Bilfinger Berger – Rückzug aus Katar?

Als eines der ersten deutschen Unternehmen will nun Bilfinger Berger die Geschäftsaktivitäten in der Golfregion einstellen. Man prüfe den geordeneten Rückzug und zieht damit erste Konsequenzen aus der Kreditklemme Dubais. Als eigentlichen Grund gab das Unternehmen jedoch den Streit mit der Baubehörde Ashgal über den Bau der Autobahn Doha Expressway an. „Die schlechten Erfahrungen mit dem Projekt Doha veranlassen uns, über unser Engagement in der Golfregion nachzudenken“, sagte Bilfinger-Berger-Chef Herbert Bodner der „Financial Times Deutschland“. Bilfinger streitet mit Katar darüber, wer die Kosten dafür tragen soll, dass der Bau des Straßenstücks doppelt so lange dauern wird als ursprünglich geplant.

Wenn auch dieser Streit seit längerem die Gemüter erregt waren die Aussichten auf ein zahlungskräftiges Klientel aus den arabischen Regionen immer sehr attraktiv. Die jüngsten Verwerfungen am arabischen Kapitalmarkt hingegen dürften aber die bei Bilfinger Berger Überlegungen in Gang gesetzt, sich aus der Golfregion zurück zu ziehen. Was bringt einem ein Kunde wenn man nicht weiß ob er die Rechnung auch bezahlen kann? Dieser Rückzug Bilfingers wäre sicherlich ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens und dürfte sich ebenfalls negativ auf den Umsatz und den Gewinn in den kommenden Monaten auswirken.

Ein solcher Bruch mit dem jetzigen Auftraggeber dürfte aber auch ebenfalls zu Folge haben das es in der Zukunft für Bilfinger deutlich schwerere werden wird wieder Aufträge aus der Golfregion an Land zu ziehen. Die arabische Mentalität lässt solche „Mätzchen“ eigentlich nicht zu. Sollte also der Bauboom in dieser Region nach Beendigung der Krise wieder neu starten dann wohl ohne Bilfinger Berger. Somit dürfte die Führungsebene des Konzerns vor einer definitiven Entscheidung wohl noch sämtliche Optionen prüfen. Unterdessen verhandelt der in Geldnöte geratene Staatsfonds Dubai World mit Banken über die Umschuldung von 26 Milliarden Dollar …

Kommentar verfassen

Top