Author Archives: Lars

Lesen Sie „The Huffington Post“

Immer wieder werden wir gefragt wo man sich am besten auf US Seiten über die Geschehnisse jenseits des Atlantik informieren kann..Besonders nachdem die großen US Zeitungsverlage gerade planen auch ihre Online Inhalte in Kürze nur noch gegen Bezahlung zugänglich zu machen dürfte dies in naher Zukunft immer schwieriger werden. Unser Favorit ist „The Huffington Post“ ,eine reine Internetzeitung, die anders als die meisten Onlinemedien, nicht politisch geprägt ist. Hunderte von sehr engagierten Journalisten schreiben hier über alle aktuellen Themen und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund.

So kann man hier unter anderem über die Aufforderung einiger namhafter Journalisten lesen, die Spareinlagen und sonstige angelegte Gelder schnellstmöglich von den sechs Großbanken Morgan Stanley, JP Morgen, Citigroup, Bank of America, abzuziehen und bei kleineren Banken zu parken um der Willkür der US Investmenthäuser Einhalt zu gebieten. Es hat sich nichts geändert, und es werden wohl genau diese Großbanken sein die die Welt irgendwann in ein noch viel größeres Chaos stürzen werden. Die einzige Möglichkeit die Sie als Anleger haben um dem entgegen zu wirken dürfte eben genau diese Maßnahme sein, um zu verhindern das es bald keine kleineren Banken in den USA mehr geben wird und man künftig somit noch mehr diesen Banken ausgeliefert ist.

Ebenfalls extrem Interessant dürfte die aktuelle politische Situation in den USA von Börsianern gesehen werden, nur erfährt man über die „normalen“ Medien relativ wenig über die wahren Hintergründe, oder bekommt meistens ein politisch vorgefärbtes Bild vermittelt. Natürlich gibt es hier nicht nur politisches zu lesen sondern Artikel aus allen Bereichen, die Sie auch sonst in einer ausgewogenen Zeitung finden können. Ja, auch den neuesten Klatsch und Tratsch aus Hollywood! 🙂 Unsere Empfehlung ist daher: Lesen Sie die Huffington Post!

No we can´t… Obamaland ist abgebrannt…

Seltsame Dinge gehen vor jenseits und diesseits des Atlantiks! Barack Obama steht mehr denn je in der Kritik und das Ansehen des amtierenden US Präsidenten scheint stark angekratzt. Auch seine Hilfsmaßnahmen in Haiti können nicht darüber hinweg täuschen das die Probleme im eigenen Land so extrem groß sind und die Hindernisse in den eigenen Reihen dem charismatischen US Präsidenten allmählich über den Kopf wachsen könnten. Er wird von Parteikollegen inzwischen genau so kritisiert wie von den Republikanern, die Bezahlbarkeit seiner Pläne zur Gesundheitsreform und die mangelnde Durchsetzungsfähigkeit bei den Banken, den Verursachern der Krise, dürften Obama nun auf eine weitere harte Probe stellen. Die immer noch steigende Arbeitslosigkeit in der Wirtschaftsnation Nummer Eins sorgt ebenso für weiteren Unmut wie die faktische Pleite des Bundesstaates Kalifornien in dem inzwischen Wertmarken zur Bezahlung von Gütern ausgegeben werden müssen. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt lautet das Fazit also eher: No we can`t!

Etwas ungerecht mag das schon erscheinen, nachdem Obama von seinem Vorgänger George W. Bush unter Beihilfe von Alan Greenspan den Karren so tief in den Dreck gefahren haben, dass die Behebung dieser Probleme als schier unlösbar angesehen werden musste. Dennoch haben die Amerikaner all ihre Hoffnungen in diesen neuen Präsidenten gesetzt, wurden aber bisher enttäuscht. Aber auch ein Barack Obama kann nicht zaubern, das sollte allen Beteiligten inzwischen klar geworden sein. Auch wenn sich die Republikaner nun gerne auf die Fahne schreiben wollen, dass unter ihrer Führung wohl alles anders gelaufen wäre. Und da haben sie wohl auch recht, ich bin mir sicher das es noch viel schlimmer gekommen wäre, wäre Obama nicht auf der Bühne erscheinen..

Doch noch einmal zurück zu Kalifornien…Staatspleite! Für die meisten Menschen klingt das nach dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Ein zahlungsunfähiger Staat hat kein Geld mehr für Feuerwehrleute und Polizisten, Lehrer und Krankenschwestern. Es fließt kein Strom, um Straßenbahnen anzutreiben. Nachts bleiben die Straßenlaternen aus. Wer an Staatspleiten denkt, der denkt an die Bilder der Weltwirtschaftskrise Ende der zwanziger Jahre: an lange Schlangen vor öffentlichen Gebäuden, Banken und Geschäften. An Unruhen auf den Straßen. Dann fallen einem womöglich die Bilder der jüngsten Krawalle in Griechenland ein. Und auf einmal ist das Unvorstellbare real. Auch unsere direkten Nachbarn Spanien und Italien könnten ebenso betroffen sein wie Portugal, und so wird klar das das Thema nicht nur ganz weit weg existiert sondern direkt vor unserer Haustür.

Eine Staatspleite bleibt selten nur eine Angelegenheit, die auf den jeweiligen Staat begrenzt ist. Sie trifft auch die Partnerländer, Deutschland zum Beispiel. Sie könnte das Ende des Euro bedeuten, ein Währungschaos in Europa anrichten und die politische Stabilität des Kontinents gefährden. Menschen könnten zu abertausende auf die Straßen gehen, protestieren und randalieren, vielleicht sogar plündern. Griechenland hat gezeigt das hier nur ein Funke fehlt der dann das Pulverfass Europa zum explodieren bringen kann. Ebenso ist die Situation in den USA, fällt Kalifornien fallen auch noch weitere Bundesstaaten…

Droht bei Infineon nun der Absturz?

Der Aktie des Münchener Halbleiterkonzerns Infineon droht der Absturz schreibt der Aktionär. Nachdem der übergeordnete Aufwärtstrend nach unten hin aufgelöst wurde, spitzt sich die Lage zu Beginn der neuen Woche zu. Die neu entstanden Flaggenformation könnte nun eine Trendumkehr bedeuten. Dabei steht es um den Titel fundamental so gut wie lange nicht mehr..Unserer Ansicht nach ist die Aktie des Halbleiterherstellers vom Absturz relativ weit entfernt. Erst bei Kursen unter 3,80 Euro dürften die derzeitigen Aktionäre wieder nervös werden. Grundsätzlich sollte jetzt wieder die Zeit der Technologiewerte kommen und diese zu den Gewinnern des Jahres 2010 zählen, wenn der Gesamtmarkt mitspielt.

Allerdings halten auch wir Infineon für einen der schwächsten Vertreter der Zunft und würden generell eher in andere Marktführer investieren. Anleger sollten also grundsätzlich darüber nachdenken ob sie nicht nach dem starken Kursanstieg Gewinne realisieren sollten.. Setzt der Titel allerdings nach erfolgtem Test des übergeordneten Aufwärtstrends, was spätestens bei 3,68 der Fall sein sollte, die Bewegung fort, gilt dies als trendbestätigend und weitere Gewinne bis ca 4,60 sind zunächst möglich.. Andernfalls kann eine Flagge im Chart, wie sie gerade ausgebildet wurde auch eine Trendumkehr zur Folge haben. Gibt der Kurs weiter nach sollten Anleger sehr vorsichtig werden. Unter der Unterstützung bei 3,68 droht dann tatsächlich der Absturz..

IBM, Google, General Electric und Goldman Sachs

Die Berichtsaison kommt langsam richtig in Schwung, nur die Aktienkurse nicht mehr. Wie bereits in unserer Jahresprognose für 2010 angekündigt würde uns auch ein etwas deutlicherer Rücksetzer noch im Januar nicht weiter verwundern. Auch wenn sich damit nichts an der grundsätzlichen Situation geändert hat – Geld bleibt billig und mangels echter Alternativen wird auch ein Großteil dieses geldes seinen Weg in die internationalen Aktienmärkte finden. Es dürfte also mittelfristig noch weiter rauf gehen. Kurzfristig sind die Risken eines Rückschlages aber durchaus da. nach dem eher schlechten Auftakt von Alcoa haben JP Morgan und Intel wirklich beeindruckende Zahlen geliefert. Doch von Euphorie keine Spur – ganz im Gegenteil. Momentan scheint eher „Sell on good news“ die Devise an der Wallstreet zu sein.

Zwar konnten sich die US Indizes dann bis zum Handelsschluss wieder etwas hochrappeln, dennoch bleibt abzuwarten wie die neue Handelswoche verlaufen wird. Enttäuschende Zahlen zum Konsumklima trübten das an den Börsen zuletzt so gern gezeichnete Bild einer raschen konjunkturellen Erholung erheblich ein. Zudem kommt wohl eine extreme Erwartungshaltung der Anleger die auf Basis von sogenannten Flüsterschätzungen die zu erwartenden Gewinn einzelner Unternehmen extrem hoch ansetzten. Dies sorgt natürlich bei Nichterfüllen für Enttäuschungen.

In der nun kommenden Woche werden IBM, Google, General Electric und Goldman Sachs  ihre Zahlen vorlegen. Fachleute rechnen insgesamt mit einem Gewinnplus bei den S&P-500-Unternehmen im vierten Quartal von 186 Prozent. Das ist aber vornehmlich der Finanzbranche geschuldet, ohne Bankenwerte läge das Plus nur bei mageren 8 Prozent. Den Banken-Bilanzen kommt dabei der so genannte „Basiseffekt“ zugute, also der Vergleich mit dem katastrophalen Vorjahresquartal. Ein weiterer spannender Faktor dürften die jüngsten Pläne des US Präsidenten sein eine Sonderabgabe für die großen US Banken einzuführen, dies dürfte dann sicherlich den gesamten Bankensektor weiter belasten, doch dazu später mehr…

Am Montag rechnen wir für den deutschen Aktienmarkt erst einmal mit einem ruhigen Handel, da die Weltleitbörse an der Wall Street wegen des US-Feiertags „Martin Luther King Day“ geschlossen bleibt, am Dienstag gehts dann wieder richtig los.

VW und Suzuki glücklich vereint?

Das Bundeskartellamt hat den Weg für den Einstieg von Volkswagen beim japanischen Kleinwagenbauer Suzuki freigemacht. Fast einen Monat nahmen sich die Prüfer Zeit. Jetzt genehmigten die Bonner Wettbewerbshüter dann die Pläne der Wolfsburger ohne Auflagen, wie die Behörde auf ihrer Internetseite mitteilte. Europas größter Autobauer gab daraufhin bekannt, er habe wie vereinbart knapp ein Fünftel an Suzuki für 1,7 Milliarden Euro übernommen.

Der japanische Kleinwagenhersteller Suzuki will seinen Part der wechselseitigen Beteiligung mit Volkswagen so schnell wie möglich erfüllen. Allerdings seien derzeit nur wenige Aktien am freien Markt verfügbar, sagte Suzuki-CEO Osamu Suzuki am Freitag. Neben der Porsche Automobil Holding SE, die 51% an Volkswagen hält, sind das Bundesland Niedersachsen mit 21% und Katar mit 17% beteiligt. Suzuki wolle sich nun nach einem Aktionär umschauen, der Anteilsscheine verkaufen könnte.

Von der Nachfrageseite sollte also in den kommenden Tagen der Kurs etwas nach unten abgesichert sein, obwohl die heutige Schwäche der Vorzüge diese Aussage nicht gerade untermauert. Dennoch sind wir nach wie vor überzeugt das die VW Vorzugsaktien sich in den kommenden Wochen besser entwickeln sollten als die Stammaktien. Die rechtzeitige Ausrichtung des VW Konzerns in die Märkte von morgen dürfte wohl in der Automobilbranche einzigartig sein und durch die zusätzlichen Synergieeffekte auch in der Zukunft negative Faktoren deutlich abfedern. Langfristig ist die VW Aktie wohl einer der attraktivsten Werte der gesamten Branche.

Dunkle Wolken über Solarworld, Q-Cells, Yingli, Suntech, Tina Solar & Co.

Die Förderprogramme für Solarstrom werden wohl bald drastisch gekürzt. Bereits in der kommenden Woche wolle Bundesumweltminister Norbert Röttgen einen entsprechenden Vorschlag vorlegen, der die Senkung der Einspeisevergütung schon zum zweiten Quartal dieses Jahres vorsieht. Hinzu kommt die im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgeschriebene Degression zum 1. Januar 2011 um 8% bis 10% für die Solarstromvergütung. Darüber hinaus sollen zum Januar kommenden Jahres eine zusätzliche drastische Senkung der Solarsubventionen vorgenommen werden, wenn der Zubau an Photovoltaikanlagen höher sein sollte als im Vorjahr. Insgesamt läge die Kürzung damit bei über 20% und voraussichtlich nahe der von Verbraucherverbänden geforderten 30%, wenn im laufenden Jahr kein spürbarer Nachfrageeinbruch für Solaranlagen eintritt.

Einzelne Titel aus dem Solarsektor verloren gestern bereits  an den US Börsen über zehn Prozent an Wert. Auch die deutschen Solaraktien eröffnen mit deutlichen Abschlägen. Die SolarWorld AG gab heute zudem eine Kapitalmaßnahme bekannt. Das Unternehmen platzierte eine Anleihe im Wert von 400 Millionen Euro.Ziel der Kapitalmaßnahme sei es, so SolarWorld, auf diese Weise die finanzielle Flexibilität zu verbessern und Raum für weiteres internationales Wachstum zu schaffen. Der Schwerpunkt liege auf dem Ausbau der Produktionskapazitäten am deutschen Standort Freiberg in Sachsen. Dort sollen 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Derzeit beschäftigt SolarWorld nach eigenen Angaben in Freiberg 1.500 Menschen. SolarWorld meldete heute, dass die Anleihe nach kurzer Zeit mehr als doppelt überzeichnet worden war und wertet dies als Zeichen des Vertrauens des Kapitalmarktes in das eigene Unternehmen.

Intel steigert den Gewinn um 875 Prozent

Die Intel Aktie, bzw. die heutige Nachricht über den Gewinnanstieg zum Vorjahresvergleich um satte 875 Prozent trifft genau das, was wir in der Jahresprognose beschrieben haben. Die Gewinnsteigerung klingt nicht so gut weil Intel so wahnsinnig gute Umsätze und Gewinne gemacht hat, sondern weil die Ergebnisse des Vorjahres so katastrophal schlecht ausgefallen sind, und nun zum direkten Vergleich herangezogen werden. Teilweise werden im Jahresvergleich exorbitante Verbesserungen der Umsatz- oder Gewinndaten einzelner Unternehmen veröffentlicht werden, und damit die Börsen weiter antreiben. Obwohl sich dieser Effekt bei der Intel Aktie halbwegs in Grenzen hält.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 55 Cent. Analysten hatten im Schnitt nur mit 30 Cent gerechnet. Der Umsatz verbesserte sich um 28 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar. Auch das laufende erste Quartal wird mit einer Umsatzerwartung von 9,3 auf 10,1 Milliarden Euro offenbar besser als erwartet. Nachbörslich kann der Chiphersteller lediglich um nur ein Prozent zulegen. Lassen Sie sich also nicht von solchen Headlines wie oben irritieren oder gar zu einem voreiligen Kauf verleiten, sondern prüfen Sie die Fakten. Intel hat ein, für diese Zeiten, Top Ergebnis vorgelegt ohne Frage. Mit einem Quartalsgewinn von 2,3 Milliarden Dollar übertrifft Intel die Analystenerwartungen bei weitem. Beim Ausblick setzt der Chipgigant auf die Windows-7-Migration in den Unternehmen.

Südzucker vor deutlichem Gewinnsprung

Der Mannheimer Nahrungsmittelkonzern Südzucker sieht sich nach einem Gewinnsprung im dritten Quartal (per Ende November) auf gutem Wege, seine Jahresziele zu erreichen. Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds werde im Geschäftsjahr 2009/10 weiter ein stabiler Umsatz von 5,9 Mrd. Euro angepeilt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Das operative Ergebnis solle auf 400 (Vorjahr: 258) Mio. Euro steigen. Noch im Herbst hatte Vorstandschef Wolfgang Heer die Prognose als „etwas ambitionierter“ bezeichnet. Hintergrund war, dass bei der Bioethanol-Tochter Cropenergies eine Panne im belgischen Werk Wanze zu einem vorübergehenden Produktionsausfall geführt hatte.

Im abgelaufenen Vierteljahr konnte Europas größter Zuckerproduzent nun aber deutlich zulegen und profitierte dabei vor allem von starken Geschäften im Kernsegment Zucker sowie in der Spezialitäten-Sparte. Der Umsatz ging im Zeitraum September bis November durch die Quotenrückgabe im Segment Zucker zwar um vier Prozent zurück auf gut 1,5 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich aber überraschend stark um 27 Prozent auf 129,4 Mio. Euro. Analysten hatten im Schnitt lediglich 109 Mio. erwartet. Der Überschuss nach Minderheiten konnte mit 56,7 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden, wie Südzucker am Donnerstag mitteilte.

Klöckner, SKW, H&R Wasag und Porsche raus, SGL Carbon rein!

Man könnte diesen Tag als ersten Schuss vor den Bug der Bullen bezeichnen. Angefangen mit schlechten Vorgaben aus den USA, auf Grund der Alcoa Zahlen, und dann vorbörslich noch die Nachricht aus China das dort der Leitzins um 50 Basispunkte erhöht wird mussten alle Börsen weltweit teilweise heftige Gewinnmitnahmen verkraften, Das Zinsgespenst geht wieder um! Dem entgegen stehen aber wieder die neuesten Konjunkturdaten aus Amerika. Das Handelsbilanzdefizit der USA hat im November nach vorläufigen Berechnungen um 9,7% auf 36,40 Mrd USD gestiegen und ist damit höher ausgefallen als erwartet. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einem negativen Saldo von 34,70 Mrd USD gerechnet.

Aus Japan kommen immer mehr beunruhigende Nachrichten. Nachdem die größte japanische Fluggesellschaft JAL kurz davor ist Insolvenz anmelden zu müssen mussten auch an der Japanischen Börse weitere Abschläge (..und nicht Anschläge wie im Newsletter versehentlich geschrieben) in Kauf genommen werden. Die drei größten Gläubigerbanken der mit 16 Milliarden Dollar verschuldeten Airline stimmten am Dienstag bei einem Treffen mit Transportminister Seiji Maehara einem Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz im Endeffekt zu. Das war allerdings noch nicht alles, neue Gerüchte um einen möglichen Staatsbankrott der Japaner machten die Runde. Dies würde dann natürlich eine weitere Finanzkrise ungeahnten Ausmaßes in der Welt auslösen. Aber dazu in den kommenden Tagen mehr..

Zu den einzelnen Depotpositionen: Ich habe die Stopps in den Depots zur Zeit sehr eng gesetzt, was auch zur Folge hatte das einige Werte bereits aus den Depots geflogen sind. Das soll aber auf keinen Fall heißen, dass ich die jeweiligen Werte nicht mehr interessant oder kaufenswert finde, sondern lediglich das ich davon ausgehe, in den kommenden Tagen wieder etwas bessere Einstiegskurse zu sehen… Klöckner, SKW, H&R Wasag und Porsche wurden heute verkauft, ebenso wie die Hälfte bei HeidelbergerCement. Neu dazu gekommen ist bereits gestern Abend eine erste Position SGL Carbon, da die wirklich positive Nachricht über einen längerfristigen Großauftrag gestern überhaupt nicht gespielt wurde. H&R Wasag habe ich heute bereits wieder zu 13,50 zurück gekauft.

Die Gewinnmitnahmen heute waren wirklich auf breiter Front und in fast jedem Sektor zu beobachten, und die nächsten Tage müssen zeigen ob dies nun ein Trendwechsel ist oder nur eine kurze Konsolidierung. Heute werde ich erst einmal beobachten was der Markt so macht, bevor ich mich dann für Neuengagements entscheide. Soviel sei aber vorab verraten..nach dem heutigen Tag gibt es wieder einige sehr interessante Kandidaten die man zu gegebener Zeit schön Traden kann, und über die ich natürlich rechtzeitig berichten werde. Beispielsweise sollte man sich die Conti Aktie jetzt mal etwas näher ansehen, nachdem der Kurs nun in zwei Handelstagen bereits 20% nachgegeben hat…Erst einmal ist aber etwas Vorsicht geboten, ziehen Sie also konsequent Ihre Stopp Orders nach !

Goldman Sachs stuft HeidelCement und SGL Carbon hoch

Goldman Sachs nimmt HeidelbergCement gleich zum Beobachtungsbeginn auf ihre „Pan-Europe Buy List“ und sieht ein Kurspotenzial von rund 55%. Dank frühzeitiger und intensiver Kostensenkungsschritte dürften die Margen und Gewinne mit dem Umsatzaufschwung 2010/11 kräftig steigen, erwarten die Analysten. Dies werde zu einem schnellen Schuldenabbau führen, der wiederum die Voraussetzung dafür schafft, beim Kredit-Rating wieder ‚Investment Grade‘ zu erreichen. Ihre EBITDA-Prognosen lägen im Schnitt 15% über dem Reuters-Konsens für die Jahre 2010 und 2011.

Goldman Sachs hat ebenfalls heute die Aktie von SGL Carbon in die „Conviction Buy List“ aufgenommen. Außerdem habe der die Titel des Grafitelektroden-Herstellers von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 26,00 auf 34,00 Euro angehoben, schrieb Analyst Tim Rothery in einer Branchenstudie am Dienstag. Auf Basis der optimistischeren Konjunkturprognosen der Goldman-Volkswirte habe er seine Erwartungen für den Investitionsgüter-Sektor angehoben. Er rechne für 2010 und 2011 mit einem durchschnittlichen Gewinnplus von 28 beziehungsweise 30 Prozent. SGL gehöre zudem zu den am attraktivsten bewerteten Titeln des Sektors.

Conti lässt Dividende ausfallen

Von Conti gab es heute mal wieder unerfreuliches für Anleger. Die Aktionäre von Continental müssen womöglich über Jahre auf eine Dividende verzichten. Der Automobilzulieferer lässt die Dividende nicht nur für 2009 und wahrscheinlich für 2010 ausfallen, heißt es im Wertpapierprospekt zur Kapitalerhöhung. Womöglich werde Conti bis 2012 kein Geld an die Aktionäre ausschütten können, um die Vereinbarungen zur Kapitalerhöhung einhalten zu können. Diese Nachricht tat auch heute dem Kurs mal wieder nicht gut, vorbörslich ging es weiter runter nachdem bereits gestern die Aktie des Autozulieferers  das MDax Schlusslicht mit einem satten Minus von 4,9% war.

Bei der Kapitalerhöhung des Autozulieferers Continental wurde am Montag die zweite Tranche im beschleunigten Bookbuilding platziert. Nach Angaben aus Bankenkreisen wurden die Titel bei hoher Überzeichnung mit 40 Euro untergebracht und damit am oberen Ende der Preisspanne, die bei 35 Euro einsetzte. Heute startet die Bezugsrechtsemission zu 35 Euro, für die am Montag der 496 Seiten umfassende Prospekt veröffentlicht worden ist. Conti-Großaktionär Schaeffler hatte auf das Bezugsrecht verzichtet. Der Teil der Aktien, für den kein Bezugsrechtsverzicht vorliegt, kann nur unter Vorbehalt der unterbleibenden Zeichnung durch die Bezugsberechtigten zugeteilt werden. Nach Ausgabe der 31 Millionen neuen Aktien sinkt der direkte Schaeffler-Anteil von 49,9 auf 42,17 %, die „Parkbanken“ Metzler und M. M. Warburg verwässern von 19,50 auf 16,48 %.

Neue wie alte Aktionäre können laut dem Wertpapierprospekt zur Kapitalerhöhung auf absehbare Zeit nicht mit Dividende rechnen. Es sei wahrscheinlich, dass Conti für 2010 keine Dividende zahle. Der Konsortialkreditvertrag mit den Gläubigern beschränkt die Ausschüttung. Der mit rund 9,5 Mrd. Euro an Krediten belastete Autozulieferer ist „möglicherweise nicht in der Lage, bis August 2012 Dividenden zu zahlen“. Die Conti-Aktien der selbst mit 12 Mrd. Euro verschuldeten Schaeffler-Gruppe sind größtenteils an die Darlehensgeber verpfändet. Im Risikobericht heißt es unter anderem, es könne weitere Abschreibungen auf den Kaufpreis der 2007 für 11 Mrd. Euro erworbenen VDO geben. In der Bilanz hat Conti einen Goodwill von knapp 6 Mrd. Euro.

Die Continental Aktie dürfte heute weiter Absturz gefährdet sein. Kurse um die 41,- Euro könnten sich allerdings als guter Einstiegszeitpunkt für Trader herausstellen…

Alcoa vergeigt den Auftackt

Der Aluminiumkonzern Alcoa durfte gestern nachbörslich mal wieder die Zahlen für das abgelaufene vierte Quartal vorlegen und eröffnete damit offiziell die US Berichtssaison. Nicht gerade berauschend und schlechter als erwartet, kann man wohl als Fazit für die Unternehmensdaten auf den ersten Blick festhalten. Alle Märkte außer Luftfahrt, Bau und Gasturbinen hätten weiter angezogen, ließ das Unternehmen wissen. Doch belastet durch Sonderfaktoren musste der weltgrößte Aluminiumhersteller erneut einen Verlust ausweisen, und schließt damit das vergangene Jahr mit insgesamt drei Verlustquartalen ab.

Zwar lag der Umsatz im Schlussquartal mit 5,4 Milliarden Dollar immer noch deutlich unter den Werten aus der Boomzeit. Gegenüber dem dritten Quartal konnten die Erlöse aber immerhin um 18 Prozent zulegen. Das Tagesgeschäft erholte sich somit leicht. Im Jahresvergleich ergab sich ein Umsatzrückgang von 4,4 Prozent. Unterm Strich rutschte der Konzern erneut in die roten Zahlen und verbuchte im vierten Quartal einen Verlust von 277 Millionen Dollar oder 0,28 Dollar je Aktie. Branchenkenner waren im Schnitt von einem Gewinn je Aktie von 0,06 Dollar ausgegangen. Die Aktie rutschte nachbörslich 5,4 Prozent in die Tiefe. Besonders negativ stieß Analysten wie Anlegern zudem auf, dass Alcoa keinen Ausblick auf das soeben begonnene Geschäftsjahr 2010 liefern wollte.

Top