin mir sicher das sind ein paar Euro für jeden von Ihnen jährlich drin.

Top