Author Archives: Lars

Ausverkauf!

Das Chaos regiert die Märkte! Gestern war wohl der Tag der auch dem letzten hartgesottenen Anleger den letzten Nerv geraubt hat. Nach Börsenschluss in Europa begaben sich die US Indizes wieder kräftig auf Talfahrt und brachen mit einem erneuten Minus im Dow Jones von über sieben Prozent alle Dämme. Die Charttechnik ist hier nichts mehr wert denn es werden derzeit alle Negativrekorde täglich noch überboten, und es gibt anscheinend nichts mehr an dem man sich in diesen Tagen noch orientieren könnte.

In Asien schlugen diese schlechten Vorgaben demensprechend nochmal vol durch. Der Nikkei war teilweise mit über elf Prozent im Minus. Man braucht nicht besonders schlau zu sein um sich auszurechnen welche Konsequenzen dies für den Handel in Europa heute haben wird. Die Vorgaben sind schon entsprechend und man könnte langsam glauben morgen gibt es keine Börse mehr weil alle Aktien auf null sind.

Einen wirklichen Grund für den Kurssturz in der Höhe und mit der Dynamik habe ich ehrlich gesagt nicht finden können. Der Dominoeffekt tut dann sein übriges und schickt die Verkaufswelle einmal um den Globus. Das ist leider so und kann wohl derzeit auch nur durch die Amis wieder gestoppt werden. Ich hätte auch gedacht das wir den Boden allmählich gesehen haben doch das wahr wohl ein böser Fehler. Die Bewertungen der Unternehmen haben mittlerweile abstruse Formen angenommen aber das scheit wirklich niemanden mehr zu interessiere. Ich drücke jedem der noch drin ist die Daumen. Jetzt hilft wohl nur noch Augen zu und durch…

Verunsicherung um American International Group

Es herrscht wohl gerade allgemeine Unsicherheit bei der AIG Aktie ebenso wie bei anderen Finanztiteln. Gestern wurde bekannt das die AIG erneut eine Finanzspritze in Höhe von knapp 38 Milliarden Dollar erhalten wird, nachdem ja erst vor kurzem 85 Milliarden zur Deckung der Verbindlichkeiten in das Unternehmen gepumpt wurden. Wie ist das nun zu werten? Sind dei 80 Milliarden schon wieder verdampft? Der erste Kredit sei aufgebraucht, hieß es in einer Erklärung der US-Notenbank. Genaues konnte man der Presse nicht entnehmen. Die Bank werde bis zu dieser Summe erstklassige festverzinsliche Wertpapiere des Konzerns beleihen und damit dessen Liquidität fördern, teilte die New Yorker Fed gestern mit.

Wie erst gestern weiter bei einer Anhörung im US-Kongress bekannt geworden war, waren mehrere AIG-Manager eine Woche nach der Rettung des Konzerns mit Steuergeldern in ein Luxushotel an der kalifornischen Küste gefahren. Die Regierung reagierte auf den 440.000 Dollar teuren Kuraufenthalt verärgert. „Das ist ziemlich verachtenswert“, sagte Präsidentensprecherin Dana Perino in Washington. „Ich verstehe es, wenn sich die Amerikaner darüber aufregen.“ Ich ehrlich gesagt auch. Diese Leute haben nichts dazu gelernt. Die dicken Zeiten sind endgültig vorbei und solche Exzesse werden hoffentlich in Zukunft ausbleiben..

Wenn ich den Artikel in der heutigen New York Times zutreffend deute, dient der neue Kredit dazu, um schnellstmöglich den -wohl einzigen- Problembereich von AIG komplett abzuwickeln, nämlich die Finanzabteilung, die sich mit Kreditabsicherungen übernommen hatte, und zwar ohne dafür genötigt zu sein, durch die vorschnelle Veräußerung von Firmenbestandteilen Werte verschleudern zu müssen.

Asien zieht nach! IBM beflügelt Technologiesektor!

Heute sieht es gar nicht mal so schlecht aus. Die asiatischen Indizes sind alle zumindest leicht im Plus. Und das trotz der gestern gegen 2130 Uhr einsetzenden negativen Kursbewegung der US Börsen, die die Indizes dort nach einem eigentlich gar nicht so schlechten Tag, wieder im Minus schließen liessen. Man darf gespannt sein wie sich die europäischen Börsen heute schlagen werden, Die Volatilität steigt extrem an in diesen Tagen und das ist das beste Zeichen dafür wie nervös die Anleger derzeit sind und wie hektisch hier agiert wird. Der ehemals weltgrößte Versicherer AIG erhält eine weitere Finanzspritze, aber dazu später mehr..

Kurz zu den Nachrichten des Tages die die Kurse heute bewegen könnten…Die Zentralbanken in Südkorea, Taiwan und Hongkong schließen sich der Aktion der Zentralbanken an und senken Ihren Leitzins um 0,25 Basispunkte. Der weltgrößte Computerhersteller IBM legte gestern nachbörslich seine zahlen vor und die konnten in fast allen Punkten positiv überrraschen und legen über den Prognosen. Tatsächlich konnte der Technologiekonzern seinen Gewinn trotz Finanzkrise deutlicher als erwartet ausbauen. Im dritten Quartal sei der vorläufige Überschuss um 20 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar oder 2,05 Dollar pro Aktie gestiegen, teilte die Firma am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Analysten hatten lediglich mit einem Ergebnis von 2,01 Dollar pro Aktie gerechnet.

EZB, Fed und Bank of England senken die Leitzinsen

Ebenfalls mal wieder eine historische Hadlung der Notenbanken die gerade geschlossen die Leitzinsen gesenkt haben um den Märkten wieder Stabilität zu verleihen. Die EZB, die Fed und die Bank of England haben am Mittag die Leitzinsen gesenkt. Die EZB senkte den Leitzins um 50 Bp auf 3,75 Prozent, die Fed senkte den Leitzins auf 1,5 Prozent, die BoE senkte den Zins auf 4,5 Prozent.

Ich bin gespannt ob das nun die Wende bringen kann oder auch dieser Effekt am Nachmittag schon wieder verpufft ist… ebenfalls mit von der Partie waren Kanada, Schweden, die Schweiz und China mit einer Leitzinssenkung um jeweils 50 Basispunkte. Momentan schießen die US Futures nach oben, aber man muss erstmal sehen was passiert wenn der Markt dort aufmacht.

Russland verliert 56% in einer Woche

Anbei eine kleine Aufstellung über die Verluste weltweit in den verschiedenen Indizes auf Tagesbasis und im Wochenvergleich. Es ist schon enorm was hier abgeht! Der russische Leitindex hat in einer Woche 56% verloren. Auch das dürfte es noch nie gegeben haben. Wir befinden uns in einer Phase der Superlative in fast allen Bereichen. Leider auf der Negativseite..

Index Tagesunterschied Wochenunterschied
Australien -4.74% -6.93%
Brasilien -4.66% -23.41%
China -5.34% -10.19%
Deutschland -7.56% -19.12%
Frankreich -8.18% -18.61%
Griechenland -7.93% -17.61%
Groß Britannien -6.77% -15.09%
Hong Kong -7.64% -15.15%
Indien (Bombay) -3.91% -16.59%
Irland -3.19% -6.59%
Italien -6.98% -18.16%
Japan -9.38% -23.83%
Kanada -3.92% -19.34%
Niederlande -8.17% -18.13%
Norwegen -7.64% -17.74%
Polen -3.72% -15.67%
Portugal -5.10% -24.45%
Russland -9.78% -56.52%
Schweden -6.97% -16.81%
Schweiz -5.63% -11.69%
USA (Dow Jones) -5.11% -14.82%
USA (NASDAQ) -5.80% -18.25%
USA (S&P) -5.74% -16.86%

Nikkei minus 10 Prozent!!!

Erstmals seit langer Zeit ist der japanische Leitindex Nikkei unter die Marke von 10.000 Punkten gesunken. Das wäre noch nicht so schlimm, allerdings ist ein Tagesverlust von fast 10 Prozent schon wirklich rekordverdächtig. Alle anderen asiatischen Indizes notieren ebenfalls mit 5 Prozent im Minus und man kann sich ausmalen was und heute erwartet. Die Futures in Europa sind ebenfalls 5 Prozent im Minus! Die Panik dürfte sich nochmal verschärfen und somit zum finalen Ausverkauf führen.

Und mit final meine ich, ich werde heute wieder erste Positionen kaufen – wahrscheinlich! Denn einige Aktien haben inzwischen ein wahnwitziges Niveau erreicht und das wird früher oder später wieder relativiert. Ich denke hier ganz im speziellen an die Solarwerte die in den letzten beiden Handelstagen 40 bis 50 Prozent verloren haben. Das Szenario kann natürlich auch noch in einer Weltwirtschaftskrise enden…Oder sind wir vielleicht schon drin?

United States’ Socialist Republic

Irgendwie witzig, ich hatte gerade in meinem Urlaub mit einem amerikanischen Freund darüber diskutiert welche Unterschiede es zwischen unseren beiden Staaten geben würde und warum der Euro im Vergleich zum Dollar trotz der dollarschwäche so wenig Kaufkraft habe. Seine Antwort darauf war immer wieder: „because you are living in a kommunist country..“ Ja, und nun redet die ganze Welt darüber das die USA sich langsam aber sicher zu einem Kommunistischen Staat entwickeln..

Angesichts der Verwerfungen an den Kreditmärkten sieht sich die amerikanische Notenbank zu bisher nicht gesehenen Maßnahmen genötigt. Die so genannten Währungshüter wollen offenbar selbst zweifelhaften Schuldnern Kredit gewähren. Die Fed will nach eigenen Angaben zukünftig selbst unbesicherte Commercial Papers akzeptieren und dafür Liquidität zur Verfügung stellen. Commercial Papers sind von Unternehmen emittierte Geldmarktpapiere. Normalerweise akzeptieren Zentralbanken nur gut besicherte Wertpapiere als Sicherheit.

Durch die Maßnahme, die auch vom Finanzministerium unterstützt werde, sollten weitere substanzielle Verwerfungen an den Märkten, im Bankensystem und in der Wirtschaft verhindert werden.Mit dem Plan würde die Fed noch stärker als bisher in die eigentlich freien Märkte eingreifen, die die USA bisher immer vehement propagiert hatten. Spötter sprechen daher auch schon anstatt von den USA von der USSR (United States’ Socialist Republic). Im Jahr 2002 hatte Bernanke in einer legendären Rede gesagt, dass die Notenbank die Notenpresse beliebig stark rotieren lassen und notfalls Dollar-Scheine mit dem Helikopter abwerfen könne, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Wird die Royal Bank of Scottland verstaatlicht?

Royal Bank of Scotland, die Lloyds TSB Group und Barclays haben ebenfalls massive Probleme. Wie der Fernsehsender BBC meldete, sollen die drei Banken die Regierung um staatliche Hilfe gebeten haben.  Die drei Banken sehen laut BBC ihren Kapitalbedarf bei jeweils 15 Milliarden Pfund (rund 19 Milliarden Euro). Davon sollte die Hälfte sofort zur Verfügung gestellt werden, die andere Hälfte sollte wenn notwendig vom Finanzministerium garantiert werden. Bei der Royal Bank of Scotland machten gar Gerüchte über eine Verstaatlichung die Runde.

Bereits am Montag hatten die Banken-Titel heftige Kursverluste erlitten. Sie trugen maßgeblich zum „schwarzen Montag“ an der Londoner Börse bei. Der Leitindex FTSE 100 verzeichnete mit einem Minus von fast acht Prozent den größten prozentualen Einbruch an einem Tag seit 1987. Man darf also gespannt sein wie es hier in den kommenden tagen weitergeht. Sowohl Barclays als auch Royal Bank of Scotland haben den Bericht dementiert und wollen eigenen Darstellungen zufolge kein Kapital von der Regierung gefordert habe.

Island versucht Staatsbankrott zu verhindern

Island hat ja schon länger massive Probleme, doch nun droht die gesamte Situation ausser Kontrolle zu geraten und sogar ein Bankrott eines kompletten Staates kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Wenns mal soweit ist ist es wirklich fünf vor zwölf. Um dies zu verhindern hat nun der isländische Staat die Kontrolle über die Banken übernommen.

Die isländische Finanzaufsichtsbehörde hat am Dienstag die Kontrolle über die Landsbanki übernommen. Die inländischen Einlagen bei dem Institut seien in vollem Umfang garantiert, wie von der Regierung angekündigt, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Behörde vom Dienstag. Das Geschäft von Landsbanki im Inland werde normal weitergehen. Der Ministerpräsident hatte vor dem Parlament gewarnt, es bestehe die Gefahr, dass das gesamte Land in den Strudel der Finanzkrise hineingezogen werde, was den Staatsbankrott zur folge haben könne.

Nach der Rede hatte die Ratingagentur Standard & Poors die Bonitätsbewertung Island zum zweiten Mal in dieser Woche gesenkt, und zwar auf „BBB“. Die sofort in Kraft getretenen Bestimmungen der Notstandsgesetze ermöglichen es der Regierung, Banken zu verstaatlichen, zu Zusammenschlüssen zwingen und Spitzenmanager auszuwechseln oder deren Vergütung zu begrenzen.

Die 5.250 Punkte im Dax sollten halten!

Charttechnik und Theorien über den weiteren Dax Verlauf sind spätestens seit gestern Makulatur. Wir befinden uns mal wieder voll im Banne der US Wirtschaft, und auch nun wo wir gesehen haben das auch dort viele schwerwiegende Fehler gemacht worden sind, schaffen wir es nicht uns davon etwas zu lösen. Die Fast-Pleite der HypoReal Estate spielt da eher nur eine untergeordnete Rolle. Mir ist es übrigens immer noch unverständlich wie diese Aktie heute früh nochmal über 5,- Euro notieren konnte. Ich hoffe das sind Zocker die sich über die Möglichkeit eines Totalverlustes im klaren sind, denn hier ist das letzte Wort über eine Weiterleben der Firma noch nicht gesprochen.

Doch zurück zur Charttechnik..Es gibt derzeit zwei Unterstützungen im Dax. Eine sehr schwache bei 5370 Punkten und eine stärkere bei 5250 Punkten. Die letztere sollte halten, dann wäre noch alles, oder zumindest vieles drin dieses Jahr. Sollte sie nicht halten – dann kann man sich wohl für längere Zeit aus dem Aktienmarkt verabschieden. Ich würde mir einen Test der Marke in den nächsten Stunden oder Tagen wünschen, sonst haben wir vielleicht wieder wochenlanges Rumgeeiere…und das zehrt nur an den Nerven. Also nochmal die 100 und ein bischen was Pünktchen runter heute und dann bitte wieder rauf lieber Markt.

Bank of America schockt, AIG rockt

Die neuesten Geschäftszahlen der größten amerikanischen Bank waren noch viel schlechter als dies vom Markt, nach den eh schon drastisch reduzierten Prognosen, erwartet wurde. Der Finanzkonzern verbuchte im dritten Quartal einen Gewinneinbruch um 68 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie vor Sonderposten lag bei 15 Cent. Experten hatten dagegen mit 60 Cent gerechnet. Die Nettoerträge kletterten um 21 Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar und lagen damit unter den Prognosen von 20,6 Milliarden. „Dies ist die schwierigste Zeit für Finanzinstitute, die ich während meiner 39 Jahre im Bankgeschäft erlebt habe“, sagte Bankchef Kenneth Lewis.

Dagegen wirklich überzeugend war der Kursverlauf der Aktie von AIG gestern die sich trotz des katastrophalen Marktumfeldes nicht mal 5 Prozent ins Minus bewegt hatte und dieses Niveau konstant über den Tag halten konnte. Gegen anend dann notierte die Aktie sogar leicht im Plus. Hier erwarte ich mir in den kommenden Tagen einiges an positiven Impulsen, besser gesagt eine Outperformance des Gesamtmarktes. Kursziel ist und bleibt hier erstmal über 5 Dollar je Aktie, dannach deutlich mehr..

The day after – oder wie wir nochmal mit einem blauen Auge..

WAS FÜR EIN TAG GESTERN! Es hat mich Nerven und wahrscheinlich zwei Jahre meines Lebens gekostet. Ich saß gestern fats den ganzen Tag vor dem Computer und konnte teilweise nicht glauben was ich da sehe. Zwischendurch bin ich mal zwei Stunden in den Garten marschiert und habe mich den herbsstypischen Frohndiensten hingegeben – weil ich einfach mal was anders machen musste!

Gestern regierte die blanke Panik und das ist -meistens- der Tiefpunkt einer Baisse bevor es dann wieder aufwärts geht. in einem Rutsch ist der Dow Jones unter die 10.000 er Marke gerutscht und das hat nochmal zusätzliche Panik an den Märkte verursacht. Im späten Handel gelang es dann diese Marke zurück zu erobern und der Future notiert nun schon wieder darüber. Allerdings steht diese Theorie immer noch auf sehr wackeligen Füßen… Charttechnisch war dies die marke die es zu erreichen galt.

Nach der Bewegung der letzten Stunde in den USA heute hingegen wurde mir klar das dies heute ein grüner Tag werden musste. Desswegen auch jetzt erst mein Morningcall, denn ich habe ausgeschlafen und mich von den gestrigen Strapatzen wieder erholt. Es wird nicht unbedingt einfacher werden in den kommenden Tagen und Wochen, aber ich bin mit (fast) sicher das wir den mit Abstand schlimmsten Tag hinter uns haben..   Gleich mehr zu einzelnen Aktien!

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