Hochtief sagt Börsengang von Concessions überraschend ab

Im Fokus am deutschen Markt dürfte insbesondere der überraschend und sehr kurzfristig abgesagte Börsengang der Hochtief-Tochter Concessions stehen. Die Aktie von Hochtief gab vorbörslich beim Handelshaus Lang & Schwarz bereits rund vier Prozent nach. Der größte Börsengang in Deutschland seit zwei Jahren wurde am Vorabend kurzfristig von dem Essener Baukonzern abgesagt. Die Pläne sollen zunächst auch nicht weiter verfolgt werden. Ein Händler urteilte: „Hochtief dürfte realisiert haben, dass die Bewertung für die Infrastrukturtochter zu ambitioniert war. Bereits in den vergangenen Tagen machten Meldungen die Runde, dass das Interesse an den Aktien von Hochtief-Concessions eher dürftig ist. Marktteilnehmer vermuteten zunächst, Hochtief könnte die Preisspanne für die Aktien senken. Doch von Seiten des MDAX-Konzerns hieß es sofort, dies komme auf keinen Fall in Frage.

Die Investoren waren nicht gewillt, den geforderten Preis für das Unternehmen Concessions zu zahlen, das nur Minderheitsanteile in Infrastrukturprojekten hält.“ Er geht zudem davon aus, dass auch die Aktien von Bilfinger Berger unter der Nachricht leiden dürften, da dieser Baukonzern Anfang 2010 ein IPO seiner australischen Tochter Bilfinger Berger Australia in Aussicht gestellt habe. Die Unsicherheiten um die Zahlungsnot in Dubai dürften dann aber letztendlich zu dem abgesagten Börsengang geführt haben. Investoren waren unsicher, ob ein Investment in ein Infrastruktur-Unternehmen wie Hochtief Concessions nun wirklich angebracht ist. Außerdem hatten Börsianer moniert, dass der Wert und die Perspektiven der Beteiligungen von Hochtief Concessions schwer einzuschätzen seien.

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